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 Betreff des Beitrags: X-plorers
Verfasst: Di 16. Okt 2012, 22:56 
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X³: X-plorers

Der Mensch hat viele gute, aber auch einige schlechte Eigenschaften. Eine teileweise gute und schlechte wäre zum Beispiel, dass er ein Egoist ist. In Situationen, in denen er gefährdet ist, denkt er immer zuerst an sich. Deshalb ist es auch eine schlechte Eigenschaft, weil andere davon nicht profitieren können.
Der Mensch ist aggressiv. Wenn er ein neues Gebiet entdeckt hat, welches für ihn interessant ist, aber bereits bevölkert ist, versucht er es mit allen Mitteln zu erlangen. Wie zum Beispiel die Spanier im 16. Jahrhundert, die die Ureinwohner dahingemetzelt haben, um an das Gold zu kommen, dass auf dem lateinamerikanischen Kontinent versteckt ist. Dasselbe machten die Amerikaner zweihundert Jahre später etwas nördlich.
Aber wenn man mich fragt, was wohl die allerwichtigste Eigenschaft ist, würde ich sagen, dass er Fehler macht ... und aus ihnen lernt. Ob es Fehler in Beziehungen zwischen den Menschen sind, Fehler in der Politik oder sogar Fehlerdateien in Programmierungen ...
Seit dem 22. Jahrhundert galt er als der allerschlimmste Fehler, der je von Menschenhand erschaffen wurde. Selbst der Einsatz der Atombombe im zweiten Weltkrieg hatte nicht so viele Tote als Folge, als jener Angriff auf die Erde durch eine Rasse, die der Mensch selbst erschaffen hatte, und durch seine Fehlprogrammierung zu dem gemacht was sie heute ist.
Die Terraformer wurden seit dem 15. Februar 2136, dem Tag des ersten Angriffes auf eine terranische Kolonie mit Namen 11346 Kappa Epsilon, von den Bewohnern der Erde so sehr gehasst, dass ganze achthundert Jahre niemand es gewagt hat auch nur einen einzigen Terraformer zu bauen.
Es war der 4. Juli 2145, an dem die ersten Robotorschiffe die Oort'sche Wolke erreichten, um den Angriff auf die inneren Planeten zu starten. Ganze drei Monate dauerte die Schlacht zwischen Mensch und Maschine, bis ein tapferer Mann namens Nathan R. Gunne die springende Idee hatte, die Flotte hinterlistig durch das Erdsprungtor ins mittlerweile völlig menschenleere System Alpha Centauri zu locken. Nachdem die Schiffe das Tor passiert hatten, wurde es zerstört und somit startete eine siebenhundert Jahre lange Isolation zum Rest des Universums. Man hatte nichts mehr von Terraformern und den Menschen, die sich auf den restlichen USC-Schiffen befanden, gehört. Es waren über hundert arme Seelen, die ihren Heimatplaneten niewieder sahen, falls sie es geschafft haben sollten sich von den Terraformern zu entziehen, oder sie zu zerstören. Alleine auf der Erde hatten über zehn Milliarden Menschen gelebt, von denen bloß drei Millionen überlebt hatten. Noch schlimmer traf es die anderen Kolonien im Sol-System, auf denen maximal hundert überlebt hatten.

Aber was war nun mit den Menschen, die sich tapfer den Terraformern gestellt hatten. Sie konnten die Schiffe efektiv zurückdrängen und auf Taurus, dem Hauptplaneten von Alpha Centauri eine neue Kolonie gründen. Die USC-Schiffe hatten sie als Baumaterial für die Städte verwendet. An Raumfahrt war vorerst nicht zu denken.
Erst ein paar Jahre später wagten es einige Piloten mit neuen Raumschiffen das System zu verlassen, um nach weiteren Überlebenden der anderen Kolonien in anderen Sonnensystemen zu suchen. Die Terraformer wurden langsam immer weiter zurückgedrängt. Es gab sogar Zeiten, in denen es keine Kämpfe gab.
2184 fand man einen geeigneten Planeten, der der Erde verdammt ähnlich sieht. Man taufte ihn erst Sonra-4. Die Regierung und die meisten Siedler zogen auf diesen Planeten und bauten über die Jahrhunderte gewaltige Städte, Raumflotten und Raumstationen. Der Weltraum wurde weiter durch die rätselhaften außerirdischen Sprungtore erkundet, die um manche Sonne oder um manchen Planeten ihre Kreise zogen. Sie trafen auf neue Rassen, die über die Grenzen der menschlichen Vorstellungskraft hinaus gingen.
Eines Tages - es war das Jahr 2912 - gelangte der USC-Testpilot Kyle-William Brennan in den Bereich der Galaxie, der von den ehemaligen Siedlern und anderen Kreaturen bevölkert wurde. Man nahm ihn sehr hilfsbereit auf und integrierte ihn in das alltägliche Leben. Allerdings wurde eine Pilotin namens Elena Kho hinterhegeschickt um den im Unbekannten havarierten Kyle Brennan wiederzufinden. Doch strandete auch sie in dem Teil des Universums.
Gut 24 Jahre später, 2936, strandete wieder ein Schiff der Erde im selben Teil der Galaxie, in dem auch Kyle und Elena gefangen sind. Bloß war es kein Versehen, denn der Grund waren unbekannte Flugobjekte, die das Sol-System mithilfe eines versteckten Sprungtores im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter infiltrierten. Sie stellten sich als Terraformer heraus. Bloß gehorchten sie einem einzigen Mann, der das alles in die Wege geleitet hatte, um einen Krieg zwischen den Terranern und den ehemaligen Siedlern, die sich mittlerweile Argonen nennen, auszulösen. Wenn dieser Plan aufgehen sollte, dürfte es ein genauso grausames Ende nehmen, wie 2145 ...



1. Rettungsaktion, Teil 2

"Zuverlässige Informationen sind unbedingt nötig für das Gelingen eines Unternehmens" - Christoph Kolumbus

24. September 2937

System: Solara
Ort: Orbit von Armstrong, Weltraum

Wenn man mich damals gefragt hätte, was wohl das spannenste Erlebnis gewesen war, was ich jemals durchlebt hatte, dann wäre mir sofort jene Jahre in den Sinn gekommen, in denen wir, ich und meine Crew, in einem fremden Teil des Universums nach Antworten suchten.
Um ein Haar hätten die Yaki uns zu Raumstaub verarbeitet, fast hätten wir den Lauf der Geschichte verändert und fast hätten die Terraformer wiedermal die Erde und ihre lieben Kolonien heimgesucht.
Aber das alles konnten wir überstehen - Gott sei dank!

Ich saß in der Kantine und dachte, wie üblich, nach. Vor mir dampfte noch der Eintopf, den Amelia zubereitet hatte. Wir waren auf dem Weg nach Hause, bloß ließen wir den Sprungantrieb deaktiviert, da wir weitere Probleme verhindern wollten. Der FTL-Antrieb war wesentlich zuverlässiger.
Jamila bereitete sich gerade darauf vor dem Präsidenten als Diplomat der argonischen Föderation gegenüberzutreten. Natürlich wollte ich mit ihr gemeinsam diese Bürde tragen, da Präsident Crakes ... naja, etwas misstrauisch war; ganz anders als Präsident Herron. Aber zum Wohle des Friedens zwischen den beiden Parteien war es uns eine Ehre.
Ein kurzes Piepen unterbrach mein angestrengtes Nachdenken aufeinmal. Es war Major McCallister, der sich da meldete.
"Colonel Lopéra, Sie sollten mal auf die Brücke kommen. Ich empfange hier einen Notruf", sagte er.
Ein Notruf? Das war merkwürdig. Die Systeme, die auf dem Weg zur Erde lagen, waren unserer Meinung nach so unbedeutend, dass manche noch nichteinmal Namen hatten. Aber es war es wert sich das mal näher anzusehen.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mi 31. Okt 2012, 02:27 
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"Wissen wir, um welches Objekt es sich handeln könnte, was das Signal gesandt hat?", fragte ich, als ich die Brücke betrat. Doktor Porkson nickte Lieutenant López zu, die sofort reagierte. Auf dem Holobildschirm vor der Frontscheibe zeichnete sich ein mannsgroßer Planet ab, der der Erde sehr ähnlich sah.
"Er befindet sich 601,3 Lichtjahre von unser Position entfernt. Das Klima ist für unsere Verhältnisse nordisch. Etwa wie auf der Erde, bloß ein wenig kälter. Der Computer hat ihn PT-8475-c genannt. Der Notruf stammt von der nördlichen Hemisphäre", antwortete Lieutenant López.
Die Bezeichnungen, die der Computer zu auspucken vermochte, waren immer nach einem System aufgebaut: P stand grundsätzlich für Planet, T für terristrisch, 8475 für die Entfernung zur Erde in Lichtjahren und c für den dritten Planeten im System.
Es war natürlich bekannt, dass es auf diesem Planeten keine Kolonie der Terraner gab, weshalb der Planet auch erst von unseren Scannern untersucht wurde, als der Empfänger das Subraumsignal empfangen hatte.
"Wäre es das wert sich das anzusehen?", fragte der Doktor und grinste vor Vorfreude.
"Ich denke schon. Wie lange wird die Reise dauern?", fragte ich.
"Etwa eine dreiviertel Stunde, Sir", antwortete Captain O'Connell und setzte den Kurs.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Sa 10. Nov 2012, 03:16 
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Irrlicht
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Die schwarzen Punkte kamen immer näher. Mein Herz pochte bis zum Hals, als rote Energiepfeile auf uns zu rasten. Der Nachteil dieser ganzen Aktion war, das wir den Terraformern ziemlich unterlegen waren. Hundertfünfzig computergesteuerte Jäger, die jeden Fehler nicht zweimal machten und fast immer trafen, gegen dreißig Jäger, die noch nichtmal vollstaändig besetzt waren. Meine beiden Kopiloten fehlten mir wirklich. Ich musste mich nicht nur auf meine Ziele und die Flugbahn konzentrieren, sondern auch auf die Jäger und Raketen, die mich verfolgten. Ein Bildschirm rechts von mir verriet mir den aktuellen Stand der Schlacht. Das Gravidar zeigte nur noch zwanzig Jäger auf unserer Seite und hundertvierzig auf der maschinellen.
'Wir fallen ja wie die Fliegen!', dachte ich und zog den Steuerknüppel so stark nach hinten, dass die Trägheitsdämpfer wirklich zu kämpfen hatten.
Die Großkampfschiffe waren sich schon so nah gekommen, ein Träger der Terraformer der Kyoto ausweichen musste. Es war ein schreckliches Bild, was sich da bot: Die Terraformer hatten das sehr viel größere Schiff eingekreist. Überall flackerte der mächtige Schutzschild der Kyoto, der vielleicht jeden Moment zusammenbrechen konnte. Aber ich war zuversichtlich, dass er das aushalten konnte. Die Anziege zeigte einen Wert von vierzig Prozent Schildkapazität, wobei die Terraformer im Bereich zwischen zwanzig und dreiß Prozent waren.
Einer der Jäger schoss plötzlich an mir vorbei, als ich eine leichte Linkskurve machte.
'Wollte er mich etwa mit einem Kamikazeanflug um die Ecke bringen?' Während ich mir diese Frage stellte, machte der Jäger schon wieder kehrt und begann zu schießen. Fast allen Pfeilen konnte ich ausweichen, aber einer traf meinen Schutzschild, welcher kurz aufflackerte.
"Schutzschildkapazität beträgt achtzig Prozent. Ich empfehle eine Inspektion an den Schildgeneratoren", sagte der Computer.
"Reparaturen sind jetzt leider unmöglich!" Wieder versuchte ich einer Rakete auszuweichen, die meinem Jäger so dicht gekommen war, dass ich schon auf dem Körper eine Inschrift erkennen konnte: Subeinheit #ceff.Missle.M-34, Baujahr 2937
Eine halbe Sekunde später vernichtete sich die Rakete selber, als sie merkte, dass sie ihr Ziel verfehlt hatte und der Treibstoff ausgegangen war.
Es war mir nicht neu, dass die Terraformer sich selber Namen gaben. Diese Rakete gehörte wahrscheinlich einem CPU-Schiff namens #ceff.
Aber was war das? Zwei Minuten, nachdem mich diese Rakete beinahe pulverisiert hätte, flog ein Jäger der Terraformer ebenfalls so nah an meinem Schiff vorbei, dass ich auch seine Seriennummer lesen konnte. Aber diese Einheit hieß #deca.Fighter.F-58.
Gehörte der Kampfverband etwa zwei verschiedenen CPU-Schiffen an? Man hatte noch nie entdeckt, dass zwei mehrere Träger unterschiedlicher "Fraktionen" zusammen zusammen kämpften. Sonst waren immer die CPU-Büchsen dabei, wenn es um eine Koalition ging.

Wir konnten den Kampf mit den Jägern zwar für uns entscheiden, aber Patricia und ich waren die einzigen Überlebenden. Wir versuchten der Kyoto zur Hand zu gehen, aber das war gar nicht nötig, da ein Träger gerade explodierte und den anderen mit in die Vernichtung riss. Anscheinend waren es nur noch zwei gewesen, denn ein Wrack rieb schon mehrere Kilometer hinter dem Schlachtraum ruhig umher.
Die Druckwelle der Explosion, welche den anderen Träger vernichtet hatte, traf aber auch die Kyoto. Laut der Anzeige war der Schutzschild völlig kollabiert. Anscheinend war die Hauptenergie des Schiffes ausgefallen. Kein Licht brannte mehr und die Triebwerke hatten auch den Geist aufgegeben. Patricia und ich versuchten in dem ziemlich beschädigten Hangar zu landen. Das Hangartor fuhr schnell zu und der Druckausgleich war wieder hergestellt.
"Ist bei dir alles okay?", fragte mein Flügelmann, als wir beide unsere Jäger verließen.
"Ja, und bei dir?", erwiderte ich und musterte sie genau.
"Alles gut. Wir sollten auf die Brücke gehen und Bericht erstatten. Anscheinend funktionieren unsere Funkgeräte nicht. Es muss wohl irgendwo ein Strahlungsleck geben."
Auf dem Weg zur Brücke begegneten wir sehr vielen Verletzten und auch Toten, die regungslos in einer Ecke mit sehr vielen Verbrennungen lagen. Teilweise liefen wir auch an großen Löchern in der Außenhülle vorbei, die den Blick in den Weltraum freigaben. Ein Kraftfeld, welches mit Notstrom lief, schützte das Schiff vor dem plötzlichen Austreten der Luft.

"General McLean!", rief ich durch die Brücke, als sich die Tür vor mir öffnete. Der General, der gerade anscheinend alle Hände voll zu tun hatte, drehte sich rasch um und blickte uns abwechselnd . Nach seinem Gesicht zu urteilen war er überhaupt nicht glücklich.
"Lieutenants Felger und Heywood! Gott sei Dank, dass Sie beide überlebt haben. Sie können ja gar nicht erahnen, wie viele Tote wir zu beklagen haben. Fast achthundert Menschen haben während dieser Schlacht ihr Leben verloren!"
Es war wie ein tiefer Schlag in den Magen, als ich diese Nachricht hörte. Hinzu kamen ja auch noch die toten Piloten, die jetzt als gefrorene Leichen durch den Weltraum trieben.
"Es ... tut mir sehr Leid, Sir. Sir, mir ist während des Kampfes etwas aufgefallen. Ich konnte an zwei Objekte so nah heranfliegen, dass ich die Seriennummern erkennen konnte. Beide Objekte stammen von verschiedenen CPU-Schiffen!"
"Wie bitte? Das ist doch völlig unmöglich. Sind Sie sicher?", fragte der General.
"Ganz sicher, Sir."
"Nun, das ist keine sehr gute Nachricht. Wir haben auch etwas sehr blödes festgestellt. Etwa eine Sekunde, bevor die Terraformer hierher sprangen, wurde ein Programm in den Computer geladen, welches unseren Schutzschild auf die hälfte der maximalen Kapazität senken ließ. Deshalb war es sehr schlecht um uns. Wir haben bereits ein Notsignal entsandt, was hoffentlich bald ein Schiff entdecken wird. Wir haben es verschlüsselt und mit einem terranischen Transpondercode ausgestattet. Zudem haben wir unsere Gravidarsignatur verändert, sodass wir als Planet durchgehen. Ein fähiger Kommandant oder Techniker wird dieses Signal hoffentlich entschlüsseln können. Wenn es allerdings die Terraformer schaffen sollten ..."
"Wann würde uns dann ein Schiff erreichen?", fragte Patricia.
"Vielleicht in einer Woche. Aber eines ist sicher. Vermutlich werden wir vorher auf Terraformer stoßen. Wir sollten also kampfbereit sein", antwortete der General.
"Das dürfte sich als schwierig erweisen, Sir. Die Waffensysteme sind völlig tot. Die einzige Möglichkeit sich zu verteidigen wären die beiden Jäger im Hangar", sagte ein Techniker.
"Na super ...!", murmelte der General und bedankte sich bei ihm. "Das dürfte noch eine ziemlich lange Woche werden."


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: So 11. Nov 2012, 21:30 
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"Wir erreichen das besagte System!", meldete Captain O'Connell. Nach einem Blick auf den Gravidarbildschirm zu urteilen gab es nur einen Planeten, der den hiesigen Stern umkreiste. Es war vermutlich PT-8475-c, der dort blinkte.
"Fliegen wir näher heran. Mal sehen was uns dort erwartet", sagte ich. Das Schiff beschleunigte zu den gesagten Koordinaten.
Bloß, als wir meinten in der Umlaufbahn des Planeten zu sein, lagen wir völlig falsch. Anstelle einer riesigen Kugel, die der Erde ähnlich sein sollte, begegneten wir einem langen weißen Strich, der durch den Stern angestrahlt wurde.
"Es ist ein Schiff!", merkte McCallister an.
"Wie scharfsinnig von Ihnen. Sieht wohl wie die neue Kyoto-Klasse aus. Es ist ziemlich beschädigt", bemerkte Mel und versuchte einen Kanal zu öffnen. "Kanal ist offen!"
"Ich bin Colonel Fernando Lopéra, vom Raumschiff USC La Esperanza. Wir sehen, dass Ihr Schiff schwer beschädigt ist. Ich empfehle daher ein Technikteam, das Ihnen helfen kann", sagte ich und wartete auf eine Antwort.
"Fernando? Es ist schön Ihre Stimme zu hören, Colonel. Hier ist Lieutenant General Douglas McLean, Kommandant der USC Kyoto. Ich erkläre Ihnen alles näher, wenn Sie an Bord kommen."
"General?! Oh, das werde ich. Allerdings werde ich eine Transportmöglichkeit brauchen. Unser Shuttle wurde leider zerstört. Wenn Sie noch ein Shuttle übrig hätten, wären wir Ihnen sehr dankbar."
"Ich denke, das lässt sich erangieren. Wir haben sowieso zu viele von den Dingern. Ich erwarte Ihre Ankunft in zehn Minuten", sagte der General und die Verbindung brach ab.
Ich stand also au, orderte Doktor Porkson an mich zu begleiten und verließ die Brücke in Richtung Frachtraum. Der Jäger, den wir von den Yaki geklaut hatten, befand sich in dem Hangar unter dem Frachtraum, in dem sich normalerweise unser Shuttle befinden sollte. Das Schott zum Frachtraum öffnete sich und wir traten ein. Die Frachtluke war bereits geöffnet und ein paar Minuten später kam auch schon unsere Mitfahrgelegenheit. Der Hangarschild schützte den Hangar vor Dekompression, aber da das Shuttle mit einem Schildfrequenzmodulator ausgestattet war, konnte es den Schild ohne Probleme durchqueren.
Der Pilot, der das Shuttle flog, stellte sich als Spaceman Harrison heraus. Er war, nach der Farbe seines Kragens, Techniker.
Nachdem er salutierte, flog er uns sofort zu dem übergroßen Schiff, welches - vom Nahen betrachtet - sehr unheimlich wirkte. An einigen Stellen rauchte eine Mischung aus grünem Plasma und schwarzer Antimaterie, welche das Plasma im Vakuum brennfähig machte.

Auf der Brücke war das pure Chaos. Überall eilten die Menschen hektisch zu ihren Konsolen, um diese - nach fünf Sekunden Gebrauch - wieder zu verlassen.
"Colonel und Doktor, gehen wir in mein Quartier", ordnete der General an. Wir folgten dem Mann. Sofort schloss er die Tür, nachdem wir uns hingesetzt hatten. Bevor der Doktor oder ich irgendetwas sagen konnten, fing er auch schon an zu reden: "Wir haben mächtige Probleme. Vor ein paar Tagen bekamen wir den Auftrag eine Basis der Terraformer zu zerstören, welche sich in einem Sektor etwas außerhalb der Gemeinschaft befindet. Doch bevor wir überhaupt einen Sektor der Terraformer erreichen konnten, wurden wir von drei Trägern überrascht, die sofort das Feuer eröffneten. Sie wussten ganz genau, was wir vorhatten. Ihre Jäger haben unsere bis auf zwei vernichtet. Vor dem Kampf wurde ein Programm in unsere Computer geladen, welche die Schilde auf 50 Prozent senken sollte. Gott sei Dank konnten wir die Feindschiffe zerstören, aber unser Schiff ist sehr, sehr schwer beschädigt. Keine Schilde, kein Antrieb, keine Waffen ... gar nichts. Wir haben unseren Sender so modifiziert, dass unsere Gravidarsignatur als Planet durchgeht. Zudem haben wir das Notsignal so verschlüsselt, das es nur ein terranischer Offizier entschlüsseln kann. Wir befinden uns hier immerhin in der Nähe des Terraformerterritoriums. Wenn so ein Signal für die Terraformer interessant sein sollte, was ich allerdings bezweifle und nicht hoffe, sollten wir bald wieder Besuch bekommen."
"Kann man die Schäden nicht vor Ort reparieren?", fragte Mel stirnrunzelnd.
"Mein lieber Doktor, wenn die La Esperanza so derartig beschädigt wäre, dürfte das kein Problem sein die ganzen Fehler manuell zu finden. Aber dieses Schiff ist so groß, dass man selbst mit unseren Computern eine Weile braucht die kaputten Leitungen für die Antriebe auszumachen. An einer Werft würde das schneller gehen. Aber ohne Antrieb kommen wir hier nicht weg. Und da in der Nähe kein Planet ist, wüsste ich nicht auf welchem Planeten wir die Rettungskapseln bringen könnten. Und auf der La Esperanza ist leider kein Platz für vierhundert Menschen, oder?"
"Nein, ich fürchte nicht. Aber ... Moment! Gibt es denn einen bewohnbaren Planeten im Nachbarsystem?"
"Ja ... Wollen Sie das Schiff dorthin schleppen? Das System gehört den Split. Ich glaube, die werden nicht erfreut sein uns zu sehen. Vor allem nicht, wenn wir mit diesem gewaltigen Kahn aufkreuzen", meinte der General und kratzte sich am Kopf.
"Das brauchen sie auch nicht. Wir lassen das Schiff hier und programmieren die Rettungskapseln so, dass sie zu diesem Planeten fliegen. Anschließend fliegen wir mit den Überlebenden zurück zur Erde. Nach fünfzehn Flügen dürfte das geschafft sein. Wir haben doch einen FTL-Antrieb. Also dürfte ein Flug zur Erde etwa ... einen halben Tag dauern. Und einmal zur Erde und zurück einen Tag. Die ganze Aktion dauert dann zwei Wochen", schlug ich vor. Der General kratzte sich wieder am Kopf und dachte scharf nach.
"Und auf ein anderes Schiff zu warten ist nicht, hä?"
"Naja, falls es jemand geschafft haben sollte, die Verschlüsselung zu entschlüsseln, was ich allerdings bezweifle, denn wir haben diese Verschlüsselung nicht einmal bemerkt, sollte das Schiff etwa eine Woche von der Erde bis hier her brauchen. Und wie viele Schiffe können vierhundert Personen aufeinmal aufnehmen. Nichtmal die USC Osaka schafft das! Wir könnten die Menschen auch von hier aus nach Hause fliegen, aber ich denke, dass die Terraformer eher aufkreuzen werden, bevor wir jeden zur Erde geschafft haben. Wenn sich die Leute aber dicht nebeneinander setzen, vielleicht fünf Mann pro Quartier, dann wäre das innerhalb von vier Tagen geschafft", empfahl ich.
"Dann müssen wir aber Doktor Katenga beauftragen weitere Bäume zu pflanzen, um weiteren Sauerstoff zu produzieren", antwortete Mel.
"Das ist kein Problem. Wir können in den Frachtraum die zehnfache Menge an Luft von diesem Splitplaneten saugen, sodass wir dann keine Probleme haben sollten."
"Mir ist aber immer noch nicht wohl dabei auf einem Splitplaneten zu landen. Die Menschen werden dann ziemlich schutzlos sein. Sie scheuen nicht davor andere Spezies anzugreifen, sobald jemand ihren geliebten Planeten betritt", sagte der General und stand auf. Er lief ein paar Runden im Kreis und lehnte sich gegen die Wand.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Fr 16. Nov 2012, 17:04 
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Wichtel
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Der General tigerte durch den Raum, als hätte er Hummeln im Hintern - wie man so schön sagt. Schließlich kam er zum Stillstand und drahte sich nochmal zu uns herum.
"Bleibt uns wirklich keine andere Wahl. Die Split waren mir schon von Anfang an unsympatisch", sagte er und setzte sich wieder hin.
"Nein, leider nicht. General, es dürfte auf dem Schiff noch Platz für ... einen Augenblick ... 78 Besatzungsmitglieder sein. Wenn Sie erlauben, würden wir gerne diese Personen auf die La Esperanza versetzen lassen. Erst kürzlich haben das Schiff ein wenig getunt. Es hat größere Quartiere, weniger Kabel und einen kleineren Computerkern", sagte ich und zog mein typisches, selbstzufriedenes Grinsen auf.
"Wie bitte?! Wann Haben Sie denn das geschafft?!", fragte der General mit hochgezogener Augenbraue.

Wir erzählten ihm von der neuentdeckten Aldrin-Kolonie, und dass es noch weitere Kolonien gab, die nicht entdeckt worden waren, da die Tore deaktiviert waren. Er staunte nicht schlecht über diese neuen Informationen.
"Da lässt man Sie für ein paar Minuten alleine, und schon entdecken Sie eine alte, verlorengeglaubte Kolonie der Menschen und lassen einen ganzen Piratenklan hopsgehen. Hm ... Also, was das mit den Besatzungsmitgliedern angeht ... Ich denke, dass das klappen sollte. Allerdings müssen erst die Leute zu diesem ... Splitplaneten ... gebracht werden. Natürlich werden bei der Auswahl die Freiwilligen bevorzugt, da sich Menschen mit der Kyoto schon herumschlagen mussten, die sie erst seit einer Woche kennen. Aber erstmal gebe ich den Befehl zum Verlassen des Schiffes und programmiere die Selbstzerstörung nach Abschuss der Kapseln auf T minus zehn Minuten. Ich denke, dass das genügen sollte."

Es war zwar ein neues, beeindruckendes, großes und schönes Schiff, welches nach dem Besuch in einer Schiffswerft nach einer Woche wieder voll einsatzbereit wäre - und der Bau hatte bestimmt so viel gekostet wie ein gesamter Planet - aber bevor ein solches Prachtstück in die Hände ... Greifer der Terraformer gelangen könnte, war es klug vom General gewesen diesen Mittlerweile schrottreifen Kahn bis auf den kleinsten Computer zu vernichten. Der ein oder andere Präsident wäre natürlich darüber nicht sehr erfreut.
Aber die allerhöchste Priorität hatte die Besatzung auf dem Schiff, von der schon viele in der Schlacht umgekommen waren, der wir nicht einmal beigewohnt hatten. Den ganzen Familien die Verluste zu erklären war der härteste Job eines Offiziers, den man haben konnte. Normalerweise erledigte das immer der erste Offizier, wenn er wieder auf der Erde sein sollte ... oder der Kommandant, wenn er die Zeit finden sollte. In dem Fall wollte ich gar nicht mit einem von beiden tauschen. Es waren immerhin achthundert Opfer ... und achthundert Familien, die sie besuchen mussten - persönlich!


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Fr 16. Nov 2012, 17:51 
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General McLean hatte den Abschuss der Rettungskapseln angeordert und begab sich nun selbst in eine dieser Mülltonnenartigen Raumflaschen, die maximal drei Personen aufnehmen konnten. Mit dem ersten und dem zweiten Offizier war er der letzte, der das Schiff verließ. Zum Programmieren der Selbstzerstörungssequenz waren zwei Führungsoffiziere notwendig, in dem Fall er und der erste Offizier.

Währenddessen waren wir wieder auf meinem Schiff, dass bereit zum "Auslaufen" war. Durch die Frontscheibe konnten wir einen riesigen weißen und sehr hellen Blitz erkennen, welcher andeutete, dass das Schiff vernichtet wurde. Es war wunderlich, denn es gab anscheinend keine groben Trümmer, nur eine Staubwolke die sich schnell ausbreitete. Es gab aber keine Gefahr für uns oder die über vierhundert Rettungskapseln, die schon Kurs auf das Sprungtor genommen hatten.
"Captain O'Connell, setzen Sie Verfolgungskurs auf die Kapseln und informieren Sie mich, wenn wir Sichtkontakt mit dem Splitplaneten haben." Der zweite Offizier bestätigte mit einem "Ja, Sir" und beschleunigte. "Nummer Eins, Sie haben die Brücke!"
Major McCallister lächelte leicht. Er wusste, dass ich damit auf Star Trek anspielte.
Man hatte mir anscheinend nicht vollständig von den Neuerungen an Bord erzählt. Es gab nun einen Aufenthaltsraum unter der Brücke mit der selben Frontscheibe. Dieser Raum war wie ausgestorben, aber das sollte sich noch ändern. Es gab eine Bar und mehrere Tische und Stühle. Sogar eine kleine Bühne zum hochfahren, so hatte man mir erzählt, um abendliche Shows durchzuführen, wie zum Beispiel ein Konzert von ein paar Besatzungsmitgliedern.
Das dürfte die Laune der Crew auf längeren Reisen auf jeden Fall aufrecht erhalten. Mein Bruder hatte da wirklich ein paar tolle Ideen gehabt. Der Hauptrechner, der vorher in diesem Raum stand, war verkauft worden und natürlich hatte man etwas Licht hereingebracht, da vorher anstatt der Frontscheibe nur eine Wand war.
Wenn man das Schiff nur gelassen hätte, hätte es schon vorher ein wunderschöner Kahn sein können. Man sagte mir, dass die Veränderungen durch den Verkauf des Rechners finanziert wurden. Und die Quartiere waren um einiges schöner und größer.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Sa 17. Nov 2012, 00:25 
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Wichtel
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Man hatte mich über den Plan von Fernando informiert, obwohl es nicht mein Bruder direkt war, der mir das sagte. Er teilte es erst Major McCallister mit, dem ersten Offizier des Schiffes, und dieser sagte es Lieutenant López, und sie sagte es mir.
Da ich auf diesem Schiff nicht viel zu melden hatte, obwohl ich mit meinem Bruder der ranghöchste Offizier war, saß ich in meinem Quartier. Ich konnte den Leuten zwar Befehle erteilen, aber wenn diese schon einen Befehl von meinem Bruder ausführen mussten, zum Beispiel nicht auf mich zu hören, musste ich das respektieren. Immerhin war er als offizieller Kommandant des Schiffes einen Rang höher als ich, obwohl wir beide Colonels waren.
Aber tatenlos auf meiner Couch zu sitzen war auch nicht ratsam. Ich stand also auf und verließ mein Quartier. Der Korridor war wie ausgestorben. Keiner kreuzte durch die Gänge, da alle entweder auf der Krankenstation, im Maschinenraum oder auf der Brücke waren. Der Nachteil an solchen unterbesetzten Schiffen war, dass es keine Schichteinteilung gab. Nagut, einen zweiten Piloten und einen zweiten Waffenoffizier hatten wir ja, Zak und Adonas. Aber der Rest musste ständig anwesend sein. Und nachts lief das meiste automatisch. Es war allerdings nicht selten, dass mal ein Fehler auftauchte, weshalb kein Mensch auf diesem Schiff einen vollständigen Schlaf bekommen hatte. Das Schichtsystem war völlig im Eimer. Es war komplett überflüssig, dass der Kommandant, der erste und der zweite Offizier zeitgleich sich auf der Brücke aufhalten. Aber viel konnte man von einer zwölfköpfigen Besatzung nicht erwarten. Mel war der einzige, der noch als Aushilfe auf der Brücke arbeitete. Ich übernahm das Kommando über das Schiff, wenn Fernando schlief.
Allerdings war McCallisters und O'Connels Anwesenheit auf der Brücke notwendig, da sie die erfahrensten Offiziere auf dem Schiff, neben Fernando, waren.
Vielleicht wäre eine kurze Reform der Schichteinteilung nicht das Schlechteste. Ich begab mich also auf die Brücke und fragte nach Fernando, der anscheinend nicht da war. Man sagte mir, er wäre im neuen Aufenthaltsraum.
Und man hatte sogar Recht.
"Fernando?" Sofort drehte sich mein Bruder herum und blickte mir lächelnd ins Gesicht.
"Was gibt's?", fragte er kurz.
"Ich habe mir mal Gedanken über die Wachen gemacht. Wir wissen ja beide, dass wir momentan etwas unterbesetzt sind. Ich sehe die Offiziere durch die Gegend laufen mit richtig dunklen Augenringen. Wäre eine kleine Veränderung nicht hilfreich?"
Mein Bruder atmete tief durch.
"Darüber habe ich mir auch schon Gedanken gemacht. Allerdings hatte ich nie die Zeit gefunden das umzusetzen. Immerhin hatten wir in den letzten paar Jahren sehr viel zu tun gehabt. Bis auf die Reise quer durch die Galaxie, die mehrere Monate in Anspruch nahm. Aber da gab es ja so gut wie gar nichts zu tun", antwortete er und setzte sich an einen der Tische.
"Genau! Ich würde vorschlagen die Aufsicht der jeweiligen Schicht des jeweiligen Führungsoffiziers zu überlassen. Major McCallister übernimmt die erste Schicht und die zweite übernimmt Captain O'Connell. Während der Schicht des Majors wird Adonas Waffenoffizier sein und Zak der Pilot. Zu der Schicht des Captains tritt Lieutenant Kutesa als Pilot und Sergeant Kowalski als Waffenoffizier an. Ich habe gehört, dass Lieutenant Kutesa ein sehr guter Pilot ist. Er hat die Flugprüfung während seiner Ausbildung im Torus mit hundertundzwei Punkten abgeschlossen. Das ist schon mehr, als man erwarten darf. Und dir steht es natürlich frei, wann du auf die Brücke kommst und den jeweiligen Offizier ablöst", schlug ich vor und wartete auf eine Antwort.
Fernando nickte kurz nachdenklich und stimmte dann mit einem "sehr gut!" zu.
Da ich nicht zur Besatzung gehörte, hatte ich mich absichtlich nicht vorgeschlagen. Aber Fernando war beeindruckt. Nun, da die Hierarchie auf der Brücke geklärt war - die Führungsoffiziere durften sich ihre Leute selber auswählen -, machte ich den selben Vorschlag auch Lieutenant López im Maschinenraum. Allerdings war sie nicht sonderlich begeistert, dass sie Lieutenant Kutesa los war. Denn er war die Person mit dem zweithöchten Rang im Maschinenraum. Aber dafür durfte sie auswählen welche Wache sie übernehmen konnte. Und welche Wachen den anderen ausführenden Organen unterteilt wurden.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Sa 17. Nov 2012, 19:53 
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Registriert: Mo 18. Apr 2011, 23:51
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Ich hatte meinen Führungsoffizieren den neuen Schichtplan nahegebracht, und sie waren begeistert. McCallister war sehr froh, dass er nicht mehr sehcs Stunden lang auf der Brücke sein musste, um danach zwei Stunden zu schlafen. Jetzt durfte er sechs Stunden das Schiff befehligen, sofern ich nicht dabei war, und danach sechs Stunden schlafen.
Kaum aber war ich wieder auf dem Weg in mein Quartier, funkte mich auch schon Lieutenant López an: "Colonel Lopéra, Lieutenant López hier! Sie sollten mal in den Maschinenraum kommen. Ich habe hier etwas gefunden, dass Sie interessieren dürfte."
Nanu? Was könnte wohl so wichtig sein, dass sie mich persönlich in den Maschinenraum bestellte? Nun, das musste ich natürlich herausfinden.
Das Schott öffnete sich und ich wurde sofort von meinem Chefingeneur empfangen.
"Colonel, gut, dass Sie da sind", sagte sie und ging voraus.
"Was haben Sie denn gefunden, Lieutenant?"
"Sehen Sie sich das hier mal genauer an", sagte sie und zeigte auf einen etwas größeren Bildschirm an der Wand.
"Und ... was soll ich da jetzt finden?", fragte ich etwas verwirrt. Für mich sah das Diagramm mit den Werten links daneben völlig normal aus.
"Das sind die Schildfrequenzabstimmungen der USC Kyoto. Schauen Sie sich mal die Amplitude der Kurve an. Sie liegt 3,7 Megahertz über dem Normalwert. Das USC und die ATF verwenden bei 2-Gigajoule-Schildgeneratoren immer eine Frequenz von 234,45 Megahertz. Aber der Schutzschild der Kyoto hatte einen Wert von 238,15 Megahertz. Es muss jemand die Frequenz geändert haben. Wenn es eine Fehlfunktion im Generator gibt, wird die Frequenz normalerweise nur geringfügig verändert. Vielleicht um 0,02 Megahertz. Aber 3,7 ..."
"Ja, der General hat schon erwähnt, dass die Schilde kurz vor dem Angriff plötzlich gesunken sind."
"Nein, nicht gesunken. Die Generatoren waren völlig in Ordnung. Aber die Frequenz wurde so verändert, dass Objekte, die ein Funkgerät oder einen Sender und Empfänger an Bord haben, den Schutzschild ungehindert passieren konnten. Raketen, Schiffe ... sogar auch Menschen. Es könnte sein, dass jemand eine Rakete abgefeuert hat, die den Schildgenerator beschädigt hat."
"Aber die Terraformer tauchten erst nach der Veränderung am Schildgenerator auf. Oder jemand hat ..."
"... Oder jemand hat die Frequenz schon vorher umgestellt. Vielleicht von einer Konsole im Schiff aus", vollendete López den Satz.
"Hm, auf jeden Fall gehört dieser Jemand nicht zum USC. Alle Besatzungsmitglieder sind noch nie auf einen Terraformer gestoßen."
"Oder dieser Jemand arbeitet als Maulwurf in der Flotte."
"Leider sind das über vierhundert Mann, die dabei in Frage kämen. Wir werden jeden einzelnen dann verhören, wenn sie wieder auf der Erde sind. Auf jeden Fall arbeitet dieser Jemand eng zusammen mit den Terraformern. Velleicht sogar mit den Yaki, denn diese Frequenz wird ausschließlich von Marschkörpern der AGI verwendet. Danke, Lieutenant", sagte ich und verzog mich aus dem Maschinenraum auf die Brücke.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mo 19. Nov 2012, 23:08 
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Irrlicht
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Da war ich nun! Es war nun etwa zwei Stunden her, seit dem die Kyoto gesprengt wurde. Das gute Schiff diente gerade mal eine Woche in der Flotte. Aber die Gründe für die Vernichtung waren verständlich.
Ich befand mich mit Patricia und einem weiteren Mann, der offensichtlich ranghöher gestellt war, als ich, in einer Rettungskapsel. Man hatte mir gesagt, dass der vorprogrammierte Kurs der Kapseln ein Planet einer Rasse war, die sich Split nannten. Ich war sehr gespannt auf meinen ersten außerirdischen Planeten. Obwohl mir auch gesagt wurde, dass diese Split sehr feindselig sein sollten.
"Lieutenant, wie ist Ihr Name?", fragte mich der unbekannte Offizier. Es war ungewöhnlich, denn seitdem wir die Kyoto verlassen hatten, hatte er kein Wort gesagt.
"Second Lieutenant Mark Felger, und das ist Second Lieutenant Patricia Heywood. Wir beide sind Piloten in der Jägerstaffel ... gewesen", antwortete ich und deutete einen Salut an.
"Nagut, ich denke, dass Sie noch nicht die Zeit gefunden haben, jeden an Bord kennenzulernen. Ich bin Lieutenant Colonel Hiroshi Sato, der erste Offizier. Sie sind Piloten, ja? Das ist gut, dann muss ich dieses verfluchte Ding nicht landen", sagte er und lächelte breit. "In den Simulationen bin ich bei Landungen mit diesen Kapseln immer durchgefallen. Sie können doch diese Mülltonne landen?"
"Sir, ich denke, wir kriegen das hin. Zwar haben wir bis jetzt nur an einer Simulation teilgenommen, aber diese haben wir bestanden. Allerdings liegt das ... etwa drei Jahre zurück."
"Dann arbeiten Sie schon eine Weile zusammen?"
"Seitdem wir uns auf dem Torus beworben haben. Ja, Sir", antwortete Patricia.
Ich setzte mich an die Konsole und schaute mir die Werte an. Es war nur Platz für einen Piloten, weshalb Patricia an einer kleinen Konsole, die für interne Systeme gedacht war, arbeitete.
Nach dem Navigationscomputer, der etwa eine halbe Minute brauchte, bis er die meisten Sterne so weit identifizieren konnte, dass er etwa genau bestimmen konnte, wo wir uns befanden. Das nächte Tor war etwa eine halbe astronomische Einheit entfernt, die Reise dauerte also noch etwa eine zwei Stunden. Es war rechtriskant mit dieser langsamen Geschwindigkeit durch den Raum zu kreuzen, vor allem wenn es so viele Kapseln waren.
Aber das Gravidar zeigte keine wichtigen, roten Blips, die sich unser Position näherten. Einige blaue Blips, die sich als Frachter der Split herausstellten, ignorierten wir einfach.
Das Tor war erst als kleiner blauer Punkt zu erkennen, wurde dann aber schnell größer.
"Noch acht Sekunden ..., sieben ..., sechs ..., fünf ..., vier ..., drei ..., zwei ..., eins ..., Durchg...", konnte Patricia noch sagen, bevor wir in dem Energiewirbel der Singularität verschwanden. "...ang!"
Es dauerte nicht einmal einen Bruchteil einer Sekunde, schon tauchten wir auf der anderen Seite wieder auf. Anders, als das vorige System, besaß dieses keinen interstellaren Nebel. Der Weltraum war komplett schwarz.
"Der Zielplanet befindet sich zwei astronomische Einheiten voraus", meldete ich. Viel brauchte ich nicht zu machen, denn der Autopilot erledigte alles von selbst.
Als wir alle gemeinsam die Umlaufbahn des Dschungelplaneten erreichten, schalteten wir und anscheinend auch die anderen Kapseln die Autopiloten ab. General McLean hatte uns die Koordinaten für einen passenden Landeplatz zugesandt. Es war ein riesiger Hein, der allerdings etwas feucht war. Der Boden war nicht sehr fest, aber es dürfte reichen. Noch wurden wir nicht von einem Schiff der Split entdeckt. Es gab Städte auf dem Planeten, allerdings auf der anderen Seite des Planeten. Noch günstiger konnte die Situation ehrlich nicht sein. Aber mehr Sorgen bereitete mir die USC La Esperanza, die sehr viel größer war, als eine Kapsel. Irgendein Split wird dieses Schiff wohl nicht als Meteroiden identifizieren, sondern eben als Schiff. Die Kapseln waren sehr klein und für Augen leicht mit einem Meteroiden zu verwechseln. Aber die Esperanza ...
Nacheinander erreichten sie alle die Atmosphäre. Die Schutzschilde flammten gelb-orange auf, als die Luft daran rieb.
Das gesamte Objekt ruckelte und schüttelte sich unter der enormen Kraft der draußen herrschenden Winde und des plötzlich steigenden Luftdrucks. Eine dichte Wolkendecke verdeckte die Sicht auf die Oberfläche des Planeten. Aber ich brauchte im Moment keine optischen Informationen. Die Anzeigen auf den Instrumenten reichten mir. Wir waren nur noch etwa hundert Meter über der Oberfläche. Es sollte keine ruhige Landung werden. Der Wind wehte kräftig und es regnete. Plötzlich zog ein riesiger Baum an unserer Seite vorbei. Ich hatte ihn nur um drei Meter verfehlt.
Selbst wenn eine Kapsel abstürzen sollte, dürften die Trägheitsdämpfer den Sturz genügend dämpfen. Und so war es auch.
Mit einem Male war der Boden direkt vor uns. Die Kapsel schlug mit einem lauten Knall auf den Boden auf, und zog eine recht lange Schneise. Wir kamen kurz vor einer anderen Kapsel zum Stehen.
"Sind Sie in Ordnung?", fragte der erste Offizier. Wir beide bejahten.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mo 19. Nov 2012, 23:33 
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Auf erstem Blick sah das aus wie ein Haufen umgestürzter Kegel. Aber als die Menschen die Kapseln verließen schien alles in Butter zu sein.
"Landen Sie dort am Waldrand", befahl ich Zak. Mit einem kurzen Nicken bestätigte er diesen Befehl. Wir flogen über den Köpfen der Besatzung hinweg und setzten dann sanft etwa fünfzig Meter neben dem Kapselhaufen auf. "Drehen Sie die Trägheitsdämpfung vollständig auf, damit wir nicht einsinken."
Die gesamte Umgebung war sehr nass, da es regnete. Splitplaneten waren bekannt für das recht heiße und feuchte Klima. Dieser Planet ähnelte dem Amazonasgebiet in Brasilien und Bolivien. Überall waren hohe Bäume, Fahne bedeckten den Boden, wo kein Baum stand und riesige Flüsse schlängelten sich durch die Wälder zum Meer. Die Wolkendecke hing recht niedrig über dem Boden, weshalb man manche Baumwipfel gar nicht erkennen konnte.
Ich, Jamila und mein erster Offizier verließen das Schiff, um uns mit dem General zu treffen. Sie machte erst ein verwundertes Gesicht, als ich sie bat mitzukommen.
Der Boden war sehr matschig und nass und es regnete wie aus Eimern. An einigen Stellen war es nur nasses Gras und die Erde war sehr robust. Aber dieser ständige Regen ging uns ziemlich auf den Geist.
"Colonel Lopéra!", kam es plötzlich. Ich schaute mich kurz um und erkannte, wie der General auf uns zu gestapft kam. "Sind Sie bereit die ersten Menschen mitzunehmen?", fragte er.
"Ja, Sir. Es dürfte Platz für etwa hundert Mann geben. Die Reise dauert nur einen halben Tag", sagte ich noch einmal.
"Moment, was ist eigentlich mit dem Sprungantrieb?", fragte er strinrunzelnd.
"Tut mir Leid, Sir. Aber Seitdem kleinen Zwischenfall mit den Yaki im Argon-Prime-System hält Doktor Porskon das für zu gefährlich. Es bleibt uns nur der FTL-Antrieb", antwortete ich.
"Gut, dann wählen wir jetzt die erste Gruppe aus. Ich werde mitkommen. Ich habe dem Oberkommando und meiner Familie einiges zu erklären", sagte der General.
"Major McCallister wird hier bleiben und die Menschen zusammen mit Lieutenant Colonel Sato anführen", ordnete ich indirekt meinem ersten Offizier an. Dieser antwortete mit einem kurzen "ja, Sir!" und begab sich zu dem anderen ersten offizier. "Und, Jamila, ich brauche dich hier bei den Menschen als moralische Unterstützung. Die meisten waren noch nie auf einem Planeten außerhalb des irdischen Sonnensystems. Wäre das machbar?", fragte ich sie.
"Ja, Sir!", antwortete sie lächelnd und salutierte.
"Sehr gut! Ich bin dann morgen wieder da", antwortete ich, drückte ihr einen Kuss auf den Mund und bewegte mich in Richtung der ersten Gruppe. Mittlerweile war auch der General dabei. Es waren genau fünfundneunzig Männer und Frauen, die sich in Reihe zu meinem Schiff begaben.

"Captain O'Connell, saugen Sie soviel Luft von außen in den Frachtraum, wie es möglich ist. Wir brauchen wirklich die gesamte Kapazität des Frachtraums. Zak, nehmen Sie Kurs auf die Heimat, wenn der Captain bereit ist!", sagte ich direkt, als ich wieder auf der Brücke war. Ich wusste, dass er "Heimat" anders definierte, aber nach seinem Lächeln wurde mir klar, dass er den Spruch verstanden hatte. Neben den ganzen Verhandlungen mit den Argonen wäre es sicher auch sinnvoll gleich eine Verhandlung mit den Onyx anzuknüpfen.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Di 20. Nov 2012, 00:20 
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Wichtel
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War es wirklich klug gewesen den Job von Fernandito anzunehmen? Es regnete in Strömen, der Boden war unbegehbar und ich konnte wohl kaum dreihundert Menschen gleichzeitig aufmuntern. Aber ihm zu Liebe machte ich das natürlich.
Soviel ich mitbekommen hatte, hatte Major McCallister angeordnet Wachposten um den Lichtung zu stationieren. Sie waren aber nur mit einigen Blastern und Pistolen ausgestattet, und Split waren sehr gute Schützen.
"Major McCallister!", rief ich dem Offizier zu. Dieser drehte sich herum und ersuchte denjenigen, der ihn gerufen hatte - mich!
"Ja, Miss Selek?"
"Oh, nennen Sie mich bitte Jamila, Major. Wäre es möglich sich einen trockeneren Bereich auszusuchen und alle dort zu versammeln. Ich habe hier auf dieser Lichtung einen Platz gefunden, der sehr wenig bis gar nicht vermatscht ist. Ein Lagerfeuer wäre eine gute Idee die Menschen warm zu halten", schlug ich vor.
"Das mit der trockenen Stelle ist eine gute Idee. Aber ein Lagerfeuer wäre zu riskant. Man könnte uns entdecken. Sie wissen ja, wie die Split auf ungebetene Gäste reagieren ... oder sie können es sich erahnen. Allerdings gibt es in den Kapseln kleine Heizkörper, die wir an die Menschen verteilen können. Allerdings können wir die Leute auch in die Kapseln schicken. Dort wären sie zumindest ... Haben Sie das gehört?", fragte der Major verwundert und schaute sich um. Ich schüttelte den Kopf. "Es klang ... wie ein Schnaufen eines Bären!"
"Dort vorne!", meldete eine Frau und zeigte in den Wald. Gelb leuchtende Augen blitzten uns entgegen. Ich schaute zu der Stelle, an der die Wachn normalerweise stehen sollten. Aber da lagen nur ... Leichen!
Ein orangener Energiestrahl mündete aus einem Objekt, welches das Wesen in der Hand hielt und traf die Frau, die das Wesen gesichtet hatte, mitten im Gesicht. Sie war auf der Stelle tot.
Sofort zückte der Major seine Pistole und schoss in Richtung des Split, aber dieser versteckte sich geschickt hinter einem Stein. Ein Schatten verriet uns, dass er längst das Weite gesucht hatte. Er war recht flink unterwegs. Schon nach einigen Sekunden hatten wir ihn aus den Augen verloren.
"Verdammt!", fluchte der Major.
"Kann man ihn nicht einholen?", fragte ich.
"Nein, wir bleiben am Besten alle hier und errichten einen engeren Verteidigungsperimeter. Es ist zu gefährlich dem Split hinterzurennen. Alle Mann in die Kapseln!", befahl er. "Auch Sie, Jamila!"
Alle, bis auf die beiden Führungsoffiziere und die Soldaten blieben auf der Lichtung verteilt und suchten teilweise Schutz hinter den Kapseln. Die Luke von unserer Kapsel ließ sich nicht vollständig schließen, weshalb ich durch einen Spalt das Geschehen mitansehen konnte.
"Ich bin Rok t'ncct, der Heerführer des sechzehnten Splitheeres. Die Kreaturen befinden sich verbotenerweise im Reich der Split! Sie verlassen sofort diesen Planeten, oder sie werden auf der Stelle getötet!", fauchte ein etwas älter aussehender Split mit fahlgelber bis grauer Haut. Er hatte einen langen Kinnbart, der ihm fast bis zum Boden reichte. Zudem war er mit prunkvollen Diamanten beschmückt.
"Ich bin Major John McCallister. Es ist leider nicht möglich diese Welt zu verlassen. All diese Kapseln sind funktionsunfähig. Wenn Sie uns eine Evakuierung auf eine unbewohnte Welt gestatten, dann werden wir ..."
Was in diesem Moment geschah ließ mein Bild der Split so sehr verändern, dass ich tiefsten Hass auf diese Rasse verspührte. Ich wusste, dass es falsch war, deswegen versuchte ich meinen Hass nur auf diese Welt zu begrenzen.
Ich wollte in diesem Moment noch "nein!!!" rufen, aber es war bereits zu spät. Der Split zog ein schwertartiges Objekt und trennte den Kopf von Major Jonathan McCallister, dem ersten Offizier und einem guten Freund von Fernando, von seinem Körper. Der Kopf machte einen hohen Bogen und landete mit einem schwachen Schmatzer im Matsch. Der restliche Körper kippte nach hinten um und ich sah, wie Blut aus dem Hals pulsierte. Es war ein schrecklicher Anblick. Das Gesicht, was der Major dabei machte, war entsetzlich. Ein tiefer Schmerz pochte gegen meinen Magen und mein Herz drohte stehen zu bleiben. Ich sackte auf meine Knie und vergrub mein Gesicht in meinen Händen.
Er und Fernando hatten sich während der letzten beiden Jahre angefreundet, sehr gut sogar. Ich empfand sehr tiefen Trauer für John, und Mitleid für Fernando.
Ein Donner von Explosionen und ein Hagel von Kugeln bereiteten dem Ganzen ein Ende. Irgendwo zischte noch ein Blaster der Split auf. Dann aber war alles still. Ich wagte keinen Blick nach draußen, doch als auch nach fünf Minuten nichts zu hören war, öffnete ich langsam die Heckluke und trat nach draußen. Es war ein wahres Massengrab. Am Waldrand lagen die Leichen der Split und in der Nähe der Kapseln die Menschen. Es waren, nach meiner Zählung, vierundvierzig tote Split und achtzehn tote Menschen. Die Menschen hatten den Vorteil die Kapseln als Deckung zu verwenden und die Maschinenpistolen hatten eine deutlich höhere Feuerrate als die Blaster der Split.
Ich wünschte mir, dass Fernando so schnell wie möglich zurückkommen konnte. Aber es dauerte noch einen Tag. Währenddessen half ich den Leuten die Leichen wegzuschaffen und zu beerdigen, auch die Split. Mir kam zu Ohren, dass die Split ihre Toten ebenfalls in der Erde verbuddeln. Der Hass zu ihnen war nach einer Weile wieder verschwunden. Ich hatte gelernt, dass man die Tat eines einzigen nicht auf jeden seiner Rasse projezieren sollte. Man würde nämlich genau so enden, wie die Menschen im 21. Jahrhundert ...


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Di 20. Nov 2012, 14:47 
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Das Schiff war wirklich bis zum Rand mit dem Teil der Besatzungsmitgliedern gefüllt, den wir mitgenommenen hatten, dass sich die meisten nur im Aufenthaltsraum unter der Brücke aufhielten, weil sie gar nicht durch die Gänge durch die vielen Menschen gehen konnten.
Ich saß in meinem Kommandositz und schaute den Sternen zu, die vorbeizogen, und dem blauen Subraumenergiefluss, der wie blauweißer Nabel aussah.
"Colonel!", sagte eine Stimme hinter mir. Ich drehte mich herum und erblickte Mel, wie er mit einer Gebärde mir zu verstehen gab, dass ich mitkommen sollte. Ich stand also auf und folgte dem Doktor. Wir verließen die Brücke nicht; er machte vor einer Tür Halt.
"Wollen ... Sie mich etwa in der Besenkammer einsperren?", fragte ich irritiert. Es war nämlich der Lagerort für die Raumanzüge, die übrigens vervielfacht wurden. Statt drei Raumanzügen besaßen wir nun achtzig.
"Hehe, nein. Nun, wir haben an diesem Schiff sehr viele Veränderungen durchgenommen. Wir haben nicht nur die Quartiere vergrößert und einen riesigen Aufenthaltsraum unter der Brücke angelegt, sondern auch für Sie etwas Gutes getan", sagte er und öffnete die Tür mit der Konsole ander Wand. Für den ersten Augenblick musste ich sehr staunen, denn es sah aus wie ...
"... ein Bereitschaftsraum", murmelte ich grinsend und fuhr mit der Hand über den schönen, hölzernen Schreibtisch. Der Stuhl stand mit dem Rücken zum Panoramafenster der Brücke. Dieses Fenster war vorher auch nicht gewesen. Neben dem Schreibtsich, auf dem noch ein Computer stand, befand etwa drei Meter links eine Couch mit Tisch.
"Dein Bruder hat diesen Raum entworfen. Er dachte, dass er dem Bereitschaftraum auf der USS Enterprise D ähneln würde, da ihr beide ja Star-Trek-Fans seit."
Das war ja unfassbar. Der Raum ähnelte wirklich dem auf einem Schiff aus einer uralten Science-Fiction-Fernsehserie. Darüber war ich sehr stolz. Ich beschloss auch Major McCallister öfter Nummer Eins zu nennen.

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