Skriptorium
Aktuelle Zeit: Di 25. Sep 2018, 17:37

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 144 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5 ... 12  Nächste
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Teil 1 - Familienbande
Verfasst: Do 28. Feb 2008, 12:32 
Benutzeravatar
Plötzlich Burgherr
Offline

Registriert: Fr 22. Feb 2008, 17:52
Beiträge: 61
Der Brief

Meine Geschichte beginnt wie eine klassische Soap: Abgewrackter, arbeitsscheuer Weiberheld erhält einen Brief aus Europa, in dem so ein Anwaltsladen mit dem Namen Maguire & O'Doherty ihm in drögem Tonfall mitteilt, dass er eine Erbschaft gemacht hat. Von einer Tante, von der er bis dahin noch nie was gehört hatte.

Tja ... hätte nie gedacht, dass mir das mal passieren würde, aber so war es nun mal. Ich war auf einmal reich, wo ich am Vortag noch nicht mal gewusst hatte, wie ich die nächste Miete zahlen sollte und mich schon in einem miesen Zimmer in einem miesen Gebäude irgendwo in einer miesen Gegend von L.A. hatte wohnen sehen, anstatt weiterhin in meinem Apartment in Venice Beach das Leben in vollen Zügen genießen zu können. Doch der Wisch aus Dublin hatte mir mit einem Schlag meine finanziellen Sorgen genommen. Glaubte ich zumindest.

Jetzt allerdings, wo ich auf der regennassen Kildare Street stand, die Tür der Kanzlei in meinem Rücken und meinen Blick kritisch in den wolkenverhangenen Himmel gerichtet, sah die Sache anders aus.
Ich hatte kein Barvermögen geerbt, worauf ich natürlich gehofft hatte. Ich war nun Besitzer einer Burg - eines gottverdammten alten, zugigen Kastens irgendwo in den feuchten Hügeln der irischen Insel, den ich nicht einmal verkaufen durfte, um meine Schulden bei ein paar Haien von Buchmachern zu begleichen, denn so wollte es 'Tante Abigail', eine Cousine meiner Mutter, die anscheinend nicht in der Lage gewesen war, eigene Bälger in die Welt zu setzen und in mir wohl den letzten Erben der Desmonds gefunden hatte - angeblich ein altes irisches Fürstengeschlecht von Anno Pief, weiß der Geier, ich hatte mich noch nie für Geschichte interessiert, meine Familiengeschichte inklusive, von der ich sowieso nicht geglaubt hatte, dass sie mit einem versoffenen Dad und einer Mom, der die eigene billige Schauspielkarriere wichtiger gewesen war als ihr Sohn, besonders rühmlich sein konnte. Und ich als der letzte der Desmonds sollte jetzt wohl die gute, alte Familientradition fortführen und meinen Hintern auf Carrigaline Castle platt sitzen. Dafür würde ich pro Monat tausend Euro bekommen, im zweiten Jahr dann zweitausend, im dritten Jahr dreitausend, womit die Steigerung meines Unterhalts dann allerdings beendet wäre. Die Instandhaltung der Burg würde ich von einem exra dafür angelegten Konto bestreiten dürfen, allerdings würde ich für jede Abhebung oder Abbuchung eine entsprechende Rechnung vorlegen müssen, ansonsten würde ich von diesem Geld nichts nehmen können. Die laufenden Kosten wie Strom und Wasser gingen per Dauerauftrag ebenfalls von diesem Konto ab, über dessen Umfang man sich ausgeschwiegen hatte - wahrscheinlich, weil der Umfang verdammt groß war und man mich nicht hatte in Versuchung führen wollen, irgendwelche krummen Dinger zu drehen. Ich hatte mir das alles mit schiefem Blick angehört und mein Gesicht noch ein Stück mehr verzogen, nachdem ich mir meinen monatlichen Unterhalt in Gedanken in Dollar umgerechnet hatte. Dann hatte ich das Erbe wohl oder übel angetreten - was hätte ich auch tun sollen, wo ich nicht mal mehr Kohle für ein Rückflugticket in die USA hatte und dort bereits die Schläger der Geldhaie auf mich warteten?
Und nun stand ich hier. Und gleich würde es regnen.
Ich seufzte auf, zog mein abgewetztes Portemonnaie aus der Hosentasche und warf einen Blick hinein. Daraufhin verzichtete ich auf mein Vorhaben, mir einen Mietwagen zu nehmen und damit in den Süden der Insel zu fahren. Stattdessen stellte ich mich mit meiner Reisetasche und rausgestrecktem Daumen an den Straßenrand - irgendwie würde ich schon ans Ziel kommen.
Das war der Moment, wo es in Strömen zu regnen begann.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Do 28. Feb 2008, 14:02 
Benutzeravatar
Plötzlich Burgherr
Offline

Registriert: Fr 22. Feb 2008, 17:52
Beiträge: 61
Am Ende der Welt

Ich hatte schon befürchtet, dass das Pech anhalten würde. Erst die bescheuerte Erbschaft mit ihren Auflagen, dann der Regenguss, der mich bis auf die Haut durchnässt hatte ... aber dann hatte ich doch noch Glück im Unglück. Denn erst hatte mich eine süße Maus bis an den Stadtrand mitgenommen und mir auch noch ihre Telefonnummer gegeben, und nach einem kurzen Fußmarsch von einer knappen Viertelstunde hatte sich ein Truckfahrer meiner erbarmt. Der musste nämlich nach Cork, und wie er mir versichert hatte, lag Carrigaline - das war wirklich ein Ort, der Hammer, oder? - ganz in der Nähe.

Und so erreichte ich das Kaff am späten Nachmittag, nachdem ich noch einmal kurz in einen alten Renault eingestiegen war, der einer noch älteren Lady gehört hatte und machte das Erstbeste, was mir sinnvoll erschien: Ich ging in den nächsten Pub und bestellte mir dort erst einmal ein Bier.
Guinness, das hatte ich mal in Amerika getrunken. Allerdings hatte man da nicht den Schaum mit einem Deckel abgewischt, und der Barkeeper, der es mir in Venice ausgeschenkt hatte, hatte mich auch nicht so muffig unter seinen struppigen Augenbrauen angefunkelt. Hier mochte man wohl keine Touristen. Was der dicke Glatzkopf wohl sagen würde, wenn ich mich als Graf von und zu outen würde? Oder was auch immer ...
"Um diese Zeit verirren sich nich gerade viele Touris hierher", brummte er dann doch verwaschen, anscheinend in der Absicht, mit mir ein Gespräch zu beginnen. Was mich wunderte nach dem Blick, den ich eben kassiert hatte. Aber ich war der einzige Gast an der Theke. Eigentlich war ich sogar der einzige Gast im ganzen Pub. Darum wahrscheinlich.
"Suchense 'n Zimmer?"
Ich schüttelte den Kopf.
"Nein, tu ich nicht. Ich will nach Carrigaline Castle."
Der Wirt runzelte sein Gestrüpp über seinen kleinen Schweinsaugen und stützte sich dabei mit seinen Baggerschaufeln am Tresen ab.
"Den Weg könnense sich spar'n. Is für Touris nich zugänglich. Unn selbst wenn es das wär, in dieser Jahreszeit hat noch keine Burg offen. Hamm ja nich mal Mitte März. Hamm sich 'ne Scheißzeit für Ihre Reise ausgesucht."
Ausgesucht, von wegen. Ich zog sarkastisch eine Augenbraue in die Höhe.
"Sagen Sie mir einfach nur, wie ich dorthin komme. Ich hab da .. was zu erledigen. Ist es weit von hier?"
Ich hoffte nicht. Meine Klamotten waren immer noch nass, und draußen pfiff ein ordentlicher Wind, wenn es auch nicht mehr regnete. Sollte mein neues Zuhause über eine Badewanne und heißes Wasser verfügen - was ich noch bezweifelte - dann wusste ich bereits jetzt schon, wo ich den Rest des Abends verbringen würde.
Mein bulliges Gegenüber zuckte mit den speckigen Schultern.
"Is ne Meile raus aus'm Ort. Mit'm Auto sinnse schnell da. Zu Fuß dauert's eben was länger."
Noch eine Meile laufen? Meine Augen weiteten sich kurz, ehe sie unter meinen zusammengezogenen Brauen verschwanden.
"Gibt es einen Bus hier, der heute noch in die Richtung fährt? Oder vielleicht ein Taxi?"
Der Wirt warf sich mit einem Schnauben das fleckige Handtuch über die Schulter, das er bis gerade noch in der Hand gehalten hatte.
"Klar gibbet 'nen Bus unnen Taxi hier. Was denkense, wo Se hier sinn? Is schließlich 'ne richtige Stadt unn kein Kuhdorf!" Ich fand, darüber ließ sich streiten. "Aber raus zur Burg fährt kein Bus. Wieso auch? Sagte ja, is Privatbesitz. Unn Pete's Taxi steht schon seit drei Wochen mit 'ner kaputten Kurbelwelle in der Garage. Nee, Mister, wennse dahin wollen, müssense entweder laufen oder sich'n Auto besorgen. Aber heute wird das wohl nix mehr w..."
Mein neuer Freund stockte mitten im Satz, weil gerade in dem Moment die Pubtür aufging und der nächste Gast herein kam.
"Ach, fragense doch mal unsern Mike hier. Für'n paar Euro fährt der Sie überall hin."
Ich drehte mich um und musterte den Genannten, ein schmales, kurzes Hemd mit roten Haaren und Sommersprossen im Gesicht - irischer ging's nicht mehr.
"Hat der denn schon einen Führerschein?"
Ich hätte den Jungen, der sich jetzt zu uns gesellte, da er mitbekommen hatte, dass wir über ihn sprachen, höchstens auf fünfzehn, sechzehn geschätzt. Und offenbar lag ich da gar nicht so falsch, denn er antwortete mir grinsend: "Ach, wer fragt denn hier schon nach 'nem Führerschein? Ich weiß, wo Gaspedal unn Kupplung liegen. Mehr muss ich nich wissen."
Ich kratzte mich voller Zweifel am Kopf und sah Mike skeptisch an. Prompt wurde dessen Grinsen noch breiter.
"Mich hat er schon mal mit nach Cork genommen", mischte sich der Wirt wieder ein, der wahrscheinlich genauso wie Mike wusste, was ich dachte. "Habs auch überlebt." Ein dröhnendes Lachen folgte, das ich mit einem unechten Lächeln quittierte. Gleichzeitig aber machte sich die Nässe meiner Kleidung unangenehm bemerkbar, indem mir ein kleiner Tropfen kalt den Rücken hinabzulaufen begann, und ich schob meine Bedenken beiseite.
"Einverstanden. Sagen wir, für zehn Euro?"
"Mach zwanzig draus, unn ich bin dein Mann, laddie", lautete die vergnügte Antwort. Ich verzog mein Gesicht, denn viel mehr hatte ich sowieso nicht mehr.
"Also gut, zwanzig. Wenn du das Bier zahlst."
Mike nickte und klatschte einen knittrigen Fünfeuroschein auf die Theke, der Wirt machte mit dem Wechselgeld das Gleiche. In der Zwischenzeit hatte ich meine Reisetasche wieder vom Boden aufgehoben, und wenig später verließen wir den Pub und traten auf die dunkel gewordene Dorfstraße hinaus, auf der sich nicht mal ein Hund herum trieb, geschweige denn ein Mensch. Oh Mann, wo war ich hier gelandet?

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Do 28. Feb 2008, 22:01 
Benutzeravatar
Plötzlich Burgherr
Offline

Registriert: Fr 22. Feb 2008, 17:52
Beiträge: 61
Carrigaline Castle

Es regnete wieder, als Mike seine alte Knatterkiste vor einem großen, schmiedeeisernen Tor zum Stehen brachte, und langsam ging mir dieses Wetter auf den Geist. Sonne, blauer Himmel, Wärme ... all das waren Fremdwörter in diesem nassen, düsteren, kalten Land, in dem man ständig die Rübe einziehen wollte, weil die Wolken so tief hingen, dass man Angst hatte, dagegen zu stoßen.
"So, da wärn wir. Macht zwanzig Mäuse."
Ich zog mein Portemonnaie aus der Gesäßtasche meiner Jeans und rückte meinen letzten Schein heraus.
"Danke fürs Fahren."
Mit diesem knappen Spruch stieg ich aus, zog meine Reisetasche vom Rücksitz, knallte die Tür der Knatterkiste zu und sah Mike nach, wie er sich rückwärts fahrend von mir entfernte. Nach gut zehn Metern drehte er und brauste davon. Ich blickte ihm noch einen Moment lang nach, dann sah ich mit verzogenem Gesicht in den inzwischen ziemlich dunkel gewordenen Himmel, der wieder seine Schleusen geöffnet hatte. Meine Hand zuckte in Richtung Jackenkragen, weil ich den in einem Anfall von Gewohnheit hoch schlagen wollte. Aber dann besann ich mich, es nützte ja sowieso nichts mehr. Und schritt entschlossen durch das hohe, eiserne Tor, das mich in seinem Aussehen an das aus dem Film "Die Addams Family" erinnerte.
Und nicht nur das, wie ich feststellen musste, als ich einen ersten Blick auf mein neues Heim warf.

Düster und kantig ragte es in die Höhe, wie ein Grabstein aus dem Blickwinkel des Toten. Einzelne Lichter brannten in schmalen, hohen Fenstern, doch sie ließen das Gebäude nicht lebendiger wirken. Still lag es da, umgeben von immergrünen Kirschlorbeersträuchern, die sich an seinem Mauersockel duckten wie eine unterwürfige Dienerschaft und von ein paar vereinzelten Pappeln, durch deren nackte Zweige der allgegenwärtige Wind rauschte.
Ich hatte selten etwas weniger Einladendes gesehen.
Aber vielleicht war der Eindruck ja nur deshalb so mies, weil das Wetter Scheiße war und ich selbst auch nicht besser drauf und außerdem die Nacht anbrach. Möglich, dass es morgen früh ganz anders aussah.
'Wollen wir es hoffen', dachte ich wenig begeistert, während ich die vier flachen, breiten Stufen hinauf schritt, die zur großen, hölzernen, mit eisernen Beschlägen versehenen Eingangstür führten. Und dann betätigte ich die Klingel mit einem kurzen, aber energischen Daumendruck.
Wie hieß sie noch gleich, die Haushälterin? Miss O'Doherty? Nein, das war der Name des Anwalts. Miss O'Laferty?
Noch während ich darüber nachgrübelte, wurde die Tür geöffnet, und eine dünne, kleine Endsechzigerin mit leicht vorstehenden Augen und herabgezogenen Mundwinkeln begutachtete mich säuerlich.
"Sie wünschen?"
"Mein Name ist Riggs. Sean Riggs. Die Kanzlei Maguire & O'Doherty hat mich angemeldet."
Zumindest hatte man mir das dort zugesagt, und ich hoffte jetzt einfach mal darauf, dass sie es auch getan hatten und diese alte Zitrone hier vor mir wusste, was es mit mir auf sich hatte. Ich bezweifelte nämlich, dass ich es noch lustig finden könnte, wenn sie mir gleich die Tür vor der Nase zuschlug.
Aber meine Sorge stellte sich als unbegründet heraus.
"Ah ja. Mister Riggs. Bitte kommen Sie herein."
Erst, als sie das sagte und den Eingang freigab, merkte ich, wie angespannt ich gewesen war. Ich atmete tief durch und nickte.
"Danke."
Dann folgte ich ihrer Aufforderung und betrat den Grabstein. Der - ehrlich - von innen auch nicht viel einladender und freundlicher wirkte als von außen.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 29. Feb 2008, 17:08 
Benutzeravatar
Plötzlich Burgherr
Offline

Registriert: Fr 22. Feb 2008, 17:52
Beiträge: 61
Miss O'Leary

Ich fand mich in einer großen, dunklen, kühlen Halle wieder, an deren Wänden vereinzelte Kerzenleuchterimmitate hingen, in denen allerhöchstens vierzig Watt flackerten. Neben diesen sogenannten Lampen hingen alte Ölgemälde, allesamt so nachgedunkelt, dass sie in diesen spärlichen Lichtverhältnissen fast schwarz wirkten, und die Teppiche, mit denen man den Boden und die in die Höhe führende Treppe ausgelegt hatte, waren auch nicht gerade farbenfroh. Schwarze Sideboards standen links und rechts vom Eingang, und in der Mitte der Halle zog ein runder, schwerer Eichentisch mit opulentem Blumenarrangement die Aufmerksamkeit auf sich.
'Unecht', schoss es mir beim Anblick der Plastikblüten sofort durch den Kopf und ich verdrehte gedanklich die Augen über so viel Geschmacklosigkeit. Mein Blick schweifte daraufhin zum brennenden Kamin, dem einzig wirklich hübschen Blickfang in diesem Raum, dann glitt er wieder zur Hausdame zurück. Miss O'Donell? Zum Teufel mit den ganzen irischen Os!
"Es ist wohl das Beste, wenn ich Sie erst einmal auf Ihr Zimmer führe", fühlte sie sich durch meine Wiederaufnahme des Blickkontakts aufgefordert zu sagen. "Sie möchten sich sicher waschen und umziehen. Angemessene Kleidung ...", sie sah mich mit so abfälliger Miene vom Scheitel bis zur Sohle an, dass ich mir vorkam wie der letzte Penner, "... finden Sie in Ihrem Kleiderschrank. In einer halben Stunde wird das Dinner serviert."
Offenbar war das alles, was ich wissen musste, denn sie wandte sich daraufhin von mir ab und schickte sich an, die Treppe hinaufzugehen. Wohl oder übel folgte ich ihr und versuchte mich mit der Vorstellung aufzumuntern, gleich wieder in warmen Klamotten zu stecken. Aber so recht wollte mir das nicht gelingen, denn das alles hier war einfach zu deprimierend.
Diverse knarzende Treppenstufen und dunkle Gänge später wurde eine Tür vor mir geöffnet, die in ein von mehreren Lampen erleuchtetes, großes Zimmer führte, das doch tatsächlich warm war. Warm!
Aufatmend betrat ich es und sah mich um.

Die gleiche dunkle Einrichtung wie in der Halle und den Gängen - alte Schinken von Ölgemälden an den Wänden, dunkelrote Stofftapeten und düstere Brücken auf einem ebenfalls dunkelroten Teppichboden, und die Möbel waren auch hier aus Eiche. Allerdings stand in diesem Raum mehr als bloß ein Tisch. Ein klassisches Himmelbett mit schweren, dunkelroten Samtvorhängen und einer ebenfalls samtroten Bettdecke, unter der sich wahrscheinlich tonnenschwere Daunenplumeaus und –kissen befanden; zwei Stühle mit hohen Rückenlehnen und bestickten Sitzen; ein wuchtiger, viertüriger Kleiderschrank und ein stummer Diener, über den die vornehmen Knilche ihre Fräcke zu hängen pflegten … ich kam mir vor wie der Hauptdarsteller in einem dieser englischen Gruselfilme. Ob diese Nacht Graf Dracula an meine Tür klopfen würde?
„Ich lasse Sie nun allein“, verkündete Miss Keine-Ahnung-wie mit einem so abfälligem Blick, als hätte ich sie gerade um ein Date gebeten. „Dort hinter der Tür befindet sich das Bad und hier im Kleiderschank hängt eine Auswahl an Anzügen für Sie. Hemden ebenso sowie Krawatten. Haben Sie nur keine Bedenken und bedienen Sie sich. Die Herrin hat vor ihrem bedauerlichen Ableben dafür gesorgt, dass Sie sich hier rundherum wohl fühlen werden.“
Erst jetzt, wo sie es bereits zum zweiten Mal erwähnte, dass im Kleiderschrank Klamotten auf mich warteten, kapierte ich wirklich, was sie da sagte.
Tante Abigail hatte mir hier eine Boutique eingerichtet? Aber woher kannte sie meine Kleidergröße?
Ich sprach die Frage nicht aus, sondern machte erst einmal, dass ich die Zitrone los wurde.
„Danke. Ich komm schon zurecht.“
„Wenn noch etwas sein sollte, dann läuten Sie bitte“, sprach die weiter, als hätte sie mich überhaupt nicht gehört. Dabei deutete sie auf einen Klingelzug neben dem Bett.
„Ja, ja, ich hab’s begriffen. Danke!
Der Blick der Zitrone wurde, wenn das überhaupt möglich war, noch säuerlicher, dann machte sie auf dem Absatz kehrt und verschwand endlich. Ich atmete auf.
Kaum hatte die Tür sich hinter ihr geschlossen und ich war alleine, spähte ich als erstes in den Schrank, um zu sehen, was mich erwartete.
’Ja, deine Größe hat sie offenbar gekannt, aber nicht deinen Geschmack“, fuhr es mir darauf sarkastisch durch den Kopf, nachdem ich den sechsten oder siebten klein karierten, dunkelbraunen Anzug wieder an die Kleiderstange gehangen hatte. Ein Glück, dass ich noch über eine zweite Jeans verfügte. Morgen war dann wohl erst einmal ein Einkaufsbummel in Cork fällig. Dorthin musste ich sowieso, um bei der Line Anglo Irish Bank meinen Unterhalt für diesen Monat abzuheben. Bis dahin würde ich eben unangemessen herumlaufen - die Zitrone würde es schon überleben.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 29. Feb 2008, 18:10 
Benutzeravatar
Frauenhasser
Offline

Registriert: Fr 29. Feb 2008, 11:43
Beiträge: 25
Die Neue

Das wurde heute nicht mein Tag. Konnte er gar nicht werden, nachdem meine Karre heute Morgen schon nicht angesprungen war, mich daraufhin ein Scheißtaxi mit fünf Litern Pfütze eingesaut hatte und der Bus dann auch noch zu spät gekommen war. Ich dadurch auch. Nur heute machte das keinem was aus, kein Anpfiff, kein schräger Blick - und so unwahrscheinlich das auch klingen mag, aber das war es, was mich am meisten ankotzte. Denn es bedeutete, dass der Boss gegangen war. Nicht in Pension oder so, nein. Verdammter Herzinfark, das war's gewesen. Überarbeitet, falsche Lebensweise, kein Sport, viele Kohlenhydrate. Zwanzig Jahre Polizeidienst einfach vorbei! Peng! - So verdammt schnell konnte es gehen.
Und ab heute saß so ein neuer Typ in seinem Büro. Auf dem Sessel, auf dem Mulligan bis letzte Woche Dienstag noch jeden Morgen seinen Kaffee getrunken und Besprechungen abgehalten hatte. Irgend so'n Fettsack aus Dublin hatten sie sich geholt, statt mir den Job zu geben, so wie der Boss es immer geplant hatte.
"Junge, wenn ich mal nicht mehr bin, ist das hier dein Revier. Ich kann mir keinen besseren Nachfolger vorstellen als dich, Jake! Du wirst die Bude hier schon weiter in Schwung halten."
Tja, so konnte man sich irren. Man hatte mich nicht mal gefragt, ob der Job mich interessierte, sondern mir Ende letzter Woche lapidar mitgeteilt, dass ab heute ein Neuer das Zepter in der Hand halten würde. Ein Neuer! Wer wusste schon, was wir jetzt für einen kriegen würden ... ganz sicher nicht so 'nen Pfundskerl wie Mulligan. Sowas gab's nur einmal auf der Welt. Irgendeinen schlipstragenden Wichtigtuer wahrscheinlich. Und ich würde bis ans Ende meiner Tage Dienst als Sergeant schieben.

Mürrisch drückte ich die Glastür auf, die ins Großraumbüro meiner Abteilung führte und quittierte die Grüße meiner Kollegen mit einem stummen Nicken. Meine Jeansjacke warf ich über meinen Stuhl, mein Pistolenhalfter, das ich stets darunter trug, flog auf meinen Schreibtisch, dann machte ich mich erst einmal auf den Weg zum Kaffeeautomaten, um wenigstens meine kleinen, grauen Zellen auf Trab zu bringen. Ich hätte gestern Abend auf den Gang zu Paddy's Pub verzichten sollen, ich hatte nämlich einen Scheißkater, und das war nicht gerade die beste Voraussetzung für ein erstes Gespräch mit unserem neuen Boss, diesem Cullen.
"Morgen, Sarge. Mann, siehst du Scheiße aus! Gestern versackt?"
Jenkins' breites Grinsen, mit dem er mich bedachte, während er darauf wartete, dass ich ihm Platz am Automaten machte, trug nicht zur Besserung meiner Laune bei.
"Kümmer dich um deinen eigenen Dreck."
Der Kaffee lief schnaufend in den Plastikbecher, ich sah ihm düster dabei zu.
"Hey, kein Grund, mir direkt den Kopf abzureißen."
Ich hörte, wie Jenkins in seinem Portemonnaie nach einem Fünfzigcent-Stück kramte, sah aber weiterhin auf meinen Becher.
"Wie der Neue wohl sein wird? Hast du 'ne Ahnung?"
"Nein, hab ich nicht. Irgend so'n Sesselfurzer aus Dublin. Werden wir wohl gleich erleben."
Mein Blick schweifte zu Mulligans Büro, das jetzt leer und dunkel war. Von mir aus konnte das so bleiben ... tat es nur nicht, und das trug nicht unbedingt dazu bei, dass meine Laune sich besserte.
"Willst du hier festwachsen? Los, nimm schon deinen Kaffee und schwirr ab, hier steht ein Koffeinsüchtiger auf Entzug!"
Missmutig tat ich, was Jenkins sagte und griff nach meinem Becher, aber ich hatte mich noch nicht vom Automaten abgewandt, als ein Pfeifkonzert in meinem Rücken losging. Überrascht drehte ich mich um und gewahrte dann auch schon gleich den Grund für die Begeisterung meiner Kollegen.

Eine hübsche Maus hatte sich in unser Büro verirrt, klein, schlank, mit dunkelbraunen, schulterlangen Haaren und Rehaugen, die sie gerade auf Smith heftete, unser Mädchen für alles.
"Wo ist das Büro von Inspector Mulligan?", hörte ich sie ihn über die Begeisterungsbekundungen der anderen Jungs fragen. Smith sah sie mit großen Augen an, dann deutete er mit dem Kopf in die entsprechende Richtung.
"Wer ist die wohl? Und was will die hier?", fragte Jenkins mich verblüfft und hatte seinen Kaffeedurst anscheinend vergessen.
"Was weiß ich?", murrte ich und nippte an meinem Kaffee. "Vielleicht die Putzfrau."
"Die Putzfrau?" Jenkins lachte leise auf. "Oh ja, die dürfte bei mir auch mal gerne was schrubben!"
Ich warf ihm einen schrägen Blick zu, im gleichen Moment setzte die Kleine sich in Bewegung und hielt schnurstracks auf das Büro des Chefs zu. Das ging dann doch zu weit. Wer waren wir, die verdammten Universal Studios, wo man einfach so herumlaufen und sich alles angucken konnte?
Gereizt durchatmend ging ich ihr nach und holte sie gerade in dem Moment ein, in dem sie ihre Hand auf die Türklinke legte.
"Mam? Darf ich fragen, was Sie hier tun?"
Ich fragte das nicht gerade freundlich, aber wenigstens war ich höflich, was bei mir nicht selbstverständlich war. Ich war ein verdammt guter Cop, aber ich war auch für mein aufbrausendes Temperament bekannt. Und Manieren hatte ich wohl überhaupt keine, wenn es stimmte, was meine Mom immer gesagt hatte.
Die Kleine sah mich an, und ich stellte fest, dass sie nicht nur hübsche Rehaugen hatte, sondern einen süßen Kussmund dazu. Echt nicht übel. Wieso war die mir nicht gestern Abend über die Füße gelaufen? Eine Nacht mit ihr wäre mir ganz bestimmt besser bekommen als die Dreiviertelflasche Jamison, die ich allein in mich hineingekippt hatte.
"Dürfen Sie", erhielt ich knapp zur Antwort. Und dann öffnete sie doch tatsächlich die Tür und betrat Mulligans Büro! Ich schnappte nach Luft.
"HEY!"
Mit zwei Schritten hatte ich sie eingeholt und packte sie am Arm.
"Wer hat Ihnen erlaubt, hier einzutreten? Der Zutritt ist für Zivilisten verboten! KLAR? Also raus hier!"
"Aber ich .."
"RAUS HIER!!!"
Ich zerrte sie energisch aus dem Büro heraus und in Richtung Ausgang, vorbei an meinen schweigend glotzenden Kollegen.
"Verdammt, lassen Sie mich LOS!", keifte die Kleine hinter mir, aber ich gab einen Scheiß drauf und zog sie einfach weiter.
"Sie sollen mich LOSLASSEN, VERFLUCHT NOCH MAL!!!", fauchte sie wieder. Ich ignorierte es weiterhin, drückte die Glastür unserer Abteilung auf und gab ihr einen Schubs, dass sie drei schnelle Schritte in den Flur machte.
"Nichts für ungut, Süße. Wenn ich Dienstschluss hab, kannst du wiederkommen. Dann bin ich auch viel zugänglicher. Aber jetzt muss ich arbeiten. Wir sind hier nämlich bei der Polizei und nicht in irgendeinem Einkaufszentrum, okay? Wir fangen hier die bösen Burschen."
Mit diesem ziemlich trocken hervorgebrachten Spruch ließ ich die entgeistert dreinblickende Kleine stehen und ging wieder rein. Aber ich hatte noch keine fünf Schritte gemacht, da hörte ich, wie die Tür hinter mir wieder aufgezogen wurde. Und noch ehe ich einen Ausraster bekommen konnte, erklang es hinter mir in verdammt scharfem Tonfall: "Ich hab ja keine Ahnung, wer Sie sind, Mister, aber ich bin Inspector Careen Cullen. Und ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mich jetzt endlich in mein Büro lassen würden. Ich muss jetzt nämlich 'arbeiten und die bösen Burschen fangen'!"
Oh Shit!

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 29. Feb 2008, 18:46 
Benutzeravatar
Zielscheibe wider Willen
Offline

Registriert: Fr 29. Feb 2008, 14:40
Beiträge: 48
Ich hatte mir keine Illusionen über meine erste Zeit auf meinem neuen Posten gemacht. Ich behauptete mich nun schon seit acht Jahren in einer Männerwelt und war es gewohnt, dass es rau zuging. Oder zweideutig. Oder geringschätzig. Manchmal auch alles zusammen. Aber ganz ehrlich, mit einem Rauswurf hatte ich nun wirklich nicht gerechnet!
Es dauerte einen Moment, bis ich im Flur stehend meine Fassung wiedererlangt hatte, aber als es soweit war, stürmte ich die Mordkommission von Cork ein zweites Mal. Und diesmal fuhr ich gleich scharfe Geschütze auf, damit dieser Idiot nicht erneut auf den Gedanken kam, handgreiflich zu werden.

Es wirkte. Zumindest wurde er für einen Moment stocksteif, dann drehte er sich wieder zu mir um. Aber wenn ich damit gerechnet hatte, dass er jetzt einen zerknirschten Ausdruck zur Schau tragen würde, sah ich mich im Irrtum. Nichts außer kühler Ablehnung lag in seinem Blick - kein Bedauern, kein Schreck. Einen Moment lang musterte er mich schweigend, dann trat er beiseite und deutete mit einer überaus sarkastischen Geste auf das Büro des Inspectors, das ab heute meines war.
"Aber natürlich, Mam. Wenn ich das nur eher gewusst hätte ..."
Verspottete er mich etwa? Verspottete er mich hier vor versammelter Mannschaft? Ich fühlte, wie meine Wangen vor Zorn zu glühen begannen.
"Name und Dienstgrad!"
Der Kerl ließ sich Zeit. Er schürzte seine Lippen und musterte mich erneut, so als ob er darüber nachdenken würde, ob er mir überhaupt antworten sollte. Aber schließlich ließ er sich dazu herab.
"Jake Dignam. Sergeant."
Ah ja, alles klar. Jetzt, wo er es sagte, erinnerte ich mich an seine Akte. Ein Querkopf und Einzelgänger, kein Teamgeist, dafür bekannt für seine Wutausbrüche und seine große Klappe. Wohl der Grund dafür, dass er immer noch Sergeant war und nicht bereits zum Inspector befördert worden war, denn neben seinen negativen Eigenschaften, die ihn auszeichneten, war Dignam auch ein exzellenter Polizist, der es schon längst hätte weiter bringen können.
"Folgen Sie mir in mein Büro, Sergeant", wies ich ihn kühl an. "Ich denke, wir beide müssen uns mal dringend unter vier Augen unterhalten."
"Oh wow, unter vier Augen!", kam es vorlaut aus den Reihen der anderen, die unser kleines Kammerspiel bis gerade noch schweigend verfolgt hatten. Ich sah den Sprecher scharf an, bis sein breites Grinsen erstarb und er den Kopf einzog. Dann setzte ich mich in Bewegung und machte mich daran, zum zweiten Mal an diesem Morgen mein Büro zu betreten. Diesmal jedoch mit mehr Erfolg als beim ersten Mal, denn es tauchte kein neuer Schwachmat auf, um mich hinauszuwerfen.

"Machen Sie die Tür hinter sich zu."
Ich zog meinen kurzen, schwarzen Ledermantel aus und hängte ihn an einen in der Ecke stehenden, leeren Kleiderständer, dann ließ ich die Rollos herab, damit wir vor den neugierigen Blicken der Kollegen sicher waren.
"Ah, jetzt wird's gemütlich ..."
Anscheinend hatte Dignam seine Überraschung überwunden, weil er gleich wieder dreist wurde.
"Halten Sie den Mund und setzen Sie sich", schnitt ich ihm das Wort ab und tat dasselbe, ich nahm ihm gegenüber in dem großen Ledersessel Platz, in dem bis vor einer knappen Woche noch Inspector Mulligan seiner Arbeit nachgegangen war. Jetzt war es mein Sessel - so wenig ich und ganz sicher auch Dignam das gewollt hatten.
"Hören Sie zu, Sergeant", ich faltete die Hände vor mir auf dem Schreibtisch und bemühte mich, ruhig und sachlich zu sprechen. "Anscheinend hat man vergessen, Ihnen mitzuteilen, dass Ihr neuer Vorgesetzter eine Frau ist. Das kann vorkommen, und ich verstehe darum, dass Sie überrascht sind. Aber jetzt wissen Sie es, und ich würde es schätzen, wenn Sie die Frau nun vergessen und in mir nur Ihre Vorgesetzte sehen könnten. Schwamm über den Vorfall von gerade."
Dignam hatte sich, während ich gesprochen hatte, auf seinem Stuhl zurück gelehnt und lässig seine Daumen in seinen Gürtelschlaufen eingehakt. Nicht gerade die Haltung, die ein kooperativer Mitarbeiter normalerweise zur Schau stellte. Oder ein verlegener. Eigentlich eher wieder demonstrative Ablehnung. Ich seuftze in Gedanken auf. Das hier würde ein schweres Stück Arbeit werden.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 29. Feb 2008, 22:10 
Benutzeravatar
Gute Seele
Offline

Registriert: Do 28. Feb 2008, 14:53
Beiträge: 9
Es läutete am Eingang, und ich hielt mitten auf der Treppe im Schritt inne. Eigentlich hatte ich nachsehen wollen, wo Kitty steckte - eines der Mädchen, die hier auf der Burg im Dienst standen und das ich heute morgen nur um kurz nach sieben gesehen hatte, seitdem aber gar nicht mehr. Sicher saß das dumme, faule Ding irgendwo in einer Ecke und las eine ihrer Zeitschriften, anstatt Staub zu wischen oder die Fenster zu putzen. Doch da jemand Einlass begehrte, musste ich dieses Vorhaben erst einmal auf später verschieben. Was Kitty eine kleine Gnadenfrist von fünf oder zehn Minuten bescherte, die sie, wenn sie noch einen Funken Verstand im Kopf hatte, auch nutzen würde. Ansonsten würde es gleich ein Donnerwetter geben!
Noch einmal läutete es. Ich machte kehrt und eilte die Treppe wieder hinunter. Wer das wohl sein mochte um diese Zeit?
Wenig später wusste ich es ... die liebliche Mistress Katelyn und ihr grässlicher Ehemann, Patrick Donahue. Ich ignorierte letzteren und schenkte Mistress Katelyn ein liebreizendes Lächeln, zu dem ich mich in keine Weise zwingen musste, denn ich mochte das gute Kind sehr gern.
"Ah, Mistress Katelyn! Wie schön, dass Sie uns wieder einmal beehren. Kommen Sie doch herein. - Mister Donahue ..."
Nun erst bedachte ich auch ihren Gatten, diesen grauenhaften Menschen, mit einem Gruß - die Höflichkeit gebot es leider, ansonsten hätte ich ihn zur Gänze ignoriert. Dabei gab ich mit einer einladenden Geste ins Innere der Burg die Tür frei und fragte mich im Stillen, ob der Besuch etwas mit dem seltsamen neuen Burgherrn zu tun hatte, den wir seit gestern ertragen mussten.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 29. Feb 2008, 22:40 
Benutzeravatar
Frauenhasser
Offline

Registriert: Fr 29. Feb 2008, 11:43
Beiträge: 25
"Ja, klar. Schwamm drüber!", stimmte ich Cullen nach außen hin gelassen zu, in meinem Inneren rotierte es allerdings noch gewaltig.
Die hatte man mir vorgezogen?
Die hatte jetzt meinen Job?
Ich stand kurz vor dem Explodieren, und ich hab bis heute keine Ahnung, wieso ich ausgerechnet in jenem Augenblick die Fassung wahrte. Wo mir das doch sonst nie gelang.
"War's das jetzt? Ich hab noch 'ne Menge zu tun."
Ohne auf ihre Antwort zu warten, stand ich bereits wieder auf. Wer wusste schließlich schon, wie lange meine Beherrschung noch anhalten würde.
"Setzen-Sie-sich-HIN, Sergeant!", kam es prompt überbetont von Madame. Tief Luft holend starrte ich den Kleiderständer an, dann tat ich auch jetzt, was sie von mir wollte - Scheiße, ich stand nicht auf die devote Tour und hatte Frauen, die mir sagen wollten, wo es lang ging, noch nie was abgewinnen können. Und jetzt arbeitete ich sogar unter einer. Klasse!
"Was sonst noch?"
Betont gelangweilt sah ich sie an, dabei lehnte mich wieder zurück und machte die Beine lang, als hing ich zu Hause vor meiner Glotze.
Madame atmete ebenfalls tief durch, das sah ich ihr an. Offenbar ging ich ihr auf die Eierstöcke. Gut so, dann wollte sie sicher nicht lange hier bleiben.
"Ich hätte gerne die Akten der laufenden Fälle auf meinem Tisch sowie alle ungeklärten Fälle der letzten zehn Jahre. Und zwar spätestens fünfzehn Minuten."
"Bitte WAS?"
Mir klappte die Kinnlade nach unten. Allerdings nicht für lange, denn prompt kochte es hoch in mir, und zwar so sehr, dass ich verärgert aufsprang und ihr meinen Zeigefinger drohend ins Gesicht streckte.
"Hören Sie, ich bin nicht Ihr verdammter Laufbursche, ich bin Sergeant. KLAR? Suchen Sie sich jemand anderen für so einen Scheiß!"
Das war noch nicht ganz raus bei mir, als Madame von ihrem Hocker aufsprang, ihre Hände auf dem Tisch abstützte und ziemlich laut zurück schoss: "WAS muss ich tun, damit sie auf ihrem VERDAMMTEN HINTERN SITZEN BLEIBEN???"
"ICH DENKE, ICH SOLL IHNEN IHRE BLÖDEN AKTEN HOLEN!" Jetzt wurde ich richtig laut.
"JA, ABER ERST DANN, WENN ICH IHNEN SAGE, DASS SIE SIE HOLEN SOLLEN! HABEN SIE DAS KAPIERT ODER SOLL ICH ES IHNEN AUFSCHREIBEN???"
Schweigen. Wütendes. Und dabei durchbohrten wir uns beide mit unseren Blicken. Sie nahm ihn dann aber als erstes von mir und sah zum Fenster, das sie vorher mit dem Rollo blickdicht gemacht hatte. Offenbar hatte sie das in ihrem Ärger vergessen und wollte sich nun schnell vergewissern, dass die anderen unseren Streit nicht mitbekamen. Unnötig, denn was die Jungs nicht sahen, hörten sie. Aber dieser kleine Moment der Unsicherheit gab mir Oberwasser. Meine Mundwinkel zogen sich zu einem kleinen, triumphierenden Lächeln in die Breite, das meine Augen aber sicher nicht erreichte.
Madames Blick verdunkelte sich. Sie setzte sich wieder und bedeutete mir mit ihrem spitzen Kinn, dass ich das auch tun sollte. Ich war mal nicht so und pflanzte mich noch einmal. Madame atmete wieder tief durch und versuchte es wieder auf die Counsellor-Tour.
"Hören Sie, Sergeant Dignam ... warum machen Sie es uns beiden so schwer? Denken Sie, ich hätte mir diesen Posten hier ausgesucht? Ich hab im Headquarter in Dublin gesessen, und als man mich befördert hatte, hatte ich wirklich angenommen, ich würde dort bleiben können. Ich hatte nicht damit gerechnet, dass man mich nach Cork versetzen würde."
Das war ja SO typisch Frau! Wo sie mit Autorität nicht weiter kam, drückte sie auf die Tränendrüse und wimmerte um Verständnis. Gott im Himmel, was hatten sie uns da bloß vor die Nase gesetzt?!
"Dem Feind niemals Einblick in persönliche Dinge geben ... hat man Ihnen das nicht beigebracht, Inspector?", fragte ich übertrieben freundlich.
"Dem ... Feind?"
Sie sah mich entgeistert an. Oh, jetzt hatte ich ihr wohl ihre rosaroten Illusionen zerstört. Wie sehr mich das doch traf!
"Dem Feind, Sie haben ganz recht gehört, Inspector. Denn da, wo SIE jetzt mit ihrem kleinen Hintern sitzen, müsste ICH eigentlich sitzen. Der Job hier war MEINER, okay? Und nur, weil sie dem Chief Inspector oder dem Superintendent oder dem Commander schöne Augen oder wer weiß was gemacht haben, haben SIE den Posten bekommen. Erwarten Sie darum bloß nicht, dass ich jetzt ihr bester Freund werde. Erwarten Sie nicht einmal, dass ich mit Ihnen kooperiere. Ich mach hier MEIN Ding, ob es Ihnen passt oder nicht. Wenn Sie damit Probleme haben, dann können Sie ja zurück nach Dublin fahren und sich da bei ihrem Gönner ausheulen."
Ich stand auf, weil ich die Schnauze inzwischen gestrichen voll hatte.
"Und Ihre Scheißakten können Sie sich alleine holen!!"
Ich gab dem Stuhl, auf dem ich eben noch gesessen hatte, einen Stoß mit meinem Knie, dass er zur Seite rollte, dann verließ ich das Büro mit großen Schritten. Und knallte die Tür hinter mir so laut zu, dass die Scheiben wackelten.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 29. Feb 2008, 23:01 
Benutzeravatar
Gute Seele
Offline

Registriert: Do 28. Feb 2008, 14:53
Beiträge: 9
"Oh, Mister Riggs, ja natürlich ...", ich lächelte aufgesetzt - eigentlich war mir bei der Nennung dieses Namens ja eher zum Weinen zumute.
"Ich werde ihm gleich Bescheid geben, dass die Herrschaften ihn sprechen möchten. Es ... kann allerdings einen Moment dauern, denn ich befürchte, dass er noch nicht ... aufgestanden ist."
Um halb zehn Uhr morgens, skandalös in meinen Augen!
Mistress Katelyn lächelte verstehend, was Mister Donahue tat, wusste ich nicht, weil ich ihn nicht ansah.
"Wenn Sie mich einen Augenblick entschuldigen wollen ..."
Ich wandte den beiden den Rücken zu und begab mich nach oben, um der unangenehmen Aufgabe nachzukommen, Mister Riggs zu wecken.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 29. Feb 2008, 23:17 
Benutzeravatar
Plötzlich Burgherr
Offline

Registriert: Fr 22. Feb 2008, 17:52
Beiträge: 61
Es klopfte an meiner Tür. Und ganz bestimmt tat es das schon etwas länger, denn ich hatte für gewöhnlich einen festen Schlaf und brauchte auch jetzt einige Zeit, bis ich aus dem Quark kam.
"Ja?", rief ich dumpf unter dem Monstrum von Federbett hervor, das in der Nacht immer wieder versucht hatte, mich zu ersticken.
"Mister Riggs? Mister und Mistress Donahue wünschen Sie zu sprechen."
Wer zum Geier waren Mister und Mistress Donahue?
"Schreiben Sie's auf, ich ruf später zurück", antwortete ich verschlafen und drehte mich auf die andere Seite, um noch ein, zwei Stunden zu pennen.
"Mister Riggs, sie sind nicht am Telefon, sie befinden sich in der Eingangshalle!"
In der Eingangshalle? Unwillig öffnete ich meine Augen wieder und linste auf meine Armbanduhr. Halb zehn? Mitten in der Nacht! Hatten diese Typen keine Manieren, dass die vor dem Mittag bei wildfremden Menschen auftauchten? - Und ich wusste immer noch nicht, wer die waren! Aber da ich nicht glaubte, dass Miss O'Leary - genau so hieß die Zitrone nämlich, das wusste ich inzwischen - sich im Flur dazu herablassen würde, mir noch länger ausführliche Auskünfte zu geben, schlug ich seufzend die Mörderbettdecke zurück und stand schicksalsergeben auf. Wenig später verließ ich mein Zimmer, das Haar zerzaust, einen bordeaux-roten Morgenmantel übergeworfen und an den Füßen ... nichts.
"Also gut, wo sind die Quälgeister?"
Meine Stimme klang noch rau vom Schlaf. Ich räusperte mich und übersah dabei angelegentlich die missbilligende Miene der Zitrone, von der ich nicht wusste, ob sie meinem Äußeren oder meiner Bemerkung galt. Wahrscheinlich beidem.
"Das sagte ich bereits, unten in der Eingangshalle. Und es gebührt sich, dass Sie sie für das anstehende Gespräch in den Salon bitten."
"Ach, tut es das?"
Ich klang so interessiert, wie ich war und schlappte in Richtung Treppe davon, über die ich schließlich in die Eingangshalle gelangte. Und dort sah ich sie stehen, die beiden, die mich un-be-dingt in aller Frühe sprechen mussten - einen Kerl mit abweisendem Gesicht und ein hübsches Weib, das verlegen mit den Fingern spielte. Was wurde das denn jetzt? Ich begann zu ahnen, dass es hier um meine Erbschaft ging - klar, eine Waschmaschine wollten die beiden mir ganz sicher nicht verkaufen - und wappnete mich gegen die eine oder andere unangenehme Frage.
"Mister und Mistress Donahue?", fragte ich überflüssigerweise, als ich die beiden erreicht hatte und sah den Kerl etwas länger an, dessen Blick an mir auf und ab wanderte, als hätte ich auch auf den Morgenmantel verzichtet. "Was kann ich für Sie tun?"
Was immer es auch war, ich tat den Teufel und lud sie in den Salon ein - von dem ich sowieso nicht wusste, wo er lag. Wenn die sich erst mal gesetzt hatten, würden sie sicher bis zum Mittagessen bleiben. Besser, wir führten das Gespräch im Stehen und gleich hier in der Eingangshalle. Dann würden sie sicher früher gehen. Ob ich das noch etwas beschleunigen könnte, indem ich die Tür aufmachte?

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Fr 29. Feb 2008, 23:49 
Benutzeravatar
Zielscheibe wider Willen
Offline

Registriert: Fr 29. Feb 2008, 14:40
Beiträge: 48
Mir hatte sich der Hals zugeschnürt, bei jedem Wort mehr, das Dignam über die Lippen gekommen war, und als er schließlich einfach aus meinem Büro polterte, schossen mir die Tränen in die Augen. Tränen der Wut und der Frustration. Und der Hilflosigkeit, denn ich wusste, dass ich die Situation irgendwie in den Griff bekommen musste, aber ich hatte nicht den blassesten Schimmer, wie.
Dignam hatte alle Joker in der Hand. Er kannte hier jeden, war auch sicher, wenn nicht mit jedem befreundet, so doch von jedem respektiert, und ich war die Neue. Eine Frau dazu. Und dann auch noch mit meinen neunundzwanzig Jahren eine verhältnismäßig junge. Eine, die die Typen da draußen wahrscheinlich gerne in irgendeinem Pub angegraben hätten, von der sie aber mit Sicherheit keine Befehle entgegen nehmen würden. Jetzt schon gar nicht mehr, wo Dignam so lautstark klar gemacht hatte, was er von mir hielt und wie er auf meine Anweisungen schiss.

Einen Moment lang war ich in der Versuchung, einfach meine Hände vors Gesicht zu schlagen und zu heulen. Genug Wasser hatte ich dafür bereits in den Augen stehen. Aber ich wusste, dass es genau das war, was Dignam beabsichtigt hatte und was er sich wohl auch regelrecht erhoffte. Die Genugtuung wollte ich ihm nicht geben. Zudem wurde mir klar, dass der Zweikampf noch nicht vorbei war und ich, ob ich wollte oder nicht, noch einmal in den Ring musste. Wenn ich ihn jetzt so gehen ließ, war ich bei allen unten durch, und keiner würde mehr tun, was ich sagte. Ich musste das letzte Wort haben, und es musste so endgültig sein, dass Dignam seine große Klappe hielt und klein beigab. Wenigstens dieses eine erste Mal. Was danach kam, war nicht mehr so wichtig. Entscheidend war diese Auseinandersetzung hier, und ich dachte nicht daran, ihm diesen Punkt zu schenken!
Ich atmete tief durch, wischte mir verstohlen die Tränen von den Wimpernrändern, dann stand ich entschlossen auf und ging ebenfalls zur Tür. Noch zwei tiefe Atemzüge, ein stilles, eiliges Stoßgebet gen Himmel, dann zog ich die Tür wieder auf ... und sofort wurde es in dem Großraumbüro still, wohingegen mir beim Öffnen der Tür noch Getuschel und Gelächter entgegen geschlagen waren.
Alle Augen starrten mich an. Erwartungsvoll, denn es war klar, warum ich heraus gekommen war. Ich beachtete niemanden, weil ich nicht riskieren wollte, durch einen möglicherweise höhnischen Blick wieder verunsichert zu werden, sondern fixierte ausschließlich Dignam - und als ich sah, wie sein selbstgefälliges Grinsen Überraschung wich, fand ich auch den Mut, in die Arena zu gehen und mich den Löwen zu stellen.
"Da Sie es ja eben mit Ihrer Lautstärke vorgezogen haben, das gesamte Büro in unser Gespräch mit einzubeziehen, können wir es hier ja wohl auch fortsetzen", setzte ich so energisch und kühl an, wie es mir möglich war, und dabei bohrte ich meinen Blick wieder in Dignams graugrüne Augen, die mich jetzt argwöhnisch musterten. "Ich habe Ihnen eben eine dienstliche Anweisung gegeben, Sergeant Dignam, und wenn Sie sich weiter weigern, diese auszuführen, suspendiere ich Sie vom Dienst und werde eine Beschwerde gegen Sie wegen ungebührendem Verhalten und Befehlsverweigerung einreichen. Und dabei ist es mir VÖLLIG egal, wie geringfügig meine Anweisung gewesen ist! Was ich sage, wird GETAN! Klar? - Was im übrigen FÜR ALLE HIER gilt!"
Ich ließ meinen Blick umher schweifen und sah meine neuen Kollegen der Reihe nach herausfordernd an. Keine Reaktion, aber das war ja klar. Eine offene Konfrontation wagten nicht viele. Was jetzt aber in keiner Weise bedeutete, dass ich Hochachtung vor Dignams 'offener' Art hatte.
Mein Blick kehrte zum Sergeant zurück und ich fuhr, jetzt um einiges selbstsicherer, fort: "Sie haben noch genau ..", kurzer Blick auf meine Uhr, "... zehn Minuten, um mir die Akten in mein Büro zu bringen. Sollten Sie sie mir später bringen, richten Sie sich darauf ein, dass Sie Nachtschicht einlegen und die offenen Fälle der letzten zehn Jahre bis morgen früh durcharbeiten. Und wenn Sie sie mir überhaupt nicht bringen, wissen Sie ja jetzt, was passiert."
Ich bedachte Dignam noch mit einem warnend funkelnden Blick, dann kehrte ich in mein Büro zurück. Aber ehe ich die Tür schloss, drehte ich mich noch einmal um und fügte bestimmend hinzu: "Ach, und bringen Sie mir auch eine Tasse Kaffee mit, wenn Sie mir die Unterlagen gleich bringen. Nur Milch, keinen Zucker. Danke."
Dann verschwand ich in meinem Büro. Und lehnte mich, kaum dass sie zu war, erst einmal tief durchatmend gegen die Tür.

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags:
Verfasst: Sa 1. Mär 2008, 00:07 
Benutzeravatar
Plötzlich Burgherr
Offline

Registriert: Fr 22. Feb 2008, 17:52
Beiträge: 61
"Tja, DAS ist ja ein Ding! Und ICH hab doch tatsächlich gedacht, ich wäre der jämmerliche Rest der blauen Blutlinie", erwiderte ich übertrieben freundlich, lächelte, schüttelte die Hand der Süßen und wünschte mir im Stillen, wir wären bereits beim Verabschieden. Nicht, weil mir die Kleine nicht gefallen hätte, ganz im Gegenteil. Aber mir wurde mit jeder Sekunde bewusster, dass mir hier wohl jemand gegenüber stand, der sich übergangen fühlte. Allein schon die Erwähnung 'Tante ERSTEN Grades' .. das machte alles klar.
Was jetzt wohl kam? Kaufangebote? Dann waren die zwei beiden aber schlecht informiert, denn wenn mir eines untersagt war, dann war es, die Burg zu Geld zu machen. Leider.
"Und was kann ich für Sie tun? ... Äh, Cousine?"

_________________
Bild


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 144 Beiträge ]  Gehe zu Seite 1, 2, 3, 4, 5 ... 12  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Gehe zu:  


Monstersmilies


cron
Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de