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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: So 9. Mär 2014, 01:15 
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"Colonel Lopéra!", rief hinter mir eine vertraute Stimme. Ich schnellte herum und blickte zu General McLean, der mich vor der Shuttlerampe des Hauptquartiers abfing. "Ich hörte, Sie haben neue Befehle erhalten ..."
"Neue Befehle? Das ist gut ... mein letzter Befehl liegt schon fast ein Jahr zurück."
"Wir waren eben lange weg. Ich gebe Ihnen einen Ratschlag, den Sie sehr wohl befolgen sollten ... Seien Sie bloß vorsichtig!"
"Nun, Sir, das ist wirklich etwas, was ich auf jeden Fall immer bin. Ich ..."
"Ich meine das ernst, Colonel! Nicht, weil Sie zu unvorsichtig sind - das sind Sie nämlich nicht - ich meine, dass Sie es sich nicht mehr leisten können gegen den Strom des Generalstabs zu schwimmen. Es gibt eine Menge Generäle, die Sie auf der Mondoberfläche sehen wollen. Dazu zählt auch Ishiyama."
"Hm, das ist mir nicht neu."
"Ich Sie nicht immer vor dem Militärgericht bewahren. Gott sei Dank hat Ihr letzter Bericht über diese ... Himiko ... den Stab so sehr vom Hocker gerissen, dass sie fast alles vergaßen, was Sie in ihren Augen falsch gemacht haben."
"Darüber bin ich froh. Wir sollten uns sowieso mehr auf Himiko und ihre Flotte konzentrieren, als auf die Argonen. Aber jetzt hat erst mal der Außenposten Vorrang."
"Das stimmt! Man wird Ihnen übrigens noch eine Partner für die Raumbasis zuteilen", sagte McLean und klopfte mir auf die Schulter, als ob er mir sagen wollte: "Du schaffst das schon!"
"Ich hoffe nicht Ishiyama!"
"Nein, es wird Colonel Sato sein. Er wurde gerade zum Fullbird Colonel befördert, aufgrund seiner Leistungen auf der USC Kyoto."
"Na dann bin ich beruhigt. Wenn Sie mich entschuldigen, ich muss erst mal nach Hause. Ich hoffe, Jamila ist nicht bei Ihren Eltern in Indien", sagte ich und lachte kurz auf.
"Jamila? Sie ist doch mit ihrem Schiff weggeflogen", sagte der General mit runzelnder Stirn.
"Bitte? Mit welchem Schiff denn?"
"Hat sie dir das nicht erzählt? Sie arbeitet jetzt bei der USC Trading Company als Pilotin der USC Kobayashi Maru. Nicht?"
"Nein, da hat sie mir etwas verschwiegen. Ich bin sicher, dafür findet sich eine Erklärung", sagte ich, verabschiedete mich und stieg in das Shuttle.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: So 9. Mär 2014, 02:01 
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Wichtel
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"Was sagst du dazu?", fragte mich Chris und reichte mir ein Brot, doch ich reagierte nicht. Mein Blick war nur auf den Weltraum gerichtet, der in seiner gesamten Schönheit auf mich einwirkte. "Jamila?", fragte er.
"Ist das zu fassen?! Früher war ich dem Weltraum so misstrauisch eingestellt. Ich dachte bloß an Verzweiflung und Angst. Aber mir ist diese pure Schönheit völlig entgangen. Ich hätte deswegen fast meinen Mann getötet!", sagte ich Gedanken versunken.
"Dann ist das Gerücht also wahr!", sagte Tadashi und lachte auf. "Ich glaubte zwar nie daran, aber wenn du das gerade so sagst. Wie geht es Fernando eigentlich?"
"Woher kennt ihr ihn denn alle?", wollte ich wissen und wandte mich wieder der Messe zu.
"Naja, er hat im letzten Jahr einen sehr hohen Bekanntheitsgrad erlangt, als er mit seinem Schiff in der Gemeinschaft festsaß. Und wäre er nicht gewesen, würden wir heute nicht diese Mission durchführen", antwortete Gerald und nahm einen Schluck von seinem Kakao.
"Ich habe ihm nie erzählt, dass ich zur Trading Company gehen wollte! Hatte wohl Angst, dass es auf das Gleiche hinauslaufen würde wie vor eineinhalb Jahren", sagte ich und lehnte mich zurück.
"Dann wird es mal höchste Zeit!", sagte Sarah Rickmers, unsere Kommunikationsoffizieren. "Ich habe gerade eine Nachrichtendrohne von deinem Liebsten aufgefangen. Sie ist im Magazin und die Nachricht wird gerade in dein Quartier geladen."
Sofort läuteten die Alarmglocken und ich sprang los. In meinem Quartier schaltete ich sofort den Bildschirm ein und spielte die Nachricht ab:

"Jamila? Ich hoffe, du empfängst diese Nachricht ... Ich mache mir gerade Sorgen. Du hast mir nie gesagt, dass du vor hattest zur Trading Company zu gehen ... Ich hoffe, du willst dich nicht von mir distanzieren. Ich weiß, dass das letzte Jahr sehr schwer für dich war ... das war es nämlich auch für mich ... Du hast Sachen erlebt, die du eigentlich nicht hättest erleben sollen. Dass ich dich täglich in Gefahr gebracht habe, tut mir wirklich sehr Leid ..."

Mein Herz fing plötzlich an wie wild zu pochen, als ich das hörte. Sein Gesicht sah sehr verändert aus, als ob er die Schuld für jeden meiner Fehler tragen würde.

"Ich nehme an, du bist als freie Händlerin unterwegs und wirst die nächsten Wochen erst mal nicht nach Hause kommen ... Ich habe das Teilkommando über eine Raumstation in der Gemeinschaft erhalten. Sie befindet sich in einem noch nicht annektierten System ... Vielleicht können wir uns in nächster Zeit dort treffen. Die Station wird als Handels- und Militäraußenposten dienen. Ihr könnt also bedenkenlos andocken ... Ich vermisse dich wirklich sehr, noch mehr als damals. Ich wünsche dich an meine Seite ... Viel Glück, dir und deiner Mannschaft"

Zum Schluss ließ er noch einen Luftkuss durch den Bildschirm fliegen. An meiner Wange kullerte eine Träne herunter. Ich wusste schon immer, dass Fernando sehr emotional sein konnte. Aber so hatte ich ihn noch nie gesehen. Er glich sehr einem Häufchen Elend. Ich vermisste ihn auch.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Di 11. Mär 2014, 00:53 
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"Fernando?" Der Bildschirm flackerte plötzlich auf und ließ Jamilas süßes Gesicht erscheinen. Ich griff nach einer Tasse mit bolivianischem Kakao und schlürfte den ersten Schluck. Die eine Woche Urlaub, die aber endlich auf zwei Tage verkürzt worden waren, verbrachte ich in der Wohnung meiner Mutter. Sie hatte mir freundlicherweise den Kakao zubereitet, den ich schon seit meiner Kindheit gerne getrunken hatte. "Du darfst meine Handlung nicht auf dich beziehen! Ich will mich nicht von dir entfernen. Weißt du, es ist einfach so, dass ich als Tänzerin keine Zukunft sehe. Die Abenteuer, die ich auf der La Esperanza erlebt habe, haben mir die Augen für den Weltraum geöffnet. Ich will zudem etwas zum Frieden zwischen den Argonen und den Terranern beitragen. Ich hatte Angst es dir zu sagen, da ich befürchtet habe, es könnte auf das gleiche Ergebnis hinauslaufen wie damals, als es um deinen Beruf ging. Bitte verzeih mir! Ich liebe dich!"

Ich war wie von den Socken. Hatte sie wirklich das Interesse am Weltraum gewonnen? Es erfüllte mich sehr mit Stolz, dass sie dasselbe Ziel verfolgte wie ich. Die USCTC war dafür wahrscheinlich die bessere Lösung einen endgültigen Krieg zu verhindern ... sofern sich Jamila nicht wie ein Teladi benahm.
Als ich die Nachricht zu Ende gehört hatte, betrat meine Mutter gerade mein Zimmer. Sie lachte kurz auf, als sie Jamilas besorgtes Gesicht sah.
"Du warst schon immer bis über beide Ohren in sie verliebt, stimmt's?", fragte sie und klopfte mir auf die Schulter. Ich spürte, wie meine Ohren die Farbe veränderten.
"Woher weißt du das?", wollte ich wissen und drehte mich auf meinem Stuhl zu ihr um.
"Ich bin deine Mutter! Glaubst du, ich habe das während deiner Kindheit nicht bemerkt? Wie du immer von ihr erzählst hast? Ich bitte dich! Ich weiß übrigens schon, dass sie zur Handelsflotte gehen wollte. Sie hat es mir gesagt, als sie sich von mir verabschiedet hat", sagte sie und nahm einen Schluck von ihrer Tasse.
"So, so! Naja, sie muss tun, was sie für richtig hält", sagte ich und lachte kurz sarkastisch auf. "Jetzt weiß ich wie sie sich damals fühlte, bis es zu diesem Streit kam."


10. Oktober 2937

System: Sol
Planet: Erde
Ort: Torus, Weltraum

Die ganze Woche hatte ich damit verbracht Verwandte und Freunde zu besuchen, die ich schon seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr gesehen hatte. Es hatte sehr gut getan sie alle wiederzusehen. Aber so schnell der Urlaub gekommen war, neigte er sich auch dem Ende zu.
Auf der Brücke meines Schiffes war die Besatzung schon am Arbeiten. Mein erster Offizier, Major Ceylan, der noch auf meinem Sitz saß, koordinierte die Arbeiten und kommentierte mit einem "Kommandant auf der Brücke!" mein Eintreffen.
"Colonel, ich habe mir mal die Freiheit genommen die beiden neuen Revolvereinheiten der Seitenkanzeln zu verbessern. Die Plasmakondensatoren für die Energiewaffen werden nicht mehr durch die Hauptleitungen, an denen auch die Lebenserhaltungssysteme hängen geleitet, sondern durch separate Leitungen, an die ich auch die Schildgeneratoren angeschlossen habe. Das Risiko eines Ausfalls der Schilde und Waffen bei einem Gefecht wird minimiert", sagte der Major und reichte mir einen Tablet-Rechner mit den Konfigurationen für den Hauptcomputer, die ich zusammen mit einem Vermerk im Logbuch eintragen musste.
"Sehr gut Major! Ich hoffe allerdings, dass wir für die nächsten Wochen kein Gefecht erleben werden. Eine Woche Landurlaub war wohl zu wenig", antwortete ich und setzte mich auf meinen Sitz.
"Colonel, wir sind jederzeit fertig zum Abdocken!", sagte Mel, während er sich die Route zu unserem Zielsystem ansah. "12.854 Lichtjahre, sechs Planeten im System, davon zwei bewohnbar und die Deep Space Station umkreist den erdähnlicheren."
"Na das klingt doch super! Also, lösen Sie die Andockklammern und bringen Sie uns raus!", befahl ich meinem zweiten Offizier.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mo 17. Mär 2014, 23:17 
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Irrlicht
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10. Oktober 2937

System: 12854
Planet: PT-12854-d
Ort: Umlaufbahn des Planeten, Weltraum

"Sir, die Sensoren erkennen ein Schiff welches in einem geostationären Orbit um den Planeten kreist!", meldete Mel und ließ das Schiff und seine durch die Scanner erfassten Informationen auf dem Holobildschirm vor der Frontscheibe darstellen.
"Erkennt jemand die Bauweise?", fragte der Colonel. Ich schaute mir das durch das Teleskop aufgenommene Bild genauer an und antwortete mit einem "Nein!". Allerdings sah dieses Schiff aber auch nicht sonderlich stabil aus. Die Scanner hatten mehrere strukturelle Schwächen erkannt, die auf der ganzen Hülle, die anscheinend ziemlich verrostet war, verteilt waren.
"Die Bioscanner melden sechzig menschliche Lebenszeichen!"
"Das Schiff rufen! Synchronisieren Sie die Stimme des Colonels in allen bekannten Sprachen und stellen Sie das Bild auf den Holobildschirm, falls jemand antwortet!", befahl ich und stellte mich neben den Colonel, der ebenfalls aufstand.
"Unbekanntes Schiff, hier spricht Colonel Fernando Lopéra, Kommandant der terranischen Korvette USC La Esperanza! Sie befinden sich im Orbit eines annektierten Planeten der terranischen Raumflotte! Bitte antworten!"
Es gab keine Antwort.
Der Colonel versuchte es erneut, doch vergebens.
"Lieutenant Narayan, stellen Sie eine Verbindung zur Station Beta-Basis her!"
Auch kam von da keine Antwort. Was war geschehen? Der Colonel befahl mir das Kommando zu übernehmen, da er sich mit dem Shuttle selber die Beta-Basis ansehen wollte. Irgendetwas war doch faul, denn das unbekannte Raumschiff befand sich ständig im Zenit über der Beta-Basis. Wartete es auf Freunde? Ich behielt es stark im Auge, während sich unsere Raumfähre dem Planeten näherte.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mi 19. Mär 2014, 15:40 
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Langsam setzte das Shuttle auf dem Boden auf. Ich hatte es extra auf einer der Landeplattformen geparkt, da die Umgebung alles andere als freundlich war. Ein heftiger Sturm fegte uns um die Ohren und die Sicht war sehr begrenzt. Um in das Innere der Anlage zu gelangen, war ein Identifizierungscode erforderlich, den ich mir von General Ishiyama hatte geben lassen.
Die Tür öffnete sich, doch es brannte nirgends ein Licht. Auch die Bioscanner erfassten keine Lebenszeichen in der Anlage, bloß einige etwas größere Blips jenseits der schützenden Mauern.
"Das sind vermutlich diese sechsbeinigen Wölfe", sagte Mel und deutete auf die beiden Blips, die sich schnell von uns entfernten.
"Sechsbeinig? Interessant. Ich hoffe, dass sie keine Bedrohung für uns sind. Ich empfange in der ganzen Anlage nichts!", antwortete ich und spähte um eine Ecke.
Wir waren nun im Kontrollraum, der sehr aufgeräumt wirkte. Allerdings brannte hier ein rotes, diffuses Licht.
"Sie sind auf Alarmstufe eins gegangen. Anscheinend wurden sie angegriffen." Ich griff nach meinem Funkgerät und wählte den Kanal, der auf einem der vielen Bildschirme noch zu sehen war. Viele Systeme waren heruntergefahren, aber die wichtigsten liefen noch. "Colonel Summers, bitte kommen!"
Es gab keine Antwort.
"Vielleicht können wir eine Verbindung mit der Ikarus-Basis herstellen", schlug Hiro vor, der hier eventuell Verletzte behandeln sollte. Aber es gab hier niemanden. Die ganze Anlage war, als wäre sie ganz schnell evakuiert worden.
"Hm, das Kommunikationsrelais ist im Eimer. Vielleicht können wir durch die die La Esperanza eine Verbindung zur Raumstation herstellen", antwortete Mel und schaute sich den Gravidarbildschirm genau an. "Aber erst in einigen Stunden. Die Station ist gerade hinter PT-12854-c verschwunden."
"Wenn wir die La Esperanza von ihrer Position abziehen lassen, um Funkkontakt herzustellen, sind wir hier unten eine Zielscheibe für das andere Schiff im Orbit. Am besten wir suchen hier weiter", sagte ich und winkte einige Soldaten zu mir, die uns im Falle eines Kampfes unterstützen sollten.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mi 19. Mär 2014, 16:13 
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Irrlicht
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"Sir, das sollten Sie sich ansehen!", sagte der Waffenoffizier, der meinen Platz eingenommen hatte, damit ich mich auf das Kommandieren konzentrieren konnte.
Ich trat an die Konsole heran und warf einen Blick auf den Bildschirm.
"Sechsundzwanzig Projektil-Geschütze und etwa dreihundert Objekte, die nach Lenkflugkörpern aussehen. Das Schiff hat keinen Schild, dafür einen eine sehr dicke Hülle, die anscheinend sehr schwer zu knacken ist", sagte Kowalski und deutete auf die einzelnen, markanten Stellen. Es war ein recht großes, aber sehr klobiges Schiff. Es hatte etwa die doppelte Größe der La Esperanza.
"Sie meinen, dass es ein reines Kampfschiff ist?"
"Sir, ja, aber schauen Sie sich diese Werte hier an! Es sieht wohl aus, als würden sie mit Computern aus dem letzten Jahrtausend arbeiten. Das Schiff hat keine Fenster und wirkt sehr alt", sagte Kowalski.
"Wir haben auch wenig Fenster. Wir sollten sie keinesfalls unterschätzen. Lieutenant Narayan, rufen Sie das Schiff erneut!"
Der Lieutenant gehorchte, antwortete aber: "Tut mir Leid, keine Antwort."
Es war sehr merkwürdig. Da das Schiff keine Fenster hatte, war es auch sinnlos eine optische Nachricht mit Scheinwerfern zu senden, um wenigstens die Aufmerksamkeit auf uns zu ziehen. Aber ich hatte das ungemütliche Gefühl, dass sie sehr wohl von unserer Anwesenheit wussten. Doch plötzlich passierte etwas. Von dem Schiff löste sich ein kleines Objekt und steuerte auf den Planeten zu, anscheinend ein Shuttle.
"Rufen Sie den Colonel und sagen Sie ihm, dass er gleich Besuch bekommt!", befahl ich, doch bevor der Lieutenant meinen Befehl ausführen konnte, schlug etwas Heftiges auf den Schild der La Esperanza ein. Kowalski konnte uns nicht früh genug warnen, dass in dem Moment ein Lenkflugkörper mit einer irrwitzigen Geschwindigkeit den Schild minimal belastete. Das Schiff hatte das Feuer auf uns eröffnet und gab uns einige Salven mit Raketen, die wie gewollt auf den Schild niederprasselten und Kowalski sah, wie die Kapazität des Schildes stetig sank. "Neunzig Prozent, fünfundachtzig, Neunundsiebzig!"
"Feuer erwidern!", befahl ich und ließ mich auf meinen Stuhl senken.
Drei Schüsse der EM-Plasmakanone aus der rechten Revolverkanzel schlugen wie gewollt auf die Hülle des Schiffes ein, doch zeigte das wenig Wirkung. Einen weiteren Versuch startete der Sergeant mit einer Salve von zehn Raketen, die das Feindschiff dazu brachte den Antrieb zu aktivieren und langsam das Weite zu suchen. Es sah allerdings nicht nach einem Rückzug aus, denn wir wurden weiter mit Raketen beschossen, die beträchtliche Schäden an den Schildgeneratoren verursachten.
Die kleine Fähre, die einige Zeit zuvor den Planeten angeflogen hatte, kehrte zu ihrem Mutterschiff zurück, welches sie in einem großen Hangar aufnahm.
"Sir, der Achterschild ist ausgefallen! Wir verlieren den Plasmaantrieb!", meldete O'Connell. Auf der ganzen Brücke flackerte und blinkte es. Zahlreiche Plasmaleitungen wurden beschädigt und verursachten kleine Brände, die schnell zu beheben waren.
Doch plötzlich wurde das Feuer des unbekannten Schiffes eingestellt. Doch wir waren bloß ein umhertreibender Haufen. Wir befanden uns Gott sei Dank noch in einer geostationären Umlaufbahn um den Planeten, weshalb wir nicht abstürzen konnten, obwohl die Manövriertriebwerke noch mit ein wenig Hilfsenergie funktionsfähig waren.
"Colonel Lopéra, bitte kommen!"
Wieder gab es keine Antwort.
"Sir, ich empfange hier keinerlei menschlicher Lebenszeichen vom Planeten. Sie sind weg!", sagte Kowalski.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mi 19. Mär 2014, 22:43 
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"Was?!", fragte ich verwundert unseren Kommunikationsoffizier. Ich glaubte gehört zu haben, dass wir Besuch bekämen, was allerdings auch stimmte. Denn zwei Minuten später war der Komplex gefüllt mit vermummten Leuten, die anscheinend Menschen waren. Es brachte nicht viel sich zu wehren, denn wir waren bloß acht Personen und sie waren etwa doppelt so viele. Und freundlich sahen sie nicht gerade aus. Alle trugen sie maschinenpistolenähnliche Gerätschaften, die sie auf uns richteten.
"Legen Sie die Waffen nieder!", forderte der, der mir am nächsten war. Uns blieben wirklich nicht viele Chancen, deshalb nickte ich meinen Leuten zu, die dann dasselbe taten wie ich. Ich übergab den Männern nacheinander meine Waffen und meine Leute folgten einigen in deren Shuttle. Aber Mel, Hiro und ich wurden in unser Shuttle geschuppst, welches Mel und ich manövrieren sollten.
"Starten Sie die Triebwerke und folgen Sie unserem Schiff!", befahl ein Mann, der anscheinend der Anführer war.
"Das werde ich nicht tun! Erst will ich wissen, wer Sie sind und was Sie von uns wollen!", forderte ich und stellte mich ihnen in den Weg.
"Was wir von Ihnen wollen? Nun, das werden Sie noch früh genug erfahren. Aber jetzt starten Sie die Triebwerke! Wir haben es eilig!" Der Mann setzte seine Kapuze ab und schaute mich mit einem recht leeren Gesicht an. Er war anscheinend Asiate, wirkte recht gelassen und völlig ohne Wut.
Nach einigen leeren Sekunden setzte ich mich auf den Pilotensitz und Mel neben mich mit der Begründung, dass er einige Systeme überwachen musste.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mi 19. Mär 2014, 23:12 
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"Sie gehören zu Himikos Untertanen, nicht wahr?", fragte ich verwundert den Anführer.
"Bitte? Nein! Wir kommen vom Planeten Kansuke. Himiko hat unsere Welt schon seit tausend Jahren nicht mehr besucht. Damals waren wir eine recht fortschrittliche Nation, die vor allem durch Bergbau in den umliegenden Systemen an Bedeutung gewann. Allerdings wurde irgendwann die Koordinaten des einzigen Sprungtors zu unserem System versteckt, weshalb wir völlig abgeschnitten vom Rest des Universums waren, bis irgendwann plötzlich ein Schiff von Himiko durch das Tor kam. Wir haben es natürlich sofort vernichtet", erklärte mir der Anführer. Ich war sehr erstaunt über seine Offenheit, vor allem, weil er unser Entführer war. Die Krönung wäre natürlich gewesen, wenn er uns seine geheimen Pläne erzählt hätte.
"So, Sie scheinen also keine gewöhnlichen Verbrecher zu sein. Sie haben unser Schiff und wollen uns anscheinend nicht töten, sonst hätten Sie es schon jemanden umgebracht", vermutete Mel und drehte sich kurz um.
"Richten Sie Ihren Blick nach vorne! Nein, wir sind keine Verbrecher, da haben Sie Recht. Wir sind lediglich Menschen, die um ihre Freiheit kämpfen! Seit mehreren Jahrzehnten bekommen wir regelmäßig Besuch von Himikos Anhängern, die uns vernichten oder unterdrücken wollen. Wir haben schon zahlreiche Welten besucht, zahlreiche alte Kolonien aus der Zeit der großen Wanderung, als wir unseren alten Planeten verließen. Leider gab es auf den meisten Welten keine genauen Aufzeichnungen über die Vergangenheit, weshalb wir wie Außerirdische empfangen wurden."
"Moment, wieso erzählen Sie uns das?!", wollte der Colonel wissen.
"Sie sind nicht unsere Feinde! Wir suchen bloß Technologien, die uns im Kampf gegen Himiko helfen!", rechtfertigte sich der Mann und stand plötzlich auf.
"Na, Sie haben ja eine merkwürdige Art das zu zeigen. Wenn wir keine Feinde sind, wieso richten dann Ihre Freunde Waffen auf uns?!"
"Weil ich keine andere Wahl habe! Wir wussten nicht, wer Sie sind oder woher Sie kommen. Wir kommunizierten bereits mit Ihrer Beta-Basis, die uns aber nicht helfen wollte. Deshalb haben wir die Anlage gestürmt und alle auf unser Schiff genommen, welches wir gleich erreichen werden. Keiner wurde verletzt!"
"Sie hätten fragen können!", antwortete ich.
"Nein, das wäre zu riskant gewesen. Sie hätten ebenfalls eine Kolonie Himikos gewesen sein können, aber als wir erfuhren, dass Sie von der Erde stammen, haben wir weitere Zweifel daran gehegt, dass Sie uns helfen könnten. Wir haben dann Ihre Leute entführt", antwortete der Mann und deutete aus der Frontscheibe auf das klobig wirkende Schiff. Wir erhielten Landeanweisungen in einer der großen Hangarbuchten. "Mein Name ist übrigens Yamamoto Kansuke."
"Sie wurden nach dem Planeten benannt?", fragte ich verwundert.
"Nein, der Planet wurde nach mir benannt. Ich bin der Anführer der Kansukeaner!", sagte er lachend und trat an die Heckluke, die sich gerade öffnete. Draußen wartete schon eine Gruppe schwer bewaffneter Soldaten. "Kommen Sie!"


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Do 20. Mär 2014, 22:53 
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"Ich empfange hier eine Materie-Antimaterie-Spur, die vom Planeten aus geht und zur letzten Position des unbekannten Schiffes führt!", meldete O'Connell und schaltete eine gelbe Linie auf das Head-up-Display, welche den Kurs eines Schiffes darstellte.
Allem Anschein nach war es unser Shuttle, welches sich geschickt hinter dem anderen Shuttle versteckt hatte. Leider war es nach Lieutenant O'Connell unmöglich den Kurs des Schiffes genau zu verfolgen, weil sein ausgestoßenes Plasma sich zu stark ausbreitete.
Für die Reparaturen brauchten wir mehrere Stunden. Unglücklicherweise war der Plasmaantrieb die letzte Komponente, die fertig repariert wurde, weil sie die meiste Zeit beanspruchte. Sobald dieser aber in Betrieb war, befahl ich dem Lieutenant Kurs auf die Ikarus-Basis zu nehmen, die gerade wieder hinter dem Planeten auftauchte.

"Was soll das heißen: "Sie wurden entführt"?", fragte Colonel Sato mit weit auf gerissenen Augen.
"Wann haben Sie das Schiff denn auf Ihren Schirmen gehabt?", fragte ich und ignorierte seine ironische Frage.
"Naja, vor ein paar Stunden. Es hatte eine recht merkwürdige Energiesignatur, die sehr der Signatur eines Sterns ähnelte. Nachdem unsere Teleskope bestätigt hatten, dass es sich um ein Schiff handelte, und als wir den Kontakt zur Alpha-Basis verloren hatten, sandten wir eine Jägerstaffel, die wir aber wieder zurückpfiffen, als Sie dann auftauchten", antwortete Sato.
"Colonel, wir kommen am besten an Bord. Dann besprechen wir die Einzelheiten für eine Rettungsaktion."
"Ist gut. Ich lasse das nötige Personal für Ihre Ankunft bereitstellen. Sie erhalten die Hangarbucht vier."
Der Kopf des Colonels verschwand und ließ nun freie Sicht in den Weltraum zu.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: So 23. Mär 2014, 20:37 
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"Die Frage ist doch letztendlich: Sind wir jetzt Ihre Gefangenen oder lassen Sie uns in absehbarer Zeit wieder frei?", deutete ich an und schaute Kansuke fragend an. Ein gewaltiger Energiestoß durchrüttelte das Schiff und zog es durch den Ereignishorizont, bis uns das Zieltor auf der anderen Seite wieder ausspuckte. Ich hatte nach der Fliegerei mit dem FTL-Antrieb völlig vergessen, wie schmerzhaft ein langsamer Durchflug durch ein Sprungtor war, sodass ich mich auf der anderen Seite fast übergeben hätte. Anscheinend ging es meinen Mitmenschen genauso wie mir. Sie waren alle samt grün im Gesicht.
"Wenn wir Ihnen vertrauen können, dann natürlich nicht. Unternehmen Sie bitte keine Fluchtversuche!", sagte Kansuke.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: So 23. Mär 2014, 21:29 
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"Fliehen?! Ich bitte Sie! Ich bin froh, wenn dieser Haufen von Schrott unter uns nicht zusammenbricht! So wie ich da hier vernehme, scheint Ihr Antrieb einen riesigen kalten Punkt zu haben! In spätestens einer halben Stunde wird das ganze Schiff auseinanderfliegen!", vermutete ich, ließ es aber wirken, als ob ich es ganz genau wüsste. Ich wollte Yamamoto mit dieser Aussage ein wenig einschüchtern, was mir nach seinem Gesichtsausdruck offenbar nicht gelang.
"Sie sind also Techniker, ja?"
"Ge-gelegentlich", sagte ich und schluckte.
"Nun, das Problem kennen wir. Wir bereisen den Weltraum schließlich schon seit einiger Zeit. Leider mangelt es uns an Personal, da unser zweiter Techniker im Koma liegt."
"Was ist mit ihm passiert?", fragte Fernando.
"Er wurde von einem Balken am Kopf getroffen, als wir von Ihrem Schiff angegriffen wurden", sagte Yamamoto und winkte mit dem Finger. "Kommen Sie ... wie war Ihr Name? ... Mel?"
Ich schaute kurz zum Colonel hinüber, der aber bloß nickte. Also folgte ich unserem Entführer in den Maschinenraum. Das Schiffsinnere war recht interessant, denn es ähnelte dem Innern eines U-Bootes aus dem Ende des 20. Jahrhunderts. Es war sehr eng und überall trat Gas aus, was aber, laut Yamamoto, Wasserdampf war.
Die Computerbildschirme sahen sogar etwas früher aus, als ob sie gerade den ersten Computer mit Bildschirm gebaut hätten.
"Was denn? Ein interplanetares Raumschiff, aber mit solch primitiver Technik?", wunderte ich mich, als wir im Maschinenraum angelangt waren, der mit so vielen freiliegenden Kabeln bestückt war, dass man ständig auf den Boden sehen musste, um nicht zu stürzen.
"Unsere Technik ist nicht primitiv!", kam es plötzlich von dem großen, klobigen Zylinder, der sich über sechs Meter vom Boden in die Höhe bis zur Decke des Maschinenraumes streckte und einen Durchmesser von etwa zweieinhalb Metern hatte. Aus einer Luke in diesem Zylinder kam plötzlich ein jugendliches Mädchen herausgehüpft. Sie war von Kopf bis Fuß mit Ruß bedeckt. "Also, eigentlich schon, aber dafür sehr raffiniert!"
"Doktor, das ist unser Chefingenieur Momo Kansuke ... meine Tochter", sagte Yamamoto und trat einen Schritt zurück.
"Chefingenieur?! Sie ist doch gerademal ... zwanzig?"
"Nein, ich bin siebzehn! Aber keine Sorge, meinen ersten Sternenantrieb habe ich mit neun Jahren gebaut! Sie sagten etwas von einem kalten Punkt? Das kenne ich nicht!"
Ich rieb mir die Schläfen, um einen klaren Kopf zu bekommen, und atmete tief durch.
"Wenn ein Plasmaantrieb nur die Hälfte seiner Leistung bringt und ein Teil des ausgestoßenen Plasmas durch Zerstörung der Teilchen in die entgegengesetzte Richtung fliegt, reden wir von einem kalten Punkt", erklärte ich und fühlte mich wie ein Lehrer auf einer Schulexkursion auf der USC Ayse McCallum.
"Ihre Antriebe funktionieren also mit Plasma?! Das hätte ich nie gedacht! Unsere Maschinen funktionieren mit Dampf!"
"Soll das ein Witz sein? Wie darf ich das denn jetzt verstehen? Sag bloß, eure Schiffe werden mit Dampf betrieben!" Die Kleine wirkte, als hätte sie wirklich Ahnung von ihrer Arbeit. Aber ich befand mich wirklich auf einem Dampfschiff, welches zwischen Planeten kreuzt.
"Na gut, nicht direkt. Wir brauchen den Dampf, um das Himikoid aufzulösen, dessen Teilchen wir durch einen Auslass beschleunigen, die das Schiff vorantreiben. Demzufolge haben wir zwei Antriebe. Die Energie benötigen wir für den Teilchenbeschleuniger."
"Und womit treibt ihr eure Dampfmaschine an?", fragte ich und verschloss leicht überheblich meine Arme vor meine Brust.
"Na womit schon?! Mit Kohle!"
"Na klar, ist ja völlig logisch!", sagte ich sarkastisch und schaute mich ein wenig im Maschinenraum um.
"Ach ja, wenn Sie einen Temperaturanstieg merken, dann schreien Sie einfach laut. Das wird dann vermutlich am Atomreaktor liegen", sagte sie und begab sich an einen Computerterminal.
"Soll das heißen, das Schiff fliegt auch mit Atomenergie?!", rief ich noch hinterher.
"Natürlich, woher, meinen Sie, kommt denn die ganze elektrische Energie?" Mit einem heftigen Klapps schlug ich mir vor die Stirn. Es war nicht nur extrem ungewöhnlich das Schicksal der gesamten Besatzung in die Hände eines Kindes zu legen, sondern auch noch einen extrem instabilen Atomreaktor an Bord zu haben, dessen Temperatur in unregelmäßigen unvorhergesehen anstieg. "Machen Sie sich nicht ins Hemd, als Kühlmittel verwenden wir den guten, alten Weltraum und einige Wasserleitungen!", rief sie um die Ecke und grinste.
"Und wenn diese Leitungen der Sonne zugewandt sind?"
"Ha, Dummerchen! Wir schalten doch nicht zwei Leitungen auf einmal ein. Die Leitung auf der sonnenzugewandten Seite wird natürlich abgeschaltet! Aber Sie haben schon Recht! Einer Sonne sollten wir nicht zu nahe kommen!"
Die nächsten Stunden erhielt ich einen Crashkurs in antiker und unbekannter Antriebstechnik, dessen Einfachheit mich immer mehr von den Socken haute - und zwar nicht positiv. Spätestens, als ich erfuhr, dass manche Leitungen im Maschinenraum über vierhundert Grad Celsius heiß werden konnten und dass manch ein Wasserdampf leicht bis mittelstark kontaminiert war, war für mich der Keks gegessen. Bergarbeiter in einem Kohlebergwerk hatten bessere Überlebenschancen als wir. Aber das schien Momo nicht zu stören. Sie müsste nachts eigentlich durch die Strahlung wie ein Glühwürmchen leuchten, was aber nicht der Fall war. Sie sah so gesund aus wie kein anderer, bis auf die ständigen Rußflecken in ihrem Gesicht und auf ihrer Kleidung.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: So 30. Mär 2014, 17:45 
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Es war sehr merkwürdig, wie wir behandelt wurden. Erst entführte man uns auf einen fremden Planeten, dann saßen Hiro, Mel und ich an einem langen Esstisch auf dem Planeten Kansuke. Mein erster Eindruck war ein sehr gemischter. Die Architektur der Häuser war sehr japanisch gehalten und überall qualmte die Industrie. Yamamoto erklärte uns in einer kurzen Zusammenfassung die Geschichte der Kansukeaner, dass die Entwicklung durch ständige Angriffe von Himikos Streitmacht nicht ganz so schnell von statten ging, wie bei uns auf der Erde. Zudem war dieses Volk das einzige, welches Himiko halbwegs die Stirn bot und bieten konnte.
Das einzige, was allerdings einen gewaltigen Aufschwung machte, war die Raumfahrt der Kansukeaner. Deshalb machten die Schiffe den Eindruck einer Mischung von Industrialisierung und hochentwickelter Raumschifftechnik. Bis auf die interplanetaren Raumkreuzer, war der gesamte Planet etwa auf den Stand der Erde in den 1950er Jahren. Allerdings hatten die Kansukeaner mehr Erfahrung mit außerirdischen Lebensformen, als wir sie in den 1950er gehabt hatten. Bei uns war der einzige Kontakt zum Weltall bloß Area 51 gewesen.
"Wir trafen auf unseren Reisen etwa 231 außerirdische Lebensformen; die meisten besitzen interplanetare Antriebe, die es ihnen ermöglicht Handel mit anderen Völkern in diesem Teil zu betreiben. Himiko aber treibt bloß Krieg mit denen, die noch nicht einmal das Rad erfunden haben oder gerade dabei sind sich industriell weiterzuentwickeln. Es ist allerdings eine Frage der Zeit, bis sie genügend Schiffe gebaut hat, um auch den Rest zu unterwerfen", sagte Yamamoto und bot uns eine spezielle Sorte Tee an, der hier in der Nähe wuchs. Er schmeckte recht süßlich und hatte einen sehr erfrischenden Effekt.
"Was will Himiko denn von primitiven Völkern?", fragte Mel interessiert.
"Es sind die Rohstoffvorkommen, die die meisten Planeten in diesem Teil der Galaxie beinhalten. Es ist das von ihr benannte Himikoid. Wir betreiben damit unsere Antriebe durch Auflösen im Wasserdampf. Ihre Antriebe sind dagegen viel effektiver, da sie dieses Element als Quelle für elektrische Energie nutzt. Leider wissen wir nicht wie das funktioniert. Außerdem panzert sie damit die Hüllen ihrer Schiffe."
"Wie weit erstreckt sich das Tornetzwerk in diesem Teil der Galaxie?", fragte Hiro.
"Es ist ein recht großes Netzwerk. Allerdings sind wir vom Rest der Galaxie abgeschnitten. Wir kamen dem Zentrum nie näher als dreißigtausend Lichtjahre. Aber nun, lasst uns über angenehmere Themen sprechen. Was haben wir denn während unserer Abwesenheit auf der Erde so verpasst?", fragte Yamamoto neugierig. Das war allerdings ebenfalls kein angenehmes Thema. Hiro erzählte den Anwesenden etwas über die Geschichte Japans; Mel und ich über den Rest. Allerdings wurde verschwand Yamamotos Lächeln nach jedem Jahrhundert unserer Geschichte, bis wir endlich im großen Terraformerkrieg angekommen waren.
"Völlig zerstört?! Die Erde?!"
"Eigentlich nur die großen Städte, die für uns strategisch wertvoll waren. Hauptsächlich New York, San Francisco, Kapstadt, Paris, Berlin, München, Prag, Peking, Hong Kong, Tokio, Moskau, Kairo und viele andere. Europa, Nordamerika und Ostasien traf es am härtesten, wobei Südeuropa, Afrika und Lateinamerika relativ unberührt blieben", erklärte ich. Yamamoto vergrub sein Gesicht in seinen Händen.
"Wie viele starben?", fragte er mit leichten Tränen in den Augen.
"Im ganzen Krieg etwas mehr als vier Milliarden Menschen im ganzen Sonnensystem, eingerechnet der Besatzungen der Schiffe", antwortete ich.

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