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Verfasst: Do 29. Mär 2007, 15:04 
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Er muss doch noch ins Büro?
Carmen seufzt in Gedanken auf, denn den Tag hat sie sich doch irgendwie anders vorgestellt. Ein wenig mit Frank spazieren gehen und dabei ein Eis essen wäre schön gewesen. Oder vielleicht auch eine kleine Stadtrundfahrt oder baden im Meer. Oder ein kuscheliger Nachmittag und Abend mit ihm in seiner Wohnung .. mit Essen, das sie hätten kommen lassen können .. und vielleicht mit einer kleinen Wiederholung des gestrigen Duschprogramms.
Aber nein, er muss ja ins Büro!
'Gewöhn dich schon mal daran, chica, denn das wird von jetzt an jeden Tag Sache sein!'

Carmen spricht ihre miesepretrigen Gedanken nicht aus, sie lässt sie sich nicht einmal anmerken. Sie weiß ja, dass Frank nichts dafür kann. Und wie könnte sie deshalb jetzt herumzicken, vor allem, nachdem er sich doch bis jetzt auch noch so großzügig erwiesen hat? Mit ihr einkaufen gegangen ist, ihr alles bezahlt hat!
Sie lächelt zu ihm in die Höhe und nickt.
"Si claro. Ningun problema. Dann seh ich auch gleich, wo du dich jeden Tag so herumtreibst."
Und ob sein Büro weit von der Information entfernt liegt, wo diese Mel arbeitet.
"Also gut, gehen wir!"
Lächelnd will Carmen nach einer Handvoll Einkaufstüten greifen, die Frank in seinen Händen hält, als ihr eine Idee kommt - sie ist gestern unmöglich gekleidet im FBI-Gebäude erschienen und dort wie eine billige Nutte behandelt worden. Heute wird sie dort nicht nur mit Frank auftauchen, der ihre Legitimation sein wird, das Gebäude zu betreten, heute wird sie das auch mit Stil und Klasse tun. Und dazu gehören nicht nur ein schickes Kleid und elegante Schuhe, dazu gehört auch eine entsprechende Frisur und kein wilder Lockenkopf, den sie momentan spazieren trägt. Sie dreht sich noch einmal zur Kasse um, hinter der noch immer der junge Verkäufer steht - 'Was ist denn mit dem los? Erst verschlingt er dich mit seinem Blick, jetzt sieht er demonstrativ in eine andere Richtung? Chicos!' - und greift nach einem der kleinen, schwarzlackierten Pinsel, die sie soeben gekauft hat.
"Denn iierr nehm iich schon mal miit, bueno?", erklärt sie ihm lächelnd.
Der Verkaufschico nickt, ohne sie anzusehen, und Carmen mustert ihn einen Moment stirnrunzelnd, dann dreht sie ihm den Rücken zu und denkt sich, dass er sie doch mal kann.
Doch kaum fällt ihr Blick wieder auf Frank, ist der seltsame typo hinter ihr sowieso schon Geschichte. Carmen schmunzelt ihren agente an und schiebt sich dabei den Pinsel zwischen die Zähne, dann streicht sie sich das lange Haar aus dem Gesicht, nimmt es im Nacken zusammen und dreht es mit ein paar geübten Handgriffen zu einem dicken, glänzenden Knoten zusammen, welchen sie mit dem schmalen Pinsel fixiert.
Daraufhin erleichtert sie Frank um drei Tragetaschen und greift sich seine freigewordene Hand mit einem verschmitzten Lächeln.
"Gehen wir."

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"Die Moral der Kunst besteht in vollendeter Anwendung unvollkommener Mittel." ~ Oscar Wilde

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Verfasst: Do 29. Mär 2007, 15:20 
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Els finsterer Blick hellt sich etwas auf, gleichzeitig wird er forschender.
Sie bereut nichts von dem, was gewesen ist? Trotz des Kummers, den es ihr bereitet?
Das hätte er jezt nicht erwartet. Auch nicht, dass sie ihn bittet zu bleiben.
Wieder hebt er seine Hand an, und diesmal zieht er sie nicht zurück, diesmal legt er sie auf ihre Wange. Sanft, leicht, eine zärtliche Berührung.
"Dann werde ich bleiben, muchachita. Sehr gerne sogar!"
Seine dunklen Augen streicheln ihr schönes Gesicht ebenso, wie es seine Hand tut - und bleiben schließlich an ihren verführerischen, vollen Lippen hängen. Wie gerne würde er sie jetzt küssen. Wie sehr wünscht er es sich.
Doch das wäre fatal, nach dem, was sie ihm gerade gestanden hat. Es würde es ihr noch schwerer machen.
'Und dir ebenso, chico. Dir ebenso!'
"Und jetzt hab ich Hunger", bemerkt El stattdessen leichthin, lächelt Jane an, dann greift er nach ihrer Hand und zieht sie mit sich zur Decke zurück, der sich bereits ein paar vorwitzige Möwen mit gewagten Sprüngen nähern, wahrscheinlich in der Absicht, ihre spitzen, gelben Schnäbel in der Tüte zu versenken.
"Kschsch!!", scheucht El das freche Federvieh fort und macht eine ausholende Handbewegung dazu. Unter protestierendem Krächzen heben sich die vier großen Vögel in die Luft und fliegen fort. Doch lediglich fünfzehn, zwanzig Meter, dann lassen sie sich wieder auf dem Strand nieder und beäugen mit schiefgelegten Köpfen die großen Zweibeiner, die ihnen gerade das Futter streitig gemacht haben.
"Offenbar verstehen sie kein spanisch", lacht El leise auf, als er Janes Hand loslässt und sich wieder auf die Decke setzt. "Denn wenn sie deinen Spruch mit dem Abschießen verstanden hätten, wären sie wohl vorsichtiger gewesen."
Normalität, das ist es, was sie am dringendsten benötigen. Ein normales, unverkrampftes Umgehen mit dem anderen. Und genau daran wird El jetzt arbeiten.

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Verfasst: Do 29. Mär 2007, 16:21 
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Carajo, sie hat keine Worte dafür, WIE gut es ihr gerade getan hat, an Franks Hand mit hocherhobenem Kopf durch die Eingangshalle des FBI zu stöckeln! Die gleiche Halle, in der man sie gestern noch beschämend gegen die Wand gedrückt und verhaftet hat! Carmen kann nur hoffen, dass auch ja alle sie wiedererkannt haben – na zumindest diesem Miststück Mel ist jetzt hoffentlich klar, woher der Wind weht und dass sie ihre Griffel mit den aufgeklebten Fingernägeln ab jetzt von Frank zu lassen hat, wenn sie keine Lust auf eine weitere Dusche hat. Vasen haben ja wieder genug auf der Anmeldung gestanden.

Die Gedanken an ihre mögliche Nebenbuhlerin verfliegen, als Carmen mit Frank den Lift betritt und er ihn nach einem Handscan in die Höhe fahren lässt.
Nach einem Handscan!! – Dios, ist das aufregend!
Carmen beginnt Frank mit neuen Augen zu sehen. Bislang ist er nur ein verflixt gutaussehender chico gewesen, der spanisch spricht, mit einer Waffe umgehen kann und wie der Teufel Auto fährt. Und der seiner chica ab und zu den Hintern versohlt, wenn sie mal über die Stränge schlägt.
Aber hier ist es anders. Hier ist er mehr.
Die zweite Genugtuung, die Carmen erfahren hat, seit sie das FBI-Gebäude heute zum insgesamt dritten Mal betreten hat, ist der Moment gewesen, in dem Frank dieser Mel seinen Ausweis unter die Nase gehalten und ihr sein „Specialagent, schon vergessen, Mel? Genehmigung hiermit erteilt!“ ins Gesicht gespuckt hat.
Specialagent Frank Collins .. Präsident Frank Collins hätte in ihren Ohren nicht wichtiger klingen können.

Nun doch ziemlich beeindruckt von den Befugnissen ihres Paco nähert Carmen sich ihm im Lift, legt ihre Hände auf seine immer noch von dem burgunderfarbenen Hemd bedeckte Brust – ganz sicher nicht seine Standardarbeitskleidung – und schmiegt sich an seinen warmen Körper. Dabei sieht sie mit verführerischem Blick zu ihm auf und raunt lockend: „Hab ich dir schon erzählt, dass mich starke Männer unglaublich anmachen?“
Ein kleines, sinnliches Lächeln beginnt ihre Lippen zu umspielen. Ehe er antworten kann, drückt sie Frank mit sanfter Gewalt gegen die Liftwand und beißt zärtlich in sein bärtiges Kinn, und dabei streckt sie die Hand nach der Schalttafel des Lifts aus, auf der sie einen großen, roten Knopf mit der Überschrift ‚STOP’ gesehen hat. Den drückt sie einfach, ohne sich Gedanken darüber zu machen, ob das noch andere Folgen haben könnte als das Anhalten des Lifts. Und wirklich, der Aufzug stoppt erst mal – genau das, was Carmen hat erreichen wollen. Aber noch ehe ihr suchender Mund Franks Lippen erreichen kann, geschehen zwei Dinge gleichzeitig: Zum einen versteift ihr chico sich merklich vor ihr und räuspert sich unangenehm berührt, zum anderen erklingt plötzlich eine Frauenstimme über einen in der Decke eingebauten Lautsprecher, eine Carmen inzwischen recht vertraute Frauenstimme, die pikiert fragt: „Und .. 'Specialagent Frank Collins'? .. Welches Problem haben wir denn mit dem Lift?“ - Mel! …
Carmens Blick fliegt alarmiert zur Decke, und dort gewahrt sie zu allem Unglück auch noch eine kleine Kamera – eine, die wahrscheinlich das Innenleben des Aufzugs live in die Information überträgt.
Sie beißt sich zerknirscht auf die Lippe, während ihr Blick zu einem sparsam dreinblickenden Frank wechselt, dann geht sie einen Schritt zurück und gibt ihn frei. Dabei sieht sie betreten auf den Boden .. und wünscht sich plötzlich, dass dieser sich doch unter ihr auftun und sie bitte verschlingen möge.

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Verfasst: Do 29. Mär 2007, 19:23 
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Die Atmosphäre entspannt sich deutlich zwischen ihnen, obwohl bei beiden von ihnen ein Rest Vorsicht bleibt, das spürt El ganz deutlich. Doch er nimmt es jetzt erst einmal so hin, denn er kann nicht mehr erwarten. Nicht jetzt.

"Die Trauben haben gut geschmeckt", antwortet er Jane schmunzelnd, stellt ein Bein auf und legt seinen Arm darüber. Mit der anderen Hand führt er das Weinglas an die Lippen und nippt daran. "Und wenn du nicht alle Hähnchenschenkel alleine essen möchtest, kannst du mir davon auch eines abtreten."

Der Wind greift mit sanften Fingern in ihr langes Haar und weht es leicht auf, und die Sonne scheint ihr ins Gesicht, dass sie die Augen ein wenig verengt und dagegen anblinzelt. El meint plötzlich, das kleine Mädchen neben sich sitzen zu sehen, das sie vor über dreißig Jahren gewesen ist. Es tut gut zu wissen, dass sie ein Stück Vergangenheit miteinander teilen.

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Carmen kann gar nicht sagen, wie froh sie ist, dass Frank ihr wegen des kleinen Überfalls im Aufzug nicht sauer ist. In dem Moment, in dem er sie dort demonstrativ geküsst hat, hat sie ihre Arme ganz fest um ihn geschlungen und ihn an sich gedrückt, vor lauter Erleichterung darüber, dass ihre Spontaneität diesmal nicht in einem Mörderkrach geendet ist.
Was ihr bei all der Erleichterung aber nicht entgangen ist, ist Franks erste Bemerkung zu Mel - "Kein Problem, Mel, das weißt du doch genau!"
Und zwar auf Mels spitzen Spruch hin, welches Problem er denn mit dem Lift hätte.
Wieso weiß Mel genau, was für Probleme Frank mit dem Lift hat?
Ob er mit ihr auch vielleicht mal ....???

Der Gedanke lässt Carmen nicht los, die Vorstellung, wie diese falsche Blondine mit den dicken Möpsen und dem grell geschminkten Gesicht sich ihren Paco einverleibt, auch nicht. Und Carmen weiß nicht, ob sie bei diesem Gedanken vor Eifersucht an die Decke gehen oder lieber Mitleid mit Frank haben soll.

Die Ankunft in seinem Büro lenkt sie von dieser Frage ab, mit der sie sich aber ganz bestimmt noch später auseinandersetzen wird. Neugierig sieht sie sich an Franks Wirkungsstätte um, nimmt alles in sich auf und kommentiert die sensationelle Aussicht auf L.A. mit einem beeindruckten 'Woah!'. Einen Moment später findet sie sich auf Franks Drehstuhl wieder und lauscht ihrem chico bei seinen Ausführungen.
Dabei fährt sie fort, sich aufmerksam umzusehen.
Schließlich aber schüttelt sie den Kopf.
"Hier sieht es schon anders aus als in anderen Büros", widerspricht sie Frank. "Hier ist alles so .. elegant und technisiert und sauber ..", gemessen an mexikanischen Büros, ".. und aufgeräumt. - Das heißt ..", schränkt Carmen ein, als ihr Blick auf Franks Schreibtisch hängen bleibt, ".. mehr oder weniger."
Schmunzelnd sieht sie wieder zu ihrem Paco auf, der ein kleines, schuldbewusstes Grinsen aufgesetzt hat, von dem Carmen aber schwören könnte, dass es nicht echt ist.
"Bueno. Hier sind wir nun also. Und du musst gleich zu deinem Chef. - Und was mach ich in der Zeit?"
Ihr kommt ein Gedanke, da ihr Magen knurrt und die Zeit fürs Mittagessen schon lange vorbei ist.
"Gibt es hier vielleicht eine Cafeteria, wo ich solange etwas essen kann? Ich hab Hunger. Und in eine Tasse Kaffee würde ich auch nicht spucken."
Es steht wohl nicht zu erwarten, dass sie gleich wieder verhaftet wird, wenn sie hier alleine durch das Gebäude läuft. Nicht, wo man jetzt an der Information weiß, dass sie wirklich zu Frank gehört. Bleibt jedoch die Frage, ob sie hier alleine herumlaufen kann. Und wie sie zu der eventuellen Cafeteria kommen soll, wenn der Lift nur auf Handdruck funktioniert.

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No, die Atmosphäre ist noch nicht entspannt, er hat es sich eben nur eingeredet. Er sieht es Jane an, dass sie mit sich kämpft, und wieder fragt er sich, ob es nicht doch besser ist, wenn er ganz auf Abstand geht.

El nimmt den Teller entgegen, und dabei streifen seine Finger Janes. Die Berührung ist wie ein kleiner Funken, der überspringt und seine Hand weiter kribbeln lässt, auch als er den Teller längst an sich genommen und mit dem Essen begonnen hat. Erinnerungen an den Vorabend blitzen dabei in seinem Kopf auf - und nicht nur dort, wie er mit gelinder Verärgerung feststellt.
Ist das alles, was von seiner Selbstbeherrschung übrig geblieben ist? Wie armselig!

"Was wird man jetzt als nächstes gegen Echeverria unternehmen?", fragt er kauend und sieht dabei bewusst aufs Meer hinaus. "Gibt es schon einen Plan?"

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Diablo, jetzt hat er es aber eilig! - Ob das was mit dem Umstand zu tun hat, dass sein Boss eine Frau ist? Ob sie hübsch ist? Wie alt sie wohl ist? Carmen hofft inständig, dass sie kurz vor ihrer Pensionierung steht und kämpft wieder einmal ihre Eifersucht nieder.
"No, ich denke, dass ich mich wohl alleine zurecht finde", antwortet sie Frank an der Tür zum Treppenhaus und sieht ihn dabei aus leicht verengten Augen prüfend an.
Kann er es kaum erwarten, zu dieser Frau zu kommen?
Hm, er wirkt normal ..

"Aber wie kommst du in dein Büro hinein, wenn du eher fertig bist als ich? - Si, si, ich weiß, dann kommst du zur Cafeteria. Aber WIE kommst du dahin, ohne Karte? Öffnen sich die Türen hier auch auf dein hübsches Lächeln hin, hm?"

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"Si, das werden wir."
El ist überzeugt davon, und man hört es seiner Stimme an. Er wird nicht eher ruhen, als bis Echeverrias schwarze Verbrecheraugen gebrochen in den Himmel starren. Erst dann ist diese Sache für ihn erledigt. Erst dann.

Der Hähnchenschenkel ist inzwischen abgenagt, und nach kurzem Überlegen holt El aus und wirft ihn den wartenden Möwen zu, die kurz aufflattern, sich dann aber sofort auf den Happen stürzen und sich darum zu streiten beginnen. Er wendet sich von dem Schauspiel ab und sieht zu Jane, die mit einem ähnlich reglosen Blick in den Himmel starrt wie Echeverria gerade eben noch in seinen Els Gedanken. Doch wo in den Augen des bastardos kein Funken Leben mehr liegen würde, sind Janes dunkel vor Kummer.
El atmet tief durch und wendet sich wieder ab. Er greift nach seinem vernachlässigten Glas Wein und trinkt es in einem Zug leer, dann drückt er sich von der Decke hoch und geht zum Wasser, um sich darin die Hände zu waschen. Dabei blickt er erneut zum Horizont und dann den menschenleeren Strand entlang. Schließlich kehrt er zu Jane zurück, die sich nicht gerührt zu haben scheint.
"Hast du Lust, ein wenig spazieren zu gehen?", fragt er sie in bemüht normalem Tonfall, und dabei streift er sich seine Stiefel ab und zieht sich die Socken aus.

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Die neuen Eifersuchtstheorien, die Carmen eben noch gesponnen hat, sind über Franks innige Küsse erst einmal weit in den Hintergrund gerückt. Und beginnen bei seinen darauffolgenden süße Worten sogar, sich in Luft aufzulösen.
Spinnt sie eigentlich?
Er hat ihr doch heute morgen noch einen Quasi-Heiratsantrag gemacht! Wie kann sie da annehmen, dass er auf andere Frauen scharf ist?
'Gebranntes Kind', flüstert die kleine Stimme im Kopf Carmen belehrend zu. Und sie hat Recht. Seit Ricardo sie so schamlos betrogen hat, fällt es Carmen schwer, Männern mit dem gleichen Vertrauen zu begegnen wie zuvor. Und dass Frank ein so verteufelt gutaussehender Bursche ist, der nun mal bei den Frauen ankommt, macht es nicht gerade leichter.
'Du solltest ihm eine Chance geben. Er ist nicht so wie Ricardo. Wenn er so wäre, dann wärst du ihm doch nicht ins Gringoland hinterhergereist, oder? Also - denk nach, ehe du so einen Quatsch von ihm annimmst!'
Carmen findet, dass das, was die kleine Stimme da erzählt, vernünftig klingt, darum fällt ihr Lächeln nun auch gelöst und glücklich aus.
"No, DU bist eine süchtigmachende Droge, Frank Collins!", widerspricht sie ihrem chico kopfschüttelnd und drückt ihm viele kleine Küsschen auf seine hübschen Lippen, von denen einige auch auf seinem kleinen Kinnbärtchen landen. Dann aber wird ihr bewusst, dass er auf glühenden Kohlen sitzen muss, denn sein Boss wird sicher nicht gerne warten.
"Und nun geh schon", befiehlt sie und blitzt ihn gespielt energisch an. Dann dreht sie ihn einfach zum Gang um und gibt ihm einen auffordernden Klaps auf den Hintern. Er macht einen übertriebenen Satz, mit dem er sich in Bewegung setzt, und Carmen lacht amüsiert auf. Noch einmal dreht er sich um und zwinkert ihr zu, dann macht er sich mit eiligen Schritten auf den Weg zum Aufzug.
Carmen sieht ihm nach, bis er darin verschwindet. Und murmelt glücklich: "Te quiero, Paco."

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Während Jane sich von der Decke hochgedrückt hat, hat El sich die Hosenbeine hochgekrempelt. Und richtet sich gerade in dem Moment auf, als sie ihm ihre Hand einladend entgegen streckt.
Er zögert.
Soll er sie wirklich ergreifen? Damit wieder einen Schritt auf sie zugehen? Oder kehrt er damit nur zur Normalität zurück? .. Immerhin ist er vor gestern Abend auch ab und zu Hand in Hand mit ihr gegangen. Überbewertet er diese Geste jetzt?
Warum ist jetzt alles so verflucht anders? Warum hinterfragst du jetzt jede Geste, jedes Wort? Soll das etwa so weitergehen?

El wirft seine Bedenken über Bord, weil er findet, dass es immer alberner wird. Mit einem kleinen Lächeln ergreift er ihre Hand, dann schlendert er mit ihr auf den Meeressaum zu und beginnt dort ihren Spaziergang - die Füße im Wasser und die Nase im Wind.
'Du denkst zu viel, chico! Das hast du früher nie getan.'
Früher .. früher war auch vieles anders.

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Verfasst: Do 29. Mär 2007, 21:33 
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Madeleine hat sich einen Kaffee bringen lassen und wartet nun auf Specialagent Collins. Sie hat von der Information erfahren, dass er bereits im Haus ist und das auch nicht alleine. Sie hat auch den Namen der Frau erfahren, die in seiner Begleitung erschienen ist und sofort hat sie sich an die kleine Mexikanerin erinnert, die einen Aufruhr an der Information veranstaltet hat. Madeleine hat ein gutes Gedächtnis was Namen und Gesichter betrifft. Die Gegensprechanlage meldet sich und Grace, ihre Sekretärin üermittelt ihr, dass Agent Collins endlich eingetroffen ist. Madeleine sagt ihr, dass sie ihn sofort reinschicken soll und kurz darauf öffnet sich die Türe und Frank Collins betritt ihr Büro. Madeleine sieht ihm mit undefinierbarem Blick entgegen und deutet auf den kleinen Sessel vor ihrem Schreibtisch und Agent Collins nimmt auch sofort Platz.
„Wie ich hörte, sind Sie in Begleitung erschienen, Frank. Ich nehme an, dass diese Begleitung eine Zeugin ist, die sie gerade gefunden haben und deren Aussage sie aufnehmen wollen, oder?“
Madeleine weiß genau, dass es nicht so ist, denn Frank Collins erledigt derlei Dinge stets mit der größten Gewissenhaftigkeit und würde ihr nicht mit dieser banalen Ausrede kommen. Sie schmunzelt leicht, als Frank sich räuspert und macht mit ihrer Hand eine wegwischende Bewegung.
„Nun gut. Ich habe Sie rufen lassen, weil es neue Erkenntnisse bezüglich Echeverria gibt. Außerdem ist Ihr Wagen gebracht worden und Janes ebenfalls.“
Madeleine nimmt eine Aktenmappe von ihrem Schreibtisch und reicht sie Frank, der sie auch gleich aufschlägt.


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Verfasst: Do 29. Mär 2007, 21:39 
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Die Cafeteria zu finden ist nicht schwer gewesen. In der Tat hat Carmen nur die Treppe hinunter und in die nächst tiefere Etage gehen müssen, und dort hat ihre Nase sie dann geführt, die sofort nach Betreten des neuen Ganges den Kaffeeduft erschnuppert hat.
Keine drei Minuten später betritt sie einen übergroßen, hellen Raum, in dem linker Hand eine lange, beleuchtete Theke dominiert, während Tische und Stühle den Rest des Raumes einnehmen. Aber nicht etwa ganz normale Tische und Stühle - zweckdienlich und ansonsten billig - so wie Carmen sie aus der Mensa ihrer Universität kennt. Oh no, die Tische und Stühle, die das FBI für seine Mitarbeiter bereit hält, machen sehr viel mehr her! Geschwungene Metallkonstrukte mit Sitzschalen aus dunkelblauem Leder sorgen dafür, dass ihre Benutzer bequem über dem Boden schweben - zumindest hat es von hinten den Anschein, von der Seite und von vorne hingegen sieht man sehr wohl, dass zwei metallene Bügel, die als Stuhlbeine dienen und am Boden unter der Sitzgelegenheit zusammenlaufen, den Stühlen den nötigen Halt geben - und damit denjenigen, die darauf sitzen. Carmen erinnert sich, solche Möbel mal im Fernsehen gesehen zu haben, von irgendeinem berühmten Designer entworfen, an dessen Namen sie sich jetzt jedoch nicht mehr erinnern kann. Interessiert lässt sie ihren Blick über die teuren Dinger schweifen, und ebenso über die Personen, die auf ihnen sitzen und an gläsernen, blankpolierten Tischen ihren Kaffee trinken oder Sandwiches essen. Allesamt Schlipsträger, und die meisten davon männlich. Kurz streift der Gedanke Carmen, dass sie froh sein kann, vor ihrem Besuch in diesem Gebäude einkaufen gewesen zu sein. Die Vorstellung nämlich, jetzt in dem billigen roten Röckchen und dem weitausgeschnittenen, gelben Oberteil hier herumzulaufen, verursacht ihr noch nachträglich eine Gänsehaut. Auch so zieht sie die Blicke auf sich, sie ist sich dessen durchaus bewusst. Nicht einer der Männer, die ihrer ansichtig werden, sieht wieder weg, allesamt begleiten sie Carmen auf ihrem Weg zur Cafeteria-Theke. Doch was heute morgen noch wie ein Spießrutenlauf für sie gewesen wäre, macht ihr jetzt nicht mehr das Geringste aus. Sie weiß, sie ist gut gekleidet, man starrt sie also nicht deshalb an, weil man sie für billig hält. Zudem sieht sie in diesem Raum mehr als ein dunkles Gesicht. Dass die chicos sie dennoch mit ihrer Aufmerksamkeit bedenken, kann sie also in diesem Fall nur als Kompliment nehmen. Und mit Komplimenten hat Carmen noch nie Schwierigkeiten gehabt.
Sie drückt also ihre Schultern durch und reckt selbstbewusst ihr spitzes Kinn ein Stück vor, dann stellt sie sich an die Theke und bedenkt die ältliche chica dahinter mit einem strahlenden Lächeln.
"Aaben Ssie Oot Doogs?"

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