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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Di 29. Mai 2012, 21:05 
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Irrlicht
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"Verdammt! Jetzt wissen die doch, dass wir nach Alamo fahren!", schrie ich fast, denn ich war so aufgeregt, dass ich kaum das Auto gerade halten konnte.
"Nein, wir fahren weiter nach Moapa Town. Das sind nochmal neunzig Kilometer. Dort werden wir unsere Klamotten los und wechseln in den öffentlichen Verkehr!", antwortete er und atmete hörbar aus. "Das war eng, nicht?"
Das war so gar nicht witzig! Ich war total wütend auf Joaquín, aber irgendwie auch dankbar, da er unsere Hintern aus dem Schlamassel geholt hatte.
"Ich glaube, es wäre sinnvoll wieder unsere alten Namen zu benutzen, da die ja wissen, wer Fernando Reyes und Paulina Torres sind."
"Nein, die beiden gibt es nicht, und das wissen sie. Ich wette, die haben nachgeforscht. Wahrscheinlich haben die in Washington angerufen und festgestellt, dass es nie eine Lieferung mit zwei FBI-Agenten gab. Aber das Gute ist, dass wir jetzt mein Artefakt haben. Wir müssen nur noch unentdeckt nach Spanien gelangen.
"Und wenn die am Flughafen unser Gesicht erkennen?", fragte ich.
"Wir fliegen nicht. Ich versuche eine andere Methode", sagte Joaquín und holte sein Langstreckenkommunikationsgerät aus seinem Aktenkoffer. Dabei wählte er die Nummer von Marcos, der dann sofort ans Telefon ging.
"Es tut mir unendlich leid, was da passiert ist! Aber die Männer in Area 51 haben an Wilston gezweifelt, deshalb hat er versucht unbemerkt zu verschwinden. Sonst wäre alles aufgeflogen!"
"Unbemerkt zu verschwinden?! Mit einer Lockheed C-5 "Galaxy", dem drittgrößten Frachtflugzeug der Welt?! Du willst mich wohl verarschen!", brüllte Joaquín ins Telefon.
"Nein, ganz und gar nicht! Er hat es geschafft und ist auf dem Weg nach New York, um wieder aufzutanken. Die Airforce wird glauben, dass er nach Westen fliegt, da ich den Kampfpiloten den falschen Kurs zugesandt habe! Wilston kann entkommen und euch in New York wieder aufnehmen. Wo seid ihr jetzt?"
"Gerade aus Area 51 geflohen und sind auf dem Weg nach Moapa Town, etwa hundertachtzig Kilometer entfernt. Dort werden wir untertauchen."
"Okay, vielleicht kann ich einen Hubschrauber organisieren, der euch abholt."
"Halt, warte! Keinen Hubschrauber. Das würde auffallen. Schicke jemanden in einem Auto oder Transporter."
"Okay, das mache ich. Dazu müsst ihr beide aber nach Flagstaff in Arizona. Ich werde Wilston Bescheid geben, dass er in Oklahoma City landen soll. Dort wird die Airforce nicht suchen", sagte Marcos und legte auf.
"Also, wo lang geht es denn nach Flagstaff?", fragte ich und bog auf einen Highway.
"An Alamo vorbei, dann weiter in Richtung Süden nach Las Vegas und dann Osten immer der Straße folgen", antwortete er.
"Woher weißt du denn das schon wieder?"
"Ich habe letzte Woche die Gegend auf der Landkarte studiert. Oklahoma City ist 1.600 Kilometer von Las Vegas entfernt. Das wird eine ziemlich lange Reise!", sagte er und lehnte sich zurück. Ich schaute aus dem Fenster und in den Spiegel. Wir wurden nicht verfolgt! Das war schon fast gruselig und ich war kurz davor umzukehren, um selber herauszufinden, was da los war.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Mi 30. Mai 2012, 15:32 
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Irrlicht
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Hatten wir uns etwa in Luft aufgelöst? Es war so, als hätten uns die Leute einfach die Tür geöffnet, sodass wir gehen konnten. Sogar, als wir an Alamo vorbeifuhren war nichts zu erkennen. Kein schwarzer Geländewagen, kein Hubschrauber und keine Kampfjets. Wir erreichten gegen Sonnenaufgang Moapa City, wo wir an einer Tankstelle hielten, um zu tanken und selber Nahrung aufzunehmen. Und natürlich legten wir unsere Anzüge ab. Wir waren nun wieder in unserer gewöhnlichen Einbrecher-Kleidung gehüllt.
Wir öffneten die Tür zum Diner und bestellten uns gleich unser Essen.
"Ich kann es einfach nicht fassen, was wir hier tun!", zischte Lucía und stocherte mit der Gabel in ihrem Pfannkuchen herum.
"Wir kriegen das schon hin. Wir geben es der Airforce ja wieder, sobald wir mit unserer Mission fertig sind ... mit meiner Mission", antwortet ich und nahm einen Schluck Kaffee. "Jetzt müssen wir erst einmal schauen, dass wir nach Flagstaff kommen, ohne großartig aufzufallen."
"Und dann? Der Fahrer fährt uns dann weiter nach Oklahoma City? Zu diesem wahnsinnigen Piloten?"
"Lucía, der Mann hatte einen sehr guten Grund für sein Verschwinden. Immerhin hat der General bemerkt, dass wir nicht vom FBI waren, Gott sei Dank zu spät. Sonst hätte er uns nie in das Lager gelassen."
"Aber wie konnte der Pilot entkommen? Über tausend Leute arbeiten in dieser Basis und keiner hat das Starten der Maschinen gehört? Außerdem dauert es fast eine Ewigkeit, bis er an der Startbahn angekommen ist!"
"Ja, aber niemand konnte ihn aufhalten. Ich sah nirgends einen Panzer, der vielleicht ein Loch hineingeschossen hätte. Man kann wohl kaum zu Fuß eine solch große Frachtmaschine aufhalten. Die überrollt dich doch glatt! Außerdem haben zwaei Jäger die Maschine verfolgt."
Ich machte mir eigentlich auch Sorgen um meine Heimreise, aber Marcos hatte uns versichert, dass Wilston den beiden F-16 entkommen war, obwohl ich das für sehr unwahrscheinlich hielt. Immerhin konnte man dieses Flugzeug wohl kaum übersehen.
Um nicht ewig in der Höhle des Köwen zu lungern, bezahlten wir schnell die Kellnerin und verließen die Stadt in Richtung Flagstaff über Las Vegas.
Wir waren fast die einzigen auf der Straße, weshalb ich wieder ein mulmiges Gefühl bekam. Doch wir mussten anhalten, weil ich pinkeln musste. Je länger ich am Straßenrand stand, desto größer wurden meine Befürchtungen, die sich zwei Minuten später bewahrheitet hatten! Ein schreckliches Sausen übertönte jede Art von Geräusch. Ich drehte mich herum und sah über dem Highway einen Jet heranfliegen. Wie von der Tarantel gestochen hechtete ich ins Auto und signalisierte Lucía mit einem "Gib Gummi!", dass wir Probleme hatten. Sie drückte so sehr ins Gaspedal, dass die Reifen nur so quietschten. Der Jäger schoss mit einer irrsinnigen Geschwindigkeit über uns hinweg.
"Das ist eine F-35!", bemerkte ich und verfolgte den Jäger mit den Augen. "Und er kommt zurück!"
Der Jäger drehte und flog nochmal über unseren Köpfen hinweg, dann drehte er aber in Richtung Nordwesten und verschwand.
"Wo will der hin?", fragte Lucía und konzentrierte sich wieder auf die Straße.
"Zurück zum Stützpunkt. Gleich wird es hier nur von Helikoptern wimmeln. Wir sollten so schnell wie möglich nach Las Vegas und dann mit einem Taxi oder Bus nach Flagstaff fahren. Den Wagen lassen wir dort!", sagte ich und lehnte mich wieder zurück.

Nach einer halben Stunde erkannten wir schon aus der Ferne die nicht glänzende und glitzernde Stadt Las Vegas, da es Tag war. Wir mussten äußerst vorsichtig sein, denn die Polizei konnte uns schon auf den Spuren sein. In einem Parkhaus, gegenüber von einem Hotel, parkten wir den Wagen und tauchten in der Menge unter.
In einem Geschäft kauften wir uns andere Kleidung und Sonnenbrillen, sodass wir wie Touristen aussahen. Unsere alten Klamotten stopften wir in einen gekauften Rucksack, zudem auch die Walkie-Talkies, das Langstreckenfunkgerät, mein außerirdisches Teil und den Handcomputer, den wir die ganze Zeit nicht gebraucht hatten.
Ich hatte Recht mit meiner Vermutung. Zwei Streifenpolizisten wandelten durch die Gegend und fragten in Geschäften nach Personen, die auf den Bildern abgebildet waren. Fast hätte mich auch eine Polizistin gefragt, aber diese wurde durch ihren Kollegen unterbrochen.
"Margeret, ich habe jemanden gefunden, der unsere beiden Verbrecher gesehen hat", sagte ein älterer Polizist und verließ mit seiner Kollegin das Geschäft. Das war eng! Beinahe hätte mich die Polizistin erkannt, dann wären wir nicht weiter nach Oklahoma City gekommen. Gott hatte gerade seine Hand im Spiel. Wahrscheinlich wollte er, genau wie ich, den Weltraum kennenlernen.
Lange sollte unser Las-Vegas-Aufenthalt ja nicht dauern, denn irgendwann würde wieder ein Polizist fragen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Mi 30. Mai 2012, 20:38 
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Irrlicht
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Da entkamen wir wieder! Die Airforce hatte wirklich lausig gearbeitet und wir waren auf dem Weg in die Freiheit, nach Flagstaff in Arizona. Aber bis nach Oklahoma City war es eine sehr lange Strecke, zumal wir durch ganz New Mexico mussten.
Die Taxifahrt erschien endlos zu sein, aber wenigstens verfolgten uns keine Düsenjets. Doch ein schwarzer Geländewagen mit vier in schwarz gekleideten Männern fuhr an uns vorbei, aber die beachteten uns gar nicht.
Flagstaff war nicht mehr weit. Wir hatten keine Probleme mehr, bis wir vom Highway abfuhren. Joaquín hatte noch einmal Marcos angerufen, um genau zu erfahren, wo sich der Mann mit dem Wagen befand. Er bezahlte den Taxifahrer, als dieser auf einem Parkplatz hielt, der zu einem Supermarkt gehörte. Das war sein und unser letztes Geld, was wir weggeben mussten.
Aber da wartete auch schon der Mann. In einem grauen Ford, der mitten in der Menge stand und gar nicht auffiel, saß ein völlig normaler Mann und wartete. Ich klopfte an der Fensterscheibe und winkte. Er verstand und öffnete uns die Türen; ich setzte mich auf den Beifahrersitz.
"Dann müsst ihr beiden Joaquín und Lucía sein, nicht wahr?", fragte der Mann.
"Ja, die sind wir", antwortete Joaquín.
"Sehr gut, nennt mich einfach Del. Also soll es nach Oklahoma City gehen, ja?"
"Ja, zum Flughafen, falls unsere nächste Mitfahrgelegenheit überhaupt dort ist oder landen wird!", antwortete Joaquín und verdrehte die Augen. Del lachte kurz auf, ließ den Motor an und fuhr wieder zurück auf den Highway. Allerdings nicht, ohne Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Ich schaute kurz in den Rückspiegel und bemerkte einen schwarzen Geländewagen, der uns dicht an den Fersen klebte. Und zwar der, der vor kurzem erst genüsslich an uns vorbeigefahren war.
"Die Airforce?", fragte ich, nachdem Del ebenfalls in den Rückspiegel geblickt hatte.
"Oder das FBI. Ich meine ... das echte FBI", sagte Del und grinste.
Er überholte einen Lkw, einen Tanker und gab immer mehr Gas. Schließlich bemerkten es die Männer in Schwarz und gaben ebenfalls Gas. Und nicht nur das! Ein hubschrauber, ebenfalls schwarz, verfolgte uns auch!
"Das war eine kurze Reise!", sagte Joaquín und behielt den Wagen im Auge.
"Keine Sorge! Wenn wir nicht angehalten werden, kann uns nichts passieren", sagte Del. In dem Moment, als er das sagte, zersprang plötzlich die Heckscheibe. Einer der Männer hatte das Feuer eröffnet.
"In Deckung!", zischte Joaquín, zog sich eine Maske über und erwiderte das Feuer. Währenddessen versuchte Del den Wagen an den vielen Lastern und Bussen vorbeizuquetschen, doch keine Chance! Der schwarze Geländewagen war so dicht an uns dran, dass der Fahrer unseren Auspuff berühren könnte. Joaquín zielte auf die Reifen, aber der Wagen wich immer wieder aus.
"Fährt diese Kiste denn nicht schneller?!", rief Joaquín, während er Schutz am Fußboden suchte. Die Kiste fuhr schneller! Bloß hatte Del nie die Gelegenheit gehabt richtig Gas zu geben. Aber schließlich fand er eine gerade Strecke und drückte ordentlich in die Eisen. Joaquín rollte am Fußboden entlang, gab manchmal einige Geräusche von sich, wie "Aua!" und "Autsch!". Die Geländewagen wurde immer kleiner, dafür der Hubschrauber immer größer. Allerdings war der nicht bewaffnet.

Bis nach Albuquerque verfolgte uns diese Blechbüchse und wir konnten sie nicht abhängen. Ab Amarillo hatten wir ein ganzes Geschwader an Plozeiwagen, die blinkend und quietschend hinter uns her drifteten. Wir hatten ein paar Mal die Gelegenheit zu tanken. Dafür musste Del aber halsbrecherische Manöver durch Kleinstädte hinlegen. Aber er hatte es hinbekommen.
In Weatherford, kurz vor Oklahoma City, aber, gelang es Del die Streifenwagen und den Helikopter abzuhängen, indem wir uns während einer Zeit, in der uns keine Wagen an den Fußsolen klebten, in einem Parkaus versteckt hatten ... für mehrere Stunden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Mi 30. Mai 2012, 21:05 
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Irrlicht
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Ich konnte gar nicht aufzählen, wie oft ich den letzten acht Stunden Glück gehabt hatte. Das war wirklich außerirdisch. Es war gut, dass die Polizei noch nicht mitbekommen hatte, dass wir uns in einem Parkhaus versteckt hatten.
Anscheinend hatten sie die Suche ausgedehnt. Nach zwölf Stunden schließlich fuhr Del ganz lässig aus dem Parkhaus und weiter nach Oklahaoma City! In unsere Freiheit!
Am Flughafen gab er einem Wachmeister, der bis dahin nocht nicht gedacht hatte, seine Papiere und wir durften ungestraft auf ds Flughafengelände. Die C-5 wartete schon seelenruhig auf ihrem Parkplatz und Major Wilston stand direkt neben ihr. Wir bedankten uns bei Del und begaben uns in die Maschine.
"Hey Leute, wie schön, dass ihr noch lebt! Das hätte auch anders ausgehen können!"
"Stimmt! Das hätte es! Wir hätten einfach ohne Probleme wieder nach Hause fliegen können ... ohne Probleme! Hoffentlich wissen die noch nicht, wer wir wirklich sind! Wir hatten fast nur Glück!", sagte ich und setzte mich auf einen Passagiersitz.
Der Major lächelte, verschloss die Ladeluke und begab sich ins Cockpit.
"Wisst ihr, was es für ein Aufwand war die Airforce, das FBI und die Regierung davon zu überzeugen, dass das hier nicht die gefälschte C-5 ist, sondern eine gewöhnliche Frachtmaschine, die Hilfsgüter nach Afrika bringen soll?", rief Wilston aus dem Cockpit. "Und habt ihr eine Ahnung, wie sehr sich Marcos bemüht hatte das Flugzeug auf dem Radarschirm der Flugsicherung als eine Maschine mit Kurs auf Afrika darzustellen? Natürlich werde ich, nachdem ich euch in Barcelona abgeladen habe, weiter nach Afrika fliegen. Wir mögen jetzt zwar Illegale geworden sein, aber Monster sind wir noch lange nicht. Denn das Zeug in den Kisten sind wirklich Hilfsgüter!"
"Wir sind euch beiden sehr dankbar, Major. Und jetzt bringe uns bitte so schnell wie möglich in Richtung Heimat. Ich habe heute genug von den USA gesehen ... und gespürt", antwortete ich und schlief ein. Auch Lucía schienen die Augen zuzufallen.
Da saßen wir wieder! Während der Major uns nach Hause flog, schliefen wir tief und fest ...

Es war wieder das Rütteln, was uns erweckte. Nur dieses Mal waren wir bereits auf einem Parkplatz. Die Luft, die nicht mehr so frische Luft Barcelonas schmuggelte sich in meine Nase und gab mir das Gefühl von Heimat.
Wir gingen die Rampe hinunter, bedankten uns bei Wilston, verließen das Gelände, fuhren mit der U-Bahn nach Hause - oder eher, in mein Labor - und ruhten uns aus.
"Das war wirklich der schrägste und gefährlichste Urlaub, den ich je gemacht habe!", sagte Lucía und atmete hörbar und entspannt aus.
"Oh ja! Wir hatten wirklich eine beträchtliche Menge Schwein! Aber nun, kann ich mein Projekt vollenden!", sagte ich, öffnete den Aktenkoffer und holte meinen kleinen Apparat heraus.
"Wegen diesem Stückchen sind wir um die halbe Welt gereist, sind in Area 51, dem am besten gesicherten Stützpunkt der Welt, eingedrungen, sind danach quer durch die Staaten vor dem FBI, der Airforce und der Polizei geflüchtet, um zu einer Maschine zu gelangen, die uns erst im Stich gelassen hatte. Wie viel kostet dich das?", fragte Lucía.
"Im Flugzeug sagte Marcos zu mir, dass er für das ganze Spektakel, außer der Verfolgungsjagd und dem Fahrer, etwa 250.000 Euro haben will. Du weißt schon, Sprit für die Maschine, Fälschung der Ausweise, Bezahlung für den Major, das Hacken ins FBI-System und die Fälschung Papiere für El Prat. Auf jeden Fall war es das mir Wert!"
"Das ist schon krass! Was man nicht alles für einen Traum tut, nicht wahr?", sagte sie und lächelte.
"Oh ja!" Ich schaute ihr kurz in die Augen und wollte meinen Blick wieder abwenden, aber das ging irgendwie nicht. Sie hatte mich mit ihrem Blick gefangen! Sie hatte so wunderschöne Augen, dass man glatt darin ertrinken konnte.
Langsam näherte sich ihr Kopf dem meinen. Auch ich rückte ein wenig näher und schließlich berührten sich unsere Lippen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Mi 30. Mai 2012, 22:40 
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Irrlicht
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3. Aufbruch

Logbuch des Captains, 10. Juni 2012: Ich bin der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt! Nicht nur, weil sich Lucía in mich verliebt hat, sondern auch, weil endlich das letzte Teil an meinen Hyperantrieb installiert wurde. Alle Erfindungen waren bereit, alles an Software wurden installiert und ich habe auch den Hangar meines Vaters wiedergefunden. Die letzten Feinheiten wurden noch erledigt und die Erfindungen sind bereits in den USA, in dem unterirdischen und gewaltigen Hangar, wo sich das große Raumschiff noch befindet. Das Installieren der Erfindungen in dem Schiff war das allerschwierigste, weil mein vater mir nie gesagt hatte, wo ich das machen sollte! Und es ist ein sehr großes Schiff. Aber auch diese Hürde habe ich überwältigt.

Das einzige, was noch fehlte, war, dem Schiff einen Namen zu verpassen. Ich hatte da an De Madrugada gedacht, was so viel bedeutete, wie in aller Frühe. Und hinter diesem Namen steckte auch schon der passende Grund! Eigentlich war es viel zu früh für die Menschheit solch ein Schiff zu bauen, was das Sonnensystem zu Lebzeiten verlassen konnte. Man hatte vorher ja nur Menschen auf den Mond geschickt und der Mars war 2012 noch viel zu weit weg. Es wurden Astronauten trainiert, die eine zweijährige Reise zum Mars antreten sollten. Zwei Jahre auf einem Schiff, das zudem noch wenig Platz bot. Außerdem war das Design der Raumschiffe des 21. Jahrunderts, außer den Spaceshuttles, die ja abgeschafft worden sind, ziemlich lasch. Mein Schiff, oder eher, das meines Vaters, hatte ziemlich viel Stil. Die Farbgebung war zwar nicht die beste, aber trotzdem hatte es die Form eines Raumschiffes, welches man nur aus dem Science Fiction kannte.
Mein Schiff sollte in aller Frühe einen Weltrekord brechen und die Voyager 1, die noch nicht einmal in der Nähe der Grenze zwischen Sonnensystem und den unendlichen Weiten ist, überholen und wimmernd zurücklassen.
Es war ein wahrhaftig tolles Gefühl sich auf der Brücke des Schiffes zu befinden. Sie bestand aus einer Frontscheibe, zwei Konsolen für Pilot und Copilot, zwei Konsolen für andere Systeme und einem Tisch in der Mitte. Zudem hatte ich noch ein Head-up-Display in der Frontscheibe installiert.
Alle Gegenstände befanden sich an ihren Plätzen und ich war der einzige auf dem Schiff. An der Erdoberfläche hatten sich mittlerweile hunderttausende Menschen zusammengefunden, die dem Start beiwohnen wollten. Irgend ein Mann hatte wohl die Klappe aufgerissen, dass hier in Nevada sich ein tolles Ereignis abspielen wird, und schon waren die Leute da. Ich hatte sogar gehört, dass Lucías Vater dabei war, und auch José. Sehr gut!
Meine Mission bestand aus einer kurzen Reise zum Mars und danach weiter in Richtung Jupiter. Schließlich sollte es dann nach Proxima Centauri gehen, worauf ich mich schon wie ein kleines Kind freute. Allerdings musste ich ständigen Funkkontakt mit NORAD halten, einer Militärbasis für Luft- und Raumüberwachung in Colorado.
Nun war es soweit! Der Erdboden über mir klappte zur Seite und der Boden, auf dem mein Schiff stand, erhob sich nach oben! Da die Trägheitsdämpfer noch nicht aktiv waren, konnte ich das spüren.
Die Menge staunte nicht schlecht über die Größe meines Schiffes. Auf der weißen Hülle stand in dunkelroten Lettern: De Madrugada, EC-ESB. Dahinter war die spanische Flagge abgebildet.
Vor meinem Aufbruch sollte ich allerdings noch eine Rede halten, damit das nicht so schamlos herüberkam. Ich verließ also die Brücke und auch mein Schiff, ging eine schmale Gangway hinter auf eine Bühne und stellte mich vor einen Pult.
"Meine lieben Damen und Herren!" Das Mikrofon quietschte ein wenig, gab dann aber Ruhe. Ich räusperte mich und fing noch einmal an. "Meine lieben Damen und Herren. Mittlerweile ist es etwa fünfundfünfzig Jahre her, als Juri Gagarin seinen Hintern als erster Mensch in den Weltraum schob." Knapp die Hälfte der Anwesenden begann zu lachen. "1969 setzte Neil Armstrong seinen Fuß als erster Mensch auf den Mond. Und dieses Mal werde ich, für alle, die es noch nicht wissen, Joaquín Fernando de la Vega Vásquez meinen Hintern zum Mars befördern - innerhalb einer Stunde. Dies habe ich einem selbst entwickelten Antrieb zu verdanken, dem Plasmaantrieb. Manche Wissenschaftler grübeln heute noch über die Funktionsweise eines solchen Antriebes. Aber ich versichere euch, dass ich mit denen nichts am Hut habe. Als nächstes werde ich zum Jupiter fliegen und auf dem Eismond Europa landen, falls es denn die Oberfläche zulässt. Und der hauptsächliche Teil meiner Mission wird der Besuch im Nachbarsystem Proxima Centauri sein. Ich werde ständigen Funkkontakt mit Norad, der Luft- und Weltraumüberwachung in Colorado, halten. Ihr fragt euch sicherlich wie das gehen soll, denn bis ein Funksignal in Proxima Centauri ankommt, bin ich längst wieder auf der Erde ... das hoffe ich jedenfalls. Ich kommuniziere durch gekrümmten Raum, sodass die Übertragungszeit etwa genau solange dauern wird, wie, als würde ich mit meinem Telefon meinen Nachbarn anrufen. Oh! Ich sehe, dass meine Redezeit zuende ist. Jetzt bleibt eigentlich nur noch eines zu sagen: Es ist ein kleiner Schritt, aber ein großer für die Menschheit! Dankeschön!" Die Menge brach im tosenden Beifall aus. Zuletzt lächelte ich der Menge entgegen und winkte.
Ich hatte mein Ziel erreicht, naja ... fast, und zudem konnte mich keiner mehr einen Spinner nennen. Ich machte auf dem Absatz Kehrt und wollte gerade die Rampe hochlaufen, als ein Mann vor mir stand ... in Uniform. Ich erkannte sofort das strenge Gesicht von General Mike O'Hara aus Area 51. Mein Körper wurde von einer Flut aus eiskaltem Gefühl getränkt, sodass ich kein Wort mehr herausbekam.
"Ich habe doch gewusst, dass ich Sie irgendwo her kenne, Agent Reyes ... Mister de la Vega."
Ich schluckte hörbar und drehte mich langsam zu den Soldaten um, die am Fuße der Bühne standen und mir ausdruckslos entgegen starrten.
"Señor O'Hara, ... also, falls Sie mich jetzt verhaften wollen, bitte ich Sie darum es nicht zu tun. Es war eine nahezu verzweifelte Operation. Wenn ich von meiner Reise zurückkomme, werde ich Ihnen Ihr wundervolles Artefakt wieder zurückbringen. Versprochen!"
"Ich bitte Sie! Wer redet denn hier von Verhaften? Machen Sie sich jetzt darum mal keine Sorgen mehr! Ich sehe ja gerade, dass Sie und Ihr Vater mehr in Sachen Forschung erreicht haben, als jeder Wissenschaftler in der Geschichte der US-Airforce! Ich werde Sie nicht mehr verhaften wollen, wenn Sie eine Kooperation mit der US-Airforce eingehen!", schlug der General vor und reichte mir die Hand.
Ich überlegte kurz und sagte dann: "Einverstanden! Ach ja, wie geht es denn eigentlich den beiden Soldaten, die ich angeschossen habe?"
"Ihnen geht es wieder prächtig! Als sie erfahren haben, dass Sie der jenige waren, der sie angeschossen hat, waren sie erst in tosendes Gelächter ausgebrochen. Aber dann haben sie von dem Start heute gehört ..."
"Da bin ich aber froh! Wenn Sie mich nun entschuldigen, ich habe noch eine lange Reise vor mir!", sagte ich und wollte gerade die Rampe hinauflaufen, als der General nochmal meinen Namen rief. Ich drehte mich herum und dieser salutierte vor mir. Ich erwiderte den militärischen Gruß.
Schnell bewegte ich mich auf die Brücke und auf den Sitz des Piloten. Ich hatte leider keine Freiwillige gefunden, die mich auf der Reise begleiten könnten, aber das war nicht schlimm. Lucía war eigentlich bereit mitzufliegen, aber das erlaubte ich nicht, denn es handelte sich immerhin um einen noch nie getesteten Antrieb, der ein Schiff durch gekrümmten Raum befördern konnte - viel zu gefährlich!
Ich fuhr die beiden Triebwerkselemente hoch und wartete, bis diese warmgelaufen waren.
"Plasmaantrieb - aktiviert! Fusionsreaktor - aktiviert! Hyperantrieb - noch offline! Manövriertriebwerke - aktiviert! Langsam den Gashebel nach vorne drücken und etwa zwanzig Meter zur Demonstration über dem Boden schweben. Demonstration abbrechen, Schwebemodus deaktivieren, Fahrwerk einfahren, Trägheitsdämpfer einschalten, künstliche Schwerkraft auf 9,81 m/s² und auf die Eskortstaffel warten." Die Checkliste war abgeschlossen und auf dem Radarschirm hatte ich auch schon die vier F-35, die langsam heranflogen, um mich zu einer bestimmten Höhe zu eskortieren.
"Und nun, Geschwindigkeit auf 0,2 Kilometer pro Sekunde." Alles war perfekt abgestimmt. Die Jäger eskortierten mich auf eine Höhe von dreißigtausend Fuß.
"De Madrugada, hier Colonel Hennings. Wir drehen nun ab. Viel Glück und guten Flug, Mister de la Vega!", ertönte die Stimme des Offiziers, der die Staffel leitete.
"Habe verstanden Colonel, danke! Over und out!" Der Himmel vor mir wurde langsam dunkler und verwandelte sich in ein tiefes Dunkelblau, bis nur noch die Sterne und der schwarze Hintergrund zu sehen waren. Einige hellere Flächen der Milchstraße waren noch zu erkennen. Von meinem Platz aus hatte ich einen Blick von hundertachtzig mal hundertachtzig Grad. Ich war der Frontscheibe ziemlich nah, und der Weltraum auch. Davon hatte ich mein ganzes Leben geträumt und jetzt war es Wirklichkeit! Ich zwickte mich mehrmals in den Arm, da ich befürchtete, dass es sich um einen Traum handeln könnte, aber so war es nicht! Ich sandte noch einen letzten Funkspruch nach Norad, damit sie Bescheid wussten, wie es voranging. Überall an der Außenhülle waren Kameras installiert, die Audio- und Videosignale per Subraum zur Erde schicken sollten, und das taten sie auch.
"Mission Control, ich befinde mich jetzt in der Umlaufbahn der Erde und nehme Kurs auf den roten Planeten. Ich melde mich in einer Stunde noch einmal", sagte ich und schaltete das Funkgerät ab.
Der Mars befand sich etwa eine Astronomische Einheit von der Erde entfernt. Wir hatten uns diese Entfernung ausgesucht, da der Mars sich von der Erde entfernte, oder eher, die Erde entfernte sich vom Mars. Falls es länger gedauert hätte, wären wir wahrscheinlich auf der anderen Seite der Sonne. Dann würde die Reise noch länger dauern.
Ganz in der Ferne erkannte ich einen kleinen roten Stern, der mein Ziel sein sollte. Mein erster Teil der Mission bestand darin auf dem Mars zu spazieren, Gesteinsproben zu entnehmen, zu den Polkappen zu fliegen, um dort ebenfalls Proben zu sammeln, und Fotos schießen von der Umgebung zu schießen.
Das war meine Mission! Und die hatte erst gerade begonnen!


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Do 31. Mai 2012, 22:10 
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Langsam sank die Sonne hinter einem Berg in Richtung Boden. Noch immer starrte ich in den Himmel und schaute den Sternen zu, wie sie langsam auftauchten. Das war es also! Joaquín, mein geliebter Joaquín war nun weg! Die Menge hatte sich verzogen und ich saß auf einem Stein.
"Hier steckst du also!", erklang plötzlich die Stimme meines Vaters. Der Mann war in einem weißen Hemd und einer Sonnenbrille gkleidet, die er aber nicht aufgesetzt hatte, da die Sonne nicht mehr arg so hell war.
"Ja ..., hier bin ich", antwortete ich, ohne den Blick vom Himmel abzuwenden.
"Weißt du, ich hatte das wirklich nicht für möglich gehalten, dass so viel in dem Jungen steckt. Ich möchte mich bei dir entschuldigen, meine Tochter. Ich habe nicht das Recht gehabt so über Joaquín zu urteilen!", sagte mein Vater und zeichnete einige Kreise in den Sand.
"Du musst dich nicht bei mir entschuldigen, sondern bei Joaquín. Er hat dich wirklich die ganze Zeit respektiert und bewundert, und du bist auf ihm herumgetrampelt."
"Du hast Recht! Wenn er wieder zurückkommt, werde ich um Verzeihung bitten!"
"Falls er wieder zurückkommt!"
"Was meinst du denn damit?"
"Papa, Joaquín ist weder ein Astronaut noch ein Soldat, der darauf spezialisiert ist in der Wildnis zu überleben. Zwar kennt er den Weltraum wie kein anderer, aber er ist doch noch recht unerfahren!"
"Er ist ein pfiffiger Bursche! Er hat uns gewaltig in die Zukunft gebracht. Ich denke, er hat noch mehr auf dem Kasten! Immerhin ist er erst fünfundzwanzig."
"Das ist es ja! Er ist sehr jung und ... Ach, ich mache mir einfach Sorgen um ihn. Ich habe Angst, dass er nie wieder einen Fuß auf die Erde setzen wird. Ich meine, wir haben uns ja erst vor einem halben Jahr kennengelernt. Ich kannte ihn damals als einen witzigen, verrückten und sehr lieben Jungen, der vor nichts zurückgeschreckt ist. Ich glaube, er ist ein wenig zu mutig, denn er wird in ... zehn Minuten einen Fuß dahin setzen, wo noch nie jemand gewesen ist. Was ist, wenn irgendetwas kaputt geht?", fragte ich und warf einen Stein vor meine Füße.
"Dann wird er es reparieren können. Er hat mit Sicherheit Ersatzteile an Bord. Was soll denn sonst die hundert Meter Länge des Schiffes ausfüllen?", sagte er und streichelte beruhigend meinen Rücken. "Übrigens, du hast Recht gehabt. Ich war tatsächlich neidisch auf Joaquín. Er war einfach so lebensfroh und hatte ein gewaltiges Ziel vor Augen. Ich war einfach von seinem Ergeiz geblendet. Bitte verzeih mir auch das!" Ich nickte leicht und umarmte meinen Vater. Das war toll! Endlich hatten diese Spukereien aufgehört und die Welt sollte Joaquín in Ruhe lassen. Ich war mächtig stolz auf meinen Vater und auf Joaquín!


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Do 31. Mai 2012, 22:51 
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Irrlicht
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Logbuch des Captains, 10. Juni 2012, Weltraum: Es ist jetzt genau 18.00 Uhr abends, Mountain Standart Time, und ich bin gerade in einem geostationären Orbit des Planeten Mars. Der rote Planet sieht wirklich wunderschön aus. Ich suche nach einem geeigneten Landeplatz in der Nähe des Valles Marineris, dem größten Tal des Sonnensystems.

Valerie, so hieß mein Computer, wollte mir einfach nicht die passenden Antworten geben auf meine Frage geben: "Wieso kann ich nicht auf diesem Landeplatz landen?!" Ich tippte mit dem Finger auf einen Fleck auf einer kleinen Landkarte.
Ich bekam immer als Antwort: "Nicht genügend Informationen vorhanden!" War dieser Computer nicht lernfähig? Das sollte er aber. Ich schrieb einige Befehle in ihrem Programm um und stellte eine neue Frage: "Welchen Landeplatz empfiehlst du?"
"Ein passender Landeplatz befindet sich genau 3,458 Kilometer südlich von der südlichsten Spitze des Valles Marineris. Soll ich selber den Landevorgang erledigen?", fragte Valerie. Ich hatte sie so genannt, da eine Wissenschaftlerin aus Israel mir damals geholfen hatte das Programm zu schreiben. Außerdem hatte der Computer ihre Stimme bekommen.
"Endlich! Ja, bitte lande in deinem empfohlenen Sektor!", sagte ich und genoss den Landeanflug.
"Sicherheitscode erforderlich!" Ich musste meinen Fehler einsehen. Ich hätte Valerie nicht auf "paranoid" programmieren sollen. Sie stellte jeden meiner Befehle infrage und verlangte fast immer den Sicherheitscode. Mein nächstes Ziel hatte ich mir schon vor Augen gesetzt: eine Stimmerkennung einzubauen.
Ich nannte ihr meinen persönlichen Befehlscode und sie gehorchte. Das rote Etwas, was seit etwa einer halben Stunde fast regungslos unter mir schwebte, schmuggelte sich in mein Blickfeld und wurde immer größer.
Die Zone, auf der Valerie landen sollte, war nicht sandig, sondern eher steinig. Laut dem Computer befand sich etwa zweitausend Kilometer nördlich der Landeplatz von Spirit, eines US-amerikanischen Marsrovers.
"Stopp! Befehl zurück! Lande bitte fünfzig Meter nördlich von Spirit!", befahl ich dem Computer. Zurzeit befand sich Spirit in den Columbia Hills. Da Spirit keinen Saft mehr hatte, konnte der Rover einfach nicht weiterfahren und war seid einem Jahr energielos auf dem Mars.
"Sicherheitscode erforderlich!" Genervt nannte ich ihr wieder meinen Code. "Kommando akzeptiert!"
Das Schiff drehte nach Norden und überflog das Valles Marineris innerhalb von drei Sekunden. Wir wurden langsamer und Valerie bremste mit den Manövriertriebwerken so ab, dass das Schiff weich und ohne Probleme auf dem teils sandigen und teils steinigen Boden landen konnte.
Mit einem weichen Klopfen setzte der Raumer auf dem Boden auf. Die Triebwerke schalteten sich ab und Valerie schaltete die künstliche Schwerkraft ab. Ich merkte, wie ich um die Hälfte leichter wurde. Ich konnte nun doppelt so hoch springen, als auf der Erde. Das war ein tolles Gefühl! Bevor ich das Raumschiff verlassen wollte, sandte ich noch eine Nachricht nach Norad.
"Mission Control, ich bin erfolgreich auf dem Mars aufgesetzt! Ich werde jetzt meine Kamera mitnehmen und alles filmen. Mein derzeitiger Standort sind die Columbia Hills, etwa vierzig Meter von Spirit entfernt. Ich werde den Rover einpacken und mitnehmen. De Madrugada, Ende!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Fr 1. Jun 2012, 18:19 
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Irrlicht
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"Es ist ein großer Tag für die Menschen dieses Planeten. Wie wir soeben erfahren haben, ist die De Madrugada erfolgreich auf dem Mars gelandet und Señor de la Vega ist immer noch wohl auf." Als der Sprecher im Fernseher das sagte, war ich heilfroh! Mein Herz sprang förmlich im Sechseck. Nebenbei wurde ein Video dargestellt, worauf erst Joaquín und das Innere des Schiffes zu sehen waren.
"Guten Tag, meine Damen und Herren. Leider ist die Subraumkomunikationssystem gerade nicht aktiv, deshalb wird es einige Minuten dauern, bis Sie das empfangen haben. Ich öffne gleich die Luftschleuse und werde mich ein wenig auf dem Mars umsehen, natürlich im Raumanzug. Es sieht wirklich so aus, wie auf den Bildern von dem Marsrover Spirit. Ach ja, bevor ich das vergesse. Ich befinde mich übrigens ganz in der Nähe von Spirit. Ich werde ihn einpacken und mitnehmen", sagte Joaquín und schwenkte mit der Kamera herum, sodass man durch ein Fenster hindurch ein kleines Fahrzeug in einer wüstenartigen Landschaft sehen konnte. Anscheinend hatte Joaquín für kurze Zeit die Kamera abgelegt, denn das Bild wackelte nicht mehr. Er hob sie wieder auf und richtete sie wieder auf sich. Nur hatte er einen merkwürdigen Helm auf. Dieser war silbergrün und aus Metall.
Die Schleuse öffnete sich und Joaquín stieg eine Rampe hinunter, die aus dem Boden ausgefahren war. Es waren nur noch ein paar Schritte und ...
"Meine Damen und Herren, wenn ich Ihnen jetzt den Mars zeigen dürfte", sagte er mit einer etwas leiseren Stimme. Er holte etwas aus seinem Rucksack, was wie eine Farne aussah, und rammte sie in den Marsboden. Es war die spanische Flagge.
In meine Augen rannten langsam Tränen.
"Ich habe mir die Freiheit genommen den Mars zu beanspruchen. So, wie es die Amerikaner auf dem Mond getan haben. Das Gleiche werde ich auch auf dem nächsten Planeten außerhalb des Sonnensystems machen. Und auf Europa, wenn es denn die Lebensbedingungen zulassen", sagte Joaquín und lächelte durch die Glasscheibe.
Im Hintergrund strahlte die Sonne und warf den Schatten des Schiffes. Joaquín war nur noch als Silhouette zu sehen.

Es klopfte. Mit einem "Ja" gab ich zu verstehen, dass die Person eintreten durfte. Es war Maria.
"Señorita, ich habe hier einen Artikel gefunden. Den sollten Sie sich mal durchlesen!", sagte sie und gab mir die Zeitung, die sie in der rechten Hand hielt. Auf dem Titelblatt war mein geliebter Freund Joaquín zu sehen, wie er lächelnd und winkend neben seinem gigantischen Raumer stand.

Barcelona - Verrückter anscheinend doch nicht verrückt! Die ganze Welt staunt über die Fähigkeiten des jungen J. F. de la Vega. Bisher wurde er als irre oder wahnsinnig erklärt, aber seine Erfindungen, die eigentlich die Entwürfe seines Vaters waren, sprechen dagegen. Und sein Traum ist in Erfüllung gegangen! Als erster Mensch auf dem Mars hat er eine ganze Menge geschafft! Doch seine Mission ist noch nicht dem Ende nahe! Er wird wieder zur Erde zurückkehren und den Marsrover Spirit den Amerikanern wiedergeben. Danach tritt er die einwöchige Reise zum Eismond Europa an, auf dem er ebenfalls Forschung betreiben wird. Zum Schluss soll es noch in unser Nachbarsternensystem Proxima Centauri gehen.
Er wird mit seinem Schiff, der
De Madrugada, in Groom Lake morgen Abend landen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Mo 4. Jun 2012, 22:19 
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Irrlicht
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Auf einem kleinen Bildschirm, der mit einer Außenkamera verbunden war, sah man die hellorange Atmospäre und den rostroten Boden. Eine kleine rote Alarmleuchte blinkte am unteren Rand auf und signalisierte einen herannahenden Sturm.
Ich war mit meiner Arbeit fast fertig. Ich musste nur noch schnell die Kisten mit dem Marsgestein füllen und die dann von Valerie untersuchen lassen. Der Sturm kam nun immer näher und fegte über einen naheliegenden Hügel. Aber das kümmerte mich recht wenig, denn ich hatte ja meinen speziellen Raumanzug an.
Die Kisten waren nun gefüllt, der Sturm fegte mir um die Ohren und ich grub in der Erde nach weiteren Steinen. Doch was war das? Ein kleiner Stein schien sich zu bewegen. Er war etwa faustgroß und rannte einfach vor mir weg! Sofort sprintete - eigentlich schlich ich fast, da die Gelenke des Anzuges etwas alt waren - los und hechtete hinterher. Der Stein war nun sicher zwischen meinen beiden Händen. Es sah wie ein Insekt aus, der sich als Stein getarnt hatte! Das Außenskelett war rostbraun, wie auch die umliegenden Steine, aber der Weiche Teil war hellbraun. Es hatte vier Augen - zwei vorne und zwei hinten - und schien auch zwei Mundöffnungen zu haben. Dieses Lebewesen dürfte Lucía sehr interessieren, die sich in diesem Fachgebiet sehr gut auskannte. Aber von welchen Pflanzen und von welchem Wasser ernährte sich das Insekt? Oder war das Insekt ein Fleischfresser?
Ich steckte es in eine kleine Box und im Schiff dann in ein kleines Eindämmungsfeld. Aber Valerie bestätigte mir, dass es weder ein Pflanzenfresser noch ein Fleischfresser war. Es ernährte sich - nach den Speiseresten im Magen - von Trockeneis, also gefrorenem Kohlendioxid. Das war höchst merkwürdig. Zudem bestätigte mir Valerie durch einen Umgebungsbioscan auf der Oberfläche, dass dieses Insekt die einzige Art auf dem Planeten war, außer mir natürlich. Ich nannte das Insekt Lucíadylia.
Dann gab es also doch Leben auf dem Mars! Ich war total fasziniert, als ich den kleinen Käfer in seinem Eindämmungsfeld umherlaufen sah.
Ich gab Valerie die Anweisung zum Nordpol zu fliegen, um Trockeneis aufzusammeln. Lucíadylia musste wohl ziemlich lange ohne Nahrung auskommen, da es in der Region, wo ich ihn gefunden hatte, kein Trockeneis gab.
Ich schüttete mithilfe eines Becherglases ein wenig des gesammelten Trockeneises in den Käfig des Käfers. Wie ich vermutet hatte fraß der Käfer das Eis sofort. Eigentlich wollte ich noch testen, ob der Käfer auch Sauerstoff atmen könnte, aber ich unterließ es. Es war höchst unwahrscheinlich, dass der Käfer dies könne. Er hatte zwar wie die Insekten auf der Erde Tracheen, aber ob die auch für Luft geeignet waren ... Ich ließ deshalb Valerie eine künstliche Atmosfähre für unseren kleinen Gast generieren, damit der uns auf dem Weg zurück zur Erde nicht verstarb.

"De Madrugada, bitte kommen! Hier spricht Mission Control!", ertönte plötzlich eine Stimme.
"Soll ich einen Kanal öffnen, Joaquín?", fragte Valerie.
"Ja, tu das bitte!" Ich räusperte mich kurz und begann dann zu reden: "Hier De Madrugada, ich verstehe Sie. Ich habe meine Mission vollendet und die erwünschten Gesteinsproben eingesammelt. Allerdings habe ich noch etwas anderes gefunden, was Sie sehr interessieren dürfte. Es ist eine Überraschung!", antwortete ich und startete wieder die Triebwerke. Das Schiff hob langsam vom Boden ab und schoss mit einer irrsinnigen Geschwindigkeit in Richtung All. Aber ich merkte nur ein kleines Ruckeln im Stuhl. Diese Trägkeitsdämpfer waren immens praktisch.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Di 5. Jun 2012, 22:26 
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Irrlicht
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"Lucía Montero?", fragte der Beamte und beäugelte meinen Pass.
"Ja, die bin ich. Wie sieht es aus? Komme ich nun rein, oder nicht?", fragte ich etwas ungeduldig den Mann in dem Glashäuschen. Die Zeit drängte sehr. Joaquín war noch auf dem Mars und ich wollte unbedingt mit ihm sprechen. Mein Vater hatte es irgendwie geschafft mir Zugang zum NORAD zu beschaffen. Wie er das machte, wusste ich allerdings nicht.
"Ja, Sie können eintreten. Diese Herren werden Sie zur Kommandozentrale begleiten", sagte der Mann und deutete auf zwei Soldaten, die neben dem Häuschen warteten. Ich nickte und folgte den Männern. Die Basis war in einem Berg, dem Cheyenne Mountain, eingebaut. Das große halbrunde Eingang zum Komplex war keine dreißig Meter von dem Glashäuschen und der Schranke entfernt.
Eine sehr dicke Stahltür öffnete sich, sodass wir eintreten konnten. NORAD bestand aus einem verzeigten Netz von Korridoren und und Räumlichkeiten. Da ich nur Besucher war, war mir der Zugang zu einigen Räumen untersagt. Lediglich durfte ich in die Kommandozentrale, um das Geschehen zu verfolgen. Die Kommandozentrale bestand aus einigen Arbeitsplätzen mit Computern und riesigen Bildschirmen an allen Wänden.
Zurzeit herrschte ruhiges Treiben. Auf einem der Bildschirme war ein grüner Punkt zu erkennen, der sich ziemlich am Rand befand.
"Entschuldigen Sie?", sagte jemand hinter mir. Ich drehte mich herum und blickte in das Gesicht eines älteren Mannes. "Ich bin General Jacoby von der US-Army. Wenn ich mich nicht irre, sind Sie Miss Montero, habe ich Recht?"
"Ja, die bin ich. Ich bin sehr erfreut Sie kennenzulernen, General. Ist dieser grüne Punkt auf dem Bildschirm die De Madrugada?", fragte ich und zeigte auf den großen Bildschirm.
"Ja, das ist sie. Sie umkreist zurzeit noch den Mars und wird in etwa zwei Stunden Kurs auf die Erde nehmen."
"Wieso erst so spät?", fragte ich.
"Mister de la Vega wird noch einige Test durchführen und Scans aus dem All unternehmen."
"Können wir Kontakt mit ihm aufnehmen?"
"Ja, könnten wir. Aber das Funksignal würde etwa zehn Minuten brauchen, bis es die De Madrugada erreicht. Mister de la Vega hat das Funkgerät mit der Fähigkeit durch den Subraum zu kontakten auf seinem Schiff. Wenn er den Kanal öffnet, dürfte die Unterhaltung kein Problem sein. Leider haben wir soetwas nicht, weshalb wir immer erst anfragen müssen. Allerdings sollte es schwierig werden, wenn er sich dann in unserem Nachbarsystem befindet", erklärte der General und deutete ein Lächeln an. Ich wollte gerade antworten, als plötzlich ein junger Offizier dazwischen funkte.
"Sir, die De Madrugada ruft uns!"
"Auf den Bildschirm!", befahl der General. Sofort erschien Joaquíns Gesicht auf einem der großen Bildschirme an der Wand.
"Mission Control, hier ist de la Vega. Ich habe beschlossen, dass ... Ist das da etwa Lucía?!", fragte er aufgeregt.
"Hallo Joaquín", antwortete ich und winkte kurz. "Es ist schön dich wieder zusehen!"
"Es ist auch schön dich wieder zusehen! Ich frage besser nicht, wie du es geschafft hast nach NORAD zu gelangen." Er lachte kurz auf. "Nun, ich habe beschlossen doch zu verraten, was ich sonst noch dabei habe." Was meinte er da? Anscheinend wollte er erst der Missionsleitung nicht verraten, welch Überraschung er dabei hatte. Jetzt war ich auch neugierig.
"Und das wäre dann?", wollte der General wissen und zog beide Augenbrauen nach oben.
"Es ist wirklich kaum zu fassen, aber ich habe tatsächlich ein käferähnliches Insekt auf dem roten Planeten gefunden. Es ist etwa so groß wie meine Faust und ernährt sich von gefrorenem Kohlendioxid. Ich habe es vorerst in ein Eindämmungsfeld mit Marsatmosphärenzufuhr und Trockeneis eingesperrt. Es scheint sich sehr wohl zu fühlen." Die gesamte Kommandozentrale versank in ein wildes Gemurmel. Sogar der General kratzte sich am Kopf.
"Sind Sie sich da sicher?", fragte dieser.
"Hundertprozentig, Sir. Ich zeig es Ihnen!" Für kurze Zeit verschwand das Bild, tauchte dann aber wieder auf. Bloß war nun eine Art Labor zu erkennen und auf dem Tisch war das riesige Insekt. "Valerie, zoome bitte etwas heran!", sagte er im Hintergrund und stellte sich dann neben den Tisch.
"Das ist wirklich beeindruckend! Sobald Sie wieder hier sind, verspreche ich Ihnen eine großartige Belohnung für Ihre Arbeit. Warten Sie, wenn ich das dem Generalstab und dem Präsidenten erzähle ..."
"Ich freue mich schon sehr auf Zuhause. Lucía, mein Schatz, wir sehen uns in etwa zwei Stunden", sagte Joaquín. Ich schrie noch kurz "Warte!", doch es war zu spät. Das Bild war nun weg.
"Sie können da wirklich stolz auf Ihren Liebling seien, Miss Montero", sagte der General. "Zwei Stunden sind eine lange Zeit. Wenn Sie etwas essen möchten, können Sie die Kantine nutzen. Sie ist drei Stockwerke über uns und ausgeschildert." Ich bedankte mich bei dem Mann, wartete aber noch eine Weile in der Kommandozentrale und beobachtete den grünen Punkt, wie er noch den Mars umkreiste.


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Mi 6. Jun 2012, 22:29 
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Irrlicht
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4. Die Organisation

Logbuch des Captain, 11. Juni 2012, Weltraum: Ich bin gerade auf dem Rückflug vom Mars zur Erde und werde sie etwa um 21.00 Uhr, Mountain Standard Time, erreichen. Zurzeit arbeite ich an einigen Verbesserungen, die Valerie wesentlich verändern sollten. Ich habe vor ihre Paranoia etwas herunterzuschrauben.

"Wie ist es jetzt?", fragte ich, nachdem die Verbindung zur Erde - und zu Lucía - abgebrochen war.
"Schon sehr viel besser! Danke, Joaquín. Die Verbesserungen tun mir wirklich gut", antwortete mein Computer und ließ ein fröhliches Piepen vernehmen.
"Geht doch! Versprichst du, dass du meine Befehle nicht mehr infrage stellst? Es sei denn, dass diese wirklich blöd sind, dann darfst du mich korrigieren. Aber fang nie wieder eine zehnminütige Diskussion an! Verstanden?"
"Ich habe verstanden, Joaquín. Es tut mir sehr leid, dass ich dich damit genervt habe, aber du hast mich so programmiert."
"Und das war mein Fehler! Tut mir auch leid. Und nun? Bis zur Erde ist es noch eine knappe halbe Stunde. Hast du eine tolle Geschichte auf Lager?"
"Hast du mir denn eine einprogrammiert?"
Wie auch in Science-Fiction-Filmen ist der Humor der Schiffscomputer überhaupt nicht zu übertreffen. Auch wenn sie toternst klingen mögen, dennoch muss man immer wieder mal schmunzeln, vor allem, wenn sie in brenzlichen Situationen so verdammt nochmal cool sind!
"Oh, das habe ich völlig vergessen!"
"Nein, hast du nicht! Ich erinnere dich gerne daran, was du als erstes in meinen Zentralkern geschrieben hast: Humor! Sicherlich hast du auch vergessen, dass ich ein lernfähiger Computer bin und alles Wissen besitze, was du auch besitzt. Ich kenne jede Geschichte, jeden Film und jedes Lied, welches du auch kennst. Außerdem bin ich in der Lage selber Geschichten zu verfassen! Um deine Frage zu beantworten: Ja, ich habe eine tolle Geschichte auf Lager!", sagte mein Computer und begann zu erzählen.
Die Gesichte, die Valerie erzählte, war sehr witzig. Sie ließ die halbe Stunde wie im Flug vorbeifliegen. Natürlich verstummte der Computer wieder, als ich in die Umlaufbahn der Erde eintrat und Kurs auf den Hangar nahm, in dem mein Vater dieses wundervolle Schiff gebaut hatte.
Nach Eintreten in die Atmosphäre ruckelte es kurz heftig, aber das verflog sofort, als ich die Bremstriebwerke aktivierte. Langsam gleitete das Schiff in Richtung Erdboden, wobei es aber noch ein wenig schaukelte. Die Trägheitsdämpfer waren zwar aktiv, aber trotzdem merkte ich den Druck, der auf meinen Magen wirkte. Ich wich einem Berg aus, der sich direkt in meinem Flugvektor befand. Häuser, Berge und einzelne Bäume zogen an mir vorbei. Ich verlangsamte noch mehr, bis ich mich stillstehend über dem Hangar des Schiffes befand. Die einzigen Menschen, die sich hier versammelt hatten, waren uniformiert. Sie sollten mich wahrscheinlich nach NORAD begleiten. Das war jedenfalls so vorgesehen.
Das Schiff sank langsam in den großen Hangar und setzte dumpf auf. Ich schaltete die Triebwerke und alle anderen Systeme ab, verließ die Brücke und das Schiff und stieg in einen Aufzug ein, der mich zur Oberfläche bringen sollte.
Die Tür öffnete sich und verschiedene Offiziere und Männer im Anzug standen vor mir. Außerdem war auch Lucía anwesend.
"Ah, Mister de la Vega. Es ist schön Sie persönlich kennenzulernen. Wir haben uns bis jetzt ja nur per Funk unterhalten. Ich möchte Ihnen noch den Rest der Missionsleitung vorstellen. Das hier ist General Mike O'Hara, den Sie vermutlich schon kennen", sagte General Jacoby und deutete auf einen weiteren uniformierten Mann. "Colonel James Kirkland." Er deutete auf einen etwas jüngeren Offizier in blauer Uniform. "Colonel Peter Cunningham." Es war ein Mann, der genau so wie der vorige Colonel gekleidet war. "Major Frank Marks." Dieser versteckte sich etwas hinter General O'Hara, aber trotzdem lächelte er. "Und Doktor Walter Murtaugh." Dieser Mann war in Anzug erschienen. "Ach ja, da wäre noch Lucía Montero." Er deutete auf die wunderschöne junge Frau neben General O'Hara. "Aber ich denke, Sie kennen sie bereits."
"Ja, das glaube ich auch", antwortete ich und lächelte ihr zu. Die Männer bewegten sich wieder zu den Geländewagen, die keine zehn Meter entfernt parkten. Bloß, Lucía und ich blieben noch zurück. Plötzlich, ohne Vorwarnung, warf sie sich um meinen Hals.
"Ich bin froh, dass du wieder da bist!" Als sie das sagte, fing sie beinahe an zu weinen.
"Das bin ich auch, mein Schatz!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Die Seele des Universums
Verfasst: Mi 20. Jun 2012, 22:12 
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Irrlicht
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Es war wirklich kaum zu glauben! Joaquín stand noch in allen Einzelteilen vor mir und lächelte mich an. Ich hätte nie gedacht, dass er zu so einem Werk fähig wäre.
Wir folgten den Herrschaften zu den Geländewagen, mit denen wir hergekommen waren.
Die Rückreise verlief nicht so atemberaubend, wie Joaquín es wahrscheinlich erhofft hatte. Er wurde schließlich nur von Führungsoffizieren zu einem streng geheimen Luftwaffenstützpunkt begleitet. Leider durfte ich an der Besprechung nicht teilnehmen, die dann stattfinden sollte. Naja, ich war ja auch nur glücklicherweise in den Sützpunkt gelangt. Die hätten mich wohl kaum hineingelassen.
Da saß ich also in der Kantine über meinem Pflaumenkuchen, der schon seit einer halben Stunde auf meine Gabel wartete. Aber diese lag seelenruhig neben dem Teller. Es gab keine bessere Beschäftigung, als zu warten. Und das war ziemlich langweilig. Viele Abteilungen in dieser Basis waren unzugänglich. Ich hatte Glück, dass man mich in die Kantine gelassen hatte, was mich sehr wunderte, denn das Essen schmeckte so, als käme es gerade vom Labortisch. Wahrscheinlich hatte man damit vorher herumexperimentiert, und jetzt schwimmen bestimmt kleine Nanobots in meinem Körper herum.
Es gab allerdings Zeitschriften, die auf einem Beistelltisch wie in einer Zahnarztpraxis herumlagen. Ich schnappte mir eine und blätterte ein wenig darin herum. Allerdings waren diese auch nicht wirklich entspannend. Ich legte sie zurück, setzte mich wieder an meinen Tisch und wartete.


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