Skriptorium
Aktuelle Zeit: Di 22. Okt 2019, 23:05

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 94 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 4, 5, 6, 7, 8  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil III
Verfasst: Di 17. Aug 2010, 19:53 
Benutzeravatar
Wichtel
Wichtel
Offline

Registriert: Mo 27. Jul 2009, 20:08
Beiträge: 32
Hatte es eigentlich je Probleme zwischen Frank und mir gegeben? Ich konnte mich in diesem Moment an keine erinnern! Gillian, Frank Nr. 2, Juan ... alle lösten sich in Luft auf und hatten nie existiert.
"Si, ich verspreche es dir!" Eifrig nickend blickte ich ihm in seine schöne Augen. "Alles, was du willst! Und ich möchte auch noch Kinder. Ganz viele Kinder! Eine ganze Fußballmannschaft voll! - Und weißt du was? Damit werden wir auf Bajor anfangen!" Jetzt lachte ich, griff nach seinen Händen und drehte mich einmal unter seinem Arm hindurch, als wären wir auf der Tanzfläche. "Wir werden dort nichts anderes tun als Liebe machen und ganz viele Kinder ansetzen! Was meinst du, he? Sollen wir heute schon dorthin fliegen?" Ich drehte mich zurück zu ihm und umschlang ihn wieder mit meinen Armen. "Lass uns packen! - Ach was, wenn wir uns dort nur lieben, brauchen wir ja gar nichts! Also lass uns aufbrechen! JETZT!"
Ich war so aufgeregt und übermütig, als hätte er mir gerade einen Heiratsantrag gemacht. Si, genauso fühlte ich mich.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil III
Verfasst: Di 17. Aug 2010, 20:00 
Benutzeravatar
Wichtel
Wichtel
Offline

Registriert: Do 21. Mai 2009, 19:59
Beiträge: 41
"Wer ... sind 'sie'?", presste ich mühsam hervor, weil es mich meine ganze Kraft kostete, meine Wut unter Kontrolle zu halten. Der Schmetterling hatte sich schon längst von mir verabschiedet, und das war auch ganz gut so. Ich wusste nicht, wie lange ich mich noch würde zurück halten können.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil III
Verfasst: Di 17. Aug 2010, 20:05 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: So 15. Aug 2010, 16:19
Beiträge: 14
Ich stand auf und sah auf ihn hinunter. Er war voller Wut und Hass. Das war gut so, denn das würde ihn für mein Anliegen empfänglich machen.
„Die Firma!“ antwortete ich ihm schlicht und einfach.
„Und wenn du ihnen schaden willst, dann führt dein Weg zu ihnen über mich. Sie vertrauen mir und deshalb werden wir es schaffen können.“
Ich atmete tief durch und mein Blick wurde für einen Augenblick müde. So lange wartete ich nun schon darauf, endlich etwas unternehmen zu können.
„Wenn du dich gegen mich entscheidest, werde ich dich zu ihnen bringen. So, wie sie es verlangen, denn wenn ich es nicht tue, werden sie jagen und all meine Mühe war umsonst.“

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil III
Verfasst: Di 8. Feb 2011, 00:44 
Benutzeravatar
Söldner
Offline

Registriert: Fr 18. Apr 2008, 20:20
Beiträge: 77
Ich kann nicht beschreiben, was in diesem Moment in mir vorging. Eine Flut an Gefühlen, die über mich herein brach ... voller Hoffnung, voller Zweifel, voller Reue.
Konnte es sein, dass Jocey an ihrem gesamten Verhalten der letzten Wochen keine Schuld trug? War sie ein Opfer manipulativer Dreckskerle? War der Teil, der auf Dead End mit diesem Ronon gefickt hatte, gar nicht sie selbst gewesen, sondern eine psychische Mutation, geschaffen durch gewissenlose, fremdbestimmte Laboranten?
Oder griff ich gerade nur verzweifelt nach dem rettenden Strohhalm, den John Parrish mir mit seiner Erklärung bot? Der Joceys Verhalten mit einem Schlag entschuldigte und sie zum Opfer gewissenloser Manipulatoren machte statt zum selbstsüchtigen Täter? Ich wusste genau, das etwas in mir danach schrie, Option Nummer eins den Vorzug zu geben!
"Ich ...", hob ich mit kratziger Stimme an. Und kassierte daraufhin prompt fragende Blicke.
"Ich werde mit ihr reden. Und sie hierher holen."
Falls sie sich von mir holen ließ. Falls sie überhaupt mit mir sprechen würde.
Den forschenden Blicken der anderen ausweichend erhob ich mich und verließ den Besprechungsraum der Independence. Es war sowieso schon längst Zeit für eine Aussprache zwischen Jocey und mir. Verdammt, ich hätte es nur vorgezogen, den Zeitpunkt selbst zu bestimmen!

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil III
Verfasst: Do 15. Sep 2011, 11:20 
Benutzeravatar
Wichtel
Wichtel
Offline

Registriert: Do 21. Mai 2009, 19:59
Beiträge: 41
Es war nicht ihre sinnlose Drohung, mich an "die Firma" auszuliefern, die mich in meiner Entscheidung beeinflusste ... im Grunde gab es für mich nicht einmal so etwas wie eine Entscheidungsfindung, denn mein Entschluss, mich an den Verantwortlichen zu rächen, diejenigen umzubringen, die meine Familie entführt und mich zum Versuchskaninchen gemacht hatten, war doch schon längst gefasst.
"Sag mir alles, was du weißt", knurrte ich leise und durchbohrte Karen dabei mit meinem Blick. "Alles, hörst du? Damit ich sie mir holen kann!"


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil III
Verfasst: Do 15. Sep 2011, 11:39 
Benutzeravatar
Söldner
Offline

Registriert: Fr 18. Apr 2008, 20:20
Beiträge: 77
Den ganzen Weg bis zu Joceys Quartier hatte ich damit zu tun gehabt, meine widerstreitenden Gefühle zum Schweigen zu bringen. Denn es war klar, dass ich jetzt einen klaren Kopf brauchte. Und bis ihrer Quartiertür war mir das auch ganz gut gelungen. Aber kaum zischte diese beiseite und gab den Blick auf sie frei, war das Chaos wieder perfekt. Verdammt! Ich hätte Collins oder Parrish den Part des Überbringers guter Botschaften überlassen und mich in mein eigenes Quartier zurück ziehen sollen, um mir wenigstens ein paar Stunden Zeit zu geben, mit der neuen Situation fertig zu werden.
"Ich ... hey Joce ... ja klar."
War ich das, der da sprach? Ich kannte meine Stimme nicht wieder. Zögernd trat ich ein und sah mich um, nur um sie nicht anzusehen. Dabei bemerkte ich das aktivierte Tisch-Display.
"Oh, du arbeitest." Ja, sie arbeitete. Aber an was? Parrish hatte sie ganz sicher nicht für einen neuen Einsatz verplant - nicht, ohne mir Bescheid zu sagen und schon mal gar nicht nach dem, was der Doc herausgefunden hatte. Mein Blick wurde eine Spur schärfer, als er über die leuchtende Tischplatte glitt, aber ich konnte nicht wirklich was erkennen, weil für mich alles auf dem Kopf stand.
"Ja, ich arbeite."
Joceys Stimme lenkte meine Aufmerksamkeit wieder auf den Grund meines Hierseins - nämlich sie. Ich drehte mich wieder zu ihr um, und erst jetzt, wo ich keinen Vorwand mehr hatte, sie nicht anzusehen, fiel mir auf, wie schlecht sie aussah.
"Ich kann später wiederkommen. Wenn ich jetzt ungelegen ..."
"Nein, ist schon okay." Auch Joceys Stimme klang anders als sonst. Kratzig, unsicher. Während ich sie weiterhin musterte, ging Joce um den Tisch herum und deaktivierte den Screen. "Was gibt's, Will?"
Sie sah mich wieder an, und ich gewahrte die Unsicherheit, die ich eben aus ihrer Stimme heraus gehört hatte, nun auch in ihrem Blick. Ich räusperte mich, wandte mich von ihr ab, um meine Gedanken zu sammeln und ging zum ovalen Fenster, hinter dem das schwarze All lag. Hinausblickend verschränkte ich meine Hände auf meinem Rücken - eine blöde Angewohnheit aus der Zeit als Sternenflottenoffizier, die ich mir einfach nicht abgewöhnen konnte - und begann: "Es gibt Neuigkeiten, die du wissen solltest. Weil sie dich betreffen. Doc Browning hat da etwas herausgefunden ..."
Und dann erzählte ich es ihr. Sachlich und präzise ... nun, da ich sie nicht mehr ansah und meine Gefühle sich wieder beruhigten.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil III
Verfasst: Do 15. Sep 2011, 19:50 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: So 15. Aug 2010, 16:19
Beiträge: 14
Ich hatte das richtige Gespür gehabt, Rancor auf die Firma anzusprechen und ihn damit auf meine Seite zu ziehen. Er konnte sich erinnern und er wollte die Firma vernichten. Das war das wichtigste überhaupt, denn er würde ein starker Verbündeter sein. Aber bereits jetzt wusste ich, dass er nur schwer zu bändigen sein würde. In gewisser Weise schlummerte ein Raubtier in ihm und wehe wenn es losgelassen wurde. Zuerst einmal aber, musste ich ihm alles von der Firma erzählen. Alles, was ich wusste. Ich atmete tief durch und lehnte mich auf der Bank zurück.
„Die Firma gibt es schon viele Jahre. Ich weiß es nicht genau, aber da ich bereits 36 Jahre alt bin, gibt es sie also mindestens schon so lange. Als Kind wurde ich schon von ihnen behelligt, ohne es zu wissen. Ein Kinderarzt hat mich behandelt, genau wie einige andere auch. Wir wurden damals schon genauestens bewacht und alle unsere Entwicklungen wurden aufgezeichnet. Manche wurde bereits im Kindesalter manipuliert. Alles so geheim, dass nicht einmal die Eltern etwas bemerkt haben. Jedes Kind, welches auffällige Fähigkeiten entwickelte, wurde katalogisiert, beobachtet und manchmal behandelt. Mit unseren Fähigkeiten werden wir geboren. Wir sind wohl Teil einer neuen Evolution. Nicht jedes Kind, in dem diese bemerkenswerten Gene verankert sind, entwickeln später auch diese Fähigkeiten. Es ist wie ein natürliches Auswahlverfahren. Die Firma hat davon erfahren und nicht einmal Sektion 31, der berühmte Geheimdienst, weiß genau, wer in dieser Firma das Sagen hat und wer nicht. Über den ganzen Quadranten sind Mitarbeiter und Forscher verstreut und arbeiten im Geheimen. Was sie wollen? Sie wollen die perfekten Kämpfer entwickeln. Und natürlich sollen wir alle für die Firma kämpfen. Sie wollen die absolute Macht und nichts macht so mächtig, wie einen perfekten Soldaten zu erschaffen mit dem absoluten Gehorsam. Stell dir vor, sie könnten eine Armee mit alleine unseren Eigenschaften formen. Sich selbst heilende Wunden, die Sinne eines Raubtieres, dazu ein unzerstörbares Skelett und dann auch noch die Telekinese. Sie wären unschlagbar, denn es gibt noch weitaus mehr Fähigkeiten, als die unsrigen. Es gibt Gedankenleser, künstlich hergestellte zwiegespaltene Persönlichkeiten, die in der Lage sind, perfekte Killer abzugeben und nach außen hin, die bravste Hausfrau sind. Sie wollen unsere Fähigkeiten künstlich weitergeben und dazu brauchen sie uns als Forschungsobjekte. Außerdem soll niemand von uns erfahren. Niemand darf wissen, dass wir diese Dinge können. Weil sie alles für sich wollen.“
Ich atmete noch einmal tief durch und schloss kurz meine Augen.
„Sie benutzen uns für ihre Zwecke, töten, entführen, quälen und sperren uns ein. Weil sie eigentlich Angst davor haben, dass wir uns gegen sie wenden könnten. Dass die Welt von uns erfährt. Meine Eltern sind tot, meine Schwester ist bei einem ihrer Experimente ums Leben gekommen. Damals habe ich mir geschworen, dass ich mich für all das rächen werde und ich hoffe, dass jetzt endlich der Zeitpunkt gekommen ist, all das zu benutzen, was sie mich gelehrt haben und was ich dadurch über sie erfahren habe.“

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil III
Verfasst: Do 15. Sep 2011, 22:53 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: So 8. Aug 2010, 23:54
Beiträge: 7
Es war geschafft! Ich hatte die Sicherungen, die ich so dringend benötigte, in mein Programm integriert: Sicherungen, die verhinderten, dass ich von anderen als mir selbst abgeschaltet werden konnte - wobei unter "andere" auch meine Vorlage, der liebe Sicherheitsleiter fiel - Sicherungen, die mich vor einer Umprogrammierung meines Charakters schützten und darüber hinaus Sicherungen, die ein Löschen meinerselbst unmöglich machten. Und für all diese Maßnahmen, die für meinen Schutz und mein Überleben unabdingbar waren, hatte ich nicht einmal die Hälfte der mir von Carmen ursprünglich zugestandenen Zeit benötigt. Ob das jetzt daran lag, dass ich ein Programm war und darum sehr schnell logische Schlüsse zog und zu Ergebnissen kam oder daran, dass ich die Kopie eines offenbar ziemlich intelligenten Mannes war, konnte ich nicht genau bestimmen. Vielleicht an beidem. Aber letztlich war es auch egal.
Es war auf alle Fälle ein beruhigendes Gefühl, mein Leben nun selbst in der Hand zu haben. Auch wenn es sich momentan noch auf die Holosuite beschränkte. Die erste Hürde auf dem Weg zu meiner Prinzessin war genommen. Energiegeflutet wandte ich mich der zweiten zu.
"Computer ... Möglichkeiten zur Existenz von Hologrammen außerhalb einer Holosuite aufzeigen!"
Nachdem ich mich nun schon eine kleine Weile mit meinem ebenfalls künstlichen "Artgenossen" beschäftigt hatte, hatte ich meine Sprache der seinen angepasst. Wir verstanden uns auf diese Weise einfach schneller, als wenn ich ihn salopp gefragt hätte: "Hey! Wie zum Henker komm ich hier raus?"
Es zirpte kurz, doch trotz meiner sorgfältig gewählten Ausdrucksweise kam statt einer Antwort erst einmal eine Gegenfrage: "'Existenz' definiert als 'Archivierung der holographischen Daten' oder definiert als 'projiziertes Hologramm'?"
"Definiert als 'projiziertes Hologramm'", wiederholte ich den zweiten Vorschlag mit leichter Ungeduld in der Stimme. Ich hatte es bei meinem Hürdenlauf verdammt eilig!
"Externe, fixierte Emitterfelder, kreiert durch stationäre Emittereinheiten ... transportable Emittereinheiten ... mobile Personen-Emitter ..."
"Stopp!"
Der Computer zirpte erneut und verstummte. Ich hakte nach: "Was genau sind mobile Personen-Emitter?" Das klang doch nach dem, was ich suchte! Oder?
"Mobile Personen-Emitter sind Emittereinheiten, welche von holographische Person wahlweise am Oberarm oder am Handgelenk getragen werden können und es dem Träger erlauben, sich außerhalb fixierter Emitterfelder zu bewegen."
Na bitte! Das klang nicht nur so, das war auch genau das, was ich suchte!
Ich lächelte zufrieden. Auch die zweite Hürde war beinahe geschafft.
"Computer ... ist es möglich, mir einen mobilen Personen-Emitter zu erstellen?"
"Positiv."
"Na dann tu's!"
Es zirpte wieder, aber nichts geschah. Vor lauter Aufregung und Freude darüber, dass ich gleich aus dieser virtuellen Welt heraus kommen und die reale betreten würde, hatte ich für einen Moment außer Acht gelassen, dass "Na dann tu's!" wahrscheinlich nicht zum Vokabular eines Computers gehörte. Ich formulierte meinen Befehl also neu.
"Erstelle mir einen mobilen Personen-Emitter!"
Und noch einmal zirpte es, doch diesmal folgte ein kurzes Flimmern zu meinen Füßen, und einen Augenblick später lag ein schwarzes Band vor mir im Sand. Ich hob es auf und betrachtete es neugierig ... eine kleine, glatte Schaltfläche, neben der ein noch viel kleineres, grünes Licht leuchtete und beides befestigt an besagtem, schwarzem Band, das sich bei näherer Untersuchung als dehnbar heraus stellte. Weil es aus einem Gummizug bestand, wie ich erst viel später lernen sollte - zu jenem Zeitpunkt gab es so etwas wie Gummi in meiner kleinen Welt noch nicht.
"Computer ... ist der Emitter eingeschaltet?"
"Positiv."
"Und wie lange wird er funktionieren?"
"Die Energiezelle hält bei aktiviertem Betrieb zweitausenddreihundertundvierzig Minuten."
Das klang nach einer Menge. Ich rechnete kurz nach. Drei Monate, wenn man zugrunde legte, dass ein Tag sechsundzwanzig Stunden hatte - und das hatte er, hier auf DS9. Zufrieden öffnete ich den Bund meines linken Hemdärmels, streifte mir das Band über das Handgelenk und schob es dann bis zum Oberarm hinauf, wo ich es beließ. Den Ärmel zog ich wieder herunter und begutachtete meinen Arm. Nichts deutete darauf hin, dass unter dem weißen Stoff etwas verborgen war. Gut!
"Computer ...", ich verspürte ein Kribbeln in der Magengegend, als ich mich erneut an meinen Verbündeten wandte - gleich würde es sich zeigen, ob all meine Vorkehrungen erfolgreich waren, "... deaktiviere das laufende Holoprogramm!"
Mein Herz begann fest in meiner Brust zu schlagen. Würde ich gleich mit dem Sand und dem Meer und der Sonne verschwinden? Das vertraute Zirpen sagte mir, dass der Computer meinen Befehl auszuführen gedachte. Noch ein heftiger Herzschlag, und es wurde dunkel um mich, als sich alles buchstäblich in Luft auflöste und nur dünne, gelbe, quadratisch angeordnete Linien am Boden und den schwarzen Wänden zurück blieben. Und ich.
Mein Herz tat einen Sprung vor Freude, aber noch traute ich mich nicht zu jubeln. Ich war zwar nicht mit dem Rest verschwunden, aber ich war auch noch nicht aus dem Raum heraus. Tief durchatmend ging ich auf die Tür zu, die jetzt auch ohne Aufforderung an den Computer sichtbar war - umgeben von einer Menge Schalttafeln, deren Sinn und Zweck sich mir entzog. Die Tür öffnete sich zischend, und ich sah den gleichen nüchternen Gang davor wie beim ersten Mal, als ich versucht hatte, die Holosuite zu verlassen. Auch jetzt streckte ich als erstens meinen rechten Stiefel hinaus ... probeweise, versteht sich. Aber diesmal löste er sich nicht vor meinen Augen auf, sondern blieb, wie er war. Ich biss mir lächelnd auf die Lippen, dann vollendete ich den entscheidenden Schritt in die Freiheit. Und stand daraufhin in voller Größe und mit all meinen Extremitäten vor der Holosuite, in der realen Welt - in Carmens Welt. Laut lachte ich auf. Ein kleiner hässlicher Kerl mit großen Ohren und spitzen Zähnen kam vorbei. Ich schnappte ihn mir übermütig und drehte mich ein paarmal mit ihm im Walzerschritt, so froh war ich! Dann ließ ich den überraschten Gnom wieder los und ging grinsend den Gang entlang, auf eine weitere Tür zu, hinter der ich hin und her gehenden Personen sah und ein Geländer und weiter weg große ovale Fenster, hinter denen an einem schwarzen Himmel die Sterne funkelten. - Deep Space Nine! - Ich hatte es geschafft. Ich hatte es wirklich geschafft! Ich war nun nicht länger eine in einem Raum gefangene Ansammlung von Bits und Bytes, die man nach Belieben ändern, deaktivieren oder löschen konnte. Ich war ein Individuum, das sich selbst bestimmte. Und das sich von nun an, da es sich in der wirklichen Welt bewegte, wie jedes andere Individuum auch aufgrund von gemachten Erfahrungen weiter entwickelte. Das nicht nur existierte, sondern lebte!
Das Wissen darum war einfach berauschend! Doch nicht so berauschend wie die Freude darauf, bald meine Prinzessin wiederzusehen.
Strahlend betrat ich die Promenade, die ich dank Carmens Input bereits so weit kannte, dass ich sie als solche identifizieren konnte und suchte mir das nächste Computer-Terminal. Es würde für mich als "Sicherheitsleiter" ein leichtes sein herauszufinden, wo sie jetzt wohnte. Und dann konnte es nur noch eine Frage von Minuten sein, bis sie wieder in meinen Armen lag.
'Prinzessin, ich komme!'

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil III
Verfasst: Fr 16. Sep 2011, 09:13 
Benutzeravatar
Söldner
Offline

Registriert: Fr 18. Apr 2008, 20:20
Beiträge: 77
Ich hatte Jocey während meines kurzen Berichts nicht angesehen, weil ich genau gewusst hatte, dass mich ihr Anblick abgelenkt hätte. Die ganzen letzten Wochen über war es mir gelungen, sie mir aus dem Kopf zu schlagen. Ich hatte mich in die Arbeit gestürzt, indem ich für Parrish einige Aufträge taktisch ausgearbeitet und gemeinsam mit Collins durchgeführt hatte, und da war wenig Spiel für weitere Gedanken gewesen. Und abends hatte ich - ebenfalls mit Collins - die verschiedenen Marken Single Malt Whiskey aus meiner Heimat Irland auf ihre Qualität geprüft, die der Bordcomputer der Independence in seinem Repertoire hatte. Das hatte mir stets einen tiefen, traumlosen Schlaf gesichert ... und Collins Stress mit seiner Anniemaus.
Jetzt gab es nichts, das mir geholfen hätte, Jocey auszublenden. Außer eben, sie nicht anzusehen. Aber auch das hatte ein Ende, als sie sich entschloss, Doc Brownings "Diagnose" zu kommentieren.
"Dieses 'gefühlsduselige Miststück', wie du es nennst, ist dein wahres Ich, Jocelyn", erwiderte ich mit ähnlicher Schärfe in der Stimme, wie Jocey sie eben angeschlagen hatte. Dabei drehte ich mich wieder zu ihr um und sah sie mit undefinierbarem Blick an. Schakal war es, die da vor mir stand. Es war nicht nur die Art, wie sie gesprochen hatte, ich sah es auch an ihren Augen. Hatte Jocey diesen Teil ihrer Persönlichkeit jetzt bewusst hervor geholt? Weil sie Konfliktsituationen als Jocelyn nicht austragen konnte? Oder besser gesagt, nicht austragen wollte? Ich war mir sicher, dass sie Jocelyn für schwach hielt und darum lieber Schakal den Vortritt ließ, wenn es unangenehm wurde. Das war wohl einfacher, denn Schakal kannte keine Gefühle und ließ sich darum durch nichts aus der Ruhe bringen. Aber so einfach würde ich es Jocey nicht machen. Es war feige, sich so aus der Verantwortung zu ziehen. Und Feigheit war etwas, das ich zutiefst verachtete.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil III
Verfasst: Fr 16. Sep 2011, 09:58 
Benutzeravatar
Wichtel
Wichtel
Offline

Registriert: Do 21. Mai 2009, 19:59
Beiträge: 41
Alles begann sich mir plötzlich in einem neuen Licht zu präsentieren. Gedankenleser, Telekinetiker, Selbstheiler ... es ergab jetzt einen Sinn. Auch ich gehörte in die Kategorie "Andersartige". Meine verbesserten Sinnesfähigkeiten besaß ich von Geburt an, und irgendjemand hatte davon erfahren. Etwas spät zwar, denn ich war nicht von Kindesbeinen an in den Klauen dieser gewissenlosen Wissenschaftler gewesen, aber zu einem mir unbekannten Zeitpunkt musste es zu ihnen durchgesickert sein, dass es da noch jemanden gab, dessen unnatürliche Eigenschaften sie erforschen, manipulieren und verbessern konnten.
Und wozu das alles? Um Supersoldaten zu erschaffen, mit denen man in den Krieg ziehen konnte. Um unbekannte Territorien zu erobern, womöglich galaxieweit. Um Macht zu haben. Macht ... darum ging es doch immer nur. Macht, Geld, Sex. Das waren die menschlichen Triebfedern, von denen die Föderation sich angeblich schon seit langem befreit hatte, seit sie erkannt hatte, dass es erstrebenswerter war, sich der geistigen und moralischen Weiterentwicklung zu widmen anstatt bloß schnöden Mammon zu horten. Erstrebenswerter, ja. Vom ethischen Standpunkt aus gesehen. Doch wen interessierte schon die Ethik, wenn es um das persönliche Wohlergehen ging? Vielleicht irgendwelche asketischen Eremiten in ihren Höhlen. Aber die, die am Ruder standen, wurden von ganz anderen Bedürfnissen gelenkt. Der Mensch war bloß ein Tier mit einem zu groß geratenen Gehirn. Ein Tier, das fressen, sich vermehren und das Sagen haben wollte. So schnell ließen sich Millionen Jahre alte Instinkte nicht unterdrücken.
"Es tut mir leid, was mit deiner Familie geschehen ist", knurrte ich düster. "Meine ist ... keine Ahnung, vermutlich auch tot." Es war das erste Mal, dass ich diese Möglichkeit aussprach. Vor meinem Blackout hatte ich sie nicht einmal gedanklich in Betracht gezogen. Und danach ... nun, meine Erinnerungen waren ja gerade erst zurück gekehrt. "Ich bin dabei. Okay? Sag mir nur, was ich tun soll, und ich erledige es." Energisch unterdrückte ich das Gefühl der Trauer und des Verlusts, das in meinem Inneren bei mir anklopfte. Mein kleiner Junge, Jill ... ich konzentrierte mich lieber auf meine Wut und den Hass auf die Organisation, die mir mein Leben und mein Liebstes genommen hatte. Erst, wenn ich die Verantwortlichen zur Strecke gebracht hätte, wollte ich mir erlauben zu trauern. Bis dahin jedoch ...


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil III
Verfasst: Fr 16. Sep 2011, 10:52 
Benutzeravatar
Wichtel
Wichtel
Offline

Registriert: Mo 27. Jul 2009, 20:08
Beiträge: 32
Unser Streit war wie ein reinigendes Gewitter gewesen - und längst überfällig. Nachdem wir endlich mal Tacheles miteinander geredet hatten, hatten all die negativen Schwingungen zwischen uns sich verzogen wie dunkle Wolken, die ein kräftiger Wind weggepustet hatte. Danach fühlte ich mich irgendwie befreit ... nicht ahnend, dass dieser kräftige Wind nur ein lauer Vorbote des Sturms gewesen sein sollte, der bereits Kurs auf mich nahm. Ich wiegte mich in Sicherheit. Und verschwendete keinen einen Gedanken mehr an meinen selbstgebackenen Piraten. Wozu auch? Schließlich hatte ich den richtigen zurück!
Dass Frank sich auf einmal so einsichtig gezeigt hatte, hatte in meiner Einstellung auch eine Kehrtwendung bewirkt. Plötzlich war mir meine Eifersucht auf Gilly ziemlich kindisch vorgekommen. Schließlich war ich diejenige, die jede Nacht an Franks Seite lag und nicht sie. Und ich war diejenige, der er heute Abend den Vorzug gegeben hatte. Wenn Gilly auch nur die geringste Chance bei ihm gehabt hätte, hätte er sich doch wohl in der langen Zeit meiner Abwesenheit ihr zugewandt, oder? Hatte er aber nicht, er war immer noch bei mir. Das war doch wohl der beste Beweis dafür, dass er von dieser dürren, blonden Schnalle nichts wollte!
Diese Erkenntnis und die sichere Gewissheit, dass Franks Krabbelei an meinem Körper wieder einmal zu nichts führen würde - zumindest nicht in den nächsten Stunden - weil unser kleiner Sonnenschein (auch wieder einmal) beschlossen hatte dazwischen zu funken, ließen mich etwas tun, woran ich fünf Minuten zuvor noch nicht einmal im Traum gedacht hätte! Höchstens in einem Alptraum! Ich revidierte nämlich meine Entscheidung, Frank für den heutigen Abend das Treffen mit Gilly zu versauen und sagte ihm das auch.
Seine Reaktion war filmreif! Erst starrte er mich ungläubig an. Dann strahlte er. Dann verdüsterte sich sein Gesicht, und er lehnte ab, weil er betonte, mir nicht weh tun zu wollen. Nachdem ich ihm mehrere Male versichert hatte, dass er das ganz und gar nicht tun würde und ich mich einfach nur kindisch verhalten hätte und er den Abend ohne schlechtes Gewissen genießen sollte, weil ich ihm doch hundertprozentig vertrauen würde, lenkte er schließlich ein. Und informierte dann das blonde Gift, zu dem er sich kurze Zeit später umgezogen und gut gelaunt auf den Weg machte.
Ich atmete durch, kaum dass er unser Quartier verlassen hatte und unterdrückte die kurze Reue ob meines selbstlosen Verzichts auf ihn. Ich wusste einfach, dass das Strahlen, mit dem er gegangen war, mir gegolten hatte - Dankbarkeit und Liebe hatten in seinen schönen Augen gelegen - und nicht Miss Seelenklempner. Das dämpfte das leise Kitzeln der Eifersucht, das ich noch immer verspürte. Und verhinderte, dass aus dem Kitzeln wieder ein Stechen wurde.
"Mami?"
Ein Zupfen an meinem Kleid erinnerte mich daran, dass ich nicht alleine war. Ich sah auf Valentina hinab, die mit der zerbrochenen Tänzerfigur in der Hand neben mir auf dem Boden hockte und mit ihren sherryfarbenen Kulleraugen aufmerksam zu mir hoch sah. Lächelnd bückte ich mich zu ihr hinunter und nahm ihr das kaputte Porzellanpüppchen aus der Hand, ehe sie sich daran schnitt.
"Mami wird jetzt mit dir baden, mein Schatz", zwitscherte ich ihr gut gelaunt auf spanisch zu. "Was hältst du davon, hm?"
Danach würde ich meinen Körper von oben bis unten mit dem Parfumöl verwöhnen, das Frank so sehr liebte, und nachdem ich meine Kleine in ihrem Bettchen geparkt hätte, würde ich mich in etwas Hübsches, Transparentes hüllen und mich damit aufs Sofa drapieren, um dort auf die Rückkehr meines Piraten zu warten. Denn ich hatte durchaus vor, die begonnene Krabbelei diesmal nicht im Nichts enden zu lassen. Mein Pirat hatte mit seinen Händen ein kleines, aber beständiges Feuer in meinen Lenden entfacht, das diesmal von ihm auch gelöscht werden sollte.
Die zerbrochene Figur landete im Müllschlucker, nachdem ich Valentina als Ersatz eine Möhre in ihr Händchen gedrückt hatte. Daraufhin ging ich ins Bad und ließ Wasser in die Wanne laufen. Gerade war ich dabei, duftenden Badezusatz hinzuzugeben, als der Quartiersummer quäkte. Stirnrunzelnd richtete ich mich wieder auf und sah in den Wohnraum hinein. Frank? Hatte er etwas vergessen? No, das konnte nicht sein. Er würde den Code eingeben und eintreten. Und nicht an der eigenen Quartiertür bimmeln. Ich verließ das Bad und klaubte auf dem Weg zur Tür Valentina vom Boden auf, die momentan damit beschäftigt war, ihre Möhre zu kauen. Mit ihr auf dem Arm öffnete ich ... und erstarrte mit aufgerissenen Augen.
Es war Frank. Doch nicht mein Mann, sondern der selbstgebackene!!! Carajo!!!

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Space Pirates Teil III
Verfasst: So 18. Sep 2011, 11:14 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: So 15. Aug 2010, 16:19
Beiträge: 14
Ich lächelte leicht, aber nur kurz, denn seine Zusage war noch kein Garant für unseren Erfolg.
„Ich kann dir leider nicht sagen, was mit deiner Familie passiert ist. Diese Information hatte ich nicht. Es ist immer noch sehr schwierig für mich, an viele wichtige Informationen zu gelangen. Ich spiele ihnen schon so lange etwas vor und habe auch viele schlimme Dinge für die Firma getan. Ich will es nicht damit entschuldigen, dass ich es nur getan habe, um die Firma zu vernichten, denn das wäre wohl zu einfach. Ich entschuldige mich für nichts, was ich getan habe.“
Ich sah auf den kleinen See hinaus und beobachtete die Enten dabei, wie sie ihr Gefieder putzen und ins Wasser watschelten. Eine Idylle, die nicht einmal echt war. Aber man konnte sich in ihr verlieren, wenn man sich nach Normalität sehnte.
„Wir müssen sehr vorsichtig sein. Vor allen Dingen brauchen wir einen guten Plan. Auf jeden Fall sollte es damit beginnen, dass ich der Firma einen Erfolg melde. Dass ich dich gefunden habe und zu ihnen bringen werde. Und dort werden wir dann zuschlagen. Aber wir müssen das in Ruhe planen, denn ich bin nicht die einzige mit Fähigkeiten, die für sie arbeitet. Wenn ich ihnen melde, dass ich dich gefunden habe, werden sie Verstärkung schicken, denn meine Anweisung war nicht, mit dir Kontakt aufzunehmen. Außerdem ist mir zu Ohren gekommen, dass sie hier auf DS9 eine ständige Basis errichten wollen, weil hier viele Reisende auf dem Weg aus und in den Gammaquadranten ankommen.“

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 94 Beiträge ]  Gehe zu Seite Vorherige  1 ... 4, 5, 6, 7, 8  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 2 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  


Monstersmilies


cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de