Skriptorium
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Verfasst: Fr 18. Mai 2012, 10:52 
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Ravens Wolf
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Verdammt lang her, seit wir das letzte Mal an den Glücksjägern geschrieben haben ... viel zu lang für meinen Geschmack!
Aber ich geb's gerne zu, hätte wahrscheinlich noch länger gedauert, wenn mein Baby mich nicht drauf aufmerksam gemacht hätte, dass unsere Story heute Geburtstag hat - genau wie das Schnuckelchen Tionne, eine der beiden Oberhexen hier im Skript (mit dem kleinen, unbedeutenden Unterschied von ein paar Jährchen :wink: ).
Na ja, Mann halt. Kann schließlich nicht alles im Kopf haben.

Also, zum 10. Jubeltag der "Glücksjäger" öffne ich die Tore wieder. Und die Story geht weiter.
Mal sehen, was für'n Chaos diesmal auf uns wartet.

Korben :naughty:

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Verfasst: Fr 18. Mai 2012, 10:58 
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Ravens Wolf
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Kanada, Hütte. Neun Monate später …



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Heiligabend. Alles brennt.
Alles, was brennen soll, versteht sich. Der große, grüne Weihnachtsbaum in der Ecke zwischen Kamin und Fenster zum Beispiel, den neben vielen kleinen echten Kerzen nur noch Strohsterne schmücken. Der Kamin selbst auch, in dem es flackert und knistert. Und dann die großen, gelben Bienenwachskerzen auf dem Fensterbrett, dem Esstisch und dem niedrigen Couchtisch, deren süßer Honigduft sich sanft mit dem aromatischen des brennenden Buchenholzes mischt.
Der ganze Raum erstrahlt golden – ein wunderschöner Anblick, ganz besonders vor der dunklen Nacht hinter den Fensterscheiben und den dicken Schneeflocken, die sanft davor zu Boden fallen. Korben kann sich nicht daran erinnern, Weihnachten jemals so festlich begangen zu haben wie diesmal. Nicht einmal in seiner Kindheit.
Wow! ’Ne ziemlich feine Hütte hast du da gezaubert, Junge!
Kann man wirklich sagen.
Aber er hat sich auch Mühe gegeben! Hat am Morgen aufgeräumt, Staub gewischt und Socken an den Kamin gehängt. Hat dann den Holzboden geschrubbt, die Fenster geputzt und im Schuppen die dicken Webteppichläufer ausgeklopft. Nachdem er die wieder da platziert hat, wo sie seiner Meinung nach hingehören und den übrigen Holzboden mit frischen, duftenden Tannenspitzen bedeckt hat, hat er sich an den Esstisch gesetzt und gebastelt.
Kastanientierchen.
Eine Menge Kastanientierchen.
Inzwischen bevölkern Kastanientierchenherden den Kaminsims, den Couchtisch, den Esstisch und die Fensterbänke. Ein paar sind auch auf der Treppe zum Obergeschoss gelandet. Die hat Korben woanders beim besten Willen einfach nicht mehr unterbringen können.
Sein Baby hat währenddessen zweimal das süße Näschen in den Wohnraum gesteckt und über sein Tun gegrinst.
Breit gegrinst!
Muss die Vorfreude gewesen sein. Kann unmöglich an seinem karierten Taschentuch gelegen haben, das Korben sich vor dem Putzen als Kopftuch um den Kopf gebunden hat. Oder an ihren Plüschpuschen, die er sich ausgeliehen hat, um auf dem frisch geputzten, aber saukalten Fußboden keine Eisbeine zu kriegen.
Wie auch immer, auf jeden Fall hat Korben seine Kleine beide Male wieder weggescheucht. Zuschauer kann er keine gebrauchen. Schon gar keine Zuschauer mit kugelrunden Babybäuchen, die sich weder bücken noch strecken noch irgendwas tragen oder ihm sonstwie hilfreich sein können und die im Bett sowieso besser aufgehoben wären. Oder in der Küche. Weshalb Raven nach dem ersten Mal wieder im Schlafzimmer verschwunden ist und nach dem zweiten Mal in besagtem Kochbereich.
Vernünftiges Mädel.
Wenigstens hin und wieder.
Obwohl die Vernunft bei ihr mit zunehmender Schwangerschaft schon irgendwie abgenommen hat. Findet er zumindest.
Allein schon das Ding vom Sommer, wo sie an einem anscheinend viel zu heißen Abend auf die verrückte Idee gekommen ist, das Kind doch lieber in der Hütte zur Welt zu bringen statt auf der Independence! Weitab von jeder Zivilisation, jeder Sicherheit!!! Völliger Wahnsinn in Korbens Augen! Aber mal wieder typisch für sein launisches Babylein, das ihn mit seinen verrückten Ideen schon seit jeher auf die Palme gebracht hat.
Hat ordentlich Zoff gegeben an diesem Sommerabend! So ordentlich, dass sie die Nacht Rücken an Rücken geschlafen haben, statt Löffelchen zu liegen. Und er hat am nächsten Morgen nur deshalb sein Ja und Amen zu dieser Sache gegeben, weil Parrish ihm in einem kurzen Gespräch über das kleine, mobile Com-Terminal zugesagt hat, die Independence mindestens schon zwei Monate vor Wurftermin wieder in den Erdorbit zu bringen und Raven ihm daraufhin versprochen hat, bei der ersten Wehe sofort Doc Browning zu kontaktieren.
Tja, so läuft der Hase im Hause Dallas. Ist ja wohl klar, wer hier die Hosen an hat!
Apropos Hase …
Sein ironisch-amüsierter Gedanke bringt Korben ins Hier und Jetzt zurück und zieht alle seine Sinne in Richtung Küche, aus der ein appetitlicher Duft nach gebratenem Kaninchen dringt.
Korben schnuppert. Dann schmunzelt er. Einige plüschige Schritte später drückt er vorsichtig die Küchentür auf und späht in Richtung Herd.
Da steht sein Baby. Mit hochgestecktem Haar, kariertem Hemd, Bluejeans und dicken Socken an den Füßen. Und was tut es da? Summt vor sich hin und rührt dabei selig in einem Topf herum. Korben weiß gerade nicht, was appetitlicher ist – die schnuckelige Köchin oder das Essen, das ihm um die Nase weht.
Sein Magen knurrt leise. Spricht doch für das Essen, oder?
Korbens Schmunzeln wird breiter, der Türspalt auch.
Geräuschlos schiebt er sich in die Küche hinein, und ebenso geräuschlos schleicht er sich an. Dicht hinter sie, aber nicht so dicht, dass er sie berühren würde.
Sein Blick fällt auf Ravens Nacken. Verführerisch, wie er da so bloß und schutzlos vor ihm liegt. Verführerisch, wie sich ein paar kürzere Strähnen aus ihrer Hochsteckfrisur gelöst haben und sich nun feucht an ihrer Haut ringeln.
Korben ist nahe dran, leise aufzuseufzen. Aber er lässt es. Ist schließlich geübt im Anschleichen, und bei sowas gibt man keinen Laut. Auch keinen sehnsüchtigen.
Er löst seinen Blick von ihrem Hals – wenn auch schweren Herzens – und sieht ihr stattdessen über die Schulter. Immer noch unbemerkt von ihr. Meint er zumindest. Aber damit liegt er falsch.
„Wenn du glaubst, ich hätte nicht mitbekommen, dass du hinter mir stehst, hast du dich aber geschnitten, mein Lieber!“ Er kann ihr Grinsen nicht sehen, aber hören. „So, wie du reingepoltert bist!“
Mist!
„Ich? … Reingepoltert???“, schnaubt er entrüstet. „Wie könnte ich mit sowas poltern?“
Sein Finger zeigt demonstrativ auf die Puschen an seinen Füßen. Raven schenkt dem keine Beachtung, aber Korben ist sich sicher, dass sie genau weiß, was er meint.
„Ich hätte wohl besser ‚reingeknurrt’ sagen sollen“, flötet sie weiter, dabei nimmt sie den Löffel aus dem Topf und hebt ihn an ihre Lippen, um zu probieren. „Vielleicht solltest du beim nächsten Mal ein Butterbrot essen, bevor du Anschleichen übst.“
„Vielleicht solltest du nicht so leckere Sachen kochen, Baby. Dann würde sich das Problem nämlich gar nicht erst stellen.“
Schmunzelnd legt Korben seine Hand um Ravens und zieht ihr den Löffel von den Lippen, um selbst zu probieren.
„Mmmh …! Vergiss, was ich gerade gesagt habe. Koch bloß weiter so! Das schmeckt sa-gen-haft!“
Rotweinsauce mit einer Crème-Fraîche-Note und einem Hauch von Rosmarin … das ist es, was Korben gerade auf der Zunge zergeht. Prompt knurrt sein Magen lauter.
„Das schreit nach ’nem Nachschlag! Darf man nochmal?“
Hungrig linst er in den Topf, in dem es dunkel und sämig vor sich hinblubbert.
„Man darf die Küche jetzt verlassen!“, lautet die kategorische Antwort, die Korben eigentlich nicht hat hören wollen.
„Ach komm schon! Noch einmal …!“
Mit einem leisen Lachen taucht Raven den Löffel wieder in die Sauce, bläst danach sanft darüber und lässt ihn noch einmal probieren. Die Sauce landet in Korbens Mund, ein kleiner Kuss daraufhin auf Ravens Lippen, aber als Korben sich danach vor den Ofen hockt und mit einem „Wollen doch jetzt mal sehen, was Meister Lampe so macht“ Anstalten macht, die Ofentür zu öffnen, ist es vorbei mit Frauchens Geduld.
„Abmarsch!“
Der Tonfall ist eindeutig, der Spruch sowieso, und das Bein, das sie energisch zwischen Hasen und hungrigen Wolf schiebt, erst recht.
Jetzt ist es an Korben, leise zu lachen. Verspielt kneift er ihr in den Schenkel, dann richtet er sich wieder auf und sieht ihr verschmitzt in die blauen Augen. Dann auf die süße Nase, auf der sich ein paar kleine Schweißperlen gebildet haben – ist aber auch verdammt warm hier!
„Geht es dir gut, hm? Euch beiden?“, fragt er leise. Dabei legt er eine Hand um ihre Hüfte und zieht sie zärtlich zu sich.
„Ja“, kommt es ebenso leise von ihr zurück, und genauso zärtlich legt sie ihre freie Hand an seine raue Wange und streichelt sie sanft. „Mach dir keine Gedanken. Es ist alles in Ordnung. Der kleine Wolf will heute noch nicht raus.“
Korbens andere Hand legt sich auf Ravens Kullerbauch – vertraute Geste, weil er das jetzt schon seit fast neun Monaten Tag und Nacht macht. Und tatsächlich … alles still da drinnen!
„Okay“, murmelt er beruhigt. „Aber wenn sich was ändern sollte … wenn du nur das kleinste Anzeichen verspüren solltest … Baby!!“
Sein Blick wird eindringlich und bittend. Ihrer weich und besänftigend.
„Ich verspreche es dir, Korben …“
Korben … seinen Vornamen benutzt sie nur, wenn es ihr wirklich ernst ist. Es beruhigt ihn.
„Okay.“
Dann küsst er sie. Sanft, lange, mit all seiner Liebe. Und murmelt lächelnd, als er sich irgendwann nach Stunden wieder von ihr löst: „Und es wird doch ’ne kleine Katze. Du wirst schon sehen, Mrs. Dallas!“
Damit lässt er ganz ab von ihr und schlurft tief durchatmend aus der Küche hinaus. Sein Magen knurrt schon wieder, aber das ignoriert er jetzt. Höchste Zeit, die Weihnachtsgeschenke zu holen und unter den Baum zu legen!

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Verfasst: Mo 21. Mai 2012, 18:53 
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Ravens Wolf
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War ja mal wieder klar!
Geplant war ein kleines, schnuckeliges Weihnachtsfest mit Baum, Braten, Geschenken und Kastanientierchen. Alles schön in Ruhe. Stimmungsvoller Schneefall draußen, romantisch flackerndes Kaminfeuer drinnen und vor dem Feuer, auf dem kuscheligen Fell, ein dicker, nackter Kugelbauch, den er getätschelt hätte. Ganz sanft, während seine andere Hand ... andere Dinge getan hätte. Bischen plaudern, bischen lieben, lecker Weinchen dabei - wenigstens für Korben. So war der Plan.
Aber wie sieht die Wirklichkeit aus? Mal wieder völlig anders!
Das einzige, was so gekommen ist, wie er sich das vorgestellt hat, ist der dicke, nackte Kugelbauch vor dem Kaminfeuer. Allerdings erbebt der jetzt nicht sachte unter lustvollen Empfindungen, er wird geradezu erschüttert von der Wucht der Wehen, die durch Ravens Leib krampfen.
"Kooorben", stöhnt sie herzzereißend.
"Bin ja da, bin ja da", murmelt er gepresst, dabei versucht er seiner Stimme einen beruhigenden Klang zu geben. Gar nicht so leicht, wenn man bedenkt, dass die Umstände ihn gerade zu dem Job verdonnert haben, den eigentlich Doc Browning hätte machen sollen.

"Ach komm schon, mein Wolf ... stell dich nicht so an. Was soll schon schief gehen? Wir können die Independence doch jederzeit kontaktieren. Und schwups! Beamen sie uns auf die Krankenstation, und der Doc kann den kleinen Wolf holen. Da kann gar nichts passieren."
"Es kann immer was passieren. Du müsstest das am besten wissen, Baby."
"Aber doch nicht
hier. Hey, wir sind hier nicht auf Dark Cavern, wir sind hier auf der Erde. In Kanada. In den Bergen, ganz allein. Niemand ist mehr hinter uns her, wir sind hier völlig sicher! ... Gib dir einen Ruck, okay? Du kannst ja, wenn es dich beruhigt, die ganze Zeit über dein Comlink am Körper tragen! ... Komm schon, mein Wolf. Es würde mir so viel bedeuten, den Kleinen hier zur Welt zu bringen. In deiner Hütte ... in unserer Hütte. In unserem Zuhause."

Ravens letzte Worte haben den Ausschlag gegeben. "Unser Zuhause" ... sie hat nie ein Zuhause gehabt, das hat er gewusst. Und es ist ihm klar gewesen, dass sie diese kleine, im Vergleich zum Wohnungsstandard des 24. Jahrhunderts primitiv eingerichtete Hütte nun als ihres betrachtet. Und für ihn selbst ist es das in den letzten Monaten ja auch irgendwie geworden. Dank Raven, dank ihrer abgeschiedenen Zweisamkeit.
Das Comlink hat er in der Tat in den vergangenen Wochen am Körper getragen. Und nachts unters Kopfkissen gelegt. Und weil es seinem Baby so wichtig gewesen ist, hat er sich schließlich selbst eingeredet, es wäre völlig okay, bis zur Geburt hier zu bleiben. Die kleine, zweifelnde Stimme, die mit ihren ständigen "Aber-was-ist-wenn"s und "Es-kann-doch-aber-sein-dass"s nervtötend an seiner Entschlossenheit geknabbert hat, hat er ignoriert.
'Und jetzt kriegst du die Quittung dafür.'

In dem Moment, in dem der Strom sich mit einem lauten Knall verabschiedet hat, ist es auch schon losgegangen. Wehenalarm bei seinem Baby ... und ein totes, ab-so-lut totes Comlink, das nicht mal das geringste Signal hat herein holen wollen. Dabei hat die Energiezelle desselben durchaus noch funktioniert. Wohl das einzige Teil in der Hütte - neben dem mobilen Com-Terminal und Korben selbst - das noch unter Strom gestanden hat.
Mit dem Com-Terminal hat er es im Anschluss daran versucht. Ebenfalls erfolglos. Kein Kontakt zur Independence möglich, aus welchem blöden Grund auch immer. Nicht mal eine Subraumnachricht hat er abschicken können. Ständig hat ihm das Terminal erzählt, dass "Keine Verbindung zum Satelliten" bestünde. Dass er "offline" wäre. Also hat er das mit der Subraumnachricht auch geknickt. Aber was hätte es auch schon gebracht, wenn Doc Browning irgendwann nachträglich gelesen hätte, dass er vor zwei Tagen zur Entbindung gebraucht worden wäre?
Ravens Stöhnen und Zusammensacken auf dem Essstuhl haben Korben schließlich die Lust auf weitere, fruchtlose Telefonanrufe genommen und ihm klar gemacht, dass sein Einsatz jetzt anderweitig gefragt ist.
Erst einmal hat er sein keuchendes Baby plus wertvolle Fracht vom Stuhl hochgehoben und vor dem Kamin auf dem Grizzly-Fell platziert, und das aus zwei Gründen: Zum einen haben Mama und Kind es da gemütlicher und er zum zweiten mehr Licht. Dann ist er in die Küche gestürzt, um Handtücher zu holen und Wasser abzukochen. Letzteres hat sich ohne Strom aber als verdammt schwierig herausgestellt. Also erst einmal nur die Handtücher. Mit denen ist er zu seinem Baby zurück, und dort hat er sich ans Vorbereiten gemacht. Sprich, Raven ein Kissen unter den Kopf gelegt und sie unten herum ausgezogen, die Handtücher zwischen ihren Beinen bereit gelegt und dabei mit rauer Stimme beruhigend auf sie eingesprochen.
'Wasser ...', ist es ihm währenddessen ständig durch den Kopf gegangen, '... wie zum Teufel koch ich Wasser ab?'
Ein Knacken im Feuer ist es gewesen, das ihm einen Geistesblitz beschert hat.
'Du bist vielleicht ein Genie, Dallas! - Die Babies sind auch vor Erfindung des Stroms zur Welt gekommen! Und wie hat man da Wasser abgekocht?'

Wenige Wehen später blubbert ein Topf mit Wasser im Kamin, und darin schwimmen Messer und Schere.
Effektiv.
Und umständlich.
Hätte Korben nur ein paar Sekunden lang in Ruhe nachdenken können, wäre ihm klar geworden, dass das Sterilisieren mit dem Medikit wesentlich schneller und einfacher vonstatten gegangen wäre. Desinfektionsspray aus der Flasche kurz auf die Klingen gesprüht, und fertig wäre er gewesen. Hätte seinem Baby auch was gegen die Schmerzen geben können, denn entsprechend vorbereitete Hyposprays sind in jedem Medikit zu finden. Hätte sie darüber hinaus auch mit einem medizinischen Tricorder scannen können - nicht, dass er besonders viel Ahnung davon hätte, aber Puls und Blutdruck seiner beiden Patienten hätte er doch wenigstens ablesen können.
Aber Korben hat eben keine paar Sekunden in Ruhe nachdenken können. Ravens Stöhnen, hin und wieder von Flüchen und Flehen unterbrochen, haben ihn auf Trab gehalten, und seine Sorge um sie und das Kind sowieso. Weshalb ihm das Medikit nicht einen Moment lang in den Sinn gekommen ist. Dafür aber offenbar ein paar schlechte Filme, die er früher gesehen hat und in denen man bei Geburten immer Wasser abgekocht hat.
Steril ist steril. Egal.
Mit einer Zange, deren Spitze ebenfalls eine Zeitlang im kochenden Wasser gelegen hat, fischt er seine Hebammenutensilien schließlich aus dem Wasser und legt sie auf ein sauberes Handtuch.
Als wäre das der Startschuss, legt Raven richtig los.
"KOOOOOOOOOORBEEEEEEEEEEN!!!!"
Ein inbrünstiger Schrei, der Korbens Adrenalin überschwappen lässt!
"HIER! HIER!", versichert er laut und überflüssigerweise, dabei greift er nach Ravens Hand, drückt sie und legt seine andere auf ihren schweißnassen Bauch. Bis er begreift, dass er in genau diesem Augenblick weiter unten gebraucht wird! Denn zwischen den weit gespreizten Beinen seiner Frau sieht er plötzlich etwas schwarzes, rundes, schleimiges ... das Köpfchen der kleinen Katze, das sich energisch seinen Weg durch Mamas Schoß bahnt.
"Ha!", lacht Korben laut auf und legt beide Hände darunter, um das Paketchen in Empfang zu nehmen, das da gerade zugestellt wird.
"OH GOOOOOOOOOOOOOOOOOOTT! ... VERDAMMT, VERDAMMT, VERDAMMT!!!"
"Pressen, Baby!! Pressen!!!!"
"Ich PRESS JA, VERDAMMT!!!!!"
Das Köpfchen ist durch, die Schultern bleiben noch einen Moment stecken ... aber dann flutscht der kleine, neue Erdenbürger heraus und Korben geradewegs in die Hände.
"HA!!!", ruft er wieder, strahlt übers ganze Gesicht und hebt sein Kind in die Höhe. Weit kommt er wegen der Nabelschnur jedoch nicht. "Ach ja ...", lacht er auf und schüttelt über sich selbst den Kopf. Die flutschige, kleine Last kurz wieder zwischen den Schenkeln abgelegt, durchtrennt er die Nabelschnur und bindet sie, weil er erst jetzt bemerkt, dass er vergessen hat, ein Stück andere Schnur bereit zu legen, mit seiner Lederkette ab. Dann wischt er seinem Nachwuchs mit einem Handtuchzipfel den Schleim aus Nase und Mund, hebt das kleine Portiönchen wieder an, mustert es einen Moment liebevoll und legt es der Mama dann auf den gar nicht mehr so dicken Bauch.
"Herzlichen Glückwunsch, Mrs. Dallas", raunt er daraufhin mit dem breitesten Lächeln, das er drauf hat und küsst seine Frau auf den atemlosen Mund. "Sie haben gerade eine kleine Katze zur Welt gebracht."

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Verfasst: Di 22. Mai 2012, 16:20 
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Ravens Wolf
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Eben war er noch im siebten Himmel. Jetzt muss er sich beherrschen, um Collins nicht eine zu donnern!
"Ab in die Starfighter? - Sag mal, du hast wohl nicht alle Nadeln an der Tanne!!"
Korben schäumt. Seine Kleine liegt da, völlig verschwitzt und erledigt, mit der halben Nachgeburt zwischen ihren immer noch weit geöffneten Schenkeln, die kleine Katze auf ihr drauf, alle Viere platt von sich gestreckt, blutig, schleimig, hungrig, und Collins sagt "Pack deine Frau und euer Baby warm ein, und dann raus mit euch und in die Starfighter"????
"Klemm dir deine Vorschläge, wenn du keine besseren hast, Junge!"
Korben zieht eine gefaltete Decke vom Sofa, geht neben Mama und Kind in die Hocke und breitet sie über den beiden aus. Ravens Beine lässt er aber erst einmal frei, weil die Nachgeburt noch nicht völlig herausgeflutscht ist.
"Korben ...", ihre Stimme ist heiser, ihre Augen von Furcht erfüllt - seltener Anblick bei seiner Kleinen, "... meinst du nicht, dass wir doch ..."
"Nein, meine ich nicht!" Er hat sich entschlossen. Die drei Schritte von der Hüttentür bis zur Starfighter allein wären schon der blanke Wahnsinn bei dieser Kälte und dem Sturm. Dafür ist Raven zu geschwächt und zu verschwitzt - von der Kleinen ganz zu schweigen. Sich dann aber auch noch in ein Raumschiff zu setzen, wenn man weiß, dass ein heftiger Sturm sie treffen wird ... und dann auch noch ohne Doc!! Früher hat Korben ja schon mal des Öfteren zu haarsträubenden Wahnsinnsaktionen geneigt. Aber die Zeiten sind vorbei. Jetzt ist er ein Daddy, und er hat verdammt noch mal vor, diesen Job gut zu machen! Collins und sein bekloppter Söldnerplan haben null Chance!
"Joce!", Korbens Stimme duldet keinen Widerspruch, als er sich an Schakal wendet. "Im Hangar der Starfighter liegen mobile Deflektorschildemitter. Hinterer Bereich, musst dafür die Wandabdeckung öffnen. Hol drei heraus und stell sie im Dreieck um die Hütte auf! Treib sie tief in den Schnee, dann kann der Sturm ihnen nichts anhaben!"
Was sie jetzt brauchen, ist ein funktionierender Schutzschild, der die gesamte Hütte abdeckt. Mit den Emittern ist das machbar, wenn auch kein Zuckerschlecken bei diesem Scheißwetter. Aber wenn einer hart im Nehmen ist, dann Schakal. Korben weiß das nur allzu gut.
"Collins, du organisierst uns Iso-Decken, medizinische Ausrüstung und Notrationen aus dem Schiff!"
Die Speisekammer ist zwar voll, aber man weiß ja nie. Außerdem, wenn es hart auf hart kommt und sie in den Keller müssen, lassen sich Notrationen schneller hinunter schaffen und halten länger als alles, was die Speisekammer her gibt.
"Und wenn das erledigt ist, dann dürft ihr euch entweder eingeladen fühlen, uns hier weiter Gesellschaft zu leisten oder euch wieder verziehen."
Kein freundlicher Spruch, schon klar. Aber nach Freundlichkeit steht Korben der Sinn auch gerade nicht. Er hockt sich wieder neben Mama und Kind, wickelt die Nachgeburt in das darunter liegende Handtuch ein und schiebt sie erst einmal beiseite - um die Entsorgung kümmert er sich später. Dann beginnt er Raven vorsichtig zwischen den Beinen zu waschen.
'Warm einwickeln und dann in die Starfighter ... also echt!'

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Verfasst: So 8. Jul 2012, 12:21 
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Ravens Wolf
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Korben kann ihm sagen, was passiert ist - er ist gerade Daddy geworden, verdammt! Was denn sonst?
Jeden weiteren Gedanken wischt er erst einmal beiseite. Irgendwas sagt ihm ja - siebter Sinn, oder so - dass da noch mehr sein muss. Collins hat bei seinem Spruch gerade so ein megaernstes Gesicht gemacht. Aber das ist jetzt Nebensache.

Die hölzernen Schlagläden vor den Fenstern zieht er erst mal zu, Collins ebenfalls. Ein starker, kalter Wind fegt dabei in die Hütte und pustet alle Kerzen aus. Lediglich das Kaminfeuer, das sich kurzzeitig duckt, spendet weiter Licht. Als die Läden dicht sind, verschwindet Korben in der Abstellkammer und kehrt mit Werkzeug zurück. Dann macht er sich daran, das Mobiliar zu Kleinholz zu schlagen, denn nur auf die Läden allein will er sich nicht verlassen.
"Los, pack mal mit an!", fordert er Collins auf, dabei deutet er auf den Wohnzimmertisch. Fünf Sekunden später hat der keine Beine mehr - der Tisch jetzt - und sich in der Mitte halbiert. Korben schnappt sich eine Hälfte, dazu Hammer und lange Nägel und macht sich daran, eines der Fenster auch von innen zu sichern. Collins nimmt sich das andere vor, und die Hämmerschläge dröhnen stereo durch die Hütte. Jocey kümmert sich derweil um Mama und Kind.
Eine Viertelstunde später ist die Arbeit erledigt - Fenster im ersten Stock und Hüttentür inklusive. Korben wirft den Hammer in den Werkzeugkasten urück und deutet Collins mit einem Wink an, ihm bei der schweren, massiven Ahornkommode zu helfen. Die schieben die zwei daraufhin als zusätzliche Sicherheit vor die Tür.
"Okay ... auch wenn's jetzt ungemütlich wird, aber das Kaminfeuer müssen wir löschen."
Fehlt nämlich noch, dass Funken durch die Gegend fliegen, sollte der Sturm die Fenster doch aufreißen und dann alles in Brand setzen.
Erst mal protestiert keiner - nicht mal Raven, was echt was heißen will. Aber dann reißt die kleine Katze das Mäulchen auf und quäkt herum.
'Ist klar', denkt Korben mit einem trockenen Schmunzeln, 'müssen die Gene sein.'
Womit er natürlich die Mama-Gene meint.
Collins kippt Wasser auf die Flammen, was einen immensen Qualm verursacht, aber eine bessere Möglichkeit, um das Feuer schnell zu löschen, haben sie nicht. Und es muss schließlich schnell gehen.
Korben kniet sich neben seinen beiden frisch angezogenen Frauen nieder und streichelt erst Raven sanft über die Wange, dann berührt er die kleine Hand seines Babies, die sich prompt um seinen Finger schließt. Mit einer Kraft, die Korben überrascht.
"Hör zu ... wir sollten in den Keller gehen. So oder so."
Die Worte gelten natürlich nicht seinem kleinen Baby, sondern seinem großen. Und als ob der Sturm seinen Vorschlag noch unterstützen wollte, heult der Wind noch ein paar Dezibel lauter um die Hütte als bisher.
"Ist scheiße unbequem, ich weiß. Ist aber auch sicherer. Hm? Was meinst du?"

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Verfasst: So 8. Jul 2012, 13:38 
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Ravens Wolf
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Ist schon ein unglaublich bewegender Anblick, das kleine Babylein an Ravens Brust. Trotz der miesen Situation, in der sie sich gerade befinden, kann Korben nicht anders als dahinzuschmelzen, während er zusieht, wie das kleine Wesen, das Raven und er produziert haben, mit geschlossenen Augen selig an der milchigen Brustspitze zutschelt.
Gibt's eigentlich was Niedlicheres als das?
Das Gespräch über den Namen der Kleinen und welchen Patenonkel es bekommen soll, reißt Korben jedoch aus seiner gefühlsduseligen Versunkenheit.
Zaman? Gazul??
Hätte er jetzt nicht gedacht, dass der Assassine noch in Ravens Gehirn herumspukt. Und das offenbar so intensiv, dass sie ihrem Baby direkt seinen Stempel aufdrücken will. Nichts gegen Gazul ... ist schon okay, der Junge. Ziemlich sympathisch, wenn man den Erstkontakt mit ihm überlebt und seine finster zur Schau getragene Miene erst mal durchschaut hat. Zuverlässig. Konsequent. Keiner, der viele Worte macht, sondern durch Taten sprechen lässt.
Allerdings auch keiner, mit dem Korben unbedingt sein Feierabendbier trinken wollen würde.
Und den soll er jetzt quasi in die Familie aufnehmen? Weil er Raven mal erzählt hat, dass er, Korben, ihr Schicksal sein würde? Hätte er seinem Baby auch erzählen können, war doch von Anfang an klar, oder?
Misstrauisch mustert Korben seine Frau. John als Patenonkel wäre ihm definitiv lieber gewesen.
"Gazul, hm? ... Nett."
Das ist alles, was er dazu sagt. Erst mal. Der Sturm und der Schild, der jetzt keiner mehr ist, lenken ihn kurzzeitig ab, und er fragt sich, ob es wirklich eine so gute Entscheidung gewesen ist, sich im Keller zu verkriechen, statt Mama und Baby in die Starfighter zu bringen. Doch bis auf das Rappeln und Heulen passiert nichts weiter, und er richtet seine Aufmerksamkeit wieder auf seine kleine Familie. Speziell auf seine Tochter, und erneut legt sich Zärtlichkeit in seinen Blick. Korben lächelt. Streichelt das Bäckchen der Kleinen wieder und murmelt: "Hey, Zammylein. Ich bin dein Daddy."
Zammylein interessiert das für den Moment überhaupt nicht. Sie zutschelt selig weiter, allerdings mit nachlassendem Eifer, denn anscheinend macht Trinken müde. Wenige Züge später hört sie auf damit und ist eingeschlafen. Mit offenem Mündchen an der nassen Brustspitze, aus dem ein kleiner Rinnsal Milch läuft. Korben grinst.
"Du kleine Verschwenderin! Dein Papa muss dir wohl mal zeigen, wie das mit Trinken richtig geht."
"Ja, da lernt sie direkt vom Richtigen", kommt der lakonische Kommentar von Collins, der gerade dabei ist, die Vorräte zu inspizieren und genau in diesem Augenblick die Ecke mit den Bierdosen entdeckt. Er greift nach einer und wirft sie Korben zu, eine weitere öffnet er und nimmt direkt einen Schluck.
"Mann ... ist 'ne Weile her. Kein Vergleich zu dem replizierten Scheiß!"
Korben öffnet seine Dose ebenfalls. Es klickt, es zischt.
"Willkommen im Hotel Dallas!"
Schmunzelnd hebt er die Dose und nimmt einen Schluck.
Das ist der Moment, wo die Kellertür krachend die Treppe hinuntergeflogen kommt.

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Verfasst: Fr 27. Jul 2012, 21:14 
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Ravens Wolf
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Alles geht gerade irgendwie den Bach runter. Die Hütte, der Heiligabend sowieso, und jetzt anscheinend auch noch Jocey, die unter dem Ansturm der Blitze wankt, als hätte sie mit zehn Klingonen um die Wette gesoffen.
Korben packt mit an. Ohne nachzudenken, Gehirn abgeschaltet, Instinkte dafür an. Wie immer, wenn's brenzlig wird. Seine Hände schließen sich um den Emitter, direkt unter Joceys. Tanzt auf und ab wie ein Presslufthammer, das Teil. Und glüht wie Ofenrohr.
Verdammte Blitze! Wo die nur herkommen? - Ist doch kein normaler Sturm da oben!
Krachen, Splittern, Heulen ... und irgendwo darunter das laute Schreien seiner Tochter. Kein Wunder, muss panische Angst haben, die Kleine! Kaum geboren und schon mit den harten Fakten des Lebens konfrontiert.
'Passt, Dallas! Definitiv dein Kind!'
Er wirft einen kurzen Blick über seine Schulter. Sieht nicht viel, da Mama und Kind unter der Isodecke begraben sind, ist sich aber sicher, dass Raven Zaman an sich drückt und beruhigend auf sie einredet. Ein neuer Blitz kracht gegen den Schutzschild. Hätte sie gebraten, wenn Joce nicht an den Emitter gedacht hätte. Restentladungen laufen durch Korbens Körper, brennen in seinen Adern, bringen seine Muskeln zum Zucken, richten jedes Körperhaar auf. Korbens Zähne knirschen, als er sie fest zusammenbeißt. Der Emitter hüpft immer noch auf und ab.
So geht es noch eine ganze Weile. Aber endlich, irgendwann - nach gefühlten drei bis fünf Stunden oder so - lässt der Ansturm nach. Die Blitze verziehen sich, das Krachen hört auf. Noch ein paar Minuten, und es ist vorbei.
"Hölle nochmal!"
Seine Kiefermuskeln schmerzen. Das merkt Korben erst, als er den Mund aufmacht und diese beiden Worte hervorpresst. Er lässt den Emitter los, Jocey ebenfalls, und das heiße Ding fällt klirrend zu Boden. Korbens Blick schweift umher - der Keller ist ein Trümmerhaufen. Regale umgekippt und in Trümmern und oben an der Treppe ein gähnendes Loch. Da, wo vorher die Kellertür gewesen ist.
Korben schüttelt den Kopf, fassungslos. Dann dreht er sich zu Raven um, die sich gerade die Decke vom Kopf zieht.
"Alles klar bei euch?"
Er kniet sich neben seine beiden Frauen und mustert sie besorgt. Raven nickt kaum merklich, noch sichtlich geschafft von alldem.
"Hey, Zammy ...", leiser, beruhigender Tonfall, "... es ist vorbei. Hörst du, Kleine? Es ist vorbei."
Sachte fährt er mit seinem Zeigefinger über die weiche, runde Backe seiner Tochter. Erst jetzt wird ihm bewusst, in welcher Gefahr sie sich gerade befunden haben und was alles hätte passieren können. Er hätte sie beide verlieren können. Raven, Zaman ...
Die Vorstellung dreht ihm den Magen um. Lässt ihn Galle schmecken.
"Es tut mir leid", seine Stimme klingt rau, brüchig. Dunkel sieht er Raven an. "Collins und Joce haben Recht gehabt. Wir hätten auf die Starfighter gehen müssen. Du ... ihr hättet ... sterben können."
Er hat ja keine Ahnung gehabt, was sie heute hat erwarten sollen! Ein Sturm ... ein Sturm? Das war verdammt noch mal kein Sturm! Das war die Apokalypse! Die Hölle auf Erden! Der Weltuntergang!

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Verfasst: Fr 27. Jul 2012, 22:06 
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Ravens Wolf
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Die Tränen in den Augen seiner Katze verknoten Korben den Magen. Er legt einen Arm um sie, zieht sie samt Baby an sich und küsst sie auf die Haare.
"Mir geht's gut, mach dir keine Gedanken."
Das bisschen Brennen an seinen Handflächen, das bisschen Muskelkater in jedem seiner Glieder, das bisschen Gänsehaut, die ihn seit dem Stromfluss durch seinen Körper seltsam frieren lässt ... was bedeutet das schon? Seine beiden Mädels hätten tot sein können, er und die anderen auch. Aber sie sind es nicht, und von jetzt an wird wieder alles gut!
"Ich liebe dich. Euch!", murmelte er weiter, sein Gesicht in Ravens Haar gedrückt. Collins zerstört den zärtlichen Moment - war klar, der hat die Romantik ja auch mit dem Schaumlöffel gefressen - und erzählt was von einem Anschlag auf die Erde.
"Hä?"
Wie, Anschlag auf die Erde?

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Verfasst: Fr 27. Jul 2012, 23:17 
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Ravens Wolf
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Angriff auf die Erde, na ganz klasse!
Korben gehen eine Reihe unerfreulicher Gedanken durch den Kopf, aber alles, was er sagt, ist: "Super!"
Was hat er eigentlich in seinem früheren Leben ausgefressen, dass er es in diesem hier ständig knüppeldick bekommt?
'Nicht drüber nachdenken, Junge. Handeln!'
Gereizt richtet Korben sich auf und sieht zum Kellerausgang. Kaut dabei einen Moment auf der Unterlippe herum.
"Okay. Wir nehmen den Wagen. Wenn der überlebt hat. Wenn nicht, bauen wir uns 'nen Schlitten."
Sein Blick schweift über die kaputten Regale. Material zum Schlittenbauen haben sie genügend. Er sieht wieder zu Raven hinunter. Besser gesagt zu der Stelle, an der die silberne Isodecke das wenige Licht reflektiert, das von oben herabfällt. Seine Frau selbst ist nur ein dunkler Schemen.
"Ich check das."
Er wendet sich ab und steigt die Treppe in die Höhe. Oben angekommen erwartet ihn ein Schlachtfeld, das ihn an ein nukleares Testgebiet erinnert. Das war's dann mit der Hütte.
Mit zusammengepressten Lippen sieht er sich nach seiner Winterjacke um, die vor einer guten halben Stunde noch ordentlich an der Garderobe neben der Eingangstür gehangen hat. Er findet sie in der Küche - oder besser gesagt dort, wo die Küche gewesen ist - halb begraben von Schutt. Kopfschüttelnd klopft er sie ab und wirft sie sich über. Dann schweift sein Blick zu seinen Füßen, die noch in Ravens Plüschpantoffeln stecken. Nicht gerade das geeignete Schuhwerk für den Meter Schnee dort draußen. Er sieht sich weiter um, sucht seine Stiefel. Diesmal jedoch vergeblich.
"Na klasse!"
Korben hat bis eben noch gedacht, dass seine Laune nicht mieser werden könnte. Aber das war wohl ein Irrtum.
Er verlässt die halbierte Hütte und sieht sich nach dem Rover um. Der steht, man soll es kaum glauben, noch genau da, wo er ihn seit einem Dreivierteljahr ständig geparkt hat: schräg hinter der Hütte, unversehrt! Die Schneise, die der Blitz - oder was auch immer - durch das Haus gezogen hat, hat sich auch durch den Schnee gefressen, der an dieser Stelle weggeschmolzen ist, hat den Wagen aber um gut zwei Meter verfehlt.
Aufatmend öffnet Korben die Tür, setzt sich hinter das Lenkrad und dreht den Zündschlüssel herum, den er hier oben immer im Zündschloss stecken lässt - warum auch nicht? Ist schließlich nicht gerade überbevölkert, der Berg. Der Motor startet problemlos, und Korben fällt ein Stein vom Herzen. Kurzer Blick auf den Tank - voll. Gut!
Er macht den Motor wieder aus, greift sich die Taschenlampe, die im Handschuhfach liegt, knipst sie an und kehrt in den Keller zurück.
"Okay, alles klar. Der Wagen schnurrt wie ein Kätzchen. Wir sollten ein paar Sachen zusammenpacken. Lebensmittel, Decken, Medikits, Werkzeug. Ein paar Waffen könnten auch nicht schaden. Nehme mal an, ihr seid nicht ohne gekommen, oder?"

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Verfasst: Di 31. Jul 2012, 20:06 
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Ravens Wolf
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Unter anderen Umständen hätte er über den Spruch gelacht und womöglich mit was passendem gekontert. Aber in diesem Augenblick ist ihm nicht nach Witzen zumute.
Korben legt den Krempel, den er im Keller zusammengesucht hat, kurz ab und greift nach den Stiefeln. Der kurze Marsch durch den hohen Schnee hat seine Pantoffeln aufgeweicht. Die Strümpfe sind auch durch.
"Socken?", fragt er knapp.
Joce kniet sich hin und kramt in einer der Taschen herum.
"Wie komm ich nur dazu, das hier zu tun?", knurrt sie dabei vor sich hin. "Gleich will er noch, dass ich ihm sein Bier bringe!"
Nun muss er doch schmunzeln. Ein Paar dicke Socken kommt geflogen. Er fängt sie auf, streift sich das nasse Zeug von den Füßen und das trockene, warme über. Nachdem er sich die Stiefel geschnürt hat, kommt er sich endlich wieder vor wie ein Mensch.
"Ich schaff jetzt die Vorräte in den Wagen. Schaffst du die drei Taschen allein?"
Er kann nicht anders, Jocelyns muffige Art reizt ihn einfach.
Der Blick, mit dem sie ihn jetzt bedenkt, ist vernichtend. Sagt mehr als tausend Worte. Korben lacht leise auf - die Spannung, die bis gerade noch starr auf ihm gelegen hat, fängt an zu bröseln - greift sich die Vorräte wieder und trägt sie ins Freie.

Draußen trifft er auf Collins, ebenfalls mit drei Taschen bepackt. Was in denen ist, danach muss Korben gar nicht erst fragen. Hätte er auch dann nicht gemusst, wenn der Inhalt nicht metallisch geklappert hätte, als sie in den Fond des Wagens fliegen. Natürlich hat Collins die Starfighter ausgeräumt. Medizinische Ausrüstung, nette, technische Spielereien und ganz sicher auch einiges, was Krach und Krawumm macht, wenn's zum Einsatz kommt. So was kann man immer gebrauchen. Und erst recht nach so einer Lightshow wie gerade eben.
Korben verstaut die Lebensmittel hinter dem Fahrersitz. Der Rücksitz ist zur Hälfte von Collins' Kram belegt.
"Wird hier hinten ganz schön eng werden für euch beide", bemerkt er, nachdem er die letzten Dosen verstaut hat.
"Wer sagt, dass 'wir' hinten sitzen?", flachst Collins mit zuckenden Mundwinkeln. "Wenn du mich fragst, gehört die gesamte Familie Dallas auf den Rücksitz. Baby in Mamas Armen, Mama in Papas ..."
Korben bedenkt Collins mit einem trockenen Blick.
"Träum weiter!"
Als ob er den Jungen hinters Steuer lassen würde! Collins mag ein Super-Flieger-As sein, aber von Schaltwagen hat er keine Ahnung. Nicht so wie Korben, Taxifahrer aus Leidenschaft. Und schon gar nicht auf tief verschneiten, unbefestigten, unbeleuchteten Gebirgsstraßen.
Collins grinst, Korben schmunzelt. Beide kehren in die Hütte zurück ... oder besser in das, was mal eine Hütte gewesen ist. In den Keller müssen sie jedoch nicht wieder hinunter. Seine beiden Frauen erwarten ihn im verwüsteten Wohnraum, beide bereits winterlich angezogen - Joce hat auch hier ganze Arbeit geleistet.
"Okay. Sieht aus, als könnten wir. Oder was meinst du, hm?"
Die letzten Worte gelten Raven. Sie lächelt schief, gerade noch so im Sternenlicht zu erkennen, und sie nickt. Korben lächelt. Tapferes Mädchen!
"Kannst du gehen?"
Er hat keine Erfahrung mit Entbindungen, kann sich aber gut vorstellen, dass Laufen nach so einer Aktion so ziemlich das letzte ist, wonach der neuen Mama der Sinn steht. Mal abgesehen davon, dass die Geburt sie eine Menge Kraft gekostet haben muss.
Aber Raven lächelt auch jetzt und nickt.
"Ja, ist kein Problem. Ich bin ja auch die Treppe hinauf gekommen."
Wie um es ihm zu beweisen, zieht sie die Isodecke, die Joce ihr trotz der Winterkleidung noch über die Schultern gelegt hat, ein bisschen enger um Zaman und setzt sich in Bewegung. Korben bleibt dicht hinter ihr, skeptisch, beide Arme hinter ihr in Auffangstellung. Es geht alles gut, solange sie noch in der Hütte sind. Aber kaum im Freien, rutschen Raven die Füße weg. Korben greift zu, im letzten Moment. Und in einer einzigen fließenden Bewegung hebt er sie daraufhin in die Höhe und trägt sie und Zammy den Rest des Weges. Ist eh nicht mehr weit, aber ziemlich flutschig. Ein beruhigender Blick in Ravens müdes Gesicht, ein Zwinkern, ein Schmunzeln, und schon sind sie da. Collins spielt den Türöffner, und Korben setzt seine Familie vorsichtig auf dem Beifahrersitz ab.
"Ich liebe dich", bekommt er zum Dank dicht an seinem Ohr geflüstert.
Er lächelt. "Ich liebe euch auch."
Ein Kuss auf Ravens Lippen folgt, und auch einer auf Zammys Strickmützchen. Dann deckt er beide mit der Isodecke zu, schließt die Tür und umrundet den Wagen. Wird Zeit, dass sie von hier wegkommen. Die Nacht ist eisig, bestimmt Minus 20 Grad oder so - Korben friert langsam die Nasenspitze ab.
Einen Moment später sitzen alle im Rover.
"Können wir?" Kurzer, fragender Blick in den Rückspiegel. Collins nickt. Joce, die fast auf seinem Schoß sitzt, nickt nicht, sondern erwidert Korbens Blick tiefgekühlt - bestimmt auch Minus 20 Grad. Korben grinst und startet den Motor.
"Auf geht's!"
Der Rover rollt an, die Scheinwerfer streifen kurz die geschlachtete Starfighter. Aber als der Wagen vorbeifährt, taucht das Raumschiff wieder in kalte Schwärze. Bye, bye, altes Mädchen!

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Verfasst: Mi 1. Aug 2012, 19:14 
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Ravens Wolf
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Die Stimmung wirkt gelöst, aber die Fröhlichkeit ist aufgesetzt. Der Anlass, der sie vom Berg ins Tal hinuntergetrieben hat, ist kein lustiger, und der Anblick der an vielen Stellen brennenden und zerstörten Stadt ist es erst recht nicht. Die Frage, was zum Teufel vorhin geschehen ist, lässt Korben nicht los. Auch nicht die, ob sich dieser seltsame Angriff auf Calgary allein beschränkt oder ob weitere Gebiete betroffen sind. Ganz Kanada womöglich … oder die gesamte Erde.
Er atmet tief durch und lässt seinen Blick forschend umher schweifen. Sie befinden sich in einem scheinbar leeren Randbezirk der Stadt. Was ist mit den Bewohnern geschehen? Alle geflohen? Verkrochen? Tote sieht Korben keine auf der Straße, das ist schon mal etwas. Aber wirklich beruhigt ist er deshalb nicht, und wirklich wohl fühlt er sich hier auch nicht. Beinahe so wie auf dem Präsentierteller. Scheißgefühl! Wenigstens ist es Dank der Brände hier nicht völlig finster – was ohne das Feuer durchaus der Fall gewesen wäre, denn Mitternacht ist längst vorbei, und so was wie Elektrizität scheint es hier zurzeit nicht zu geben. Alle Straßenlampen, alle Gebäude finster … kein Schaufenster, das mehr leuchtet, keine Reklame mehr, die noch blinkt.
‚Wie im Krieg‘, schießt es Korben durch den Kopf. Und wenn sie Pech haben, dann ist das nicht nur ein gedanklicher Vergleich, sondern trifft ins Schwarze. Im schlimmsten Fall hat irgendeine Macht, irgendein Volk der Erde den Krieg erklärt. Und damit der Vereinten Föderation der Planeten, deren Hauptsitz sich auf der Erde befindet.
‚Wer?‘, überlegt Korben weiter, während sein Blick sich an einer stockfinsteren Tiefgarageneinfahrt festsaugt, in der glaubt, eine Bewegung ausgemacht zu haben. ‚Die Romulaner? Der Klassiker! … Die Klingonen? Nicht deren Stil!‘ Es gibt noch mehr ehemalige Bedrohungen, die er jetzt ausschließen kann. Die Borg zum Beispiel, inzwischen zu dezimiert und Dank der Vernichtung des Transwarpnetzes durch die Voyager so gut wie im Deltaquadranten festgesetzt. Oder das Dominion, dieser seltsame Verein von Formwandlern, der mittlerweile die Schnauze voll hat vom Krieg. Oder die Cardies, die sich seit dem Dominionkrieg nach Cardassia Prime zurückgezogen haben und die Wunden lecken. Oder Spezies 8472, deren Vorgehen sowieso die taktische Infiltration der Sternenflotte wäre und kein offener Schlag. Korbens Gedanken kehren in einer Schleife zu den Romulanern zurück. Für ihn im Moment der einzig wahrscheinliche Gegner.
Und wieder scheint sich etwas in der Garageneinfahrt zu bewegen. Korben hört auf zu spekulieren und konzentriert sich auf die Stelle. Irgendetwas Schwarzes, schwärzer als die Dunkelheit in der Einfahrt … etwas, das scheinbar größer wird. Weil es sich auf sie zubewegt?
Korben kneift seine Augen zusammen, die Hand bereits wieder am Zündschlüssel.
„Dallas? Alles klar bei dir?“, kommt es forschend vom Rücksitz. Collins, der anscheinend Korbens Anspannung bemerkt hat, von seinem Superplatz auf den hinteren Rängen aber nicht viel von dem sehen kann, was draußen auf der anderen Seite des Wagens passiert.
„Bei mir ja …“, murmelt Korben geistesabwesend, Blick immer noch auf die tiefe Schwärze gerichtet. In der glimmen plötzlich zwei Augen auf. Eigentlich kein Ding, denn das soll vorkommen, wenn man nachts auf umherlaufende Menschen trifft und sich ein verirrter Lichtstrahl in deren Pupillen bricht. Bloß gibt es hier, an dieser Stelle, keinen verirrten Lichtstrahl. Über der Stadt, in den Nebenstraßen, in den Fensterscheiben ja. Überall flackert Feuerschein. Nur nicht dort hinten, vorm Eingang der Tiefgarage. Und trotzdem funkeln dort Augen auf. Neongrün! Und noch ein Paar. Und noch eines.
„Okay! Schlage vor, wir beenden das Picknick“, beschließt Korben im Alleingang. Er dreht den Schlüssel herum und gibt Gas. Der Wagen schlittert ein bisschen, als er anfährt. Hier auf der vereisten Straße greifen die Schneeketten nicht wirklich. Aber dann bewegt sich der Rover von der Stelle. Keine Sekunde zu früh, denn kaum sind sie angefahren, stürmt eine Horde irgendwas aus der Garage auf die Straße. Korben sieht die Gestalten im Rückspiegel, die jetzt, wo sie sich nicht mehr in der Schwärze der Einfahrt befinden, menschliche Umrisse haben, sich aber irgendwie ganz und gar nicht wie Menschen verhalten, sondern eher wie von der Kette gelassen. Vielleicht ja nur Paniker, die sich vom Anblick des Autos eine Art von Ausweg aus der zerstörten Stadt erhofft haben. Aber selbst diesem günstigsten aller Fälle will Korben Raven und die Kleine nicht aussetzen – auch nicht mit Collins und Schakal im Fond und einem Haufen Waffen. Er jagt von der Stelle, rutschend, mit immer wieder ausbrechendem Heck, doch nicht so sehr, dass er die Kontrolle über den Wagen verlieren würde. Die nächste Straßenecke nimmt er im Schleudergang und ist wenig später von der Hauptstraße weg. Ob das aber eine so gute Idee ist, es mit einer Nebenstraße zu versuchen, bezweifelt er schon wenige Sekunden später. Denn auch hier scheinen die Schatten lebendig zu sein.
„Collins!“, ruft Korben lauter als notwendig – verdammt, was man als frisch gebackener Papa doch für dünne Nerven hat! „Der Raumhafen … ich brauch ’nen NEUEN WEG dahin!“
Keine Zeit, jetzt das altmodische Navigationssystem des Rovers zu befragen, das noch nicht mal Spracheingabe hat. Korben braucht alle Sinne und Hände fürs Steuern.

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Verfasst: Do 2. Aug 2012, 18:27 
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Ravens Wolf
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Langsam kommt ihm die Galle hoch! Erst der versaute Heiligabend, dann die zerfetzte Hütte, daraufhin ein von abgedrehten Schattenwesen belagertes Calgary und jetzt auch noch ein Raumhafen inklusive abflugbereiter Firestorm, der aber leider nicht angesteuert werden kann, weil irgendwelche Aliens darüber hocken wie eine Spinne über ihrer Beute und nur darauf warten, sie zu ihrem Mitternachtsnack zu machen.
Scheiße, verdammte!
Korben presst die Lippen zusammen und steuert den Rover gemäß Schakals Ansage. Rutsch, schleuder, brems, schleuder ...!
Ein paarmal rumpelt es heftig. Und zwar dann, wenn der Wagen über die Typen holpert, die Collins' Phaser zu Boden geschickt hat. Aber kein Problem, der Rover hält das aus.
Es dauert eine Weile, bis sie die Stadt hinter sich gelassen haben. Ist schließlich kein Kuhdorf, Calgary. Aber endlich wird es dunkel um sie. Kein Feuerschein mehr, keine Schattenwesen, kein Raumschiff, dass durch die Gegend ballert, als gelte es, den Highscore von Space Invaders zu knacken.
Korben atmet geräuschvoll aus, als sie auf der menschen- und wagenleeren Bundesstraße 2 zum Stehen kommen. Alles ruhig hier. So hat es zumindest den Anschein.
Er stellt den Motor ab und wirft einen langen, undeutbaren Blick auf Raven.
"Alles okay bei dir? Sorry für vorhin ... sie hat Hunger, oder?"
Blöde Frage. Zammy brüllt inzwischen, als wollte sie John und die Independence von hier aus ohne Subraumfunk kontakten. Für einen Moment zuckt der Gedanke durch Korbens Gehirn, dass sie es womöglich sogar schaffen könnte. Das Geschrei verstummt jedoch in dem Augenblick, in dem Raven die Kleine wieder anlegt. Noch ein erleichterter Durchatmer von Korben. Hölle, sind Kinder anstrengend!

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