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Verfasst: So 29. Jun 2008, 00:39 
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Saphir
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Wir hatten am Vortag nicht mehr lange beisammen gesessen, denn dazu waren wir alle zu erschöpft gewesen. Nachdem das Essen beendet gewesen war, waren wir in unsere Räume gegangen und hatten uns zum Schlafen hingelegt. Ich war sofort weg gewesen und hatte tief und traumlos geschlafen. Aber wirklich lange war mir die Ruhe nicht vergönnt gewesen - zumindest konnte ich nicht ausschlafen, denn auf einmal wurde ich von Lärm geweckt, der durch die offene Tür in meinen Raum drang. Blinzelnd öffnete ich die Augen und lauschte. Der Lärm hörte nicht auf - Männer, die schimpften und eine Frau, die wimmerte. Aber nicht in der Sprache der Igyaryuk! - Ich wusste sofort, wen ich da hörte.

Eilig schlug ich die Decke zurück, stand auf und lief hinaus in den Eisgang. Dass ich gerade nur ein Nachthemd an hatte, daran dachte ich nicht, weil ich nicht fror. Ich folgte dem Lärm, was nicht schwer war, denn er war die einzige Geräuschquelle an diesem Morgen und gelangte schließlich an den Raum, in dem Sareena "verwahrt" wurde. Von Verwahren konnte aber gerade keine Rede sein, eher von krampfhaft festgehalten, denn sie wand sich im Griff einer ihrer Wachen.
"Was ist hier los?"
Ich fragte das nicht im Kommandoton, obwohl mir als Inuviks Enkelin eine Menge Respekt entgegen gebracht wurde - ungerechtfertigt, wie ich fand. Die Wache - einer von vieren - sah zu mir, und seine Miene geriet entschuldigend.
"Verzeiht, dass Euer Schlaf gestört wurde, Anyu. Aber die Hexe macht Schwierigkeiten."
"Schwierigkeiten?" Ich glaubte ja nicht, was ich da hörte. Sareena war allein, die Männer zu viert, und sie hatte nicht einmal mehr ihre Hexenkräfte. "Lasst sie los!"
Ich hatte mich der kleinen Gruppe inzwischen so weit genähert, dass ich in Sareenas Gesicht sehen konnte - nur einmal hatte ich sie zuvor gesehen, und da war sie mir überirdisch schön und böse erschienen. Jetzt sah ich nur noch eine verängstigte, schwache Frau, die weinte.
"Habt ihr ihr weh getan?" Ich sah die Wache düster an. Ich war ja auch kein Fan von Hexen, aber das war kein Grund, der hier was anzutun. Fand ich jedenfalls.
"Nein, natürlich nicht. Sie wurde auf einmal panisch."
Mein Blick blieb finster. Ich sah Sareena an und fragte sie: "Gibt es einen Grund für dein Theater?"
Man sollte doch meinen, dass es ihr hier ziemlich gut ging. Ich hatte schon von ganz anderen Zuständen gehört, unter denen Gefangene leben mussten.

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Verfasst: So 29. Jun 2008, 00:47 
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Irrlicht
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Ich war noch immer nicht wieder bei mir und weinte und wollte nach Hause. Aber dann plötzlich hörte ich eine andere Stimme. Eine Frauenstimme und mein Blick fiel auf eine sehr junge Frau. Sie sprach mit den Männern und diese behandelten sie, als wäre sie etwas besonderes. Die Männer ließen mich auf ihren Befehl hin los und langsam wurde mir bewusst, dass das alles nur ein Traum gewesen war. Nein, nicht nur ein Traum, sondern Erinnerungen. Aber was meinte die Frau mit Theater? Was sollte das sein? Der Sinn ihres Satzes war wohl der, dass sie annahm, dass ich hatte ausbrechen wollen, oder sonst etwas vorgehabt hatte. Ich sah sie einfach nur an und schüttelte meinen Kopf. Noch immer verspürte ich die große Angst, die ich im Traum gehabt hatte und sie wich nur langsam wieder aus mir. Wieso ließ Manon das zu? Wieso ließ er mich hier alleine zurück? Oder war dies alles nur eine beabsichtigte Folter dieser alten Führerin? War doch etwas in dem Trank gewesen, der mich diese Dinge einbilden ließ?
"Warum tötet ihr mich nicht sofort?" fragte ich es flüsternd.
"Warum lasst ihr mich diese Bilder sehen? Was bezweckt ihr damit? Ich kann euch nichts mehr geben."

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Verfasst: So 29. Jun 2008, 00:56 
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Saphir
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"Hier wird niemand getötet!", behauptete ich einfach, ohne es genau zu wissen - immerhin hatte es während meines dreimonatigen Aufenthalts bei den Igyaryuk keinen ähnlichen Fall gegeben, und ich war nicht darüber informiert, was sie normalerweise mit ihren Gefangenen taten. Ich tippte einfach mal ins Blaue.
"Und von welchen Bildern sprichst du? - Reiß dich mal ein bisschen zusammen, okay? Du flippst hier rum, als wärst du auf Crack! Hast du kein bisschen Stolz? Hat sich der mit deiner Magie verabschiedet?"
War ja erbärmlich, was die Oberhexe Sareena hier gerade für ein Bild bot! Und vor der hatten alle Angst gehabt? Kaum zu glauben.

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Verfasst: So 29. Jun 2008, 08:18 
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Irrlicht
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Was sprach diese junge Frau für eine merkwürdige Sprache? Überhaupt war sie irgendwie anders, als die anderen, die hier herum liefen. Aber der Tonfall ihrer Worte war eindeutig. Ich kniff die Augen zusammen und hatte mich wieder gefangen, wenn es auch schwer gewesen war.
"Verschwinde und geh zu deiner alten Hexe. Frag sie doch danach, denn sie hat mir diese Bilder geschickt" zischte ich es der jungen Frau entgegen und drehte mich von ihr weg. Ich ging zu meinem Lager und setzte mich dorthin. Eng schlang ich die Decken um mich und und beachtete niemanden mehr. Es würde nichts ändern. Sie würden mich beim nächsten Mal zwingen, etwas zu trinken, damit ich wieder diese Qualen durchleiden musste. Ich wusste nur immer noch nicht, wieso sie das taten.

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Verfasst: So 29. Jun 2008, 11:00 
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Saphir
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Ich war nicht Mutter Teresa, und für gefallene Hexen hatte ich auch nur wenig übrig. Darum zuckte ich mit den Schultern und wandte mich vom Eingang zu Sareenas Suite ab.
"Weiter machen!", wies ich die Wachen dabei an, die mich daraufhin irritiert ansahen. Auch das war mir ziemlich egal. Ich ging zurück in meinen Eisraum und überlegte dort, mich noch mal für ein oder zwei Stündchen aufs Ohr zu hauen. Aber ich war zu wach dazu. Und außerdem hatte ich Sehnsucht nach Darâg. Ich zog mich also an, verließ meinen Raum wieder und ging in seinen, der etwas weiter den Eisgang hinunter lag.
Und wie ich es vermutet hatte, lag mein Herzblatt noch im Bett und schlief. Mit nacktem Oberkörper, so viel konnte ich sehen, da er die Decke nur bis zur Taille hochgezogen hatte. Ich setzte mich auf seine Bettkante, betrachtete den schönen Kerl vor mir einen Moment lang seufzend, dann zupfte ich ihm am Bart und schmunzelte, als er das Gesicht verzog. Darâgs Wachsamkeit schien schlagartig nachzulassen, wenn er sich in Sicherheit wusste. Noch vor ein paar Tagen wäre er jetzt aus dem Bett geflogen und hätte mit wildem Blick nach seinem Schwert gegriffen. Mein Blick wanderte über seine nackten Schultern und seine glatte Brust, und ich schmunzelte wieder - schade, dass er das jetzt nicht tat.

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Verfasst: So 29. Jun 2008, 11:15 
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Irrlicht
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Die junge Frau verschwand wieder und ich war wieder alleine. Der Schlaf war nicht sehr erholsam gewesen, weil der Traum mir zugesetzt hatte. Aber ich wollte nicht mehr schlafen, denn ich war sicher, dass es dann wieder von vorne beginnen würde. Ich kniete mich hin und schloss meine Augen. Tief in mir suchte ich nach meiner Verbundenheit zu Manon. Suchte ihn und seinen Hauch, den er stets in mir hinterlassen hatte, wenn ich mich ihm hingegeben hatte. Er musste doch irgendwo noch sein. Es konnte nicht sein, dass er mich im Stich gelassen hatte. Manon war nicht so. Er wusste, dass ich ihm tief ergeben war. Sie hatten gelogen. Diese Bilder waren nicht echt gewesen. Ich war freiwillig zu Manon gegangen und er hatte mir die Ehre erwiesen, ihm zu dienen. Ich begann in seiner ganz eigenen Sprache zu Manon zu beten. Er war doch so mächtig, also wieso ließ er mich hier bei den Eisleuten? Wieso holte er mich nicht zu sich? Verzweiflung und Schmerz brandeten in mir auf, wieder einmal eine Folge davon, dass ich meine Magie verloren hatte. Der Mensch forderte sein Recht und tief in mir wusste ich, dass der Traum der Wirklichkeit entsprochen hatte. Jedoch wollte ich es mir nicht eingestehen, weil es mein ganzes Dasein in Frage gestellt und vor allen Dingen zerstört hätte.

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Verfasst: So 29. Jun 2008, 13:38 
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Saphir
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Ich lachte auf, obwohl mein Herz noch klopfte von dem Schreck, den Darâg mir gerade verpasst hatte.
"Um diese Zeit? Weißt du eigentlich, wie spät es ist? Alles ist schon auf und wartet auf dich!", log ich kackfrech und küsste Darâg grinsend. Da man hier in der Höhle die Sonne nicht sehen konnte und man nicht mal wusste, ob es draußen noch dunkel oder schon hell war und weil es hier sowas wie Uhren nicht gab, konnte ich das ganz gefahrlos tun. Darâg konnte es nämlich nicht überprüfen.

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Verfasst: So 29. Jun 2008, 13:44 
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Saphir
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Im ersten Moment wollte ich protestieren, im zweiten durchschaute ich seinen Trick.
Ich stand auf, um ihm Platz zu machen, verschränkte meine Arme vor meiner Brust und sah ihn auffordernd an: "Na dann - steh mal auf und lass mal sehen!"
Das hätte ich ja nicht gedacht, dass ich doch noch was geboten bekommen würde. So schnell!

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Verfasst: So 29. Jun 2008, 13:57 
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Saphir
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Darâg irrte sich, denn ich sagte überhaupt nichts. Ich hatte nämlich über seinen Anblick die Sprache verloren und starrte ihn mit offenem Mund an. Dabei spürte ich deutlich, wie mein Gesicht zu glühen begann.
"Ich, äh ... klar!"
Sagte ich zwar dann doch, aber ich rührte mich trotzdem nicht, weil ich überhaupt nicht in der Lage war, meinen Blick von Darâgs nacktem Körper zu nehmen. Der einzige Mann, den ich in meinem Leben je nackt gesehen hatte, war Dad gewesen. Und das war schon geraume Zeit her. Und es war eben Dad gewesen.
Darâg blickte wieder über seine Schulter zu mir, und das machte mir Beine.
"Frühstück! Kommt gleich!", stieß ich hervor und flog aus dem Raum. Das Bild vom nackten Darâg flog allerdings mit, denn das wurde ich nicht mehr los.

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Verfasst: So 29. Jun 2008, 15:36 
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Irrlicht
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Manon erhörte mich nicht. Er kam nicht zu mir, um mich zu befreien. Mittlerweile glaubte ich, dass er gar nicht die Macht dazu hatte, hier ins Land des Eisvolkes zu gelangen. Ich glaubte auch, dass er sich bereits eine neue Königin erwählt hatte, die er nun zu seiner Gefährtin gemacht hatte. Wo ich früher mit unendlicher Wut reagiert hätte, reagierte ich nun resigniert und verzweifelt. Ohne Manon würde ich hier ewig in diesem Raum leben müssen. War der Traum doch die Wirklichkeit gewesen? Hatte ich gesehen, was damals geschehen war? Waren es Erinnerungen, die tief in mir begraben gewesen waren? Ob meine Eltern noch lebten? Ich hoffte für sie, das nicht, denn ich würde mich grausam an ihnen rächen, sollte ich jemals von hier wieder frei kommen. Auf einmal verspürte ich Sehnsucht, als das Gesicht meines Bruders vor meinen Augen erschien. Was aus ihm wohl geworden war? Lebte er überhaupt noch, oder hatte er sogar zu den Soldaten gehört, die gegen Zurak gekämpft hatten? Wusste er, dass Sareena die Hexe gleichbedeutend mit seiner kleinen Schwester war, die man damals verschleppt und verkauft hatte? In meinen Augen begann es zu brennen, als ich an ihn denken musste und dieses Mal hasste ich das Zeichen der Schwäche nicht. Es kam mir richtig vor, wenn ich an Nolan dachte, dass ich wieder das kleine Mädchen von damals wurde.
All das änderte jedoch nichts daran, dass man mich hier gefangen hielt. Eine junge Frau kam herein und brachte etwas zu Essen und zu Trinken. Ich schüttelte den Kopf und schickte sie damit wieder weg. Ich wollte nichts zu mir nehmen. Wer wusste, was man mir dieses Mal darunter gemischt hatte, um mir noch mehr schmerzvolle Erinnerungen zu bringen.

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Verfasst: Mi 2. Jul 2008, 13:22 
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Saphir
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Wir blieben noch bis zum späten Vormittag bei den Igyaryuk, genossen ein ausgiebiges Frühstück und unterhielten uns noch eine Weile mit meiner Großmutter, aber dann hielt uns nichts mehr in den Eisbergen. Darâg hatte erfahren, was er hatte wissen wollen – wobei ich mir allerdings nicht sicher war, ob er was mit Inuviks Erklärungen anfangen konnte – und nun wurde es Zeit, dass er nach Camdyn zurückkehrte. Das Volk wartete auf ihn, denn inzwischen musste der Ausgang der Schlacht sich wie ein Lauffeuer verbreitet haben. Man wollte sicher endlich den neuen König sehen. Das war für die Menschen in Camdyn wichtig, denn so lange das nicht geschah, würden sie vielleicht nicht wirklich an einen Thronwechsel glauben. Und für Darâg war es auch wichtig. Er musste seinen neuen Platz so schnell wie möglich einnehmen, um Sicherheit und Stabilität ins Land zu bringen. Nicht, dass noch ein anderer daher kam und ihm den Titel streitig machte.
Also flogen wir kurz vor Mittag zurück nach Süden – wir, das waren Darâg, ich und Tikaani, der uns zur Sicherheit begleiten wollte, aber auch an der Krönung teilnehmen wollte – als diplomatischer Vertreter seines Volkes sozusagen. Sareena blieb in Inuviks Obhut zurück, und darüber war ich nicht traurig. Für mich war sie immer noch eine miese Hexe, egal, ob sie gerade Macht hatte oder nicht. Je mehr Abstand zwischen ihr und uns lag, umso besser.

Volle vier Tage und Nächte dauerte unsere Reise, aber schließlich kamen wir in Camdyn an. Wir landeten auf der Ebene vor der Stadtmauer, da Berigar, wie versprochen, dort mit dem Heer auf uns gewartet hatte und es innerhalb der Stadtmauern sowieso zu eng für die Drachen geworden wäre. Außerdem wollten wir die Menschen nicht erschrecken. Sie alle hatten mehr oder weniger schlechte Erfahrungen mit Drachen gemacht und wussten wahrscheinlich nicht, dass die Eisdrachen nicht die Bösartigkeit der Schwarzen Drachen besaßen.
Kaum waren wir aus den Sätteln geglitten – jeder von uns ziemlich steif, muss ich hinzufügen, denn ein so langer Beinahe-Non-Stop-Flug war auch für einen Igyaryuk kein Pappenstiel, für Darâg und mich sowieso nicht – kamen Berigar und ein paar der Männer, die sich immer in seiner Gegenwart aufhielten, lächelnd auf uns zu und begrüßten uns.
„So ist es also so weit“, meinte Darâgs erster Mann enthusiastisch, als die Begrüßung vorüber war. „Der König nimmt seinen rechtmäßigen Platz ein!“
Täuschte ich mich, oder hörte ich bereits Hochrufe aus der Stadt? Man hatte ganz sicher den Anflug unserer beiden Drachen bemerkt und war wohl darüber informiert, wer auf diesen angeritten gekommen war.

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Verfasst: Do 3. Jul 2008, 10:58 
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Saphir
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Ich kam mir vor wie die Helena im Film "Troja", als wir in die Stadt einzogen - mit dem Unterschied, dass ich nicht in einem Streitwagen stand, sondern auf einem Pferd saß, das auf wundersame Weise in die gleiche Richtung wollte wie ich. Und dass der Mann an meiner Seite kein Schnullibubi war, sondern der absolut tollste Typ, dem ich je begegnet war!

Wir wurden überschüttet mit Blumen und Hurra-Rufen, Kinder rannten neben unseren Tieren entlang und begleiteten uns mit leuchtenden Augen, Männer stießen die Fäuste in die Luft und schrieen ihre Begeisterung für den neuen König heraus, und die Frauen ... tja, die Frauen brachten die gleiche Begeisterung auf andere Weise zum Ausdruck. Nämlich indem sie sich ans Herz griffen, Darâg dabei mit schmachtenden Blicken verschlangen oder ihm - die Mutigeren von ihnen - Handküsse zuwarfen. Oder sogar in Ohnmacht fielen. Na das waren ja interessante Aussichten!
Ich ignorierte die weiblichen, völlig überzogenen Reaktionen geflissentlich und winkte stattdessen lieber den Kindern zu, die von Tikaani und mir mindestens genauso fasziniert zu sein schienen wie vom neuen König.
Und so zogen wir in den großen, aus Sandstein gemauerten, wehrhaft aussehenden Palast ein, von dessen Mauern lange, bunte Fahnen herab hingen und fröhlich im Wind flatterten. Und auch dort wurden wir überschwenglich begrüßt, denn zahlreiche Soldaten empfingen uns mit Jubelgeschrei und hoch in die Luft gehobenen Schwertern, und die Bediensteten schwenkten Tücher oder warfen Kappen in die Höhe. Es war einfach unglaublich, wie die Leute hier vor Freude ausflippten!

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