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Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 22:02 
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Diebische Elster
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„Mais Madame, wer wird denn gleich so brutal werden?“
"Ich liebe die Kunst, Mistress Brunauld. Wollen Sie mir nicht Ihren Begleiter vorstellen?"
Das eine leise und auf französisch gesprochen, das andere in normaler Lautstärke und auf englisch.
Und doch ...! Ich war mir fast sicher, dass es ein und die gleiche Stimme war! Und jetzt, wo ich Walsh nahe war, erschien es mir auch so, als wäre mir sein Duft vertraut. Nicht sein Aftershave, denn er hatte gar keines aufgelegt. No, sein ganz eigener, persönlicher Duft, der seiner Kleidung, seiner Haut entstieg und den ich mit dem verglich, den ich in der Nacht wahrgenommen hatte.
Er war es!
Ich hätte meine Hand dafür ins Feuer gelegt - meine Hand, die immer noch von der Berührung seiner Lippen prickelte - und die meines Mannes gleich mit, so sicher war ich mir jetzt! John Walsh war letzte Nacht bei uns eingebrochen und hatte uns bestohlen. Er war gar kein Geldsack, er war ein Dieb. Er war interessant!!!

Plötzlich wurde das Leben wieder aufregender, spannender, wo es das bislang nur gewesen war, wenn ich selbst meinem kleinen 'Hobby' gefrönt hatte. Hier vor mir stand der Mann, den die Polizei suchte, die neben mir stand. Wie Walsh wohl damit klar käme, wenn ich ihn ein bisschen in Schwierigkeiten bringen würde?
Ich beschloss das auszutesten.
"Si, naturalmente! Das hier ist Inspektor Winter vom N.Y.P.D. - er untersucht den Einbruch in unser Haus, wissen Sie. Uns wurde nämlich letzte Nacht die Aztekenkette entwendet. Neben zwei anderen Ketten. Ich habe ihm erzählt, dass bei Ihnen auch vor kurzem eingebrochen wurde und hab mir gedacht, dass sie ihm vielleicht noch ein paar zusätzliche Hinweise auf den Täter geben können. Sie haben mir doch vorgestern Abend berichtet, dass sie ihn fast geschnappt hätten, verdad? - Mir ist es letzte Nacht ähnlich ergangen. Ich hätte ihm sogar fast den Schädel eingeschlagen .. was sicherlich nicht schlimm gewesen wäre, denn er war ein cabrón. Aber ich konnte Senor Winter leider nur sagen, dass der Mistkerl französisch gesprochen hat und Bartträger gewesen ist. Vielleicht wissen Sie noch mehr, Senor Walsh?"
"Bei Ihnen wurde auch eingebrochen?", mischte Winter sich in das Gespräch ein, kaum dass ich mit meiner kleinen Ansprache fertig war. "Dann sind sie wohl nicht direkt aus New York, oder? Denn sonst wäre mir die Sache mit Sicherheit bekannt."
Es lag Misstrauen in Winters Stimme, und als ich ihn ansah, entdeckte ich es auch in seinem Blick. Mein eigener kehrte höchst zufrieden zu Walsh zurück, und ich hob mit einem herausfordernden kleinen Lächeln eine Augenbraue in die Höhe, in keiner Weise um ein ahnungsloses Gesicht bemüht. Walsh sollte ruhig wissen, dass ich ihn durchschaut hatte und gerade mit seiner Freiheit spielte.

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Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 22:35 
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Irrlicht
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Mit verengten Augen sah ich zwischen Mistress Brunauld und Mister Walsh hin und her und fragte mich, was mir hier gerade entging. Irgendetwas unterschwelliges, das war klar. Hier wurden Dinge gesagt, die nicht wortwörtlich ausgesprochen wurden, das sagte mir meine Spürnase.
Aber wieso? Was ging hier ab?
Ich setzte an, um Walsh zu antworten, aber er richtete sein Wort noch einmal an Sara, also hielt ich die Luft an, um ihr erst Gelegenheit zum Antworten zu geben. Und als ich hörte, was sie zu sagen hatte, zog ich vor Überraschung beide Augenbrauen in die Höhe, denn die Aussage hatte ich doch etwas anders in Erinnerung.
"Oh no, nicht wirklich. Bis auf den Kuss, den dieser cabrón mir abgenötigt hat. Einen höchst mittelmäßigen Kuss, muss ich dazu sagen. Das war eine bodenlose Frechheit. Aber ansonsten ist nichts passiert."
Ein höchst mittelmäßiger Kuss??
Ich kramte in meinem Gedächtnis herum und rief ihre Bemerkung von heute morgen ab.
".. und er küsst unbeschreiblich gut!"
Das waren ihre Worte gewesen. Und jetzt war der Kuss nur noch höchst mittelmäßig? Und wieso erwähnte sie nicht, dass sie zusätzlich noch niedergeschlagen worden war? Was doch eigentlich noch viel schlimmer war als dieser dämliche eine Kuss!
Also ich fand, Mistress Brunauld war höchst launisch.
"Wir ermitteln", gab nun auch ich Auskunft, allerdings höchst vage, wie wir von der Polizei das immer tun, wenn man versucht, uns irgendwie an den Karren zu pinkeln. "Und Sie hätten besser daran getan, den Fall zu melden, Mister Walsh. Jeder Hinweis ist wichtig! Vielleicht hätten wir den Kerl schon längst, wenn wir nur auf etwas mehr Kooperation bei den Betroffenen treffen würden."
Mein Blick heftete sich wieder auf Sara Brunaulds Profil, die wohl die Betroffene mit der geringsten Kooperationsbereitschaft war. Sie schenkte mir ein spöttisches Lächeln, dann fixierte sie Walsh wieder, und zwar herausfordernder, als es mir gefallen wollte.
"Si, jeder Hinweis ist wichtig. Aber man kann natürlich auch mal etwas vergessen. - Wer weiß, wenn ich nur angestrengt genug nachdenke, dann fallen mir ja vielleicht noch ein paar Hinweise ein, die zur Ergreifung des Täters führen. Könnte ja sein. Verdad, Senor Walsh?"

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Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 22:45 
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Antiquitätenhändlerin
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Mein Blick geriet für einen kurzen Moment alarmiert, als ich sah, wer dort bei John stand. Inspektor Winter und Mistress Brunauld. Ich verabschiedete mich von meinem Kunden, schnappte mir ein Glas Champagner und ging sofort in die entsprechende Richtung. Ich bekam noch die letzte Bemerkung von Mistress Brunauld, deren Gatte zu meinen Kunden zählte, mit und räusperte mich dezent.
„Oh, ich habe schon davon gehört, meine Liebe. Es ist ja schrecklich, was da geschehen ist. Inspektor Winter, ich hoffe doch, dass sie uns schon etwas positives berichten können, oder?“
Ich lächelte gewinnend und gesellte mich an Johns Seite. Ich kannte Inspektor Winter, weil ich auch eine seiner Anlaufstellen war, wenn es darum ging so teures Diebesgut wieder zu finden. Außerdem war ich eine Expertin auf dem Gebiet und ich wurde schon mal gelegentlich als solche hinzu gezogen. Sehr praktisch bei meinem Hobby. Aber jetzt galt es John aus diesem Kram heraus zu halten und da sprang ich doch nur zu gerne in die Bresche. Und so ergriff ich Winters Arm, hakte mich bei ihm unter und zog ihn mit mir mit.
"Sie müssen mir unbedingt erzählen, ob es etwas Neues gibt. Wissen Sie, ich denke darüber nach ein neues Sicherheitssystem zu installieren. Wer weiß, was noch alles passiert. Das nimmt ja überhand in letzter Zeit."

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Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 22:56 
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Irrlicht
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Julia Kerrigan erschien auf einmal auf der Bildfläche und lotste mich von Walsh und Sara weg - ich ging widerstrebend mit, obwohl es mir gerade überhaupt nicht passte, dass sie mich mit Beschlag belegte. Abgesehen davon hatte ich das eindringliche Gefühl, dass sie das extra tat. Warum auch immer. Weil ich nicht darauf kommen sollte, was mir bei Walsh und Sara gerade entging? Weil mein Gespür richtig war und wirklich mehr dahinter steckte?
"Und ich hab gedacht, gerade Ihr Sicherheitssystem wäre eins der besten", antwortete ich Mistress Kerrigan stirnrunzelnd und sah über meine Schulter zu Sara Brunauld und ihrem Bekannten zurück, der gerade in schallendes Gelächter ausbrach. Da stimmte doch etwas nicht!

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Ich sah ebenfalls kurz zurück und schüttelte innerlich meinen Kopf über John. Er spielte mal wieder mit dem Feuer und hatte seinen Spaß daran. Irgendwann würde er sich die Finger verbrennen. Aber sofort konzentrierte ich mich wieder auf Inspektor Winter und zwang ihn, mich wieder anzusehen, weil ich ihm antwortete.
"Da haben Sie recht, Inspektor, aber wissen Sie, es ist schon etwas älter und ich habe in letzter Zeit so meine Bedenken. Auch Mister Brunaulds Sicherheitssystem war sehr gut und trotzdem hat man bei ihm eingebrochen. Ich bin mir sicher, dass Sie mir jemanden empfehlen können, der einen tadellosen Ruf hat. Man hört so allerhand, dass sogar Daten über Systeme an Verbrecher weiter gegeben wurden. Sagen Sie, stimmt das? Ist da etwas dran?"

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Diebische Elster
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Ich schmunzelte bei Walshs dreister Erwiderung - er hatte kapiert, dass ich ihn durchschaut hatte - und dann grinste ich breit, als Zazou daraufhin nach ihm schnappte. Leider erwischte mein kleiner Liebling ihn nicht, wie schade. Andererseits, hätte Zazou ihn erwischt, hätte Walsh keinen Grund gehabt, so herzhaft zu lachen, und mir wäre was entgangen.
Er hatte ein wunderschönes Lachen. Tief, herzlich .. und es machte ihn noch attraktiver. Ließ ihn wie von innen strahlen.
Fasziniert betrachtete ich ihn und hätte darüber fast vergessen, dass ich eigentlich auf ihn sauer sein sollte. Immerhin hatte er mich niedergeschlagen und trug seitdem ein nettes Veilchen an meiner Schläfe.
"Na ja, um mich wirklich umzuhauen, hat der Kuss nicht ausgereicht. Der Drecksack hat seine Faust dazu zur Hilfe nehmen müssen. Nicht gerade sehr männlich, verdad? - Sagen Sie, Senor Walsh .. was halten Sie von Männern, die Frauen schlagen?"

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Irrlicht
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"Davon ist mir nichts Konkretes bekannt", antwortete ich ausweichend und blieb einfach stehen, weil ich nicht daran interessiert war, mich noch von Sara Brunauld und Walsh wegzerren zu lassen. Da hinten ging etwas vor sich, und ich wäre verdammt gerne dabei geblieben, um hautnah mitzubekommen, was das war. Julia Kerrigan war im ungünstigsten aller Momente aufgetaucht - ganz mieses Timing.
"Aber ich kann Ihnen morgen die Adressen einiger zuverlässiger Firmen zuschicken, deren Sicherheitssysteme wir favorisieren", mein Blick glitt wieder zu Sara und Walsh zurück und blieb scharf an beiden hängen. "Ich bin mir sicher, dass Sie was Passendes finden werden."

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Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 23:17 
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Ich zog eine Augenbraue hoch und schätzte es gar nicht, dass ich nicht die ungeteilte Aufmerksamkeit Winters hatte. Immer noch interessierte er sich viel zu sehr, was bei John und Mistress Brunauld passierte. Ob er was wusste? Ich drehte mich so, dass ich nun direkt vor ihm stand und stand ihm vor allen Dingen näher, als schicklich wäre.
"Mir wäre sehr daran gelegen, wenn Sie persönlich vorbei kommen würden."
Gott sei Dank war er ein Inspektor der eher attraktiven Sorte und keiner von den üblichen, dicklichen, verschwitzten und halbglatzigen Kerlen. So fiel es mir nicht besonders schwer ihn so zu beschäftigen.

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Diebische Elster
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Mein Blick schweifte kurz zu Winter, der uns aus seinem Abseits, in das die schöne Unbekannte ihn gegen seinen Willen katapultiert hatte, finster ansah. Ihm würde es ganz und gar nicht gefallen, wenn ich mit Walsh jetzt davon schlendern würde - ein guter Grund, si zu sagen. Ich blickte wieder zu Walsh zurück, betrachtete ihn prüfend und fand, dass es durchaus noch einen weiteren guten Grund dazu geben könnte.
"Ich denke, wenn ich ihn danach mit ein paar kleinen Leckereien verwöhne, wird er ein oder zwei Augen zudrücken. - Er bevorzugt übrigens Hoden."
Meine Augenbrauen schnellten vielsagend in die Höhe, mein Blick bezeichnend in die Tiefe - und dann grinste ich breit, denn Walshs verdatterter Gesichtsausdruck war Gold wert.
"Ochsenhoden, muchacho. - Wollen wir?"
Auffordernd hielt ich ihm meinen Arm hin.

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Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 23:48 
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Irrlicht
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Meine Augenbrauen flogen wieder einmal in die Höhe, als Julia Kerrigan sich auf einmal zwischen mein Objekt der Beobachtung und mich schob und mir auf die Pelle rückte - morgen würde ich sicher Muskelkater in der Stirn haben.
"Sagen Sie mal, was schnall ich hier gerade nicht?", fragte ich sie geradeheraus und musterte sie aus zusammengekniffenen Augen. "Erst lotsen Sie mich von dahinten weg und dann kehren Sie die Sinnliche raus und fallen Sie mir schon fast um den Hals - halten Sie mich eigentlich für dämlich?"
Ich sah Kerrigan stirnrunzelnd an, konnte dabei aber nicht umhin festzustellen, dass sie es eigentlich gar nicht nötig hatte, die Sinnliche herauszukehren, da sie bereits die Sinnlichkeit in Person war. Allerdings prallten ihre Reize gerade vollends an mir ab, denn ich hing an einer Spur und war davon nicht so leicht abzubringen.
"Hören Sie, Miss, Sie verschwenden gerade Ihre Zeit. Ich .."
Mein Blick hatte sich, während ich mit ihr gesprochen hatte, wieder von ihr gelöst und war zurück zu Sara und Walsh geschweift - oder besser zu der Stelle, wo die beiden gerade noch gestanden hatten, aber jetzt war da niemand mehr, nur noch dünne Luft.
"Mist, verdammter!"
Ich schob mich einfach an Kerrigan vorbei und ging zurück, um nach den beiden Ausschau zu halten, konnte sie aber auf Anhieb nicht entdecken. Hatten sie die Präsentation schon verlassen? Mein Blick schweifte suchend über die Anwesenden. Ich musste nicht lange suchen, denn Sara Brunaulds Kleid war das sprichwörtliche rote Tuch, das aus der Menge herausstach wie ein Leuchtsignal. Sie stand mit Walsh vor dem Turner und betrachtete das Gemälde. Es säh jetzt ziemlich bescheuert aus, wenn ich den beiden hinterher laufen und mich ihnen wieder aufdrängen würde. Zumal Sara sich bei Walsh eingehakt hatte. Ich schnaubte ungehehalten und wäre froh gewesen, wenn ich mir eine Kippe hätte anzünden können. War aber hier leider nicht drin. Ich griff stattdessen also nach einem Orangensaft, der wieder einmal an mir vorbeigetragen wurde und kehrte mit düsterem Blick zu Kerrigan zurück.
"Okay - was wird hier gespielt?"

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Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 23:53 
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Diebische Elster
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Ich legte meinen Kopf ein wenig schief und ließ meinen Blick über den Turner gleiten - eigentlich überflüssig, denn ich kannte das Bild in- und auswendig. Immerhin hing es als superteurer Nachdruck bei uns zu Hause im Wohnzimmer.
"Er ist hübsch. No, er ist schön. Aber irgendwie ein bisschen hohl. Ohne große Ausdruckskraft. Ohne Persönlichkeit. Obwohl er viel Geld hat .. äh, kostet."
Ich hatte den kleinen Versprecher absichtlich eingebaut, damit Walsh klar wurde, dass ich nicht von dem Gemälde sprach, sondern von etwas anderem. Oder besser gesagt, jemand anderem. Und um das noch zu unterstreichen, nahm ich den Blick wieder vom Bild und sah ihn vielsagend an.

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Verfasst: Sa 6. Okt 2007, 23:55 
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Natürlich hatte er Lunte gerochen und mein Einschreiten als Konspiration aufgefasst. Winter war nicht dumm und ich würde nie so weit gehen und ihn unterschätzen. Ich sah ihn arglos an, als er sich mir wieder zuwandte und mich fragte, was los war. Jetzt musste ich mir etwas einfallen lassen und zwar schnell. Ich trank einen Schluck von meinem Glas Champagner und sah ihn verschwörerisch an. Dann nahm ich seinen Arm und drehte mich mit ihm von den anderen weg, als wollte ich ihm etwas vertrauliches erzählen.
„Wissen Sie, Inspektor, ich kennen Mister Walsh schon länger und er ...“ ich machte eine Pause und sah mich um, ob uns auch niemand zuhörte.
„Nun ja, das bleibt aber jetzt unter uns, nicht wahr? Nicht auszudenken, wenn jemand anderer das erfährt. John hat eine Schwäche für Mistress Brunauld, was ihm wohl auch keiner verdenken kann, denn sie ist eine überaus attraktive Frau. Und wenn man bedenkt, was sie für einen Ehemann hat.“
Ich verdrehte die Augen und sah ihn verständnisheischend an. „Sie verstehen schon, was ich meine. Ich wollte ihm halt ein wenig helfen, damit die beiden ein bisschen ungestörter plaudern können, Sie verstehen?“
Innerlich hatte ich gerade Mühe, mich ernst zu halten. Wenn John das jetzt gehört hätte, hätte er mich sicherlich für verrückt erklärt.

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