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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mo 27. Apr 2015, 21:38 
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Wichtel
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"Was glauben, Sie wie lange es dauern wird, das Gegentor zu erreichen?"
Wir waren auf Captain Takahashis Schiff eingeladen und saßen in einem Konferenzraum, um uns über weitere Vorgehensweisen zu unterhalten. Aileen machte einen recht freundlichen Eindruck und Antonio schien ihr zu vertrauen, weshalb ich es auch versuchte. Es war mir aber trotzdem unheimlich, dass es noch zu keinen Gesprächen zwischen den Regierungen gab. Waren wir etwa die Vorhut und sollten so Kontakt herstellten?
"Etwa zwei Tage, Captain. Der Antrieb ist sehr wirkungsvoll, allerdings hätten wir ein Problem, sollte der Antrieb kaputt gehen, wenn wir dort ankämen. Das ist wohl meine größere Sorge. Ich habe keine Ahnung, was uns erwartet, wenn wir dort ankommen", erwiderte ich und schaute nachdenklich aus dem Fenster.
"Das ist der Grund, weshalb ich alleine fliegen sollte. Sie müssen nur sagen, was ich tun soll", sagte Antonio plötzlich. Ich fiel aus allen Wolken. Warum wollte er das denn tun?
"Sie wissen hoffentlich, dass das Tor so weit von der Aldrin entfernt ist, dass ein Funksignal zu schwach ist, auch wenn es sich innerhalb des Subraums bewegt. Sie fliegen durch etwa ein Drittel der Galaxis. Dieser Bereich des Weltraums ist auf unseren Raumkarten noch nicht mal benannt."
"Aber Sie wissen die Position des Tors, nicht wahr?", warf ich mit ein.
"Aus alten Aufzeichnungen. Wenn wir Glück haben, finden wir noch die anderen alten Kolonien."
Plötzlich wurde ich hellhörig. "Anderen alten Kolonien?", wiederholte ich mit einem Anflug von Begeisterung. "Ich habe in Geschichte nicht sonderlich aufgepasst. Welche anderen alten Kolonien denn?"
"Megnir, Althes und Segaris. Wir gehen davon aus, dass das Tor, welches Armstrong umkreist, nach Megnir führt", sagte Antonio.
"Wie lauten die Koordinaten von Megnir?", fragte ich.
"Die sind über die Jahrhunderte verschwunden", antwortete er.
"Schön! Dann willst du also in ein unbekanntes System fliegen mit einem Antrieb, der jederzeit ausfallen könnte? Zudem hast du weder das Wissen den Antrieb zu reparieren noch das Tor zu reparieren und wie Aileen bereits gesagt hat, dürfte sich die Kommunikation auch als äußerst schwierig erweisen?!"
"Willst du vielleicht fliegen?!"
"Ich habe keine Familie und mein Tod wäre kein großer Verlust für das USC!"
"Aber du hast einen Freund, der dich vor all den Gefahren beschützen will, in die du dich jetzt begibst, wenn du fliegst. Abgesehen von den Gefahren, die ohnehin schon existieren! Das kann ich nicht zulassen!", erwiderte Antonio nun mit erhobener Stimme.
"Ich werde dieses Schiff fliegen! Daran kannst du mich nicht hindern!" Antonio schwieg. Ich erkannte große Furcht und tiefe Enttäuschung in seinen Augen, trotzdem schwieg er. "Wer möchte mich begleiten? Es gibt Platz für eine zweite Person", sagte ich und schaute in die Runde. Auch in den Augen der anderen war Furcht zu erkennen, doch einer schien sich dabei ganz sicher zu sein. Es war Mic, der Techniker von Aileens Schiff. "Bist du dir wirklich sicher?", fragte ich misstrauisch. Er nickte fast unmerklich.

Der Jäger war startbereit auf Zhangs Schiff. Ich überprüfte ein letztes Mal alle Systeme und Mic schaute, ob er sein Werkzeug vollständig war. Ich musste zugeben, dass ich wirklich große Angst hatte, aber ich wollte diese Aufgabe nicht einem wichtigen Raumflottenoffizier geben, da sein Verlust ein herber Schlag für die gesamte Erde gewesen wäre. Mic war ein fähiger Techniker - das hatte Aileen mir zumindest versichert.
"Alle Systeme laufen. Wir können starten. Bist du soweit?", fragte Mic, der hinter mir auf dem Sitz des Copiloten saß. Von dort aus konnte er die meisten wichtigen Systeme aller Antriebe im Auge behalten. Ich nickte und gab das Zeichen zum Öffnen der Frachtraumtüren der Kobayashi Maru an Colonel Lopéra. Dieser wirkte sehr abwesend, doch bevor ich die Schubhebel nach vorne drückte, lächelte er und hob den Daumen.
Der Jäger schoss wie ein Pfeil aus dem Rumpf des Frachters, doch wir merkten kaum die Beschleunigung.
"Ich gebe nun die Koordinaten in den Navigationscomputer ein!", sagte ich. Mic bestätigte das und fuhr den FTL-Antrieb hoch. "Dann kann es ja losgehen!", sagte er und initiierte den Sprung in den Hyperraum. Das Schiff beschleunigte sofort und trat in einen großen, violett-weiß gefärbten Fleck ein.


15. Oktober 2937

System: Unbekanntes System
Ort: Weltraum

Das Schiff rüttelte stark und der Hyperraumtunnel löste sich in einen gewaltigen Lichtblitz auf, welcher kurz darauf uns den Blick auf den Weltraum freigab. Wir hatten den Hyperraum verlassen und der Navigationscomputer war schon dabei unsere neue Position zu bestimmen. Ein dunkelblauer bis violetter Nebel erstreckte sich wie ein Horizont durch das gesamte System. Er wurde von innen heraus durch einen gelben Zwerg beleuchtet. Dieses Schauspiel glich einem Sonnenaufgang über den Wolken der Erde, nur eben in Blau. Es faszinierte mich so sehr, dass ich Mics Sprüche unbewusst völlig ignorierte.
Er stupste mich kurz an. "Jamila! Wir haben ein gewaltiges Problem!"
Ich schnellte herum und schaute auf die Anzeige, auf die er deutete. Es sah so aus, als ob etwas das Schiff beim Verlassen des Hyperraums getroffen hätte.
"Was war das?!", fragte ich völlig erstaunt.
"Keine Ahnung! Wahrscheinlich ein Asteroid. Tatsache ist, dass er das Kühlsystem für den FTL-Antrieb getroffen hat. Die Motoren laufen heiß und lassen sich nicht abschalten. Sie haben schon eine Temperatur von 560 Grad Celsius! Wenn der Wert die 1.060 Grad Celsius übersteigt, wird der Fusionsreaktor schmelzen und das gesamte Schiff wird sich in einen kleinen Stern verwandeln! 650 Grad!"
Das konnte doch nicht wahr sein! Sollte das etwa unser Ende sein? Nein, sollte es nicht! Dafür wollte ich sorgen!
"Stoß' den Antrieb ab!"
"Aber dann kommen wir ..."
"Na los!"
Die Temperatur hatte schon kritische 980 Grad Celsius erreicht, was sich schon im gesamten Schiff bemerkbar gemacht hatte. Die Lufttemperatur stieg auf etwa sechzig Grad Celsius an, aber Mic sprengte den Antrieb ab.
"Die Temperatur sinkt wieder. Der Weltraum kühlt den Antrieb wieder rapide ab. Tatsache ist, dass der Fusionsreaktor noch online ist und ohne Probleme läuft. Wenn wir den Antrieb bergen, wird die Umgebungstemperatur im Jäger zu warm sein. Der Antrieb würde sich wieder erhitzen!", sagte Mic betroffen, bevor ich etwas sagen konnte, und setzte sich hin.
"Was haben wir für Optionen?"
"Das Tor finden und reparieren, und dann nach Hause fliegen, falls wir es zu unseren Lebzeiten schaffen sollten. Die hohe Temperatur hat unsere Scanner stark beschädigt. Wir müssen das Tor selber irgendwie manuell durchforsten", schlug Mic vor und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
"Das Tor durchforsten? Wissen Sie, wie groß es ist? Es misst mehrere hundert Meter im Durchmesser!"
"Keine Sorge! Die Energiequellen und Steuereinheiten sind in den beiden Gondeln, was den zu suchenden Bereich eingrenzt. Der Ring an sich dient bloß zur Generierung eines Wurmlochs."
"Dann sollten wir keine Zeit verschwenden das Tor zu suchen. Es kann ja nicht weit weg sein", sagte ich und lachte kurz auf.
"Naja, die Fehlertoleranz der Navigationscomputer beträgt bei einer solch langen Reise etwa zwei Lichtjahre. Ein guter Grund immer zwischendurch anzuhalten, um die Koordinaten neu zu ermitteln. Das hätte mir vorher einfallen sollen. Vielleicht hätten wir auch mit einem größeren Schiff kommen sollen. Ein Schiff, auf dem mehr Platz ist, als zwei Pilotensitze, eine Toilette und ein Werkzeugkasten."
Das war genau das, was ich befürchtete. Eine Panne mitten in einem Teil der Galaxie, der am weitesten von Zuhause weg war, wie es vorstellbar war, und nirgendwo ein Zeichen von Lebewesen – das war wirklich riesengroßes Pech, woran wir allerdings Schuld hatten. Laut groben Messungen des beschädigten Scanners, der kurz darauf ganz seinen Betrieb eingestellt hatte, gab es in diesem System nicht einmal einen Planeten, nur drei oder vier Asteroiden, die anscheinend auch nicht hier ihren Ursprung hatten, sondern aus dem vierhundert Lichtjahre entfernten Nachbarsystem stammten.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mo 4. Mai 2015, 01:30 
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Wichtel
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25. Oktober 2937

System: Solara
Planet: Aldrin
Ort: Brooks

"Ah! Colonel Lopéra, kommen Sie herein!", sagte Gouverneur Demetres freudestrahlend und kam mit offenen Armen auf mich zu. "Was kann ich für Sie tun?"
"Um genau zu sein, möchte ich erfahren, was mit Prinzessin Demetres passiert ist?"
"Das wissen Sie doch bereits, Colonel", antwortete er leicht verwirrt und bot mir einen Drink an.
"Sir, ich fürchte nicht. Ich möchte wissen, wozu sie den Kontrollkristall des Spruntores mitnahm, welches eine weitere Kolonie verbindet."
Der Gouverneur prustete sich und schien sich gestellt zu fühlen. "Der Kontrollkristall dient als Hauptspeicher aller Torreisen zwischen den beiden Toren. Es gibt zwei Kristalle, jeweils einer für ein Tor. Sie registrieren den Materiedurchfluss und sorgen dafür, dass die Materie am anderen Ende wieder richtig zusammengesetzt wird. In diesem Speicher werden auch die Positionen aller Tore im Universum gespeichert. Sobald ein Tor hinzukommt oder abgeschaltet wird, sendet das jeweilige Tor seinen Befehl zum Löschen oder Hinzufügen in die Matrix aller Tore. Dazu müssen sich also alle Tore gleichzeitig aktivieren. Um zu verhindern, dass ein Tor solche Befehle empfängt, kann man den Kontrollkristall entfernen. Somit ist es dem Tor auch nicht mehr möglich eine Verbindung zu einem neu hinzugekommenen Tor herzustellen", erklärte der Gouverneur und setzte sich an seinen Schreibtisch.
"Und das Entfernen dieses Kristalls verhindert auch eine Verbindung mit irgendeinem Tor, nicht wahr?"
"Ja, das Tor ist abgeschaltet. Wenn Sie es so wollen, dann hat es keine Seele mehr. Es ist nicht möglich ein Wurmloch herzustellen. Unsere Vorfahren haben ja auch diese Technologie studiert. Wir könnten eigentlich unsere eigene Verbindung zu einem Sprungtor herstellen, allerdings bringt das einige Probleme mit sich, denn unser primäres Ziel ist es eine Verbindung zu diesem Tor herzustellen, dessen Partner unser Sprungtor ist. Allerdings lässt sich keine Verbindung herstellen, da das Gegentor ebenfalls beschädigt ist. Wenn es noch intakt wäre, hätte es vermutlich selbstständig eine Verbindung aufgebaut. Dennoch gibt es einen Haken!" Ein Haken? Was mag wohl kommen? Ich hoffte, dass Jamila nicht davon betroffen war. "Wenn Ihre Freundin das Tor repariert hat, ist bloß eine einseitige Reise möglich. Sollte jemand versuchen durch ein Tor zu fliegen, welches kein Kontrollkristall besitzt, wird das Tor nach dem Zufallsprinzip entscheiden die Moleküle zusammenzusetzen. Das Ergebnis würde keinem gefallen."
"Soll das heißen, dass Jamila und Mic zwar zurückkommen können, allerdings niemand weiterfliegen kann, um die anderen Kolonien zu suchen?"
"Genau das soll das heißen. Sie merken, dass der Kristall unerlässlich für uns ist. Prinzessin Demetres hat diesen Kristall versteckt, um ihrer Ansicht nach uns alle zu schützen. Die Abschaltung des Tores ist wohl die beste Methode uns von der grausamen Außenwelt zu schützen. Wir haben ein CPU-Schiff der Terraformer, doch wir wissen, dass unzählige Schiffe sich bereits repliziert haben und das Universum befallen. Aber wir wissen, dass die Terraformer einen Weg finden werden, die Distanzen zwischen den Sternen auch ohne Sprungtor zu überwinden. Um einem Angriff zu entfliehen ist es wichtig uns zu einen. Wenn wir alle anderen alten Kolonien finden, können wir uns gegen den übermächtigen Feind verbünden", sagte Demetres mit einem Anflug von Wahnsinn im Gesicht und schlug auf den Tisch.
'Wenn es nicht schon so zum Krieg mit den Argonen kommt ...', dachte ich und verzog nachdenklich die Augenbraue. Die Terraformer waren in der Tat gefährlich, aber mit allen anderen Feinden wie den Kha'ak, Himiko, von der ich durch meinen Bruder erfahren hatte, und den höchst paranoid gestimmten Argonen, dürfte es umso schwieriger werden.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Sa 16. Mai 2015, 04:24 
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Irrlicht
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15. November 2937

System: Sol
Planet: Erde
Ort: USC-Hauptquartier, Milano, Italien

"Hallo, Douglas!", meldete sich eine weibliche Stimme hinter mir. Ich ließ meine Kuchengabel vor Schreck auf den Boden fallen, als ich erkannte, zu wem diese Stimme passte, aber ich traute mich nicht mich herumzudrehen. "Das ist also der furchtlose, unerschrockene USC-General Douglas Julius McLean!"
Nun war es aber an der Zeit in ihr Gesicht zu blicken. Eine wunderhübsche Frau in den Fünfzigern mit schulterlangen, roten Haaren, und dunkelgrünen Augen, gekleidet in einem eleganten Anzug, blickte auf mich lächelnd herab. Ich wollte gerade aufstehen, doch sie verdeutlichte mir mit einer Handbewegung sitzen zu bleiben.
"Ich ... ich habe nicht erwartet dich hier zu sehen, Catherine." Das hatte ich wirklich nicht. Ich musste zugeben, dass ich bis ins Unermessliche überrascht war.
"Wir haben lange nicht mehr mit einander gesprochen ...", deutete sie an und setzte sich mir gegenüber.
"Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir jemals richtig miteinander gesprochen hätten. Was möchtest du hier?", fragte ich misstrauisch und versuchte vom privaten Bereich ein wenig abzulenken. In der Tat hatten wir in unserer Vergangenheit nicht viel gesprochen. Das lag vor allem daran, dass wir unterschiedliche Auffassungen von Vertrauen hatten. Was sollte man tun? Ich gehörte der ATF an und sie der ISTF. Es war praktisch unmöglich sich mit einer solchen Organisation anzufreunden, vor allem dann, wenn dessen Mitglieder außerhalb des Gesetzes agierten. Dieser Sicherheitsdienst war so sehr um die Sicherheit besorgt, dass es alle Vorstellungen der ATF von Sicherheit sprengte. Ich hatte immer gedacht, dass die ATF ein Extrem der Paranoia wären, aber da hatte ich noch nicht die einzigen Herrschaften kennengelernt, dessen Kleidungen noch schwärzer waren, als die der ATF. Die ISTF waren nichts weiter als Politiker und Agenten, die in den Augen unseres Präsidenten einen gewissen Grad an Sympathie besaßen. Für diese Menschen gab es keine Sicherheitsstufen oder Vertraulichkeitsklauseln. Die Paranoia reichte so weit, dass selbst die Individuen untereinander ständig damit rechnen mussten nicht von jemandem aus den eigenen Reihen erschossen zu werden. Es herrschte strikte Unstimmigkeiten unter diesen Leuten, aber sie hatten Macht. So viel Macht, dass der Präsident ein Protokoll genehmigt hatte, das besagte, dass alle Ämter und Generalstäbe sofort ihren Funktionen enthoben werden konnten, falls es dem Präsident nicht gelingen sollte, die Erde und ihre Kolonien, zumindest die, die erreichbar waren, ausreichend zu schützen. Anders gesagt, würden der ISTF diktatorische Vollmachten übergeben werden.
Unglücklicherweise erreichte diese Atmosphäre an mangelndem Vertrauen auch meine Wenigkeit. Es fing damit an, als ich Catherine nach ihrem Beruf fragte, und zu diesem Zeitpunkt hatten wir uns erst zwei Minuten gekannt. Dass Sie in Wirklichkeit Geheimagentin war, erfuhr ich erst dreißig Jahre später. Bis dahin hatte ich geglaubt, sie wäre Sekretärin eines Mitarbeiters auf dem Eismond Europa in einem Wartungshangar einer Speditionsfirma, die vor allem extraterrestrische Polypen und Lokifische für Forschungszwecke zur Erde transportierte. Es stellte sich allerdings heraus, dass diese Firma und jene Polypen erfunden waren. Stattdessen war es ein geheimer Stützpunkt der ISTF.
Auch wenn es lange her war, dass ich mit ihr gesprochen hatte, empfand ich ein gewisses Maß an Abneigung, dennoch konnte ich nicht verneinen, dass ich mich ein wenig erleichtert fühlte, dass sie mich hier besuchte. Oder war es nur Zufall?
"Das stimmt. Hast du jetzt Zeit? Sag' mir! Wie geht es dir?", fragte sie leicht schmunzelnd.
"Ich habe Kopfschmerzen ... vom ganzen Papierkrieg!" Catherine drehte leicht stirnrunzelnd den Kopf. "Du ahnst ja nicht wie viel Arbeit es bedeutet jemandem aus einem Büro aus der Patsche zu helfen ..."
"Du redest von Colonel Lopéra?"
"Ja ... richtig! Ich frage mich nur, woher du davon weißt."
"Sagen wir es mal so: Es gibt eine Menge Dinge, von denen ich weiß", antwortete sie grinsend und ließ sich armeverschränkend zurückfallen.
"Jetzt geht das wieder los ...", murmelte ich in mich hinein. "Es wäre für uns alle am besten, wenn das auf Gegenseitigkeit beruhen würde. Es gibt nämlich nicht eine Menge Dinge, von denen ich weiß."
"Hey, krieg' dich mal wieder ein. Ich habe nur Spaß gemacht. Ich weiß von Colonel Lopéra, weil mir deine Schwester Mary davon letzte Woche erzählte. Sie erwähnte, dass es wohl Stress zwischen dem Colonel und General Ishiyama gäbe. Keine Sorge, dein Büro wird nicht abgehört", meinte sie und lachte auf.
"Ja, in der Tat. Wo wir gerade dabei sind: Ich wollte nach meinem Kuchen zu Colonel Lopéra und ihm seine neuen Befehle übergeben. Wenn du mitkommen möchtest, kannst du das gerne tun. Er ist in seinem Büro", sagte ich und machte mich auf den Weg zu ihm, die Befehle unter dem Arm geklemmt.
Tatsächlich folgte sie mir, denn sie schien noch nicht fertig zu sein. Dennoch erreichten wir nach kurzer Zeit das Büro.

Nachdem wir hereingebeten wurden, breitete sich ein Lächeln in Fernandos Gesicht aus. Er stand auf und salutierte kurz, aber ich bat ihn, ruhig zu stehen.
"Ich bin froh, dass Sie hier sind. Ich nehme an ... meine neuen Befehle?"
Bevor ich etwas sagen konnte, lachte er auf. Es hatte den Anschein, dass er darüber sehr glücklich gewesen war. Und das war er auch, denn, wie ich erfuhr, war General Ishiyama fünf Minuten vor mir hier gewesen und hatte ihm vorgeworfen, nicht einmal ein eine solch einfache Aufgabe, wie das Kommando über eine Raumstation zu übernehmen, bewältigen zu können.
Es hatte sich allerdings etwas Wichtigeres dazwischen geschoben. Der General hatte den Colonel unterrichtet, dass Jamila im Auftrag von Colonel Antonio Lopéra ein Sprungtor in einem weit entfernten Quadranten entdeckt hatte, das vermutlich defekt war. Nun sollte Fernando die Rettungsaktion leiten, da der Funkkontakt zwischen seiner Freundin und seinem Bruder abgebrochen war. Da der FTL-Antrieb von der La Esperanza bereits in die Encantada installiert wurde, konnte er sofort starten. Nachdem ich ihm diese Befehle übergeben hatte, war er sichtlich froh, dass ich ihn dafür ausgewählt hatte. Wer auch sonst wäre dafür geeignet?
Ich verließ den Colonel mit der gleichen Stimmung, die ich vorher hatte.
"Können wir unsere Differenzen nicht ablegen?", fragte mich Catherine, als wir das Büro verlassen hatten. "Ich finde nach ein paar Jahren Schweigen wäre das an der Zeit."
"Vermutlich hast du Recht. Allerdings nicht jetzt. Ich muss mich um ein paar sehr wichtige Sachen noch kümmern, die dringend meiner Aufmerksamkeit bedürfen."
"Du meinst unsere drei außerirdischen Gäste, die sich den Befragungen der ATF unterziehen?"
"Ich frage mal nicht, woher du das wieder weißt. Aber ja, genau die meine ich."


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mi 20. Mai 2015, 01:06 
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Irrlicht
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War ich ein Gast oder ein Gefangener? Diese Frage stellte ich mir sehr häufig, da ich ständig überwacht wurde. Es war mir sehr unangenehm, dass die Leute mich betrachteten, als ob ich ein gefährliches Monster wäre. Sie hatten Angst vor mir, tuschelten, wenn sie mich sahen, oder stellten mir unangenehme Fragen. Mein Quartier, welches ich vom Militär erhalten hatte, war über alle Maßen unangenehm. Das Bett war weich und alle Bedienelemente waren in unerreichbarer Höhe angebracht. Das mag vermutlich damit zusammenhängen, dass die Menschen mit den Argonen verwandt waren, was mich etwas stutzig machte. Die Argonen waren sehr viel anders als die Terraner. Sie waren nicht so ... misstrauisch. Aber ich war eine der ersten Lebensformen, die sie als Gast hatten, die aber nicht diesem Sonnensystem entstammte. Meine Abwesenheit war vermutlich schon längst bemerkt, aber was würde der teladianische CEO schon unternehmen? Ich hatte ihn verraten und betrogen. Was würde mit mir passieren, wenn ich fliehen würde? Wer würde mich mit offenen Armen erwarten?
Die Argonen? Nein, ich müsste mich ihren nervigen, zahlreichen Gesetzen unterwerfen, die ungerechtes Handeln verbieten. Die Boronen? Ich kann unter Wasser leider nicht atmen. Auch wenn sie dennoch für Gäste das Wasser in ihren Räumlichkeiten ablassen konnten, wäre es eine Qual für mich, ständig ihre Räume zu befüllen und zu entleeren. Zudem wollte ich nicht für den Rest meines Lebens in einem Tauchanzug stecken. Die Split? Wenn ich nicht als Ghok-Futter enden will, meide ich besser die Split-Territorien. Die Paraniden? Sie würden mich als unheilige, nicht erwähnenswerte Kreatur betrachten und mein Leben lang ignorieren. Die Yaki? Bei denen wäre ich sicherlich am besten aufgehoben, weil es dort auch Teladi gibt. Allerdings wäre ich ein ewiger Flüchtling. Die anderen Völker würden mich für den Rest meines Lebens jagen. Die Terraner? Diese konnte ich kaum einschätzen. Es war nun an der Zeit sie richtig kennenzulernen. Colonel Lopéra hatte mir ja angeboten auf seinem Schiff zu arbeiten, allerdings waren wohl seine Vorgesetzten nicht sehr begeistert davon.
Während ich über meine Zukunft grübelte, öffnete sich plötzlich die Tür und ein großer, alter, haariger Mann stand vor mir. Er schaute mich anders an als die anderen Menschen. Ich fühlte mich dennoch nicht wohl.
"Verzeihen Sie bitte die etwas raue Unterkunft, in der Sie in den letzten Wochen hausen mussten. Ich nehme an, die Tests und die Fragen haben Ihnen auch nicht gefallen. Ich darf Ihnen mit Stolz sagen, dass Sie erfolgreich bestanden haben", sagte der Mann und nahm sich einen Stuhl, auf den er sich setzte. "Ich bin General McLean." Er reichte mir die Hand, aber ich watschelte daran vorbei und setzte mich vor ihm auf den Boden.
"Ich hatte nicht erwartet, dassss mein Aufkreuzzzen und dasss der anderen eine sssolche Aufregung verursssachen würde", zischte ich und richtete mich wieder auf, wobei mein Schwanz ein Glas zur Seite schleuderte. "Verzzzeihung!"
"Sie müssen verstehen, dass das unser erster Kontakt mit außerirdischen Lebensformen ist."
"Wasss wird mit mir geschehen? Ich habe den Tessst alssso bestanden. Lassssen Sie mich nun frei oder bin ich weiterhin ein Gefangener?"
"Ein Gefangener waren Sie niemals! Um Gotteswillen! Sie können sich jederzeit hier frei herum bewegen. Wir hatten nur diese Fragen an Sie, um uns in Ihrer ... Gemeinschaft besser einzufinden. Dass Sie unter Colonel Lopéra für eine kurze Zeit gearbeitet haben, war nicht seine Entscheidung. Er darf zwar nach eigenem Ermessen Crewmitglieder einstellen, allerdings gilt dies für Mitglieder der ATF oder des USC. Dasselbe gilt auch für Zak und Amelia."
"Wie lange dauert die Ausssbildung an Ihren schulischen Einrichtungen?", fragte ich neugierig. Es war mein Wunsch bei Colonel Lopéra zu bleiben, weshalb ich diesen Versuch unternahm mich eventuell dort zu bewerben.
"Sie wollen zum terranischen Militär? Ich fürchte, dass es sehr lange dauern wird, zumal Sie eine komplette Ausbildung genießen müssen, die jeder Mensch erfahren muss. Ihre Schulzeit und die Zeit in der Akademie auf dem Torus betrüge ... fünfzehn Jahre. Wir haben leider noch keine Gesetze, die es einer außerirdischen Lebensform ... einem Teladi ... gestatten würde, dem Militär zu dienen. Allerdings gäbe es eine andere Möglichkeit dem Colonel zu dienen. Er könnte Sie direkt ausbilden. Sie würden dem Militär nicht unterstehen, wären aber ... technischer Berater an Bord. Colonel Lopéra erzählte mir, Sie wären dafür qualifiziert?"
"Auf meiner Heimatwelt ... Ianamus Zzzura ... hatte ich eine achtzigjährige Ausbildung zum Techniker und Piloten. Ich hoffe, dasss wird Ihnen gerecht."
"Achtzig Jahre?! Ja, man erzählte mir, dass die Teladi nicht an Altersschwäche sterben. Nun, Colonel Lopéra bricht in Kürze in einen weit entfernten Sektor der Milchstraße auf. Sie können ihn begleiten und es wird sich herausstellen, ob Sie geeignet sind. Wir sind alle sehr gespannt", sagte er und stand auf, um mir die Hand zu geben. Diesmal nahm ich sie und schüttelte sie kräftig, was den General amüsierte.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mi 20. Mai 2015, 22:25 
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Irrlicht
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Das hatte ich nicht erwartet! Es sah so aus, als ob wir einen bekannten Gast hatten. General McLean betrat die Brücke und hatte Adonas, den teladianischen Piloten im Schlepptau. Der General berichtete mir, dass sich der Kleine für einen dauerhaften Posten interessierte. Ich war darüber etwas verwundert, da ich nicht damit gerechnet hatte, dass die ATF das zuließe. Aber es war wohl zum Wohle der Gemeinschaft. Ich war mir bewusst gewesen, dass Adonas nicht ewig für mich als Waffenoffizier, Pilot oder Techniker agieren könnte. Aber ein technischer Berater, der zudem als Vermittlung zwischen der Erde und den Teladi dienen sollte, war eine gute Lösung. Aber zum Aufbauen einer Beziehung sollte es erst später kommen, da es noch ein problem mit einem gewissen Sprungtor gab.
"Mel? Wie sieht's aus? Sind wir gerüstet, um in unbekannte Gefilde vordringen zu können?", fragte ich und setzte mich auf meinen Stuhl.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Fr 22. Mai 2015, 02:03 
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"Eigentlich würde ich nein sagen, aber da wir sowieso keine andere Wahl haben, sage ich ja!", antwortete ich etwas verbissen, da ich mir nicht sicher war, was uns in diesem Bereich der Galaxie erwarten würde. Er war so unerforscht, dass ich zudem hoffte, die physikalischen Gesetze würden auch dort noch existieren.
"Mel?!", sagte Fernando etwas genervt.
"Na schön! Aber wenn wir ohne Energie irgendwo festsitzen, ist das nicht meine Schuld. Ich will nur sagen, der Fusionsreaktor läuft innerhalb der gegebenen Werte, allerdings bin ich mir nicht sicher, ob das halten wird. Der FTL-Antrieb müsste das hinkriegen, allerdings wurde er für eine solche Entfernung noch nicht getestet." Der Colonel schaute etwas vorwurfsvoll drein, weshalb ich mich entschloss ihm die Checkliste der Systeme vorzulesen, um von der Komplexität des Antriebs und seinen möglichen Fehlern abzuweisen. "Also! Plasmatriebwerke laufen, alle Schotten sind dicht, die Hülle wurde polarisiert, Waffen sind deaktiviert, Schilde sind deaktiviert ... zusammengefasst: Alle Systeme laufen perfekt. Wir können dann!"
Es war alles perfekt. Und ich meinte perfekt, weil alles an Ort und Stelle zu sein schien. An meinem Computerterminal hinter dem Kopiloten konnte ich auf alles zugreifen, was in meinen Aufgabenbereich gehörte ... und mehr. Das Schiff wollte anscheinend gute Arbeit leisten und es fing schon mit der Übersichtlichkeit der Menüs an: Forschungsscanner, Forschungsdaten, Energieverteiler, Systemprogrammierungen und vieles mehr. Ich liebte dieses Schiff!
Nach meinem "Okay" gab der Kommandant den Befehl zum Verlassen der Hangarbucht. Das Schiff erhob sich schoss mit einer irrwitzigen Geschwindigkeit aus dem Torus heraus. Es war noch viel angenehmer und geräuschloser als jedes andere Schiff, auf dem ich mich befand. Es war ein tolles Gefühl.
Nachdem ich die Energiewerte des FTL-Antriebs nochmal überprüft hatte, gab ich nochmal das "Okay" für den Hyperraumsprung. Es war zwingend notwendig, dass ich an Bord war, denn ich war das einzige Lebewesen in der Galaxie, das sich mit einem solchen Antrieb auskannte ... vielleicht noch die, die die Sprungtore erschaffen hatten. Aber es war trotzdem ein gefährliches Unterfangen. Wenn das Tor aber schon repariert wäre, dann wäre es sicherlich kein Ding wieder nach Hause zu kommen. Allerdings erreichte uns eine Botschaft von Antonio, dass das Tor noch inaktiv war.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Fr 22. Mai 2015, 03:00 
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1. November 2937

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Ort: Weltraum

Der Weltraum war wirklich unendlich. So kam es mir vor. Wir saßen im winzigen Inneren des Jägers und schauten auf unsere Füße. Gelegentlich schaute ich mal aus dem Fenster, um zu schauen, ob uns jemand gefunden hatte. Mit Mic hatte ich schon seit dem letzten Essen nicht mehr geredet. Wir mussten unsere Rationen schon rationieren, um so lange wie möglich das Leben zu genießen. Zwei Wochen waren wir in diesem blöden Jäger gefangen, weil sich die Koordinaten tatsächlich abwichen. Die Gravidarsensoren hatten zwar bloß eine begrenzte Reichweite von etwas weniger eineinhalb astronomischen Einheiten, allerdings erschienen Massereiche Objekte wie Planeten oder Sterne ebenfalls auf dem Schirm, die weiter weg waren. Auch sollten Sprungtore, oder andere Singularitäten erscheinen, doch der Gravidarschirm zweigte bloß einen einzigen Blip. Es war der Stern, der den wunderschönen blauen Nebel beleuchtete.
Wir hatten die Temperatur auf zehn Grad Celsius gesenkt und die Systeme so weit heruntergefahren, dass bloß Kommunikation, Sensoren und Lebenserhaltung liefen. Es war zwar nicht angenehm, aber es sollte uns noch genügend Zeit geben eine Lösung zu finden, auch wenn uns eine Lösung noch nicht eingefallen war. Unser erster Gedanke war mit den beiden Raumanzügen den Jäger zu verlassen, um den Schaden außerhalb zu reparieren. Allerdings war das höchst gefährlich, da der Jäger keine Luftschleuse besaß. Wir würden bloß Atemluft in den Weltraum pusten, um den Jäger zu verlassen. Außerdem bezweifelte Mic, dass es möglich wäre, mit den vorhandenen Teilen eine Ersatzkühlmittelleitung zu bauen. Das Risiko war zu groß.
Doch das Blatt wendete sich, als ich gerade meine Suppe schlürfte und mich unter die Decke kuschelte. Die Sensoren meldeten ein Signal, was aus Richtung des Sterns kam.
"Was zum Teufel?!", sagte Mic und setzte sich auf den Pilotensitz. "Ich empfange ein schwach pulsierendes Signal im unteren Frequenzbereich. Ist auf jeden Fall künstlich", sagte er und staunte über den leuchtenden Blip.
"Will da etwa der Stern mit uns kommunizieren?", fragte ich halb amüsiert, halb schockiert.
"Nein, die Sensoren haben die Richtung zwar erfasst, allerdings nicht die Entfernung. Die Quelle scheint sich hinter dem Stern zu befinden."
Oha! Das konnte sogar im Bereich des Möglichen liegen. Die Sensoren entdeckten keine Echos oder Signale hinter Planeten oder Sternen. Ich setzte mich auf den Kopilotensitz und schaltete die Triebwerke ein.
Es dauerte nicht lange, da mussten wir erneut staunen. Ein Planet, etwa eine astronomische Einheit von seinem Stern entfernt erschien plötzlich vor uns. Laut den Scans war er etwa 0,9 Mal so groß wie die Erde, war allerdings ein wenig weiter weg, doch die Atmosphäre bestand zu 75 Prozent aus Stickstoff und zu 25 Prozent aus Sauerstoff. Das Signal kam offenbar von der südlichen Hemisphäre, von einem großen Flecken Land, der etwa die Größe von halb Afrika hatte. Dieser Kontinent war geprägt von riesigen Gebirgszügen, die die Länge der Anden hatten und die Höhe der Alpen. Außerdem war noch das Klima interessant, denn dieser Planet lag zwar innerhalb der habitablen Zone, allerdings ziemlich am äußeren Grenzbereich. Das Klima war auf dem ganzen Planeten zwischen kühl mild und arktisch trocken. Es war ein Eisplanet, der im Sommer eine Lufttemperatur von 5 Grad Celsius und im Winter von -50 Grad Celsius aufwies. Die Pole mussten unbewohnbar kalt sein.
Sofort setzten wir zum Eintritt in die Atmosphäre ein, was ein leichtes Ruckeln verursachte. Wir flogen mitten in ein Schneegestöber, was uns nur wenig kümmerte, denn das Schiff hielt ruhig seinen Kurs. Allerdings war es schwer eine passende Landestelle zu finden, denn anders als die anderen Raumschiffe oder Shuttles, konnte dieser Jäger nicht vertikal Landen.
Wir scannten die Oberfläche nach passenden Landeplätzen in der Umgebung der Funkquelle und fanden schließlich ein Tal, in dem wir dann landeten. Es war recht ungemütlich außerhalb, aber der Drang herauszufinden, was - oder wer - das Signal sendete, übertraf meine Empfindlichkeit vor Kälte. In Indien oder in Spanien war es einfach nie so kalt. Dennoch zogen wir unsere Polarkostüme an und öffneten das Schott, um uns umzusehen.
Der Schnee fühlte sich merkwürdig weich an. Nach einigen Scans mit meinem Handcomputer konnte ich jedoch feststellen, dass das Eis aus gefrorenem Wasser besteht.
"Somit wäre unser Wasserproblem gelöst, falls wir hier nicht mehr wegkommen sollten. Hoffentlich laufen hier bisonähnliche Lebewesen herum. Ich stelle mir gerade ein saftiges Bisonsteak vor", träumte ich vor mir hin und schaute durch meine HUD-Brille, doch es war nirgends etwas Interessantes zu sehen, nur das Blinken des Senders auf meinem Head-up-Display. "Gehen wir! Es sind etwa vier Kilometer bis zur Quelle!"


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Sa 23. Mai 2015, 02:27 
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Irrlicht
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20. November 2937

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"Schon etwas Neues?", fragte ich, als ich gerade mein Quartier verließ. In meiner Hand hielt ich einen Kakao, den ich mir an diesem Morgen zubereitet hatte. Ich schlürfte an meiner Tasse und las schon an Mels Gesicht, dass wir erfolglos waren. Er hatte mir den Hinweis schon gegeben, dass bei einer solchen Entfernung der Hyperantrieb etwas ungenau sei. Zwanzig Lichtjahre - das war die jetzige Toleranz. Es gab im Umkreis von zwanzig Lichtjahren viele Systeme und alle mussten wir abklappern.
"Warum können wir nicht nach dem Sprungtor suchen? Vielleicht sind sie schon dort", schlug ich vor.
"Hallo?! Welche Signatur sollte denn ein deaktiviertes Sprungtor abgeben?! Auf unseren Schirmen würde dieses Tor wie ein Asteroid erscheinen", antwortete Mel und setzte sich an seinen Platz.
'Wieso sind wir nicht früher gestartet?', fragte ich mich und setzte mich auf meinen Stuhl, aber die Antwort war mir bereits bekannt. Als ich von Jamilas Verschwinden erfuhr, war bereits der FTL-Antrieb ausgebaut und es hatte eben lange gedauert, um diesen in die Encantada einzubauen. Ich konnte mir nicht vorstellen, was in Jamila gefahren war diese Aufgabe zu bewältigen. Gut, sie hatte einen hervorragenden Abschluss im Bereich der Navigation und Bedienung eines Raumschiffes und im Fach Astrophysik und Wurmlochtheorie ebenfalls, was sie allerdings nie richtig zu ihrem Beruf gemacht hatte, aber alleine ein Sprungtor reparieren war schon sehr gewagt.
"Colonel Lopéra, ich habe mir ein paar Gedanken gemacht. Ich halte esss für unwahrscheinlich, dassss wir dasss Tor finden werden", zischelte Adonas, der gerade die Brücke betreten hatte. Ich drehte mich neugierig zu herum. "Aber vielleicht finden wir esss, aber esss könnte sssein, dasss esss zzzerstört wurde, oder absssichtlich unbrauchbar gemacht wurde. In der Geimeinschaft issst esss nämlich so, dassss defekte Sprungtore von den Sssohnen repariert werden."
"Die Sohnen?", fragte ich. Ich hatte von diesen Wesen noch nie etwas gehört.
"In der Tat! Esss sssind Abgesssandte desss Alten Volksss, Abgesssandte jener, die die Sprungtore erschufen. Wenn diesssesss Sprungtor, welchesss Ihre Freundin reparieren will noch exissstiert, dann wurde esss wahrscheinlich absssichtlich deaktiviert, zzzerstört oder entfernt. Ich will damit sssagen, dassss die Sssohnen esss längst repariert hätten."
"Sie meinen, dass es gar nicht nötig gewesen wäre Jamila dorthin zu schicken? Die hätten das also schon längst getan. Wir werden weitersuchen!", beschloss ich und schaute aus der Frontscheibe. Der Sternenhimmel war sehr hell, da dieser Sektor näher am galaktischen Zentrum lag, als die Erde. Die Sensoren konnten nur einen geringen Teil eines Sonnensystems scannen, weshalb wir auf tagelange Flüge eingestellt waren. Allerdings würde sich Jamila bei Misserfolg ihrer Mission - und das war durch Adonas' Theorie schon bestätigt - nah an einem großen Himmelskörper aufhalten, um leichter gefunden zu werden. Größere Objekte konnten auch auf dem Schirm angezeigt werden, selbst wenn sie außerhalb der Reichweite lägen. Wir müssten nicht jeden Kubikmeter eines Systems absuchen, sondern nur den Bereich um einen Planeten oder einen Stern - das hoffte ich jedenfalls. Es würde trotzdem viel zu lange dauern.
"Aktivieren Sie den FTL-Antrieb und setzen Sie Kurs auf das nächste System unserer Liste", sagte ich und rieb mir die Schläfen.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mo 25. Mai 2015, 04:19 
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Wichtel
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"Der Sturm wird immer dichter! Wir müssen hier Unterschlupf finden!", rief mir Mic zu.
Das hatte ich vor. Aber zuerst mussten wir herausfinden, was die Quelle dieses Signals war. Aber lange mussten wir nicht mehr warten. Das Signal war nun ganz nah. Der Schnee wurde immer tiefer und wir waren nun bis zur Hüfte bedeckt. Doch es ging nicht weiter. Durch den Nebel war recht diffus eine Tür zu erkennen, vermutlich aus Metall. Ich näherte mich ihr und rüttelte daran, doch sie ließ sich nicht öffnen. Sie steckte noch tiefer im Schnee, denn eine Treppe schien zu ihr zu führen.
"Wir müssen den Schnee fortschaufeln!", bemerkte Mic und begann zu graben.
"Nein, sieh mal! Die Tür lässt sich nach innen öffnen. Hilf mir die Tür zu öffnen. Sie scheint eingefroren zu sein", sagte ich suchte in meiner Ausrüstung nach etwas, was ich als Heizkörper missbrauchen konnte.
"Tritt mal zur Seite!", meinte Mic kurz und zog seinen Blaster aus seinen Holster. Auch ich zog meine Waffe und gemeinsam beschossen wir den Türrahmen mehrmals an verschiedenen Stellen. Es dauerte zwar etwas länger, aber die Tür, die anscheinend aus Wärmeleitfähigem Material bestand, erwärmte sich und siegte im thermalen Kampf gegen das Eis.
Es war eine Art Vorposten. Das stellten wir fest, als wir in das Innere des Komplexes vordrangen. Es gab einen Kontrollraum und mehrere Schlafquartiere. Er war nicht sonderlich groß.
"Wer kann das hier gebaut haben?", fragte ich Mic, der sich sofort eine Art Steuerkonsole ansah.
"Ich habe nicht den blassesten Schimmer. Diese Architektur kenne ich nicht. Wer auch immer das war muss wohl vor einer Ewigkeit diesen Posten aufgeben haben. Das sagen mir zumindest die außerirdischen Spinnenweben. Oder ob das zur Architektur gehört?", scherzte er und lachte auf. Kurz darauf schaltete sich das Licht an und wir hatten nun einen besseren Überblick. "Keine Sorge! Das war ich!"
Das Gebäude schien architektonisch sehr vormittelalterlich zu wirken. Auch wenn die gesamte Struktur nicht aus Stein bestand, sondern aus einem merkwürdigen Metall, welches ich noch nie gesehen hatte, waren dennoch Fackeln an der Wand angebracht. "Wozu die Fackeln, wenn es anscheinend Elektrizität gibt?", fragte ich Mic und sah mich ein wenig weiter in den Fluren um.
"Entferne dich nicht zu weit vom Kontrollraum, Jamila! Vielleich hat das Signal auch andere Wesen angelockt!", rief mir Mic hinterher.
Das war wirklich über alle Maße beeindruckend! Einige Türen ließen sich nur manuell öffnen, doch die meisten waren mit einem Schalter an der Wand verbunden. Ich befand mich wohl in einer Art Spagat zwischen hochentwickelter Technologie und tiefster Antike. Der Komplex war sehr groß. Ich folgte dem pulsierenden Signal auf meinem Handcomputer und öffnete dabei jede Tür, die ich finden konnte - natürlich mit gezogener Waffe. Wer wusste, dass diese Spinnen nicht ziemlich giftig waren. Aber ein Raum war besonders interessant. Es war eine Art Archiv. In ihm befanden sich Regale mit tausenden Schriftrollen. Meine Neugier weckte mich und trieb mich an, eine dieser Schriftrollen zu öffnen. Aber zu meiner Verwunderung erkannte ich die Symbole, die sich von oben nach unten reihten.
Sofort rannte ich zurück zum Kontrollraum und wollte Mic davon berichten, doch er schien es ebenfalls festgestellt zu haben. Eine Art Hologrammbildschirm schwebte hinter der Steuerkonsole. Anscheinend untersuchte Mic gerade die Datenbank dieses Vorpostens.
"Ich fasse das nicht! Wenn ich mich nicht täusche, dann müssten das unsere verschollenen Brüder gebaut haben. Megnir ... Althes ... und Segaris! Hier steht etwas von biologischer Forschung der hiesigen Lebewesen. Ich habe zwar keinerlei Bilder gefunden, aber sie müssen mächtig groß sein. Zudem exisitieren hier auch einige Logbücher über die Besiedlung neuer Planeten. Unglaub..." Er verstummte.
"Was ist?", wollte ich wissen und schaute mir den Bildschirm nochmal tiefgründiger an. Mic schien schockiert über das zu sein, was er las.
"Nun, Japanisch hat sich ja im Laufe der Jahrhunderte fortentwickelt. Es ... hat seinen Ursprung auf der Erde. Die Argonen, die Aldrianer und wahrscheinlich auch die Bevölkerungen von Megnir, Althes und Segaris haben diese Sprache als Standardsprache eingesetzt, und es haben sich verschiedene Akzente herausgebildet", erklärte er und starrte nach wie vor auf den gelb leuchtenden Bildschirm.
"Ja, das weiß ich. Aber wieso ist das so erstaunlich?", wunderte ich mich.
"Weil diese Art des Japanischen seit 2500 Jahren nicht mehr existieren sollte. Ich glaube, wir haben keine Siedlungshinweise von den drei verschollenen Kolonien gefunden."
"Willst du mir etwa weiß machen, dass es Menschen auf der Erde gab, die schon mit der Raumfahrt vertraut waren, während der Rest mit Pfeil und Schwert aufeinander losging?"
"Ich bin mir nicht sicher. Vermutlich haben die Kolonisten auch die alte Form des Japanischen angenommen oder ... Oh nein! Anscheinend ist deine Theorie korrekt. Ich habe den 'E-Mail-Account' eines Kommandanten gefunden. In einer Nachricht, die irgendwann zu einem Schiff geschickt wurde, steht etwas über Forschungsergebnisse der hiesigen Fauna - es ist anscheinend ein Forschungsposten - und dabei wird eine Herrscherin erwähnt", sagte Mic und atmete tief durch.
"Wer?"
"Himiko!"
Das war in der Tat merkwürdig.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Do 28. Mai 2015, 02:31 
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Irrlicht
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Ganz oben, im hohen Gebirge stand ein Palast, so prächtig und gewaltig, wie es sich kein Mensch je hätte vorstellen können. Die Gebäude waren so geschickt gebaut, dass sie sich mit dem Fels vereinten, so, als ob die Gebäude dem Berge entsprungen wären. Tausend Lichter strahlten aus dem Palast, der im Schutze der umliegenden Berge ein Vorgebirge übersah und über die sich dort befindende Stadt wachte. Es war das größte Reich, welches je von einem Menschen regiert wurde. Es war mein Reich!
Ein Wasserfall plätscherte. Ich ergötzte mich an meiner Rolle voller Gedichte, die mir mein begabtester Poet der Stadt zu meinen Ehren geschrieben hatte. Mein abendlicher Spaziergang durch die höflichen Gärten und die Täler einiger naheliegender Berge brachten mir immer frische Kraft und ein wohliges Gefühl für die kommenden Nächte. Die Sonne war schon untergegangen, aber dies war die schönste Zeit am Tage. Der dunkelblaue Himmel und das viele Sternenlicht ließen meine Kirschblüten wundervoll weißlich-blau leuchten. Es erfüllte mich immer mit Glück und Zufriedenheit dieses Schauspiel mit anzusehen. Besonders schön wurde es immer, wenn ein nahgelegener Stern, der sich mit einem blauen Nebel umgab, über dem Horizont aufging. Die Farbe der Blüten wurde etwas intensiver und die Nacht etwas heller. Natürlich verfälschte das Licht der Laternen dieses Weges dieses Schauspiel und ich bat eine meiner Wachen eine Laterne zu löschen. Ich legte die Rolle zur Seite und achtete nun genau auf die Blüten. Das Licht der Sterne reflektierte sich auch im kleinen Bach, der vom Wasserfall bereichert wurde. Eine solche Reinheit machte jeden meiner Untertanen glücklich.
Mein Volk! Ich freute mich immer auf die Feste, die es zu meinen Ehren hielt, ich freute mich, wenn ich einen besonderen Menschen nach seinen heldenhaften Taten adeln durfte und es erfüllte mich mit stolz wie sich meine Gesellschaft entwickelte und wie die Wirtschaft florierte. Doch was mir immer wieder Sorgen bereitete, war der Widerstand, der vom Volk der Kansukeaner ausging. Seit Jahrhunderten versteckten sie sich auf ihrem Planeten und hatten es geschafft so lange für mich unsichtbar zu sein. Aber sie waren keine sonderliche Bedrohung. Und mit diesem Gedanken wollte ich auch nicht meinen Spaziergang stören. Ich liebte die Harmonie und den Einklang mit allem.
Doch nach einiger Zeit holte mich die Müdigkeit wieder ein und ich begab mich mit meinen Wachen wieder zurück in den Palast.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Fr 29. Mai 2015, 04:04 
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Wichtel
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Es war nicht leicht ihn einzuarbeiten, da ich ja der einzige im Universum war, der sich im Gebiet der FTL-Technologie verstand, aber Adonas stellte sich gar nicht mal so dumm an. Bevor wir den Torus verlassen hatten, hatte die La Esperanza nur einen Cheftechniker im Maschinenraum. Nach dem Tod von Lieutenant López musste ein Ersatz her, ein junger Major mit Namen Phillipe Bellay.
Dieses Schiff war aber größer und hatte den Bedarf an weiteren Technikern, die alle eingearbeitet werden mussten, denn niemand hatte einen Abschluss im Bereich der FTL-Technologie.
Aber Adonas war derjenige, der am ehesten verstand. Das war gut.
Major Bellay erklärte seinen Technikern die Vorgehensweisen, die verschiedenen Protokolle, die beachtet werden mussten, die Gefahren dieses Antriebs und die Funktionsweise.
"Entscheidend bei diesem Antrieb ist, dass er das Schiff nicht wirklich auf Überlichtgeschwindigkeit bringt, sondern eine Abkürzung, einen Tunnel, durch den Hyperraum schafft ... oder Subraum – wie Sie möchten! Die Reisezeit wird dadurch erheblich verkürzt, aber die Geschwindigkeit bleibt gleich ...", erklärte der Major und führte dabei eine Simulation vor.
Nach einer halben Stunde beendete er seinen Vortrag endlich und verteilte die Arbeitsplätze. Adonas sollte Bellays Assistent werden, da er anscheinend alles sofort verstanden hatte. Doch als ich gerade zufrieden die Technik verlassen wollte, hinderte mich Adonas daran, als er den Major und mich zurückrief.
"Was ist denn?", fragte ich leicht genervt und machte auf dem Absatz kehrt.
"Esss sssieht so ausss, alsss ob die Energiewerte desss Antriebsss Schwankungen aufweisssen würde." Ich seufzte tief und erklärte, dass das normal wäre. Wenn die Werte innerhalb eines gewissen Bereiches bleiben würden, wäre das kein Problem. "Allerdingsss überschreiten die Werte die Begrenzzungen! Sssie kommen aber nicht ausss dem Fusssionsreaktor. Esss sieht ssso aus, alsss ob der Antrieb ssseine Energie ausss dem Hyperraum zzziehen würde. Esss entstehen eine Menge fremde Teilchen, die sssofort wieder zzzerstört werden. Ich rate den Antrieb sssofort abzzzuschalten!", erklärte Adonas und wirkte, als ob er sich sehr sicher war.
"Das kann doch überhaupt nicht sein! Wieso sollte der Antrieb Energie aus dem ... Sie haben Recht!", stellte ich fest, als ich mir die Werte selber ansah. Die Hyperraumstrahlung belastete ja schon die Außenhülle, aber jetzt schien sie aus dem FTL-Antrieb zu kommen. Ich schaltete ihn sofort ab.
"Mel? Was ist passiert? Wir sind gerade aus dem Hyperraum gefallen!", meldete Colonel Lopéra leicht besorgt.
"Ich musste ihn deaktivieren. Adonas hat ein Problem festgestellt. Der Antrieb erzeugt aus dem Inneren gefährliche Strahlung, die gleiche, die vom Hyperraum ausgeht. Ich schlage vor, wir halten ihn so lange deaktiviert, bis wir das Problem gefunden haben. So lange sitzen wir hier fest."
"Dann haben Sie also mein neues Schiff kaputt gemacht?", sagte er leicht scherzhaft.
"Nein, ich habe es nicht kaputt gemacht. Wir haben einfach nur einen Platten. Wenn Sie so wollen. Die Analyse des Problems wird einige Zeit dauern. Bislang hat der Antrieb keinen Schaden genommen und die Strahlung ist mit der Deaktivierung verschwunden. Ich kann allerdings nicht erahnen, was passiert, sollten wir das Problem finden. Ich denke mal, wir sind noch nicht an unserem Zielort angelangt?"
"Da liegen Sie richtig! Wir hätten noch genau eine halbe Minute fliegen müssen. Zurzeit sind wir noch sieben Lichtjahre von unserem nächsten Stern entfernt. Kriegen Sie also den Antrieb wieder in Gang? Ich will Jamila nicht tot aufsammeln müssen!"
"Wir ... werden das schon irgendwie bügeln!", antwortete ich und kratzte mich am Kopf.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mi 17. Jun 2015, 15:55 
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Irrlicht
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Doktor Porkson hatte gut reden! Es war uns zwar möglich, den Antrieb mit einem zusätzlichen Kraftfeld zu schützen, falls wir den Antrieb doch wieder einschalten mussten. Adonas war uns eine große Hilfe. Es gelang uns nicht das Problem auf die Schnelle zu finden, aber nach einiger Zeit hatten wir das Problem zwar erkannt, konnten aber nur wenig dagegen tun.
"Colonel Lopéra, bitte in den Maschinenraum. Wir glauben das Problem gefunden zu haben!", sagte ich. Der Colonel betrat den Maschinenraum und wirkte ein wenig besorgt. Es war ihm anzusehen, dass ihm seine Frau fehlte. "Es liegt an der Dauer und Intensität des Outputs des Radonisotops, welches das Hyperraumfenster öffnet. Wir vermuten, dass eine sich in der Nähe befindliche Raumanomalie als eine Art Spiegel dienen könnte und die von uns ausgehende Strahlung wieder zurückwirft. Allerdings ist diese Strahlung ungefährlich, aber die Strahlung, die vom Hyperraum ausgeht nutzt die Radonstrahlung als eine Art Transportmittel und generiert sich selbst im Antrieb. Eigentlich wäre dies kein Problem, da wir immer einen gewissen Wert an Hyperraumstrahlung im Antrieb haben, da das Hyperraumfenster eine Raumanomalie ist und deswegen auch die Radonstrahlung mit der Hyperraumstrahlung zurückwirft, aber anscheinend wird dieses Phänomen durch eine zweite Anomalie verstärkt - und zwar drastisch. Ich kann allerdings nicht sagen, woher diese Anomalie kommt, geschweige denn, wo sie überhaupt ist."


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