Skriptorium
Aktuelle Zeit: So 23. Feb 2020, 21:39

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Dieses Thema ist gesperrt. Du kannst keine Beiträge editieren oder weitere Antworten erstellen.  [ 2897 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 238, 239, 240, 241, 242  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 17:59 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Sa 5. Jan 2008, 02:31
Beiträge: 15
Der Alarm wurde plötzlich ausgelöst, und mir war auch sofort klar, warum. Selbst bis in mein Büro, das im Innersten des ZK lag, drang der Kampflärm, der nur vom Haupteingang kommen konnte. Fluchend deaktivierte ich mein Com-Terminal und aktivierte meinen Kommunikator, um mich an Bord der Reklat beamen zu lassen - meine Notfallmaßnahme in so einem Fall.
Aber ich war nicht in der Lage, eine Kommunikation herzustellen, irgendetwas störte die Übertragung, und ich begann zu ahnen, dass das kein Zufall war. Das, was Ra'orn vor einem Monat durch mich widerfahren war, widerfuhr mir nun durch Relek und seine Anhänger. Aber ich war kein solcher Waschlappen wie Ra'orn, mich würde man nicht so einfach vom Thron stoßen. Ich zog meinen Disruptor und initiierte meinen Personenschild, welchen ich aus Vorsichtsgründen stets am Gürtel trug. Summend umschloss er mich - zum Glück unbeeinträchtigt durch das, was die Kommunikation verhinderte. Dann verließ ich im Laufschritt mein Büro und eilte mit wachsamem Blick in den hinteren Bereich des Gebäudekomplexes. Es gab diverse Hinterausgänge, und wenn Relek es versäumt hätte, das ZK zu umstellen, würde ich hier vielleicht entschlüpfen können.
Meine Hoffnung verlor sich, als ich durch ein kleines Fenster ins Freie sah und im Mondlicht zahlreiche Uniformen aufblitzen sah, die eine enge Kette bildeten - Relek war vorausschauend gewesen und hatte mir die meisten Fluchtwege abgschnitten.
Aber er kannte nicht alle. Es gab noch einen, welcher vom Raum des Hauptcomputers aus in ein Kellergewölbe unter dem ZK führte. Ich kannte den Mechanismus, mit dem die versteckte Tür zu öffnen war, Relek hingegen konnte noch nichts von ihr wissen, da das Geheimnis ihrer Existenz außer den Legaten niemandem bekannt war.
Ich rannte also durch den langen, kahlen Flur zurück, dem Kampflärm entgegen, aber auch dem Raum entgegen, in dem mein Fluchtweg auf mich wartete - und prallte, nachdem ich in diesen Raum hineingelaufen war, förmlich zurück, als ich sah, dass zwei Soldaten in aller Seelenruhe am Computer standen und daran arbeiteten.
"Was um alles in .."
Weiter kam ich nicht. Einer der beiden, der offenbar Wache gestanden hatte, riss seinen Disruptor sofort in die Höhe und feuerte auf mich. Ich hechtete trotz meines Schildes reflexartig zur Seite und erwiderte das Feuer gleichzeitig, rollte mich dabei in die Nähe der Wand, wo die Fluchttür lag und feuerte nun auch auf den zweiten Soldaten, welcher seine Arbeit am Computer eingestellt hatte, um dem anderen Verräter zu helfen. Eine Säule bot mir Schutz, aber das würde sie nicht mehr lange tun, denn einem Disruptorfeuer hatte sie nur begrenzt etwas entgegen zu setzen. Ich fuhr noch einmal herum und feuerte zurück, zwang meine Gegner so, nun ihrerseits in Deckung zu springen, und nur einen Herzschlag später hechtete ich vor, schlug mit der Faust auf eine bestimmte Stelle im komplizierten Muster der Wandvertäfelung, und sogleich schwang eine Tür beiseite, die in ein scheinbar schwarzes, gähnendes Loch führte. In dem Moment, wo ich die Tür hinter mir wieder zuschwingen ließ, schlug der nächste Disruptorschuss in der Wand ein und machte mir Beine. Ich war noch nicht in Sicherheit. Man hatte gesehen, wohin ich entschwunden war, und man würde mit einem Disruptordauerbeschuss die Tür zum Schmelzen bringen können. Eilig griff ich mir einen der Leuchtstäbe, die nahe am Eingang auf dem Boden lagen und im schwachen Licht der Notbeleuchtung so eben noch zu erkennen waren, dann aktivierte ich ihn und rannte los. - Diese Verräter würden mich nicht bekommen!

_________________
xxx


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 18:31 
Benutzeravatar
Zerrissenes Herzchen
Zerrissenes Herzchen
Offline

Registriert: Mi 17. Mai 2006, 19:56
Beiträge: 527
Ich hatte den größten Teil des Tages wieder einmal auf dem Balkon verbracht, allein und mit sehnsüchtigem Blick zu den fernen Bergen, die eine Freiheit verhießen, welche ich nie mehr würde erfahren dürfen - wie ein Vogel, der in seinem Käfig sitzt und traurig in die weite Welt hinaussieht, in der alles so viel lebendiger und bunter ist als in seinem teuren Käfig.

Auch als die Dunkelheit eingebrochen war, hatte ich diesen Ort zuerst nicht verlassen. Was für mich tagsüber die Berge waren, waren nachts die Sterne für mich. Sie standen stellvertretend für Freiheit und Leben, für die Erde, für DS9 ... für all die Orte, an denen ich in meinem Leben glücklich und auch unglücklich gewesen war, aber egal was, auf alle Fälle frei. Es war mir nie so bewusst gewesen wie hier in meinem Gefängnis, dass ich die Freiheit ebenso sehr liebte wie Juan und Frank. Dass man sie mir neben meinen chicos ebenfalls genommen hatte, machte alles nur noch um so grauenhafter für mich.

Irgendwann jedoch war ich wie jeden Abend wieder ins Innere meiner Räume gegangen, um mich fertig für die Nacht zu machen. Ich hatte nicht mehr wach sein wollen, wenn Dukat vom Zentralkommando zurück kam. Zumindest nicht mehr sichtbar wach, denn von seinem Balkon, der schräg über meinem lag, hätte er mich sehr wohl sehen können. Aber ich hatte noch nicht damit begonnen, meine Frisur zu lösen, als auf einmal die Tür im Wohnraum fast schon gewaltsam aufgestoßen wurde und eine Männerstimme laut nach mir rief.
"CARMEN!"
Ich zuckte erschrocken zusammen und blieb starr stehen, wo ich war - in meinem Schlafzimmer nämlich.
Konnte das sein? Hatte sich die Stimme gerade nach Juan angehört, oder bildete ich mir das jetzt nur ein, weil ich es mir so sehr wünschte? Eigentlich war sie viel tiefer und härter gewesen, eine Cardassianerstimme, gar kein Zweifel. Aber trotzdem, die Art, wie derjenige meinen Namen gerufen hatte ... aber was machte überhaupt ein fremder Cardassianer hier in meinen Räumen?
Mit flatterndem Herzen und weichen Knien griff ich nach einem schweren Kerzenleuchter, dessen Inhalt nicht angezündet war und ging damit langsam auf die weit offen stehende Schlafzimmertür zu. Bis ich ihm Rahmen stand und in den Wohnraum sehen konnte, in dem sich nicht nur ein Cardassianer befand, sondern zwei! Was hatte das zu bedeuten? Waren das Einbrecher? Aber warum war mir die Stimme gerade so vertraut vorgekommen? Warum kam mir gerade die Statur des größeren so vertraut vor? Es konnte doch nicht sein, dass ... ich musste träumen ...
"Keinen Schritt weiter, ich bin bewaffnet!", keuchte ich atemlos vor Angst - wenn diese beiden wirklich Verbrecher wären, würden sie sich kaum so rücksichtsvoll wie Dukat geben. Bei dem Gedanken wollte ich glatt in Ohnmacht fallen. Offenbar war ich innerlich doch noch nicht so betäubt, wie ich geglaubt hatte.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 18:43 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Sa 5. Jan 2008, 02:31
Beiträge: 15
Wie ich es geahnt hatte, hatten die Verfolger nicht lange gebraucht, um mir nachzusetzen. Aber es waren nur zwei gewesen, und ich hoffte, dass das bis jetzt so geblieben war. Ich hatte nicht vor, weiter wie ein Hase vor ihnen herzurennen und ihnen mit meinem Leuchtstab ein gutes Ziel zu geben. Ein Blick über meine Schulter sagte mir, dass sie die Leuchtstäbe nicht gesehen hatte und mit ihren Waffen die Gänge zum Glühen brachten. Das gab mir einen Vorteil. Eilig deaktivierte ich meinen Leuchtstab und hängte ihn mir an den Gürtel, dann lief ich noch ein Stück geradeaus und sprang schließlich hinter einen Mauervorsprung in Deckung. Da ich vor der künstlich geschaffenen Lichtquelle war, konnten sie das unmöglich sehen. Ich drückte mich an die Wand, den Disruptor erhoben und zog mit der anderen Hand einen Dolch. Ich würde sie schon gebührend empfangen.

_________________
xxx


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 18:50 
Benutzeravatar
Zerrissenes Herzchen
Zerrissenes Herzchen
Offline

Registriert: Mi 17. Mai 2006, 19:56
Beiträge: 527
"Hey, Fruchtzwerg ..."
Bei diesen Worten flog mein Blick zum zweiten Cardassianer, und meine Augen weiteten sich ungläubig. Marc???
Als aber Juan sich mir dann schließlich auch zu erkennen gab, füllten meine Augen sich mit heißen Tränen.
"Juanito?", flüsterte ich erstickt und ließ den Kerzenleuchter sinken, der sowieso schwer in meinen Händen wog. Dabei flossen mir meine Augen über, und ich schluchzte hilflos auf.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 19:54 
Benutzeravatar
Zerrissenes Herzchen
Zerrissenes Herzchen
Offline

Registriert: Mi 17. Mai 2006, 19:56
Beiträge: 527
Ich konnte es immer noch nicht fassen, dass Juan wirklich gekommen war! Er war nicht tot! Ja, aber wenn er nicht tot war, dann ... vielleicht ...
Impulsiv drehte ich mich zur Tür um, die aus meinem Wohnraum hinaus in einen langen Flur führte. Aber da war keiner mehr. Kein Frank, der Juan begleitet hatte. Meine unbändige Freude, die Juans Erscheinen in mir ausgelöst hatte, wurde schmerzhaft gedämpft.
Bedeutete das jetzt, dass ...
'Er ist schon wieder tot. Ganz sicher. Er ist im Lager der gitanos gestorben, beim Überfall! Oder hier, auf Cardassia. - Du siehst ihn nie wieder. NIE wieder!'
Marcs Bemerkung riss mich aus meiner zurückkehren wollenden Verzweiflung. Ich sah ihn wieder an, dann Juan, daraufhin schüttelte ich den Kopf.
"Ich habe keine anderen Sachen als solche", bezeichnend zupfte ich an dem dünnen Stoff meines Kleides. "Dukat hat meine wegschaffen lassen. Alles, was ich hab, sind diese seidenen Dinger ..."

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 20:02 
Benutzeravatar
Kommandant von DS9
Offline

Registriert: Mi 26. Dez 2007, 01:29
Beiträge: 66
Cunningham meldete einen Erfolg, mit dem ich so schnell und in dieser Endgültigkeit überhaupt nicht gerechnet hatte!
Ich strahlte - sofern mir das als Cardassianer möglich war und rief ihm über den Kampflärm zu: "Schaffen Sie diesen verdammten Kerl so schnell wie möglich in die Eingangshalle, Commander!"
Ich wartete keine Bestätigung des Befehls ab, sondern rief Relek, der unweit von mir kämpfte, laut zu: "RELEK! DUKAT IST ERLEDIGT! CUNNINGHAM HAT IHN!"
Relek hielt vor Überraschung mit dem Kämpfen inne und starrte mich sprachlos an. Das hätte ihn fast das Leben gekostet. Ich erschoss den Anhänger Dukats, der auf Relek angelegt hatte und holte den Gul damit aus seiner Starre zurück. Er fuhr zu seinen Leuten herum und bellte laut etwas auf cardassianisch, und ich meinte, den Namen Dukat fallen zu hören. Als hätte er damit einen Zauber ausgesprochen, verfielen plötzlich alle Soldaten in der Halle in ungläubige Reglosigkeit - das war der Moment, wo Cunningham den toten Gul in die Halle schleifte.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 20:28 
Benutzeravatar
Zerrissenes Herzchen
Zerrissenes Herzchen
Offline

Registriert: Mi 17. Mai 2006, 19:56
Beiträge: 527
Erst jetzt, wo ich wusste, dass ich in Sicherheit war, ließ ich mich einen Moment lang gehen und weinte an Juans Brust. Nicht wirklich seine, mit all den Knubbeln und Knochen, aber darunter steckte der Mann, den ich liebte. - Einer davon ...

Und wieder verursachte der andere Gedanke mir Herzstechen. Dass Frank es nicht geschafft hatte, dass er tot war. Ich löste mich schniefend von Juans Brust - wenn auch nicht aus seinen Armen - wischte mir die Tränen weg und sah mich unter den Anwesenden um. Ausnahmslos Cardassianer sahen mich an, aber außer Juan und Marc erkannte ich keinen. No, da waren keine sherryfarbenen Augen, die mich ansahen ... gleichgültig, neugierig, verächtlich, wie auch immer, es wäre mir egal gewesen. Frank hätte ich unter allen anderen herausgekannt. Er war nicht da, schon wieder nicht. Und langsam füllte sich mein Herz mit Schwermut an. War es nicht immer sein Schicksal gewesen, wegen mir zu sterben? Diesmal hatte er sein Leben gegeben, als ich entführt worden war. Oder jetzt, wo er mich hatte befreien wollen. Ein Kloß bildete sich in meinem Hals, mit dem ich kaum schlucken konnte und unmöglich sprechen. Aber ich wollte und konnte jetzt sowieso nichts sagen. Was auch? Sollte ich Juan vielleicht nach Frank fragen?
Und so vergrub ich mein Gesicht wieder in der fremden Uniform, unter der ein liebendes Herz schlug und weinte wieder.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 20:34 
Benutzeravatar
Kommandant von DS9
Offline

Registriert: Mi 26. Dez 2007, 01:29
Beiträge: 66
Releks Männer begannen Dukats Leute zu entwaffnen. Ich kümmerte mich nicht mehr darum, sondern wandte mich der Treppe zu, ging sie hinauf, bis ich Cunningham erreicht hatte und klopfte meinem Sicherheitsleiter mit einem erleichterten Lächeln auf die Schulter.
"Sehr gut gemacht, Commander! Commander im wahrsten Sinne des Wortes. Sie dürfen sich ab jetzt als befördert betrachten. Offiziell werden wir das natürlich auf DS9 erledigen, versteht sich. Und ihren neuen Knopf auf Ihre Kosten feiern!"

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 20:45 
Benutzeravatar
Zerrissenes Herzchen
Zerrissenes Herzchen
Offline

Registriert: Mi 17. Mai 2006, 19:56
Beiträge: 527
Sofort hörte ich mit dem Heulen auf und starrte Marc mit runden Augen an.
"Frank?", flüsterte ich leise und ziemlich ungläubig, weil ich doch gerade schon wieder mit dem Trauern um ihn angefangen hatte. Marc grinste und nickte. Ich schloss daraufhin die Augen und seufzte erleichtert: "Gracias a Dios!"
Was sich gut und gerne auf die Nachricht beziehen mochte, dass Frank Dukat getötet hatte. Aber so war es nicht. In Wahrheit war es mir gerade völlig schnuppe, was mit meinem Entführer war. Dass Frank lebte, war das einzige, das für mich zählte.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 21:02 
Benutzeravatar
Kommandant von DS9
Offline

Registriert: Mi 26. Dez 2007, 01:29
Beiträge: 66
Ich nickte knapp und raunte zurück: "Da sprechen Sie mir aus der Seele, Commander. Und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht. Kommen Sie, lassen Sie uns Auf Wiedersehen sagen. Wir müssen das Gebäude sowieso verlassen, ehe wir beamen können."
Ich nahm an, dass der Tachionstrahl immer noch auf das Zentralkommitee gerichtet war, denn von hier aus konnte man Gul V'nohr nicht Bescheid geben, dass der Putsch gelungen war.

Cunningham und ich gingen die Stufen also gemeinsam hinunter, und ich wandte mich Relek zu, der soeben mit einem seiner Männer sprach. Ich wartete, bis der Gul und wohl künftige Legat sich uns zuwandte und erklärte ihm ernst: "Ich denke, dass die Situation nun geklärt ist und Sie uns nicht länger benötigen. Unsere Leute konnten Miss Esteban ebenfalls befreien, und es gibt keinen Grund mehr für uns, noch länger zu verweilen. - Ich hoffe, Relek, dass wir mit dem heutigen Tag den Grundstein zu einer langen, friedlichen Ko-Existenz legen konnten."
Mit diesen Worten hielt ich Relek meine Hand hin. Er sah kurz darauf, dann ergriff er sie und drückte sie.
"Was mich betrifft, Captain, so steht dem nichts im Wege. Natürlich werde ich alles tun, damit Cardassia weiter wächst und gedeiht. Aber im Gegensatz zu gewissen anderen, machthungrigen Exemplaren meiner Gattung ..", Releks Blick schweifte kurz verächtlich zu Dukats Leiche, ".. halte ich Krieg nicht für zwingend notwendig, um diesen Zustand zu erreichen. Bitte richten Sie Admiral Connors aus, dass ich mich in absehbarer Zeit mit ihm in Verbindung setzen werde, um mit ihm ein paar Arrangements zu treffen. Mit ihm, Captain - nicht mit dem Präsidenten des Föderationsrates. Den sie, wie den gesamten Rat überhaupt, meiner Meinung nach so schnell wie möglich austauschen sollten."
"Ich danke Ihnen für diesen Rat, Relek. Ich werde Ihre Botschaft an Admiral Connors weiterleiten. Wenn Sie nichts dagegen einzuwenden haben, dann werde ich meine Leute in Gul V'nohrs Haus anweisen, nun ebenfalls zur Independence zu beamen."
Relek machte eine zustimmende Geste. Ich nickte andeutungsweise, dann verließ ich gemeinsam mit Cunningham das Zentralkommando. Ein gutes Stück vom Gebäude entfernt aktivierte ich mein Comlink und kontaktierte Marc Collins.
"Collins? Wir sind draußen. Alle sofort auf die Independence - und ab mit uns nach Hause!"
Ich konnte mich gerade an keinen Befehl erinnern, den ich je lieber gegeben hätte.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 21:07 
Benutzeravatar
Zerrissenes Herzchen
Zerrissenes Herzchen
Offline

Registriert: Mi 17. Mai 2006, 19:56
Beiträge: 527
"Yo se - Ich weiß", murmelte ich leise und legte meinen Kopf an Juans Schulter - mit einem Mal fühlte ich mich unendlich müde und zerschlagen. All die Anspannung der letzten Wochen, die Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, die Sehnsucht, die Angst fielen mit einem Schlag von mir ab, zeigten mir aber gleichzeitig, wie viel Kraft sie mir geraubt hatten.
Es war jetzt egal, ich würde mich wieder erholen. Juan lebte, Frank lebte, ich lebte, und ich hatte meine Freiheit wieder. Was anderes interessierte mich jetzt nicht. Ich hörte nur noch am Rande, wie Marc mit Sisko sprach. Und wäre wohl im Stehen eingeschlafen, hätte mich das vertraute Kribbeln des Transporterstrahls, der mich auf einmal erfasste, nicht wieder aus meiner Mattigkeit geholt.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 4. Apr 2008, 21:49 
Benutzeravatar
Zerrissenes Herzchen
Zerrissenes Herzchen
Offline

Registriert: Mi 17. Mai 2006, 19:56
Beiträge: 527
Kaum hatte Frank sich ebenfalls materialisiert, hatte mein Blick sich regelrecht an ihm festgeklebt.
Si, ich hätte ihn unter hundert Cardassianern wiedererkannt. Man hatte sein Äußeres verändern können, aber nicht diese Augen, diesen Blick ...

Meine eigenen Augen begannen zu brennen. Unfähig, woandershin zu sehen, verfolgte ich den Händedruck dieser beiden Männer und fragte mich, ob diesmal alles anders werden würde. Ob sie sich vielleicht sogar anfreunden könnten, anstatt Feinde zu werden, die sich bis aufs Blut bekämpften.
'Si claro - wenn du nicht wieder vergisst, wohin du gehörst, chica.'
Ich wusste, dass alles immer nur an mir gelegen hatte. Das war hier auch nicht anders. Also zwang ich mich dazu, meinen Blick von Frank zu nehmen und ihn stattdessen wieder auf Juan zu richten. Ich wollte ihm ja auch nicht das Gefühl geben, dass ich den Moment ausnutzte, wo er mir den Rücken zudrehte, um einem anderen Mann hinterher zu hecheln - obwohl mein Verhalten bald gar nicht anders zu beschreiben war.
"No. Ich bleibe bei dir, bis Daniel mit der Prozedur begonnen hat. Wenn du eingeschlafen bist, dann gehe ich ins Quartier - eher nicht."
Bis dahin würde ich mich schon irgendwie wach halten und nicht vom Hocker fallen, dachte ich in diesem Moment müde. Und bekam fast nicht mit, dass Daniel mir ein Hypo am Hals verabreichte.
"Laut Computer bist du okay, Mädel. Keine Mangelerscheinungen, keine ...", er stockte, und erst als er weiter sprach, wurde mir klar, dass er wegen der hier anwesenden Männer im Sprechen inne gehalten hatte, "... keine Anzeichen von Gewalt ... nur ein wenig ausgepowert, würde ich sagen. Nichts, was man mit acht Stunden Schlaf nicht wieder hinbekommen würde."
Ich senkte meinen Kopf und sah mit glühenden Wangen auf meine Knie. 'Keine Anzeichen von Gewalt' ... mit anderen Worten, keine Vergewaltigung, was für die Anwesenden nur bedeuten konnte, ich hatte mich Dukat freiwillig hingegeben, denn ich konnte mir nicht vorstellen, dass irgendeiner der Männer auch nur annahm, dass Dukat mich bislang nicht in sein Bett geholt hatte. Indem Daniel mich von jeglichen Gewaltspuren freisprach, machte er mich zu einer Hure, obwohl ich das gar nicht war. Aber sollte ich jetzt allen verkünden: "Er hat nicht mit mir geschlafen! Ich bin nicht mit ihm im Bett gewesen! Ihr irrt euch alle!"?? Daran war kein Denken.

Meine Wangen brannten noch, als ich von der Bioliege rutschte, um Juan Platz zu machen und mir einen Stuhl holte, den ich neben die Liege zog. Niemand sagte ein Wort, und das machte es nur um so unerträglicher für mich. Die Geliebte Dukats ... dieses Prädikat würde mir jetzt wohl für immer anhaften. Mit Magenschmerzen, die mich so plötzlich überfielen, als hätte mir jemand in den Bauch geboxt, setzte ich mich und faltete meine Hände im Schoß. Daniel war der erste, in den wieder Bewegung kam.
"Na dann wollen wir mal."

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Dieses Thema ist gesperrt. Du kannst keine Beiträge editieren oder weitere Antworten erstellen.  [ 2897 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 238, 239, 240, 241, 242  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  


Monstersmilies


cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de