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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 15:44 
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Irrlicht
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Er hatte die Gefahr unterschätzt, und fast hätte er damit She'Nalas Tod besiegelt, denn der Drache gebärdete sich nicht als das heilige Tier, als das sie und er es gerne gesehen hätten, sondern entpuppte sich als die Bestie, die die Drachen in der Nordmark schon immer gewesen waren.
Wie hatte er nur so dumm sein können?

Die Elbin Celethil rettete She'Nala das Leben, und Legolas sorgte dafür, dass ihnen kein weiteres Leid geschehen konnte. Er selbst, Ayagis, war zu nichts weiterem in der Lage als dazu, sich selbst mit einem Sprung aus der Bahn des Feuerstoßes zu begeben und danach tatenlos mit anzusehen, wie der Zauberer den Drachen vertrieb.
Mit kräftigem Flügelschlag entfernte das Tier sich und entspannte so die Lage. Für alle, aber nicht für Ayagis, der immer noch mit sich haderte ob des unglaublichen Leichtsinns, der ihn gerade anheim gesucht hatte.
Mit wenigen, raumgreifenden Schritten war er an She'Nalas Seite und legte ihr seine freie Hand an die Wange.
"She'Nala! Liebste! Bist du wohlauf?"
Es war ihm in seiner Sorge gar nicht bewusst, wie er sie ansprach. Es war sein Herz, das ihm die Worte auf die Zunge legte.


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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 16:05 
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Irrlicht
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"Warum sage ich was zu dir?"
Ayagis wusste zuerst nicht, wovon She'Nala sprach. Er nahm an, sie wäre noch verwirrt vom Angriff des Drachen. Aber dann wurde ihm bewusst, was er gesagt hatte ... und er fühlte, wie sich seine Wangen sehr unmännlich erwärmten.
"Ich ... tja, also ...", ein Räuspern folgte, hinter dem er seine Verlegenheit zu verbergen suchte, "... ich ... weiß es auch nicht. Geht es dir gut?", fragte er noch einmal, in der Hoffnung, vom Thema abzulenken. Ganz sicher war er noch ein Junge gewesen, als er das letzte Mal so peinlich berührt gewesen war.


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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 16:20 
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Irrlicht
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Celethil fühlte sich immer noch benommen im Kopf, wenngleich Legolas' kleiner Gesundungszauber ihr gut getan hatte. Ohne diesen wäre sie zweifellos vollends in die Bewusstlosigkeit abgerutscht, so aber gelang es ihr, wach zu bleiben und dem Rest der Vorgänge weiter zu folgen.

Gandalf war es gelungen, den Drachen zu verscheuchen, und Dalharil war nichts geschehen, Ilúvatar sei Dank! Celethil setzte sich auf einen der auf dem Plateau herumliegenden, dicken Felsklötze und strich sich ihr Haar aus dem Gesicht, das ihr bei ihrer Rettungsaktion wirr hineingefallen war. Dabei atmete sie tief durch und versuchte, die drängenden Fragen nach dem Warum aus ihrem Kopf zu verbannen. Warum sie gewusst hatte, dass ihnen hier oben Gefahr drohen würde und warum sie ebenfalls gewusst hatte, warum der Drache Dalharil angreifen würde.

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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 16:26 
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Irrlicht
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Er zweifelte nach wie vor an der Richtigkeit ihrer Worte. Obwohl er gesehen hatte, dass dieser Drache kein normaler Drache gewesen war.
Jahre des Lernens und der Beeinflussung ließen sich eben nicht mit ein paar Sätzen beiseite wischen.
Aber dennoch wählte Ayagis seine Worte jetzt mit Bedacht.
"Du hast ihn ganz sicher nicht beleidigt, She'Nala. Er fühlte sich bedroht, das war alles. Es gab zu viele Gefahrenquellen für ihn, als dass er sich auf dich hätte konzentrieren können. Möglicherweise tragen wir alle Schuld daran, dass er so reagiert hat. Wenn wir ihm nur ebenso demütig begegnet wären wie du ..."
Ayagis' Blick schweifte zu den Elben und danach zu dem Zauberer, der den Drachen zwar verjagt hatte, der aber vielleicht eine völlig andere Reaktion bei dem Drachen hervorgerufen hätte, wenn er nur ebenso auf die Knie gesunken wäre.
"Es lag an uns, nicht an dir, She'Nala ..."


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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 17:00 
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Irrlicht
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Die Situation war für den Moment gerettet, doch Gandalf wusste, dass dieser Umstand nicht lange anhalten würde.
"Wir müssen aufbrechen. Sofort!!", gab er scharf Anweisung und durchbohrte Aragorn und Legolas dabei mit seinem Blick. Beide verstanden auf der Stelle und spornten die anderen zum Aufbruch an. Doch als Legolas sich anschickte, die Felsen weiter erklimmen zu wollen, rief Gandalf ihn zurück.
"Nicht dort weiter! - Hier entlang!"
Mit diesen Worten ging er auf die Drachenhöhle zu und verschwand wenig später vor den überraschten Augen der anderen darin. Natürlich hatten sie nicht damit gerechnet, dass er diesen Weg wählen würde. Doch wenn die Legende von den Hallen der Trollkönige stimmen solllte und dies vielleicht der längst vergessene Weg zum Grab des Olog-hai-Königs Xermutl war, dann tat sich ihnen hiermit vielleicht die Gelegenheit auf, die Totensümpfe zu umgehen. Denn es wurde gesagt, dass von der Grabkammer dieses Trolls aus ein unterirdischer Gang zum Ephel Quath führte und in der Nähe des Morannon-Tores seinen Ausgang hatte. Falls es sich also wirklich um die Hallen des Olog-hai-Königs handelte, würden sie so zwar nicht auf unterirdische Weise nach Mordor gelangen, aber zumindest zu dem Gebirge, das Mordor umgab. Und das wäre schon mal einiges wert.
Gandalf hoffte auf sein Glück, als er die dunkle, stinkende Höhle des weißen Drachen betrat und seinem Zauberstab mit einem kleinen, gemurmelten Spruch und einer Handbewegung Leben einhauchte. Das kalte Licht, das der in die Spitze eingelassene Kristall daraufhin nach allen Seiten ausstrahlte, erhellte karge Felswände, einen steinübersätzen Boden und bleiche, abgenagte Knochen. Keine besonders einladende Umgebung, aber daran konnte der Weiße Zauberer sich jetzt nicht stören. Zu lange schon hatte er in den Aufzeichnungen des Weißen Rates nach den Hallen dieses Trollkönigs gesucht. Es wäre von unschätzbarem Wert, sie und den geheimen Gang nach Mordor nun wirklich zu finden.

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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 17:16 
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Irrlicht
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Celethil hatte sich so weit wieder gefasst, dass sie aufstehen konnte, als Gandalf zum Aufbruch rief. Sie wollte sich bei Legolas für seine Hilfe bedanken, doch sie kam nicht dazu, denn dieser hatte sich bereits auf Gandalfs Anordnung hin zum Gehen gewandt, wurde vom Zauberer aber schnell wieder zurück gerufen, denn offenbar hatte Gandalf andere Pläne, als weiter über die Felsgrate zu klettern.
Zum Erstaunen aller rief er dazu auf, die Höhle zu betreten.
Überrascht sahen sich alle an, dann aber schickten Aragorn und Arwen sich als erster an, dem Weißen Zauberer zu folgen, Dalharil und Ayagis waren die nächsten, daraufhin kam auch Bewegung in Celethil, die sich mit einem überaus besorgten F'ryan anschloss. Legolas und Gimli bildeten die Nachhut.
"Geht es Euch gut?", wollte der junge Rohirrim eifrig wissen, während er sich mit den Taschen der Elbin abschleppte, die er zusätzlich zu seinen geschultert hatte.
"Das tut es. Sorg dich nicht, F'ryan", versuchte Celethil ihren Begleiter zu beschwichtigen und machte, nachdem sie ihr Schwert weggesteckt hatte, Anstalten, F'ryan ihr Gepäck wieder abzunehmen. Doch F'ryan entzog sich ihr.
"Oh nein, das trag ich! Es geht Euch nämlich überhaupt nicht gut, Celethil. Ihr habt eine Wunde an der Schläfe, und auch wenn sie nicht blutet ...", er warf bei diesen Worten einen misstrauischen Blick über seine Schulter und musterte Legolas mit gerunzelter Stirn, "... so heißt das nicht, dass Ihr wohlauf seid. Ihr bedürft der Ruhe. Da wir hier jetzt aber wohl nicht rasten können, werde ich Euch Euren Weg so leicht wie möglich machen."
Celethil wollte widersprechen, doch F'ryan sah sie überhaupt nicht mehr an, sondern schritt wacker hinter Aragorn und Arwen aus. Die Elbin seufzte leise auf und ergab sich in ihr Schicksal. Vielleicht war es auch ganz gut so, denn ihr Kopf hämmerte noch immer vom ungeplanten Zusammenstoß mit dem Felsen. Und wer wusste schon, mit was sie in der nächsten Stunde noch alles konfrontiert würde. Der Drache hatte sie ja bereits auf einiges vorbereitet. Und sie war sich sicher, dass Gandalf diesem in punkto Überraschungen auch nicht unbedingt nachstand.

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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 17:25 
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Irrlicht
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Es hatte Aragorn im ersten Moment überrascht, dass Gandalf seinen Schritt in die Höhle lenkte, anstatt mit dem Klettern über die Felsgrate fortzufahren. Im zweiten jedoch fand er das höchst typisch für den unberechenbaren Zauberer und folgte ihm ohne Bedenken. Wenn Gandalf sich für einen Weg entschieden hatte, dann war es für Aragorn selbstverständlich, diesem zu folgen. Es gab einfach keinen besseren Führer.

Auch in diesem Fall schien Gandalfs Entschluss zu einem Ergebnis zu führen und nicht im Nichts zu enden, denn im hintersten Winkel, dem dunkelsten, stinkendsten Winkel - hier lagerten bei weitem die meisten Überreste der Unglücklichen, die der Drache zu seinem Opfer erkoren hatte - gab es einen Durchbruch in der Felswand, der gerade hoch genug war für einen Menschen. Ein gewaltiger Drachenleib hingegen passte unmöglich hindurch.
"Was ist das?", fragte Aragorn stirnrunzelnd, als Gandalf mit seinem Zauberstab diesen Durchbruch ausleuchtete. "Wohin führt dieser Weg."
Gandalf löste seinen Blick von dem dunklen Loch in der Wand und erwiderte in seiner gewohnt vieldeutigen Art: "Das, mein Freund, gilt es herauszufinden."
Und dann verschwand er in dem Loch und ließ den anderen keine Wahl, als ihm zu folgen.


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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 21:05 
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Irrlicht
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Es war unübersehbar, wie sehr She'Nala fror. Ayagis, der immer noch seinen leichten, dunkelblauen Reiseumhang trug, weil es ihm für seinen warmen Fellumhang noch nicht kalt genug war, hielt inne, stellte seine Taschen auf dem Boden ab und band den zusammengerollten Winterumhang los.
"Das ist ein ziemlich gebräuchlicher Name in meinem Land."
Er erhob sich wieder, schlug den Fellumhang auseinander und legte ihn She'Nala fürsorglich um die Schultern. Unter ihrem Kinn verschloss er ihn mit der wertvollen Silberbrosche, die er, seit er sie nach seinem Aufbruch aus Undraeth gegen die einfache Eisenbrosche getauscht hatte, in einem Beutel an seinem Gürtel mit sich geführt hatte.
"Warum fragst du?"


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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 21:43 
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Irrlicht
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Aus irgendeinem Grund hatte Gandalf in die Drachenhöhle gewollt, was Celethil überhaupt nicht behagt hatte. Wie alle Elben hielt sie sich lieber unter freiem Himmel auf. Höhlen waren etwas für Zwerge. Oder - im schlimmeren Fall - für Trolle oder Orks. Diese Wesen fühlten sich dort wohl. Ein Elb jedoch fühlte sich durch die Enge des Gesteins bedrückt.
'Sicher will er sich dort nur umsehen', hatte sie sich gesagt und war dem Zauberer trotz ihres Widerwillens gefolgt. Einen Moment später hatte sie es bereut, denn als sie tiefer in die Höhle eingedrungen waren, hatte sie erkannt, dass der Boden bedeckt gewesen war mit Überresten zahlloser 'Mahlzeiten'. Und nicht wenige davon hatten elbische Statur gehabt.
Celethil hatte versucht, die Leichen der Brüder und Schwestern nicht anzusehen und sich nur auf das Licht zu konzentrieren, das Gandalf mit seinem Zauberstab hervor rief. Es ging einigermaßen. Sie konnte ihre Fassungslosigkeit über die zahlreichen Toten zurück drängen - nicht zuletzt, indem sie sich sagte, dass sie diese Höhle ja bald wieder verlassen würden. Sicherlich, sobald Gandalf gefunden hatte, was er hier suchte.
Aber weit gefehlt!
Das, was der Zauberer hatte entdecken sollen, war ein Durchbruch in der Wand gewesen, der offenbar in eine andere Höhle führte. Und durch den er dann auch verschwand, ohne sich großartig zu erklären.
Celethil unterdrückte ein Schaudern, als der Gedanke in ihr aufkeimte, dass Gandalf ihre Reise womöglich unterirdisch fortsetzen wollte, so wie er es einst auf der Suche nach dem Einen Ring in Moria getan hatte.
Das konnte doch wohl nicht sein Ernst sein! Seinen Worten nach kannte er sich hier überhaupt nicht aus! Wusste er nicht, wie gefährlich es war, Höhlen zu betreten, die unerkundet waren?

Es blieb der Elbin nichts übrig, als ihm und Aragorn und allen anderen zu folgen. Doch konnte sie sich der Frage nicht erwehren, ob es die richtige Entscheidung gewesen war, sich ihnen anzuschließen. Sie hatte doch gewusst, wohin sie musste. Ihr Bruder war in Mordor, und es wäre das einfachste gewesen, die Totensümpfe zu durchqueren und dann an irgendeiner Stelle das Aschengebirge zu überqueren, welches zwar als schwierig zu erklimmen, aber nicht als unüberwindbar galt.
Was aber tat sie jetzt? Sie folgte einem alten Zauberer in einen Berg hinein, weil diesen der Forscherdrang überkam. Der sich hier seinen eigenen Worten gemäß überhaupt nicht auskannte! Und selbst wenn er es doch täte, aber es konnte ja wohl nicht sein ernsthafter Wille sein, von hier aus bis Mordor unter der Erde hindurch zu spazieren! Falls das überhaupt möglich war.

Celethil war es, als Legolas sich schließlich zurückfallen ließ, um mit ihr gemeinsam weiterzugehen, ziemlich unbehaglich zumute, doch sie bemühte sich, es sich nicht anmerken zu lassen. Womöglich würde er noch denken, sie wäre feige.
"Ich brauche weder Rast noch Befehle von Euch", antwortete sie dem Prinzen spitz, aber mit einem Lächeln in ihren Mundwinkeln, die ihren Worten die Schärfe nahm. Daraufhin nahm sie ihm den Wasserschlauch aus der Hand und nahm einen tiefen Schluck. Dabei bemerkte sie, dass die Gruppe zum Stillstand gekommen war.
Hatte Gandalf es sich vielleicht doch wieder anders überlegt?
Celethil wollte schon Hoffnung hegen, doch es waren nur Ayagis und Dalharil, die stehen geblieben waren, weil der Inthulavari die Kriegerin in einen Mantel packte. Celethil machte das bewusst, dass sie es ja eigentlich noch gut hatte im Vergleich zu Dalharil. Als Elbin machte ihr die Kälte nicht viel aus, und es war eigentlich nur das bedrückende Gestein um sie herum, dass sie sich unwohl fühlen ließ. Sie schimpfte sich im Stillen zu weich und wenig belastbar und straffte bei diesen Gedanken entschlossen ihre Schultern.
"Ob er weiß, was er tut?"
Mit dieser Frage reichte sie Legolas den Wasserschlauch zurück, sah ihn aber nicht an, sondern hielt ihren Blick auf den wartenden Zauberer an der Spitze ihrer Gruppe gerichtet. Bewusst hatte sie keine ihrer Bedenken ausgesprochen. Es reichte schon, wenn sie selbst an sich zweifelte. Das musste nicht auch noch Legolas tun.

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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 21:56 
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Irrlicht
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Ayagis lächelte, als sie über das weiche Fell des Mantels strich und die Brosche fast schon ehrfürchtig berührte.
Wie schön sie doch war!
Wie gut er sie sich in einer Vollmondnacht in Undraeth vorstellen konnte, im bläulich-hellen Schnee stehend, mit vielen, kleinen, glitzernden Schneekristallen auf ihrem glänzenden, braunen Haar, ihren langen Wimpern, ihren vollen Lippen ... eine Königin, fürwahr.

Über seine versonnene Betrachtung hätte Ayagis beinahe She'Nalas Antwort versäumt.
"Deine Mutter trug diesen Namen?"
Wieder einmal hatte sie sein Interesse geweckt. Forschend sah er sie an, während er seine Taschen wieder schulterte. Dabei setzte er sich wieder in Bewegung, und mit ihm die ganze Gruppe.
"Weißt du, wie der Familienname deiner Mutter lautete? Bei den Inthulavari ist es Sitte, dass die Töchter den Namen ihrer Mutter als Familiennamen tragen und die Söhne die Namen der Väter. Mein Vater heißt Berendar. Und offiziell lautet mein Name Ayagis Berendarsson. Wäre ich jedoch eine Frau, hieße ich mit Familiennamen Solvigsdottir. Da meine Mutter Solvig hieß."
Ayagis erwärmte sich sichtlich für dieses Thema. Wie immer, wenn die Sprache auf seine Heimat zu sprechen kam.


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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 22:13 
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Die Gruppe setzte sich wieder in Bewegung, so auch Celethil.
"Eine höhere Macht ist für all die Zwischenfälle verantwortlich? Dann weiß ich wenigstens, wem ich die Schuld dafür geben kann."
Sie schenkte Legolas ein kleines, schiefes Lächeln, das aber zu einem amüsierten wurde, als F'ryan auf einmal zwischen ihnen beiden wie ein Pilz aus dem Boden schoss.
"Aber Ihr solltet wirklich ein wenig rasten, Celethil! Ich kann Gandalf bitten, dass wir einen Moment halten."
Celethil machte F'ryan etwas mehr Platz - sie mochte ihn zwar, aber es war ihr nicht angenehm, mit ihm auf Tuchfühlung durch den Berg zu gehen - und fragte sich, ob F'ryan nun wirklich so sehr um ihr Wohlergehen besorgt war oder ob es die Eifersucht war, die ihn wie einen Keil hatte zwischen Legolas und sie fahren lassen. Ihr waren die missmutigen Blicke nicht entgangen, die der junge Rohirrim dem Prinzen hin und wieder zuwarf.
"Nein, ich sagte doch schon, dass es mir gut geht. Eine Rast würde uns nur unnötig aufhalten. Es ist besser, wenn wir das hier schnell hinter uns bringen."
Wie um ihre Worte zu unterstreichen, schritt sie schneller aus und ließ die beiden Männer hinter sich. Aber sie ärgerte sich auch über sich selbst, denn mit ihren letzten Worten hatte sie indirekt eingestanden, wie unwohl sie sich gerade fühlte.

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Verfasst: Di 20. Nov 2007, 22:27 
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Er musste sich zwingen, nicht stehen zu bleiben und She'Nala anzustarren, sondern weiter zu gehen und so zu tun, als ob nichts besonderes hinter ihren Worten steckte.
Aber es steckte etwas besonderes dahinter ... sie war diejenige, die zu finden er aufgebrochen war! Er hatte es geahnt, in seinem Herzen sogar gewusst, aber er hatte bis heute keine Bestätigung erhalten. Nicht bis jetzt.

Nun aber war es sicher. Dies hier war die richtige Frau, die yathallar. Und diese würde er heimführen, sobald sie wieder im Besitz des eouls wäre!
Er nickte und erwiderte: "Und weil du im Feuer geboren bist, ist ein Drache heilig für dich, richtig? Weil diese das Feuer in sich tragen."
Sie war es. Sie war es!


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