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Verfasst: Do 6. Sep 2007, 07:45 
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Flegelhafter Prinz
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Tahleah rauschte hinaus, und ich sah Marius mit emporgezogener Augenbraue fragend an.
"Du hast doch nicht wirklich vor, dir das eine ganze Ewigkeit lang anzutun, oder?"

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Verfasst: Do 6. Sep 2007, 07:46 
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Der dunkle Park, die späte Uhrzeit, das drängende Gefühl, das mich schneller gehen ließ, weil ich endlich nach Hause kommen wollte … hätte ich doch bloß ein Taxi genommen … wäre ich doch nur nicht auf diesen blöden Gedanken gekommen, zu Fuß nach Hause zu gehen! … - Schritte hinter mir, aus dem drängenden Gefühl wurde Angst … schneller, schneller!! – Plötzlich nichts mehr. Kein Geräusch mehr hinter mir, ich war allein. War ich wirklich allein? … Ich blieb stehen, sah mich um, entdeckte niemanden. Ich wartete einen Augenblick, schwer atmend, mit schweißfeuchten Händen … nichts. Niemand mehr. Ich atmete auf … - Der Angriff kam überraschend. Ein Stoß in den Rücken, der mich nach vorne katapultierte, mein erschrockener Schrei, dann Hände, die mich grob an den Schultern packten, herumschleuderten und dann gegen den kalten Stein drückten, auf dem ich lag. Ein Gesicht … überirdisch schön, abgrundtief grauenerregend … zwei eisgraue Augen, die über mir aufglühten … ein kaltes Lächeln, leise geraunte Worte - „Jetzt gehörst du mir, mon chaton – mein Kätzchen!“ - dann zwei weiße, spitze Zähne, die in diesem Lächeln bedrohlich aufblitzten … ein Zustoßen, mein Schrei, der in einem gurgelnden Röcheln endete, meine verzweifelten Versuche, ihn von mir wegzudrücken, mich von ihm zu befreien … Schmerz … nein, Lust … nein, doch Schmerz, so schlimm, dass ich glaubte, ich würde in Stücke gerissen … dann barmherzige Dunkelheit … Vergessen …

Ich keuchte auf, als ich aus der Erinnerung auffuhr und sah mit heftig schlagendem Herzen in die Nacht hinaus. Meinen eigenen Tod hatte ich gesehen, den Überfall, der damals mir gegolten hatte … meinen Schöpfer!
Ich begann zu zittern, innerlich zu frieren – das ganze Hochgefühl, das mir das Schlagen meiner ersten Beute, der Triumph über meine Angst beschert hatte, war verschwunden. Zurück blieb ein zutiefst erschüttertes Kind der Nacht, dem sich ein Stück seiner menschlichen Vergangenheit offenbart hatte. ’Tahleah‘, weinte ich in Gedanken hilflos und wusste nicht, was ich tun sollte. Sie antwortete mir nicht – vielleicht war sie noch zu erschöpft, vielleicht war ich es gerade auch, so dass mein Ruf einfach nicht laut genug war – und so kam niemand, um mich liebevoll in den Arm zu ziehen. Ich wischte mir die Bluttränen von den Wangen, die mir warm daran herab liefen. Bebend drückte ich mich in die Höhe und machte, dass ich von hier weg kam. Nie wieder würde ich in diesem Park jagen gehen – an dem Ort, an dem er auf mich Jagd gemacht hatte!

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Verfasst: Do 6. Sep 2007, 07:58 
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Flegelhafter Prinz
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Meine Augenbraue wanderte noch ein Stück höher und mein Blick wurde trocken.
"Ich weiß nicht, ob ich das als Kompliment nehmen soll."
Es gefiel mir nicht unbedingt, dass Marius Parallelen zwischen mir und diesem unbeherrschten Kind sah. Gerade auf meine Selbstbeherrschung hielt ich mir einiges zugute, auch wenn es durchaus Gelegenheiten gab, in denen sie mich verlassen konnte. Jedoch nicht in einem Gespräch mit einem so jungen Vampir wie Tahleah.
"Wie dem auch sei, ich werde sie begleiten, ob sie es will oder nicht." - Ich hatte meine Möglichkeiten, mich vor ihr zu verschleiern und würde ganz gewiss nicht die lange Strecke nach Ägypten ohne technische Hilfsmittel zurücklegen. Ich würde neben ihr im Flugzeug sitzen, in einem der gemütlichen Ledersessel, und sie würde es nicht einmal merken.
Entschlossen, es so anzugehen, erhob ich mich und zog meinen schwarzen Pullover glatt - einer der Vorzüge der heutigen Kleidung war zweifellos, dass sie nicht so knitterte.
"Ich werde mir nun die Stadt ansehen und ein wenig zu Abend essen. Gehe ich recht in der Annahme, dass du mich nicht begleiten wirst?"
Es war eher eine Feststellung als eine Frage.

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Verfasst: Do 6. Sep 2007, 08:10 
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Flegelhafter Prinz
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Ich sparte es mir, meiner Überraschung erneut Ausdruck zu verleihen, indem ich meine Augenbraue in die Höhe zog - sie war ja bereits oben.
"Also gut. Ich bin ohnehin reisefertig, und zu Abend essen kann ich in Ägypten genauso gut. Allerdings nehme ich nicht an, dass Tahleah ihre junge, unfertige Freundin hierlassen wird, oder?"
Mir war es nicht entgangen, dass Yaelle sich auf die Jagd begeben hatte, von welcher sie noch nicht zurückgekehrt war.

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Verfasst: Do 6. Sep 2007, 08:19 
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Durchfüttern?
Ich hatte Marius' Gedanken bezüglich Yaelle genau vernommen, denn er hatte sich keine Mühe gemacht, sie vor mir zu verbergen, und was ich da erfuhr, erstaunte mich nicht wenig. Wie es schien, war Yaelle noch schwächer als ich geglaubt hatte, da sie offenbar nicht einmal in der Lage war, sich selbst zu ernähren. Wie mich das doch an meinen geliebten Louis erinnerte!!
"Nun gut. Wenn sie sich derart um Yaelle kümmern muss, wird ihre Aufmerksamkeit ohnehin in Anspruch genommen sein, und sie wird mich erst recht nicht bemerken. Ich werde ein Auge auf sie haben und es dich wissen lassen, sobald wir etwas von Wichtigkeit gefunden haben."
Mit diesen Worten griff ich nach der Pergamentrolle und wandte mich noch einmal Marius zu. Ich wechselte einen Blick mit ihm, dann umarmte ich ihn, um mich von ihm zu verabschieden. Daraufhin verließ ich das Wohnzimmer, um mich unbemerkt an Tahleahs Seite zu begeben. Ich würde mich ihr erst wieder zu erkennen geben, wenn wir in Ägypten wären.

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Verfasst: Do 6. Sep 2007, 08:48 
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Als ich in Marius' Haus zurückkehrte, hatte ich mich wieder etwas gefangen. Das Blut, welches ich getrunken hatte, pulsierte warm durch mich hindurch und vermittelte mir ein körperliches Wohlgefühl, und die Gewissensbisse, einen Menschen getötet zu haben, hielten sich in Grenzen, da ich mir immer dann, wenn sie sich melden wollten, ins Gedächtnis rief, was für ein Schwein das doch gewesen war und dass ich viele Mädchen und Frauen vor einem schlimmen Los bewahrt hatte, indem ich die Welt von ihm befreit hatte. Mir das immer wieder einzureden, hielt mich davon ab, mir die Erinnerung ins Gedächtnis zurückzurufen, die mich im Park so heimtückisch angefallen hatte. Ich wollte nicht an meinen Schöpfer denken, jetzt nicht mehr, nachdem ich erkannt hatte, dass er mir niemals eine Wahl gelassen hatte, weil die Erkenntnis weh tat, aus einer Laune heraus meinem alten Leben entrissen und in ein neues hineingestoßen worden zu sein. Aus einer Laune heraus, nicht weil er mich liebte oder begehrte. Wäre das der Fall gewesen, wäre er bei mir geblieben und hätte mir geholfen, den Übergang in mein neues Ich zu schaffen. Doch er hatte mich allein gelassen, und irgendwie wusste ich, dass das nicht daran gelegen hatte, dass er gestört worden oder ihm etwas zugestoßen war. Er hatte einfach das Interesse an mir verloren, nachdem er sich entschieden hatte, mir das ewige Leben zu geben. Oder vielleicht hatte es ihm auch einen perfiden Spaß bereitet, sich vor mir zu verbergen und mich dabei zu beobachten, wie ich meine ersten unbeholfenen Schritte als Kind der Nacht machte. Vielleicht hatte er mich die ganze Zeit über begleitet und nur darauf gewartet, dass mir etwas widerfuhr. Dass die Sonne mich erwischte oder ich vor Hunger verrückt wurde zum Beispiel.
Das alles war mir durch den Kopf gefahren, als ich mich überstürzt zu Marius' Anwesen aufgemacht hatte - verständlich, dass ich in dieser Richtung letzten Endes lieber nicht weiter dachte und alles, was mit meinem 'Schöpfer' zu tun hatte, gedanklich ausklammerte.

Kaum hatte ich die Villa wieder betreten, fahndete ich mit meinen Sinnen nach Tahleah und fand sie, wie ich es erwartet hatte, in ihrem Schlafzimmer vor. Ich eilte die Treppe hinauf, ohne dabei nach Marius oder diesem eingebildeten de Lioncourt Ausschau zu halten und wollte gerade Tahleahs Zimmer betreten, als mir einfiel, dass ich ganz unmöglich aussehen musste. Blutverschmiert der Mund und das Kinn vom Trinken, blutverschmiert die Wangen von den Tränen, die ich vergossen hatte ... ich machte also einen kleinen Umweg über mein eigenes Zimmer, um mich erst einmal zu waschen und suchte Tahleah erst danach auf.

Geräuschlos öffnete ich ihre Tür, und ebenso geräuschlos schlüpfte ich hindurch. Ein paar Kerzen brannten und warfen ihren goldenen Schein auf die weiße, nackte Schulter und das blonde, lange Haar meiner Geliebten, so dass sie zwischen den blutroten Satinlaken wie ein Engel wirkte. Für mich war sie das auch, wunderschön von außen und wunderschön von innen. Ich setzte mich sachte neben sie auf die Bettkante und streichelte hauchzart über ihren Oberarm und ihren Rücken.
"Tahleah?", sprach ich sie dabei leise an. Ich wusste, dass sie wach war, auch wenn ich ihr Gesicht nicht sehen konnte. Ich spürte es einfach. Aber ich wusste nicht, ob sie jetzt lieber ihre Ruhe haben wollte. Dazu hätte ich in ihre Gedanken eindringen müssen, und so etwas hätte ich niemals ohne ihre Erlaubnis getan.

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Verfasst: Do 6. Sep 2007, 10:37 
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Ich lächelte leicht, als Tahleah sich so für mich freute und versuchte, die gleiche Freude über meine erste Jagd zu empfinden. Aber es gelang mir nicht. Es blieb lediglich bei dem Triumpfgefühl, das mir der Sieg über meine Aversion beschert hatte, von Glück war ich jedoch weit entfernt. Und jetzt kam auch noch ein Gefühl der Verwunderung hinzu. Tahleah wollte jetzt nach Ägypten fliegen? In ihrem Zustand? Warum hatte das nicht bis morgen Zeit?
"Das geht nicht", protestierte ich mit ernstem, beschwörendem Blick. "Wir können jetzt nicht fliegen, du bist noch viel zu schwach! Du musst dich ausruhen. Musst trinken. Wir sollten morgen abend abreisen, nicht eher."

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Verfasst: Do 6. Sep 2007, 10:53 
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Ich widersprach ihr kein zweites Mal, denn ich wollte sie nicht verärgern. Ich liebte sie von Herzen, und was immer sie entschied, akzeptierte ich. Aber ich konnte die Enttäuschung nicht verdrängen, die mich wegen ihrer Eile jetzt zu erfüllen begann. Ich hatte für uns beide gejagt, hatte ihr von meinem Blut zu trinken geben wollen, um sie wieder zu stärken. Ich hatte mich darauf gefreut, nicht nur, weil ich ihr helfen wollte, sondern weil ich endlich die Bereitschaft in mir verspürte, mit ihr den Blutkreislauf zu schließen. Nein, ich hatte mich nicht nur gefreut, ich hatte es eigentlich kaum erwarten können. So lange wünschte sie es sich schon, dass ich mich ihr endlich ganz schenkte, und jetzt hatte ich keine Angst mehr davor - aber nun war keine Zeit dazu, sie wollte weg, drängte auf Aufbruch und nahm mir damit die Gelegenheit, ihr meine Liebe zu beweisen. Ich würde ein weiteres Mal jagen gehen müssen, ehe wir uns miteinander würden vereinen können - dieser Gedanke setzte mir ebenso zu wie die Enttäuschung über den erneuten Aufschub.
"Wie du meinst", antwortete ich ihr und schlug die Augen nieder. Dann stand ich auf und wollte zum Kleiderschrank gehen, um meine Sachen zu packen, die ich bereits vor einiger Zeit in Tahleahs Schrank geräumt hatte - ich wohnte ohnehin mehr in ihrem Zimmer als in meinem. Die Arbeit konnte ich mir allerdings sparen, denn wie ich erst jetzt bemerkte, standen zwei Reisetaschen davor, die Tahleah bereits fertig gemacht hatte. Sie musste es wirklich sehr eilig haben, von hier wegzukommen. Ich griff nach der linken Tasche, von der ich instinktiv wusste, dass es meine war, dann drehte ich mich mit einem aufgesetzten Lächeln wieder zu ihr um.
"Also gut. Dann lass uns gehen."
Ich bedauerte es nicht, endlich aus Marius' Reichweite zu kommen, der mir zwar keine Angst mehr einflößte, mir aber immer noch fremd und ein wenig unheimlich war, und auch Lestat de Lioncourt würde ich wohl kaum vermissen. Vielleicht würde mir eine Reise nach Ägypten ja auch gut tun. Ich würde womöglich über die Erinnerung an meinen 'Schöpfer' hinweg kommen, die mich immer noch belastete. Und eventuell würde ich es dort ja lernen, meine neue Existenz endlich zu akzeptieren. Das sollte ich langsam wirklich tun - wo mir sowieso nichts anderes übrig blieb.

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Verfasst: Do 6. Sep 2007, 11:06 
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Ich sah in ihre wunderschönen, smaradgrünen Augen und schüttelte stumm den Kopf. Wie konnte ich ihr auch böse sein? Es gab niemanden auf der Welt, den ich so sehr liebte wie sie. Alles tat ich doch nur für sie ... damit sie sich freute, mich weiter liebte und nicht damit aufhörte. Das war meine größte Angst - dass sie mich irgendwann nicht mehr lieben könnte und sich von mir abwenden würde. Ich wusste nicht, was ich dann tun würde. Sie war mein Lebensinhalt! Der einzige Grund, warum ich blieb, was ich war und nicht freiwillig den Tod suchte, der auch uns Vampire durchaus ereilen kann. Niemals wollte ich etwas tun, das sie gegen mich aufbringen würde. Auch wenn ich ihr meinen Körper, mein Blut noch nicht vollends geschenkt hatte, aber meine Seele gehörte ihr bereits ganz und gar.

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Ich lächelte in Tahleahs Kuss hinein, aber es war kein frohes Lächeln. Da ich jedoch wusste, dass sie meine Empfindungen sehr genau wahrnahm, bemühte ich mich nach Kräften, es sie nicht spüren zu lassen, wie verletzlich und unsicher ich gerade war. Wie ängstlich dazu, denn die Vorstellung, sie könnte sich von mir abwenden, wollte mir einfach nicht aus dem Kopf gehen. Alles in mir drängte danach, meinen Kuss zu intensivieren. Verzweifelt zu intensivieren, um sie irgendwie an mich zu binden, und wenn es nur auf körperliche Art war. Aber ich hätte ihr damit meinen Seelenzustand bloßgelegt, darum tat ich es nicht.
Ich löste mich wieder von ihr, bemühte mich um ein Lächeln und strich ihr das engelsgleiche Haar aus ihrem einzigartigen Gesicht.
"Du bist so wunderschön", flüsterte ich ergriffen - und wohl zum tausendsten Mal seit der Nacht, in der sie mich gefunden hatte. "Ich liebe dich so sehr, mon amour. So sehr ..."
Irgendwie sagte ich ihr immer das Gleiche. Meine Komplimente, meine Liebesschwüre, sie kamen mir alle so banal vor in Anbetracht dessen, was sie für mich war. Aber ich konnte es einfach nicht in Worte fassen, wie ich für sie empfand. Dazu reichte meine Redegewandtheit schlichtweg nicht aus.

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Verfasst: Do 6. Sep 2007, 11:48 
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Ihre Versicherung, dass sie mich liebte, dass sie sogar ihr Kind in mir sah, dämpfte meine Angst etwas, so dass ich mich entspannte. Ich würde sie nicht verlieren. Zumindest nicht jetzt, was die Zukunft jedoch betraf ...

Die Entspannung war nur von kurzer Dauer, als ich auf einmal Tahleahs Zähne an meiner Kehle spürte. Wollte sie es nun doch? Aber hatte sie es nicht eben eilig gehabt? Ich war verwirrt. Tahleahs Sprunghaftigkeit verunsicherte mich wieder, und ich wusste einen Moment lang nicht, was sie von mir erwartete. Doch als sie ihre Zähne sachte gegen meine Halsschlagader drückte, war es klar, was sie wollte. Ich freute mich ... lächelte und schloss die Augen. Sie wollte sich an mir laben, und das war nur richtig so. Sie war schwach, ich hatte getrunken. Sie sollte das Blut haben, das ich diesem Drecksack gewaltsam entrissen hatte, und mit diesem Blut sollte sie all meine Empfindungen auskosten, die mich in jenem Moment berauscht hatten. Ich wusste, dass ich sie alles noch einmal sehen lassen konnte und dass es sie ebenso befriedigen würde wie mich, dass dieses Schwein nun tot war.

Erwartungsvoll bog ich ihr meine Kehle entgegen, ohne Angst vor Schmerz, aber auch ohne einen einzigen Gedanken an den Blutkreislauf. Es ging nicht um mich, es ging nur um sie. Sie sollte von mir trinken und wieder stark werden. Nie in meinem Leben, weder in diesem noch in dem vorherigen - so dachte ich zumindest - war meine Hingabe vollkommener gewesen.

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Verfasst: Do 6. Sep 2007, 11:57 
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Voller Zweifel sah ich Tahleah an. Mich mit ihr vereinigen? Ja, das wollte ich so sehr ... es gab nichts, wonach ich mich mehr sehnte. Aber hatte sie es denn eben nicht eilig gehabt?
"Aber du willst doch weg", erinnerte ich sie flüsternd an ihr Vorhaben - flüsternd darum, weil meine Stimme mir nicht gehorcht hätte, wenn ich lauter gesprochen hätte, so sehr hatte es mich erregt, als sie an mir getrunken hatte.

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