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Verfasst: Do 29. Mär 2007, 22:42 
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No, sie haben in dieser Cafeteria keine Hotdogs, was Carmen äußerst schade findet. Wenn sie einen Hotdog wolle, so die ältliche chica, die sich bei näherem Kennenlernen als gar nicht mehr so nett herausstellt, solle sie auf die Straße gehen, da gäbe es nämlich Wagen, die würden solchen Fraß verkaufen. Hier gäbe es überhaupt kein warmes Essen. Wenn sie warmes Essen wolle, solle sie gefälligst in die Kantine gehen, das hier wäre eine Cafeteria, ob sie denn nicht lesen könne. Alles, was sie haben könne, sei Kaffee, Kuchen und Eis. Mehr gäbe es hier nicht, Feierabend!

Carmen, die dank ihrer guten Stimmung auf diese Verbalattacke nicht unbedingt gefasst gewesen ist, schnappt empört nach Luft und ist nahe daran, dieser cábra, dieser Ziege ordentlich die Meinung zu geigen. Sie öffnet bereits den Mund zu einer frechen Erwiderung – nämlich der, dass die cabrá sich Kaffee, Kuchen und Eis sonstwo hinstecken könne – doch sie überlegt es sich anders und schluckt den Spruch lieber hinunter. Beim FBI ist sie inzwischen auf alles gefasst, und die Erinnerung an ihre Verhaftung ist einfach noch zu lebendig in ihr. Stattdessen packt sie ihren hochmütigsten Blick aus und antwortet der alten Giftnudel arrogant, dass sie ein Stück von der in der Vitrine stehenden Apfeltorte nehmen würde und anstatt der Sahne einen Schlag Höflichkeit dazu.
Die cabrá starrt sie mit zusammengezogenen Brauen verständnislos an – offenbar hat sie das nicht kapiert. Carmen beugt sich ein Stück über die Theke und erklärt der unfreudlichen Frau klipp und klar: „Iich aabee den Eindrrruck, dass man iin diesem Land nuurr dann öfliich bedient wirrd, wenn man dafurr bessahlt. Alsso, iich kaufe Iihrre Ööflichkeit. Das iist doch iier uublich, oderr?“
Der Blick der Giftnudel gerät perplex. Dann schnaubt sie abfällig und macht sich daran, Carmen ein Stück Apfeltorte auf einen Teller zu packen. Die lieblose Art, mit der sie das Stück Torte auf den Teller wirft, will Carmen schon jeglichen Appetit nehmen. Aber ehe sie dazu kommen kann, noch einen entsprechenden Kommentar abzulassen, hört sie neben sich ein leises, amüsiertes Lachen und dreht sich nach dem Besitzer desselben um. Ein junger Mann, sicher nicht viel älter als sie, steht neben ihr, ein Schlipsträger wie alle anderen, nur besser aussehend als die meisten, denn wie Carmen schon beim Betreten der Cafeteria festgestellt hat, sehen beileibe nicht alle FBI-Agenten aus wie Frank Collins. Sie hat einige Glatzköpfe und Bierbäuche unter den Anwesenden ausgemacht – offenbar gibt es auch hier wie überall Schreibtischtäter und solche, die mehr im Außendienst tätig sind. Wie gut, dass Frank zur letzten Sorte gehört.
„Das war genau die richtige Antwort“, kommentiert der Schlipsträger neben ihr Carmens Bemerkung mit einem gewinnenden Lächeln, und Carmen, deren Mundwinkel zu zucken beginnen, will es schon erwidern, als sie bemerkt, wie der chico seinen Blick an ihrem Körper entlang gleiten lässt.
Alles klar, Typ Schürzenjäger .. und zwar einer von der Sorte, die sich für unwiderstehlich hält. Carmen verdreht innerlich die Augen und wendet sich doch lieber wieder der alten Giftnudel zu, die inzwischen ihren Kuchenteller geräuschvoll auf der Theke abgestellt hat.
„Uund nooch einen Kaffee, biitte“, bestellt Carmen weiter, als hätte es weder die Unverschämtheit der cábra noch das Anbaggern des Schlipsträgers gegeben. „Miit viiel Miilch.“
„Milch steht DA!“ Der wurstige Zeigefinger der Giftnudel deutet auf ein halbvolles Milchkännchen, das neben dem Zucker und den Kaffeelöffeln auf der Theke steht und auf Benutzung wartet. Die Kaffeetasse folgt dem Kuchenteller und wird ebenso wuchtig abgestellt, so dass ein Teil des Inhalts auf die Untertasse schwappt. Gleich hat Carmen aber die Nase voll!
Liegt es eigentlich an ihr, dass die meisten Amis ihr so frech begegnen? Ist es doch ihre Hautfarbe, die sie hier zur Zielscheibe macht, so dass alle meinen, sie könnten auf ihr herumtrampeln? Ob die schwarze, elegant gekleidete Frau, die sie an einem der vorderen Tische der Cafeteria hat sitzen sehen, auch so dreist behandelt wird?
„Waas koostet das?“, fragt Carmen, und mittlerweile muss sie sich um die arrogante Miene gar nicht mehr bemühen, die ist nämlich auf ihrem Gesicht festgefroren.
„Drei Dollar fünfzig“, brummt es hinter der Theke.
„Ich mach das schon“, kommt es da von dem Schlips neben ihr. Carmen sieht verwundert in das gut geschnittene Gesicht des Mannes, das jetzt einen sehr gönnerhaften Ausdruck zur Schau trägt. Der chico zieht ein Portemonnaie aus der Gesäßtasche seines Designeranzuges und macht schon Anstalten, Geld herauszuholen und Carmens Rechnung zu bezahlen, als Carmen abwehrend eine Hand hebt und sehr energisch erklärt: „NO! – No! Ssie werrden miirr das niicht bessahlen, okay? Iich ssahle fuurr miich sselbst!“
Sie beeilt sich, Franks Karte aus der Tasche ihres Kleides zu ziehen und schiebt sie der wieder einmal verächtlich schnaubenden cábra über den Tresen zu. Und kaum hat dieses die Karte durch ihre Kasse gezogen und sie ihr mit griesgrämiger Miene zurückgereicht, ergreift Carmen sie hurtig, den Kaffee und den Kuchen ebenso und entfernt sich von der Theke. Nicht einmal die Zeit, die Karte wieder wegzupacken, nimmt sie sich. Diese samt Teller in der einen Hand, den Kaffee in der anderen und ihren Rucksack am Unterarm hängend sucht sie sich einen freien Tisch möglichst weit weg von cábra und Schlips. Und lässt sich schließlich aufatmend am Fenster nieder, das ihr, wie schon zuvor in Franks Büro, eine phantastische Aussicht auf L.A. bietet und sie von dem ärgerlichen Vorfall von gerade ablenkt.
Und erst, als sie ihren Kaffee erleichtert an ihre Lippen führen will, stellt sie fest, dass sie die Milch vergessen hat.

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"Die Moral der Kunst besteht in vollendeter Anwendung unvollkommener Mittel." ~ Oscar Wilde

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Verfasst: Do 29. Mär 2007, 23:48 
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Es tut ihm gut, ein wenig zu gehen. Irgendwie macht es seinen Kopf frei – mehr jedenfalls, als wenn er auf der Decke sitzen geblieben wäre. Er hat sich unter Druck gesetzt gefühlt, das merkt er jetzt. Nicht etwa wegen des Gesprächs, das sie vorhin geführt haben, sondern wegen des Schweigens, das sich daraufhin zwischen Jane und ihm breit gemacht hat. Er hat sich in der Pflicht gefühlt, etwas zu sagen, um die Atmosphäre zu entspannen. Nur ist er noch nie ein großer Redner gewesen, und in Situationen, in denen es sogar von ihm erwartet wird, dass er jemanden unterhält, sinkt auch seine Bereitschaft dazu.

Jetzt ist es anders. Er spürt, wie etwas von seinen Schultern genommen wird, und er genießt dieses erleichternde Gefühl. Tief durchatmend saugt er die warme, salzige Luft in seine Lungen und richtet seinen Blick auf die leere Weite des Strandes. Und lächelt leicht, als Jane auf einmal das Lied zu singen beginnt, das er ihr gestern Abend vor dem Einschlafen vorgesungen hat.
„Die kleine muchachita kann nicht nur Fußball spielen, sie ist auch musikalisch.“
Schmunzelnd sieht er sie an, und dabei bläst der Wind ihm ein paar Haarsträhnen ins Gesicht. Lässig streicht er sie mit seiner freien Hand zurück und nimmt den Blick dabei nicht mehr von ihrem Gesicht. Wie schön sie ist.
Wie anders sie ist.
So völlig anders als Carolina.

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Verfasst: Fr 30. Mär 2007, 08:11 
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Madeleine hat sich so etwas bereits gedacht. Sie hat gewusst, dass Frank diesen Doktor selbst noch einmal befragen wird. Was sie allerdings nachdenklich stimmt, ist die Tatsache, dass er ein Problem mit Agent McGee zu haben scheint. Sie fragt jedoch nicht danach, weil es noch keinen konkreten Anlass dafür gibt. Jedoch wird sie das im Auge behalten. Jane und Frank sind ihre beiden besten Ermittler und sie ist sich sicher, dass diese beiden Echeverria festnageln werden. Sie sind schon so nah dran gewesen und werden es wieder schaffen. Madeleine hat viel Vertrauen in die beiden.
„Sprechen Sie sich mit Agent Doyle ab. Ich bin davon überzeugt, dass sie spätestens morgen wieder arbeiten will. Gehen Sie nur gemeinsam vor. Echeverria ist nicht zu unterschätzen und ich weiß, dass Agent Doyle Unterstützung aus Mexiko genießt. Diesem Mann haben sie eine Waffe gegeben, was ich gebilligt habe und ich habe eine Sondergenehmigung ausgestellt, welche sie bitte gleich bei Grace vorne mitnehmen werden. So wird ihm nichts passieren, sollte er von dieser Waffe Gebrauch machen. Mir ist jedes Mittel recht, mit dem sie Echeverria in die Enge drängen werden, Agent Collins. Aber Sie wissen auch, dass dies kein offizieller Befehl von mir gewesen ist. Nageln Sie ihn fest. Schnappen Sie endlich diesen Mann.“


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Verfasst: Fr 30. Mär 2007, 12:40 
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“Sie haben Ihre Milch vergessen, Miss.“
Das Echo ihrer Gedanken, ausgesprochen von der Stimme des Schlipsträgers, lässt Carmen aufblicken. Und in der Tat, da steht der Kerl neben ihrem Tisch, das Milchkännchen in der Hand und grinst sie an, als hätte sie gerade einen ganz besonders guten Witz gerissen. Nach Witzen ist Carmen allerdings nicht zumute.
Gracias“, kommt es trocken über ihre Lippen. Sie nimmt dem Schlips das Kännchen aus der Hand und gibt einen guten Schuss in ihre Tasse. Die Milch verwirbelt, aber sie vermengt sich nicht wirklich mit dem Kaffee – wie auch, wo sie an den Kaffeelöffel natürlich auch nicht gedacht hat?
Carmen hat den Gedanken in ihrem Kopf noch nicht zu Ende formuliert, als sich auch schon besagter vergessener Löffel in ihr Blickfeld schiebt, gehalten von einer manikürten, sonnengebräunten Hand, deren Gelenk eine teure Uhr ziert.
„Darf ich mich zu Ihnen setzen?“
No!“
Sie bedenkt den Schlips mit keinem Blick, als sie ihm den Löffel aus den gepflegten Griffeln zieht und daraufhin ihren Kaffee umrührt. Als wäre der Mann überhaupt nicht vorhanden, sieht sie zum Fenster hinaus, schlägt ihre Beine übereinander und nippt an ihrem Kaffee.
Der Stuhl ihr gegenüber schrabbt über den Boden, als der Schlips sich dennoch setzt.
Carmen löst ihren Blick von der atemberaubenden Aussicht und heftet ihn abweisend auf Señor Aufdringlich.
„Iich aatte eigentliich aangenoommen, ’Nein’ iieße in Iihrerr Sprrrache uund meineerr Sprrrache dasselbe.“
„Heißt es nicht, dass Frauen in Wirklichkeit ’Ja’ meinen, wenn sie ’Nein’ sagen?“ Das selbstgefällige Lächeln ihres Gegenübers vertieft sich. Carmen könnte es ihm glatt aus dem Gesicht hauen.
„Ees mag Frraueen geben, die sso ssind“, erwidert sie spitz und fixiert diesen eingebildeten Kerl mit schmalen Augen. „Aberrr wenn iich ’No’ ssage, dann meine iich es auch sso. Comprende?
„Sie sind undankbar, Miss.“ Das Lächeln bleibt. „Immerhin habe ich ihnen vorhin an der Theke gegen die alte Vettel beigestanden. Und ihnen die Milch und den Löffel hinterher getragen.“
„Ess at Ssie niemand darrum gebeten.“
„Das ist richtig. Aber ich bin nun mal ein Gentleman, wissen Sie. Und wenn ich einer schönen Frau helfen kann, dann tu ich das natürlich auch. – Apropos .. hat diese schöne Frau eigentlich auch einen Namen?“
Der aufdringliche Schlips lehnt sich auf dem Stuhl zurück, schiebt die Hände in die Hosentaschen und macht die Beine lang. Und erweckt damit ganz den Anschein, als ob er sich gerade gemütlich einrichten würde. Carmen kneift die Augen zusammen und mustert den Kerl scharf.
Braune Augen wie ihr Paco, aber längst nicht so schöne, da ihr Paco keinen Schlafzimmerblick hat – dieser Kerl hier aber schon. Dazu eine gerade Nase und ein hübscher Mund, aber ein wenig zu klein, wenn man die restlichen Proportionen in Betracht zieht, weshalb man den Eindruck bekommt, als schmolle sein Besitzer ständig. Dazu glattrasierte Wangen, die den intensiven Geruch eines zu süßen After Shaves verströmen und nussbraunes, welliges Haar, das der typo mit einem Styling-Gel aus dem Gesicht gestrichen hat. Der Gigolo-Typ schlechthin – Carmen hat keine Probleme damit, sich diesen Kerl in einer exklusiven Bar vorzustellen, mit zwei, drei teuren Callgirls am Arm, wo er flaschenweise teuren Schampus bestellt und jedem der Callgirls Hundertdollarnoten in die Unterwäsche steckt. Womit sie allerdings ein Problem hat, ist, den Brechreiz zu unterdrücken, der sie bei dieser Vorstellung überkommt.
„Wärren Ssie ein Ssentleman, ätten Ssie ssich schon bei meinem errrsten ’No!’ verrpiiisst“, gibt sie bewusst unhöflich zurück – manche kapieren es erst, dass sie unerwünscht sind, wenn man den Vorschlaghammer auspackt!
Mit angriffslustiger Miene greift sie sich die Kuchengabel und piekst heftiger als notwendig in die Apfeltorte. Und nachdem sie sich ein Stück in den Mund geschoben hat, sieht sie kauend wieder zum Fenster hinaus. Wie deutlich muss sie eigentlich noch werden, damit der idiota kapiert, dass er nervt?
„Mei Name ist Jonathan Wellington. Specialagent Jonathan Wellington!“
Die Art, wie er seinen Titel betont, erinnert Carmen gerade stark an Mel. Jetzt verdreht sie nicht nur innerlich die Augen, sondern ganz demonstrativ. – Ist dieser Kerl eingebildet!
„Und Sie, Miss? Oder soll ich raten?“
Carmen isst ihren Kuchen weiter und tut so, als säße sie allein am Tisch.
„Sie sind Mexikanerin, nicht wahr? Oder Kubanerin? .. Aber vielleicht kommen sie auch aus Puerto Rico? – Ihr spanischer Akzent ist unverkennber, Miss.“
Ach, da hat sie ja einen Blitzmerker vor sich!
„Wobei ich damit nicht sagen will, dass Sie einen starken Akzent haben, verstehen Sie mich nicht falsch. Ich meinte lediglich, dass man es hören kann.“
Nun sieht Carmen den Kerl doch wieder an, diesmal jedoch mit zusammengekniffenen Augen.
„Waas ssooll daas? Iich weiß ssehrrr gut, daass iich einen ssstarken Akssent aabe! Warrrum gehen Sssie niicht uund sssmieren diiesser cábra iinterr derr Theke Ssucker uum den Muund? Verssspruuhen Ssie Ihrren Spessialagent-Ssarme woanderrs.“
Carmen fährt nach diesen klaren Worten fort, ihren Kuchen zu essen und widmet sich wieder der Aussicht. Manche Menschen sind wirklich schwer von Begriff!
„Honig. Es heißt Honig, Miss ..“
Jetzt korrigiert er sie auch noch! Carajo, gleich hat sie aber die Nase voll von diesem Spinner! Ihr Blick fliegt wieder zu ihm, und sie will ihm schon eine entsprechend patzige Antwort erteilen, als er ihr zuvorkommt.
„Maria! Stimmt’s? – Sie heißen Maria!“
Dios, einfallsreich ist er auch noch! Fünfzig Prozent aller spanischsprechenden Frauen heißen wohl so – etwas originelleres ist ihm offenbar nicht eingefallen.
„Mein Namee iist Crescencia“, lügt Carmen ihm einfach was vor und empfindet gerade eine Art diabolischer Freude an diesem für amerikanische Zungen verhältnismäßig unaussprechlichen Namen.
„Cres ..“, kommt es ensprechend zeitverzögert von ihrem Gegenüber – Carmens Schadenfreude blüht in Form eines lieblichen Lächelns auf ihrem Gesicht auf.
Si, Crescencia Anunciación González de Palategui”, flötet sie ihm entgegen, wobei sie ihm bewusst die schwierigsten Namen nennt, die ihr gerade in den Sinn kommen. Dabei findet sie langsam zu ihrer guten Laune zurück. Warum sich nicht einfach einen Spaß aus diesem Möchtegern-Don Juan machen? Sie muss sich die Zeit ja ohnehin irgendwie vertreiben, bis Frank mit seiner Besprechung fertig ist. Und wenn sie die Anmache dieses estupido nicht zu ernst nimmt, kann es sicher noch ganz unterhaltsam werden.

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Verfasst: Fr 30. Mär 2007, 13:05 
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Els Blick schweift ebenfalls unwillkürlich von Janes Augen zu ihrem Mund, und er bleibt daran hängen, während sie spricht.
Wie gerne er sie jetzt …
Caramba, chico, was soll das? Lass es sein! Du wirst ihr nur noch mehr weh tun, wenn du nicht auf Abstand bleibst! Seit wann fällt es dir so schwer, dich zu beherrschen?
El versteht sich selbst nicht. Sie ist nicht die erste Frau, die er geliebt hat, seit Carolina tot ist. Doch wo er bei den anderen chicas danach eine Art von Sättigung empfunden hat – nicht nur körperlicher Natur, sondern auch geistiger – will sich dieses Gefühl bei Jane einfach nicht einstellen. Im Gegenteil, er spürt, dass er sie erneut begehrt. Dass er sie noch einmal lieben will. Das allein schon wundert ihn. Dass er aber solche Probleme damit hat, sich ihr gegenüber zurückzuhalten, das ist etwas, das ihn ratlos macht.
Er darf sie nicht noch einmal lieben. Nicht zu diesem Preis!
Und wieder klopft die Frage bei ihm an, ob es nicht doch besser wäre, wenn er in ein Hotel gehen würde.

„Das ist gut so“, antwortet er Jane mit einem leichten Lächeln und sieht ihr wieder in die Augen – wie lange wird er der Versuchung noch wiederstehen können? „Ich bin froh, wenn du dich gut fühlst, Jane.“
Lange Zeit hat sie es nicht getan, und El weiß auch, warum. Dieser Michele ..
Wenn seine Gegenwart es schafft, dass sie sich besser fühlt, dann sollte er bei ihr bleiben. Vorerst.
Und wenn er dabei ein gewisses Maß an Selbstbeherrschung aufrecht hält, dann dürfte es auch keine Schwierigkeiten mehr zwischen ihnen geben.

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Verfasst: Fr 30. Mär 2007, 15:48 
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“A- .. Ah ja“, kommt es ein wenig überfahren von diesem aufgeblasenen Wellington. Carmens zuckersüßes Lächeln vertieft sich – ein Fehler, wie sie gleich darauf feststellen soll, denn plötzlich beugt ihr Gegenüber sich vor und greift so unerwartet nach Carmens Kuchengabelhand, dass sie erschrocken die Augen aufreißt.
„Wissen Sie eigentlich, dass Sie ein ganz bezauberndes Lächeln haben? Tun Sie es noch einmal, Miss Gonzáles!“
Überrumpelt starrt Carmen Wellington an, für einen Moment zu mehr als einem „Eh, que?“ nicht fähig.
„Lächeln Sie noch einmal. Für mich, ja? Tun Sie mir den Gefallen?“
Der Spaß, den Carmen eben noch gehabt hat, relativiert sich gerade wieder. Sie entzieht ihre Hand seinem Griff, wechselt die Gabel in die andere und wischt sich ihre Rechte an ihrem Kleid ab.
„Warruum ssollte iich furr Ssie lächeln?“, fragt sie spitz zurück und überlegt, ob das alles wirklich noch so lustig ist oder ob sie nicht lieber wieder genervt sein soll. „Iich kenne Ssie ja garr niicht.“
Sie nimmt ihre Kuchengabel wieder in die rechte Hand und fährt mit dem Essen fort.
„Sie kennen meinen Namen“, hält Wellington dagegen und lehnt sich betont lässig wieder zurück. Carmen entgeht dabei nicht, dass sein Blick wieder über ihre Figur wandert – zumindest über das, was oberhalb des Tisches zu sehen ist. „Und Sie wissen, dass ich hier arbeite und Specialagent bin.“ Und wieder schwingt unglaublicher Stolz in seinen Worten mit. Was ist er doch für ein Held!
„Mehr darf ich Ihnen allerdings nicht über mich verraten. Was Sie sicher verstehen werden, denn alles, was darüber hinaus geht, ist streng geheim! Ich müsste Sie töten, wenn Sie wüssten, woran ich arbeite und was ich alles weiß!“
Si, darauf hat sie ja jetzt nur gewartet! Gleich wird er ihr sicher sagen, dass er aber vielleicht eine Ausnahme mit ihr machen und ihr zeigen kann, woran er arbeitet, wenn sie nur mit ihm in sein Büro geht. – Carmen beschließt, sein kleines, durchsichtiges und ziemlich billiges Spiel mitzuspielen und doch wieder Spaß daran zu haben. Zumindest solange, wie er sie nicht noch einmal anfasst.
Verdad?“ In geheucheltem Interesse wölben sich ihre Augenbrauen in die Höhe und sie hört sogar mit dem Kauen auf. „Sso wiichtiig ssiind Ssie? Santa Maria, daas iist ja aufrrregend!!“
Sie klimpert mit ihren Wimpern und sieht Wellington ehrfürchtig an. In dessen braunen Augen blitzt es auf, und wieder beugt er sich vor und stützt sich mit seinem Ellbogen leger am Tisch ab.
„Oh ja, so wichtig bin ich. Ich gehöre zu den größeren Tieren hier, müssen Sie wissen. Von mir zu Direktor Stone ist es nur noch ein kleiner Schritt. Und wer weiß, bei der nächsten Beförderungsrunde vielleicht …“
Noo ..“, haucht Carmen überwältigt und sieht Wellington übertrieben bewundernd an – jeder Dumme müsste eigentlich merken, dass sie sich gerade aufs Schlimmste über diesen tollen Specialagent lustig macht, aber Wellington ist so selbstverliebt und auch gerade so in Fahrt, dass er ihr ihre Bewunderung anscheinend abkauft. „Woollen Ssie ssageen, dass Ssie vielleicht in abssehbarrerr Sseit Dirrektorrr des FBI werrden??“
Wellington antwortet ihr mit einem Lächeln und einer bezeichnend in die Höhe gezogenen Augenbraue – das gibt’s ja nicht, was dieser typo hier mit ihr abzieht! Sieht sie eigentlich SO blöd aus? Offenbar.
„Wow! – Daas iist ja ungaubliich, waas furr ein Gluck iich aabe! Sso einen wiichtiigen Mann kennenssulernen!“ Wahrscheinlich hält er Klos instand.
„Das seh ich auch so, Lady!“
Wellingtons Augen leuchten vor Selbstverliebtheit auf. Dann rutschen sie von Carmens Gesicht zu ihrem geraden Dekolleté, das jetzt nicht mal halb so viel nackte Haut zeigt wie das gelbe Teil vom Vormittag. Carmen fragt sich gerade, wie er jetzt wohl starren würde, hätte sie jenes Teil noch an. Wahrscheinlich würden ihm dann die Augen aus dem Kopf fallen.
„Und erzählen Sie mir jetzt auch was von sich?“
Dieser Kerl gibt nicht auf.
’Natürlich nicht, jetzt, wo er denkt, du fährst auf ihn ab!’
„Wie ich sehe, sind Sie eine Besucherin und arbeiten nicht hier. Was mich auch gewundert hätte, denn Sie hätte ich ganz gewiss nicht übersehen! Was tun Sie hier, Miss Gonzáles? Kennen Sie hier jemanden? Oder sind Sie hier, um eine Aussage zu machen?“
Carmen beendet ihr Essen und legt die Kuchengabel auf den leeren Teller. Dann greift sie nach ihrem Kaffee und nimmt ein paar Schlucke. Wobei sie darüber nachdenkt, was für ein Märchen sie Wellington jetzt auftischen soll.
„Wederr nooch“, erklärt sie schließlich, als ihr eine Idee gekommen ist – eine, die sie innerlich breit grinsen lässt. „Iich gehore ssu einem Austaussprrogramm, wiissen Ssie. Iich koomme voom Colegio de Servicio Secreto de México – der Ssule für Geeimdiensttätigkeiten in Mexiko – uund ssooll mirr hierr eine Sseitlang die Arrbeitsweise des amerrikaniischen Geeimdienstes anssehen. .. – Iich biin eine Austaussssulerin.“
Wellingtons Augenbrauen fahren in die Höhe.
„Eine Ausstauschschülerin? Von der Schule für Geheimdiensttätigkeiten in Mexiko? Ach ..!“
Carmen nickt mit ernstem, treuherzigem Gesicht, innerlich jedoch schmeißt sie sich weg. Kauft er ihr diesen Mist etwa ab???
Wellington denkt einen Moment lang mit gerunzelter Stirn nach, dann aber nickt er und erwidert: „Ja, ich glaube, von diesem Projekt hab ich schon gehört. Eine tolle Sache!“
Carmen stirbt bei diesen Worten!
„Dann sind Sie wohl länger in L.A., oder?“ Die momentane Verwirrtheit, in die Carmen Wellington mit ihrer dreisten Lüge gestürzt hat, weicht wieder dem ihr inzwischen vertrauten selbstverliebten Ausdruck, dazu gesellt sich ein lauernder Blick. „Sagen Sie, was halten Sie davon, wenn wir heute Abend etwas essen gehen? Ich kenne da einen tollen Japaner auf dem Wilshire Boulevard .. allererste Adresse!“
Oha, jetzt geht er in die vollen. Carmen beschließt, ihren Cafeteria-Besuch langsam, aber sicher ausklingen zu lassen.
„Iich biin allergiisch gegen japaniisses Essen“, erklärt sie bedauernd und trinkt ihren Kaffee aus.
„Es muss ja nicht japanisch sein. Was ist mit chinesisch? Thailändisch? Italienisch? – Oder wäre Ihnen etwas mexikanisches lieber? Ich kenne auch einen guten Mexikaner.“
„Ees tut mirr leid, aberr eute aabend aabe iich sson etwas vorr.“
Sie greift nach ihrer Serviette und tupft sich den Mund ab, dann wirft sie einen Blick auf ihre Armbanduhr. Ob Frank schon fertig ist?
„Wie sieht es mit morgen aus? Oder übermorgen?“
„Da biin iich auch sson besetzt, leiderr.“
Carmen greift nach ihrem Rucksack, hängt ihn sich um und steht auf. Ihr Aufbruch macht Wellington Beine.
„Geben Sie mir wenigstens Ihre Telefonnummer? Bitte, Miss Gonzáles!“
Carmen hält inne und sieht ihren hartnäckigen Verehrer nachdenklich an, dessen Blick ausnahmsweise auf ihrem Gesicht haften bleibt und nicht an ihrem Körper entlang spaziert. – Er will ihre Telefonnummer haben? Carmen kommt eine Idee, die sie innerlich wieder einmal sterben lässt vor Lachen. Süß lächelnd erwidert sie: „Meine Telefonnummeerr? Si claro! – Un momentito, por favor ..“.
Sie stellt ihren Rucksack auf dem Tisch ab, öffnet ihn und nimmt ihr Handy heraus. Und während sie das Menü anklickt und ihr Telefonbuch sucht, erklärt sie Wellington mit verständnisheischendem Blick: „Iich aabe daas nooch nicht langee, wissen Ssie. Darruum aabe iich meine Nuummerr noch niicht iim Kopf.“ – Wellington nickt verständnisvoll und gönnerhaft und denkt sich wahrscheinlich gerade ‚Frauen und Technik’!
Carmen muss nur zweimal klicken, dann hat sie gefunden, was sie gesucht hat: Franks Handy-Nummer.
„Aaben Ssie eineen Sstift??“
Sofort greift Wellington ins Innere seiner Anzugjacke und fördert einen teuren, vergoldeten Kugelschreiber zutage. Carmen nimmt ihn, daraufhin legt sie das Handy auf den Tisch, greift nach Wellingtons Hand und dreht sie auf der Tischplatte so, dass die Innenfläche nach oben zeigt. In diese schreibt sie dann Franks Nummer, die sie vom Display abliest.
„Ees kann ssein, dass iich miich niicht perrsonlich melde, ssondern mein Verrmieterr. Er eißt Coolliins. Niicht, dass Ssie ssich wuunderrn ..“, erklärt sie dabei mit einem kleinen, amüsierten Schmunzeln. „Frrageen Ssie einfach nach mirr .. uund wenn Ssie ssich meinen rrichtigen Namen niicht merrken konnen, dann ssagen Ssie einfach, dass Ssie Carrmen sspressen wolleen. Daas iist mein Sspitssnamee.“
So ehrlich muss sie jetzt schon sein, wenn sie nicht will, dass Frank ‚Falsch verbunden’ denkt und gleich wieder auflegt, sobald Wellington nach einer Miss Gonzáles fragt. Aber sie ist der Meinung, dass sie das Opfer eingehen kann für den Stress, den dieser idiota dann hoffentlich mit ihrem chico bekommt. Denn wenn sie eines ganz gewiss nicht glaubt, dann, dass Wellington im Rang höher steht als Frank. Da kann er noch so sehr von ‚großen Tieren’ sprechen.
Carmen schreibt die letzte Zahl der langen Nummer in die Hand ihres Verehrers und malt noch einen kleinen Kussmund daneben, damit er sich bis zu seinem Anruf ruhig noch ein paar Hoffnungen macht. Dann richtet sie sich wieder auf und hält ihm lächelnd den teueren Stift entgegen.
„Bittesson! – Uund wehe, Ssie rrufen niicht an!!“
Sie schenkt ihm noch ein zuckersüßes Lächeln und ein kleines verschmitztes Zwinkern dazu, dann wendet sie sich von ihm ab und marschiert mit einem breiten Grinsen auf dem Gesicht auf den Ausgang der Cafeteria zu.
DAS hat Spaß gemacht!

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Er sieht es ihr an, und er spürt es, dass sie ihn ebenso begehrt. Dass sie ihn will, obwohl er ihr nicht mehr geben kann als seinen Körper und die Zuneigung, die sein Herz noch in der Lage ist zu empfinden.
Das macht es ihm nicht leichter.

El sieht über Janes Kopf hinweg einen Moment lang den Strand hinunter, ehe er seinen Blick wieder auf ihr Gesicht richtet und dann mit einem angedeuteten Kopfschütteln und einem kleinen, bitteren Lachen zu Boden sieht.
"Si, ich fühle mich noch gut mit dir."
Er sieht sie wieder an.
"Zu gut vielleicht. - Jane ..", er wird wieder ernst und blickt ihr eindringlich in die rauchgrauen Katzenaugen, ".. ich will dir nicht weh tun. Verstehst du das? .. Ich fühle sehr genau, was du für mich empfindest und wie sehr du dir wünschst, dass ich diese Empfindungen erwidere. Doch ich kann es nicht. Noch nicht. Vielleicht nie. - Ich möchte, dass du das nicht vergisst, hörst du? Weil es schlimm wäre, wenn du dich in mich verrennen würdest. So etwas kann dich dein Herz kosten. Und das will ich nicht."

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Strahlend vor guter Laune nimmt Carmen die Treppe, die sie ein Stockwerk höher führt und zieht, an der Glastür desselben angekommen, mit Schwung Franks Karte durch den Scanner. Die Tür klickt und öffnet sich, und Carmen betritt die Ebene wieder, auf der ihr Paco arbeitet, wenn ihn keine Aufträge durch die Weltgeschichte führen.
'Was bitte die nächsten zwanzig Jahre der Fall sein darf!', fährt es ihr durch den Kopf, während sie fröhlich vor sich hinsummend auf seine Bürotür zuhält, die gar nicht so weit vom Treppenhaus entfernt liegt.
Carmen erreicht sie und öffnet auch diese auf beschwingte Weise, dabei hört sie, wie sich unweit von ihr die Fahrstuhltür schließt und der Lift sich in Bewegung setzt. Sie nimmt es nur am Rande zur Kenntnis, weil es sie nicht wirklich interessiert. Interessiert hätte sie es, wenn die Tür aufgegangen und ihr chico herausgekommen wäre. Aber so ..?

Sie betritt Franks Büro wieder, lässt die Tür hinter sich ins Schloss fallen und sieht sich unternehmungslustig um.
Wie kann sie sich hier die Zeit vertreiben, bis ihr Paco zurück kommt? Carmens Blick fällt auf seinen Schreibtisch, der ein Ausbund an Chaos ist - vor allen Dingen im Vergleich zu Janes aufgeräumtem Arbeitsplatz. Sie beschließt, darauf Ordnung zu schaffen, denn an so einem Tisch kann man doch gar nicht arbeiten!
Zufrieden darüber lächelnd, dass ihr eine so tolle Idee gekommen ist, setzt sie sich auf seinen Drehstuhl, lässt ihren Blick über die Berge an Akten, Notizen, Schmierzetteln und Stiften schweifen, und dann beginnt sie, aufeinanderzustapeln, wegzuräumen und - was sie für alte Kritzeleien hält, die Frank ganz bestimmt nicht mehr braucht - wegzuwerfen.
Schon fünf Minuten später erkennt man den Schreibtisch nicht mehr wieder, denn alles liegt ordentlich auf kleinen oder größeren Häufchen und macht einen richtig adretten, übersichtlichen Eindruck.
Einer spontanen Eingebung folgend steht Carmen auf und nimmt noch eine der Blumen vom Fensterbrett, um sie dekorativ auf die Stelle, an der Franks Schreibtisch an Janes stößt, zu stellen - und fertig!
Höchst zufrieden mit sich begutachtet sie daraufhin ihr Werk und lässt sich dabei wieder auf Franks Drehstuhl sinken. Dann sieht sie auf die Uhr und wartet.
Er ist aber lange weg!

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"Die Moral der Kunst besteht in vollendeter Anwendung unvollkommener Mittel." ~ Oscar Wilde

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Verfasst: Fr 30. Mär 2007, 17:08 
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Vengador desperado
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Es wäre ihm lieber, sie würde das nicht tun. Es wäre ihm lieber, sie wäre wütend auf ihn oder hätte ihn von sich weggestoßen, nachdem er ihr gesagt hat, dass er ihr nicht mehr geben kann. Damit hätte er besser umgehen können.
Doch sie tut es nicht. Sie küsst ihn, und damit reißt sie die Mauer ein, die er gegen sie zu errichten versucht hat.

Ohne dass er es verhindern könnte, legen seine Arme sich wie von selbst um Janes schlanken Körper, und sein Mund erwidert ihren Kuss. Zärtlich, gefühlvoll, so als würde er sie zum ersten Mal küssen. Sanft spielt seine Zunge mit ihrer, liebkost ihre Lippen, ihre Zähne, ebenso sanft fährt seine Hand unter ihr Haar, in ihren Nacken, um ihren Kopf festzuhalten und dem Kuss so noch mehr Intensivität zu verleihen.
Es ist berauschend. Sie ist berauschend. Ihr Geschmack, die Nähe ihres warmen, anschmiegsamen Körpers, dazu das Rauschen des Meeres, der warme Wind .. das Wissen, hier alleine zu sein ..

El weiß, dass es langsam höchste Zeit wird, sich von ihr zu lösen. Wenn er es jetzt nicht tut, wird er es gar nicht mehr tun, und alle guten Vorsätze werden zum Teufel gehen. Doch anstatt den Kuss zu beenden und sie loszulassen, zieht er sie noch enger an sich, und der Kuss, den er noch immer mit ihr teilt, wird leidenschaftlicher.

Zur Hölle mit den guten Vorsätzen!

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Verfasst: Fr 30. Mär 2007, 17:11 
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Na endlich, da ist er!

Das Klopfen ist noch nicht verklungen, da ist Carmen bereits vom Drehstuhl gesprungen und eilt zur Tür. Sie reißt sie auf und strahlt.
"Das wurde aber auch Zeit!!"
Ehe Frank antworten oder sonstwie reagieren kann, packt sie ihn am Kragen seines bordeauxroten Hemdes, zieht ihn mit Schwung ins Büro hinein, und dann schlingt sie ihre Arme um ihn und küsst ihn, als hätte sie ihn zehn Jahre lang nicht gesehen.

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Verfasst: Fr 30. Mär 2007, 17:51 
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Sein Denken endet an ihrem Mund und setzt danach auch nicht wieder ein. Das Verlangen, das er für diese Frau empfindet, gewinnt die Oberhand und diktiert von nun an Els Vorgehen.
Immer hungriger wird sein Kuss, je länger er andauert und je intensiver er Jane spürt. Ihre kühle Hand auf seinem heißen Rücken beschert ihm eine Gänsehaut der Erregung, und die Bereitwilligkeit, mit der sie sich ihm darbietet, bringt sein Blut in Wallung. Seine Hände gleiten an ihrem Körper entlang, liebkosen ihn durch den von der Sonne warmen Stoff ihres T-Shirts und ihrer Hose, dann tun sie es Janes Hand gleich und ziehen ihr das T-Shirt aus der Hose, um auf ihren nackten Rücken zu fahren und ihre seidenweiche Haut zu liebkosen.
Doch ist es ihm nicht genug.
Jetzt, wo er es sich gestattet, seinem Verlangen nachzugeben, will er mehr von ihr – jetzt will er alles!
Mit einem leisen Aufkeuchen beißt er Jane in die Lippen, dann ins Kinn, und ihm gleichen Moment zieht ihr T-Shirt in die Höhe und – nach ein wenig Zirkelei um ihre verletzte Schulter herum – auch über den Kopf. Das T-Shirt fällt achtlos in den Sand, ebenso fallen Janes lange Haare ihr wirr ins Gesicht zurück. Doch nicht für lange, denn sogleich greift der Wind danach und weht es beiseite. Els Lippen pressen sich erneut auf ihren schönen Mund, aber diesmal rauben sie ihr nur einen kurzen Kuss. Daraufhin saugen sie sich an ihrem Kinn fest, dann an ihrer Kehle, dann vergräbt er sein Gesicht für einen Moment in der Fülle ihrer Brüste, die noch von ihrem schwarzen Sport-BH verhüllt werden. So bleibt er stehen, die Augen geschlossen und seine Arme fest um ihren Körper geschlungen, und dabei lauscht er dem immer lauter werdenden Ruf seines Blutes.
Bis er es nicht mehr ertragen kann und mit seinen Händen die Träger ihres BHs über ihre Schultern nach unten streift, ihre Brüste so entblößt und sie mit heißen, saugenden Küssen eindeckt, die deutlicher als Worte es könnten von seinem Hunger sprechen. Immer fordernder liebkost er sie, gleitet dabei an ihrem Leib immer mehr in die Tiefe, bis er schließlich vor ihr zu knien kommt, sein Gesicht an ihrem Bauch vergräbt und sie erneut fest umschlungen hält.
Er muss sich bremsen! Er muss sich zügeln! Er wird ihr sonst weh tun!

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Verfasst: Fr 30. Mär 2007, 17:59 
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Überrascht über Franks unerwartete Stürmischkeit fragt Carmen sich einen eifersüchtigen Moment lang, ob er sich bei Direktor Stone wohl Appetit geholt hat.
Aber seine fordernden Küsse lassen keine langen, zusammenhängenden Gedankengänge zu. Nach Luft schnappend und am ganzen Körper erschauernd erwidert Carmen sie nur allzu gerne, seufzt ein ums andere Mal auf und droht schon unter seinen Händen zu schmelzen wie in der Sonne liegende Schokolade, als sich ein kleiner, hartnäckiger Gedanke zurück in ihr endorphingeflutetes Hirn drängt und dort energisch anklopft.
Sie hat doch eine Überraschung für ihn!!!
Unter Aufbietung all ihrer Kräfte schiebt sie ihren brünftigen chico von sich fort, japst wieder einmal nach Luft, dann dreht sie ihn mit einem kleinen Lachen um, so dass er zum Schreibtisch sehe kann. Und zwitschert ihm ins Ohr, während sie ihn von hinten mit ihren Armen umschlingt und mit Mühe ihr Kinn auf seine Schulter legt: "Überraschung!!"

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