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 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil II
Verfasst: Mo 23. Mär 2009, 22:09 
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Söldner
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Drake gelang es für einen kurzen Moment, mich am Boden zu halten. Aber nicht für sehr viel länger, denn der Drecksaffe fing auch noch an, über mich zu lachen und mich herauszufordern! Mit einem Ruck stieß ich Drake meinen Ellbogen in den Magen und beförderte ihn so neben mich auf den Dschungelboden, dann sprang ich auf meine Füße, spurtete los und sprang diesen Wichser von Höhlenarsch von hinten an!
"ICH BRING DICH UM!!!!", schrie ich ihm dabei ins Ohr. Und wirklich, ich würgte ihn. Schön blöd, wo ich doch eigentlich noch ein paar Messer an meinem Gürtel hängen hatte - den Phaser hatte ich dank Drake übrigens verloren und auch vor meinem Sprint nicht wieder eingesammelt.
Yeti Ronon fand das wohl wieder mal lustig. Zumindest lachte er kehlig auf, während ich ihm den Hals zudrückte. Gab's den Humor vielleicht hier irgendwo im Angebot?
Plötzlich wurde ich am Rücken gepackt und durch die Luft geschleudert. Wenig später landete ich krachend auf meinem Rücken, und ein schwerer Stiefel quetschte nun meinen Hals.
"Soll ich dich zertreten wie einen Käfer?", wurde ich höhnisch gefragt - der Stiefel drückte dabei fester zu.
"Fick dich!", krächzte ich. Und fummelte währenddessen an meinem Gürtel herum, denn jetzt fielen mir meine Messer doch wieder ein.
"Nein, danke. Für den Moment hab ich keinen Bedarf", verspottete der Halbaffe mich weiter. Ich bekam gerade meinen Dolch zu fassen und spannte mich an, um ihm den in den dicken Zeh zu rammen, als eine Stimme plötzlich scharf in mein Bewusstsein drang.
"RONON!"
Das war der gute Durand. Mit einem nicht ganz so guten Timing, denn der Stiefel entfernte sich plötzlich von meinem Hals - dabei hätte ich ihn doch wirklich gerne noch perforiert!
"Es REICHT jetzt!"
Das war wieder Durand, der mit seiner Bergpredigt noch nicht am Ende gewesen war. Ronon brummte was Unverständliches und trollte sich. Ein Glück für ihn! Sonst hätte ich ihn in diesem Moment alle gemacht!!!

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 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil II
Verfasst: Mo 23. Mär 2009, 22:19 
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Irrlicht
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Mein Mageninhalt war gerade dabei, sich zu verabschieden. So eben noch konnte ich es verhindern. Wills Schlag in den Magen war nicht von schlechten Eltern gewesen. Gut, dass ich sowieso kaum was gegessen hatte. Es setzte mich nur einen Augenblick außer Gefecht, aber ich hatte Will nicht mehr helfen können. Und so kam es, wie es kommen musste. Unser wilder Rastamann sprang mit Will um, als wäre der eine Puppe. Noch bevor irgend jemand anderer etwas tun konnte, tauchte plötzlich Durand auf. Hölle, das hier entwickelte sich zu einem regelrechten Picknick im Dunkeln. Es wurde Zeit, dass wir zurück gingen. Wer wusste schon, was die Muds noch so auf Lager hatten. Vielleicht waren sie doch nicht komplett abgehauen und warteten nur auf eine günstige Gelegenheit. Ich ging zu Will und half ihm, aufzustehen, dabei packte ich fest seinen Arm und sah ihn eindringlich an.
"Hör jetzt verdammt nochmal auf damit" zischte ich ihm zu.
"Sonst sorg ich dafür, dass wir dich zurück tragen müssen."

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 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil II
Verfasst: Mo 23. Mär 2009, 22:25 
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Söldner
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Für gewöhnlich weiß ich, wann es gut ist. Auch in diesem Fall, so seltsam das klingen mag, weil ich wegen Jocey echt durch den Wind war. Aber gegen jahrelange Offiziersdisziplin und mein logisches Denkvermögen hatte mein irischer Wutanfall keine Chance ... ich brauchte zwar noch eine gute Minute, aber schließlich nickte ich und erwiderte rau: "Schon gut. Okay. Ich bin okay!"
Drake musterte mich forschend, ich hob zum Zeichen meiner Ergebenheit meine Hände und wiederholte gereizt: "Ich bin okay! Okay?"
Drake nickte schließlich und ließ mich los. Ich atmete tief durch. Dann ging ich auch zum Camp zurück. Jocey ignorierte ich. Und ehrlich? In diesem Moment musste ich mich nicht einmal dazu zwingen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil II
Verfasst: Mo 18. Mai 2009, 21:49 
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Irrlicht
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Ich war aus zwei Gründen auf diese Raumstation gekommen: Zum einen wegen des Postens des Counselors, den Lieutenant Norrington Dank seiner Beförderung und darauf folgenden Versetzung geräumt hatte. Der zweite Grund saß vor mir und raufte sich die Haare.
"Mach dich nicht verrückt", beschwichtigte ich Frank zum ich weiß nicht wievielten Mal. Seit der Kontakt zur Eclipse abgebrochen war, war er völlig neben der Spur. Verständlich, denn seine Frau hatte sich an Bord befunden, und um die machte er sich natürlich jetzt große Sorgen.

Frank und seine Frau ...
Immer noch fiel es mir schwer, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass er wirklich verheiratet war. Hätte man mich vor fünf Wochen gefragt, ob ich mir hätte vorstellen können, dass Frank Cunningham den Bund der Ehe eingehen würde, ich hätte laut gelacht und den Kopf geschüttelt.
Frank? - Frank doch nicht! Der war nicht geschaffen für eine einzige Frau. Jedenfalls nicht auf Dauer. Dafür boten sich ihm einfach zu viele Möglichkeiten, gutaussehend, intelligent und charmant, wie er war.
Tja, und dann hatte ich per Zufall erfahren, dass es da wohl doch eine gab, die es geschafft hatte, aus ihm einen sittsamen Ehemann zu machen. Und gleich noch einen Vater dazu, denn er hatte ein zuckersüßes Püppchen von Töchterchen, das gerade quiekend auf meinem Schoß ritt, sich einen Spaß daraus machte, nach meinen langen, blonden Haaren zu schnappen und momentan so gar keinen Blick für den Zustand seines Vaters hatte. Ich gebe es gerne zu, diese Neuigkeit hatte mich erschüttert. Nicht, dass ich ihm sein Glück nicht gegönnt hätte oder unsere Trennung, die ohnehin schon ein paar Jahre zurück lag, noch nicht überwunden hätte. So war es nicht. Ich hatte seinerzeit zwar lange dafür gebraucht, um zu akzeptieren, dass es zwischen uns vorbei war, doch irgendwann hatte meine Vernunft mir klar gemacht, dass es keinen Sinn hatte, ihm noch länger hinterher zu trauern. Ich hatte mich in meinen Beruf und ein paar andere Beziehungen gestürzt, hatte mich wieder mehr meinem Freundeskreis gewidmet, den ich zu Franks Zeiten arg vernachlässigt hatte und so mein inneres Gleichgewicht wiedergefunden. Nicht zuletzt Dank der Gewissheit, dass das Ende unserer Beziehung ohnehin unvermeidlich gewesen war, da Frank nun einmal Frank war, ein Mann wie selbstgebacken, nur leider mit dem Makel versehen, dass er alle Frauen liebte.
Hatte ich jedenfalls geglaubt.
Und dann war Crispin Garner, ein gemeinsamer Freund von uns, mit dem ich auf der U.S.S. Defender Dienst geschoben hatte, eines Morgens beim Frühstück die saloppe Frage über die Zunge gekommen: "Sag mal, hast du schon das von Frank gehört? Der muss jetzt eine Familie haben. Frau, Kind ... hätte ich ja nie von dem gedacht! Ob die ihm das Balg angehängt hat und er deshalb jetzt an der Kandarre liegt? Oder ob er doch noch 'anständig' geworden ist?"
Crispin hatte bei seinen letzten Worten gelacht und damit klar gemacht, dass er diese Option eigentlich nicht in Betracht zog. Ich hatte das auch nicht ... bis heute nicht, obwohl ich mich jetzt schon ein paar Wochen auf der Station befand und seit meiner Ankunft täglich Kontakt mit Frank hatte. Bis heute hatte ich wirklich nicht geglaubt, dass es tiefe Gefühle sein konnten, die ihn an diese Frau banden. Ich hatte zwar gewusst, dass sie fort war, aber nicht, wo sie sich zur Zeit aufhielt und erst recht nicht, dass sie mit ein paar Söldnern aufgebrochen war, um ihren Ex-Freund zu suchen. Frank hatte es, wenn es darauf ankam, schon immer gut verstanden, sein wahres Ich vor der Welt zu verbergen. Selbst vor mir, die ihn bereits seit Kindesbeinen an kannte und die ein ganz ausgezeichnetes Gespür für ihre Mitmenschen besaß ... ich war schließlich nicht von ungefähr Counselor geworden.
Doch dann der Subraumkontakt, der Stoß, den die Eclipse ganz offensichtlich erhalten hatte, während er mit seiner Frau sprach, der Abriss der Verbindung ... Franks Schrei "CARMEN!", sein aschfahles Gesicht, mit dem er daraufhin den schwarzen Screen angestarrt hatte, seine Betäubtheit, die schließlich ins genaue Gegenteil umgeschlagen war, nämlich in hektischen Aktionismus, mit dem er das Mutterschiff der Söldner und Captain Sisko kontaktiert hatte ...
In den darauf folgenden Stunden war seine Verzweiflung förmlich greifbar geworden. Das Söldnerschiff, welches er kontaktiert hatte, hatte DS9 verlassen, um nach der verlorenen Eclipse zu suchen, jedoch ohne Frank, da er von Sisko nicht die Erlaubnis bekommen hatte, auf unbestimmte Zeit die Station zu verlassen. Frank hatte getobt - einer seiner seltenen Ausbrüche, bei denen man sich aber in der Regel ans andere Ende des Universums wünschte - dann hatte er sich eine ganze Zeitlang in seinem Schlafzimmer eingeschlossen, schließlich war er mit bitteren Gesichtszügen wieder in den Wohnraum gekommen, in dem ich mich derweil um Valentina gekümmert hatte, die eigentlich ins Bett gemusst hätte, aber durch den Heidenlärm, den ihr Vater verursacht hatte, viel zu aufgedreht war, um schlafen zu können.
Danach hatten wir geredet. Frank hatte mir von ihr erzählt. Von Carmen ... das erste Mal, seit unsere Wege sich hier auf DS9 wieder gekreuzt hatten. Und je mehr ich von ihr gehört hatte, umso gewisser war ich mir zweier Fakten: Er liebte sie wirklich, aus tiefstem Herzen ... und sie war Gift für ihn. Machte ihn kaputt.
'Es ist nicht fair, dass er es auf diese Weise lernen muss, was wahre Liebe ist.'
Endlich war Frank Cunningham bereit gewesen, sich ernsthaft auf jemanden einzulassen, und prompt wurde ihm sein Herz in kleine Stücke geschnitten. Auch wenn sich mein Herz damals ganz genauso angefühlt hatte, als er mich verlassen hatte, hätte ich ihm niemals gewünscht, dass es ihm einmal ebenso ergehen würde. Es war einfach nicht fair.

"Mich nicht verrückt machen?", antwortete er mir jetzt ebenfalls zum ich weiß nicht wievielten Mal und sah mich mit bitterem Ausdruck an. "Die Eclipse meldet sich nicht mehr, die Independence findet keine Spur von ihr, ich durfte nicht einmal mitfliegen, um bei der Suche zu helfen. Und ich soll mich NICHT VERRÜCKT MACHEN?"
Valentina zuckte zusammen und begann zu wimmern, als ihr Vater wieder laut wurde. Vorhin, als Frank seinen Ausraster gehabt hatte, hatte sie mitgebrüllt - ob vor Schreck oder Angst oder aus lauter Sympathie, kann ich nicht sagen, ich hatte alle Hände voll zu tun gehabt damit, die Kleine wieder runterzubringen, da war keine Zeit gewesen für analytische Gedanken. Frank hatte es vorhin nicht mitbekommen, jetzt aber sah er es sehr wohl, und er riss sich auf der Stelle zusammen.
"Es tut mir leid ...", murmelte er, fuhr sich mit einer Hand müde durchs Gesicht, dann schüttelte er seinen Kopf und nahm mir Valentina vom Schoß, um sie liebevoll an sich zu drücken. Die Kleine schlang sofort ihre Ärmchen um seinen Hals, kuschelte ihr Gesicht an seine Schulter und gab Ruhe. Ein wunderschönes Bild, die beiden, das mir sicher unter anderen Umständen vor Rührung den Atem geraubt hätte, jetzt aber so bittersüß war, das sich ein Kloß in meinem Hals zu bilden begann.
'Ob unser Kind auch so ausgesehen hätte?'
Ich konnte nicht anders ... für einen Moment musste ich mir einfach vorstellen, dass Valentina unsere Tochter wäre. Der Moment ging jedoch sehr schnell vorüber, denn Franks Tochter mit ihren schwarzen Locken und ihrer deutlich dunkleren Haut wies zu viele südländische Gene auf, als dass ich mich dieser Illusion länger hätte hingeben können. Wenn man von den Augen einmal absah, die die Kleine von ihrem Papa geerbt hatte, war sie das Ebenbild ihrer Mutter. Hätte ich Carmen Cunningham nicht selbst vor Stunden auf dem Screen des Comterminals gesehen, so hätte spätestens das Foto auf dem Quartierregal mich davon überzeugt. Es nutzte also nichts, sich die Dinge schön zu träumen. Und für so was war jetzt auch der falsche Zeitpunkt - Frank brauchte mich jetzt schließlich dringender als je zuvor.
"Die Independence ist doch noch gar nicht lange weg", hielt ich ihm im beruhigenden Tonfall vor Augen. "Sie kann ja noch überhaupt nichts finden! Sie muss erst einmal an Ort und Stelle sein!"
"Du vergisst die Sprungtechnologie."
Vier nüchtern vorgebrachte Worte, die mir klar machten, dass ich mich als Offizierin der Sternenflotte mal langsam den neuen technischen Gegebenheiten anpassen sollte. Die Sprungtechnologie, na sicher!
"Ja, okay. Hab ich vergessen. Aber selbst wenn sie jetzt bei den Koordinaten sind, an denen die Eclipse zum letzten Mal gefunkt hat, müssen sie sich dort doch erst einmal umsehen. Ich finde, du solltest froh sein, dass sie sich noch nicht gemeldet haben! So gibt es dort zumindest keine Wrackteile oder andere Hinweise auf eine Katastrophe oder einen Kampf, und die Chancen stehen gut, dass die Eclipse sich irgendwo anders in einem Stück aufhält."
Frank atmete tief durch und sagte nichts. Dafür stand er auf und begann, mit der langsam wegdusselnden Valentina auf dem Arm auf und ab zu gehen. Ich war froh, dass er das tat, denn es war ein Zeichen dafür, dass er begann, sich wieder auf ein normales Level zuzubewegen. Wurde auch Zeit! Ich war nämlich trotz großer Hilfsbereitschaft und Anteilnahme inzwischen reif fürs Bett ... kein Wunder, es war bereits fast wieder Morgen.
"Sie ist nicht tot."
Ich lächelte erleichtert. Er begann endlich zu hoffen. Das war ein gutes Zeichen!
"Ganz bestimmt ist sie das nicht", gab ich ihm Recht.
"Ich wüsste es, wenn sie tot wäre! Ich würde es fühlen."
Aaah okaaay ... das Zeichen war jetzt weniger gut. Weil es ab-so-lut untypisch Frank war! Er würde es fühlen? Frank war so ziemlich der rationalste Mensch, den ich kannte. Und rationale Menschen sagten so was für gewöhnlich nicht. Steuerten wir gerade auf die nächste Krise zu?
"Frank, warum legst du dich nicht etwas hin, hm? Ich kann Valentina mit zu mir nehmen, wenn du möchtest. Sie kann mit mir in meinem Bett schlafen, es ist groß genug."
Valentina kannte mich inzwischen recht gut und mochte mich. Ich war ihre Freundin geworden, und wir beide verbrachten inzwischen viel Zeit miteinander. Sie würde nicht weinen und jammern, sollte sie wieder aufwachen und mich statt ihres Papas an ihrer Seite sehen. Und sie wäre aus der Schussbahn, sollte Frank doch noch einmal austitschen.
"Gib sie mir ruhig, und dann schlaf ein paar Stunden. Ich schreib dich für morgen dienstuntauglich, wenn du möchtest. Dann kannst du dich etwas ausruhen."
Ich stand vom Sofa auf und ging zu den beiden hinüber - dem fertigen Papa mit seiner schlafenden Tochter, deren kleine dicke Arme jetzt schlaff herunter hingen, deren bernsteinfarbene Augen mit den langen, schwarzen Wimpern nun endlich geschlossen ware, deren Zuckermündchen jedoch um so weiter auf stand und aus dem ein leises, niedliches Schnarchen drang.
Frank zögerte einen Moment, aber dann schüttelte der den Kopf.
"Nein! ... - Ich will sie bei mir haben, Gilly."
Ich wusste, dass er diesmal nicht nur von Valentina sprach. Mitfühlend nickte ich und gab ihm einen Kuss auf die bärtige Wange. Dann streichelte ich Valentina übers Köpfchen und verließ daraufhin Franks Quartier. Nur für ein kurzes Schläfchen, nicht länger. Danach würde ich wiederkommen. Ich würde ihn nicht alleine lassen!

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 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil II
Verfasst: Do 21. Mai 2009, 12:10 
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Irrlicht
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"Das hier war jetzt nicht nötig gewesen", sprach ich schließlich leise in die Dunkelheit hinein, in der ich Joceys Gesicht nur noch als hellen Schemen ausmachen konnte. "Wir haben euch aufgenommen, weil wir geglaubt haben, dass ihr halbwegs vernünftig seid. Dass ihr eine Bereicherung für uns sein könntet. In gewisser Weise wart ihr das bis gerade auch. Eure Waffen, eure Einstellung, eure Kampfbereitschaft ... aber langsam beginne ich meine Entscheidung zu bereuen. Zumindest, was dich betrifft. Du stiftest Unfrieden. Du bringst unsere Gemeinschaft auseinander ... und wofür? Für einen Fick im Wald! - Wir können es uns nicht leisten, uns untereinander an die Gurgel zu gehen. Ronon ist mein bester Mann, und ich habe weder Lust, dabei zuzusehen, wie McNamara ihn doch noch alle macht, noch, wie Ronon ihn umbringt und deine Freunde dann auf Rachefeldzug gehen. - Ich will, dass du verschwindest, Schakal. Ich werde dir Verpflegung für ein paar Tage aus dem Lager holen, aber dann wirst du gehen."

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 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil II
Verfasst: Do 21. Mai 2009, 13:52 
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Söldner
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Ein paar Tage später ...

Zeit war vergangen seit dem nächtlichen "Vorfall" im Dschungel. Fünf Tage und Nächte, um genau zu sein. Und trotzdem war es für mich, als wären nur fünf Minuten vergangen. Der Schmerz war allgegenwärtig. Er stach in meinen Lungen wie nach einem Marathonlauf. Er bohrte und rumorte in meinem Kopf wie ein Tumor, der sprunghaft größer wurde. Und er zermatschte mein Herz wie eine Hand, die es erbarmungslos zusammen drückte.
Nach außen hin sah man mir das nicht an. Ich hatte es schon immer verstanden, meine Gefühle in meinem Inneren zu verschließen - solange mein Temperament nicht mit mir durchging und sie vulkanartig an die Oberfläche brachte. Der Ausbruch war jedoch vorbei, meine Miene seitdem verschlossen. Wie jeder andere aus unserer Gruppe lebte ich mein neues Leben, passte mich an, fügte mich ein. Ich akzeptierte Joceys Entscheidung, uns fern zu bleiben, war eigentlich sogar ganz froh darum, denn es entband mich von der Notwendigkeit, mich auch noch mit ihrer Gegenwart auseinanderzusetzen - die Auseinandersetzung mit meinem Innenleben war schon heftig genug. Angst um sie hatte ich nicht. Ich wusste, niemand hier auf diesem Planeten wäre in der Lage, sie in Schwierigkeiten zu bringen. Sie hatte nicht nur das Überlebensgen, sondern auch die Fertigkeiten, die man brauchte, um sich in so einer unwirtlichen Gegend durchzuschlagen. Und sich seiner Haut erfolgreich zu wehren. Warum hätte ich mir also um sie Sorgen machen sollen?
Dass sie mir trotzdem nicht aus dem Kopf und schon gar nicht aus meinem - zermatschten - Herzen ging, ist vielleicht nachvollziehbar. Ich liebte diese Frau, nach wie vor. War zwei Jahre mit ihr zusammen gewesen, hatte für sie meinen Job bei der Sternenflotte geschmissen und hätte noch einiges mehr für sie aufgegeben, wenn es notwendig gewesen wäre. Aber ich erkannte nun auch, dass ich mir zwei Jahre lang etwas vorgemacht hatte. Auch wenn ich ihr immer gepredigt hatte, dass Schakal zu ihr gehörte wie die Sonne zum Tag und der Mond zur Nacht, hatte ich selbst diesen Fakt doch nur zu gerne vergessen. Ich hatte immer nur Jocey geliebt, Jocey gewollt. Und insgeheim darauf gehofft, dass Schakal sich mit der Zeit in Luft auflösen würde. Wie präsent sie stets gewesen war, hatte ich erst vor fünf Nächten erkennen sollen. Und dass ich darauf nicht im geringsten vorbereitet gewesen war, hatte mich mindestens genauso aus den Socken gehauen wie ihre Untreue.

"Durand will, dass wir zu seiner Hütte kommen."
Es war Collins' Stimme, die mich aus meinen Gedanken riss. Ich hörte auf, sinnlos an dem Stück Holz herum zu schnitzen, welches ich nun schon seit geraumer Zeit mit meinem Messer traktierte und sah blinzelnd in die Höhe - wie an jedem anderen gottverdammten Tag brannte die Sonne auch heute heiß auf das ungeschützte Camp nieder und kochte jeden von uns in seinem eigenen Saft.
"Und wozu?"
"Werden wir nicht erfahren, wenn wir nicht hingehen, schätze ich."
Collins' Logik war wie immer unschlagbar. Ich erhob mich schwerfällig, warf das Holzstück weg und folgte Marc. Mein Messer steckte ich dabei wieder in seine Scheide.
Die anderen warteten bereits vor Durands Villa - mit "alle" meine ich in diesem Fall unsere Gruppe minus Jocey. Der Rest der Campgemeinde schien von dem Aufruf nicht betroffen zu sein. Kaum traten Collins und ich hinzu, wurde die Tür des Campführers geöffnet und eine Hand winkte uns herein. Wir wechselten untereinander Blicke, folgten der Aufforderung dann aber. Warum auch nicht? Die Sache war schließlich mal was anderes, ließ auf Abwechslung hoffen. Und dagegen hatte ich zu diesem Zeitpunkt nun ganz gewiss nichts.
Nacheinander traten wir ein und nahmen auf den Kissen Platz. Neandertaler Ronon war auch zugegen, klar. Er lehnte mit vor der Brust verschränkten Armen neben der Tür und musterte jeden Hereinkommenden mit durchdringendem Blick, ich ignorierte ihn jedoch vollkommen - selbst ich hatte begriffen, dass eine Auseinandersetzung zwischen uns uns allen nur schaden konnte, wenngleich mein verletztes Ego bei seinem Ableben vor Freude laut aufgeschrieen hätte. Ganz sicher!
Als wir schließlich alle saßen, ging Durand in den hinteren Bereich seiner Hütte, kramte in einem Rucksack herum und warf Cortez daraufhin etwas zu. Mit überraschtem Blick fing der Spanier es auf, dann starrte er es stirnrunzelnd an. Es handelte sich um einen Stein in der Größe einer Pflaume. Noch während ich mich fragte, was das sollte, begann Durand zu sprechen.
"Das ist ein Magnetit. Häng ihn dir um den Hals oder steck ihn dir in die Tasche, egal. Auf jeden Fall solltest du ihn immer am Körper tragen. Wie ich dir schon gesagt habe, beeinflusst die magnetische Strahlung die Funktion des Chips in deinem Kopf. Ich hab keine Ahnung, ob vollkommen oder nur teilweise. Das musst du selbst beurteilen. - Solltest du keine nennenswerte Veränderung spüren: Ich hab auch noch größere Steine. Probier es aber erst einmal mit dem kleinen hier. Ist vielleicht nicht notwendig, ständig 'nen Ziegelstein mit sich herumzuschleppen."
Es gab was, das Cortez' Chip ausschalten konnte? Das war interessant. Noch viel interessanter war jedoch, dass Durand offenbar über die Sache Bescheid wusste und auch mit einer Lösung dienen konnte. Cortez oder Collins schienen mit ihm darüber gesprochen zu haben, und mir war das entgangen. Tolle Nummer. Ich war auch in anderer Hinsicht nicht mehr auf Zack.
"Aber dafür habe ich euch nicht zusammengerufen", fuhr Durand fort. "Es gibt etwas, über das ihr noch nicht Bescheid wisst, das aber in ein paar Tagen ansteht: Und zwar das Death Race." Mit bedeutsamem Blick sah er einen nach dem anderen an. Death Race? Klang gar nicht gut.
"Es handelt sich um ein Rennen, das die Meridier einmal alle drei Monate auf diesem Planeten veranstalten. Gefahren wird in ... na ja, das Wort 'Auto' trifft es nicht so ganz, also sagen wir, in fahrbaren Untersätzen, und zwar über eine fünf Meilen lange Piste in Form einer Acht, welche mit allerhand ... Schikanen ausgestattet ist, die den Teilnehmern das Rennen erschweren sollen."
"Besser gesagt, sie ausschalten."
Erstaunlicherweise kam diese Bemerkung von Carmen, die Durand mit scharfem Blick wissend ansah. Nein, doch nicht erstaunlicherweise. Ich vergaß immer wieder, dass sie seit ihrem Aufenthalt bei den Anasai über den siebten Sinn verfügte - sie hatte wahrscheinlich mehr in Durands Kopf gelesen, als der uns gerade verraten wollte.
Dass ich richtig lag, bestätigte unser Gastgeber mit einem zögernden Nicken.
"Ja, das stimmt. Diese Schikanen sind dazu da, die Rennteilnehmer zu dezimieren."
"Tja, ein guter Grund, sich die Sache lieber von der Tribüne aus anzusehen als mitzumachen, stimmt's?", kommentierte Nash die Angelegenheit trocken. "Gibt's da auch Hotdogs?"
"Der Punkt ist ...", fuhr Durand fort, "... dass dem Sieger die Freiheit winkt. Wenn es denn sein dritter Sieg ist."
"Bei 'nem Hattrick kann man gehen?", wollte Cusack mit misstrauisch zusammengekniffenen Augen wissen.
Durand nickte.
"Und ist das schon mal jemandem gelungen?" Collins sprach das, was mir gerade ebenfalls durch den Kopf ging.
"Solange ich hier bin, nein. Aber das könnte sich diesmal ändern. Ronon ...", Durands Blick glitt zu meinem ganz speziellen Freund, der immer noch neben der Tür stand und selbstgefällig lächelte, "... hat die letzten beiden Rennen für sich entschieden. Noch eines, und er kann gehen."
"Na da wünschen wir ihm doch alles Gute!", meinte ich sarkastisch. Dabei fragte ich mich, was das Ganze jetzt mit uns zu tun hatte. Ich würde meinen Arsch ganz gewiss nicht in so eine Kiste stecken und mein Leben riskieren, nur auf die ungewisse Hoffnung hin, in einem Dreivierteljahr endlich von hier verschwinden zu dürfen. Collins schien jedoch anders zu denken, denn er kratzte sich am stoppeligen Kinn und hakte nach: "Und du erzählst uns das jetzt wahrscheinlich nicht, damit wir uns an den Streckenrand stellen und die Cheerleader spielen, hab ich Recht?"
Durand schmunzelte trocken.
"Die Meridier wissen, dass ihre Gefangenen sich in zwei Lager gespalten haben, und sie sorgen stets für eine ausgewogene Teilnahme an diesem Rennen. Die Hälfte der Fahrer kommt von uns, die andere von den Muds. Wie die Muds drauf sind, muss ich euch wohl nicht noch erst erklären. Die tun alles, um zu gewinnen, und da sie auch alles dürfen, denn es gibt in diesem Rennen keine Regeln, geht es entsprechend zur Sache."
"Aber was hat das mit uns zu tun?", wollte Esteban, Carmens Bruder, unwillig wissen. "Wir werden ganz sicher nicht in diese Kisten steigen und unser Leben riskieren. Schon gar nicht, wenn der Sieger ja sowieso schon so gut wie fest steht." Finster sah er bei seinen letzten Worten zu Ronon - Esteban konnte den Yeti auch nicht leiden, was mir den Spanier umso sympathischer machte.
"Das Problem ist, dass ihr überhaupt gar nicht gefragt werdet, ob ihr wollt oder nicht. Es gibt vor jedem Rennen eine Art von Auslosung, nach außen hin, um der ganzen Angelegenheit einen gerechten Touch zu verleihen. Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass diese Auslosung getürkt ist und die Meridier bereits vorher festlegen, wer teilnehmen wird und wer nicht."
"Fairer Touch?", echote Benjamin Bennett mit fragendem Blick. "Wem gegenüber wollen die sich denn fair geben? Und wieso tun die Meridier das überhaupt? Dieses Rennen veranstalten, meine ich. Ich kapier nicht, was das Ganze soll."
"Sie übertragen das Rennen auf ihren Heimatplaneten. Ist 'ne ziemlich gefragte Show da drüben. Vor allen Dingen, weil spektakulär Blut fließt." Ein leiser, spanischer Fluch zog die Blicke aller auf sich - Carmen verzog angewidert das Gesicht und schüttelte den Kopf. "Außerdem halten sie die 'Population' auf diesem Planeten auf diese Weise überschaubar. Überbevölkerung wird zumindest in diesem Gefängnis hier niemals ein Thema werden."
"Wie ungemein beruhigend", murmelte ich.
"Tja, also es sieht so aus", überging Durand meine Meinung in resümierendem Tonfall. "Es ist sehr wahrscheinlich, dass der eine oder andere von euch mit von der Partie sein wird. Ihr müsst euch also alle darauf vorbereiten. Zum anderen sollten diejenigen, die mitfahren, alles daran setzen, dass Ronon aus diesem Rennen als Sieger hervor geht."
"HA!!!"
Das war wieder ich - ein lautes, zynisches Auflachen - und das diesmal wurde ich nicht ignoriert.
"Du siehst das anders?", fragte Durand mich mit aufmerksamem Blick.
"Al-ler-dings! ... DEN unterstützen??", mein Daumen wies auf den Gorilla an der Tür, ohne dass ich ihn ansah. "Du HAST sie ja wohl nicht mehr alle!!! Das fehlte noch, dass ich dem mit meinem Arsch das Ticket in die Freiheit besorge, nachdem er ..."
Tja, nachdem er ... ich sprach nicht weiter, war aber auch nicht notwendig, denn alle wussten sowieso, was ich meinte.
"Wenn Ronon frei kommt, wird er sich sofort mit euren Leuten in Verbindung setzen. Ich habe die Sache mit ihm abgesprochen. Eure Leute verfügen über die Technologie, uns alle hier rauszuholen. Aber dazu müssen sie erst einmal wissen, wo wir sind."
"Ach ja, na klaaar ...", höhnte ich. "Und Mister Ich-vögel-alles-was-nicht-bei-Drei-auf-den-Bäumen-ist wird das natürlich alles organisieren. Wird sich sofort mit DS9 in Verbindung setzen und Hilfe holen."
Für wie blöd hielt Durand mich eigentlich? Alles, was Ronon tun würde, sobald er frei wäre, wäre, den nächsten Raumhafen anzusteuern, sich den Kopf mit Alk oder Drogen vollzuhauen und die nächstbesten Nutten zu knallen! War doch klar, wie der seine Prioritäten setzte!!

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 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil II
Verfasst: Do 21. Mai 2009, 20:10 
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Wichtel
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"STOPP! ... Verdammt!"
Ich packte die Frau am unverletzten Bein und zerrte sie mit einem Ruck in den Busch zurück, aus dem sie gerade hinauszukriechen im Begriff gewesen war. Gerade noch rechtzeitig, denn nur einen Atemzug später hasteten genau an der Stelle, an der sie eben noch gelegen hatte, vier mit Äxten bewaffnete Muds vorbei, schlugen mit ihren Waffen ins hohe Gras und rasierten auch das Grünzeug, in welchem wir in Deckung lagen. Ich hielt die Luft an - es folgten noch drei weitere Kerle. Erst, als ich mir sicher sein konnte, dass sich niemand mehr in unserer Nähe befand, atmete ich durch. Dabei warf ich der Frau neben mir einen scharfen Blick zu.
"Sagen Sie mal, sind sie eigentlich total bescheuert? Was sollte das eben? Dachten Sie wirklich, Sie hätten eine Chance gehabt, es bis zu den Palisaden dort hinten zu schaffen? Mit der Verletzung?" Palisaden, hinter denen sich offenbar weitere Gefangene aufhielten - ob genauso durchgeknallt wie die Muds oder nicht, wusste ich nicht, denn ich war erst vor ein paar Stunden in einer der Mud-Höhlen aus einem Zustand erwacht, den ich nicht anders als todesähnlich beschreiben kann. Ohne die geringste Erinnerung an irgendjemanden oder irgendwas.


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 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil II
Verfasst: Do 21. Mai 2009, 22:38 
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Wichtel
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Registriert: Do 21. Mai 2009, 19:59
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Sie dachte, ich gehörte zu den Muds. Nun, in gewisser Weise tat ich das auch. Oder nicht? Schließlich war ich in ihrem Lager aufgewacht, hatte dort von einer ziemlich abgewrackten Frau etwas zu essen bekommen und auch ein paar Informationen über meine Situation erhalten. Nämlich dass ich mich auf einem Gefängnisplaneten befand, von dem es angeblich kein Entkommen gab. Dass meine Gastgeber sich die "Muds" nannten und einen Anführer hatten, der Skull hieß. Und dass dieser Skull vor hatte, mich in die "Arena" zu stecken - was immer das auch heißen mochte. Ich war nicht mehr dazu gekommen, an diesem Punkt nachzuhaken, denn plötzlich hatte es im Mudlager so wild gesummt und gebrummt wie in einem Hornissennest. Alle waren sie aufgebrochen, bewaffnet mit den skurrilsten Geräten, und da ich nicht hatte allein zurückbleiben wollen und zudem anscheinend ein Mensch war, dem Untätigkeit zuwider war, war ich mit der Horde mitgelaufen, teils neugierig, was diese wilden Kerle wohl zu diesem Aufbruch veranlasst hatte, teils froh, erst einmal eine Aufgabe zu haben.

Diese Aufgabe war schließlich in der Rettung der Frau gegipfelt, die die Muds offenbar so dringend haben wollten. Diese dankte es mir jedoch mit einer feindseligen Attacke und aggressivem Gefauche. Ich klopfte mir den Staub von meiner Hose, während ich mich vom Boden erhob.
"Sie hätten dich jetzt, wenn ich dich eben nicht ins Gebüsch zurückgezogen hätte. Da du ja einfach ins Freie gekrochen bist. Wenn das keine Blödheit war, dann musst du taub und blind sein. Und ich frage mich darum gerade, wieso ich hier meinen Atem verschwende und mit dir rede."
Ich wollte mich von der Furie abwenden, aber mein Blick blieb an ihrem verletzten Bein hängen. Unwirsch setzte ich hinzu: "Das solltest du verbinden. Du verlierst ziemlich viel Blut."


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Verfasst: Do 21. Mai 2009, 22:59 
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Wir dachten alle dasselbe, das war klar. Die Muds machten Jagd auf Schakal - und sie machten es direkt vor unserer Nase, was mich in eine beschissene Situation brachte. Wieder einmal. Sollte ich Leute hinaus schicken, um ihr zu helfen? Ich setzte meine Männer damit einer Gefahr aus. Und für was? Für eine Frau, die ich des Lagers verwiesen hatte. Doch tat ich nichts und sah bloß zu, würden zumindest ihre Freunde hinaus wollen. Auch ohne meine Einwilligung, was meine Position als Anführer reichlich ankratzen würde.
Noch während meine Gedanken durch meinen Kopf wirbelten, setzten sich Collins, Nash, Cusack und ein maskenhaft dreinblickender McNamara in Bewegung, um die Palisadenleiter hinab zu steigen. Doch noch viel schneller war Ronon. Die vier Jungs hatten noch keinen Fuß auf den Camp-Boden gesetzt, da eilte meine rechte Hand bereits mit gezogenem Schwert ins Freie, und zwar auf einen bestimmten Punkt zu. Ich verlängerte seine Laufrichtung mit meinem Blick und sah sie. Schakal. Sie und einen Kerl, mit dem sie sich verbal auseinandersetzte. Ein verbaler Schlagabtausch mit einem Mud??
Verwirrt, aber dennoch nicht handlungsunfähig bellte ich den Befehl zum Schließen des Tores in die Tiefe. Im gleichen Augenblick, in dem Schakals Freunde ebenfalls ins Freie liefen. Wie lange würden die Muds brauchen, um zu bemerken, dass sich entscheidende Dinge in ihrem Rücken taten und sie an der wirklichen Action vorbei gelaufen waren?
Als ob Ronon meine Gedanken gelesen hätte, griff er den Mud in Schakals Gesellschaft noch im Lauf an. Doch sein Gegner war schnell. Schneller als meine rechte Hand, deren Schwerthieb ins Leere ging und die daraufhin mit einem kraftvollen Schlag zu Boden befördert wurde. Und es musste schon ein sehr kraftvoller gewesen sein, denn so leicht haute Ronon nichts um. Beinahe im gleichen Augenblick jedoch zischte ein Phaserstrahl rot auf und bohrte sich in die Brust des Mud. Collins hatte kurzen Prozess gemacht und den Kerl sauber erledigt. Ich atmete tief durch und ließ meinen Blick über das Dickicht schweifen, das das Camp umgab. Kein weiterer Mud zu sehen ... vielleicht hatte niemand etwas von den Vorkommnissen vor unserer Haustür mitbekommen. So unangenehm der dichte Dschungel bisweilen sein konnte - immerhin erleichterte er unseren Gegnern eine ungesehene Annäherung enorm - so vorteilhaft war er andererseits. Zum Beispiel, wenn er Phaserfeuer einfach so schluckte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil II
Verfasst: Fr 22. Mai 2009, 15:12 
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Wichtel
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Registriert: Sa 28. Feb 2009, 17:48
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Ich war noch adrenalingeflutet von der leider etwas kurz geratenen Auseinandersetzung mit dem Fremden, darum reagierte ich wohl schneller als irgendjemand sonst ... falls überhaupt jemand außer mir vorgehabt hatte, zu reagieren. Was den Waschlappen von McNamara anging, war ich mir in der Beziehung echt nicht sicher.
Mit einem großen Schritt war ich bei Schakal und packte sie. Sie wollte sich wehren, aber ihr Blutverlust machte ihr zu schaffen, und so ging ihr Hieb nach mir ins Leere. Im gleichen Moment sackte sie in sich zusammen. Ich fing sie auf, warf sie mir über die Schulter und machte mich dann kommentarlos mit ihr zum Lager auf. Keiner protestierte, weder Collins noch seine Jungs noch McNamara. Und auch Durand hielt die Klappe, als ich nach Betreten des Camps einen scharfen Blick mit ihm wechselte. Ich trug Schakal zu der Hütte, die Collins mit seinen Leuten bewohnte, legte sie dort auf einem Lager ab und wollte mich daraufhin daran machen, ihre Wunde zu versorgen. Allerdings kam ich nicht dazu, denn Carmen drückte mich plötzlich mit einem gefauchten "WEG da!" zur Seite, und perplex, wie ich in diesem Augenblick von der unerwarteten Resolutheit dieser kleinen Frau war, hörte ich auf sie und machte ihr Platz. Irgendwelche unfreundlichen Bemerkungen in einer mir unbekannten Sprache murmelnd begann sie, Schakals Hosenbein aufzuschneiden, und als ich sah, dass sie fachkundig zu Werk ging, entschloss ich mich, die Hütte wieder zu verlassen. In der Tür stieß ich jedoch mit McNamara zusammen, mit dem ich seit der Nacht im Dschungel kein Wort und auch so gut wie keinen Blick mehr gewechselt hatte. Jetzt, einander gegenüber stehend, sahen wir uns in die Augen, und zumindest in McNamaras lag unversöhnlicher Hass. Ich lächelte verächtlich und schob mich an ihm vorbei, um ihm den Weg zu Schakal freizugeben. Vorerst.

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 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil II
Verfasst: Fr 22. Mai 2009, 15:24 
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Wichtel
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Registriert: So 1. Mär 2009, 01:34
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Wie alle anderen hatte ich die Vorkommnisse vor den Palisaden aufmerksam verfolgt. Jocey war wieder da, ich war unendlich erleichtert gewesen!
Aber dann hatte ich feststellen müssen, dass etwas mit ihr nicht in Ordnung war. Sie hatte eine Verletzung davon getragen, die sie enorm schwächte - mein Herz hatte sich schmerzhaft zusammengezogen. In dem Moment, in dem Ronon sie aufgefangen und geschultert hatte, hatte ich mich eilig von meinem Beobachtungsposten gelöst und war die Leiter hinunter gespurtet. Und kaum, dass er meine Freundin in unserer Hütte aufs Lager abgelegt hatte, machte ich dem großen Kerl Beine, damit ich mich um Jocey kümmern konnte.
"Was machst du nur für Sachen, hm?", murmelte ich dabei kopfschüttelnd. "Wie konntest du Will das nur antun?"
Das fragte gerade die Richtige! Meine Gedanken flogen zu Frank, den ich jahrelang mit Juan zur Verzweiflung gebracht hatte, und ich beschloss, Jocey lieber von jeder Anklage freizusprechen, als über ihr den Stab zu brechen. Stattdessen kümmerte ich mich mit vermehrtem Eifer um ihre Wunde ... und auch gleich um Will, als dieser herein kam, auf Ronon traf und dem gleich nach wollte, wahrscheinlich, um ihm eine zu semmeln.
"WILL!!", rief ich laut über die Schulter. McNamara stoppte im Schritt - er war schon halb wieder zur Tür raus - und drehte sich mit wütendem Blick zu mir um. "Ich brauch deine Hilfe! Das Medokit dort hinten! Venga! Joce hat schon eine Menge Blut verloren."
Das war nicht gelogen. Die Ohnmacht allein sagte schon alles, dazu ihre weiße Haut, der flache Puls. Will riss sich zusammen und holte mir das Verlangte. Daraufhin stabilisierte ich erst einmal Joceys Kreislauf, ehe ich mich daran machte, die Wunde wieder zu verschließen. Carajo, wieso liefen die Dinge in der letzten Zeit nur noch falsch?

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 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil II
Verfasst: Sa 6. Jun 2009, 22:13 
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Wichtel
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Registriert: Do 21. Mai 2009, 19:59
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Ich wusste nicht so recht, was ich hier tat. Aber das war nicht überraschend, denn eigentlich wusste ich ja nicht einmal, wie ich auf diesen verdammten Planeten gekommen war. Auch nach zwei Tagen des Nachdenkens nicht, in denen ich alle Versuche anderer, mit mir in Kontakt zu kommen, abgeblockt hatte. Gegessen hatte ich und geschlafen. Und nachgedacht. Mir dabei aus dem Gehörten ein Bild meiner Lage gemacht.

Ein Gefängnisplanet also, darauf zwei Gruppen, die ich bereits beide kennengelernt hatte. Die Muds mit ihrer Grölerei, ihrem Geltungsbedürfnis, ihren rauen Sitten und die Leute hier in diesem Camp, die sich offenbar keinen besonderen Namen gegeben hatten. Mir dafür ein wenig manierlicher und intelligenter vorkamen ... na ja, zumindest ein paar von ihnen. Da ich außer dem nichts wusste, hatte ich beschlossen, erst einmal zu bleiben. Hier in diesem Lager. Allerdings für mich. Wenn ich eines schon über mich herausgefunden hatte, dann, dass ich ein Einzelgänger war.
"Keine Ursache", war darum das einzige, was ich dieser Schajoce antwortete. Ihre Hand ergriff ich nicht, und meinen Namen sagte ich ihr auch nicht. Der gehörte schließlich ebenfalls zu den Dingen, die ich nicht wusste.


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