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Verfasst: Mo 26. Nov 2007, 21:06 
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Diebische Elster
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Jetzt war es meine Gabel, die still in der Luft verharrte - oder besser gesagt, in meinem Mund, mit einem dicken Stück Bratapfel daran, denn im Gegensatz zu John hatte ich Hunger!
Er mochte mich lieber wütend?
"Du nimmst mich auf den Arm, stimmts?", nuschelte ich mit vollem Mund und kaute das Apfelstück eilig klein, damit ich wieder vernünftig reden konnte. "Du bist Engländer. Ihr habt alle kaltes Blut. Kein Engländer mag wütende mexicanas."
Klang das nach einem Vorurteil? War auch eines. Jetzt weiß ich das.

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Verfasst: Mo 26. Nov 2007, 21:17 
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Diebische Elster
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Jetzt verunsicherte er mich aber vollkommen!
Meinte er das etwa alles ernst, was er da gesagt hatte? Es klang ziemlich übertrieben. Aber auch irgendwie angemifft. Ich hatte wohl ein Talent dazu, ihn sauer zu machen. Ich erinnerte mich, dass das auch schon früher so gewesen war, wenn wir aufeinander getroffen waren. Damals hatte ich mich natürlich absichtlich nicht zurückgehalten, weil ich es genossen hatte, ihn auf die Palme zu bringen. Jetzt aber wollte ich das nicht. Ich wollte nett zu ihm sein, aber alles, was ich zu ihm sagte, kam wie ein Boomerang zurück. Wenn das so weiter ging, würde er seinen Heiratsantrag wieder zurückgezogen haben, ehe er nach Hause fuhr.
"Möchtest du noch einen Kaffee?", lenkte ich das Gesprächsthema lieber in unverfänglichere Bahnen als die der Rassenunterschiede und stand auch schon auf, um nach seinem Teller zu greifen.

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Verfasst: Mo 26. Nov 2007, 21:30 
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Diebische Elster
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Mein Herz schlug heftig. Wie energisch er mich zu sich gezogen hatte! Ich stand auf energische Männer - sagte ich das schon?
Aber obwohl er mich gerade ganz schön anmachte, hatte ich doch auch nicht vergessen, was mit ihm los war. Und auch wenn ich nicht unbedingt schwer war, wusste ich doch, dass es ihm Schmerzen bereiten musste, mich auf seinem Schoß zu haben. Sofort stand ich wieder auf und sah ihn tadelnd an.
"Hörst du jetzt auf, so zu tun, als wäre alles in Ordnung? Du bist verletzt, chico! Du musst dich schonen! Und das letzte, was du jetzt gebrauchen kannst, ist mein Hintern auf deinen Beinen!"
Er wollte eine wütende Sara? Ich arbeitete gerade daran, ihm seinen Wunsch zu erfüllen. Und ehe er mich wieder zu sich zurück ziehen konnte, um mir zu beweisen, dass er das letzte Wort hatte, schnappte ich mir seinen Teller mit dem angebissenen Bratapfel, meinen dazu und marschierte damit in die Küche. Wobei ich allerdings in mich hinein lächelte.

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Verfasst: Mo 26. Nov 2007, 21:43 
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Diebische Elster
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Gerade wollte ich den Kaffee ansetzen, als John mir seine Bitte hinterher rief. Ich ließ Kaffee also Kaffee sein und drehte mich mit überraschtem Gesicht zu ihm um.
"Du willst hinaus in den Schnee? Aber das bedeutet, dass du wieder Treppen laufen musst."
Würde er das verkraften können? Es wäre das zweite Mal heute, und heute abnd würde er das ja auch wieder tun müssen. Ich wollte nicht, dass er sich überanstrengte.

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Verfasst: Mo 26. Nov 2007, 22:06 
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Diebische Elster
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Also doch der Kaffee. Während John sich zum Sofa mühte, schaltete ich die Maschine an und gab Zazou frisches Wasser in sein Schüsselchen. Ich legte ihm auch ein Leckerchen in seinen Fressnapf, aber wo er sonst immer sofort angelaufen kam - er hatte einen siebten Sinn für sowas - wurde der Fressnapf diesmal überhaupt nicht angerührt. Und als ich mich suchend nach ihm umsah, erkannte ich auch den Grund dafür: Er hatte es sich ungeniert wieder auf Johns Schoß gemütlich gemacht.
Ich seufzte leise auf, denn mein Hündchen machte mich gerade ganz schön neidisch. Er saß da, wo ich am liebsten gewesen wäre, nur war das wegen Johns Verletzung nicht möglich. Wer wusste, wie lange nicht!

Ich kehrte zu meinen beiden Lieblingen zurück und wechselte bei dieser Gelegenheit die Musik. Mir stand der Sinn nicht länger nach Frankieboy. Launisch, wie ich war, wollte ich jetzt viel lieber etwas aus der Heimat hören, auch wenn man bei Gitarrenklängen und mexikanischer Musik nicht unbedingt weihnachtliche Gefühle bekam. Aber das war mir gerade egal. Ich drehte die Musik leise, so dass sie nur im Hintergrund lief, dann setzte ich mich neben John aufs Sofa und streifte mir meine Pumps von den Füßen.
"Wenn das so weiter geht, will er heute abend mit dir nach Hause."
Schmunzelnd streckte ich meine Hand nach Zazou aus und kraulte ihn hinterm Öhrchen.

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Verfasst: Mo 26. Nov 2007, 22:21 
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Diebische Elster
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Er hatte mich wirklich ganz schön aus dem Tritt gebracht, dass ich schon wieder vergessen hatte, dass er hier übernachten wollte. Das war mir in der Form auch noch nicht passiert - John Walsh war wirklich ein ungewöhnlicher Mann.
"Ich möchte, dass du hier bleibst, mi amor", antwortete ich ihm leise und rieb meine Wange sanft an seiner Hand. Das Wohlgefühl, das mich dabei durchströmte, war so wunderschön, dass ich dabei die Augen schloss. "Ich möchte in deinem Arm einschlafen und genau da morgen früh auch wieder aufwachen."

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Verfasst: Mo 26. Nov 2007, 22:40 
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Diebische Elster
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Dieser chico hatte mich vollkommen in der Hand. Wie Wachs schmolz ich unter seinem Kuss dahin, rückte näher an ihn heran und erwiderte ihn mit Hingabe. Dabei vergrub ich meine Hand in Johns langem, welligem Haar und ließ die seidigen Strähnen durch meine Finger gleiten.
Das hätte ich noch stundenlang tun können - und mehr - wenn nicht ein leises, grantiges Knurren mich aus meiner Verzückung gerissen hätte. Verwundert über Zazous plötzlichen Stimmungswandel löste ich mich von Johns süchtig machendem Mund und sah meinen kleinen Hund fragend an ... und dann lachte ich herzhaft auf, als ich sah, warum Zazou so angefressen war!
John hielt ihm doch tatsächlich die Augen zu!!
Das gab's ja nicht!
Ich schlug lachend meine Hand vor den Mund, dann zog ich Johns Finger vom kleinen Hundekopf, der sich hin und her wand und sicher schon drauf und dran war, die spitzen Zähnchen auszupacken. Ich wollte schließlich nicht, dass John gebissen wurde.
"Das hast du nun davon, dass du in alles deine kleine Nase stecken musst!", nahm ich John vor Zazou grinsend in Schutz, hob ihn von Johns Beinen und setzte ihn auf dem Boden ab.
"So, und nun ins Körbchen! - Husch!"
Ich scheuchte ihn mit einer Handbewegung fort, und für den Moment trollte Zazou sich auch. Aber ich war mir sicher, dass er nicht lange fern bleiben würde. Dafür war er viel zu neugierig. Und auch viel zu eifersüchtig. - Die Frage war bloß noch, auf wen von uns beiden.

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Verfasst: Di 27. Nov 2007, 09:53 
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Diebische Elster
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Er machte mich glücklich. Mit jedem Wort, das er zu mir sagte, mit jedem Kuss, den er sich nahm. Ich schwebte im siebten Himmel ... und musste, so paradox es auch klingen mag, genau deshalb in diesem Moment an Jacques denken.
Wie hatte ich es nur drei lange Jahre an der Seite meines Exmannes ausgehalten und mich mit Einfluss, Geld und Liebhabern zufrieden geben können, wo es doch so viel mehr gab als das!? Sicher, ich hatte das alles letztendlich getan, um ohne große Schwierigkeiten meinem 'Hobby', dem Einbrechen nachgehen zu können. Aber war es das wirklich wert gewesen? Ich hatte so vieles versäumt! Und das traf jetzt nicht nur auf die Zeit als Mistress Brunauld zu, sondern auch auf das vergangene Jahr, in dem ich mich in Luft aufgelöst und meine Liebe zu John in Verborgenen gepflegt hatte. Hätte ich auf mein Herz gehört und wäre, anstatt in der Versenkung zu verschwinden, zu ihm gegangen, hätten wir ein Jahr lang mehr Zeit gehabt für uns. Das Jahr war jetzt verloren, und das machte mich gleichzeitig traurig und wütend.

Das war einer der Gründe, warum mein Kuss immer intensiver wurde. Der andere war, dass John sich auch nicht gerade zurück hielt und meinen Mund atemberaubend verschlang.
Nichts würde er jetzt lieber tun als mich zu lieben?
Wieso kam mir das gerade nur so verdammt bekannt vor?
Ich rutschte so nah es ging an ihn heran - noch näher, und ich hätte wieder auf seinem Schoß gesessen - und wo ich eben noch seine Haare hatte durch meine Finger gleiten lassen, zerwühlte ich sie jetzt geradezu vor wachsender Leidenschaft. Aber nicht lange. Meine Hände glitten zu seinen Schultern hinab, über seine Brust abwärts, dann zogen sie seinen Pulli langsam in die Höhe, bis ich gezwungen war, mich einen Moment von Johns Lippen zu lösen. Kurz darauf landete der Pulli neben dem Sofa und mein Mund wieder auf Johns - allerdings erst, nachdem ich den Anblick seines nackten Oberkörpers mit funkelndem Blick in mich aufgesogen hatte. Seines wunderschönen, nacken Oberkörpers, in den ich mich schon damals bei unserem Quickie in seinem Auto verliebt hatte und der mich auch jetzt auf die Palme trieb, gebrochene Beine hin oder her. Es gab Möglichkeiten. Auch in einer Situation wie der seinen. Und die war ich gerade sehr entschlossen auszutesten.

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Verfasst: Di 27. Nov 2007, 10:34 
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Diebische Elster
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Mit einem leisen Ausatmen legte ich meinen Kopf in den Nacken und fuhr zärtlich durch Johns Haar, während seine Lippen sanft meine Haut liebkosten.
Wie zärtlich er jetzt war! Und wie viel schöner das noch war als die wilde Leidenschaft unseres kleinen Quickies von damals!
Eine süße Gänsehaut begann mich prickelnd zu überziehen, die noch spürbarer wurde, als ich Johns nackte, kräftige Schultern entlang fuhr und seine glatten, ausgeprägten Muskeln unter meinen Fingerspitzen fühlte. Ich musste mich beherrschen, um nicht doch auf seinen Schoß zu klettern, weil ich ihm näher sein wollte und neben ihm zu knien nicht wirklich das war, wonach ich mich jetzt sehnte. Es war alles ein wenig unbequem hier auf dem Sofa, und darum kratzte ich die Reste meiner Selbstbeherrschung zusammen, beugte mich ein Stück vor, sah ihn unter halb geschlossenen Lidern verlangend an und flüsterte heiser an seinen Lippen: "Meinst du, du schaffst es bis ins Schlafzimmer? Ich helfe dir dabei ..."
Dorthin musste er ja sowieso irgendwann. Schließlich wollte ich ihm wirklich nicht zumuten, auf dem Sofa schlafen zu müssen.

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Verfasst: Di 27. Nov 2007, 10:57 
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Diebische Elster
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"Es reicht völlig, wenn du bis zum Bett gehst", neckte ich ihn lächelnd und stand auf, um ihm seine Gehhilfen zu holen. Natürlich wusste ich, dass er es so nicht gemeint, sondern von etwas ganz anderem gesprochen hatte. Aber ich hatte keine Lust, das jetzt auszudiskutieren und damit das unglaubliche Gefühl zunichte zu machen, das er mit Leichtigkeit in mir geweckt hatte. Wir würden sehen, wie weit es funktionierte.

Wenig später mühte John sich keuchend in Richtung Schlafzimmer und ich begleitete ihn mehr oder weniger tatenlos - wirklich helfen konnte ich ihm leider nicht. Zazou nutzte unsere Unaufmerksamkeit, hüpfte aus seinem Körbchen und lief eilig an uns vorbei auf mein Bett zu, das er mit einem einzigen Sprung eroberte. Damit machte er unmissverständlich klar, dass er eigentlich derjenige war, der es mit seinem Frauchen teilte. Für gewöhnlich stimmte das auch. Aber nicht heute!
"Zazou, runter da!"
Ich schob mich an John vorbei, ging zum Bett und deutete energisch mit meinem Zeigefinger auf den Boden. Zazou sah mich mit seinen schwarzen Knopfaugen treuherzig an und versuchte, Schönwetter zu machen, in dem er mit seinem kleinen Schwänzchen wedelte. Ich ließ mich nicht kaufen, sondern bückte mich, nahm ihn kurzerhand vom Bett herunter und trug ihn ins Wohnzimmer zurück. Dort setzte ich ihn ihn wieder in sein Körbchen und erklärte ihm klipp und klar: "Wenn du jetzt nicht endlich lieb bist, bekommst du morgen früh kein Frühstück!"
Mit solchen Drohungen konnte ich ihn für gewöhnlich immer zur Räson bringen, denn genauso, wie mein Hündchen Aufmerksamkeit liebte, liebte es einen vollen Bauch und das zufriedene Gefühl, das mit dem Sattsein einher ging. - Auch in diesem Fall rollte Zazou sich zusammen, aber es kam mir so vor, als ob er doch etwas beleidigt wäre. Es war mir jetzt egal. Ich stand wieder auf, pustete die Kerzen im Wohnzimmer aus, löschte das Licht und kehrte ins Schlafzimmer zurück, wo John bereits auf dem Bett Platz genommen hatte. Ich verschloss die Tür hinter mir, ließ das Licht aus und zündete stattdessen zwei Kerzen an, die jeweils auf dem Nachttisch und auf dem Fensterbrett standen. Daraufhin wandte ich mich John wieder zu, der mich stumm betrachtete. Ich lächelte verlegen und ging zu ihm, um ihm dabei zu helfen, die Beine aufs Bett zu legen. Als er endlich, wie ich hoffte, bequem saß, stellte ich seine Gehhilfen an die Wand und setzte mich neben ihn auf die Bettkante.
"Wo waren wir stehen geblieben?"
Ich fragte es leise, während ich ihm mit meinen Fingerspitzen sanft den Schweiß von seiner Nase wischte.

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Verfasst: Di 27. Nov 2007, 16:48 
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Diebische Elster
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Ich erschauerte heftig. Was machte er nur mit mir? Hatte ich jemals so intensiv auf einen Mann reagiert?
Leise seufzend erwiderte ich Johns Kuss und glitt dabei mit einer Hand sehnsüchtig über seinen glatten, warmen Oberkörper hinweg. Die andere hatte ich mal wieder in seinem Haar vergraben. Lange Zeit küsste ich ihn so, und mein Verlangen nach ihm wurde immer größer – nicht zuletzt wegen seiner magischen Hände, die Dinge mit mir anstellten, für die es keine Worte gibt. Irgendwann aber gab ich seine Lippen frei. Ich küsste mich hinab zu seinem Hals, zu seinen Schultern, zu seiner makellosen, schönen Brust. Als ich an seinem Bauch ankam und ihn ein paar Mal neckend hinein biss, lachte er leise auf – ein tiefes, angenehmes Lachen, das mir genauso viel Gänsehaut verursachte wie seine liebkosenden Hände. Schließlich öffnete ich seine Hose und zog sie ihm unter größter Vorsicht aus, Boxershorts, Schuhe und Socken ebenso. Dann machte ich mit meinem Rock dasselbe. Daraufhin stand ich nur noch mit meinem kleinen, champagnerfarbenen Slip und halterlosen Strümpfen von der gleichen Farbe bekleidet vor ihm und sah auf ihn herab.

Wie schön er war! Erst jetzt, über ein Jahr nach unserem ersten Stelldichein, sah ich ihn völlig nackt vor mir, und es raubte mir schlicht den Atem!
Lange, wie von einem Bildhauer gemeißelte Arme und Beine, ein flacher Bauch und schmale Hüften vervollständigten den Eindruck von Vollkommenheit, den sein Gesicht, seine Schulter und seine Brust bereits vor langem in mir geweckt hatten. Ich glaube, ich kann sagen, dass sich mir nie ein phantastischerer Anblick geboten hatte – John Walsh war der Inbegriff des perfekten Mannes, den irgendeine höhere Macht in einem Anfall von Genialität geschaffen hatte. Für mich geschaffen hatte.
Ich versank in diesem Anblick. Und bemerkte das erst, als John mich mit einem kleinen, spöttischen Lächeln in den Mundwinkeln ansprach.
„Dir gefällt wohl nicht, was du siehst? Oder warum kommst du nicht wieder her zu mir?“
Ich ruckte aus meiner verzückten Versunkenheit auf und blickte ihm ins Gesicht.
¿Como? – Wie? … Oh, doch! Doch! Es gefällt mir sogar sehr!“
Wieder schaffte er es, mich verlegen zu machen. Darin war er offenbar ein Experte. Und die Ausnahme unter den Männern, denn normalerweise war ich nicht der Typ für so ein Backfischverhalten.
„Komm her, kleine Elster …!“
Er streckte seine Hand nach mir aus, und ich griff nach ihr und ließ mich von ihm aufs Bett ziehen, als hätte ich keinen eigenen Willen mehr. Wieder verschmolzen unsere Münder miteinander, und als meine nackte Brust dabei seine streifte, entschlüpfte mir ein leises, atemloses Keuchen. Es sollte nicht das letzte gewesen sein.

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Verfasst: Di 27. Nov 2007, 19:41 
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Diebische Elster
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Er liebte mich so sehr? Ich liebte ihn noch viel mehr, das war mir in diesen letzten Momenten innigster Vereinigung klar geworden. Noch nie hatte ich so für einen Mann empfunden. Niemals! Und das Bewusstsein, dass er meine Gefühle erwiderte, machte alles nur noch um so schöner.
"Weihnachten ...", murmelte ich leise und ein wenig aus dem Zusammenhang gerissen an seinem schweißfeuchten Hals und kämpfte mit mir, ob ich noch weiter auf ihm liegen bleiben oder lieber von ihm herunter rutschen sollte. Immerhin war er verletzt und brauchte jetzt Ruhe, da war es eigentlich nur angebracht, dass ich mein Kuschelbedürfnis hintenan stellte.
"Weihnachten möchte ich dich heiraten", ich hob mein Gesicht an und sah in seine schönen Augen, die im Kerzenlicht warm schimmerten. "Bei dir zu Hause. Nur du und ich und deine beiden Freunde. Und der Pfarrer natürlich."
Ich lächelte zärtlich und dankte Gott dabei im Stillen dafür, dass für den Atheisten Jacques nie eine kirchliche Trauung in Frage gekommen war. Für ihn hatte immer nur das gezählt, was vor dem Gesetz Gültigkeit hatte, und mir war es nur Recht gewesen, da es für mich sowieso keine Liebesheirat gewesen war.
"Meinst du, du findest einen Pfarrer, den du dazu überreden kannst, auf Heiligabend bei dir vorbei zu schauen?"
Ich drückte mich vorsichtig in die Höhe und ließ mich neben John nieder - eng an ihn geschmiegt, meinen Kopf auf seinem Oberarm, meine Hand auf seiner wundervollen Brust. Und dabei träumte ich schon von unserer kleinen Hochzeit - ohne Gäste, ohne großartige Feier, ohne Brautkleid. Einfach nur ein schlichtes Ja-Sagen vor Gott. Das klang nicht gerade nach viel - aber für mich bedeutete es die Welt.

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