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 Betreff des Beitrags: Aufbruch
Verfasst: Do 9. Feb 2012, 02:51 
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Irrlicht
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„Ich freue mich, Sie endlich persönlich kennenzulernen, Captain. Es ist bedauerlich, dass Sie nicht schon eher kommen konnten. Beim Bankett, das letzten Freitag zu Ehren Fleet Admiral Kerringtons gegeben wurde, hätten Sie Gelegenheit gehabt, bereits einige Ihrer neuen Führungsoffiziere kennenzulernen.“
Mit diesen sachlich vorgetragenen Worten, von denen man nicht sagen konnten, ob sie nun ehrliches Bedauern zum Ausdruck bringen sollten oder versteckte Kritik, erhob sich der kahlköpfige Mann mit dem Rangabzeichen eines Rear Admirals hinter seinem Schreibtisch und zog dabei seine Uniformjacke glatt.
Declan Muldoon, vor diesem Schreibtisch in Haltung stehend, antwortete im gleichen Tonfall: „Die Pflicht hielt mich im Mutara-Sektor fest, Sir. Die Challenger wurde dort zum Transport eines Vakzins nach Ceti Alpha benötigt.“ Und dann setzte er noch eine Spur kühler hinzu: „Darum hatte ich leider keine Zeit für Festivitäten. Sir.“
Der Rear Admiral musterte ihn scharf, das Gesicht mit den klaren, prägnanten Konturen so undeutbar, als wäre es aus Stein gehauen. Doch plötzlich huschte ein kleines Lächeln darüber. Er umrundete den Schreibtisch und streckte Muldoon die Hand entgegen.
„Die Pflicht kommt immer an erster Stelle, nicht wahr, Captain? Nun, dann werden wir das Versäumte heute nachholen.“ Die beiden Männer schüttelten sich die Hände. „Ich werde Sie persönlich auf die Enterprise begleiten und Sie den bereits an Bord befindlichen Offizieren vorstellen. Nachdem wir uns ein wenig unterhalten haben.“
Der Rear Admiral, der einen halben Kopf kleiner war als Muldoon, aber eine Autorität ausstrahlte, die ihn sehr viel größer wirken ließ, führte Muldoon zu einer Sitzecke und lud ihn mit einer Handbewegung zum Platznehmen ein. „Ich habe gehört, Sie reiten gerne. Nun, da haben wir ja schon zwei Gemeinsamkeiten, Ihr neues Kommando eingeschlossen. Sagen Sie, mögen Sie Tee?“

Rear Admiral Picard war ganz so, wie Muldoon ihn sich immer vorgestellt hatte. Und doch war er auch anders. Ernst, geradlinig, von Prinzipien durchdrungen, die sich größtenteils mit denen Muldoons deckten und die bei einem Mann seines Ranges und seiner Popularität zu erwarten gewesen waren. Eine Führungspersönlichkeit, fürwahr. Ein Mann von Ethik und Moral und Bildung. Jemand, dessen Aussagen bei der Sternenflotte schon fast den Charakter von Dogmen hatten. Niemand, von dem man Humor erwartete oder gar, dass er einen Scherz machte. Und doch überraschte Picard Muldoon im Laufe ihres Gesprächs genau damit ein paarmal, so dass Muldoon, noch ehe sie das Büro des Rear Admirals und ehemaligen Captains der Enterprise verließen, sein Bild über seinen Vorgesetzten ändern musste. Die Distanziertheit, die er bei der Begrüßung des Captains noch verspürt hatte, war Sympathie gewichen, welche sich nur allzu gerne zu der ohnehin längst empfundenen Bewunderung für diesen respektablen Mann gesellte. Und so fühlte er sich nun wohl in dessen Gesellschaft, während Sie sich beide nach dem Gespräch nebeneinander aufstellten, um von der Enterprise an Bord gebeamt zu werden. Muldoon wartete geduldig darauf, dass der Rear Admiral das Kommando dazu gab, doch dieser hatte andere Vorstellungen.
„Captain, es ist nun Ihr Schiff. Also sollten Sie auch den Befehl zum Beamen geben.“
Überrascht zog Muldoon eine Augenbraue in die Höhe und sah Picard einen Moment lang an. Aber dann nickte er knapp. „Ja, das sollte ich wohl. - Enterprise?! Zwei Personen zum Beamen!“
„Enterprise hier … verstanden!“
Die Antwort, die erstaunlich klar aus dem kleinen Kommunikator an der Brust des Captains drang, war kaum verklungen, als ein silberner Lichtwirbel vor Muldoons Augen ihm den Transportvorgang ankündigte. Dann wurde es einen Moment lang schwarz vor den Augen des Captains, und die Welt hörte auf zu existieren.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aufbruch
Verfasst: Do 9. Feb 2012, 14:25 
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Irrlicht
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Sie materialisierten im Transporterraum der Enterprise F.
"Waren Sie schon einmal auf einem Schiff der Sovereign-Klasse, Captain?", fragte Picard im Plauderton, als sie von der Transporterplattform stiegen.
"Nein, Sir. Bisher noch nicht. Ich habe mich jedoch eingehend über diese Baureihe informiert und werde mich zurecht finden."
"Dessen bin ich mir gewiss. Dennoch dürfte die Enterprise Sie noch in mancher Hinsicht überraschen."
Daran hatte Muldoon keinen Zweifel. Die Sovereign-Klasse, etwas kleiner als die Galaxy-Klasse, war sowohl im Offensiv- als auch im Defensiv-Bereich erheblich verbessert worden - mit anderen Worten, man hatte die Kampfkraft sowie die Effizienz der Schilde erhöht. War ein Schiff der Galaxy-Klasse noch ein für den Kampf gerüstetes Forschungsschiff gewesen, war ein Schiff der Sovereign-Klasse nun ein Schlachtschiff, mit dem man auch Forschung betreiben konnte. Darüber hinaus zeichnete es sich durch bioneurale Gelpacks aus, durch Warpgondeln, die keine Störung im Subraum mehr verursachten, durch leistungsfähigere Sensoren und durch erheblich mehr Laboratorien als auf allen Schiffen der Föderation. Nicht zu vergessen die Captains-Yacht, die bei der Galaxy-Klasse lediglich über Sublichtaggregate, bei der Sovereign-Klasse jedoch über einen Warpantrieb verfügte und deren Bewaffnung erheblich verbessert worden war.
Mit anderen Worten, die Enterprise F war momentan ultimative Waffe und Verteidigung in einem. Etwas besseres gab es in der Föderation zurzeit nicht. Und darum war Muldoon sich der Ehre, gerade dieses Schiff nun befehligen zu dürfen, durchaus bewusst.
Er folgte Picard aus dem Transporterraum hinaus zum Turbolift und fuhr mit ihm erst einmal aufs Deck 16 hinunter, wo sich der Maschinenraum befand.
"Wie Sie sicher wissen", begann der Rear Admiral zu erläutern, während sie auf den Warpreaktor zuschlenderten, "ist dieses Schiff in der Lage, mit einer Maximalgeschwindigkeit von Warp 9,95 zu fliegen. Es ist jedoch nicht empfehlenswert, diese Geschwindigkeit auf längere Zeit beizubehalten. Nach meiner Erfahrung mit der Enterprise E sollte man die Grenze von zwei Stunden nicht überschreiten."
Muldoon kannte diesen Erfahrungswert.
"Ja, ich habe Ihren Bericht gelesen, den Sie nach dem Vorfall mit der Scimitar beim Oberkommando eingereicht haben."
"Vorfall?" Picard schmunzelte trocken. "Nun, als 'Vorfall' würde ich die Angelegenheit nicht bezeichnen. Der Begriff würde ihr nicht gerecht werden."
Muldoon erinnerte sich daran, dass Picard seinerzeit seinen zweiten Offizier Commander Data verloren hatte, den bis dahin einzigen Androiden der Sternenflotte. Er wusste ebenfalls, dass Picard in diesem Androiden mehr gesehen hatte als eine Maschine. Er bedauerte seine Wortwahl.
"Es tut mir leid, Sir. Ich wollte in keiner Weise gefühllos erscheinen. Sie haben damals einen schweren Verlust..."
"Schon gut, Captain." Picard klopfte ihm in beinahe kameradschaftlich anmutender Manier auf die Schulter. "Es gehört zu unserem Beruf, mit dem Tod umzugehen. Ich bin mir sicher, auch Sie haben bereits entsprechende Erfahrungen gemacht."
Muldoon wusste instinktiv, dass Picard sich nicht nur sicher war, sondern sich seinerseits eingehend über seinen Nachfolger auf der Enterprise informiert hatte. Und die Verluste seiner Kameraden, besonders die, die er als Kommandant der USS Merrimac 2373 bei dem großen Borgangriff auf die Erde hatte hinnehmen müssen, waren alle detailliert in seiner Akte aufgeführt.
"Das habe ich in der Tat, Sir", pflichtete er dem Rear Admiral bei.
Picard nickte knapp. Sein Blick glitt daraufhin durch den Maschinenraum, in dem momentan nur wenige Männer und Frauen ihren Dienst taten. Unvermittelt wechselte er das Thema. "Ein Teil Ihrer neuen Crew ist noch nicht an Bord. Das trifft auf Ihren Chefingenieur ebenso zu wie auf Ihren Ersten Offizier, Ihren Doktor, Ihre Counselor, einige Wissenschaftler und diverse Crewmen. Morgen Abend sollte jedoch jeder an seinem Platz sein ... bis auf Ihre Nummer Eins, die Sie auf dem Weg in den Arachnoidea-Nebel auf Terra Nova abholen werden."
Muldoon nickte ebenfalls. "Und die Missionsbefehle?"
"Die erhalten Sie nach unserem Rundgang."
Der Rear Admiral wandte sich von der Brüstung ab, die den Warpreaktor umgab und ging zum Turbolift zurück. Muldoon folgte ihm, und in einem einvernehmlichen Schweigen, das er nicht als unangenehm empfand, fuhren Sie zum Deck 11, wo sie sich die Stellarkartografie ansahen. Danach kam das Deck 7 mit der noch doktorlosen Krankenstation an die Reihe - wenn man von dem zurzeit deaktivierten MHN einmal absah - und danach die Brücke auf Deck 1. Ehe Muldoon diese betrat, zögerte er einen Moment. Nicht aus Unsicherheit, ganz sicher nicht. Vielmehr, weil er selbst das als einen der bedeutsamsten Schritte in seinem Leben erachtete. Das Kommando über das beste und bekannteste Schiff der Sternenflotte ... der gesamten Föderation! Er war im Begriff, die Brücke einer Legende zu betreten. Das konnte einem schon kurzzeitig den Atem rauben.
Picard schien zu spüren, was in ihm vorging, denn er sah Muldoon mit wissendem Blick an und wartete darauf, dass der neue Captain der Enterprise als erster den Lift verließ.
Muldoon war dem Rear Admiral für sein Taktgefühl dankbar. Er atmete tief durch und betrat dann seinen neuen Wirkungskreis.
"Achtung! Captain auf der Brücke!"
Die befehlende Stimme war eine weibliche und kam von der OPS. Im gleichen Moment erhoben sich alle sitzenden Offiziere und nahmen Haltung an.
Muldoon nickte den Anwesenden knapp zu und fragte sich gleichzeitig, ob es nicht angemessener gewesen wäre, den Rear Admiral anzukündigen statt seiner Person. Aber zu diesem Zweck war Picard wohl erst einmal hinter ihm zurück geblieben. Hätte er als erster das Deck betreten, hätte man zweifellos ihn angekündigt und nicht Muldoon. Und Picard hatte es wohl als nicht angemessen erachtet, wenn der neue Captain in der Begrüßung übergangen worden wäre.
Jetzt aber übernahm er das Wort.
"Ich darf Ihnen Ihren neuen Kommandanten vorstellen - Captain Declan Muldoon. Captain, Ihr Chef der Sicherheit Lieutenant Commander Ian MacKinnon an der Taktischen Station , Ihr Einsatzoffizier Lieutenant Alexandra Nechayev an der OPS, Fähnrich Beta an der Navigation und Lieutenant Junior Grade Coreena Groves an der Wissenschaftsstation."
Muldoon beließ es nicht bei einem genickten Gruß, er zog es vor, seinem neuen Führungsstab persönlich die Hand zu schütteln. Mit Lieutenant Nechayev fing er an.
"Lieutenant, schön, Sie kennenzulernen."
"Captain ..."
Alexandra Nechayev ... Muldoon wusste aus ihrer Akte, dass ihre Mutter die in der Flotte hochrangige Admiral Alynna Nechayev war, doch sprach er seine neue Einsatzoffizieren darauf nicht an. Es zählte für ihn nicht, welche verwandtschaftlichen Verhältnisse oder Beziehungen seine Offiziere mit sich brachten. Einzig das, was sie zu leisten vermochten, war für ihn wichtig. Danach bewertete er seine Leute.
Der nächste, dem er die Hand schüttelte, war der Android Beta. Datas Vorgänger in der Baureihe, die Doktor Noonien Soong seinerzeit im Verborgenen konstruiert hatte und der nun, nach Datas Tod, dessen Platz als einziger Android in der Sternenflotte eingenommen hatte. Betas erster Einsatz nach Abschluss der Sternenflottenakademie. Was wohl diesbezüglich in dem außerordentlichen positronischen Gehirn vor sich ging? Ob er nervös war? Muldoon bezweifelte es.
"Fähnrich ... ich hoffe auf eine gute Zusammenarbeit."
"Darauf hoffe ich auch, Captain."
Nach Beta begrüßte er Lieutenant Junior Grade Coreena Groves. Über sie hatte er nichts Bemerkenswertes gelesen. Vier Jahre Sternenflottenakademie, vier Jahre unspektakulärer Dienst auf der USS Schweitzer, einem Hospitalschiff und Schwesternschiff der vor Jahren zerstörten USS Pasteur. Für sie musste es wahrhaft aufregend sein, nun zur Crew des Flaggschiffs der Sternenflotte zu gehören, und Muldoon zweifelte keinen Augenblick daran, dass sie im Gegensatz zu Beta sehr nervös war.
Der letzte, dem er die Hand gab, war MacKinnon, sein neuer Sicherheitschef. Natürlich war Muldoon auch über ihn bestens informiert. Er galt als zuverlässig und effektiv in seinem Job, aber auch als Hitzkopf, den man ab und an zügeln musste. Dennoch, Captain Braeburn von der USS Venture hatte nur ungern seinem Versetzungsantrag entsprochen. Das war für Muldoon alles, was er über MacKinnon wissen musste.
"Commander ... ich hoffe, dass Sie Ihren Wechsel auf die Enterprise nicht bereuen werden. Die Venture ist ein ganz ausgezeichnetes Schiff ihr Kommandant ein hervorragender Captain."

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 Betreff des Beitrags: Re: Aufbruch
Verfasst: Do 9. Feb 2012, 18:26 
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Irrlicht
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Muldoon nickte. Er hatte nicht weniger von seinem Leiter der Sicherheit erwartet.
"Danke, Commander. Ich werde ihn lesen, sobald ich mit Admiral Picard den Rundgang auf der Enterprise beendet habe."
"Oh, was das betrifft", schaltete Picard sich ein, "so erkläre ich ihn hiermit für beendet. Ich bin mir sicher, dass Sie sich sehr schnell selbst mit dem Rest Ihres Schiffs vertraut machen werden."
"Ja, das werde ich wohl." Die Andeutung eines Schmunzelns huschte über Muldoons Gesicht. Es war ihm nicht unrecht, dass der Rear Admiral sich nun zurück zog. Zwar hatte er es sehr geschätzt, dass Picard ihn persönlich herum geführt hatte, aber wie dieser eben richtig gesagt hatte, es war sein Schiff, Muldoons, und Muldoon benötigte jetzt Zeit für sich allein. Für sich allein und die Enterprise.
"Danke für Ihre Mühen, Sir."
"Keine Ursache. Und falls Sie noch Fragen zu Ihrem kommenden Einsatz haben, kontaktieren Sie mich in der Akademie."
Muldoon unterdrückte einen Anflug von Verwunderung. Die anstehende Mission war keine schwierige, er hatte den Einsatzbefehl bereits gelesen. Es war kaum wahrscheinlich, dass er dazu Fragen haben würde. Warum Picard ihm wohl dennoch seine Hilfe angeboten hatte?
Der Blick, mit dem der Rear Admiral sich zum Abschied auf der Brücke umsah und in dem ein Hauch von Sehnsucht lag, beantwortete Muldoon diese Frage. Picard, das wusste er, hatte sich lange gesträubt, den Stuhl des Captains zu räumen. Er hatte während seiner Laufbahn mehrere Beförderungen ausgeschlagen, weil ihm seine Aufgabe auf der Enterprise wichtiger gewesen war als alle Rangabzeichen der Sternenflotte. Doch wie das Leben stets spielte, zu guter Letzt war es selbst Picard nicht mehr möglich gewesen, gegen den Willen der Flotte auf seinem Posten zu verharren. Die Akademie hatte einen neuen Kommandanten gebraucht, und nur die besten kamen für diese Stelle in Frage. Zweifellos gab es niemanden, der geeigneter war als Picard. Und so hatte der ehemalige Captain der Enterprise die unbekannten Weiten des Weltalls gegen vier einengende Bürowände und einen Schreibtischstuhl eintauschen müssen. Kein Wunder, dass er noch, wenn es irgendwie ging, in die Missionen gerade dieses Schiffes eingebunden werden wollte.
Muldoons Gefühl der Sympathie für diesen bemerkenswerten Mann verstärkte sich. "Danke, Sir", wiederholte er noch einmal, und dabei hielt er Picard seine Hand entgegen. Dieser sah einen Moment darauf hinab, dann schüttelte er sie mit einem offenen Lächeln. "Seien Sie gut zu ihr, und die Enterprise wird Sie nicht im Stich lassen, Captain."
Dann tippte er auf seinen Kommunikator.
"Picard an Sternenflottenakademie - eine Person zum Beamen."
"Verstanden, Admiral."
Ein silbernes Flimmern legte sich daraufhin auf die Gestalt des Rear Admiral, und in einem funkelnden Wirbel löste er sich einen Sekundenbruchteil später in Nichts auf.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aufbruch
Verfasst: Fr 10. Feb 2012, 18:38 
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Irrlicht
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"Sternzeit 60583,0 - Erster Logbucheintrag Captain Muldoon

Nachdem Admiral Picard gestern so freundlich war, mich persönlich auf die Enterprise F zu bringen und mich mit meiner neuen Crew bekannt zu machen, bin ich bereit, meine erste Mission als Kommandant dieses Schiffes anzutreten.
Sie wird uns in den Arachnoidea-Nebel führen, wo wir Botschafter Valerian auf New France abholen werden, um ihn zu einer für die Föderation wichtigen Tagung nach Ceti Alpha zu bringen. Die Enterprise wird dort so lange im Orbit des Planeten bleiben, bis die Tagung vorüber ist und den Botschafter danach zur Erde bringen, wo Föderationspräsident Torak Amadan ihn erwartet. Auf dem Weg in den Arachnoidea-Nebel wird mein Ersten Offizier Commander John Miller zu uns stoßen, welcher sich noch auf Terra Nova befindet. Alle übrigen Offiziere und Crewmen befinden sich seit gestern Abend an Bord der Enterprise.
Ich gehe davon aus, dass wir unsere erste Mission ohne weitere Schwierigkeiten erledigen werden und freue mich darauf, sowohl Crew als auch Schiff im Einsatz kennenzulernen."

Mit diesen Worten beendete Muldoon seinen ersten Eintrag ins Logbuch des Captains und sah einen Moment nachdenklich ins Leere. Dann drehte er sich mit seinem Stuhl um und blickte aus dem Fenster. Die San-Francisco-Flottenwerft, in der die Enterprise F bislang gelegen hatte, wurde langsam kleiner, gleiches galt für die Erde, denn auf Muldoons Befehl hin hatte man den Startvorgang des Schiffs initialisiert. Wenn alles gut ging, würde er in drei Wochen den gleichen Anblick genießen können - bei seiner Rückkehr von Ceti Alpha. 'Was soll schon schief gehen?', ging es ihm durch den Kopf. Die Mission war keine schwierige. Aber er stand nunmehr seit zehn Jahren in dem Rang eines Captains, und ins All flog er seit fast zwanzig Jahren. Und wenn das Leben ihn eines gelehrt hatte, dann, dass man gut daran tat, mit dem Unerwarteten zu rechnen.
Muldoon schüttelte seine Gedanken ab und tippte auf seinen Kommunikator. "Commander MacKinnon, in zwei Minuten Besprechung für alle Führungsoffiziere in der Aussichtslounge. Muldoon Ende."
Mehr gab es nicht zu sagen. MacKinnon war mit Sicherheit erfahren genug, um zu wissen, dass der Captain seinem Stab nun das Missionsziel bekannt geben würde. Muldoon verließ seinen Bereitschaftsraum und begab sich ebenfalls zur Lounge.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aufbruch
Verfasst: Sa 11. Feb 2012, 11:22 
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Irrlicht
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Muldoon sah von seinem Bildschirm auf, als sein neuer Erster Offizier seinen Raum betrat - und diesmal traf das Wort "neu" sogar in zweifacher Weise zu.
Nach Barnes' Eröffnung, Miller stünde zurzeit nicht zur Disposition, hatte Muldoon sich sofort bei der Sternenflotte über Commander Bishop informiert. Viel hatte er jedoch in der knappen Zeitspanne nicht herausfinden können. Außer, dass Bishop Engländer war, dass er von der Akademie im überraschend jungen Alter von sechzehn Jahren aufgenommen worden war, diese mit zwanzig mit Schwerpunkt Wissenschaft abgeschlossen hatte und nun, sechs Jahre später, bereits Commander war. Eine erstaunliche Laufbahn, die man in der Sternenflotte nicht oft fand. Die sicherlich auch für herausragende Leistungen sprach. Aber war diese junge Mann auch in der Lage, Menschen zu führen? So, wie man das von einem Ersten Offizier erwartete? Das galt es herauszufinden.
"Stehen Sie bequem, Commander."
Bishop entspannte sich etwas, aber nicht viel. Es war offensichtlich, dass er nervös war, wenngleich er sich um ein ausdrucksloses Gesicht bemühte. Allein die Art, wie er nun die Hände im Rücken verschränkte, sprach dafür. Aber war diese Nervosität nicht verständlich? Unerwartet zum Ersten Offizier auf dem Flaggschiff der Flotte berufen zu werden, das konnte auch einen älteren, erfahreneren Offizier aus der Bahn werfen. Bishop hatte nicht die Zeit gehabt, sich innerlich auf diesen verantwortungsvollen Posten vorzubereiten. Die Frage war sogar, wollte er diesen Posten überhaupt oder war er nur dem Befehl seines vorgesetzten Offiziers gefolgt, als er auf die Enterprise gebeamt war? Das war für Muldoon die entscheidende Frage. Fachliche Kompetenz schien Bishop genügend mitzubringen, und was die menschlichen betraf, so würde sich das noch zeigen. Was aber seine Einstellung zu seinem neuen Arbeitsplatz betraf, so war Muldoon nicht gewillt, es der Zeit zu überlassen, ihm die Wahrheit zu enthüllen. Das fand er lieber heraus, bevor sie Terra Nova verließen.
"Commander Bishop", begann er also mit ruhiger Stimme, dabei lehnte er sich ins einem Sessel zurück und betrachtete den jungen Mann aufmerksam. "Ich nehme an, Sie sind über Ihre Ernennung zum Ersten Offizier ebenso überrascht wie ich."
Bishop nickte knapp. "Ja, Sir. Das bin ich."
Muldoon nickte ebenfalls. Dann stand er auf und ging mit ebenfalls im Rücken verschränkten Händen zum großen Fenster des Bereitschaftsraumes, durch welches er ins All hinaus sah.
"Ich muss Sie sicher nicht über die Bedeutung Ihres neuen Postens aufklären, Commander ... als Offizier der Sternenflotte wissen Sie natürlich, dass Sie auf diesem Schiff den zweithöchsten Rang bekleiden werden. Aufgrund der vorliegenden Umstände möchte ich es dennoch tun." Das hier würde eines der kürzesten Bewerbungsgespräche werden, die die Sternenflotte je gesehen hatte. Wie jeder andere Captain, so hatte auch Muldoon das Recht, einen Offizier abzulehnen, wenn er ihn für ungeeignet hielt. Vor allem, wenn es sich um seinen Stellvertreter handelte. Den übrigen Führungsstab hatte er vorab anhand der Akten ausführlich prüfen und überdenken können. Bei Bishop war ihm dafür nicht genügend Zeit geblieben.
Muldoon wandte sich wieder zu dem jungen Offizier um und fuhr ernst fort: "Von einem Ersten Offizier wird mehr erwartet als von jedem anderen Offizier an Bord eines Raumschiffes. Manchmal sogar mehr als vom Captain selbst. Er muss die Crew führen, er muss Risiken abwägen und Entscheidungen treffen, und er muss er auch in der Lage sein, seinem Kommandanten zu widersprechen, wenn er es für richtig hält. Mit anderen Worten, er trägt große Verantwortung. Darüber hinaus ...", er machte eine kleine Sprechpause, ehe er mit forschendem Blick fortfuhr, "... muss ein Erster Offizier diese Verantwortung aber auch wollen. Wie steht es mit Ihnen, Commander Bishop? Wollen Sie diesen Posten? - Ich möchte Sie bitten, mir ganz offen zu antworten."

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 Betreff des Beitrags: Re: Aufbruch
Verfasst: Sa 11. Feb 2012, 11:57 
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Irrlicht
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Hätte Bishop mit einem sofortigen "Ja, Sir!" geantwortet oder gar auf seine kurze, steile Karriere bei der Sternenflotte verwiesen, um damit zu begründen, der Beste für diesen Job zu sein, hätte Muldoon ihn wohl abgelehnt. Mit Ja-Sagern und Angebern wollte und konnte er sich nicht umgeben.
Doch Bishop hatte von seinen Selbstzweifeln gesprochen und seiner Unsicherheit - das allein war schon ungewöhnlich für einen Mann seines Alters. Er hatte Muldoon den inneren Konflikt offenbart, den er innerhalb kürzester Zeit hatte austragen müssen und er hatte klar gemacht, dass er diesen Konflikt deshalb überwunden hatte, weil er an sich glaubte. Das zählte für Muldoon mehr als jede Empfehlung der Admiralität. Sicher, Bishop war noch unerfahren, aber er würde lernen. Das jedoch, was niemand lernen konnte - nämlich eine richtige Selbsteinschätzung sowie vernünftiges Selbstvertrauen - brachte er bereits mit sich.
Und so erwiderte Muldoon Bishops Lächeln, als er sich schließlich von seinem Platz löste, den Schreibtisch umrundete und seinem neuen Ersten Offizier die Hand entgegen streckte.
"Willkommen an Bord der Enterprise, Nummer Eins."

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 Betreff des Beitrags: Re: Aufbruch
Verfasst: Sa 11. Feb 2012, 13:08 
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"Kommt sofort, Commander!"
Jerry griff schmunzelnd unter den Tresen und holte eine Flasche alten, schottischen Single Malt Whisky hervor, die bereits zur Hälfte leer war. Geleert von Lieutenant Commander Ian MacKinnon allein, der seit ihrem Aufbruch von der Erde bis auf die letzten beiden Tage täglich in Zehn Vorne vorbei gesehen hatte und damit sozusagen zu einem Stammgast geworden war. Er war ziemlich trinkfest, der Schotte. Und ein geradliniger, authentischer Kerl. Einer, der sagte, was er dachte und der genau das dann auch tat. Das machte ihn Jerry sympathisch. Es gab nicht viele solcher Offiziere in der Sternenflotte. Das schien auch auf die Enterprise zuzutreffen.

Die Enterprise ... da war Jeremiah nun letztlich angekommen, nach einer langen Zeit des Herumvagabundierens durch das Reich der Föderation. Hinter der Theke einer Bar, in der offiziell nur der Replikator die Getränke mixte und die Gerichte kochte. In der sich die Schiffsbesatzung zu einem gepflegten Gespräch traf oder um allein sitzend aus den großen Aussichtsfenstern zu starren. Nicht gerade die Gesellschaft, in der er sich die letzten Jahre aufgehalten hatte. Und genau die Gesellschaft, in der er sich zuvor stets befunden hatte. Wer hätte das gedacht?

Der Whisky plätscherte goldgelb ins Glas und verströmte einen beißend strengen Geruch. Achtundvierzig Prozent Alkohol ... genau achtundvierzig Prozent mehr, als das Synthehol der Sternenflotte hatte und damit eigentlich nicht zum Ausschank auf einem Sternenflottenschiff erlaubt. Weshalb Jerry die Flasche auch gleich wieder unter dem Tresen verschwinden ließ.

"Zum Wohl!" Mit einem kleinen Schmunzeln, das seine Mundwinkel umspielte, stellte er das Glas vor MacKinnon ab. Dann richtete er seinen Blick auf den neuen Gast, der sich neben den Schotten auf den Barhocker setzte - Lieutenant Nechayev. Sie war zwar bisher nur einmal im Zehn Vorne gewesen, aber Jerry hatte ein gutes Namensgedächtnis. Abgesehen davon gab es noch einen anderen, guten Grund, warum ihm der Name nicht wieder entfallen war.
"Lieutenant? Was darf's sein?"
Die blonde Offizierin, die zwar hübsch war, aber auch leicht unterkühlt wirkte, blickte mit empor gezogener Augenbraue auf MacKinnons Glas und erwiderte: "Auf alle Fälle nichts zum Desinfizieren. Ich hätte gerne einen Black Hole."
"Einen Black Hole, Moment."
Diesmal ging Jerry zum Replikator, der sich im hinteren, linken Bereich der Bar befand und orderte dort das gewünschte Getränk. Nur wenige Sekunden später stellte er den aufwändig verzierten Cocktail mit einem Zwinkern vor Nechayev ab.
Die Offizierin reagierte nicht auf ihn. Sie zog das Schirmchen aus dem Getränk und legte es beiseite, dann nahm sie einen Schluck und sprach daraufhin MacKinnon an. "So schlimm, dass Sie schon zu härteren Mitteln greifen müssen?"
Was sie mit "schlimm" meinte, wusste Jerry nicht, und es ging ihn auch nichts an. Dass sie mit "härteren Mitteln" jedoch auf den Alkohol in MacKinnons Glas anspielte, war klar. Nun, sie würde wohl nicht gleich zum Captain laufen und ihren Vorgesetzten verpetzen. Und wenn doch, gut, dann war es eben so.

Zwei neue Gäste betraten das Zehn Vorne und nahmen an einem Tisch in der Nähe des Fensters Platz. Jerry verließ die Theke und ging zu ihnen, um sie nach ihren Wünschen zu fragen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aufbruch
Verfasst: Sa 11. Feb 2012, 15:18 
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Wie wohl jedem Brückenoffizier, so war es auch Sascha nicht entgangen, dass es zwischen MacKinnon und Bishop eine gewisse Unstimmigkeit gab, die unausgesprochen zwischen den beiden in der Luft hing. Sascha hatte sich darüber gewundert, bis sie in einem Gespräch mit Fähnrich Beta erfahren hatte, dass es zwischen Schotten und Engländern bereits seit Jahrhunderten eine gewisse Feindschaft gab, die man früher sogar mit Waffen ausgetragen hatte. Ähnlich wie zwischen den Russen und den Amerikanern. Sascha hatte geglaubt, dass es derartige Befindlichkeiten unter den Erdenbürgern im 24. Jahrhundert nicht mehr gab, aber da hatte sie wohl falsch gelegen.

"Von eingewöhnt kann man wohl noch nicht reden", antwortete sie dem Ersten Offizier auf dessen Frage hin höflich und ignorierte das unangenehme Gefühl, die Neutrale Zone zwischen den beiden Kontrahenten zu sein. "Aber das wird schon noch. Die Enterprise ist ein gutes Schiff. Das beste."
Worte, die aus tiefstem Herzen kamen. Sie hatte sich ordentlich ins Zeug gelegt, um auf diesem Schiff Dienst tun zu dürfen. Sie hatte die Akademie als Jahrgangsbeste abgeschlossen, sie hatte diverse Zusatzausbildungen durchlaufen und acht Jahre lang Erfahrungen auf den renommiertesten Schiffen der Sternenflotte gesammelt. Kurz, sie hatte eine Vorzeigeakte und konnte mit Fug und Recht sagen, dass sie sich den Posten an der Operation Station der Enterprise verdient hatte - und das Beste an der ganzen Sache war, dass sie das alles allein geschafft hatte, ohne die Fürsprache ihrer einflussreichen Mutter. Darauf war Sascha ganz besonders stolz. Jetzt war sie dort, wo sie immer hingewollt hatte. Aber eingewöhnt? Nein, dafür konnte sie ihr Glück noch gar nicht fassen. Die Zeit hatte dazu noch nicht ausgereicht.
"Wie steht es mit Ihnen, Commander?", fragte sie Bishop zurück und musterte ihn dabei neugierig von der Seite. Wie alle, so wusste auch sie natürlich, dass zuerst ein anderer Offizier für den Posten der Nummer Eins vorgesehen war und dass Bishop zweite Wahl war. Was ihn in Saschas Augen nicht schlechter machte - man wurde nicht Erster Offizier auf der Enterprise, wenn man nicht ganz hervorragende Leistungen erbracht hatte. Völlig egal, ob man an erster, zweiter oder dritter Stelle der Besetzungsliste des Ersten Offiziers stand. Doch sie vermutete, dass genau dieser Umstand Bishop zu schaffen machte - ihr selbst hätte es zu schaffen gemacht - und darum vermied sie es, die Angelegenheit auch nur ansatzweise zu erwähnen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Aufbruch
Verfasst: Sa 11. Feb 2012, 18:10 
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Sascha nippte an ihrem Black Hole, ehe sie antwortete.
"Tja, bis jetzt ist der Dienst wie jeder andere. Finden Sie nicht? Es war noch nicht wirklich aufregend. Und die Frage ist, ob es das überhaupt werden wird bei unserer aktuellen Mission. Einen Botschafter von A nach B kutschieren ...", sie verzog das Gesicht und rollte mit den Augen - bis ihr bewusst wurde, dass sie sich gerade beim Stellvertreter des Captains über die Langeweile ihres Auftrags beschwerte. Und das direkt am dritten Tag. Als ob es nicht allein schon aufregend genug wäre, überhaupt zur Crew der Enterprise zu gehören! Die Röte schoss ihr ins Gesicht.
"Verzeihen Sie, Sir ... ich wollte nicht unzufrieden klingen oder abenteuerlustig. Natürlich weiß ich das Glück zu schätzen, das mich auf dieses Schiff gebracht hat und bin froh, dass die Enterprise sich auf einer ruhigen, gefahrlosen Mission befindet."
Aus den Augenwinkeln bekam sie mit, wie der Barkeeper in sich hinein schmunzelte, als er nach MacKinnons leerem Glas griff.
"Noch etwas, Commander?"
Offenbar hatten noch mehr Leute ihren Tritt in den Fettnapf mitbekommen. Ein wirklich guter Start auf diesem Schiff.
"Tja, ich ... ein Bier wäre nicht schlecht", antwortete der Sicherheitschef neben ihr. "Aber ein schottisches!"
Wäre Sascha gerade nicht so betreten, hätte sie sich wohl darüber amüsiert, dass der Lieutenant Commander in Anwesenheit des Ersten Offiziers lieber darauf verzichtete, weiter richtigen Alkohol zu trinken. Oder dass er darauf bestand, ein schottisches Bier zu bekommen. Aber Sascha hatte gerade mehr mit sich und ihrem Fauxpas zu tun. Verlegen griff sie nach ihrem Cocktail und nahm einen Schluck.

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Es war ziemlich beruhigend zu wissen, dass auch ihre vorgesetzten Offiziere über den aktuellen Auftrag nicht in Jubel ausbrachen. Und dass Commander Bishop ihr ihre unbedachte Äußerung nicht übel nahm - eine ausgesprochen gelassene Reaktion für jemanden, der mit Sicherheit jünger war als sie.
Sascha entspannte sich. Und lachte schließlich leise bei Bishops Bemerkung über die langweiligen englischen Teetrinker. Wenn sie eines mochte, dann Selbstironie.
"Nun, Sie sollten froh sein, dass sie aus England stammen und nicht aus Russland, Commander. Denn die Russen sind noch langweiligere Wodka-Trinker!"
"Wodka? Hat hier jemand einen Wodka bestellt?", schaltete der Barkeeper sich mit fragendem Blick dazwischen.
"Nein, nein", Sascha winkte lachend ab. "Da haben Sie nicht richtig gelauscht, Mister."
"Jerry ... oder Jeremiah, ganz wie Sie möchten", korrigierte der Barkeeper sie lächelnd, griff nach ihrer Hand und deutete einen Handkuss an. Verdutzt über diese doch recht altertümliche Geste, die sie bei einem Kerl wie Jeremiah - groß, breitschultrig, mit langen Haaren und rauem Fünf-Tage-Bart - nicht erwartet hätte, reagierte Sascha erst einmal gar nicht. Dann schüttelte sie lächelnd den Kopf. "Also gut ... hallo Jerry."
Ein neuer Gast, der sich an die Theke setzte, forderte die Aufmerksamkeit des Barmanns. Mit einem Zwinkern verabschiedete er sich von Sascha, um den Bolianer nach seinen Wünschen zu fragen.
"Sieh einer an, so viel Manieren hätte ich hier ja gar nicht erwartet", bemerkte sie schmunzelnd, den Blick noch auf Jeremiah geheftet. "Ich meine", schob sie hinterher, als sie sich bewusst wurde, zwischen wem sie saß und dass ihr Kommentar wieder einmal falsch verstanden werden konnte, "... von ihm."
"Lieutenant MaS an Lieutenant Nechayev, könnten Sie bitte in den Maschinenraum kommen? Laut Fähnrich Galwick weisen die Langstreckensensoren eine ungewöhnliche Phasenvarianz auf."
Es gab doch einen Gott! Genau im richtigen Moment befreite die halbklingonische Chefingenieurin der Enterprise sie aus der Peinlichkeit. Und Galwick, der momentan die Schicht an der Operation Station hatte und offenbar die Unstimmigkeit in den Sensoren bemerkt hatte.
"Nechayev hier. Ich komme sofort!", antwortete sie dem Maschinenraum. Und an den Ersten Offizier und den Leiter der Sicherheit gewandt: "Entschuldigen Sie mich, meine Herren. Die Pflicht ruft."
Sie glitt vom Hocker, schenkte MacKinnon und Bishop ein kleines Lächeln und verließ daraufhin aufatmend Zehn Vorne. An ihrer Kommunikation mit ihren Vorgesetzten musste sie noch dringend arbeiten!

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