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Weihnachtliches
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Autor:  Camila [ Di 20. Dez 2005, 17:09 ]
Betreff des Beitrags:  Weihnachtliches

Die Weihnachtszeit ist zwar fast gelaufen, aber noch nicht ganz. Weshalb ich keine Hemmungen habe, dieses Topic trotzdem noch ins Leben zu rufen! :grin:

Also, wenn ihr was Weihnachtliches wisst und unbedingt noch loswerden wollt, dann nur zu. Ich mach dann mal auch gleich den Anfang:

Die Weihnachtsgans

Tiefgefroren in der Truhe
liegt die Gans aus Dänemark.
Vorläufig lässt man in Ruhe
sie in ihrem weissen Sarg.

Ohne Kopf, Hals und Gekröse
liegt sie neben dem Spinat.
Ob sie wohl ein wenig böse
ist, dass man sie schlachten tat?

Oder ist es nur zu kalt ihr,
man siehts an der Gänsehaut.
Na, sie wird bestimmt nicht alt hier
morgen wird sie aufgetaut.

Hm, welch Duft zieht aus dem Herde,
durch die ganze Wohnung dann.
Mach, dass gut der Braten werde -
Morgen kommt der Weihnachtsmann

(Heinz Erhardt)


Carmen :()

Autor:  Camila [ Mi 21. Dez 2005, 02:04 ]
Betreff des Beitrags: 

Ich muss dir ja nicht erst erzählen, dass das auch eines meiner Lieblings-Weihnachtslieder ist, oder? :xmasgrin:

Okay, hier noch was von mir. Ich hab's heute eher mit der Prosa ... :wink:
Oder um es mit den Worten des Herrn zu sagen, den ich noch einmal zu zitieren gedenke: "Und noch'n Gedicht!"

Winter

Wenn die Blätter von den Bäumen stürzen,
die Tage täglich sich verkürzen,
wenn Amsel, Drossel, Fink und Meisen
die Koffer packen und verreisen,
wenn all die Maden, Motten, Mücken,
die wir versäumten zu zerdrücken,
von selber sterben - so glaubt mir:
es steht der Winter vor der Tür!

Ich lass ihn stehen! Ich spiel ihm einen Possen!
Ich hab die Tür verriegelt und gut abgeschlossen!
Er kann nicht 'rein! Ich hab ihn angeschmiert!
Nun steht der Winter vor der Tür - und friert!

(Heinz Erhardt)


Carmen :()

Autor:  Camila [ Do 22. Dez 2005, 09:56 ]
Betreff des Beitrags: 

Und noch'n Gedicht .. :xmaskiss:


Weihnachtsgedicht

"Lieber guter Weihnachtsmann,
jetzt ist`s soweit, jetzt bist du dran.
Mein Chef ist nämlich Rechtsanwalt.
Der klagt dich an, der stellt dich kalt.

Schon seit vielen hundert Jahren,
bist du nun durch das Land gefahren,
ohne Nummernschild und Licht.
Auch TÜV und ASU gab es nicht.

Dein Schlitten eignet sich nur schwer,
zur Teilnahme am Luftverkehr.
Es wird vor Gericht zu klären sein:
Besitzt du 'nen Pilotenschein?

Durch den Kamin ins Haus zu kommen,
ist rein rechtlich streng genommen
Hausfriedensbruch - Einbruch sogar.
Das gibt Gefängnis, das ist klar.

Und stiehlst du nicht bei den Besuchern,
von fremden Tellern Obst und Kuchen?
Das wird bestraft, das muss man ahnden.
Die Polizei lässt nach dir fahnden.

Es ist auch allgemein bekannt,
du kommst gar nicht aus diesem Land.
Wie man so hört, steht wohl dein Haus
am Nordpol, also sieht es aus,
als kämmst du nicht aus der EU.
Das kommt zur Klageschrift dazu!

Hier kommt das Deutsche Recht zum Tragen.
Ein jeder Richter wird sich fragen,
ob deine Arbeit rechtens ist,
weil du ohne Erlaubnis bist.

Der Engel, der dich stets begleitet,
ist minderjährig und bereitet
uns daher wirklich Kopfzerbrechen.
Das Jugendamt will mit dir sprechen!

Jetzt kommen wir zu ernsten Sachen.
Wir finden es gar nicht zum Lachen,
dass Kindern du mit Schläge drohst.
darüber ist mein Chef erbost.

Nötigung heißt das Vergehen
und wird bestraft, das wirst du sehen,
mit Freiheitsentzug von ein paar Jahren.
Aus ist's bald mit dem Schlittenfahren.

Das Handwerk ist dir bald gelegt,
es sei denn dieser Brief bewegt
dich, die Kanzlei reich zu beschenken.
Dann wird mein Chef es überdenken

Carmen :()

Autor:  Camila [ Mo 11. Dez 2006, 00:03 ]
Betreff des Beitrags: 

Draußen ist es noch so gar nicht weihnachtlich - nicht mal winterlich. Da fällt es ziemlich schwer, in Festtagsstimmung zu kommen. Mir ist aufgefallen, dass man bei uns sogar bedeutend weniger Weihnachtsbäume in den Vorgärten oder Lichterketten in den Fenstern sieht. Es ist wohl einfach zu warm für diese Jahreszeit :sad:.

Damit wir aber zumindest hier in unserem Forum ein wenig in Weihnachtsstimmung kommen, wiederbelebe ich diesen alten Thread noch einmal, und zwar - ebenso, wie ich ihn damals begonnen hab - mit dem guten, alten Heinz Erhardt. Diesmal jedoch nichts witziges, sondern ausnahmsweise mal etwas besinnliches.


Ein Weihnachtslied

Es ist Weihnachten geworden.
Kalter Wind bläst aus dem Norden
und hat Eis und Schnee gebracht.

Doch am Weihnachtsbaum die Kerzen,
die erwärmen unsre Herzen,
und des Kindes Auge lacht.

Und man sieht auf den verschneiten
Straßen weiße Engel schreiten
durch die stille, heil’ge Nacht.



Carmen :xmaskiss:

Autor:  Camila [ Di 19. Dez 2006, 16:33 ]
Betreff des Beitrags: 

Das etwas andere Weihnachtsgedicht

von Ronald Ikes 1998


Wie jedes Jahr zur Weihnachtszeit
Der Mensch Geschenke kaufen geht
In jeden Laden er nun eilt
Wo etwas schönes drinnen steht.


Ich schaue hierhin schaue dort
Mein Unbehagen wird gar groß
Gar nichts gefällt an diesem Ort
Was schenke ich zur Weihnacht bloß?


Kitsch das alles meistens ist
Nix was sich verschenken läßt
Du merkst wenn Du helle bist
Selber Basteln ist das Best'


Nun noch die richt'ge Idee
Ein Weihnachtsmann aus Ebenholz
Ein Krippenbild aus Pappmaché
Mach leider nur den Bastler stolz


Dann nach dem nach Hause gehn
stellt man ihn in ein Regal
und hat man sich schnell saattgesehen
fliegt es in den Hausabfall


Auf einmal kommt ein Geistesblitz
etwas nützlich muß es sein
Etwas frech und mit viel Witz
Ich hab es: ein Gedicht ich reim'


Der Vers wird er vorgetragen
erffreuet eines jeden Herz
Daran kann sich jeder laben
enthält er auch mal einen Scherz


Schon kommen ich die Frage seh':
"Witzig ist's, gut anzuhör'n
Reimschema, Versmaß auch o.k.
Nur dieses nützlich tut uns stör'n"


Dies Blatt hier das Gedicht enthält
Papier aus Holz ist, ach, sag an
So heizt den Ofen in der Kält'
Ein Gedicht vom Weihnachtsmann


Quelle: Weihnachtsstadt.de

Carmen :xmaskiss:

Autor:  Camila [ Fr 22. Dez 2006, 22:28 ]
Betreff des Beitrags: 

Weihnachtszeit

O schöne, herrliche Weihnachtszeit!
Was bringst du Lust und Fröhlichkeit!
Wenn der heilige Christ in jedem Hause
teilt seine lieben Gaben aus.
Und ist das Häuschen noch so klein,
so kommt der heilige Christ hinein,
und alle sind ihm lieb wie die Seinen,
die Armen und Reichen, die Großen und Kleinen.
Der heilige Christ an alle denkt,
und jedes wird von ihm beschenkt.
Drum lasst uns freuen und dankbar sein!
Er denkt auch unser, mein und dein!


Heinrich Hoffmann von Fallersleben (1798 - 1874)

Autor:  Camila [ Fr 22. Dez 2006, 22:31 ]
Betreff des Beitrags: 

Vom Christkind

Denkt euch, ich habe das Christkind gesehen!
Es kam aus dem Walde, das Mützchen voll Schnee,
mit rotgefrorenem Näschen.
Die kleinen Hände taten ihm weh,
denn es trug einen Sack, der war gar schwer,
schleppte und polterte hinter ihm her.
Was drin war, möchtet ihr wissen?
Ihr Naseweise, ihr Schelmenpack -
denkt ihr, er wäre offen, der Sack?
Zugebunden bis oben hin!
Doch war gewiss etwas Schönes drin!
Es roch so nach Äpfeln und Nüssen!


Anna Ritter (1865 - 1925)

Autor:  Camila [ Di 26. Dez 2006, 16:54 ]
Betreff des Beitrags: 

"Weihnachten"

Markt und Straßen stehn verlassen,
Still erleuchtet jedes Haus.
Sinnend geh ich durch die Gassen,
Alles sieht so festlich aus.

An den Fenstern haben Frauen
Buntes Spielzeug fromm geschmückt.
Tausend Kindlein stehn und schauen,
Sind so wunderstill beglückt.

Und ich wandre aus den Mauern
Bis hinaus ins freie Feld,
Hehres Glänzen, heilges Schauern!
Wie so weit und still die Welt!

Sterne hoch die Kreise schlingen,
Aus des Schnees Einsamkeit
Steigts wie wunderbares Singen -
O du gnadenreiche Zeit!


Josepf von Eichendorff (1788 - 1857)


Carmen :xmaskiss:

Autor:  Camila [ Mi 10. Dez 2014, 20:40 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Weihnachtliches

Dieses Thema sollten wir auch dieses Jahr fortfahren, finde ich.

Hier ein Kindergedicht über den Schnee :fenster: ... mir gefällt's sehr gut. Vielleicht stimmt es euch ja auch auf den Winter und auf Weihnachten ein:

Der erste Schnee

Ei, du liebe, liebe Zeit,
ei, wie hat's geschneit, geschneit!
Rings herum, wie ich mich dreh',
nichts als Schnee und lauter Schnee.
Wald und Wiesen, Hof und Hecken,
alles steckt in weißen Decken.

Und im Garten jeder Baum,
jedes Bäumchen voller Flaum!
Auf dem Sims, dem Blumenbrett
liegt er wie ein Federbett.
Auf den Dächern um und um
nichts als Baumwoll' rings herum.

Und der Schlot vom Nachbarhaus,
wie possierlich sieht er aus:
Hat ein weißes Müllerkäppchen,
hat ein weißes Müllerjöppchen!
Meint man nicht, wenn er so raucht,
dass er just sein Pfeifchen schmaucht?

Und im Hof der Pumpenstock
hat gar einen Zottelrock
und die ellenlange Nase
geht schier vor bis an die Straße.
Und gar draußen vor dem Haus!
Wär' nur erst die Schule aus!

Aber dann, wenn's noch so stürmt,
wird ein Schneemann aufgetürmt,
dick und rund und rund und dick,
steht er da im Augenblick.
Auf dem Kopf als Hut 'nen Tiegel
und im Arm den langen Prügel
und die Füße tief im Schnee
und wir rings herum, juchee!

Ei, ihr lieben, lieben Leut'.
was ist heut' das eine Freud'!


Friedrich Wilhelm Güll, 1812-1879, deutscher Dichter

Quelle: Wintergedichte für Kinder

Carmen :luvwinter:

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