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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Mi 19. Sep 2012, 21:59 
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Irrlicht
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Logbuch des Captains, 17. Juni 2012: Es ist jetzt mittlerweile Nacht und wir sind auf dem Rückflug zur Bohrplattform KEROS. Doktor Lars van der Wiesen hat mich auf eine Besprechung eingeladen, an der er nicht teilnehmen wird.

Man sah wirklich nichts. Mal schaute der Mond durch die Wolken und beleuchtete das nicht gerade sehr weit entfernte Wasser.
Während die Piloten sich mit dem Kontrollturm unterhielten, dachte ich über meinen nächsten Einsatz nach: Europa!
Der Mond war recht weit entfernt, aber nicht außer Reichweite. Ich hatte mächtigen Respekt vor den Weiten und Gefahren des Weltalls. Um ehrlich zu sein wusste ich nicht einmal auf was ich mich da einlassen könnte ...

Nach ein paar Minuten des Nachdenkens setzte endlich der Helikopter auf dem Helipad auf und öffnete die Türen. Das erste, was ich wahrnahm, war Lucía, die herbeigestürmt kam.
Es goss wie aus Eimern, weshalb wir schnell Unterschlupf im Inneren der Anlage suchten.
"Was ist das?", fragte sie und deutete auf die Kasette in meiner linken Hand.
"Das? Das hat mir mein Vater hinterlassen. Unser stellvertretender Geschäftsführer hat sie mir gegeben", antwortete ich und suchte nach einem Fernseher mit Kasettenrecorder. Und diesen fand ich schließlich in der Kantine.
Ich legte die Kasette in den Recorder, bekam aber nur ein Rauschen zu hören. Nach einigen Versuchen funktionierte es jedoch. Es war nun das Gesicht eines etwas angealterten Mannes zu sehen, der sehr besorgt aussah.

"Joaquín, mein Sohn. Wenn du dieses Video siehst, bin ich vermutlich schon lange tot und du ein erwachsener Mann. Es ist etwas, was ich dir auf jeden Fall mitteilen will. Was auch passieren mag, niemand darf sich dieses Video ansehen. Du bist der einzige, der den Schlüssel für den Schrank hat, in dem ich die Kasette aufbewahrt habe."

Hoppla! Den Schlüssel hatte mir mein Vater vor Ewigkeiten gegeben und ich hatte vergessen, dass ich ihn hatte. Er hatte gesagt, dass ich den Schrank erst öffnen sollte, wenn das Projekt beendet sei. Offenbar bekam es irgendwie Marcos in die Finger und hat es für mich aufbewahrt. Aber ob andere Personen dieses Video gesehen haben, wusste ich natürlich nicht.

"Es ist von extremer Wichtigkeit, dass niemand von diesen Informationen erfährt. Die einzige Person, mit der du dich darüber unterhalten kannst, ist Miguel Peña."

Wer war Miguel Peña? War es vielleicht eine bekannte oder verwandte Person von Marcos, der auch mir die Teile hergestellt hatte?

"Er stellt die Bauteile für die einzelnen Komponenten her. Auf jeden Fall sollst du wissen, dass dieses ganze Projekt einen ganz speziellen Grund hat und es ist sehr wichtig, dass du dieses Projekt beendest! Nun gut! Komme ich also zu dem noch wichtigeren Teil. Joaquín, du erinnerst dich bestimmt an die Geschichten von Personen, die von Aliens entführt worden waren. Welche, in denen kleine grüne oder graue Männchen Experimente mit Menschen machten. Oder die fliegenden Untertassen, die man nächtlich über den Vereinigten Staaten von Amerika sieht. Oder der Unfall vom 8. Juli 1947 in New Mexico ...? Hälst du diese irrwitzigen Gesichten für wahr? Wenn ja ... dann hast du vollkommen Recht! Es gibt einen bestimmten Grund, weshalb diese Außerirdischen mit den Menschen Experimente machen. Sie untersuchen unseren Planeten schon seit vielen hundert Jahren. Lange schmieden sie einen Plan, wie sie diesen Planeten ausbeuten könnten. Du musst wissen, dass die Welt, auf der die Aliens leben, der Erde sehr ähnlich ist. Sie kommen jährlich ein- bis zweimal in kleinen Gruppen vorbei und entführen ihre Opfer für wenige Stunden. Und ich kann dir auch den Grund dafür sagen, mein Sohn. Sie sind ebenso Sauerstoffatmer wie wir Menschen auch. Woher ich das alles weiß? Sie haben die selben Experimente auch mit mir gemacht! Es war am 4. Januar 1978, etwa zwanzig Kilometer von Zaragoza entfernt. Sie haben mich auf eines ihrer Schiffe geholt und mir Fragen gestellt! Fragen gestellt! Sie kommunizieren über Gedankenübertragung!"

Langsam dachte ich, dass mein Vater sie nicht mehr alle hatte! Dachte er sich diese ganze Gesichte aus, um mir und der Nachwelt einen mortz Schrecken einzujagen? Zumindest hat es funktioniert. Aber mein Vater wirkte auf dem Video sehr ernst. Fast schon, als wäre jemand hinter ihm her gewesen. Vielleicht war er auch einfach nur wahnsinnig.

"Wenn du nicht willst, dass die Erde irgendwann von diesen Lebewesen überrant wird, dann baue das Schiff fertig zusammen und starte nach Alpha Centauri. Ich wünsche dir viel Glück, mein Sohn. Ach ja, bitte vernichte dieses Video, nachdem du es dir einmal angesehen hast. Niemand darf von dieser Geschichte erfahren. Das letzte, was wir gebrauchen könnten, ist eine Massenpanik. Pass auf dich auf, Joaquínito. Ich liebe dich!"

Somit erlosch das Bild und nur Rauschen war wieder zu hören. Ich konnte mir nichtmal im entferntesten vorstellen, dass irgendetwas an den Alien-Geschichten wahr war. Aber anscheinend war es das ... das sagte zumindest mein Vater.

"Wir hatten befürchtet, dass soetwas passiert", sagte eine Stimme. Ich drehte mich sofort herum und erkannte Marcos, der aus dem Dunkeln herausschritt.
"Moment! Ihr habt davon gewusst?!", fragte ich entsetzt.
"Nein, aber jetzt wissen wir es. Dein Vater hat meinem Vater viel von den Entführungen erzählt, nachdem er angeblich entführt wurde. Wir hatten das erst für Wahnsinn gehalten, wie du das bestimmt gerade auch tust. Aber an der gesamten Geschichten ist etwas Wahres. Die US-Air Force hat das natürlich alles geheim gehalten und vorgegeben, dass ein Wetterballon abgestürzt sei. Schwachsinn! Seit ein paar Monaten messen wir Objekte, die sich mit einer irrwitzigen Geschwindigkeit der Erde nähern und plötzlich ihren Kurs ändern. Wir sind gottseidank die einzigen, die das sehen können. Aber wir hatten es erst für einen technischen Fehler gehalten. Allmählich glauben wir aber auch an diese Geschichten. Wenn dein Vater die Wahrheit sagt, dann müsste sich der Heimatplanet der Aliens im Alpha-Centauri-System befinden."
Dann habt ihr also die Schiffe mit dem Radar verfolgen können?", fragte Lucía erstaunt.
"Ganz richtig! Wie gesagt, erst hatten wir gedacht, es sei ein Technikfehler. Aber seit ein paar Tagen wissen wir, dass alles in Ordnung ist. Eigentlich wollte ich das euch morgen sagen, aber da ihr das Video schon gefunden habt, wisst ihr schon jetzt alles."
"Du hast dir dieses Video also angesehen?", fragte ich leicht irritiert und schritt ein paar Schritte auf ihn zu.
"Nein, das brauchte ich auch nicht. Mein Vater hat mir alles schon erzählt, bevor er dann zusammen mit deinem Vater starb."
"Miguel Peña? Wie sind die beiden gestorben?"
"Was hat dir dein Onkel denn erzählt, was passiert ist?"
"Autounfall", antwortete ich knapp.
"Nein, ganz sicher nicht! Sie wurden beide von den Außerirdischen getötet. Sie mussten herausgefunden haben, dass sie die Mittel zur Verteidigung der Erde haben ... oder zur Erkundung des Weltraums. Aber was sie nicht wussten, war, dass unsere Väter Kinder haben, die das Projekt vollenden. Einer der Gründe, weshalb das Video vernichtet werden muss. Ich kann dir sagen, dass auch die Außerirdischen unsere Sprachen verstehen. Sie müssen dafür noch nicht einmal den Mund aufmachen. Die Entführungen werden nicht mehr lange andauern. Bald werden sie ihre Forschungen einstellen und mit der Invasion beginnen. Deshalb ist es von größter Wichtigkeit, dass wir so schnell wie möglich in Richtung Alpha Centauri starten."


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Mi 10. Okt 2012, 20:15 
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Irrlicht
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4. Das Geheimnis von Kentaurus

Logbuch des Captains, 18. Juni 2012: Ich bin nun wieder zurück auf der KEROS-Station und habe mir das Video angesehen, was mir mein Vater hinterlassen hatte. Ich war sehr überrascht darüber, was er berichtet hat. Danach haben wir die Kasette vernichtet. Marcos hat anscheinend von den Geschichten über die Außerirdischen und deren Wahrheit gewusst. Jetzt wird ein Briefing stattfinden, indem wir unseren nächsten Einsatz besprechen.

"... Die Europa-Mission aufgeben?", fragte ein Mitglied des Vorstands unseres Konzerns. Es war Madeleine Weinerhagen, eine deutsche Wissenschaftlerin aus Hamburg. Sie war Astrophysikerin und natürlich von allen am schärfsten drauf den Jupitermond zu betreten.
"Tut mir Leid, aber wir dürfen nichts riskieren. Wir müssen sofort herausfinden, was in unserem Nachbarsystem vor sich geht. Es wird vorrangig eine Aufklärungsmission sein."
"Und wenn wir von diesen ... Aliens entdeckt werden?", fragte Lucía, die auch an der Besprechung teilnahm.
"Schnell das Weite suchen. Es sei denn das Militär traut uns zu das Schiff mit Waffen auszurüsten, was ich allerdings nicht glaube. Aber darüber machen wir uns später Gedanken. Vorrangig ist erst einmal zu sehen, ob denn überhaupt unsere Väter die Wahrheit gesagt haben", antwortete ich.
Kurz vor dem Ende der Besprechung verlegte Marcos den Start auf den 2. Juli. Somit hatten wir noch zwei Wochen Freizeit. Er sagte, er hätte eine Überraschung für mich. Darauf war ich sehr gespannt.

"Ein eigener Jet, hä?", grinste Lucía und lehnte sich genüsslich mit dem Kopf am Fenster an.
"Nun, er gehört ja nicht uns. Es ist lediglich eine ausgeborgtes Flugzeug. Aber komm erstmal, sonst verpassen wir noch unseren Flug", antwortete ich und stand auf, um zum Helikopter-Landeplatz zu gehen. Lucía und Marcos folgten mir.
Bloß sollte es nicht zum Festland gehen. Das Ziel war das alte Schiff der Küstenwache, welches auch zur Organisation gehörte. Laut Marcos befand es sich etwa zwanzig Meilen südöstlichen von der britischen Küste mit Kurs auf Spanien.
Wir erreichten das Schiff gegen Abend und das Wetter hatte sich kein bisschen verbessert. Der Helikopter setzte auf dem Helipad des Schiffes auf und wir stiegen mit unseren Sachen aus.
"Guten Abend!", sagte ein Mann im schwarzen Anzug, der auf uns zu kam. "Ich bin Agente Especial Luís Alvarado, von der CNI", stellte sich der Mann mit erhobener Stimme vor, da der Hubschrauber wieder abhob.
"Von der CNI?! Was, bitte, habe ich denn verbrochen?", fragte ich, als der Hubschrauber wieder auf dem Rückflug war.
Der Mann lachte. "Kommen Sie, besprechen wir die Einzelheiten drinnen. Hier ist es zu kalt.
Wir folgten dem Mann in die Mannschaftsmesse des Schiffes. Der Raum war leer und Alvarado setzte sich auf einen der Stühle an einem der Tische. Wir setzten uns ihm gegenüber.
"Nun, die Centro Nacional de Inteligencia hat vor ein paar Wochen einen Agenten in die USA geschickt, der sich für ein paar Tage als Techniker in Area 51 bewarb. Das war etwa zu dem Zeitpunkt, als Sie beiden sich dort als FBI-Agenten ausgegeben haben. Das hätte fast für den Aufflug des Agenten gesorgt."
"Und was möchten Sie jetzt wissen?", fragte Lucía.
"Ich möchte nichts wissen. Ich möchte Sie informieren. Der Agent ist an Einsatzbefehle gekommen, die von der Regierung an die US Air Force und die CIA gesandt wurden. Der Befehl lautete Sie beide zu beobachten. Sie haben mehrere Spione nach Barcelona geschickt, die Ihre Häuser rund um die Uhr beobachtet haben."
"Wie bitte?! Man hat uns beobachtet? Wieso hat man uns nicht gleich festgenommen?"
"Weil das eigentliche Ziel der USA nicht Ihre Beseitigung ist. Sie wollen herausfinden wie das Raumschiff funktioniert, welches Sie zusammengebaut haben. Ihre spektakuläre Flucht von Area 51 war von der Air Force eingeplant. Natürlich konnte vorher keiner Ahnen, dass Sie beide persönlich vorbeikommen. Man hat Sie entkommen lassen."
"Dann war das doch keine schlechte Idee denen den Rücken zu kehren, oder?", fragte ich.
"Genau! Wichtig ist auf jeden Fall, dass Sie beide nicht mehr in die USA zurückkehren. Mittlerweile sind Sie, Señor Megías, Staatsfeind Nummer 1. Man hat Sie mit Osama Bin Laden gleichgesetzt. Bisher hatten Sie nur Glück gehabt, dass man Sie nicht persönlich vernommen hat. Aber das wird in Zukunft vielleicht der Fall sein. Auf diesem Schiff sind Sie beide sicher", erklärte Alvarado.
"Kann man der Besatzung trauen?", fragte Lucía.
"Es gibt keine Personen, denen Sie mehr trauen können, als den Mitgliedern der KEROS. Sie sind zum größten Teil CNI-Agenten und Wissenschaftler."
"Und was ist Ihre Aufgabe?", fragte ich.
"Ihren Schutz zu sichern. Wir haben jetzt Kurs auf Almería genommen. Dort werden wir Sie zum Hangar fahren. Übrigens ist die Marsmission offiziell eine große und kostspielige Fälschung. Die USA erklärte es vor einigen tagen in den Nachrichten, dass dieser Flug nie stattgefunden hatte."
"Was?! Das ist also deren Rache?" Ich sprang auf und kratzte mir den Hinterkopf.
"Keine Rache. Bei denen heißt es wohl, entwerder Kooperation oder nichts."
"Aber in Nevada waren über hunderttausend Menschen, die den Start mitverfolgt hatten. Die können unmöglich so viele Menschen zwingen die Klappe zu halten, oder?"
"Nein, das können sie nicht. Es waren ja auch lediglich nur fünfzig Zivilisten anwesend, darunter auch Ihre Vater, Señora Montero. Allerdings hat man die meisten nie wieder gesehen. Sie starben entweder durch Brände oder Krankheiten. Alle anderen gehörten der CIA, der US Air Force und der Regierung an. Die Aufnahmen, die die Kamerateams der amerikanischen Fernsehsender gemacht haben, wurden so zurechtgeschnitten, dass nur das Schiff aus einigen Kilometern Entfernung zu sehen war. Ihre Rede, Señor Megías, hat nie stattgefunden. Mittlerweile gelten Sie noch immer als verrückt und durchgeknallt."
"Aber was ist mit den Aufnahmen, die ich auf dem Mars gemacht hatte?! Lucía hat das im Fernseher gesehen!", schrie ich fast.
"Alles nur in einem Studio aufgenommen. Einige Szenen hat man einfach weggelassen. Ich würde vorschlagen, dass Sie sich nicht mehr an die Öffentlichkeit wenden, Señor Megías. Es ist zu gefährlich", sagte Alvarado und stand auf, um den Raum zu verlassen.


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