Skriptorium
Aktuelle Zeit: Do 18. Jan 2018, 12:02

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 
Autor Nachricht
Verfasst: Mo 23. Okt 2017, 21:13 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Sa 21. Okt 2017, 23:03
Beiträge: 2
Exkursion in die Geschichte der Zauberei

1. Ein ganz normaler Arbeitstag

Tagebucheintrag des 14. Juni 2017, Zaubereiministerium: Ich fühle mich wie in der Schule. Man zitierte mich in das Büro unseres Abteilungsleiters. Nachdem der letzte Auftrag abgeschlossen ist, weiß ich bereits wie Barnaby auf mich reagieren würde. Ein toller Tag!

"Du hast Mist gebaut! Du hast großen Mist gebaut und ich habe dich auch noch vorher gewarnt!", hörte ich eine Stimme hinter mir erklingen. Es war Roberts Stimme. Er war ein kleiner, kahlköpfiger und eifriger Mitarbeiter in unserer Abteilung, der sich seit jeher besonders um Regeln und Vorschriften scherte.
"Es tut mir Leid, Robert!", erwiderte ich und drehte mich auf meinem Stuhl in Richtung Tür. "Aber hätten wir auf die Verstärkung gewartet, wären sie uns entkommen."
"Das ist wahrscheinlich sogar wahr. Aber dennoch wird das Barnaby kaum interessieren. Es geht ihm nur darum uns fertig zu machen. Nein, eigentlich geht es ihm nur darum dich fertig zu machen, aber er wird mich auch fertig machen, weil ich mit dir arbeite! Ich kann dann mal meinem Traum als Leiter der Zentrale adieu sagen!"
"Krieg dich wieder ein. So schlimm wird es wohl nicht werden. Du hast nur nach meinen Anweisungen gehandelt."
"Wenn das Barnaby nur berücksichtigen würde ...", antwortete er, machte auf dem Absatz kehrt und verließ mein Büro.
Ich konnte die laute und gröhlende Stimme meines unbeliebten Vorgesetzten schon hören. Aber was hätte man tun sollen? Rein gar nichts? Trolle waren keine Kuscheltiere! Ich hatte keine Ahnung, dass es sich bei dem Troll um das Haustier des berüchtigten und verschwundenen Meister Eckhardt handelte, der vor einiger Zeit in Osteuropa verschwunden war. Wären es eventuell ehemalige Todesser gewesen, hätte Barnaby einen Grund gehabt mich zu tadeln ... oder gar rauszuwerfen. Aber verschwundene Besen und Kessel aus einem Dorf ... das war normalerweise nicht das Werk von Schwerkriminellen, zumal es rein gewöhnliche Besen waren, von denen nur einige fliegen konnten. Ich hatte den Krempel in einer Höhle gefunden, zusammen mit Meister Eckhardt und seinem Haustier, das die Besen als Feuerholz benutzte um Suppe in dem ebenfalls geklauten Kessel zu kochen. Er hatte es tatsächlich geschafft ihm das Sprechen und Kochen beizubringen. Aber das würde Barnaby kein Stück interessieren.
Ich schaute auf das Stundenglas, welches abgelaufen war, und stand auf, um in das Büro zu gehen. Obwohl es sich in der gleichen Etage befand, war es dennoch eine ziemliche Strecke. Es dauerte ganze fünf Minuten den Eingangsbereich der zweiten Etage zu erreichen, in dem sich ebenfalls das Büro des Leiters der Aurorenzentrale befand, welcher Harry Potter war, der, der einst den dunklen Lord besiegt hatte und deshalb nun alle ehemaligen Todesser sich im Land verteilt hatten. Es war nun bedeutend schwieriger diese zu finden und dingfest zu machen. Aber gut. Die Gefahr war gebannt, das Land, oder eher die ganze Welt, wieder sicherer. Was gab es nun zu tun? Todesser aufspüren? Das war die Aufgabe von höher dekorierten Mitarbeitern, wie etwa dem berühmten und allzeit schmierigen Auror Patrick Primes, der nicht nur all seinen untergebenen Kollegen gehörig auf den Geist ging, sondern der auch noch das Schoßhündchen Barnabys war. Meine Wenigkeit befasste sich mit den eher kleineren Aufgaben, zum Beispiel mit dem Aufspüren von verschwundenen Besen, der Kontrolle von nicht genehmigten Transportmitteln und der Überprüfung von ausländischen Zauberern in der Winkelgasse. Meine eigentliche Tätigkeit hatte sofort an Bedeutung verloren, als Barnaby das erste Mal sein neues Büro von innen betrachtet hatte. Ursprünglich war ich Auror in der Abteilung Chronologische Ermittlungen gewesen. Es war eine unglaublich spannende Arbeit. Die Zeit hatte mich schon immer sehr fasziniert, weil sie die einzige unerschöpfliche Macht im Universum war. Mein Büro war gefüllt mit Büchern über die Geschichte der Zaubererwelt und der Muggelwelt. Meine Aufgabe hatte darin bestanden Anomalien in der Geschichte aufzuspüren und zu überprüfen, gegebenenfalls dorthin zu reisen und die Geschichte wieder gerade zu rücken. Aber meine Abteilung wurde schlicht aufgelöst, und obwohl wir ursprünglich schon unterbesetzt waren, war es ein noch viel größerer Hieb als Barnaby unsere Abteilung als reinste "Zeitverschwendung" betitelte. Ein toller Wortwirtz.
Es war tatsächlich nicht oft vorgekommen, dass ich durch die Zeit reisen musste. Um genau zu sein, hatte ich das erst einmal getan. Es hatte mich in das Jahr 1926 verschlagen. Meine Aufgabe bestand darin einen Zauberer aufzuspüren, der den berühmten Autor Newt Scamander umbringen wollte. Seine Motive waren nicht ganz klar gewesen, allerdings hätte der Mord zu schwerwiegenden Fehlern in der Geschichte geführt.
Und nun wurden die einzigen Mitarbeiter dieser Abteilung in einen anderen Bereich versetzt, daher blieb die Geschichte nun vollkommen schutzlos. Es hatte ursprünglich noch mehrere Mitarbeiter gegeben, diese waren allerdings verschwunden. Nachdem sie in die Vergangenheit geschickt wurden, waren sie nie wiedergekehrt. Im besten Fall hatten sie sich mit der Kalkulation in der Rükreise verschätzt und kommen irgendwann in der Zukunft wieder, oder im schlimmsten Fall waren sie einfach umgekommen. Dieses Ereignis hatte unserer Abteilung das Genick gebrochen.

"Ratchett!", hörte ich seine aggressive Stimme bereits, als ich Barnabys Büro betrat. "Noch nie in meinem Leben habe ich einen solch schlechten Bericht gelesen! Sie sind ohne Verstärkung in die Höhle des Verdächtigen gekrochen und haben anschließend diesen verfluchten Eckardt nicht festgenommen?!"
"Der Troll stellte keinerlei Gefahr dar. Und Eckardt hatte ihn ..."
"HALTEN SIE DIE KLAPPE!!!", brüllte er erneut in meine Richtung und warf mir meinen Bericht zu Füßen. "Sie können froh sein, dass zur Zeit Personalmangel in der Aurorenzentrale herrscht, sonst würden Sie ganz schnell auf der Straße sitzen! Immerhin sind Sie der Grund, weshalb hier Mangel herrscht! Chronologische Ermittlungen! So ein Quatsch! Wenn es nach mir ginge würden Sie für den Rest Ihres Lebens als Stundenglas verbringen! Wenn Sie sich soetwas noch einmal erlauben, werden Sie Taschendiebstähle in der Winkelgasse aufklären! Haben Sie mich verstanden?"
Ich seufzte laut und wollte gerade antworten, als sich die Tür öffnete und jemand hereinschritt, dessen Duftwolke ich auf einer Meile riechen würde.
"Sir, ich habe diesen Abschaum festgenommen und zugleich seine gesamte Familie, die überraschenderweise ebenfalls in kriminellen Handlungen verstrickt war. Oh, Sam. Ich wusste nicht, dass Sie wieder da sind. Was war es diesmal? Ein Hauself?"
"Ganz und gar nicht. Es stellte sich heraus, dass es sich um ein Wesen mit außerordentlich guten Manieren im Umgang mit seinen Mitmenschen handelte. Ein Troll. Sie sollten sich von ihm eine Scheibe abschneiden", sagte ich diesem aufgeblasenen und hochnäsigen Wichtigtuer, der sich nur desinteressiert abwandte. "War das alles, Sir?"
Barnaby fixierte mich mit seinen kleinen Augen durch seine viel zu große Brille, doch ohne eine Antwort abzuwarten verließ ich sein Büro und machte mich auf den Weg in meines.

Archäologie der ersten Zauberergemeinschaften. Ein tolles Buch. Zauberer und Hexen waren schon in der Bronzezeit mächtige Zeitgenossen, obwohl sie sich bloß auf das brauen von Tränken beschränkt hatten.
Es wunderte mich kein bisschen, dass Barnaby nicht zufrieden war. Es war der vierte Auftrag nach der Schließung der Abteilung und es sollte wohl auch nicht der letzte sein. Ich hatte bereits überlegt mich selbstständig zu machen, oder zumindest in einem anderen Land zu arbeiten. Aber für Selbstständigkeit fehlte mir die nötige Lizenz und das nötige Geld. Der Zaubereiminister, Kingsley Shacklebolt, würde es wohl kaum zulassen, wenn einer seiner Zauberer im Alleingang mit der Zeit spielen würde. Das käme ihm nie in den Sinn. Aber so war es nun. Durch die Zeit reisen werde ich wohl in Zukunft nicht mehr so häufig.


Nach oben
 Profil  
 
Verfasst: Mi 25. Okt 2017, 04:07 
Benutzeravatar
Irrlicht
Offline

Registriert: Sa 21. Okt 2017, 23:03
Beiträge: 2
Tagebucheintrag des 15. Juni 2017, Zum Tropfenden Kessel: Nach dem gestrigen Tag hat mich tatsächlich der alte Barnaby in den unbezahlten Urlaub geschickt. Sei's drum. Wenigstens etwas Zeit zum nachdenken.

Mir fiel mein Gesicht fast auf den Tisch, als ich einfach in die Leere schaute. Meine Gedanken kreisten hin und her und ich hatte keine Möglichkeit mich zu konzentrieren. Ich wartete auf meine alte Schulkollegin, mit der ich schon lange Zeit befreundet war. Wann immer wir einen schlechten Tag erwischt hatten, hatten wir es immer wieder geschafft uns aufzurichten, doch diesmal reiste sie aus Moskau an, weshalb sich ihre Ankunft ein wenig verspätete. Sie kam mit dem Zug.
Ich beschloss mir ein wenig die Beine in der Winkelgasse zu vertreten und sagte der Wirtin Hannah, der Ehefrau von Neville Longbottom, sie sollte Miranda Bescheid geben, wo sie mich finden konnte.
Die Winkelgasse hatte sich ziemlich verändert. Nach dem Tod Voldemorts war sie sogar zu neuer Blüte aufgestiegen. Neue Geschäfte hatten sich niedergelassen, einige alte hatten geschlossen. Es herrschte allerdings noch kein reges Treiben wie man es gewöhnt war, wenn die Schule begann. Die Zaubererfamilien würden erst in einem Monat beginnen massenweise hierher zu strömen. Jetzt wurde die Gasse lediglich von einigen Anwohnern und auch Reisenden bevölkert.
Von all den Wundern hier interessierte mich vor allem Flourish and Blotts, die Zauberbuchhandlung, da sie neben den ganzen Schulbüchern auch einige Exemplare über die Geschichte verkaufte, die es sonst bloß in Hogwarts oder in der magischen Abteilung der Bibliothek des Trinity College in Irland gab. Doch bevor ich die Buchhandlung erreichte, schweifte mein Blick über die Fassade des Zauberstabladens Ollivanders.
Garrick, der Besitzer, saß hinter seinem Schreibtisch und las in einem Buch. Ich erinnerte mich ganz genau an den Tag, als ich zum ersten Mal einen Zauberstab bekam. Und diesen hatte ich noch immer. Ich griff in meinen Mantel, zog ihn hervor und ließ ihn ein paar Mal in meiner Hand wippen. Er hatte mich doch tatsächlich so lange begleitet. Ein sehr robuster und schöner Zauberstab, der, obwohl er recht gleichmäßig und schlicht erschien, dennoch elegant wirkte. Das Griffstück war eher ein wenig breiter als der vordere Abschnitt, lag aber durch das leicht geschwungene Ende hervorragend in der Hand. Es war fast so, als ob der Zweig des Baumes genau für eine Menschenhand gedacht war. Er war nicht allzu lang, 13 ⅕ Zoll, was ihn sehr handlich machte, und er bestand aus Eiche und Drachenherzfaser, eine wirklich gelungene Kombination. Mein Mantel hingegen hatte schon bessere Tage gesehen, was manch einen prüfenden und abfällig wirkenden Blick auf mich zog. Aber darüber machte ich mir keine Sorgen.
Mein Blick schweifte weiter durch die Gasse und ich setzte meinen Spaziergang zur Buchhandlung fort.
Flourish and Blotts war ein staubiges, aber durchaus sehr gemütliches Geschäft. Die Bücher stapelten sich bis unter die Decke und es roch immer nach altem Pergament. Als ich als einziger Kunde den Laden betrat, klappt eine älterer Herr hinter der Theke sein Buch zu, musterte mich durch seine Lesebrille, die er sofort abnahm, um mich aus der Ferne zu betrachten, und lächelte.
"Mister Ratchett! Schön, dass Sie endlich da sind! Ich habe mich schon gefragt, wann Sie wieder hier auftauchen würden", sagte der Verkäufer und kam schnurstracks auf mich zugeschlichen, darauf achtend nicht über die Bücher auf dem Boden zu stolpern.
"Freut mich ebenfalls hier zu sein! Was haben Sie neues für mich?", fragte ich den Mann, der mir lächelnd eine Tasse Tee reichte.
"An Büchern leider gar nichts. Scheint wohl nix neues in der Vergangenheit zu geben", lachte er und setzte sich hinter seinen Schreibtisch.
"Es muss doch wenigstens eine Abhandlung oder einen Artikel über die letzten Jahre geben. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das irgendjemand niedergeschrieben hat."
"Das erfahren Sie wohl aus dem Tagespropheten. Wir haben wirklich nichts." Es schien, als ob der Mann genauso enttäuscht darüber war wie ich. Er wandte sich einer kleinen Truhe zu, die auf seinem Schreibtisch lag. "Ich habe gestern eine Eule aus Hogwarts empfangen. Der Brief scheint für Sie zu sein."
Ich runzelte die Stirn, nahm den Brief entgegen und drängelte mich an den Leuten vorbei, die gerade hereingeschneit kamen, um mir einen Platz am Fenster zu suchen.

Sehr geehrter Mister Ratchett,

in Annahme, dass Sie wohlauf sind, schreibe ich Ihnen nun diesen Brief, um Ihnen mitteilen zu dürfen, dass wir Ihre Anfrage auf die Stelle des Lehrers für Verteidigung gegen die dunklen Künste überprüft haben und zu dem Entschluss gekommen sind, dass Sie die richtige Wahl sind. Herzlichen Glückwunsch!
Ihre gewünschte Stelle als Lehrer für Geschichte der Zauberei konnten wir Ihnen leider nicht geben, da sie nach wie vor noch von Professor Binns bekleidet wird.

Mit freundlichen Grüßen

Minerva McGonagall, Schulleiterin der Hogwartsschule für Hexerei und Zauberei

PS: Sagen Sie uns doch beim nächsten Mal bitte, wo Sie sich aufhalten. Ein Glück, dass Professor Slughorn Sie besonders gut kennt.


In mir tobte ein Feuersturm. Ich konnte mein Glück gar nicht fassen! Es war, als würde ein Kind an Weihnachten sein Lieblingsschaukelpferd geschenkt bekommen. Schmunzelnd steckte ich den Brief in meine Innentasche und nahm einen Schluck des Tees. Es war mir ein persönlicher Triumpf endlich eine Stelle gefunden zu haben, in der mir niemand mehr solche Aufgaben an den Hals hetzte. Ich war froh endlich meine Kündigung dem Zaubereiministerium überreichen zu können. Mir persönlich hätte es eine noch größere Freude bereitet, wenn die Stelle im Fach Geschichte der Zauberei frei gewesen wäre, aber Professor Cuthbert Binns war ein sehr guter Lehrer, auch wenn er den Unterricht etwas langweilig gestaltete. Auf eine freie Stelle in diesem Fach würde ich aber noch ziemlich lange warten müssen, denn Professor Binns würde sie nicht so leicht hergeben wollen. "Nicht in tausend Jahren", so seine Worte. Und das meinte er ernst, denn er war ein Geist, der eines Nachts gestorben war und am nächsten Tag wie gewohnt zum Unterricht gegangen war - nur eben ohne seinen Körper.
"Na, wieder am stöbern?", sagte eine Stimme, die mir sehr vertaut vorkam. Ich drehte mich auf meinem Platz und erblickte Miranda, welche gerade durch die Tür schritt. Sie war ein Jahr jünger als ich, hatten uns aber in Hogwarts schon kennengelernt. Sie war eine sehr schöne Frau mit nachtschwarzen Haaren und treuen braunen Augen und einer dunklen Haut, die Ruhe und Geborgenheit vermittelte. Wir verstanden uns seit jeher prächtig, auch wenn es während unserer Schulzeit nicht sehr einfach war, da sie eine Slytherinschülerin gewesen war und mit der Hochnäsigkeit ihrer Mitschüler zu kämpfen hatte, wobei ich dem Hause Ravenclaw angehörte. Sie war tatsächlich auch Aurorin geworden, wobei es ihr wesentlich leinfacher erging, da ihr Posten nicht ganz so viele Probleme bereitete.
"Miranda! Schön dich wiederzusehen!", sagte ich und fiel ihr um die Arme. Mit einer Handbewegung bat ich sie sich zu setzen. "Wie ich sehe hast du den Kampf mit dem Meister aus Novgorod gut überstanden!", merkte ich an, da sie sehr glücklich strahlte.
"Stimmt! Der macht niemandem mehr Probleme. Das russische Zaubereiministerium hat mir dabei sehr geholfen. Du kannst dir gar nicht vorstellen wie weit ich in die Wildnis vordringen musste, nur um ihn zu finden. Er hatte sich in einer kleinen Höhle mitten in Sibierien verschanzt. Natürlich wusste er, dass wir hinter ihm her waren, deshalb war er auch kaum aufzuspüren. Aber letztendlich hat es gut geklappt!", lachte sie und zog sich ihren Umhang aus. Es war ein wenig kühl draußen, dafür in der Buchhandlung sehr warm durch die vielen Besucher. "Und du? Ich hörte etwas von einem Troll. Hat dir Barnaby wieder ins Handwerk gepfuscht? Oder besser gesagt ... hat er die den Minutenzeiger verdreht?" Sie fing lauthals an zu lachen, doch ich blieb trocken. Sie hatte schon immer die Gabe vollkommen schlechte Witze zu reißen, über die nur sie lachte. Aber das mochte ich an ihr.
"Kann man so sagen. Der Troll ist hoffentlich kein Problem mehr. Es stellte sich heraus, dass er zum verschwundenen Meister Eckhardt gehörte. Naja, dieser Auftrag dauerte nicht sehr lange an. Aber ... dafür habe ich endlich die Zusage für die Lehrerstelle bekommen!", sagte ich und griff in meinen Mantel, um ihr den Brief unter die Nase zu halten.
Sie stieß einen freudigen Schrei aus und drückte mir einen Kuss auf die Wange. Wir hatten uns sehr lange Zeit nicht mehr gesehen und ich freute mich riesig, dass sie nun mir gegenüber saß. Wir redeten viel über Vergangenes, über die Zukunft, viel über andere und vor allem, was gerade passierte. Wir redeten über große Dinge, über kleine Dinge. Es machte viel Spaß sich mit ihr zu unterhalten.
Gegen Abend verließen wir den Laden und der Besitzer von Flourish and Blotts zog seinen Zauberstab und ließ ihn einmal lässig durch die Luft schwingen, sodass drei Besen herangeeilt kamen um den Boden zu wischen. Der Mann ließ noch ein "Gute Nacht!" aus seinem Kämmerchen hören, bevor die Tür sich von selbst schloss und ein Geschlossenschild sich zur Gasse hin zeigte. Einige wenige Laternen brannten noch und Passanten streiften in Richtung Gasthaus, um sich wohl noch ein Abendmahl zu genehmigen.
"Lust auf einen Spaziergang?", sagte Miranda und deutete in Richtung Gringotts-Bank. Ich nickte grinsend.
"Wie sieht es bei dir so aus?", fragte ich sie, wobei ich ein Grinsen nicht verstecken konnte.
"Warum grinst du so? Redest du etwa von Ralph?", fragte sie und blieb abrupt stehen.
"Ganz und gar nicht. Wollte nur wissen wie es mit deiner Schokofroschkartensammlung steht", log ich und blickte verschmitzt zu Boden.
"Aham ...", machte sie und schüttelte den Kopf, wobei sie mir einen scharfen Blick zuwarf.
"Also ... hat er eigentlich schon einen Platz in der Kartenreihe bekommen?", fragte ich.
"Er steht noch im Gespräch", sagte sie mit einem Anflug von Stolz in ihrer Stimme.
"Ich verstehe", antwortete ich und kickte einen Stein quer durch die Gasse, der einen krummen Briefkasten traf und ein sehr unangenehmes "Klong!" verursachte.
"Ruhe da unten!", brüllte jemand aus einem Fenster oberhalb eines kleinen Pub.
Miranda warf mir einen belustigten Blick zu. "Keine Sorge. Du verdienst auch einen Platz in dieser Reihe", sagte sie und tätschelte meine Schulter.


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 2 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  


Monstersmilies


cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de