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Verfasst: So 18. Nov 2007, 13:28 
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Irrlicht
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Er hatte sich, nachdem er die Pferde vom Tränken zurück gebracht hatte, mit seiner Decke auf den Platz gesetzt, den man ihm freigelassen hatte und dort dankbar sein Essen in Empfang genommen. Es war wohltuend heiß gewesen - ganz im Gegensatz zum kalten Nachtwind, der ständig versuchte, ihm in die Ritzen seiner Kleidung zu fahren - und F'ryan hatte sich eilig darüber hergemacht. Doch hatte er dabei nicht versäumt, seine neuen Weggefährten zu mustern, zumindest die hier anwesenden, denn der König von Gondor hatte sich am Bach auf Wachposten begeben, das hatte F'ryan festgestellt, als er beinahe in ihn hineingerannt wäre, und der andere Fremde elbischen Aussehens befand sich ebenfalls nicht unter den am Lagerfeuer Sitzenden, weshalb F'ryan davon ausging, dass dieser auf der gegenüber liegenden Seite die Nacht beobachtete. Die aber, die hier waren, betrachtete er mit großer Neugier und Ehrfurcht, denn er kannte bis auf die fremde Kriegerin mit den hellen Augen jeden einzelnen von ihnen - wenn auch nur vom Hörensagen.

Zum einen war da Gandalf der Weiße, der wohl mächtigste Zauberer, der noch durch Mittelerde wanderte und der älter war, als man sich vorstellen konnte. Er war auf der Suche nach dem Einen Ring damals die treibende Kraft gewesen und sicherlich war es nicht zuletzt auch ihm zu verdanken gewesen, dass der Ring endlich hatte vernichtet werden können.
Dann Legolas, der Elbenprinz. Seine Furchtlosigkeit und Treffsicherheit waren legendär, und legendär war auch seine Freundschaft mit Gimli Gloinssohn, dem Zwerg, neben dem F'ryan saß. Beide hatten sich auf der Suche nach dem Einen Ring großen Ruhm erworben. Für F'ryan war Legolas jedoch noch eine Spur interessanter als Gimli, denn immerhin war Legolas ein Elb, und F'ryan verehrte nun einmal alles, was elbisch war.
Das traf dann auch in ganz besonderem Maße auf Arwen zu, von der er wohl sagen konnte, dass sie die schönste Frau war, die er je gesehen hatte! Bis heute hatte er angenommen, dass das Celethil war, doch Arwens Schönheit übertraf sogar noch die seiner Begleiterin - noch nie hatte er so glänzendes, rabenschwarzes Haar gesehen, noch nie so intensiv leuchtende Augen, noch nie so viel Anmut, mit der sich ein Wesen bewegte! Auf ihr ruhte sein Blick am längsten, während er die Bohnen löffelte. Doch schließlich wurde er abgelenkt von der fremden Kriegerin mit den hellen Augen, denn sie erzählte von dem Land, aus dem sie kam, und ihre Erzählung fesselte F'ryan genauso wie das fremdartige und doch faszinierend schöne Antlitz der Frau, so dass sein Löffel immer langsamer zum Mund wanderte und seine Bohnen schließlich kalt wurden.
"Es hat mich nie so weit in den Süden gezogen", antwortete Celethil der Fremden nun mit ihrer lieblichen Stimme, und F'ryan sah seine Gefährtin wieder an, die ihn, das hatte er sich selbst ja nun schon vor längerer Zeit eingestanden, über ihre zarte Anmut hinaus noch anderweitig berührte und die er trotz der hier anwesenden Schönheiten nach wie vor am liebsten betrachtete. "Ich war nie südlicher als Lothlórien gewesen, wo ich aufgewachsen bin und lange Zeit gelebt habe. Wo man mich aber offenbar nicht gut unterrichtet hat, denn ich habe nicht gewusst, dass es südlich von Haradwaith noch bewohnte Länder gibt."
Celethil schmunzelte in ihrer typischen, ein wenig neckenden Weise, die F'ryan zu Beginn ihrer Reise ziemlich verunsichert hatte, weil er immer geglaubt hatte, sie machte sich über ihn lustig. Inzwischen hatte er sich jedoch daran gewöhnt, denn er wusste jetzt, dass das Necken der Elbin ein gutmütiges und kein hochmütiges war. Ob die Kriegerin das aber auch richtig interpretierte? F'ryan hoffte es, denn es war ihm wichtig, dass sie sich mit diesen Leuten gut verstanden. Wann hatte er sich je in so berühmter Gesellschaft bewegt? Wohl nur in seinen Träumen.
"Aber ich nehme an, dass das an der Eigenart der Elben liegt", das Necken aus Celethils Blick und Stimme war verschwunden und hatte Nachdenklichkeit Platz gemacht. "Es ist leider schon immer so gewesen, dass wir uns mehr für unser eigenes Volk als für andere interessiert haben. Weshalb Ländern, die für uns nicht von Interesse waren, wohl einfach keine Bedeutung beigemessen wurde."
Celethil kritisierte ihr eigenes Volk?
F'ryan schluckte und sah nervös zu Arwen, die neben ihr saß und durch deren Adern das königliche Blut Galadriels floss. Wie sie es wohl aufnehmen würde? Ob sie Celethil jetzt zürnen würde? Nie im Leben hätte F'ryan es gewagt, etwas Schlechtes über die Elben zu sagen. Schon gar nicht in Gegenwart wichtiger Persönlichkeiten dieses wunderschönen Volkes!
Doch Arwen schien Celethils Meinung zu teilen und nickte kaum merklich, ohne ihrer Zustimmung jedoch auch mit Worten Ausdruck zu verleihen. F'ryan atmete auf und ließ den Teller sinken, auf dem die kalten Bohnen nun nicht mehr appetitlich aussahen. Er musste wohl noch vieles lernen über die Wesen, die er so sehr bewunderte.


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Verfasst: So 18. Nov 2007, 13:56 
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Irrlicht
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Faern - das dunkelelbische Wort für Zauberer. Unwillkürlich schweifte Celethils Blick zu Gandalf, doch dieser hob, kaum dass er das bemerkte, abwehrend seine Hände und erklärte kategorisch: "Oh nein, nicht ich werde dies tun - es ist nicht meine Aufgabe, in die Geschicke Mittelerdes einzugreifen. Ich gebe lediglich Anregungen."
Celethil erinnerte sich an die Legende um die Suche nach dem Einen Ring und daran, dass Gandalf auch damals nur äußerst selten von seiner Zauberkraft Gebrauch gemacht hatte. Und sie wusste, dass er recht handelte, denn er war ein Istari, und diesen oblag es zu beobachten und durch Rat zu lenken. Nicht durch Tatkraft.
"Aber welcher Zauberer sollte es denn dann gelingen, diesen Stein zu lenken?"
'Und meinen Bruder von ihm zu befreien', fuhr sie in Gedanken fort, doch Celethil sprach dies nicht aus, denn es hätte so geklungen, als hätte der Stein sich Dûnwethions bemächtigt wie sich seinerzeit der Ring der Ringträger bemächtigt hatte. Und so konnte es nicht gewesen sein, denn er hatte den Stein stehlen lassen und demzufolge schon vorher niederträchtige Beweggründe gehabt. Etwas, das ihr trotz des Wissens darum zu glauben schwer fiel, denn wie sehr widersprach das dem Bild ihres Bruders, das sie in ihrem Herzen trug!?

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Verfasst: So 18. Nov 2007, 14:08 
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Irrlicht
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Celethil betrachtete die Kriegerin mit offener Neugier, die den Mut besessen hatte, ihr weit entferntes Land alleine zu verlassen, um diesen Stein zu finden. Und die versuchen würde, dessen Macht zu lenken, obwohl sie sich nicht sicher war, dass es ihr gelingen würde. Die Elbin kannte genug von magischen Dingen, um zu wissen, dass ein solcher Versuch mit Gefahr für Leib und Leben verbunden war. Dass die Kriegerin es dennoch riskieren wollte, zeigte, welche Seelenstärke sie besaß.
"Ihr seid eine tapfere Frau."
Eine Frau, deren Namen Celethil noch gar nicht kannte, wie ihr erst jetzt bewusst wurde.
"Wie heißt Ihr?"

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Verfasst: So 18. Nov 2007, 14:46 
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Irrlicht
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Celethil folgte Dalharils Blick und betrachtete jeden der am Feuer Sitzenden mit einem leichten Lächeln - was für ein Glück sie doch hatten, dass sie ausgerechnet ihnen begegnet war! Nun war sie gewiss, dass es noch Hoffnung für ihren Bruder gab. Mit Hilfe dieser Leute würde es ihr gelingen, Dûnwethion nach Valinor zurück zu holen und ihn vom Verlangen nach diesem Stein heilen!

Ihr Blick verweilte einen Moment länger auf Legolas, dem Prinzen des Erin Galen, welcher ihr Lächeln erwiderte. Doch ehe Celethil das so recht bewusst werden konnte, ergriff Gandalf wieder das Wort und zog damit aller Aufmerksamkeit auf sich.
"Eine gute und starke Gemeinschaft, die dennoch des Schlafs bedarf, um für die Anforderungen des kommenden Tages gerüstet zu sein. Lasst uns den heutigen Tag beenden und uns zur Ruhe begeben."
Er stand auf und entfernte sich vom Lager, doch Celethil, die ihm mit ihrem Blick folgte, nahm nicht an, dass er abseits lagern wollte. Die Nacht war kalt, auch für einen Zauberer, und so war es wahrscheinlicher, dass er noch ein paar Worte mit Aragorn oder dem anderen Fremden wechseln wollte, die allem Anschein nach Wache hielten.
Was auch immer der wahre Beweggrund war, der Gandalf in die Nacht hinaus trieb, sein Wort wurde sofort in die Tat umgesetzt, denn auch die anderen erhoben sich und begannen an ihren Plätzen, ihre Decken zu einem Lager zu richten. Celethil tat es ihnen gleich und zog sich eine ihrer Taschen heran, auf die sie ihren Kopf betten wollte. Einer anderen entnahm sie ihren Wintermantel, den sie bereits bei der Überquerung des Caradhras getragen hatte und der von außen aus feinstem, weißem Wildleder gearbeitet und innen mit weichem Kaninchenfell gefüttert war, das die Kälte des nahenden Winters abhalten würde. Sie zog ihn über und hüllte sich darin ein, dann legte sie sich auf die Decke ihres Pferdes und richtete ihren Blick auf die flackernden Flammen des Lagerfeuers, das angenehm warm gegen ihr Gesicht strahlte.
Doch kaum hatte sie es sich so bequem gemacht, als eine Bewegung in ihrem Rücken sie veranlasste, sich umzudrehen.
"F'ryan? Was tust du da? Warum bleibst du nicht an deinem Platz?"
Ihr junger Begleiter hatte seine Decke hinter ihr ausgebreitet und machte gerade Anstalten, eine weitere Decke aus seinem Reisegepäck zu ziehen. Offenbar hatte er vor, neben ihr zu schlafen.
"Mein Platz ist bei Euch, Celethil."
Er erklärte sich nicht weiter - anscheinend war er der Meinung, dass damit alles gesagt wäre - sondern entfaltete seine zweite Decke und breitete sie über der Satteldecke aus. Dann machte er es wie Celethil und platzierte eine seiner Taschen als Kopfkissen auf seinem Lager.
"Du wirst frieren", warnte Celethil ihn. "Du solltest wirklich am Feuer bleiben. Mir geschieht hier schon nichts."
F'ryan ignorierte ihren Einwand und schlüpfte unter seine Decke.
"Ich bin nicht so empfindlich. Es wird schon gehen."
Dann zog er sich die Decke bis zum Kinn und schloss demonstrativ die Augen. Celethil betrachtete ihn noch eine Weile besorgt, dann aber legte sie sich auch wieder hin und kämpfte gegen das schlechte Gewissen an, das sich einstellte, da sie F'ryan mit ihrem Körper die ganze Wärme des Feuers nahm. Sie beschloss zu warten, bis er eingeschlafen wäre, dann würde sie an seinen Platz neben Gimli gehen und sich dort zur Ruhe legen. Auf keinen Fall würde sie es zulassen, dass F'ryan aus übertriebener Fürsorglichkeit morgen krank wäre!

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Verfasst: So 18. Nov 2007, 21:59 
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Irrlicht
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Dûnwethion sah von seinem Mahl auf, das er noch nicht angerührt hatte, weil das Essen ihn wieder einmal anekelte. So, wie ihn der Ort hier anekelte - Barad Dûr, Saurons ehemalige Festung. So, wie ihn die Frau vor ihm anekelte. Hatte er in der letzten Zeit überhaupt noch an irgendetwas Freude finden können?
"Schick Ogglins aus, um sie am anderen Ende der Sümpfe zu empfangen", gab er mit kratziger Stimme Anweisung und unterdrückte ein Husten. Der Reiz dazu war beinahe immer vorhanden, was ihn ebenso anekelte. Würde er husten, würde er wieder blutigen Auswurf spucken. Und damit würden auch die Schmerzen in seiner Brust wiederkehren. Was war es nur, das ihn von innen her auffraß? Er kannte die Antwort darauf nicht.
"Aber nimm genug mit. Ich will nicht, dass sie ihrem Schicksal noch einmal entkommen!"
Die Wolke hatte es also nicht geschafft, sie zu vernichten. Was bedeutete, dass jemand von großer Zauberkraft sich unter ihnen befand. Dûnwethion meinte, die Antwort auf die Frage, wer das denn sein könnte, bereits zu kennen. Mithrandir ... aber diesmal würde es ihm nicht gelingen, sich einzumischen und alles kaputt zu machen! Der eoul gehörte ihm, Dûnwethion! Er reagierte auf seinen Willen, er tat, was immer der Elb auch von ihm wollte. Mithrandir war nur darauf aus, ihm den Stein wegzunehmen, damit er mit dessen Hilfe seine eigene Macht vergrößern konnte. Aber das würde Dûnwethion nicht zulassen. Er würde es verhindern, dass der Weiße Zauberer auch nur in die Nähe des Steines käme.
"Nein, nimm MEHR als genug mit! Sie dürfen die Totensümpfe nicht verlassen! Ich will, dass ihr sie tötet. Allesamt. Und werft ihre Leichen danach ins Moor."
Mit diesen kalt hervorgebrachten Worten erhob er sich vom Tisch und verließ den Raum im höchsten Bereich des Turmes, um auf das Dach desselben zu steigen und die kalte Luft Mordors einzuatmen. Wie immer in der letzten Zeit ertrug er den Schmerz, der in seiner Brust tobte, nur hier oben auf den Zinnen, wo keine Mauern ihn umgaben und der Wind kräftig an seiner in dunkles, edles Tuch gehüllten Gestalt zerrte.
Warum ausgerechnet jetzt? Wo er kurz davor stand, der mächtigste Mann von ganz Mittelerde zu werden?


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Verfasst: So 18. Nov 2007, 21:59 
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Irrlicht
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Die letzten Tage waren schnell vergangen. Celethil hatte F'ryans Gesellschaft stets genossen, vom Anbeginn ihrer ersten Begegnung an, doch in Dalharils, Ayagis', Arwens und Legolas' Gegenwart blühte sie förmlich auf. Vor allen Dingen der Elbenprinz, der sich als so völlig anders herausgestellt hatte, als sie erwartet hatte, verstand es, ihre Sorgen um Dûnwethion, die stets in ihr präsent waren, in den Hintergrund zu drängen. Bereits am ersten Tag ihrer gemeinsamen Reise hatte er darauf bestanden, dass sie das 'Herr' in ihrer Anrede weg ließ, obwohl er standesgemäß einen Anspruch darauf hatte, denn Celethil war von weitaus niedrigerer Geburt. Aber wie er meinte, behagte es ihm nicht, von einer Gefährtin so genannt zu werden. Und Celethil, froh und auch ein wenig stolz darauf, damit von ihm gleichgestellt worden zu sein, hatte eingewilligt, ihn bei seinem Namen zu nennen. Was sie von jenem Zeitpunkt an auch getan hatte.
Auch die anderen, die königlichen Geblüts waren - Aragorn und Arwen sowie der Inthulavari Ayagis - baten sie und F'ryan darum, auf eine offizielle Anrede zu verzichten. Bei Celethil traf ihre Bitte auf offene Ohren, F'ryan hingegen weigerte sich schlicht, die Titel wegzulassen, was Celethil nicht unbedingt wunderte, denn bei ihr hatte er sich ja zu Beginn auch sehr gesträubt. Vermutlich konnte sie sich jetzt etwas darauf einbilden, dass er sie nun doch lediglich bei ihrem Vornamen nannte.

Und so hatte Celethil sich recht schnell in die Gemeinschaft eingefunden und hatte inzwischen das Gefühl, alle schon ewig zu kennen. Was bei ihr zum Ausdruck kam, indem sie gesprächiger wurde, lebhafter und sich und allen die Zeit damit vertrieb, indem sie kleine Anekdoten aus ihrem Leben zum Besten gab oder von Valinor erzählte. Bereits am Ende des ersten gemeinsamen Reisetages war sie sich sicher gewesen, mehr geredet zu haben als auf der gesamten Reise zuvor, und gemessen an F'ryans häufigen verdutzten Blicken, mit denen er sie häufig bedacht hatte, hatte er wohl dasselbe gedacht.

Celethils Heiterkeit hielt an, bis sie die Emyn Muil erreichten. Doch die trostlosen, felsigen Hügel, die es zu überwinden galt, ehe die Totensümpfe mit ihren tückischen Fallen auf sie warteten, atmeten bereits die Trostlosigkeit und Verzweiflung des Moores, und das schlug sich auf das Gemüt der Elbin nieder. Das Lächeln wich von ihrem Gesicht und ihr Wohlgefühl löste sich in nichts auf. Plötzlich erschien ihr der Wind rauer und kälter. Fröstelnd zog sie ihren Mantel enger um sich und sah wie die anderen die schroffen Felswände empor, die nicht hoch, aber unwegig waren und keinerlei Halt für Pferdehufe boten.
"Von hier aus gehen wir zu Fuß weiter", bestätigte Aragorn ihre Vermutung und schwang sich aus dem Sattel. Er machte sich bereits an seinen Provianttaschen zu schaffen, als Ayagis mit gerunzelter Stirn einwarf: "Und die Pferde? Wir können sie nicht unbeaufsichtigt hier zurück lassen. Sie werden gerissen werden oder fort laufen. Ich werde Maral nicht hier zurück lassen!"
"Du wirst keine andere Wahl haben, Freund", antwortete Aragorn ihm mit einer gewissen Schärfe in der Stimme. Er drehte sich mit den Taschen über der Schulter um und fixierte Ayagis eindringlich. "Es führt kein Weg über die Emyn Muil, den ein Pferd gehen könnte. Und selbst wenn es so wäre, so könnten uns die Tiere nicht in die Sümpfe hinein folgen. Der Weg, der nur mir bekannt ist, trägt das Gewicht eines Mannes. Aber er trägt nicht das Gewicht eines Pferdes. Wir müssen sie zurück lassen, oder unsere Reise findet hier und jetzt ein Ende!"
Die Augen aller schweiften zwischen einem äußerst entschlossenen König von Gondor und einem nicht minder entschlossenen Inthulavari-Prinzen hin und her. Es war schließlich Gandalf, der die Situation entschärfte.
"Schattenfell wird auf die anderen Tiere Acht geben. Er wird sie zu Gegenden führen, in denen saftiges Gras wächst und kristallklare Bäche fließen. Und er wird sie zu uns zurück bringen, wenn wir ihrer wieder benötigen. Es gibt keinen Grund, sich um die Tiere zu sorgen."
Nun war es Gandalf, den Ayagis mit den seltsamen Augen der Inthulavari durchbohrte. Doch schien die Versicherung des Zauberers ihm zu genügen, denn er nickte endlich, glitt vom Rücken seines Hengstes und war Dalharil, die mit ihm ritt, beim Absteigen behilflich.
Erst jetzt löste sich die Spannung, die sich auch unter den anderen breit gemacht hatte, und auch der Rest der Gruppe stieg ab. Celethil tat es Aragorn gleich und löste ihre Reisetaschen von den Schultern ihrer Stute. Als ihre Hand dabei die Scheide ihres elbischen Schwertes berührte, die ebenfalls am Reisegepäck befestigt war, verharrte die Elbin plötzlich, denn eine Ahnung stieg in ihr auf einmal in ihr auf. Eine dunkle Ahnung drohenden Unheils, das sie in den steinernen Hügeln erwarten würde! Scharf sog sie die Luft ein und drehte sich zu den Felsen um, die sie nun ein weiteres Mal musterte. Diesmal jedoch um einiges genauer.
Was war es, das sie da eben gedacht und gefühlt hatte? Es war mehr als nur ein ungutes Gefühl gewesen. Es war beinahe wie das Wissen um eine Falle, in die sie hinein laufen würden. Doch eine Falle von wem? Von Dûnwethion, ihrem eigenen Bruder etwa?

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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 10:49 
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Irrlicht
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Er konnte nicht sagen, dass er traurig war, Butterblume nun zurück lassen zu müssen. Das dumme, störrische Maultier hatte ihm auf dem Ritt zu den Emyn Muil immer wieder Scherereien bereitet, und auch wenn Gimli es sich nur höchst ungerne eingestand, aber es war wohl nur den Elben und ihrer Zauberkunst zu verdanken, dass sein eigensinniger Vierbeiner schließlich doch mitsamt seinem Reiter am Ziel ankam. Und das nicht einmal mit Verspätung.

Erleichtert rutschte der Zwerg aus dem Sattel und machte sich daran, seine Taschen loszubinden, an denen auch seine Decke und seine Axt und - genauso wichtig - seine Pfeife hingen. Als er damit fertig war und sich sein Gepäck geschultert hatte, bemerkte er, dass er doch wieder einmal drauf und dran war, sich zu verspäten, denn die anderen hatte bereits mit dem Aufstieg in die Hügel begonnen.
Gimli brummte unwillig.
"Da gehen sie hin. Ohne daran zu denken, dass es vielleicht einen unter ihnen gibt, der sich noch ein wenig sammeln muss, ehe er wie eine Bergziege über die Felsgrate hüpft!"
Er brummte noch mehr, als er sich daran machte, seinen Gefährten zu folgen, doch was er brummte, war nicht mehr verständlich, denn es ging in der Wolle seines Bartes unter. Und schließlich hörte man ihn nur noch schnaufen, denn das Klettern auf Berge war nicht der Zwerge Fall, und mit ihren kurzen, stämmigen Beinen und den schweren, ungelenken Körpern waren sie auch nicht dazu geschaffen. Sie bevorzugten die ebenen Strecken. Und hatten sie die Wahl, dann gruben sie sich lieber unter einem Berg hindurch, als über ihn hinweg zu steigen. Leider reichte hier die Zeit nicht dazu aus, so dass Gimli nun doch gezwungen war, den anstrengenderen Weg zu nehmen. Es brachte ihn schnell aus der Puste, und ein Seitenstechen, das die ganze Sache noch unerquicklicher machte, gemahnte ihn, dass er sich in den vergangenen vier Jahren womöglich zu wenig bewegt und stattdessen zu viel gegessen hatte. Verbissen mühte er sich darum, sich nichts anmerken zu lassen, und doch konnte er es nicht verhindern, dass er immer weiter zurück fiel. Was ihn um so mehr ärgerte, als dass er selbst aus der Ferne sehen konnte, wie leichtfüßig und schnell Legolas und Celethil voran schritten.
"Elben ...!"


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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 12:03 
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Irrlicht
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Legolas schritt voran, Celethil folgte ihm im Gleichschritt, und auch der Rest der Gruppe behielt den Anschluss. Nur Gimli fiel mehr und mehr zurück, weshalb Legolas nach einiger Zeit seine Geschwindigkeit verringerte und nun mit weitaus weniger ausholenden Schritten den steilen Felshügel erklomm.
Celethil passte sich ihm an, bemerkte den Tempowechsel aber kaum und war sich auch nicht bewusst, warum sie alle langsamer wurden, denn sie war damit beschäftigt, in sich hineinzuhorchen. Seit dem Moment, in dem diese düstere Vorahnung sie gestreift hatte, befand sich ihr Denken im Aufruhr. Was war es, das sie da vorhin gefühlt hatte? Hatte ihr Unterbewusstsein sie gewarnt? Oder hatte sie jemand anderes Gedanken empfangen?

Der Aufstieg in die Hügel der Emyn Muil war zwar steil, aber nicht schwierig, und zudem führte Legolas sie, so dass Celethil sich nicht sonderlich auf das Klettern konzentrieren musste und es ihrem Geist erlauben konnte abzuschweifen. Als sie jedoch eine Art Plateau erreichten, das von dicken Steinen übersät und von spitzzackigen, hohen Felsen eingeschlossen war, welche an der Rückseite in eine senkrecht in die Höhe ragende Wand übergingen, klärte sich ihr nach innen gerichteter Blick zum ersten Mal, und sie griff nach Legolas' Arm.
"Wartet!"
Aragorn, der direkt hinter ihr ging, wandte sich zu den anderen um und gebot ihnen mit einer warnenden Handbewegung, stehenzubleiben und sich nicht zu rühren. Celethil bekam davon nichts mit, denn ihre Elbenaugen waren unverwandt auf die steile Wand gerichtet, welche nicht glatt war, sondern kantig und zerklüftet. Vorgelagerte, zackige Felsen verdeckten sie zum Teil, so dass man sie nicht ganz einsehen konnte. Das, was ihre Augen erblickten, erschien unauffällig. Und doch war sie wieder da, diese Vorahnung drohenden Unheils, und Celethil wusste plötzlich mit übergroßer Sicherheit, dass dieses Unheil sie genau hier erwartete!
Geräuschlos ließ sie ihre Taschen von den Schultern gleiten und griff nach ihrem Schwert. Legolas, der sie schweigend beobachtet hatte, runzelte bei ihrem Tun die Stirn und entledigte sich ebenfalls seines Gepäcks. Er nahm seinen Bogen von seiner Schulter und legte einen Pfeil ein. Celethil bemerkte es nicht, dass er und die anderen Gefährten sich kampfbereit machte. Sie ging mit lautlosen Schritten auf die Wand zu. Und als sie sich ihr ein gutes Stück genähert hatte, offenbarte sich ihr, hinter einem der vorgelagerten Felsen liegend, der Eingang zu einer großen Höhle. Celethil blieb stehen und betrachtete den Eingang genauer. Rund und abgewetzt sah der Rand der Öffnung aus, so, als bestünde diese Höhle schon seit Tausenden von Jahren und wäre mit der Zeit von etwas abgeschliffen worden. Wasser konnte es nicht gewesen sein, das am Rand entlang gelaufen wäre und mit seinem steten Fluss für glatte Rundungen gesorgt hätte, denn in den Emyn Muil gab es kein Wasser. Und Wasser war auch gerade das letzte, an das Celethil beim Anblick des Höhleneingangs dachte, denn der Fels - sonst überall hellgrau - war hier schwarz. So, als hätte hier ein heftiges Feuer getobt und alles mit seinem Ruß bedeckt. Links und rechts vom Eingang lagen die abgenagten Knochen zahlreicher Unglücklicher, deren Aufstieg in die Hügel hier ein bitteres Ende gefunden hatte.
"Amlug", murmelte die Elbin alarmiert. Und genau das war es, was sie hier zufällig gefunden hatten und wovor ihre Sinne sie bereits vor dem Marsch in die Hügel gewarnt hatten - ein Drache.

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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 12:52 
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Irrlicht
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Ein Drache in den Emyn Muil, das war in der Tat ungewöhnlich. Schon sehr lange hatte es in diesem Teil von Mittelerde keine Drachen mehr gegeben. Der alte Smaug hatte zu Lebzeiten das Graue Gebirge und die Eisenberge unsicher gemacht, welche sich nördlich und östlich des Grünwaldes befanden, bis er eines Tages beschlossen hatte, das unter dem Einsamen Berg liegende Zwergenreich Erebor zu erobern und sich aufgemacht hatte, die dort lebenden Bewohner zu töten und sich auf ihren Schatz zu legen. Ganz so, wie es eben Drachenart war. Smaug war jedoch letztlich vom Bogenschützen Bard ein Ende bereitet worden, und auch die anderen mächtigen Lindwürmer - Ancalagon der Schwarze und Glaurung - lebten längst nicht mehr. Gandalfs Wissens nach gab es nur noch Nauralass, ein Kind Smaugs, dem jedoch die Bösartigkeit der Alten fehlte und welcher, obwohl er ein Geschöpf Melkors war, dem Weißen Rat die Treue geschworen hatte. Was vielleicht daran liegen mochte, dass er der letzte seiner Art war. - So jedenfalls hatte Gandalf bis jetzt geglaubt.
Doch diese Höhle hier, die, wie er deutlich spürte, nicht unbewohnt war, wollte ihn nun eines besseren belehren.
"Kann es Nauralass sein?"
Aragorn war es, der dem alten Zauberer diese Frage ins Ohr wisperte.
Gandalf schüttelte kaum merklich den Kopf - Nauralass war nach dem Kampf gegen die Wolke in Richtung Nordwesten davon geflogen. Sie aber befanden sich in südöstlicher Richtung. Zudem hätten Gandalfs Sinne es ihm gesagt, wenn es sich bei dem Bewohner dieser Höhle um Smaugs Sohn gehandelt hätte. Seit Nauralass sich in den Dienst des Weißen Rates begeben hatte, bestand so etwas wie eine gedankliche Verbundenheit zwischen ihm und Gandalf. Hier jedoch spürte der Zauberer nichts dergleichen. Sollte es in der Tat noch einen Drachen auf Mittelerde geben? Sollte dieser es wirklich verstanden haben, sich so lange vor den Augen der Istari verborgen zu haben? Gandalf wollte es fast nicht glauben. Doch sprachen alle Anzeichen dafür, und der weiße Zauberer war noch nie jemand gewesen, der sich dem Offensichtlichen verschloss.

"Eine Rast! Das wurde auch Zeit! - Ich meine, nicht, dass ich nicht stun-den-lang so hätte weiter marschieren können!!", polterte Gimlis tiefer Bass plötzlich laut hinter ihnen los. Der Zwerg hatte den Aufstieg nun auch endlich geschafft und sich mit gewohnter Zurückhaltung Gehör verschafft. Und das wohl nicht nur bei seinen Reisegefährten, denn kaum hatte Gandalf Gimli mit einer herrischen Geste Schweigen geboten, als ein nervenzerfetzendes Zischen aus der Höhle drang, dem ein ohrenbetäubendes Gebrüll folgte.
"Wenigstens müssen wir nun nicht mehr leise sein", bemerkte Legolas trocken, als er seinen Bogen anhob und gleichzeitig die Sehne spannte.
Nein, leise sein würde ihnen nun nichts mehr nützen, genauso wenig wie davon laufen oder sich verstecken. Wenn der Jagdinstinkt eines Drachen einmal geweckt war, dann gab es nur noch eines - kämpfen oder sterben.

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Irrlicht
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Ein heiliges Tier?
Offenbar hatte die Trennung ihres einst gemeinsamen Volkes für noch mehr Unteschiede zwischen den Inthulavari und den Faneadari gesorgt, als Ayagis angenommen hatte, denn die Männer der Nordmark verehrten die Drachen nicht, sie hatten es sich zur Lebensaufgabe gemacht, sie zu jagen. Heimsuchungen waren sie, Geschöpfe des Bösen, die des Nachts über die Dörfer der Nordmark herfielen und alles niederbrannten und raubten, was ihnen in die Quere kam. So war es seit Anbeginn der Zeit gewesen, und darum ergriff ein jeder Nordmann die Gelegenheit beim Schopf, sobald sie sich bot, einen Drachen töten zu können.
Nicht, dass es noch viele von ihnen gäbe. Vor hunderten von Jahren, ja, da hatte es sie in großer Vielzahl gegeben. Die Legenden berichteten es. Und mit Vorliebe hatten sie sich der Nordmark zugewandt und mit ihrem unseligen Feuer Eis zum Schmelzen und Körper zum Brennen gebracht. Aber die Inthulavari waren ein tapferes Volk. Sie hatten dies als eine Herausforderung angesehen, als eine Möglichkeit, sich an dieser zu messen und daran zu wachsen. Erst, wenn ein Knabe es geschafft hatte, eine der bekannten Drachenhöhlen aufzusuchen und lebend von dort zurückzukehren, mit mindestens einem Beweis dafür, dass er das Ziel seiner Reise erreicht hatte, dann galt er als Mann. Eine Drachenklaue, ein Drachenkopf, niemals mehr heilende Brandwunden, abgebissene Arme ... all das galt als Zeichen dafür, dass der Jüngling es bis in die Höhle hinein geschafft hatte. Ayagis selbst war mit einem Drachenei zurückgekehrt, das so schwer gewogen hatte, dass Maral nicht auch noch ihn hatte tragen können. Dieses Drachenei war mit besonderer Freude begrüßt worden, hatte man einem dieser Biester doch den Nachwuchs stehlen können und so das Unheil, was von einem weiteren Drachen gedroht hätte, abgewandt.
Natürlich hatten die Inthulavari dafür auch ihren Preis zahlen müssen. Chathbualeab, der im Westron Glaurung genannt worden war, hatte auf der Suche nach seinem Kind zahlreiche Ortschaften der Nordmark vernichtet. Doch es war ihm nicht möglich gewesen, das gestohlene Ei zu finden, denn man hatte es in der Eishöhle des Noamuth versteckt, in der sich auch der Spiegel von Norgoth befand, der uralte, niemals gefrierende See, der die Zukunft voraussagte. Kein Drache vermochte es, dort einzudringen, weil die Kälte, die dort herrschte, für diese Tiere unerträglich war. Und so hatten die Inthulavari über Chathtbualeab triumphiert, und als der alte Drache schließlich von Berendar, Ayagis' Vater, zur Strecke gebracht worden war, war er gestorben ohne die Hoffnung, sein Erbe auf dieser Welt hinterlassen zu haben.

Nein, für die Inthulavari war ein Drache kein heiliges Tier. Aber für She'Nala war es das. Und darum schob Ayagis sich jetzt mit seinem gezückten Schwert schützend vor sie. Dem Schwert mit dem Drachenkopf, denn dafür war es geschaffen worden - es war ein Drachentöter. Und Ayagis würde es seiner Bestimmung zuführen, auch wenn es ihn sein Leben kosten sollte. Für sein Volk. Für She'Nala.
Fest entschlossen sah er der Gefahr entgegen.
Und doch geriet er für einen Moment aus dem Tritt, als er des Drachens ansichtig wurde - nicht wie ein gewöhnlicher Drache sah er aus, nicht dunkelschuppig, die Augen rot. Es war ein weißes Tier, dessen Schuppen schimmerten wie aus kostbarstem Perlmutt und dessen Mähne ihm vom Haupt fiel wie Schleier feinster Schneekristalle. Seine Augen glühten violett, wie die Ayagis' und die She'Nalas.
Fassungslos starrte Ayagis das Ungeheuer an und zögerte. Durfte er etwas bekämpfen, das so schön war? Das aussah wie die Verkörperung der Nordmark selbst? Seine Entschlossenheit verließ ihn. Langsam sank sein Schwert zu Boden.
'Es ist ein heiliges Tier!'
She'Nala hatte recht.


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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 15:08 
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Irrlicht
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Wie gebannt sah Celethil auf das schöne, weiße Tier, das sich unter lautem Gebrüll durch den Höhleneingang schob. Es funkelte in den wenigen Sonnenstrahlen, die die Wolkendecke druchdrangen und würde wahrscheinlich eines jeden Augen gleißend blenden, wenn die Sonne es in ihrer ganzen Kraft träfe. Noch nie hatte sie so etwas atemberaubend schönes und Ehrfurcht gebietendes gesehen. Und doch wusste sie, dass es ihnen nicht wohlgesonnen war. Dass es ihren Tod wollte. Sie spürte es einfach. Obwohl sie sich nicht erkären konnte, warum es so war.

Ayagis verließ die Entschlossenheit, und Dalharil ging sogar so weit, auf den Drachen zuzuschreiten und vor ihm auf die Knie zu sinken. Das war der Moment, in dem das Tier zum Angriff überging!
Celethil sah, wie es den Hals bog und den mächtigen Kopf zurück nahm, und in dem Moment, wo dieser wieder vor ruckte und eine lange, sengend heiße Flammenzunge auf Dalharil zuschoss, schnellte die Elbin vor, riss die Kriegerin von den Füßen und aus der Gefahrenzone heraus. Ein paarmal überschlugen sie sich, und ein Schlag traf Celethils Kopf plötzlich schmerzhaft. Sie blieb am Rand des Plateaus atemlos und benommen liegen, und Schwärze wollte sich über ihr Bewusstsein senken. Sie kämpfte dagegen an, wissend, dass Bewusstlosigkeit ihren Tod bedeuten könnte.

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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 15:28 
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Irrlicht
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Registriert: Di 4. Okt 2005, 13:56
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Wie wohl alle seine Gefährten, so war auch Aragorn überrascht über den Anblick, den dieses Tier bot.
Ein weißer Drache mit violett leuchtenden Augen! Wann hätte man das je gesehen?
Doch es blieb ihm keine Zeit für atemlose Bewunderung. Das Tier griff an, und es war wohl nur der sprichwörtlichen Schnellligkeit der Elben zu verdanken, dass Dalharil kein Leid geschah, denn Celethil brachte die Kriegerin mit einem reflexartigen Hechtsprung in Sicherheit, und Legolas stellte sich daraufhin schützend vor die beiden Frauen und deckte den Drachen mit einem Pfeilhagel ein, der diesem erst einmal die Lust an Feuerstößen in diese Richtung nahm.
Leider wandte das Tier sich jedoch jetzt dem Rest der Gruppe zu, und ein neuer Feuerball löste sich aus seinem Maul. Aragorn riss die Augen auf und sprang daraufhin vor Arwen, um sie mit seinem Körper zu schützen, doch der Feuerball kam nicht bei ihnen an, denn Gandalf hatte endlich einen Schutzzauber gewebt, der sie alle einhüllte und vor dem Drachenfeuer schützte. Dementsprechend machtlos stieß der weiße Drache einen wütenden Schrei aus, dann drückte er sich ab und erhob sich unter mächtigen Flügelschlag in den Himmel. Nur wenig später war er außer Sicht und die Gruppe in Sicherheit. Für den Moment.


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