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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Do 12. Dez 2013, 00:02 
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Irrlicht
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"Irgendwelche Aktivitäten?", fragte ich Sergeant Kowalski, der seit dem Aufbruch des Außenteams auf dem Copilotensitz saß. Ich betrachtete die ganze Zeit die beiden kleinen, blauen Quadrate, die vom Head-up-Display auf der Frontscheibe dargestellt wurden und langsam größer wurden.
"Nein, Sir. Sie fahren weder Schilde noch Waffen hoch. Sollten wir uns nicht hinter dem Mond verstecken, Sir?"
"Ich würde dasselbe vorschlagen, Major!", empfahl Lieutenant O'Connell.
'Wie sollen wir denn herausfinden, ob sie freundlich oder feindlich gesinnt sind, wenn wir uns verstecken?', fragte ich mich. Aber dann fiel mir etwas ein. "Maschinenraum, Major Ceylan hier. Können Sie eine Boje vorbereiten und sie mit einem Sender und einem Empfänger ausstatten?"
"Maschinenraum hier. Ja Sir, das dürfte machbar sein. Wann wollen Sie diese denn haben?"
"Wenn möglich, in den nächsten zehn Minuten", antwortete ich.
Dabei schaute mich der Lieutenant etwas schräg an. "Sir, was genau haben Sie vor?"
"Ganz einfach, wenn die Boje hinter dem Planeten verstecken, wird sie als Satellit dienen und unsere Funksignale weiter senden. Der Mond steht gerade so, dass der Planet genau zwischen ihm und den unbekannten Schiffen ist. Wir positionieren die Boje einfach so, dass sie das Signal problemlos weiterleiten kann, ohne dass wir entdeckt werden", sagte ich und rieb mir die Hände warm.
"Wow, Sir ... das ist eine gute Idee!", lobte der Lieutenant und runzelte die Stirn.
"Danke! Bitte nehmen Sie Kurs auf die den Mond und landen Sie auf deren Oberfläche, Lieutenant!"

Nach zehn Minuten war es also so weit. Die La Esperanza hatte auf der Oberfläche des Atmosphärenlosen Mondes gelandet und die Maschinen waren heruntergefahren. Alle Systeme, bis auf die Kommunikation und die Lebenserhaltung waren abgeschaltet.
"Stellen Sie nun Kontakt her!", befahl ich Lieutenant Narayan.
"Verbindung steht!", meldete dieser.
Ich war ein wenig von den Socken, denn was mir da auffiel, als der Holobildschirm vor unserer Nase aufflackerte, war eine bildschöne Asiatin, die Mitte dreißig hätte sein können.
"Wer bist du?", fragte sie in einer mir etwas unbekannten Version des Japanischen.
"Ich bin Major Mehmet Ceylan, erster Offizier des Raumschiffes USC La Esperanza", antwortete ich mit meinem besten Japanisch. "Und Sie?"
"Weißt du nicht wer ich bin? Ich bin deine Herrscherin! Deine Königin - Himiko!" Ich musste zusehen, dass ich nicht mit lachen anfing. Das war doch absurd! Himiko gab es doch schon seit Längerem nicht mehr. Die Geschichte, die mir Doktor Watanabe erzählt hatte, glaubte ich zwar. Aber dass sie über zweitausend Jahre so jung gelebt hatte, war schier unglaublich. "Was ist mit deinem Schiff?! Es ist kaum größer als ein Pferd! Wo versteckst du dich?"
"Oh, wir sind hier in friedlicher Mission und fanden diesen Planeten völlig menschenleer vor. Keine Sorge, mein Schiff ist in Sicherheit", antwortete ich.
"Nun, wollen wir doch vernünftig sein! Anscheinend hast du ein Funkgerät in der Umlaufbahn ausgesetzt, um deine Position zu verschleiern. Das ist sehr klug. Ich bin keine Gefahr für dich. Lasst uns doch in Frieden zusammenkommen und bei einer Tasse Tee Gespräche führen. Denn anscheinend habe ich nicht alle meine Schäfchen im Stall!", sagte sie und deaktivierte die Verbindung.
"Nicht alle Schäfchen im Stall??? Ist das deren Version von: 'Ich habe nicht alle Tassen im Schrank'? Lieutenant Narayan, stellen Sie bitte eine Verbindung zum Colonel her ... solange diese Himiko noch hinter dem Planeten ist!"
"verdammt, Major! Sie sollten mich doch gar nicht anfunken!", schimpfte der Colonel flüsternd, als könnte ihn die Königin persönlich hören.
"Die Schiffe sind hinter dem Planeten. Wir haben uns, wie sie befohlen haben, auf dem Mond versteckt. Sie sollten also sehr schnell machen, dass Sie herkommen. Es ist nämlich eine alte Bekannte von Ihnen!"


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Do 12. Dez 2013, 00:33 
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"Eine alte Bekannte?"
Der Major nickte stirnrunzelnd, als ob er über meine jähzornige Exfreundin spräche.
"Wie lange bleibt uns denn, ohne dass wir entdeckt werden?"
"Nun, vielleicht zwanzig Minuten. Wir können es nicht genau sagen. Sie sind ja, wie gesagt, hinter dem Planeten. Aber wenn sie Kurs und Geschwindigkeit beibehalten werden Sie in den nächsten zwanzig Minuten nicht entdeckt werden", antwortete der Major.
"Dann schaffen wir das gerade noch, hm? Also gut, wir kommen!", sagte ich, deaktivierte die Verbindung und startete die Triebwerke. Das Shuttle glitt butterweich durch die Atmosphäre und schoss dann wie ein Pfeil auf den Mond zu. 'Wieso muss denn alles immer so verdammt knapp sein?!', fragte ich mich und gab noch mehr Gas.
"Über welche Bekannte spricht der Major eigentlich?", fragte mich Lieutenant Kutesa.
"Ist anscheinend eine Überraschung. Ich hoffe ehrlich, dass es nicht meine Exfreundin ist."
Der Lieutenant lachte kurz auf. "Sie ist es anscheinend nicht wert kennengelernt zu werden, hm?"
"Das können Sie aber laut sagen. Wenn Sie ihr begegnen, kommt sie einem wie ein Sonnenschein vor. Aber nach einem halben Jahr ... ich hätte sie beinahe aus der Luftschleuse gestoßen ... natürlich ausversehen!"
Es gab nur wenige Dinge, die ich nicht mochte: besitzergreifende Frauen, Schwarze Löcher und Clowns. Gott sei Dank war Jamila weder eine besitzergreifende Frau noch ein Clown. Dafür konnte sie schon einmal ein Weißes Loch - das Gegenteil eines Schwarzen Loches - sein, weil sie gerne mal mit Gegenständen um sich warf. Aber das hatte ich ihr ja verziehen ...
Ich bat um Landeerlaubnis und die Heckluke des Schiffes öffnete sich sofort. Auf dem Schiff erklärte mir der Major die Lage, und wie er es geschafft hatte unsere Position zu verwischen.
Ich freute mich schon unheimlich auf die Begegnung mit der "alten Bekannten", obwohl mich der Gedanke auch ein wenig verunsicherte ...

Aber als ich in das Gesicht einer Frau auf dem Holobildschirm sah, verging mir alles an Freude. Es war dasselbe berechnende, aber dennoch leicht unschuldig wirkende Gesicht einer eigentlich schon vor tausenden von Jahren verwest sein müssenden Frau, das mich da erst höhnisch angrinste und sich dann zu einem Ausdruck des Erstaunens umformte.
"Apollinaris-san! Es ist erstaunlich dich wieder zu sehen! Oder irre ich mich eventuell?", fragte sie mit einem Grinsen, welches sich so derbe in meinen Kopf brannte.
"Nun, ich weiß nicht wovon Sie reden ... wie war Ihr Name noch gleich? Also ich bin Colonel Fernando Lopéra, der Kommandant dieses Schiffes!", log ich und setzte mich auf meinen Sitz.
"Wie dem auch sei! Wer hat euch gestattet euch so weit zu entwickeln?! Von welcher Welt kommt ihr? Zwischen diesen Sternen herrsche ich und niemand hat das Recht sich so gegen mich aufzulehnen!", sagte sie in einem sehr harschen Ton.
'Was sagt sie da?', dachte ich und schaute meinen ersten Offizier schräg an. "Nun gut, Eure Hoheit!" Ich verbeugte mich tief. "Wir benötigen einen Moment, um uns zu fassen." Ich gab dem Lieutenant ein Signal, damit er die Verbindung kappen konnte.
"Was zum Geier sollte das denn jetzt von ihr? Glaubt sie etwa, wir seien Untertanen?", fragte ich verwundert den Major.
"Sir, so wie ich das sehe, glaube ich sie verfügt über ein riesiges Territorium mit vielen Planeten, die sie kontrolliert ... oder nicht kontrolliert. Vielleicht übersieht sie regelmäßig einige von ihnen. Ich kann nicht sagen, weshalb dieser Planet hier leer ist. Aber er ist anscheinend eine Kolonie", antwortete der Major.
"Wollen Sie damit sagen, dass sie denkt, wir wären Ausläufer, die sich gegen ihren Willen weiterentwickelt haben?" Der Major nickte. "Wir sollten der Sache auf den Grund gehen. Stellen Sie wieder eine Verbindung her, Lieutenant!"
Das Bild flackerte wieder auf und sie schien nicht ganz so fröhlich zu sein.
"Wie kannst du es wagen deine Königin warten zu lassen?!", fauchte sie mich an.
"Wir vereinbaren ein Treffen, werte Königin. Es gibt einiges zu berichten", sagte ich ohne auf sie einzugehen.
Sofort verschwand ihre Wut und sie lächelte wieder. "Also gut, wir treffen uns auf einem meiner Schiffe. Ein Vertreter, unbewaffnet!"
"Drei Vertreter, bewaffnet und auf neutralem Boden ... sagen wir, den unbewohnten Planeten! Alle Schiffe werden auf der entgegengesetzten Seite warten. Hier sind die Koordinaten."
"Du bist gar nicht in der Position Forderungen zu stellen, Lopéra!", fauchte sie wieder.
"Äh ... doch. Aber nur noch für die nächsten paar Minuten. Wenn Sie hinter dem Planeten auftauchen, werden wir weg sein und Sie werden nie erfahren, was es mit meiner Welt auf sich hat. Vielleicht bereiten wir gerade eine Rebellion vor. Wir haben hunderte gut ausgerüstete Raumschiffe!"
Sie zögerte einige Sekunden. "Also gut! Jeweils drei Vertreter, bewaffnet und auf neutralem Boden! Alle Schiffe warten auf der anderen Seite ... deines mit einbezogen.", sagte sie und kappte die Verbindung.
Der Major schaute mich etwas entsetzt an. "Sir, ist das weise? Wenn wir unsere Gespräche per Funk fortführen, ist das wesentlich sicherer. Es könnte eine Falle sein."
"Sie haben ja Recht, Nummer eins. Aber ich will nicht unbedingt gleich Misstrauen erwecken. Wenn Sie uns nach dem Gespräch toleriert, ist das ja in Ordnung. Vielleicht hat sie keine bösen Absichten. Vielleicht aber auch doch. Ich weiß es nicht. Ich will sie nur ein bisschen näher kennenlernen. Wenn Sie mitkommen möchten, tun Sie das. Sergeant Kowalski wird die beiden Schiffe erfasst halten und wir werden einige Scharfschützen vorher abwerfen, die die Lage beobachten", sagte ich und klopfte dem Major behutsam auf die Schulter. "Wir treffen uns im Frachtraum!"

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Sa 14. Dez 2013, 02:14 
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30. September 2937

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"Was meinen Sie, wie lange das dauern wird?", fragte Captain Aileen Takahashi, die ich schon seit einer Ewigkeit nicht mehr gesehen hatte.
"Ich hoffe, dass es nicht lange dauern wird. Dafür wissen wir ja, was dem Tor fehlt. Es ist ein Kontrollkristall, der aber, wie wir erfuhren, vor hundert Jahren von Prinzessin Demetres entfernt wurde", antwortete ich.
"Können Sie das Tor auch ohne diesen Kristall in Gang bringen?", fragte Aileen stirnrunzelnd.
"Um genau zu sein, kann ich das nicht sagen. Wenn wir den Kristall hätten, könnten wir danach theoretisch jedes Tor mit diesem Verbinden. Die Verbindung des anderen Tores mit seinem vergangenen Partner würde sich auflösen. Dafür gibt es eine Art Sicherheitsfunktion, die das unmöglich macht. Es ist gar nicht vorgesehen die Torverbindungen beliebig zu ändern. Aber, wenn wir wüssten, welches ursprüngliche Tor der Partner war, dann könnte man versuchen von der anderen Seite eine Verbindung herzustellen. Dann würde man den Kristall hier nicht mehr brauchen", erklärte ich und tigerte derweil um meinen Stuhl herum.
"Soll das heißen, einer muss die etlichen tausend Lichtjahre überwinden, um das Tor zu aktivieren?", fragte der Captain, als hätte ich gerade gesagt, er sollte mal eben von der Brücke springen.
"Ja, genau! Aber nicht mit einem herkömmlichen Antrieb. Wir müssen uns bloß kurz das Schiff eines alten Freundes ausleihen", sagte ich und gab meinem Kommunikationsoffizier ein Signal zum Kappen der Verbindung. '... wenn das Schiff nicht schon in seine Einzelteile zerlegt wurde!'


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: So 15. Dez 2013, 19:43 
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Es wehte ein lauer Wind. Das einzige, was ich hörte, war das Rascheln der Sträucher und Bäume. Ich schaute zu meinem ersten Offizier hinüber. Er suchte die Gegend mit den Augen ab. Wir waren auf alles gefasst. Doktor Watanabe hatte sich auf einen Stein gesetzt.
Ich wusste, dass Himiko uns nicht töten lassen würde. Sie wollte ja wissen, was es mit unserem Auftauchen auf sich hatte. Aber ich war auf der sicheren Seite und hatte beim Landeanflug drei Scharfschützen aus dem Shuttle springen lassen, die, durch ihre Fallschirme gebremst, auf ihren Positionen landeten. Alles war vorbereitet und ich bekam meine drei Bestätigungen per Funk, dass meiner Männer auf Position waren. Nun fehlte nur noch sie. Und das machte mir zum Teil höllische Angst.
War es eine Falle? Damit uns keiner aus dem All angreifen konnte, hatten wir vor unserem Abflug zum Planeten ausgemacht, dass alle Schiffe, einschließlich der La Esperanza, hinter dem Planeten warten sollten. Aber im Falle eines Kampfes würde die La Esperanza verlieren und wir säßen auf dem Planeten fest. Ich wollte mir gar nicht ausmalen, welche Tricks sie sich hatte einfallen lassen.
Aber das Glück war auf meiner Seite. Nach einigen Minuten des Überlegens kam sie endlich, begleitet von zwei furchtbar aussehenden Männern, die eine Art Harnisch trugen. Sie ähnelte den alten Rüstungen, die zu ihrer Zeit auf Yamatai von Kriegern getragen wurden. Beide Männer hatten Helme auf dem Kopf und die untere Hälfte ihrer Gesichter war durch braune Tücher verdeckt. Sie hatten gewehrähnliche Geräte dabei, die lang waren wie Speere. Sie selbst trug ein langes orangerotes Gewand. Ihre langen schwarzen Haare hatte sie zu einem merkwürdig erscheinenden Zopf, der auf ihren Kopf sich wie eine Schlange legte, geflochten.
"Es ist schön euch endlich persönlich zu sehen. Mit wem habe ich das Vergnügen?", sprach sie in einer Höflichkeit, die ich nicht von ihr kannte. Ihre Stimmung schien sich von Minute zu Minute drastisch zu ändern, was mir ein wenig Angst einjagte.
"Das ist mein erster Offizier Major Mehmet Ceylan, den Sie vielleicht schon kennen. Und an meiner Rechten ist mein Schiffsarzt Doktor Hiro Watanabe. Ich schätze, wir haben einiges zu bereden", sagte ich und lächelte.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: So 15. Dez 2013, 21:09 
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Irrlicht
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Die Königin musterte mich mit einem forschen Blick, der mich fast gefrieren ließ.
"Wieso verbeugt ihr euch nicht vor eurer Königin?!", keifte sie.
Wir schauten uns fragend an. War das ihr ernst? Sie dachte ja immer noch, dass wir aus einer ihrer Kolonien stammten. Aber dem war ja nicht so. Ich war mir nicht sicher, ob sie uns das weiter abkaufen konnte. Sie könnte ja nach dem Namen unseres Planeten fragen und uns einen ausdenken konnten wir nicht.
"Weil Sie nicht unsere Herrscherin sind!", antwortete ich mit kräftiger Stimme. Ich hätte mich in diesem Moment selbst ohrfeigen können. Aber es war gesagt und mir blieb keine andere Wahl als es fortzuführen.
"Was?!" Ihr Gesicht verzog sich zu einer Mischung aus Verwunderung und Wut.
"Da haben Sie richtig gehört! Seit mehr als zweitausend Jahren wurden wir von Ihnen nicht besucht. Wir haben unsere Kultur ... Kulturen weiterentwickelt und eigene Reiche aufgebaut. Sie haben nicht mehr das Recht über uns zu herrschen!" 'Halt die Klappe, Hiro!', dachte ich und schloss meinen Mund.
"So, und von welcher Welt kommt ihr dann? Ich bin Herrscher über jede Welt, die ich für mich annektiert habe!", antwortete sie mit einem Anflug aus Hochnäsigkeit.
"Der Name ist nicht relevant!", antwortete der Major.
Damit hatte sie nicht gerechnet. Es war erstaunlich zu beobachten, wie ihr Gesicht sich alle paar Minuten änderte.
"Von ... wo ... von wo?!", stotterte sie und legte sich die rechte Hand auf ihr Herz. "Von wo kommt ihr?!!"
"Wir werden diese Frage nicht beantworten!", antwortete der Major.
Anscheinend waren wir alle nicht darauf scharf ihr den Namen unseres Planeten zu nennen.
"Dafür werdet ihr bezahlen, ihr unterbelichtetes, erbärmliches Volk. Spürt den Zorn und die Zerstörung von eurer Königin! Möget ihr im Jigoku schmoren! Tötet sie!!!", schrie sie und zeigte auf uns. Die beiden Wachen zogen ihre langen Gewehre und zielten auf uns, bereit zum abdrücken. Doch bevor es dazu kam, wurde einer der beiden wie nach einem heftigen Schlag ins Gesicht zu Boden gestoßen. Aus einem Loch in seinem Kopf rann Blut; er war sofort tot. Kurz darauf fiel auch der andere zu Boden.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: So 15. Dez 2013, 21:29 
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Das war unsere Gelegenheit! Ich zog meine Waffe und richtete diese direkt auf Himiko, bereit abzudrücken, doch sie klatschte bloß in die Hände und verschwand mit einem grellen Leuchten, was sie umhüllte. Sie war weg!
"Alle sofort zurück zum Shuttle", rief ich in das Funkgerät. Ein lautes Rauschen und Zischen durchdrang die Stille. Ein braunes Objekt, das aussah wie ein Shuttle, flog direkt über unseren Köpfen hinweg in Richtung Himmel. "Das muss das Shuttle von Himiko gewesen sein! Beeilen wir uns!"
Nach kurzer Zeit erreichten wir das Shuttle, wo schon die Scharfschützen warteten.
"Was ist da passiert?!", fragte einer.
"Später! Wir müssen uns beeilen", antwortete ich und startete die Triebwerke. Langsam erhoben wir uns und ich gab Vollgas.

Es war ein Rennen gegen die Zeit. Wenn Himiko den Befehl zum Zerstören der La Esperanza nicht vom Shuttle aus gab, dann hatten wir noch eine Chance. Wir umkreisten den Planeten in einem irren Tempo, um unser Schiff rechtzeitig zu erreichen. Alle Schiffe befanden sich nicht in einem Orbit, sondern waren außerhalb des Gravitationsfeldes des Planeten.
Anscheinend war es noch nicht zu spät, denn die Sensoren erkannten kein Waffenfeuer.
Aber ich öffnete trotzdem eine Verbindung zu meinem Schiff: "Lieutenant O'Connell! Aktivieren Sie die Triebwerke und gehen Sie auf Rendezvous-Kurs mit dem Shuttle! Lassen Sie die Schilde oben!"
"Verstanden, Sir!", antwortete mein zweiter Offizier.
Es war so weit. Die beiden großen Mutterschiffe schienen die Waffen hochzufahren. Ich holte aus und flog eine weite 180-Grad-Kurve, um auf dem gleichen Kurs wie die La Esperanza zu sein. Nach kurzer Zeit tauchte sie über uns mit geöffneter Heckluke auf, in der wir verschwanden.

"Bericht!", forderte ich.
"Sie haben die Verfolgung aufgenommen und kommen näher! Waffen sind aktiviert!", erwiderte Doktor Porkson.
"Was?! Sie sind schneller?!"
"Sie scheinen eine Art Gravitationsstrahl auf uns zu richten. Wir werden langsamer!", antwortete mein zweiter Offizier.
"Also gut! Schluss mit lustig! Machen Sie die Strahlenwaffen bereit und visieren Sie die Quelle der Gravitationswaffe an!", befahl ich meinem ersten Offizier, der den Platz von Sergeant Kowalski eingenommen hatte. "Lieutenant, volle Wende! Machen Sie die Frontgeschütze bereit! Mal sehen, was eine 2700-Jahre-Entwicklung uns gebracht hat!", sagte ich mit einem leichten Grinsen im Gesicht. In dem Moment verließen violett leuchtende Energiestöße die beiden Mutterschiffe, die in unsere Richtung schossen.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: So 15. Dez 2013, 21:42 
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Irrlicht
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Ich klickte ein gelbes Pünktchen, welches auf einer der beiden einfachen, roten Abbildungen der Feindschiffe pulsierte, an. "Ich habe die Quelle fixiert!", meldete ich und schaute auf den Bildschirm.
"Feuer!", zischte der Colonel. Mit einem gelben Knöpfchen wählte ich die Strahlenwaffen aus und drückte anschließend auf den roten Knopf. Der hochgefährliche, blaue Strahl verließ die Mündung der rechten Geschützkanzel und traf das eine der beiden riesigen Schiffe mit einer aus der Ferne mickrig wirkenden Explosion.
Sofort verschwand das Hindernis durch die künstliche Gravitation.
"Major, eine Salve Raketen und Materie-Antimaterie-Geschosse für die werte Königen bitte. Ziel ist das nächste Schiff! Maximale Streuung!"
Durch wenige Knopfdrücke führte ich auch diesen Befehl aus. Wie Bienen steuerten die Lenkgeschosse flott auf das schon beschädigte Schiff und zerstörten es vollständig. Aber das sollte nicht ungestraft bleiben.
Mehrere der violetten Energiestöße prasselten auf den elektronischen Schutzschild unseres Schiffes nieder.
"Lopéra! Dafür werdet du und dein Volk büßen!", schimpfte die Königin, die plötzlich auf dem Holobildschirm aufgetaucht war.
Der Colonel deaktivierte die Verbindung mit einem Faustschlag auf seine Konsole, die in der Armlehne integriert war.
"Lieutenant O'Connell, aktivieren Sie den FTL-Antrieb, wenn ich bitten darf!", befahl der Colonel lächelnd und lehnte sich zurück.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mi 12. Feb 2014, 23:25 
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4. Da, wo die Riesen Murmeln spielen

"Hm, ein Eismond, der sehr beeindruckend ist, aber ohne Messergebnisse ist er nichts weiter als ein riesiger Schneeball" - Major Lopéra, an Bord der MSA Orion, als diese gerade den Jupitermond Europa umkreiste

3. Oktober 2937

System: Sol
Planet: Erde
Ort: USC-Hauptquartier, Milano, Italien

General Rai Ishiyama saß am Ende des langen Tisches, in der Hand eine Tasse Kaffee. Er sah sehr nachdenklich aus, was mich ein wenig beunruhigte. Er war ein guter Befehlshaber, obwohl ich von seiner Person nicht sehr viel hielt. Aber das war dieses Mal nicht wichtig. Zu lange war ich ihm aus dem Weg gegangen - ein Jahr, um genau zu sein - um mich dem Krieg zu entziehen. Ob er das wohl gewusst hatte? Aber das war nicht mehr wichtig, da ich mit den belastenden Beweisen gegen die Yaki den Hass zwischen den beiden Völkern ein bisschen zurückgeschraubt hatte. Sie hätten Verbündete sein sollen.
"Dass Sie sich noch einmal hier her trauen ...!", begann der General und starrte aus dem Fenster auf das typische abendliche Alpenglühen.
"Sir?!"
"Sie sind ja mit Ihrer Geschichte noch gut weggekommen. Aber wissen Sie, ich mag keine Leute, die sich einem Befehl widersetzen. Sie haben Glück, dass Sie dem Präsidenten nun wohl gesonnen ist. Wie dem auch sei, Sie erhalten einen neuen Auftrag. Wir haben vor, drei Basen in einem unbewohnten Sonnensystem zu errichten. Das System befindet sich direkt innerhalb der Gemeinschaft, wurde aber noch von keinem der Völker entdeckt. Wir sind die einzigen, die etwas davon wissen. Von dort aus werden wir die Gemeinschaft observieren. Ihr Auftrag ist es sich in der Raumstation DSS Ikarus anzusiedeln. Sie behalten die La Esperanza natürlich als Ihr Schiff. Zudem gibt es in diesem System die Alpha-Basis, welche sich auf dem erdähnlichen Planeten PT-12854-c, den Ihre Raumstation umkreist, befindet, und die Beta-Basis, welche sich auf dem Eisplaneten PT-12854-d befindet", sagte der General ohne sich von seiner Position wegzubewegen. Noch immer hatte er seinen Blick auf die leuchtenden Alpen gerichtet.
"Eine Raumstation?", fragte ich noch einmal nach.
"In der Tat! Sie werden kooperativ mit den beiden anderen Basen zusammen arbeiten und mögliche Ansiedlungsorte ausfindig machen. Konzentrieren Sie sich dabei hauptsächlich auf den erdähnlichen Planeten. Eisplaneten machen nur für kurze Zeit Spaß, danach wird es sehr stressig. Immerhin herrschen dort im Winter Minus fünfzig Grad Celsius und im Sommer null."
"Wann wird die Station fertig sein?"
"Oh, Sie ist schon fertig. Sie können gleich morgen einziehen!"
"General, wenn ich Sie noch um eine Woche Urlaub bitten dürfte für meine Mannschaft und mich. Es war ein hartes Jahr."
"Na schön, gönnen Sie sich eine Woche. Aber lehnen Sie sich nicht zu weit zurück, Colonel! Ich habe Sie im Auge! Glauben Sie nicht, Sie könnten wieder auf eigene Faust handeln!", erwiderte Ishiyama und ließ mich nach einem "Wegtreten!" abtreten.

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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mo 24. Feb 2014, 23:09 
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Wichtel
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Beiträge: 32
Wohnort: Barcelona, Bombay
3. Oktober 2937

System: Königstal
Raumstation: Königliche Handelsstation der Boronen
Ort: Orbit von Nishala

"Ich kann Ihnen das nicht einfach so geben, großzügige und beachtliche Jamila!", sprach die kleine Boronin mit einem Anflug von einer Art Unsicherheit. Während meiner Zeit in der Gemeinschaft hatte ich die Boronen sehr zu schätzen gelernt. Allerdings hatte ich auch zwei Seiten der Gemeinschaft kennengelernt. Einmal durch Fernando, mit ihm wir ständig auf der Flucht und in prekären Situationen waren, und einmal durch Captain Segawa, der sehr daran interessiert war, unseren neuen Freunden und Handelspartnern, den Boronen, ständig Besuche abzustatten. Die Boronen und die Teladi waren die einzigen, mit denen wir Handel treiben konnten, denn die Argonen waren in letzter Zeit etwas misstrauischer geworden. Zwar durften wir noch ihre äußeren Systeme durchfliegen, die zentralen Systeme mussten wir umfliegen. Auch durften wir an keine Docks andocken, nur mit Genehmigung an öffentlichen Handelsstationen, die wir aber trotzdem mieden.
Eines Abends wollte ich meine kurze Freizeit etwas auf dem Aussichtsdeck vertreiben, was mir gerade recht kam, denn der Ausblick auf Nishala, den Heimatplaneten der Boronen war atemberaubend. Ein kompletter Wasserplanet, mit einigen Atollen, die wie Flecken auf einem großen, blauen Teppich aussahen. Ab und zu startete ein riesiger Kreuzer aus den Tiefen des Ozeans, um seine Patrouillenfahrt zu beginnen. Sie zogen lange Schweife aus weißem Eis hinter sich her, was im Licht der Sonne unglaublich aussah.
"Frau Jamila?", sprach mich die piepsige Stimme an, die durch einen Stimmengenerator synchronisiert wurde. Die kleine Boronin schwebte mit ihrem weißen Membrananzug, der aussah wie ein Taucheranzug, vor mir und blinzelte mit ihren riesigen Augen.
"Ja?" Sofort wurde ich aus meiner Trance gerissen und wandte mich dem türkisfarbenen Wesen zu.
"Ich bedauere und finde es schade, dass ich dir die Preislisten der Argonen nicht geben kann. Aber wir schlossen neulich ein Abkommen, welches uns verbietet und prohibiert argonische Waren ohne Genehmigung an Terraner zu verkaufen, gute und liebe Jamila. Ich hoffe sehr, dass ich dir in einer anderen Weise helfen kann. Aber die Preislisten sind geheim und unzugänglich", fiepte Mola Hi und senkte sehr menschlich den Kopf.
"Ist schon in Ordnung. Vielleicht brauchen wir auch keine argonischen Waren, um hier profitabel davonzukommen. Sag, was genau verbindet die Boronen und die Argonen so sehr?"
"Das Mitgefühl unserer lieben, großherzigen und verständnisvollen Königin Atreus. Wie die Menschen es so sagen: Wir verstanden uns auf Anhieb! Viele Terraner haben ein falsches Bild von den gütigen und warmherzigen Argonen."
"Genau ein solches Bild haben die Argonen auch von den Terranern. Es sind einfach zwei machthungrige, riesige Staaten, die die Konkurrenz im Kern einer Sonne sehen wollen, wobei wir alle zueinander gehören, obwohl wir knapp achthundert Jahre nichts voneinander gehört hatten. Naja, trotzdem bedanke ich mich für deine Hilfe. Wir werden deinem Ratschlag folgen diesen Neetan kennenzulernen. Wo ist der noch gleich?"
"Drei Stockwerke über uns, in der argonischen Abteilung dieser Station. Er ist ein recht merkwürdiger Mann, aber sehr liebevoll. Ihr werdet euch auf Anhieb verstehen. Sein vollständiger Name ist Neetan Friedmann. Er ist Doktor der Archäologie, aber auch Händler. Ich kaufte gerade eine Lieferung an Cahoona-Fleischblöcken von ihm. Ich sollte ihn eigentlich im System Omicron Lyrae treffen, aber durch einen weiteren Angriff durch die verabscheuungswürdigen und ekligen Yaki verlegten wir das Treffen hierher. Schnell, bevor er wieder abreist!", piepste Mola Hi und schwebte nach einem langen, boronischen Abschied davon.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mo 3. Mär 2014, 22:52 
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Beiträge: 7
Wohnort: Paranid Prime
Wir versteckten Unser Sein hängend unter der Decke und beobachteten die Menschenfrau, die Wir kürzlich ihrer Freiheit entnahmen. Die boronische Kreatur verließ die Aussichtsplattform und nun war sie alleine, bis die Frau von einem männlichen Menschen besucht wurde.
"Und?", fragte dieser.
"Es ist den Boronen leider verboten derartige Artikel uns freizugeben. Aber er Mola Hi gab mir den Tipp den Argonen Neetan Friedmann aufzusuchen. Er ist hier in der Nähe und ist Archäologe", antwortete sie.
"Wie kann uns denn ein Archäologe weiterhelfen?"
"Ich weiß es nicht, aber ich glaube, er wird uns sicherlich Informationen geben."
"Na dann! Suchen wir ihn. Wo ist er überhaupt?"
Beide Menschen verließen den Raum und waren außer Hörreichweite. Es war an Uns den Menschen zu folgen und sie weiterhin zu beschatten. Denn nur sie waren das Mittel den unheiligen Lopéra und sein Schiff in die Finger zu bekommen!


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Mo 3. Mär 2014, 23:28 
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Registriert: Mi 29. Feb 2012, 20:25
Beiträge: 4
"Nein, ich kann Ihnen das wirklich nicht billiger verkaufen. Wissen Sie, es war sehr schwer diesen Klumpen überhaupt zu finden. Vierhunderttausend, nicht weniger!"
"Ich glaube nicht, dassss wir übereinkommen! Ich bin hier der einzzzige Teladi auf der Station und wir ich hörte, bissst du finanzzziell am Ende! Entweder hundertfünzzzigtausssend, oder gar nicht!", fauchte mich die fiese Echse an und ließ ihre Zunge aus dem Mund schnippen.
"Woher wollen Sie das wissen? Haben Sie etwa schon mein Konto ausspioniert?"
"Nein, um zzzu merken wie finanzzziell ruiniert ein Anderer issst, mussss man kein Profi sein. Dein Schiff issst der reinssste Schrotthaufen. Ich hätte Lussst ausss diesssem einen Schuppenschaber zzzu machen! Du brauchssst dasss Geld für die Reparaturen und hundertfünzzzigtausssend reichen gerade ausss. Ein solch fairesss Angebot findessst du nirgendsss!"
"Was soll denn daran fair sein?", fragte ich total entsetzt und hätte dieser Echse am liebsten den Nividium-Klumpen über den schuppigen Schädel gezogen.
"Andere Teladi hätten noch tiefer gehandelt! Deine Reparaturen wären ihnen egal gewesssen!"
"Also gut! Hundertfünzigtausend! Und machen Sie, dass Sie wegkommen, Sie Gauner!", keifte ich. Der Teladi hielt mir einen Daumenscanner unter die Nase, mit dem ich den Verkauf bestätigte.
Nachdem dieser endlich kichernd verschwunden war, ließ ich mich seufzend auf mein Bett sinken. Das Geld reichte sogar nicht einmal für eine vollständige Reparatur aus. Den Rest musste ich mit meinen geringen technischen Fähigkeiten kompensieren. Aber ich hoffte auf ein Wunder. Wieder klingelte es an der Tür. Ich drückte einen Knopf auf dem Schreibtisch, der die Tür öffnen ließ. Im Rahmen stand eine Frau von etwa dreißig Jahren und lächelte mich an.
"Hi, sind Sie Doktor Friedmann?"
"Ich, äh ... also ... Doktor ... Neetan ... äh ... nennen Sie mich ... Neetan, bitte!", stotterte ich und verpasste mir innerlich eine Ohrfeige. Es war wirklich eine schlechte Angewohnheit von mir zu stottern und sinnlose Informationen auszuspucken, wenn ich nervös war. Gott sei Dank war die einzige Reaktion darauf ein fröhliches Lächeln. "Und Sie?"
"Jamila Selek. Ich bin Pilotin auf dem terranischen Frachtschiff USCTC Kobayashi Maru. Und rechts neben mir ist Captain Tadashi Segawa", sagte sie und legte freundschaftlich eine Hand auf die Schulter ihres Captains.
"Ah ... das freut mich ... Wie kann ich Ihnen helfen?", fragte ich etwas beruhigter. Die beiden traten ein und setzten sich auf zwei Stühle am Schreibtisch. Ich setzte mich auf meinen Stuhl.
"Nun, wir suchen nach einer Person, die uns ein wenig mit Kenntnissen der argonischen Wirtschaft helfen kann. Wir sind Händler von der Erde und möchten uns hier ein wenig integrieren. Können Sie uns da weiterhelfen?", fragte Captain Segawa und trommelte mit den Fingern etwas ungeduldig auf der Armlehne.
"Upps, ich glaube, das ist ein wenig schwierig ... Woher wissen Sie eigentlich von mir?"
"Ein Borone namens Mola Hi gab uns den Tipp", antwortete Jamila.
"Also, dann hat sie Ihnen mit Sicherheit mitgeteilt, dass es verboten ist Informationen über Preise an Terraner zu verkaufen ... auch für Argonen", sagte ich und kratzte mich an der Stirn. ich hatte keine Ahnung, ob das wirklich Händler waren oder vielleicht Spione, die alles tun würden, um an ihr Ziel zu kommen.
"Ja, das sie uns gesagt. Wir haben gehofft, Sie könnten uns vielleicht einige Tipps über argonische Handelswaren geben. Dafür werden wir Ihnen auch entsprechend einen Gefallen tun. Geld können wir Ihnen folglich nicht geben, da ja jeder Kauf durch Credits aufgezeichnet wird", sagte Jamila.
"Einen Gefallen? Hm, darüber muss ich noch ein wenig nachdenken", sagte ich und stand auf.
Auch die beiden erhoben sich und reichten mir die Hand, obwohl wir noch zu keinem Ende gekommen waren.
"Falls Sie sich entscheiden sollten uns zu helfen, finden Sie uns in Hangarbucht vier. Wir sind noch zwei Tage hier", sagte Jamila und lächelte mir nochmal zu, bevor sie gingen.


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 Betreff des Beitrags: Re: X-plorers
Verfasst: Fr 7. Mär 2014, 18:58 
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"Wie lange brauchen Sie dafür?", fragte Tadashi und entnahm Chris Marwick, unserem Schiffsingenieur, die Liste der Schäden.
"Die Plasmainjektoren müssen bloß neu justiert werden, aber die Antimateriespulen bekommen wir bloß auf Argon Prime", antwortete Marwick und zuckte mit den Schultern.
"Das ist nicht Ihr Ernst! Sie meinen, wir sollen die Bestimmungen und Regeln ignorieren, die uns aufgetragen wurden?"
"Sir, wenn wir keine Antimateriespulen bekommen können, werden wir nur noch für wenige Tage Energie haben. Leider kann das Schiff nicht mit dem Hilfsreaktor größere Entfernungen, wie zum Beispiel zur Erde, zurücklegen. Bei einem Kampf wären wir schutzlos. Es ist sehr wichtig, dass der Antimateriereaktor läuft, sonst sind wir bald Sternenstaub! Antimateriespulen sind in der Gemeinschaft leider sehr sleten, weil sie kaum gebraucht werden. Aber jedes terranische Schiff ist damit ausgerüstet, außer natürlich die USC Colorado, oder ... wie war der neue Name?"
"La Esperanza!", sagte ich und schloss das Schott hinter mir.
"Genau! Also ... es ist deine Entscheidung, Tadashi!"
Tadashi überlegte kurz, nickte dann aber. Ich nehme an, dass wir nach Argon Prime kriechen müssen."
"Völlig richtig. Jamila, ich schlage vor, dass du den Antrieb immer abschaltest, wenn wir ihn nicht benötigen. Vielleicht können wir auf der Durchreise verschiedene Himmelskörper für Swing-by-Manöver benutzen, um Energie zu sparen. Der Hilfsreaktor wird, wie gesagt, nach ein paar Tagen den Geist aufgeben. Aber er wird genügend Energie für die Lebenserhaltungssysteme liefern. Leider aber nicht für Waffen und Schutzschilde. Also Jamila ... vermeide bitte auch Asteroidengürtel. Die Sensoren sollten noch lange durchhalten."
Ich nickte und setzte mich hinter das Steuer neben Gerald, der genüsslich an seinem Getränk nuckelte. Er hob demonstrierend die Tasse und lächelte.
"Bolivianischer Kakao. Äußerst bitter, aber wundervoll lecker!", sagte er und stellte die Tasse weg, um die Andockklammern zu lösen, nachdem wir die Starterlaubnis erhalten hatten. "Was ist mit diesem Doktor Friedmann?"
"Anscheinend ist ihm die Sache zu gefährlich. Wir verschwinden!", sagte ich, als mich gerade Gerald auf die Gangway zum Schiff aufmerksam machte. Durch das Glas konnten wir einen Mann erkennen, der wie verrückt auf unser Schiff zu gerannt kam. Mit einem Knopfdruck öffnete ich eines der Schotts.

Neetan war wohl ziemlich außer Puste, als er versuchte uns seine Absicht zu erklären. Aber zwischen dem Gekeuche konnten wir verstehen, dass er doch damit einverstanden war mit uns zu reisen. Das kam gerade gut. Vielleicht wusste er ja, wie man ohne Probleme nach Argon Prime kommen konnte.
Schließlich lösten wir endlich das Schiff von der Station um uns langsam ohne Hindernisse durch die Schwerkraft vorwärts aus dem Hangar treiben zu lassen. Unter uns schimmerte nun der grünlich wirkende Wasserplanet Nishala, bis ich für eine halbe Minute die Triebwerke zündete, um Geschwindigkeit aufzunehmen und um das passende Sprungtor anzusteuern, welches sich etwa drei Astronomische Einheiten von der Heimatwelt der Boronen befand.


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