Skriptorium
Aktuelle Zeit: Do 18. Jul 2019, 19:25

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 25 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste
Autor Nachricht
Verfasst: Do 2. Aug 2012, 20:03 
Benutzeravatar
Ravens Wolf
Offline

Registriert: Di 4. Okt 2005, 13:26
Beiträge: 61
"Genau das ist der springende Punkt", erwidert Korben unbeeindruckt, "... sofern sie noch existieren."
Seine Gedanken hasten fieberhaft hin und her, sein Blick saugt sich am Rückspiegel fest, in dem man die brennende Skyline von Calgary nur allzu gut erkennen kann. Etwas in ihm manifestiert sich in ihm. Ein Gedanke. Eine Gewissheit.
Er heftet seinen Blick wieder auf Raven, dann auf Joce und Marc. Und spricht schließlich aus, was er denkt.
"Hört zu! Dort hinter uns steht die Firestorm. Entweder intakt oder in Klump geschossen. Fakt ist, dass wir das nicht wissen, dass die Chancen aber Fiftyfifty stehen, dass sie noch flugtauglich ist. Wir können es uns nicht leisten, das nicht zu überprüfen. Wenn es John erwischt haben sollte ...", Ravens Gesichtsausdruck spricht Bände, also schiebt er schnell hinterher, "... oder wenn er es einfach nur nicht schaffen sollte, sich der Erde zu nähern und uns an Bord zu beamen, dann ist die Firestorm vielleicht unsere einzige Chance, diesem Mist hier zu entkommen. Ihr habt gesehen, was hier zurzeit durch die Gegend kreucht! Mal ehrlich, ich hab nicht vor, Raven und mein Baby diesen Freaks auszusetzen."
Korben hält inne. Das war mit Abstand die längste Ansage, die er seit langem gehalten hat.
"Und was schlägst du vor?"
Die Frage kommt von Raven. Was Korben nicht wundert, weil sein Bauch ihm sagt, dass die anderen beiden ganz genau wissen, was er mit seinem Vortrag hat sagen wollen. Und Raven wahrscheinlich auch, gemessen an ihrem trotzigen Gesichtsausdruck.
Seine Stimme nimmt einen leisen, beschwörenden Tonfall an, als er ihr antwortet: "Wir müssen das checken. Hörst du? Wir können auf diese Chance nicht verzichten! - Und das bedeutet, dass wir uns aufteilen müssen. Du bleibst mit Jocey hier, und Collins und ich kehren zurück ..."
Ehe Raven dagegen protestieren kann, setzt er noch hinzu: "Mir gefällt das auch nicht. Okay? Ich will euch nicht alleine lassen. Jetzt erst recht nicht, wo die Kleine ...", seine Hand macht sich selbstständig und streichelt zärtlich über das strickmützenverhüllte Köpfchen seiner Tochter, "... aber es geht nicht anders!" Korbens Tonfall wird bestimmt, sein Blick ist es sowieso schon längst. "Es ist zu gefährlich für euch beide, nach Calgary zurückzukehren. Ihr werdet euch hier draußen verstecken. Wir suchen einen Unterschlupf für euch, wo ihr sicher seid und euch nichts passieren kann. Jocey wird bei euch bleiben. Falls Parrish sie ortet, kann er euch sofort auf die Independence beamen. Und falls nicht ... na ja, ich kann mir niemanden vorstellen, der besser auf dich und das Baby aufpassen kann als sie." Mit Ausnahme seinerselbst, versteht sich. Aber das sagt er natürlich nicht.
"Collins und ich fahren zum Raumhafen zurück und checken die Firestorm. Wenn sie okay ist, beamen wir euch von dort aufs Schiff. Wenn nicht, kommen wir so schnell wie möglich zurück. Okay, Baby?"
Es ist so ziemlich das erste Mal, seit er Raven seinerzeit auf Deep Space Nine kennengelernt hatte, dass er ihren Gesichtsausdruck nicht deuten kann. Ü-ber-haupt nicht deuten kann.
"Okay, Baby?"

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Verfasst: Mi 16. Jan 2013, 14:59 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Di 15. Jan 2013, 18:28
Beiträge: 11
Ein silbriger Wirbel, ein kurzzeitiges Gefühl, an zwei Orten gleichzeitig zu sein - die übliche Empfindung bei einem Transportvorgang. Dann ein Fall aus geringer Höhe mitten in eine Schneewehe hinein.
Kalte, stechende Kristalle fliegen pulvrig hoch, dringen in seinen Mund und in seine Nase, legen sich auf seine Wimpern und nehmen ihm kurzzeitig die Sicht. John stört es nicht. Er bemerkt es nicht einmal.
Geschafft! - Das war knapp!
Gerade noch rechtzeitig war es ihm gelungen, den Transporterraum des sulibanischen Tarnkappenkreuzers zu erreichen und seine Fluchtkoordinaten in die Konsole einzugeben. Gerade noch rechtzeitig mit einem Hechtsprung auf die Transporterplattform zu gelangen, mitten hinein in den Beamvorgang, ehe seine Verfolger ihm in den Rücken schießen konnten.
Aber ganz ohne Andenken ist er ihnen nicht erwischt.
Ein scharfer Schmerz am linken Oberarm durchschneidet die Erleichterung über die gelungene Flucht wie ein Messer. John zieht zischend die Luft durch die Zähne und öffnet blinzelnd die Augen, um sich den Treffer anzusehen. Zerfetzter, versengter Stoff dicht unter dem Holobilderzeuger, dazu brenzliger Geruch nach verbranntem Fleisch. Schmerzhaft, aber nicht gefährlich - zumal die Hitze der sulibanischen Phasenwaffe sein Fleisch kauterisiert hat und er kein Blut verliert. Glück im Unglück! Was den Umstand, dass der Holobilderzeuger nur knapp verfehlt worden ist und noch funktioniert, mit einschließt.
John tippt auf das kleine unscheinbare Gerät und deaktiviert es damit. Augenblicklich verändert sich seine Gestalt. Seine Haut, eben noch in einem pockigen, irrisierenden Mix aus Grün, Gelb und Braun schimmernd, glättet sich und nimmt die blaßrosige Farbe eines hellhäutigen Europäers im Winter an. Sein Kopf, vorher kahl, bedeckt sich mit dunkelbraunem, kurzem Haar und sein Gesicht, vor einem Augenblick noch brauen-, wimpern- und konturlos, nimmt die scharfen, ernsten Züge eines Mannes Ende Dreißig an. Eines Mannes mit grauen Augen, welche zuvor noch fremdartig neongrün geglommen haben. Nur die Kleidung verändert sich nicht. Statt der graublauen Uniform, die er üblicherweise trägt, bedeckt roter, grober Stoff seine schlanke Gestalt. Nicht gerade der beste Schutz gegen Kanadas arktische Winterkälte. Aber lieber erfrieren als von hinten erschossen werden! Und den Kältetod ist er ja noch nicht gestorben. Noch nicht!

John setzt sich auf und atmet tief durch. Weiße Wölkchen bilden sich vor seinem Gesicht und gefrieren prompt auf seiner Haut. Er sieht sich um und stellt fest, dass er sich außerhalb der Stadt materialisiert hat. Eigentlich ist sein Ziel der Stadtrand gewesen. In der Hektik seiner Flucht muss er die Koordinaten ungenau eingegeben haben. Pech für ihn und gleichzeitig Glück. Hier draußen sind die Subraumspalten vermutlich nicht so zahlreich. In Calgary selbst muss es jedoch eine Menge davon geben, so dicht am sulibanischen Kreuzer. Er hätte genauso gut in eine dieser Spalten hineinbeamen können, und dann wäre er wer weiß wo rausgekommen. 'Oder besser, wer weiß wann!', fährt es ihm sarkastisch durch den Kopf. Sein Blick saugt sich an dem Tarnkappenkreuzer fest, der wie ein Todesengel über dem Zentrum von Calgary hängt und giftgrüne Blitze auf die Stadt unter sich wirft. Der Lärm der Zerstörung ist enorm in der ansonsten stillen Winternacht. John löst sich vom Anblick des Schiffes und sucht den Stadtrand mit seinem Blick ab. Ganz sicher werden sie noch dort sein. Er hat mitbekommen, dass Silik Truppen hinunter befohlen hat, die die Aufgabe haben, so viele Menschen wie möglich "einzusammeln" und mit an Bord zu nehmen, damit man mit ihnen experimentieren kann. Also bestimmt kein geeigneter Zufluchtsort für ihn. Aber hat er eine Wahl? Hier draußen wird er erfrieren - was nicht mehr allzu lange dauern dürfte, gemessen an seinem immer lauter werdenden Zähneklappern und der beginnenden Taubheit in seinen Gliedern. Er muss zurück in die Stadt, um sich dort wärmere Kleidung zu besorgen.
Und danach? Eigentlich müsste er zurück aufs Schiff, um sich seinen temporalen portablen Transporter und seinen Kommunikator zurückzuholen, die sich jetzt bedauerlicherweise in Siliks Hand befinden. Dumm nur, dass Silik genau damit rechnen wird. Ja, wahrscheinlich sogar darauf hoffen wird, um John in die Finger zu bekommen und ein Exempel an ihm zu statuieren. Er wird keine Möglichkeit haben, sich ein zweites Mal unbemerkt auf Siliks Schiff zu schleichen. Seine Tarnung ist aufgeflogen. Welche Möglichkeiten bleiben ihm also? Es entweder trotzdem zu versuchen und dabei zu sterben oder es zu lassen und hier im 24. Jahrhundert gestrandet zu sein. In beiden Fällen läuft es auf das Gleiche hinaus: Sein Job würde nicht beendet werden und die Zukunft, von jetzt an gesehen, einen katastrophalen Verlauf nehmen.
Er ist noch nie der Typ gewesen, der irgendetwas "gelassen" hätte.

John drückt sich aus dem Schnee hoch, holt tief Luft und setzt sich schließlich mit gleichmäßigen Laufschritten in Bewegung. Jedoch bloß ein paar Meter weiter stellt er fest, dass er die Kälte unterschätzt hat. Seine Füße, lediglich in weichen, dünnen Suliban-Stiefeln steckend, sind bereits gefühllos, so dass er ins Straucheln gerät. Mit seinem rechten, unversehrten Arm fängt er sich taumelnd ab, richtet sich wieder auf, läuft weiter. Wieder gerät er ins Straucheln, flucht, bleibt stehen.
So wird das nichts.
Stoßweise verlässt sein Atem seinen Mund. Sein Blick heftet sich verzweifelt auf den Stadtrand, während er fieberhaft überlegt.
Eine Bewegung einige hundert Meter davor zieht seine Aufmerksamkeit auf sich.
Zwei Gestalten tauchen hinter einer hohen Schneewehe auf und laufen geduckt auf die Stadt zu. Keine Suliban, dessen ist John sich sicher. Menschen. In Winterkleidung. Menschen, die, wenn er das richtig sieht, ein Gefährt zurücklassen - wenigstens sieht das dunkle, eckige Teil, das da im Mondlicht hinter der Schneewehe hervorlugt, auf die Entferung so aus wie das Heck eines solchen. John setzt sich wieder in Bewegung. Nicht laufend, das schafft er mit seinen tauben Füßen nicht, aber mit schnellen, wenn auch unsicheren Schritten. Und er hält auf jenes Gefährt zu, das die Menschen verlassen haben. Aus welchem Grund auch immer, vielleicht ist die Energiezufuhr defekt oder das Beförderungsmittel in irgendeiner anderen Weise kaputt. Fakt ist aber, dass es im Inneren dieses Gefährts wärmer sein wird als hier draußen. Wenn er sich dort nur ein wenig aufwärmen könnte, nur für ganz kurze Zeit - seine Füße massieren und die Blutzirkulation damit wieder anregen - wenn er dort vielleicht sogar Kleidung oder wenigstens eine Decke finden würde, dann könnte er seinen Rückweg zum Schiff danach fortsetzen. Möglicherweise würde er dort sogar eine Waffe vorfinden? Was seinen erbärmlichen Zustand deutlich verbessern würde. Und äußerst hilfrich wäre für sein weiteres Vorhaben.

Unter normalen Umständen hätte John in Betracht gezogen, dass das Fahrzeug vielleicht gar nicht verlassen ist. Er hätte sogar damit gerechnet und sich ihm vorsichtig genähert. Aber die unbarmherzige Kälte hat nicht nur seine Gliedmaßen betäubt, sondern auch seinen Verstand. Und so ist es lediglich Erleichterung, sein Ziel erreicht zu haben, die ihn durchflutet, als er schließlich eine Hand ans metallene Heck des Fahrzeugs legt. Um so erschrockener prallt er zurück, als er plötzlich in die Mündung einer Waffe sieht, die ihm mit den gezischten Worten "Noch einen Schritt weiter, und ich zerleg dich in deine Moleküle!" vor die Nase gehalten wird.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Verfasst: Do 3. Jul 2014, 10:03 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Di 15. Jan 2013, 18:28
Beiträge: 11
Der Schreck über die plötzliche Waffe im Gesicht flutet John mit Adrenalin und verdrängt für einen Moment die mörderische Kälte in seinen Knochen.
Eine Frau! Kein Suliban. Erleichterung will sich in ihm breit machen, verschwindet jedoch sofort wieder, als er die mörderische Entschlossenheit in den kalten Augen der Fremden erkennt. Er hebt beschwichtigend die Hände in die Höhe.
"Bitte, Mam ... ich w-will Ihnen nichts tun. I-ich ... bin unbewaffnet."
Eigentlich eine unnötige Bemerkung. Der rote Sulibanstoff, der seinen Körper einhüllt, bietet keinen Platz für Waffen. Und vermutlich gibt er ohnehin ein jämmerliches Bild ab. Halb erfroren, geschwächt ... in seinem linken Arm beginnt es zu reißen. Die Wunde bringt sich brutal in Erinnerung. Er lässt den Arm sinken.
"HEY!!! Pfoten hoch!!"
Die Fremde vor ihm faucht ihn an, wackelt auffordernd mit ihrer Waffe. Er zweifelt keinen Augenblick daran, dass sie schießen wird, wenn er nicht tut, was sie sagt. Mit zusammengebissenen Zähnen bringt er den linken Arm wieder in die Höhe.
"Mam, bitte", presst er hervor, "ich m-muss in die Stadt. Können Sie m-mich mitn-n-nehmen?"
John hat nicht die geringste Hoffnung darauf, dass sie ja sagen würde. Das Gefährt steht in entgegengesetzter Fahrtrichtung zur Stadt - es ist offensichtlich, dass sie versucht hat zu fliehen. Sich vor dem Ansturm der Suliban in Sicherheit zu bringen. Weit gekommen ist sie jedoch nicht. Vermutlich ist ihr Transportmittel kaputt.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Verfasst: Do 3. Jul 2014, 18:22 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Di 15. Jan 2013, 18:28
Beiträge: 11
Sein Verstand ist offenbar wirklich schon halb eingefroren, anders kann er es sich nicht erklären, dass ihm die zweite Person im Wagen entgangen ist.
Mit zusammengepressten Lippen dreht John sich zum Gefährt um ... nein, zum Wagen, wie er sich selbst in Erinnerung ruft, denn so hat die Frau es genannt. Er legt die bloßen Hände auf das eisige Metall und ist sich sicher, dass sie im gleichen Augenblick daran festfrieren. Die bebenden Beine spreizt er mit Mühe. Die Füße spürt er bereits nicht mehr.
"Bitte ...", beginnt er wieder halb über die Schulter. "Ich b-bin nicht bewaffnet. Ich habe auch nicht die Absicht, Ihnen etw-was zu tun. Ich m-muss n-nur in die Stadt. W- ...Wenn Sie nicht dorthin fahren möchten, v-verstehe ich das. Dann lassen Sie mich b-bitte einen M-Moment in Ihren Wagen, damit ich m-mich aufw-w-wärmen kann."
Ist er das, der das sagt? Sein Gesicht ist inzwischen so eingefroren, dass er kein Wort mehr deutlich über die blauen Lippen bekommt. Trotzdem fügt er noch hinzu: "Iff b-bin v-v-von d-d-der ... Fternenflotte."
'Fternenflotte, genau. Jetzt lässt sie dich ganz bestimmt ins Warme!'

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Verfasst: Do 3. Jul 2014, 18:59 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Di 15. Jan 2013, 18:28
Beiträge: 11
Es ist klar gewesen, dass sie das jetzt von ihm wissen will. John ist das im Moment egal, er ist nur heilfroh, dass er jetzt im Warmen sitzt - und warm ist es in der Kiste! Das antike Heizelement bläst geräuschvoll gut temperierte Luft ins Wageninnere.
Immer noch bibbernd, aber auf alle Fälle auch erleichtert, bläst er sich in die eisigen Hände, reibt sie aneinander und antwortet mit steifen Wangen: "I-ich hatte einen Auftrag. Der ist ab-b-ber nicht allzu gut gelaufen. M-mehr kann ich Ihnen n-nicht sagen."
Auf keinen Fall würde er ihr erzählen, dass er nicht nur nicht in diesem "Schlafanzug" hierher gehört, sondern aus der Zukunft kommt - aus dem 29. Jahrhundert nämlich. Jede Erwähnung dieser Tatsache kann den temporalen Fluss ändern, und das darf nicht sein!
"Und was machen Sie hier?" Das Bibbern lässt nach. Langsam beginnt er aufzutauen. Gerade als er sich darüber freuen will, bringt ein Quaken ihn aus dem Konzept. John reißt die Augen auf, starrt die Frau auf dem Vordersitz an und fügte verblüfft hinzu: "... mit einem Baby???"

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Verfasst: Do 3. Jul 2014, 19:14 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Di 15. Jan 2013, 18:28
Beiträge: 11
"Ich bin lieb und nett, Mam! Und habe Ihnen artig geantwortet. Aber Sie müssen mir schon erlauben, es auch ein wenig komisch zu finden, dass Sie hier im Schnee sitzen und in die Nacht hinausschauen, anstatt Ihren ... Wagen in Bewegung zu setzen und abzuhauen. Ist er vielleicht kaputt? Sind Ihre Freunde deshalb zurück zur Stadt gelaufen?"
Nicht, dass er helfen könnte. Im 29. Jahrhundert gibt es solche Vehikel nicht mehr, und John ist sich ziemlich sicher, dass es auch für das 24. Jahrhundert antiquiert ist.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Verfasst: Do 3. Jul 2014, 20:06 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Di 15. Jan 2013, 18:28
Beiträge: 11
Nach seinem Outing als Sternenflottenoffizier ist natürlich auch klar gewesen, dass sie nähere Einzelheiten wissen wollen. Darüber wundert John sich nicht. Aber darüber, dass sie der Meinung sind, dass es eine neue Art von Waffe sein muss, die diesen "Sturm" hervorgebracht hat, schon. Auch, dass dieser künstlich generiert worden sein muss. Damit ist für John klar, dass die beiden Damen keine gewöhnlichen Zivilisten sind. Weshalb die Aussage, ihre Gefährten wären unterwegs, um Treibstoff zu holen, jetzt ziemlich lahm klingt. Und wieso überhaupt ein weiteres Transportmittel? Für wen? Passen doch alle hervorragend hier hinein, und wenn das Treibstoffproblem - falls es wirklich eines ist - mal gelöst ist, wofür dann noch ein anderes Gefährt?
'Es sei denn, es kann fliegen.'
In dem Fall, der John auf einmal sehr plausibel vorkommt, wäre der fehlende Treibstoff glatt gelogen.

Mit nachdenklicher Miene aktiviert er den Gewebegenerator, den die dunkle Lady mit der Waffe ihm in den Schoß geworfen hat und beginnt, seine Wunde zu behandeln. Wie beiläufig nimmt er dazu den unscheinbaren Holobildgenerator vom Arm und belässt ihn in seiner Hand.
"Diese Aliens nennen sich Suliban", antwortet er der hübschen Mama, während er mit dem heilenden Strahl über die Stelle fährt, an der der Ärmel aufgerissen und das Fleisch versengt ist. Einen Moment lang brennt es noch mehr als zuvor, dann, als die Zellen sich regenerieren, beginnt der Schmerz nachzulassen. "Sie sind normalerweise keine kriegerische Spezies. Bis auf diese dort draußen, eine militante Splittergruppe. Sie nennen sich die Cabal."
Es ist klar, dass er den beiden was liefern muss. Zwar hat er nicht die Befürchtung, erschossen zu werden, aber er erhält medizinische Hilfe von ihnen und hat darüber hinaus vor, nach warmer Kleidung zu fragen - die Taschen im offenen Kofferraum des Wagens sind ihm nicht entgangen. Die Informationen, mit denen er jetzt heraus rückt, sind unter diesen Umständen vertretbar. Außerdem ... wenn es ihm gelingt, die Zeitlinie wiederherzustellen, würden sie sich sowieso nicht an ihn erinnern und an das, was er ihnen gesagt hat. Doch dazu muss er erst einmal in die Stadt gelangen und auf Siliks Schiff. Was ihm nicht gelingen wird, wenn er jetzt komplett dicht macht.
"Mehr kann ich Ihnen allerdings nicht sagen, das müssen Sie verstehen. Danke!"
Er gibt der Waffenlady den Generator zurück und deutet dabei mit dem Kopf in Richtung Kofferraum.
"Könnten Sie mir ein paar warme Sachen abtreten? Hose? Jacke? Stiefel? Ich bin dann gleich wieder weg und werde Sie nicht länger belästigen."
Die Frage, wer die beiden sind und warum sie so gut über die orbitale Verteidigung der Erde Bescheid wissen, beschäftigt John immer noch. Aber er fragt nicht. Es ist klar, dass sie dann auch mehr über ihn wissen wollen und weiter fragen werden. Also belässt er es bei der Bitte um Anziehsachen und einem treuherzigen Blick.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Verfasst: Do 3. Jul 2014, 20:38 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Di 15. Jan 2013, 18:28
Beiträge: 11
Er hätte den Bilderzeuger abnehmen sollen, als er in den Wagen gestiegen ist. Aber sein tiefgefrorenes Gehirn hat ihn in diesem Moment nicht darauf aufmerksam gemacht. Zu dumm!

Er öffnet kurz die Hand und sieht auf das kleine, mattschimmernde Gerät hinab. Doch als er den Blick hebt, um der Schwarzhaarigen in die Augen zu sehen, schließt die Hand sich wieder.
"Tut mir leid, das kann ich Ihnen nicht geben. Sie misstrauen mir, das verstehe ich gut. Gerade unter diesen Bedingungen!"
Mit dem Kopf deutet er zum Seitenfenster, hinter dem Calgary in Flammen steht, dabei lässt er die Frau aber nicht aus den Augen.
"Aber Sie müssen auch mich verstehen. Ich bin unbewaffnet, Sie beide nicht. Und ich kenne Sie nicht. Ich habe Ihnen schon mehr gesagt, als ich gedurft hätte. Ihnen jetzt auch noch dieses ... Ding zu überlassen, wenn auch nur für einen Moment, geht über meine Befugnis hinaus."
Eigentlich ist er ja ein ganz lockerer Typ und normalerweise spricht er auch so. Doch jetzt hat John bewusst einen etwas steiferen, geschäftsmäßigen Ton angeschlagen. So, wie man es bei einem Offizier der Sternenflotte erwarten kann. Es ist ihm daran gelegen, dass die beiden Frauen ihm glauben, ohne dass er seine Identität noch weiter unter Beweis stellen muss. Was er ohnehin nicht könnte.
Entschlossen lässt er den Holobilderzeuger darum in die aufgenähte rechte Tasche des "Schlafanzugs" gleiten.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Verfasst: Do 3. Jul 2014, 21:52 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Di 15. Jan 2013, 18:28
Beiträge: 11
Belobigung von John?
Etwas in ihm sagt ihm, dass damit nicht er gemeint ist.

John fühlt sich bedeutend besser, nachdem er die Sachen dieses Collins angezogen hat. Die Wärme hat inzwischen auch seine tauben Zehen erreicht. Das Wohlgefühl löst sich jedoch Dank der angekündigten Gesellschaft schnell wieder in Luft auf. Nicht "Korben und Marc" - offenbar die Gefährten der beiden Frauen. Wenn es nicht die Gefährten sind, dann sind es womöglich ...

Ohne großartig nachzudenken beugt John sich über den Schoß der Schwarzhaarigen, die die Blonde soeben mit "Joce" angesprochen hat und wischt über die beschlagene Seitenscheibe neben ihr, um eine bessere Sicht nach draußen zu haben.
Da sind sie! Suliban!
John erkennt es an der Art, wie die schwarzen Schatten durch den Schnee schleichen. Und natürlich an den neongelben, glimmenden Augen, die auf die Entfernung wie Katzenaugen wirken. Doch weiß John ganz genau, dass diese Augen keine geschlitzten Pupillen besitzen sondern runde, die von zahlreichen dunklen Punkten umgeben sind. Er hat schließlich lange genug aus nächster Nähe hinein gesehen.
"Geben Sie mir eine Waffe!", fordert er Joce auf, nachdem er sich wieder von ihr aufgerichtet hat - halb freiwillig, halb geschoben von einer energischen Hand.
"Ja klar!", gibt sie spöttisch von sich, greift aber dennoch hinter den Rücksitz und holt eine weitere Tasche nach vorne, in der es verdächtig klappert. Sie öffnet sie - voller Waffen! Doch die, die sie herausnimmt, scheinen für sie selbst und ihre Freundin bestimmt zu sein. Weitere Phaser und etwas, das er als altmodische Handgranaten erkennt. Ihn selbst beachtet sie nicht mehr.
"Joce, hören Sie!", versucht er es noch einmal, diesmal in beschwörendem Tonfall. "Sie können mir vertrauen. Und Sie werden mich brauchen! Das sind zu viele da draußen! Und Ihre Freundin wird sich allenfalls verteidigen, Ihnen aber nicht helfen können! Nicht mit dem Kind auf ihrem Arm!"
John hält Joces eisigen Blick mit seinem bittenden fest und streckt ihr gleichzeitig die offene Hand entgegen.
Sie zögert einen Moment. Aber nach einem weiteren Blick in die Nacht hinaus entscheidet sie sich dafür, in John die geringere Gefahr zu sehen. Sie gibt ihm einen Phaser.
"Danke!"
Flugs überprüft er die Energiezelle der Waffe - die Kunde antiker Waffen gehört natürlich zur Standardausbildung eines temporalen Agenten - dann sieht er die Blonde eindringlich an. "Bleiben Sie im Wagen und ducken Sie sich, dass man Sie von außen nicht sieht. Wir werden die Kerle von Ihnen und dem Kind ablenken."
Ohne auf Antwort zu warten, drückt John die Wagentür auf, schließt sie sofort wieder hinter sich und läuft los. Weg vom Gefährt, dem einzigen Schutz in dieser winterlichen Einöde, den es vor den Energiewaffen der Suliban gibt und den er normalerweise nicht einfach so aufgegeben hätte. Doch in diesem Fall muss es sein. Er kann sich schlecht hinter einem Wagen verstecken, in dem eine Mutter mit Kind sitzt.

Die Suliban bekommen mit, wie jemand aus dem Fahrzeug flieht. Zwei Jemande sogar, denn mit einem eiligen Blick über die Schulter stellt John fest, dass Joce es ihm gleich tut, jedoch in die andere Richtung davonstiebt. Offenbar hat sie seine Absicht erkannt, die Feinde vom Wagen wegzulocken und hält ihn nicht für einen Feigling, der einfach davonläuft. In diesem Fall, so ist sich John sicher, hätte er schon längst den sengenden Strahl des Phasers zwischen seinen Schulterblättern verspürt.
Sein Plan geht auf. Die Suliban teilen sich auf und verfolgen sie. Im Mondlicht sieht er, wie sie ihre Waffen zücken. Das ist der Moment, wo John sich in den Schnee wirft, sich blitzschnell herumrollt und seinen Phaser auf sie abfeuert. Einer der Suliban geht mit einem Schrei zu Boden, ein zweiter folgt ihm auf der Stelle. Auch aus der anderen Gruppe, der, die Joce gefolgt war, erklingen Schreie sterbender Feinde. Doch bleiben noch genug am Leben, um das Feuer zu erwidern. John wirbelt im Schnee herum, um seine Stellung zu wechseln und seinen Gegnern kein festes Ziel zu bieten. Dabei ist er sich der Tatsache bewusst, dass die aufwirbelnden Kristalle ihm zumindest minimale Deckung geben. Leider nehmen sie ihm aber auch einen Teil der Sicht. Als er wieder klar sehen kann, stellt er stirnrunzelnd fest, dass einige der Gegner, die eben noch auf ihn zugelaufen sind, verschwunden sind. Die Zahl der am Boden liegenden Leichen hat sich jedoch nicht nennenswert erhöht. John ahnt, was das zu bedeuten hat. Er fährt mit dem Kopf herum und blickt hinter sich. Und richtig! Genau in diesem Augenblick öffnen sich in knapp drei Meter Entfernung mehrere Subraumspalten, und die Suliban, die er eben noch in seinem Rücken gehabt hat, treten nun direkt vor seiner Nase aus dem Nichts.
"Verdammt!", flucht John und schießt auf den nächsten. Den Trick, Überfälle aus dem Subraum heraus durchzuführen, hat er schon einmal bei diesen Mistkerlen erlebt. Was seinen Verdacht erhärtet hat, dass sie Unterstützung von jemandem ganz oben in der Temporalen Ermittlung erhalten, denn der Stand der sulibanischen Technik ist nur unwesentlich höher als der der Menschen. Den Subraum derart zu nutzen, dazu sind sie von sich aus noch nicht in der Lage.
Diese Erkenntnis nützt ihm gerade allerdings wenig.
Eilig springt John in die Höhe und hechtet zur Seite - im letzten Moment, den nur einen Sekundenbruchteil später bohren sich drei Phaserstrahlen in die Stelle, wo er gerade noch im Schnee gelegen hat. Noch im Hechten feuert er seinen Phaser weiter auf seine Gegner ab und trifft zwei weitere. Irgendwo weiter weg explodiert in diesem Moment etwas heftig. 'Joce', schießt es ihm durch den Kopf. Den Gedanken auszuformulieren, dazu hat er aber keine Zeit. Sengend heiß streift ein Suliban-Energiestrahl seinen linken Oberarm und trifft ihn damit wieder an der gleichen Stelle, wo er zuvor schon getroffen worden war.
"JETZT HAB ICH ABER DIE NASE VOLL!!!"

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Verfasst: Fr 4. Jul 2014, 13:27 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Di 15. Jan 2013, 18:28
Beiträge: 11
John sind die bösen Worte kaum über die Lippen gekommen, als es auch schon mächtig rumst und kracht. Und zwar in allen funkensprühenden Subraumspalten!
Mit einem Schlag ist der Spuk vorbei. Die Spalten zerplatzen wie Seifenblasen in der Luft, und es ist Ruhe.
Stirnrunzelnd, aber auch nicht wenig erleichtert rappelt er sich aus dem Schnee in die Höhe und sieht in Richtung Wagen. Außer einer einizigen im Lauf befindlichen Person, die er im kalten Licht des Wintermondes als Joce erkennt, regt sich außerhalb des Vehikels nichts mehr. Zahlreiche sulibanische Leichen liegen am Boden, die übrigen hat es in den Subraum geblasen, und John kann sich schon denken, warum.
'Ziemlich wehrhafte Ladies', geht es im trocken durch den Kopf.
Noch einmal sieht er sich kurz um, um die Lage zu sichern. Dann macht er sich auf den Rückweg - mit einem plötzlichen unguten Gefühl im Bauch, denn erst jetzt registriert er, dass die Wagentüren offen stehen, ohne dass Joce bereits das Fahrzeug erreicht hätte.

John rennt los. Die Frau mit dem Baby? Das darf nicht sein!
Vergessen ist die schmerzende Wunde an seinem linken Oberarm. Gewichen der Befürchtung, dass es die beiden erwischt haben könnte. Erst nach Joce kommt er am Wagen an ... und atmet erleichtert aus, als diese sich mit dem Oberkörper aus dem Wagen zurückzieht und ein blonder Wuschelkopf zum Vorschein kommt, der sich über einen meuternden Säugling beugt.
"Oh Mann!", stößt er hervor, legt beide Hände auf die Oberschenkel und lässt seinen Oberkörper in einer Mischung aus Erleichterung und Erschöpfung nach vorne fallen. "Ich dachte schon ...!"

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Verfasst: Fr 4. Jul 2014, 14:05 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Di 15. Jan 2013, 18:28
Beiträge: 11
John seufzt leise in sich hinein, während er seinen Arm zum zweiten Mal an diesem Tag versorgt.
Typisch Frau! Neugierig ohne Ende.
Er lässt Joce ... oder Jocelyn, wie sie richtig heißt, ausreden, aber als sie fertig ist, schüttelt er entschieden den Kopf.
"Ich hab keine Ahnung, was Sie mir mit 'keine normalen Zivilisten' sagen wollen. Aber wenn es nur im Ansatz in Richtung Sternenflotte geht, dann werden Sie verstehen, dass ich Ihnen nicht sagen kann, was genau da gerade vorgegangen ist, selbst wenn ich es wollte."
John deaktiviert den Generator wieder, nachdem dieser sein Fleisch geflickt hat und betrachtet bedauernd den schmauenden Riss in dem neuen Pullover. Wie schnell doch alles den Bach runter geht!
"Mein Name ist John North. Captain John North", fügt er hinzu, den Blick von Raven zu Jocelyn schweifen lassend. Letztere schnauft verächtlich, woraus er entnimmt, dass sie kein Fan von Offiziersrängen ist. Was wiederum fraglich werden lässt, ob die beiden Ladies wirklich zu seinem Verein gehören - Jahrhunderte hin oder her. "Ich bin im Auftrag der Sternenflotte unterwegs, wie ich es Ihnen schon gesagt habe. Und es ist nicht gut für mich gelaufen - wie ich es Ihnen ebenfalls schon gesagt habe. Sie sitzen hier draußen fest, weil Sie auf ihre Kameraden warten. Ich will in die Stadt, um meinen Job zu erledigen. Eigentlich würde ich sagen, unsere Wege trennen sich hier. Aber dummerweise wurden Sie soeben entdeckt. Und ich verwette meinen noch nicht angesengten Hintern darauf, dass es nicht lange dauern wird, bis es hier wieder von Suliban wimmelt. Also ...", John holt tief Luft und versucht seine nächsten Worte mit einem äußerst eindringlichen Blick zu unterlegen, "... warum fahren wir nicht alle zum Stadtrand und gehen dort in Deckung anstatt hier weiter auf dem Präsentierteller zu sitzen? Die Kerle wissen jetzt, dass Sie hier draußen sind. Und ich will ja sowieso da hin. Was meinen Sie? ... Sie kämen auch ihren Kameraden entgegen."
So viel Vernunft muss sie doch jetzt überzeugen!

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Verfasst: So 6. Jul 2014, 18:11 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Di 15. Jan 2013, 18:28
Beiträge: 11
John sammelt diese ganzen Informationen mit höchstem Interesse und speichert sie in seinem Gehirn ab.
Keine Sternenflottenzugehörigkeit, also eine unabhängig agierende Gruppe. Mit einem eigenen Raumschiff. Wie war der Namen? Firestorm? John kramt in seinem Gedächtnis, aber es klingelt nichts.
Bei dem Namen Parrish sieht das allerdings anders aus.
Parrish. John Parrish und seine Crew der Independence. Er erinnert sich daran, gelesen zu haben, dass dieser Söldner die Geschichte der Erde bereits ein paarmal gravierend beeinflusst hat. Wird er das auch jetzt tun, wo die Zeitlinie so aus dem Ruder gelaufen ist? Jocelyns Worte legen die Vermutung nahe.
Während der Wagen über die mehr vereiste als verschneite Straße in Richtung Stadt schlittert, versucht John, mehr Informationen über Parrish aus seinem Gedächtnis abzurufen. Hätte er geahnt, dass der Söldner in die neue Zeitlinie verwickelt sein würde, hätte John sich besser vorbereitet. So gut er sich hätte vorbereiten können in der Kürze der Zeit, die ihnen allen für eine Reaktion auf die Veränderung in der Zeit geblieben war. So paradox das auch klingen mag, aber gerade die Temporale Ermittlung hat von allen stets die wenigste Zeit - auch wenn man meinen könnte, das Gegenteil wäre der Fall.
"Korben und Marc werden uns aber hier suchen."
Ravens leise geraunte Worte dringen kaum vernehmlich an sein Ohr und zupfen erneut an seinem Gedächtnis.
Korben und Marc, Korben und Marc ... im Zusammenhang mit John Parrish kommen ihm diese Namen plötzlich vertraut vor. Marc vor allen Dingen. Marc ... Marc ... Collins! Genau! DER muss es sein, Parrishs Stellvertreter. Es stimmt also! Er hat es hier mit Mitgliedern aus Parrishs Söldnertruppe zu tun! Die Erkenntnis bewirkt ein plötzliches Gefühl der Erleichterung in John. Parrish war berühmt für seine Umsicht ... ist berühmt für seine Umsicht und Effektivität, wie John sich korrigiert, denn der Söldner ist nicht länger eine Figur aus den Geschichtsdateien, sondern in dieser Zeit eine real existierende Person. Ebenso Marc Collins und Korben ... Korben ... Willis? John kann sich an den Nachnamen des anderen nicht mehr genau erinnern, ist sich aber sicher, dass es sich bei diesem auch um einen von Parrishs Männern handelt. Und diese Raven ist seine Frau, das Baby sein Kind. Da ist John sich ziemlich sicher. Lediglich der Name Jocelyn ist ihm nicht vertraut. Was natürlich nichts heißen will, denn Parrishs Crew war verhältnismäßig groß, und schließlich ist John nicht darauf vorbereitet gewesen, ihr bei seinem Auftrag zu begegnen.
Seine Gedanken schweifen zu Siliks Schiff zurück, das noch immer wie eine große, fette Spinne über der Stadt hängt und Unheil verbreitet. Wenn er wenigstens sein Kommunikationsgerät hätte! Dann könnte er in einem unbeobachteten Moment darüber Informationen abrufen und wäre jetzt nicht auf die lückenhafte Erinnerung aus seinem lange vergangenen Geschichtsunterricht angewiesen. Einem vergangenen Unterricht, der erst in fünfhundert Jahren stattfinden würde.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 25 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1, 2, 3  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  


Monstersmilies


cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de