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Verfasst: Di 3. Jul 2007, 10:50 
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Cracksüchtiger Maulwurf
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Ich hatte meine Umgebung nicht großartig zur Kenntnis genommen - weder den Weg zu dieser Wohnung hier noch die Wohnung selbst. Auch nicht, dass Freeze und Bishop irgendwann verschwunden waren. Lediglich ein wenig gewundert hatte ich mich, dass Razor mich weiter mit sich schleppte. Und dass er nicht, wie alle anderen auch, in der Kanalisation lebte. Er wurde gesucht wie der Stein der Weisen, hielt es aber offenbar nicht für nötig, auf Tauchstation zu gehen.
Wie gesagt, ich wunderte mich ein wenig. Zu mehr war ich gerade nicht in der Lage, denn das Grauen des Erlebten klang noch in mir nach, und der Schock war längst nicht überwunden. Wahrscheinlich war das auch der Grund dafür, dass ich Razors nächste Frage abnickte, ohne weiter über die Konsequenzen meiner Antwort nachzudenken. Ich hätte in diesem Moment vermutlich zu allem Ja und Amen gesagt - ich war an einem Punkt angelangt, wo ich willenlos und verletztlich war.
"Mach schon", krächzte ich heiser, dabei sah ich ihn mit dunklem, bitterem Blick an.
Hatte das Leben eigentlich noch einen Sinn?

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Verfasst: Di 3. Jul 2007, 11:35 
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Cracksüchtiger Maulwurf
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Ich ließ es zu, dass Razor mich fesselte. Mir war ohnehin alles egal geworden, kam es da jetzt noch auf einen Entzug an? Oder auf die Tatsache, dass ich mich in die Hand eines mir völlig fremden Typen begab?
Es brannte, als er mir die Injektion verpasste. Dann spürte ich nichts mehr. Gleichgültig schloss ich die Augen und kämpfte gegen das schreckliche Bild des Mädchens an, das sich mir unauslöschlich ins Gedächtnis gebrannt hatte. Es konnte sowieso nichts schlimmeres geben.

Dann fing es an.
Zuerst nur kaum spürbar, weshalb ich es nicht gleich mitbekam. Das Mittel, das Razor mir injiziert hatte, verbreitete sich in meinem Blutkreislauf, und jede einzelne Vene, durch die es floss, schien sich zu erwärmen. Dann kam das Brennen. Als krabbelten ganze Völkerscharen von Ameisen durch mich hindurch, die mich bissen, wo sie nur konnten.
Ich öffnete die Augen und sah an die Decke.
Das Brennen verstärkte sich, und zwar mit einer solch plötzlichen Geschwindigkeit, dass ich scharf einatmete und mir der Schweiß in kleinen Tröpfchen am ganzen Körper ausbrach. Immer noch sah ich starr an die Decke, aber meine Augen hatte sich geweitet, und ich begann, meine Hände zu Fäusten zu ballen.
'Verdammt ... verdammt!!!'
Und dann kamen die Schmerzen.
Es war, als würde ich von innen nach außen gekrempelt und jeder meiner Muskeln sich in sich verdrehen. Ich stöhnte kehlig auf und zog automatisch an den Ledergürteln, mit denen ich ans Bett gebunden war. Natürlich umsonst, denn das Leder hielt. Aber ich hörte nicht mehr auf, daran zu zerren, da die Schmerzen ja auch nicht aufhörten, an mir zu zerren, und mit jeder Minute, die verging und es nicht besser wurde, sondern immer noch schlimmer, wurde ich panischer.
"Mach, dass es aufhört!", keuchte ich und heftete meinen glühenden Blick flehend auf Razor. "Mach, dass es aufhört! - Es soll aufhören! .. Es soll AUFHÖREN!!!"
Ich wurde lauter, ich wurde hektischer. Mein Körper begann, sich zu verkrampfen und unkontrollierbar zu zucken, und ich wand erst den Kopf von einer Seite zur anderen, dann schlug ich ihn hin und her und fing an, regelrecht zu toben.
"AUFHÖREN!!!", schrie ich, als ich glaubte, dass zahllose scharfe Messer mir ins Fleisch eindrangen und es mir fein säuberlich von den Knochen trennten.
'Gleich bist du ein Fresspaket! Gleich bist du ein Fresspaket!!'
"AUFHÖREN!!!!!"
Der Schmerz wurde unerträglich und verwandelte sich in Agonie. Ich spürte nicht mehr, wie Razor mir mit Nachdruck etwas zwischen die Zähne schob, ich spürte auch nicht, wie seine Hände mich festhielten und am Toben zu hindern versuchten. Ich wusste nicht mehr, wo ich war, kannte mich selbst nicht mehr. Ich kannte nur noch die Qual, die mein Körper gerade durchmachen musste. Und diese Qual war endlos.

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Verfasst: Di 3. Jul 2007, 12:30 
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Als ich auf der Schwelle zwischen Schlaf und Wachwerden umherdriftete, glaubte ich für einen kurzen Moment, ich hätte am Vorabend zu viel Rotwein getrunken, der mir jetzt den Schädel zum Platzen brachte.
'Oder Craig und du, ihr habt es wieder einmal zu toll getrieben!'
Hatte ich je mit Kopfschmerzen auf zu viel Liebe reagiert? Ich runzelte im Halbschlaf die Stirn, als ich versuchte, darüber nachzudenken.
Craig ..

Eine Stimme drang an mein Ohr, eine tiefe, männliche, und ich wollte schon lächelnd die Augen öffnen und meinem geliebten Obercop einen verschmitzten Blick zuwerfen, als mir bewusst wurde, dass es nicht seine Stimme gewesen war, die ich da gerade gehört hatte. Irritiert öffnete ich die Augen und sah den Sprecher an.

Razor ...

Mit einem Schlag war alles zurück. Ich befand mich nicht zu Hause in meinem Bett, ich hatte nicht getrunken, ich hatte auch keine Liebe gemacht, sondern mich in die Hände dieses Hackers begeben, um clean zu werden. Darum die Kopfschmerzen, darum auch der pelzige Geschmack auf meiner Zunge, den ich erst jetzt wirklich wahrnahm.
Was hatte Razor mich gerade gefragt?
Ob es mir gut ging?
Der Gedanke an Craig kehrte zurück, und diesmal auch die Erinnerung an das letzte Gespräch, das ich mit ihm geführt hatte, und das Lächeln, welches im Ansatz meine Lippen zu umspielen begonnen hatte, verschwand, und mein Blick wurde dunkel.
"Scheiße ..", antwortete ich heiser und fragte mich gleichzeitig, wo meine Stimme geblieben war. Es tat gut, sich Gedanken um solche Kleinigkeiten zu machen. Ich zog diese Gedanken anderen bei weitem vor. Irgendwie hatte ich genug von all dem Schmerz.
"Mein Schädel platzt. Hast du'n Mittel dagegen?", krächzte ich kaum hörbar. "'Ne Tablette oder so?"

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Verfasst: Di 3. Jul 2007, 12:58 
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Ich hatte mich mit Razors Hilfe mühsam aufgerappelt und mich matt gegen das Bettgestell in meinem Rücken gelehnt, dann hatte ich folgsam einen Schluck von der Brühe genommen. Aber kaum sprach er mich auf gestern abend an, verging mir der Appetit, und ich ließ die Tasse wieder sinken.
"Ich will nicht darüber reden", erwiderte ich mit kratziger Stimme, die jetzt jedoch schon etwas fester klang. Dennoch .. auch wenn es vielleicht stimmte, dass ich jetzt von diesem Scheißdiostesin herunter war und ich ihm dafür eine Menge Dank schuldete, fühlte ich mich immer noch nicht in der Lage, mich mit dem auseinanderzusetzen, was ich gestern gesehen hatte. Nicht mit mir selbst, und schon gar nicht mit ihm. Ich war von Abscheu erfüllt, von Entsetzen und Fassungslosigkeit dazu, und darüberhinaus begannen sich bei mir nun die ersten Zweifel und Fragen zu melden.
Wussten die anderen beim NBTD, was wirklich auf Kamaria geschah? Hatten es die Maulwürfe vor mir gewusst?
Wusste Craig es?

Ich sah verschlossen in meine Suppe, dann stellte ich sie auf den kleinen Nachttisch neben dem Bett und schlug die Decke zurück.
"Kann ich dein Bad benutzen?"
Bad .. Wasser .. Seife .. Luxus ..
Ich wusste gar nicht mehr, wie lange es her war, dass ich mich das letzte Mal gewaschen hatte. Entsprechend stank ich, und die Liter an Schweiß, die ich wohl während meines Kampfes gegen die Droge ausgeschwitzt hatte sowie mein Erbrechen von gestern, an das ich mich auf einmal wieder sehr deutlich erinnern konnte, trugen das ihrige dazu bei, dass ich mich selbst nicht mehr riechen konnte. Außerdem wollte ich jetzt allein sein. Ich hatte plötzlich das Gefühl, lange nicht mehr so klar im Kopf gewesen zu sein wie jetzt - und vermutlich traf dieses Gefühl auch zu. Und ich wusste, ich musste mich all dem stellen, was ich gestern erfahren hatte. Aber ich wollte es alleine tun. Ich wollte niemand fremden dabei haben, den ich nicht einschätzen konnte, dem ich auch trotz seiner Hilfe nicht restlos vertraute. Razor hatte seine eigenen Gründe, warum er mich gestern nicht kalt gemacht, sondern mit der Wahrheit konfrontiert hatte. Ich hatte ihm demonstriert, was ich konnte, und damit hatte ich meinen Wert für den Widerstand bewiesen. Was nicht hieß, dass er ein Menschenfreund war, mit dem man seine Seelennöte teilen konnte. Oder wollte - wovon bei mir sowieso keine Rede war. Noch besser als ein toter Feind war ein konvertierter. Ja, ich würde ihnen helfen, gegen diese ... wer auch immer sie sein mochten vorzugehen. Das bedeutete jedoch nicht, dass ich auch nur irgendeinen von ihnen mögen oder ihnen vertrauten musste.

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Verfasst: Di 3. Jul 2007, 14:21 
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Er würde mich gehen lassen, wenn ich es wollte?
Misstrauisch kniff ich die Augen zusammen und sah ihm nach, bis er das Schlafzimmer verlassen hatte. Dann blickte ich auf die Sachen, die er mir aufs Bett gelegt hatte und überlegte, was ich überhaupt wollte.
'Erst einmal sauber werden, Sam. Alles weitere überlegst du dir später.'
Ich hielt das für einen guten Vorschlag meinerselbst, nahm die Kleidung an mich und stand auf.
'Oha!' - Ein Schwindelanfall erster Kajüte suchte mich heim, so dass ich mich erst einmal ganz schnell wieder setzte und tief durchatmete. Dann versuchte ich es nochmal. Langsamer jetzt, konzentrierte, und siehe da, es ging ... einigermaßen.
Ich schleppte meine erschlagenen Knochen in Richtung Bad, drückte die Tür hinter mir zu und verdrehte die Augen, als ich sah, dass selbige Tür keine Verriegelungsmechanik besaß. Klar, wahrscheinlich musste Razor nicht befürchten, auf dem Klo überrascht zu werden, wenn er seine gesamte restliche Hütte gesichert hatte. Und dass er das hatte, darauf hätte ich mein Augenlicht verwettet!
Ich dachte kurz über die Notwendigkeit nach, etwas vor die Tür zu schieben, damit ich während des Duschens keinen unerwünschten Besuch erhielt - die Kommode zum Beispiel, die sich im Bad befand und in der, wie ich herausfand, ein paar verschlissene, aber saubere Badetücher lagen. Doch dann rief ich mir meinen Gastgeber ins Gedächtnis zurück und befand, dass ich ihm zwar nicht traute, er mir aber auch nicht unbedingt wie ein Weiberheld oder möglicher Vergewaltiger vorkam.
'Wenn, dann hätte er sich ja letzte Nacht ausreichend bedienen können.'
Das Argument hatte was, wie ich fand. Ich ließ den Gedanken an ein Verrammeln der Tür also sausen. Würde sich herausstellen, dass ich mich geirrt hatte, würde ich ihm ein paar vors Maul geben und fertig. Er wäre der erste, dem es gelingen würde, sich bei mir zu holen, was ich nicht freiwillig herausrücken wollte!

Mit sehr viel mehr Entschlossenheit als ich in den vergangenen drei Monaten gehabt hatte, legte ich die frischen Anziehsachen auf einem kleinen, schmucklosen Hocker ab, dann begann ich mich auszuziehen. Wenig später stand ich tief durchatmend unter einem ziemlich pieseligen, aber nichtsdestotrotz heißen Duschstrahl und genoss den einfachen Luxus, den das Gefühl von frischem Wasser und Seife auf nackter Haut hervorzurufen in der Lage waren. Das Waschen meines schmutzstarrenden Gesichts und meines stinkenden Körpers erledigte ich schnell, ebenso das Einschäumen und Ausspülen meines kurzen, völlig verschnittenen Haares. Dann aber lehnte ich mich mit dem Rücken gegen die nassen Kacheln, griff in die Höhe und drehte die Brause so, dass sie mich weiterhin nassregnete, und daraufhin schloss ich die Augen und genoss einfach.
Kein Denken in diesem Moment. Nicht an das, was gewesen war, auch nicht an das, was noch kommen mochte. Ich existierte in diesem Augenblick einfach nur und sammelte damit die Kraft, die ich brauchte, um weiterzumachen. Egal, was noch auf mich zukommen würde.

Eine gute Viertelstunde später stand ich vor dem Waschbecken und schrubbte mir meine Zähne mit Razors Zahnbürste - ich sagte es ja schon, drei Monate im Untergrund, und man war nicht mehr pingelig. Seine Klamotten hatte ich schon längst an. Ein Blick in den Spiegel, den ich nach dem Duschen mit dem feuchten Handtuch provisorisch freigewischt hatte, hatte genügt, dass ich meine nackte, abgemagerte Gestalt eilig hinter Razors viel zu großer Kleidung versteckt hatte. Einen Moment lang hatte mich dabei wehmütig die Erinnerung an die junge, attraktive Frau durchzuckt, die ich einmal gewesen war - nicht sonderlich groß, aber schlank und an genau den richtigen Stellen weiblich gerundet, dazu langes, schwarzes Lockenhaar, munter blinkende Augen und stets ein fröhliches Lächeln auf dem Gesicht. Ja, es hatte wirklich einmal eine Zeit gegeben, in der sich die Männer nach mir umgedreht hatten, wenn ich mit meinen Kostümchen, meinen eng anliegenden Kleidern und hohen Pumps an ihnen vorbeigestöckelt war. Aber das war lange her. So lange, dass es mir gar nicht mehr wirklich vorkam, sondern wie die Erinnerungen einer anderen. Das war ich nicht mehr. Ich war nicht mehr Samantha Reeves, die stellvertretende Abteilungsleiterin der EDS und Verlobte Commander Craig Conners', jetzt war ich Sam. Sam, der aufgeflogene Maulwurf, Sam, die desillusionierte Polizistin - und nicht zuletzt Sam, das dürre, unscheinbare Etwas mit den hohlen Wangen und den Rändern unter den Augen, die jetzt, nach der Tortur des Entzugs, noch dunkler waren als zuvor, so dass es den Anschein hatte, als lägen meine schwarzen Augen in tiefen Höhlen. - Hatte ich mir wirklich eben noch Gedanken darüber gemacht, dass Razor vielleicht was von mir wollen könnte??

Ich nahm meinen düsteren Blick vom Spiegel und spuckte den Zahnpastaschaum ins Waschbecken - im gleichen Moment spuckte ich jeden Gedanken an mein Aussehen mit in den Abfluss. Es gab wichtigeres, auch wenn ich das früher vielleicht nicht für möglich gehalten hatte. Ich war gestern Zeugin eines unglaublichen Verbrechens geworden, und ich war ein Cop .. es gab für mich keine Frage mehr, was ich zu tun gedachte! Hatte ich zuvor meine ganze Energie und Entschlossenheit in die Aufdeckung des Widerstandes gesteckt, so würde ich jetzt genau das Gleiche investieren, um die Mörder des kleinen Mädchens und all der anderen Unglücklichen zu enttarnen. Ja, ich würde Razor helfen. Und Dawn und Freeze und dem Rest des Widerstandes. Ich würde dafür sorgen, dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen wurden, und ich würde dafür sorgen, dass so etwas nie wieder passieren würde! Mit diesem festen Vorsatz, der sich nun auch in meinem veränderten, sehr viel wacheren Blick widerspiegelte, wischte ich mir den Mund am Handtuch ab, dann strich ich mir das nasse, wirre Haar mit Razors Bürste glatt aus dem Gesicht, und anschließend verließ ich das Bad wieder, meine stinkenden Klamotten einfach liegen lassend, wo sie waren und nur meine Boots in der Hand, die ich wieder anziehen würde, sobald wir diese Wohnung hier verließen.
"Okay, was liegt an, Junge?", fragte ich betont unternehmungslustig, auch wenn ich in Wirklichkeit eher fokussiert war und bestrebt, dem Grauen so schnell wie möglich ein Ende zu bereiten. Dabei warf ich die Boots schon mal in Richtung Lift, dann bezog ich neben dem am Computer sitzenden Razor Stellung, meine Hände in die Hosentaschen der viel zu großen Jeans geschoben, die nur ein enger Gürtel daran hinderte, mir über den Hintern in die Tiefe zu rutschen und sah Mister Superhacker interessiert über die Schulter. Vielleicht konnte ich ja noch was von ihm lernen.

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Verfasst: Di 3. Jul 2007, 20:45 
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Cracksüchtiger Maulwurf
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Ich ließ mich auf den Stuhl neben Razor fallen, den Blick auf die Mattscheibe gerichtet, meine Hände nach wie vor in den Hosentaschen und erwiderte unbeeindruckt: "Ich weiß, dass es dein Programm gewesen ist. Ich kenne deine Handschrift - du hast mir damals meinen Urlaub damit versaut, denn die Energieverwaltung hat uns seinerzeit dazu geholt, um es abzuwehren und die Schäden im System wieder zu beheben."
Wie gesagt, ich erwiderte es unbeeindruckt. In Wahrheit aber war ich alles andere als das. Es stimmte, ich hatte Razors Signatur irgendwann in dem Chaos entdeckt, das er angerichtet hatte. Alle Hacker hinterließen ihre Signaturen, weil sie alle unglaublich eingebildet auf ihre Fähigkeiten waren und ihre Gegenspieler gerne wissen ließen, wer ihnen schlaflose Nächte bereitet hatte. Nur in ganz seltenen Fällen fehlte dieser kleine, spezifische Code - bei Razor, das wusste ich, war das niemals der Fall. Auch bei Cheops hatte ich die kleine, unwichtige Zeile irgendwann entdeckt. Allerdings erst nach langem Suchen und vielem Zähneknirschen. Das Programm war eine Meisterstück an Programmierung gewesen, und obwohl wir damals nicht auf der gleichen Seite gestanden hatten, hatte ich ihm dafür Respekt bezollt. Ich tat es immer noch, aber das musste er ja nicht wissen.
"Und vielen Dank für die Aufklärung", fuhr ich fort, und dabei schweifte mein Blick dann endlich zu Razors Gesicht, ".. aber ich weiß ziemlich gut, was ein unlogischer Algorithmus in einem logischen bewirkt und wovon er nebenbei ablenken soll. Ich hab ständig mit so 'nem Hackerscheiß zu tun gehabt, schon vergessen? Auch wenn der wenigste Scheiß wirklich guter Scheiß gewesen ist."
'So wie Cheops'. Dachte ich. Sagte ich aber nicht.
"Und jetzt willst du, dass ich meine Encodierung des NBTD-Systems wieder rückgängig mache, damit du dein neues Programm dort freisetzen kannst, stimmt's? Was willst du damit wirklich erreichen? Du willst doch nicht bloß das NBTD sabotieren, oder?"
Bei dem, was man mit einem Programm dieser Art alles erreichen könnte - vorausgesetzt, es war wirklich gut, woran ich bei ihm aber nicht den geringsten Zweifel hatte - wäre eine bloße Sabotage ein mageres Resultat. Er könnte damit alle Daten des Büros downloaden, er könnte sie manipulieren, er könnte Verbindungen zu anderen Organisationen nachvollziehen, die eigenen, von mir erwähnten Maulwürfe ausfindig machen, die das NBTD in der Tat umgedreht hatte, so dass sie jetzt für das Büro arbeiteten. Ich fragte mich, was das wirkliche Ziel dieses Hackerangriffs werden sollte. Und ich fragte mich natürlich auch, ob er mir das sagen würde.

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Verfasst: Di 3. Jul 2007, 21:17 
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Ehemals Sohn, jetzt sauer
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Das war mit Abstand die mieseste Nacht gewesen, die ich in meinem ganzen Leben hinter mich gebracht hatte!
Null Schlaf - draußen vor der Tür hatte immer irgendjemand Randale gemacht, außerdem hatte meine Nase nicht aufgehört, hölleweh zu tun, und da mach mal einer die Augen zu - dazu die Frage, was werden würde, wenn der alte Herr nicht zahlte, die nächste Frage, was werden würde, wenn er zahlte und auch die Frage, ob der Panzerschrank mit den Schaufelbaggerhänden wohl der Freund von der hübschen Kleinen war, die hier das Kommando hatte.
Zumindest eine der Fragen beantwortete sich von selbst, als die Tür irgendwann nach einer ganzen Ewigkeit wieder aufging und das spärliche Licht aus dem Kanal in meine Gruft einließ, das mich trotz seiner Mickrigkeit blendete und zum Blinzeln brachte - der alte Herr hatte nicht gezahlt, und jetzt war ich wieder Mister Panzerknackers bester Freund!
Ich war nicht sonderlich überrascht. Darüber, dass meinem Dad seine Mücken lieber waren als ich, meine ich. Eigentlich hatte ich ja mit nichts anderem gerechnet, und trotzdem war's ein Scheißgefühl, als mein großer Kumpel mich schließlich packte, ruppig herumdrehte und mir die Hände wieder verschnürte.
"He! Bisschen nett, ja?", maulte ich über die Schulter. Prompt kassierte ich einen überhaupt nicht netten Klapser gegen meinen Hinterkopf, so das sich unfreiwillig nickte.
"Maul halten!"
Mann, war das ein Umgangston hier! Aber ich wusste, wann es wirklich besser war, die Klappe zu halten - das hier war ganz sicher so ein Moment - und ließ es auch kommentarlos über mich ergehen, dass man mir eine Socke um die Augen band.
"Ich hoffe, euch ist klar, dass ihr mich jetzt den ganzen Weg lang tragen müsst!"
Nein, ich konnte meine Klappe doch nicht halten. Und es folgte auch prompt der zweite 'Klaps' gegen meinen Hinterkopf - ich nahm an, das war die Art, wie Mister Panzerknacker Freundschaften schloss. Wahrscheinlich reichte sein Vokabular für solche Zwecke wohl nicht aus.

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Verfasst: Di 3. Jul 2007, 21:36 
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Cracksüchtiger Maulwurf
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Ich hatte ihm schweigend zugehört und ihn dabei ausgiebig gemustert - nein, nicht, weil er gutaussehend war, sondern weil ich erst jetzt, ohne diesen verdammten Diostesinscheiß in meinem Blut, endlich wieder einen Blick für meine Mitmenschen hatte und mich auf das, was mein Urteilsvermögen über sie ausspuckte, auch verlassen konnte.

Er war intelligent. Nicht nur, was Programmierung betraf. Genialität im Softwarebereich hieß nicht unbedingt allgemeingültige Intelligenz - es gab eine Menge Fachidioten auf der Welt, aber Razor gehörte ganz gewiss nicht dazu. Ich spürte instinktiv, dass er stets ganz genau wusste, was er tat. Und was er wollte, ebenso. Er war einfallsreich, und er war zielstrebig. So zielstrebig, dass er nicht aufgab, eher er besagte Ziele erreicht hatte. Welche Mittel er dazu einzusetzen bereit war, das wusste ich noch nicht. Aber ich würde es zweifellos erfahren, jetzt, wo wir sozusagen 'Partner' waren.

"Was bringt dich auf den Gedanken, dass ich den Algorithmus im Kopf habe?", fragte ich spöttisch zurück und schob dabei sein Bein beiseite, dass er neben mir auf einem anderen Rechner geparkt hatte und mit dem er mir für meine Verhältnisse zu nah kam. Ich war ziemlich empfindlich, was meinen Tanzbereich betraf und konnte es nicht leiden, wenn jemand diesen ungefragt betrat.
"Er befindet sich schon seit Monaten im System, und er ist damals auch nicht von mir alleine geschrieben worden."
Natürlich hatte ich den Code im Kopf, auch wenn er verhältnismäßig lang und kompliziert war. Ich wäre nicht die, die ich war, könnte ich mir sowas nicht merken. Aber aus irgendeinem Grund war ich noch nicht ganz eins mit meiner neuen Rolle als Widerständler. Der Cop in mir zögerte noch und spielte ein wenig auf Zeit, obwohl ich dem Widerstand doch dabei helfen wollte, all das Unrecht zu bekämpfen.
Ich brauchte offensichtlich etwas Eingewöhnungszeit - und ganz ehrlich, aber irgendwie provozierte Razors reichlich selbstsicheres Verhalten mich auch dazu, ihn noch ein wenig zappeln zu lassen.

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Verfasst: Di 3. Jul 2007, 21:52 
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Ehemals Sohn, jetzt sauer
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Klasse, klasse!
Und so stolperte ich also blind wie ein Maulwurf durch die stinkenden Kanäle der City of Angels, mein Smoking genau das richtige Outfit für so ein Spaßunternehmen, und immer, wenn es an der Zeit war, abzubiegen und die Richtung zu wechseln, wies mich mein Freund, der Panzerknacker, mit freundlichen Hieben gegen mein Oberstübchen darauf hin. Wenn der so weiter machte, würde ich bald keine Augenbinde mehr brauchen, denn dann wäre ich so blöd im Kopf, dass ich nicht mal mehr einen Fuß vor den anderen würde setzen können, geschweige denn mir supergeheime Wege zu merken.
'Garfalo, du verdammter Sack! Das war der letzte Gefallen, den ich dir getan hab!'

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Verfasst: Di 3. Jul 2007, 21:56 
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Ich runzelte misstrauisch die Stirn, als Razor nicht sofort reagierte. Und als er sich auf seine Knie stützte und mich dabei nachdenklich ansah, mir dabei wieder näher kam als es mir gefiel, rutschte ich auf meinem Stuhl ein Stück nach hinten und sah warnend zurück. Mein Tanzbereich eben ..

Aber offenbar war er wirklich nur in Grübeleien vertieft, denn er machte keine Anstalten, mir noch näher zu kommen, sondern sagte auf einmal mit einer solchen Gewissheit, als hätte ich es ihm vorher selbst bestätigt, dass er nicht nur wusste, dass ich den Code noch wusste, sondern dass ich das Kernstück der Programmierung geschrieben hatte.
Ein verdammt guter Spürhund, das Kerlchen!
Ich hielt seinem Blick noch einen Moment lang stand, ohne zu antworten.
Schließlich aber stand ich auf und nickte mit meinem Kopf zu dem Stuhl, auf dem ich gerade noch gesessen hatte.
"Los, schwing deinen Hintern 'rüber und mach Platz. Ich werd dir das jetzt ganz sicher nicht alles in die Finger diktieren!"

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Verfasst: Mi 4. Jul 2007, 11:20 
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Anstatt mit mir den Stuhl zu tauschen - denn darum war ich ja eigentlich aufgestanden - zog Razor es vor, auf seinem sitzenzubleiben und mir stattdessen die Bahn freizumachen. Ich wusste nicht recht, ob er mich damit ärgern wollte oder ob er vielleicht auf seinem Lieblings-Hackerstuhl saß und der Meinung war, dass mein kleiner Hintern darauf nichts zu suchen hätte. Ich bedachte ihn auf alle Fälle mit einem sparsamen Blick, ehe er sich trollte und ich mich wieder pflanzte, vor den Computer rollte und meine Finger knacken ließ.

Und dann kam der Spruch mit dem Sabotieren!
'Oh Mann!!'
Ungesehen verdrehte ich die Augen und holte Luft, um ihm noch einmal zu versichern - für den Fall, dass er es vergessen hatte oder mir einfach nicht glauben wollte - dass ich wusste, auf welcher Seite ich stand, dass ich mich bereit erklärt hätte zu helfen und dass er sein verdammtes Misstrauen doch bitte jetzt mal langsam hinunter schlucken sollte, wenn das mit uns hier funktionieren sollte. Aber ehe ich dazu kam, auch nur ein Wort zu sagen, wechselte Razor das Thema und quatschte vom Essen.
Irritiert runzelte ich die Stirn und sah über meine Schulter zu ihm hinüber. Er kramte an seinem Kühlschrank herum und drehte mir dabei den Rücken zu. Ich gab ihm gedanklich einen Schubs, drehte mich dann wieder um und richtete mein Augenmerk erneut auf seinen Rechner.
"Kaffee ist okay - wenn du den nicht aus dem Kühlschrank holst", antwortete ich ihm trocken und begann, den Algorithmus einzugeben, den ich mühelos aus meinem recht strukturierten und gut funktionierenden Gedächtnis abrief. "Und Nudeln mit Goulasch UND Soße!"
Ich fragte mich sowieso, warum er mir die Wahl zwischen Nudeln mit Soße und Nudeln mit Goulasch gelassen hatte, was doch wohl auch Soße beinhaltete. Nahm ich zumindest an. Für einen Hacker fand ich ihn ein wenig konfus, für einen Mann .. na ja .. - Ich drehte mich noch einmal zu ihm um und musterte seine Kehrseite ein zweites Mal. Das war der Moment, wo er sich wieder aufrichtete, den Kühlschrank zuklappte und sich an einem Teil zu schaffen machte, das aussah wie ein Wasserkocher. Mein Blick blieb einen Moment länger an seinen breiten Schultern haften, dann runzelte ich über mich selbst die Stirn, wandte mich wieder ab und sah erneut auf den Computerscreen, um mit meiner Eingabe fortzufahren.
Was Craig jetzt wohl gerade machte?

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Boah, war ich die Scheiße leid!!!
Wie ein Maulwurf torkelte ich durch die Gegend, wurde geschubst, gezerrt, gedrückt, geklappst, ich trat in undefinierbar weiches Zeugs und roch noch viel undefinierbarere, eklige Gerüche, ich hörte es rauschen, es tropfen, aber sehen konnte ich natürlich nichts, eine ganze Ewigkeit lang nicht.
Bis - wow, ich konnte es nicht fassen - wir dann offenbar doch mal endlich am Ziel ankamen, was immer das Ziel auch gewesen sein mochte, ich ein letztes Mal geschubst wurde, mich dann in einer Art Aufzug wiederfand, der mich in die Höhe beförderte und bei der Gelegenheit dann auch von einer Blindschleiche in einen Sehenden zurückverwandelt wurde. Ganz ohne Handauflegen, nur durchs Wegziehen der Socke! - Es geschahen noch Zeichen und Wunder!
Ich blinzelte, dann sah ich mich mit zusammengekniffenen Augen um und fand meine Vermutung bestätigt: Ich stand in einem Gitteraufzug und machte damit eine Spazierfahrt. Wo immer die auch enden mochte, oben wahrscheinlich, was immer mich da auch erwarten würde, nichts gutes wahrscheinlich.
Ich fing einen Blick von meinem Freund, dem Panzerknacker auf, nickte ihm zu und bedachte ihn mit einem freundlichen Lächeln. Was folgte, hab ich bereits ein paarmal beschrieben, und da ich keine Lust hab, wie eine kaputte Schallplatte zu klingen, spar ich mir jetzt die Bemerkung, dass ich daraufhin gleich noch einmal nickte. Allerdings diesmal mit dem Kopf nach hinten statt nach vorn - ich liebe Abwechslung - was mir gleichzeitig die Gelegenheit gab festzustellen, wie dicht ich wirklich an dem Gitter stand. Das Scheppern desselben, das der Crash mit meiner Rübe ausgelöst hatte, ging unter in dem Lärm, den die hübsche Kleine veranstaltete, als sie die andere Seite des Gitters aufzog und eine große Halle betrat, die jemandem offenbar als Wohnung diente. Freund Panzerknacker gab mir einen Schubs, dass ich hinterher taumelte und ihr beinahe in den Rücken gefallen wäre. Im letzten Moment konnte ich mich noch abfangen - ich meine, nicht, dass ich was gegen eine kleine körperliche Kontaktaufnahme gehabt hätte, aber der hätte ich doch den Vorzug unter vier Augen gegeben. Außerdem stand ich nicht so auf die Fesselnummer, zwei gute Gründe also, die Lady noch ein Weilchen mit meinem Charme zu verschonen.

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