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 Betreff des Beitrags: Re: Wild At Heart
Verfasst: So 27. Jun 2010, 12:15 
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Charmantes Stinktier
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Wie die Verrückten jagten wir auf das Wäldchen zu. Marcio voran und ich dicht hinter ihm. Verdammter Mist. Ich wollte mir nicht ausmalen, was da gerade passiert sein konnte. Waren uns welche aus Boston zuvor gekommen? Eigentlich war das eher unwahrscheinlich, aber es war eben nicht unmöglich und das ließ meinen Magen Purzelbäume schlagen.
Wenn ihr meinem Kaktus was antut, dann ...
Ich malte das nicht weiter aus. Was auch besser war. Immer näher rückte das Wäldchen, aber ich hatte das Gefühl, dass es Ewigkeiten dauerte, bis wir es erreichten. Mit wild funkelndem Blick sah ich mich um und sah nur einen einzigen Gaul. Erst Marcios überraschtem Ausruf folgend, entdeckte ich den an Händen und Füßen gefesselten Kerl auf dem Boden. Ausgeknockt und friedlich schlafend. Aber langsam blau werdend im Gesicht. Ich musste lachen, weil ich genau wusste, wer dafür verantwortlich war. DAS war garantiert mein stacheliger Kaktus gewesen. Trotzdem war ich neugierig, wer dieser Kerl eigentlich war. Marcio schien es zu wissen, wie mir seine Worte bewiesen.
„Dreckskerl von einem Kopfgeldjäger.“
Um ein Spucken und einen Tritt reicher, rutschte besagter Kopfgeldjäger ein Stück zur Seite, als Marcio seine Wut an ihm ausließ. Ich zog beide Augenbrauen hoch und sah meinen Freund fragend an.
„Du wusstest davon?!“
Nicht wirklich eine Antwort erwartend, wendete ich mein Pferd und sah mich suchend um.
„Sie sind wieder abgehauen. Wir müssen uns beeilen, damit wir sie endlich einholen. Beim nächsten Mal geht es vielleicht nicht mehr gut und sie werden geschnappt.“
Marcio nickte und stieg wieder auf sein Pferd und wir machten uns auf den Weg, endlich unsere Schönheiten einzufangen. Ich war davon überzeugt, dass sie so viel Glück nicht noch einmal haben würden. Vor allen Dingen hatte das hier Zeit gekostet und wer wusste schon, was Gainsborough alles auf die Beine stellte, um mich in seine Finger zu bekommen. Ich war davon überzeugt, dass er Sara gehen lassen würde, aber mir wünschte er die Pest an den Hals, weil ich ihn aus seinem süßen Traum von einer glücklichen Ehe brutal geweckt hatte. Ein breites Grinsen auf meinem Gesicht machte deutlich, dass ich es überhaupt nicht bereute. Steven würde schon drüber wegkommen. Es gab noch genüg heiratswillige Jungfrauen in Boston. Aber es gab nur einen Kaktus und der gehörte nun einmal mir.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wild At Heart
Verfasst: So 27. Jun 2010, 13:19 
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Stacheliger Kaktus
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Der Vorsprung, den wir hatten, war knapp. Wenn man den Hufschlag seiner Verfolger hört, ist man eigentlich schon fast geliefert, und man tut gut daran, entweder alles aus seinem Pferd herauszuholen, um noch schneller zu werden oder von der Bildfläche zu verschwinden. Ich machte mir nichts vor, das mit dem Schnellerwerden war unwahrscheinlich. Sobald wir das Wäldchen wieder verlassen hätten und uns auf der offenen Prärie hätten blicken lassen, hätten wir ein fettes Ziel für jeden guten Schützen abgegeben. Ich machte also erst gar keine Anstalten, das Wäldchen zu verlassen, sondern lenkte meine Stute dicht am Rand entlang und immer noch in der Deckung der Bäume gen Westen - die falsche Richtung zwar, denn wir mussten ja nach Süden, aber in diesem Augenblick entwickelte ich eine unglaubliche Flexibilität. Nur einmal blickte ich mich um, um mich zu vergewissern, dass Ellen an mir dran blieb. Danach verwendete ich meine ganze Konzentration auf unseren Fluchtweg, der natürlich kein Weg im eigentlichen Sinne war, sondern nur eine gedachte Linie von mir, welche sich mehr oder weniger gerade durch die zum Glück nicht ganz so dicht stehenden Bäume hindurch zog und immer wieder von Büschen und Gestrüpp unterbrochen wurde. Dabei bemühte ich mich zusätzlich, auf fremden Hufschlag zu horchen, aber das war nahezu unmöglich, weil der Lärm, den unsere Stuten machten, trotz des weichen, dämpfenden Waldbodens immer größer war als alle anderen Geräusche um mich herum. Zu meinem Ärger darüber - denn irgendwie hatte ich trotz der Vegetation, die mich umgab, das Gefühl, auf dem Präsentierteller zu sitzen statt im Sattel meiner Stute - gesellte sich Beklommenheit. Was, wenn wir das Ende des Wäldchens erreichten und gezwungen sein würden, aufs offene Land hinaus zu reiten? Im Wald bleiben war keine Option. Den hätten unsere Verfolger nur allzu schnell durchkämmt. Und die Nacht war noch Stunden um Stunden entfernt. Es war gerade erst einmal Vormittag, so dass die Sonne uns noch lange Zeit aufs Hauipt scheinen würde.
Meine Sorge, die die Euphorie meines Sieges über Vago schnell ausgelöscht hatte, nahm jedoch wieder ab, je länger wir durch den Schatten der Bäume galoppierten. Sie schienen endlos. Offenbar handelte es sich doch nicht bloß um ein Wäldchen, wie ich zuerst geglaubt hatte, sondern um den Ausläufer eines größeren Waldes. Ich begann mich zu entspannen. Auch wenn das nicht wirklich bedeutete, dass wir in Sicherheit waren und man unseren Spuren hier auf dem weichen Boden sehr viel besser würde folgen können als auf der kargen, harten Prärie, würden sich Vagos Kumpanen oder der Marshall oder vielleicht sogar Steven oder dieser snobbige Herzog - mehr mögliche Verfolger fielen mir gerade nicht ein - doch sehr schwer tun, uns einzuholen. Ich hatte auf jeden Fall nicht vor, mich noch einmal schnappen zu lassen. Und sah in dem unverhofften Glücksfall, als den sich dieser Wald hier herausstellte, unsere Rettung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wild At Heart
Verfasst: So 27. Jun 2010, 13:55 
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Hitziger Heiratsschwindler
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Die beiden chicas hatten mehr Glück als Verstand.
Zum einen, dass es ihnen gelungen war, diesen cabrón von Kopfgeldjäger zu überwältigen. Ich durfte mir gar nicht ausmalen, was alles hätte passieren können, wenn ... Typen wie diese kannte ich zur Genüge, und ich wusste sehr genau, dass die nicht nur unbedingt an dem Geld interessiert waren, das ihnen als Belohnung für einen erledigten Job zustand.
Zum anderen, dass wir nicht ganz so schnell hinterher kamen, wie sie vor uns davon preschten. Es gab keinen Weg hier, von dem wir hätten annehmen können, dass sie ihn genommen hätten, und der kurze Aufenthalt am Ort des Geschehens hatte lange genug gedauert, um jeglichen Hufschlag ihrer Tiere zum Verklingen zu bringen. Nachdem wir wieder aufgesessen hatten, blieb uns nichts anderes übrig, als der Spur ihrer Stuten zu folgen, was wir zwar im Trab tun konnten, denn die Hufabdrücke auf dem Boden waren einigermaßen gut sichtbar und das Gleiche galt für die abgeknickten Zweige diverser Sträucher, aber ein gestreckter Galopp war nicht drin.
So kam es, dass der Abstand zwischen uns und ihnen langsam immer größer wurde. Wir erkannten es an den Spuren, die immer schlechter zu lesen waren.
"Caramba!", fluchte ich, als wir schließlich an einen kleinen Fluss kamen und auf der gegenüberliegenden Seite nirgendwo weitere Hufabdrücke ausmachen konnten. Es war offenbar, dass die beiden Frauen die günstige Gegenheit genutzt hatten und eine Zeitlang durchs Wasser geritten waren, um ihre Spuren zu verwischen. Es blieb uns nichts anderes übrig, als das Ufer nach der Stelle abzusuchen, wo sie den Fluss wieder verlassen hatten, und da gab es natürlich zwei Richtungen, in denen wir suchen mussten und nicht nur eine. Es sei denn ...

Mit mahlenden Kiefern blickte ich zwischen den Ohren meines Pferdes hindurch auf das glitzernde, plätschernde Band, das uns unsere Suche erschwerte und dachte nach. Der Fluss kam aus Südwesten und floss nach Nordosten, in Richtung Massachussetts Bay, an der auch Boston lag. War es wahrscheinlich, dass unsere beiden Damen bei ihrer Flucht diese Richtung eingeschlagen hatten? Sicher, es lag im Bereich des Möglichen, wenn man die Option in Betracht zog, dass sie uns austricksen wollten. Erst einmal dorthin reiten, wo man überhaupt nicht vermutet wird und dann in einem großen Bogen die ursprüngliche Richtung einschlagen. Dann hätte man die Verfolger höchstwahrscheinlich nicht mehr im Rücken. Aber so ein Vorgehen erforderte eine gute Portion kühles Blut, und perdón, aber über das verfügte Sara, die ich für die treibende Kraft bei diesem kleinen Katz- und Mausspiel hielt, nun einmal nicht. Sie wusste, dass sie verfolgt wurden, sie würde auf Schnelligkeit setzen. Außerdem war sie auf dem Heimweg nach México - alles in ihr zog sie dorthin. No, sie war nach Südwesten geritten und setzte darauf, dass ihre Verfolger sie für durchtriebener hielten. Ob sie wusste, dass wir es waren, die hinter ihnen her waren?
"Hey!!", forderte ich meinen Braunen scharf auf, dazu gab ich ihm einen Ruck am Zügel und bugsierte ihn so nach links. Und schon preschte ich wieder los, am Fluss entlang den - wie ich hoffte - beiden chicas hinterher. Und da ich von meinem amígo keine Einwände hörte, sondern synchron klingenden Hufschlag, nahm ich an, dass Bredford die gleichen Schlüsse gezogen hatte wie ich.

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 Betreff des Beitrags: Re: Wild At Heart
Verfasst: So 27. Jun 2010, 20:30 
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Südstaaten-Schönheit
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Der Fluss war uns sehr gelegen gekommen. So konnten wir es vermeiden, Spuren zu hinterlassen. Eine geraume Weile waren wir so weiter galoppiert. Aber immer darauf gefasst, doch noch eingeholt zu werden. Wir mussten unbedingt weiter, sonst hätten wir keine Chance, zu entkommen. Vago war eine Sache gewesen, aber hinter uns war uns mehr als ein Verfolger auf der Spur. Doch trotz der anstrengenden Flucht und der Befürchtung gefasst zu werden, schweiften meine Gedanken wieder zu Marcio zurück. Zu einer anderen Gelegenheit, als wir beide über eine Wiese zu einem kleinen Flüsschen gelaufen waren. Ich auf Strümpfen und Marcio, der mich verfolgt, schließlich eingeholt und dann auf den Arm genommen hatte. Wie ausgelassen wir da gewesen waren. Es war unglaublich schön gewesen und ich hatte so sehr gehofft, dass ich ihm hatte glauben können. Aber wieder einmal war ich getäuscht worden, was der gestrige Abend ja bestätigt hatte. Marcio stand nicht zu seinem Wort, also konnte ich ihm auch nicht glauben, dass er sich wirklich würde ändern wollen.
Wir wussten aber auch, dass wir nicht ewig auf diesem Weg bleiben konnten. Es war zu offensichtlich, dass man uns auch durch den Fluss folgen würde. Also mussten wir uns etwas anderes überlegen. Ich schloss zu Sara auf und äußerte meine Bedenken bezüglich des Flusses und sie stimmte mir zu. Ich hatte eine Idee.
Ich zügelte mein Pferd und als Sara es mir gleich tat, lauschte ich angestrengt. Es war nichts zu hören, was uns Mut machte. Dann drehte ich mich zu Sara und deutete auf die andere Seite des Flusses.
„Wir reiten dort entlang und verwischen die Spuren am Ufer. Die anderen werden denken, dass wir weiter durch den Fluss reiten und so können wir ihnen vielleicht entkommen. Wenn mich nicht alles täuscht und wir dann quer durch die Büsche reiten, so weit es geht, können wir zusätzlich noch einen Vorsprung heraus holen.“
Sara sah mich zuerst skeptisch an, aber dann nickte sie meinen Vorschlag ab.
Ich lenkte mein Pferd ans andere Ufer und suchte nach einer geeigneten Stelle, die ich auch bald fand. Dann sprang ich vom Pferd und sah mich um. Wir hatten Glück, denn ich fand einen großen Ast, der abgebrochen war und an dem noch kleinere Äste mit Laub hingen. Ich nickte Sara zu und sie ritt ein gutes Stück weiter. Ich machte schnell, denn wir wussten nicht, wie groß unser Vorsprung wirklich war. Sofort verwischte ich die Hufspuren und zwar so weit, dass man die weiteren vom Ufer Fluss aus nicht mehr sehen konnte. Dann lief ich hinter Sara her, stieg wieder in den Sattel und wir machten, dass wir davon kamen.

Und wir hatten es wirklich geschafft. Nach zwei Stunden erreichten wir den Waldrand und niemand hatte uns eingeholt. Die Verfolger waren auf unseren Trick herein gefallen und wir konnten nun weiter reiten. Wir hielten am Waldrand kurz an und lauschten erneut angestrengt, ob hinter uns etwas zu hören war. Aber so war es nicht.
„Wir sollten noch eine ganze Weile schnell galoppieren, damit wir genügend Abstand zum Wald bekommen. Dann können wir später wenn es dämmert eine Ruhepause einlegen.“
Ich nickte das ab. Es würde für die Pferde anstrengend werden, aber wir hatten keine andere Wahl. Wir mussten weiter.
„In Ordnung und Sara ...“
Sara sah mich fragend an und ich schmunzelte leicht.
„Das eben mit Vago, das hast du klasse gemacht. Beizeiten musst du mir das beibringen.“
Ich lächelte mehr und auch Sara lachte leise auf und schon gaben wir unseren Pferden die Fersen zu spüren und galoppierten aus dem Wald heraus.

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