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 Betreff des Beitrags: Eine neue Ära
Verfasst: Mi 25. Mär 2009, 22:36 
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Irrlicht
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Ein halbes Jahr später …

Wir waren wieder zurück. In der Pegasus-Galaxie, um genau zu sein … fast hätte ich geschrieben, wir waren wieder zu Hause.
Aber so war es ja auch irgendwo. Es verband mich nicht mehr viel mit der Erde. Das tat es schon lange nicht mehr. Nach der ganzen Zeit, die ich fern von ihr gelebt hatte, mit einer überschaubaren Anzahl von Gleichgesinnten in einer riesigen, leeren Stadt, war sie mir erschreckend überfüllt und oberflächlich erschienen. Was taten die Menschen dort? Sie lebten sorglos in den Tag hinein, nur im Streben danach, ihre Bedürfnisse zu befriedigen, während wir hier jahrelang um unser Leben gekämpft hatten. Diese sorglosen Menschen vor einer schrecklichen Bedrohung beschützt hatten. Aus diesem Grund Freunde verloren hatten … den Preis dafür gezahlt hatten, dass wir uns über unseren eigenen Horizont hinaus gewagt und uns in die Existenz anderer eingemischt hatten.
Ich hatte es dennoch nie bereut, mich für Atlantis entschieden zu haben. Irgendwie war es, als ob ich erst seit dem Moment, wo ich zum ersten Mal meinen Fuß durch das Stargate in Norad gesetzt hatte, wirklich lebte. Mein Dasein hatte einen Sinn bekommen. Und ich hatte Freunde fürs Leben gefunden – Teyla, Ronon, Beckett … sogar die Nervensäge Rodney McKay zählte ich dazu, auch wenn ich zugegebenermaßen lange gebraucht hatte, um für ihn so etwas wie freundschaftliche Gefühle zu entwickeln. Doch auch Elizabeth Weir darf in meiner Aufzählung nicht fehlen … sie ganz besonders nicht, auch wenn sie schon länger nicht mehr unter uns weilt.
Sie hatte ihr Leben dafür gegeben, um Atlantis zu schützen. Um uns zu schützen. Und das gleich zweimal! Konnte man mehr von einem Menschen verlangen? Carter, Woolsey … alle, die nach ihr kamen, hatten ihre Arbeit gut gemacht. Aber sie hatten Elizabeth nicht ersetzen können. Es war einfach nicht mehr dasselbe gewesen ohne sie. Und das würde es auch unter der neuen Leiterin nicht werden, so viel war sicher.

Mit gemischten Gefühlen hielt ich meinen Blick auf das noch nicht aktivierte Stargate gerichtet. An meiner Seite Teyla, McKay und Beckett, Ronon weiter hinten im Bereich der Steuerkontrollen, die von Andrews und Graham bedient wurden, zwei neuen Mitarbeitern, die erst seit knappen drei Wochen ihren Dienst auf Atlantis verrichteten.
„Sir, ich verzeichne Aktivität am …“
Weiter kam Andrews nicht, denn in diesem Moment wurde das Gate initiiert.
„Sie sind es! Das Gate wurde von Norad aus aktiviert.“
Ich faltete meine Hände auf dem Rücken und straffte meine Schultern. Mein Blick ruhte dabei weiter auf dem Ort, der für uns die Verbindung zu vielen Welten war, gerade jetzt aber zum Tor zu unserer alten Heimatwelt wurde. Das typische Ende des Wurmlochs, das stets an eine sich uns entgegen bauschende, dann flach werdende, sich leicht kräuselnde Wasserwand erinnerte, wurde sichtbar. Diese Wasserwand wurde durchschnitten, als mehrere Personen hindurch traten, wie man durch eine Tür tritt … in Wahrheit jedoch hatten sie nicht nur einen Schritt getan, sondern waren über dreihundert Lichtjahre weit gereist. In einer Zeit, die nicht viel länger gedauert hatte, als man brauchte, um einmal tief Luft zu holen.
„Willkommen in Atlantis!“, begrüßte ich meine neue Vorgesetzte. Dabei trat ich ihr entgegen und streckte ihr, da sie Zivilistin war und kein höher rangiger Offizier, formlos meine Hand entgegen. „Ich verkneif mir jetzt die Frage, ob Sie eine angenehme Reise gehabt haben.“
Wie gesagt, eben noch hatte sie Erdenluft geatmet, und unangenehme Begleiterscheinungen wie Flugangst, Übelkeit oder Jetlag gab es bei den Stargates nun mal nicht. Ich war guter Dinge, dass unser First Contact positiv verlaufen würde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Fr 27. Mär 2009, 23:35 
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Irrlicht
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Tja, dann wollten wir mal? Ich wollte auch mal ... nämlich schnurstracks durch das Stargate nach Norad marschieren, um drüben nachzufragen, was um alles in der Welt sie sich dabei gedacht hatten, mir meinen Major zu nehmen und ihn durch einen neuen zu ersetzen. Einen, den ich weder kannte noch einschätzen konnte. Der zudem völlig überflüssig war, denn Norrington machte seinen Job sehr gut. Den ich darum auch nicht wollte. Aber war ich gefragt worden? Natürlich nicht. Wen interessierte denn auch schon die Meinung des militärischen Leiters des Projekts Atlantis? Die war doch unmaßgeblich! Der musste ja nur mit dem Neuen aufs Engste zusammen arbeiten. Oder mit der Neuen in diesem Fall. Dass es eine hübsche Neue war, machte die Sache nicht besser. Zumal die Angehörigen meines Teams für mich grundsätzlich geschlechtslos waren.
'O'Neills Handschrift', fuhr es mir sauer durch den Kopf. Dabei musterte ich Gibbs stirnrunzelnd. Ob Norrington überhaupt schon wusste, dass man ihm einen Rückflug in die Heimat gebucht hatte?
"Also mit Ihnen werde ich ab jetzt das Vergnügen haben. - Wie ist denn Ihr Wissensstand über Atlantis, Major?"
Die war doch nicht älter als Mitte Zwanzig. Höchstens Ende. Und schon Major? Wohl eine Menge Vitamin B in der Tasche gehabt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Sa 28. Mär 2009, 00:14 
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Irrlicht
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Ich schürzte die Lippen und nickte scheinbar verständnisvoll. Eine Woche? Das wurde ja immer besser hier!
"Wenn Sie das nicht prädestiniert für diesen Posten, dann weiß ich nicht, was es sonst könnte", erwiderte ich sarkastisch. "Entschuldigen Sie mich jetzt, Major ... ich muss Major Norrington von der neuen Situation in Kenntnis setzen und ihm beim Packen helfen." Ich wandte mich ab, ging zwei Schritte auf die Treppe zu, die zu den Kontrollen führte, drehte mich dann aber noch einmal um und fügte mit Verspätung hinzu: "Ach ja ... willkommen auf Atlantis." Daraufhin machte ich mich auf den Weg zu Norrington. Das war definitiv kein guter Start in die neue Arbeitswoche.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Sa 28. Mär 2009, 01:08 
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Irrlicht
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Das war also Atlantis ...! Als eine der letzten betrat ich die Stadt und sah mich mit fasziniert um.

Die große Halle, in der ich nun stand, der blanke Boden, die große Treppe, die zum Kontrollzentrum hinauf führte, die sonnenlichtgefluteten Fenster, hinter denen das Meer blau glitzerte ... das alles beeindruckte mich schwer. Umso mehr, als dass ich mich eben noch tief unter Tonnen von Stein befunden hatte. Mit hektischen Menschen um mich herum, die wie Ameisen kreuz und quer umher gelaufen waren in Vorbereitung auf den großen Moment, wo das Sternentor wieder einmal passiert werden sollte. Wie gelassen die Leute hier dagegen wirkten! Aber das war wohl kein Wunder. Die hier kannten das alles, die waren es gewohnt. Darum blieb der Hype hier aus, der auf der anderen Seite geherrscht hatte.
'Auf der anderen Seite ist gut! Dreihundertfünfundsechzig Lichtjahre entfernt - für jeden Tag im Jahr eines.'
War schon irre, welche Entfernung ich mit nur einem Schritt gerade hinter mich gebracht hatte. Und dabei nichts gemerkt hatte, absolut gar nichts! Nicht mal ein Kribbeln, das meinem Körper angezeigt hätte, was mit ihm geschah.

Ich ließ meinen Rucksack von meiner Schulter gleiten und ging auf eines der hohen, schmalen Fenster zu, durch das eine fremde Sonne ihre Strahlen sandte. Das Willkommen des hiesigen Militärkommandanten nahm ich dabei nur am Rande wahr, Doktor Salts Antwort hörte ich schon gar nicht mehr. Ich blickte hinaus auf das weite Meer, das denen auf der Erde unglaublich ähnelte. Die selbe tiefblaue Farbe, das selbe Wogen ... mein Blick schweifte nach links, zu den imposanten Türmen von Atlantis, die wie Säulen aus dem Wasser ragten. So vertraut der Ozean mir auch vorkam, die Architektur dieser Stadt hingegen war absolut fremdartig - und das beruhigte mich ungemein. Schließlich war ich nicht hierher gekommen, um eine zweite Erde vorzufinden. Das Andersartige war es, was mich gelockt hatte ... die Aussicht auf Abenteuer, fremde Welten, andere Zivilisationen. Das war es gewesen, was mich dazu bewogen hatte, mich zu dieser Mission zu melden. Und mich in den letzten beiden Jahren meines Technikstudiums zu Höchstleistungen angetrieben hatte. Ich hatte es mit Auszeichnung abgeschlossen, als beste der letzten fünf Jahrgänge der Eliteuniversität von Yale, an der ich drei Jahre zuvor Dank eines Stipendiums aufgenommen worden war. Und das hatte meiner Bewerbung den nötigen Schub gegeben, den sie gebraucht hatte, um bis in die Endrunde zu kommen.
Ich hatte es geschafft! Hier war ich nun, Doktor Rodney McKays neue Mitarbeiterin, die sich auf die Fahne geschrieben hatte, in dieser Galaxie das Rad neu zu erfinden. Das war es, was ich gewollt hatte, seit ich als Kind zum ersten Mal die Abenteuer des Raumschiffs Enterprise im Fernsehen verfolgt hatte. Sicher, McKay war kein Chief O'Brien. Er war weitaus nerviger. Aber auch genialer, wie ich aus den zahlreichen Berichten wusste, die ich in der Vergangenheit über Atlantis gelesen hatte. Und das zählte für mich. Dass er voller Fachwissen steckte und ich von ihm lernen konnte. Darum war ich schließlich hier. Und nicht, um Freundschaften fürs Leben zu schließen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Sa 28. Mär 2009, 02:24 
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Irrlicht
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Das neue Personal war eingetroffen. Ich muss sagen, ich hatte diesem Augenblick mit gemischten Gefühlen entgegen geblickt, und der Grund dafür war meine neue Mitarbeiterin Nicole Serrano. Das mag nun merkwürdig klingen, denn immerhin hatte ich sie selbst ausgesucht. Aber ich hatte es mir damit nicht leicht gemacht.
Miss Serrano war mit ihren einundzwanzig Jahren noch sehr jung und verfügte über keinerlei praktische Erfahrung. Außerdem wurde ihre soziale Kompetenz durch das ihrer Akte beigefügte psychologische Gutachten in Frage gestellt - mit anderen Worten, sie tat sich offenbar schwer mit ihren Mitmenschen, was natürlich an einem Ort wie diesem, wo man eng mit anderen Menschen umgehen musste, Probleme mit sich bringen konnte. Da traf es sich wirklich gut, dass ich ausgesprochen sozial war. Ich würde ihr schon helfen, sich zu integrieren.
Was sowieso viel wichtiger war, war ihr technisches Verständnis, von dem ihr herausragender Universitätsabschluss zeugte. Und dieses bezog sich nicht nur auf die herkömmliche Technik, sie schloss das Wissen über die Technologie der Antiker mit ein, die in Yale seit drei Jahre gelehrt wurde ... an dessen Fundament ich im Übrigen zu einem nicht unwesentlichen Teil mitgearbeitet hatte, wenn ich das an dieser Stelle so unbescheiden erwähnen darf. Miss Serrano erfüllte damit alle meine Erwartungen an eine kompetente Mitarbeiterin mehr als zur Genüge, und darum war sie nun hier.

Nein, sie war es nicht ganz. Sie hatte sich von der Gruppe gelöst, um das Meer zu betrachten. Bedauerte sie ihren Entschluss bereits? Sehnte sie sich nach der Erde zurück? Aber in diesem Fall hätte sie doch gewiss sehnsüchtig zum Stargate zurückgeblickt.
Ich beschloss herauszufinden, was in ihr vorging. Das konnte ich gut mit der Begrüßung verbinden, die ich ihr sowieso schuldete. Während die übrigen neuen Team-Mitglieder - zwölf an der Zahl - sich verstreuten, trat ich zu Miss Serrano, räusperte mich und sprach sie höflich an.
"Miss Serrano? Willkommen in Atlantis. Ich bin Doktor Rodney McKay, Ihr neuer Vorgesetzter. Wie Sie sicher bereits wissen, da ich annehme, dass Sie sich vor Reiseantritt genauso gut über mich informiert haben, wie ich mich über Sie. Was auch nur verständlich ist, denn immerhin möchte man ja wissen, mit wem man es künftig zu tun haben wird. Schließlich verbringt man einen Großteil seiner Zeit mit seinen Arbeitskollegen. Und hier in Atlantis trifft das doppelt zu, da die Anzahl der Bewohner überschaubar ist und man somit seine Freizeit zwangsläufig mit den gleichen Menschen verbringt, mit denen man arbeitet. Sofern man denn ein Interesse daran hegt, seine Freizeit mit anderen zu verbringen. Was jedoch auf Sie nicht zutrifft, wie ich Ihrer Akte entnommen habe. Nun ja, vielleicht ändert sich das noch, wenn Sie erst einmal eine Weile hier sind. Sie sollten sich nicht allem und jedem verschließen. Wir sind sehr, sehr weit von der Erde entfernt, was zwangsläufig zusammenschweißt. Wir betrachten uns darum als eine große Familie."
Mit einem Lächeln, von dem ich sicher war, dass es freundlich war, schloss ich meine kleine Ansprache. Die hoffentlich nicht zu lang ausgefallen war - ab und zu neige ich dazu, verbal etwas auszuschweifen. Aber nein, in diesem Fall denke ich, dass ich einen angemessenen Rahmen für meinen Willkommensgruß gefunden hatte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Sa 28. Mär 2009, 02:41 
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Irrlicht
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Zu lesen, dass jemand nervig ist und es am eigenen Leig zu erleben sind zwei verschiedene Paar Schuh. Das wurde mir in diesem Moment klar.

Sprachlos starrte ich Doktor McKay an. Hatte ich einen Mann je so viel reden hören? Er hatte mich begrüßt, sich vorgestellt, mich psychologisch seziert und dabei noch einen kleinen philosophischen Vortrag über das Miteinander von Menschen im Allgemeinen und Mitarbeitern im Speziellen gehalten. Mich dabei auch noch belehrt. Und das alles, ohne einmal Luft zu holen!
'Und das ein ganzes Jahr lang?'
Bei diesem Gedanken war ich drauf und dran, mich an meinem neuen Vorgesetzten vorbei zu schieben und wieder zurückzugehen zur guten, alten Erde. Einzig die Aussicht auf neue Horizonte hielt mich davon ab.
"Wie schön", entgegnete ich knapp - ich war kein Freund von großen Worten und in dieser Hinsicht das genaue Gegenteil zu Doktor McKay. "Wo ist mein Quartier?"
McKay blinzelte mich irritiert an. Was hatte er erwartet? Etwa, dass ich ihm ebenso langatmig und blumig für seine Litanei danken würde?
"Äh ja ...", er räusperte sich und faltete die Hände hinter seinem Rücken, "... wenn Sie mir bitte folgen wollen?"
Ich nickte, McKay wandte sich daraufhin von mir ab und ging auf die große Treppe zu, die, wie ich vom Stadtplan wusste, den ich im Vorfeld sorgfältig studiert hatte, nicht nur zum Kontrollzentrum führte. Ich folgte meinem mitteilsamen neuen Vorgesetzten und sammelte dabei meinen schweren Rucksack wieder ein. Dabei stellte ich fest, dass die Halle sich inzwischen geleert hatte und wir außer dem Personal an den Kontrollen die einzigen Anwesenden waren. Das war mir nur recht. Ich war auch kein Fan von großen Menschenansammlungen. Schweigend ließ ich mich von McKay zu meinem neuen Zuhause führen. Mit meinen Gedanken war ich dabei schon beim nächsten Tag - meinem ersten Arbeitstag auf der sagenumwobenen Stadt Atlantis.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Sa 28. Mär 2009, 03:52 
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Irrlicht
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Einige Tage später ...

Das Leben in Atlantis hatte sich wieder sortiert. Ich mich damit abgefunden, ungefragt einen neuen Major an meine Seite gestellt bekommen zu haben, Norrington sich an den Gedanken gewöhnt, von nun an Dienst in Afghanistan zu schieben - zumindest hoffte ich für ihn, dass dem so war. Wenn nicht, hätte er ein Problem.
Darüber hinaus hatte die neue Leiterin Doktor Valerie Salt sich den Bewohnern von Atlantis in einer netten Ansprache vorgestellt und versichert, dass es ihr Bestreben wäre, den Alltag der hier lebenden Menschen so wenig wie möglich zu verändern. Das war sicher erfreulich, sorgten ja schon genügend andere Stressfaktoren dafür, dass es hier nie langweilig wurde. Jedoch glaubte ich ihr nicht so recht. Was jetzt nicht heißen soll, dass ich sie insgesamt für unglaubwürdig hielt. Eher für etwas blauäugig. Bisher hatte jeder neue zivile Leiter das Leben in Atlantis verändert, so wenig beabsichtigt das auch gewesen sein mag. Ich hatte Salts Aussage darum mit Skepsis zur Kenntnis genommen und mir meinen Teil gedacht. Und mich daraufhin erst einmal mit der Akte meines neuen Major auseinander gesetzt, die sich als so ungewöhnlich herausgestellt hatte, dass ich Salt und ihre Absichten übers Lesen schnell vergaß.

General Hammonds Tochter also ... na, da hatte ich mit meinem Vitamin-B-Verdacht ja gar nicht so falsch gelegen. Scheidungskind, das den Namen der Mutter führte, weshalb ich erst beim Lesen ihrer Akte die ganze Wahrheit erfuhr. Außerdem mit ihren dreiunddreißig Jahren doch älter, als ich gedacht hatte. Und ein Raufbold dazu, der seinem vorgesetzten Offizier die Faust zu schmecken gegeben hatte. Also wenn das unsere Zusammenarbeit nicht auf solide Füße stellte! Unwillkürlich hatte ich mir beim Lesen mein Kinn gerieben, dabei hatte ich mich gefragt, welchen Anlass Captain Wilkinson ihr wohl gegeben haben mochte, dass sie handgreiflich geworden war. Welchen Anlass sie überhaupt brauchte, um sich zu vergessen. Die Umstände der Attacke waren in der Akte nicht näher erklärt worden, was mich zugleich wunderte und beunruhigte. Es ließ mich die Situation nicht einschätzen, die zur Eskalation geführt hatte, und das gefiel mir einfach nicht. Wie sollte ich da Vertrauen aufbauen?

Aus diesem Grund war ich heute ein wenig nervös. Wir hatten in einem der noch nicht erkundeten, abgelegenen Teile von Atlantis die Koordinaten zu einem weiteren Stargate gefunden, welches sich nicht im All, sondern auf einem uns bislang noch unbekannten Planeten befand. Salt hatte daraufhin völlig richtig eine Expedition angeordnet, und diese sollte mit einem der neuen Puddlejumper erfolgen, die unsere Techniker anhand von in der Datenbank der Stadt gefundenen Konstruktionsplänen gebaut hatten. Das Expeditionsteam sollte aus fünf Personen bestehen: meiner eigenen Person als Expeditionsführer, Ronon Dex, Rodney McKay, Carson Beckett und Major Gibbs. Und gerade das Schlusslicht Gibbs war es, das mich kribbelig machte, eben weil ich sie nicht kannte und nicht einschätzen konnte und sie damit ein großer Unsicherheitsfaktor war, den ich nur widerstrebend akzeptierte. Wie viel lieber hätte ich Teyla mitgenommen! Aber seit sie ihrem Kind das Leben geschenkt hatte, war sie aus dem aktiven Dienst ausgeschieden und konzentrierte sich ganz auf ihre Aufgabe als Mutter. Teyla fiel also damit weg. Und ich blieb an Gibbs kleben.
'Na ja, vielleicht ganz gut, sich zuerst auf einer kleinen Expedition beschnuppern zu können.'
Auf alle Fälle besser als bei einem Angriff durch die Wraith oder so. Die meisten Welten, in denen die Antiker die Gates gebaut hatten, waren friedlich, nur wenigen uns feindlich gesonnen. Die Chancen standen also gut, dass uns auf dieser Exkursion nichts Gefährliches erwartete und wir Gelegenheit bekommen würden, wärmer miteinander zu werden.
Dieser Gedanke wollte mich gerade trösten und in etwas ruhigere Stimmung versetzen, als Rodney - Unruhefaktor Nummer Eins in Atlantis - dafür sorgte, dass ich mich wieder anspannte.
"Cornel", sprach er mich mit der Kurzform meines Rangs an, als ich gerade den Jumper betreten wollte. Ich drehte mich an der Hecköffnung um und sah ihn fragend an - dann die junge Frau an seiner Seite, die, wie ich inzwischen wusste, seine neue Kollegin Serrano war, einer der Neuankömmlinge.
"Was gibt's, Doktor?"
"Cornel, ich würde es zu schätzen wissen, wenn Miss Serrano uns auf dieser Expedition begleiten dürfte."
Ich zog meine Augenbrauen in die Höhe und sah Rodney abwartend an - war das schon alles? Selten formulierte er seine Anliegen so knapp.
"Und warum sollte sie das tun? Ich sehe keine Notwendigkeit für einen zweiten Techniker an Bord."
"Nun, das sehen Sie falsch." Natürlich, wie konnte es auch anders sein? Rodney holte tief Luft, was mich das Schlimmste befürchten ließ. "Wissen Sie, dies hier wäre ein gute Gelegenheit, ihr die Technik eines Jumpers im Einsatz vorzuführen. Wann, wenn nicht auf einer Expedition, sollte dies sonst geschehen? Ich halte es für äußerst wichtig, dass Miss Serrano ihr beträchtliches theoretisches Wissen praktisch untermauert. Und diese Expedition ..."
"Können Sie mit einer Waffe umgehen?", schnitt ich McKay einfach das Wort ab, indem ich meines an Miss Serrano richtete - hätte ich das nicht getan, hätten wir den Aufbruch womöglich um einen Tag verschieben müssen, gemessen an dem Elan, den ich in den Augen des Doktors hatte blitzen sehen.
"Mit einer Waffe??"
Serrano sah mich entgeistert an. Ja, was denn? War meine Frage so ungewöhnlich in einer fremden Galaxis, in der uns die Wraith bekanntermaßen schon übel mitgespielt hatten?
Zur Antwort nahm ich meine P90 aus meinem Halfter und hielt sie bezeichnend in die Höhe.
"Damit!"
Serrano schüttelte den Kopf. Ich ebenso.
"Tut mir leid, aber dann lautet die Antwort Nein."
Ich wandte mich wieder ab, um den Jumper zu betreten, doch McKay packte mich am Arm und hielt mich auf.
"Sheppard, kommen Sie! Das war doch bei mir damals auch kein Kriterium gewesen! Erinnern Sie sich? Bei meinem ersten Schuss war mir das Magazin aus der Waffe gefallen!"
"Das war was anderes."
"Ach ja? Und wieso?"
"Sie waren damals unser einziger Techniker."
"Das ist nicht wahr! Zelenka war auch noch da!"
"Ja, aber der konnte auch keine Waffe halten. Da war es also egal."
Und wieder wandte ich mich ab. Wieder kam ich nicht weit.
"Stufen Sie diese Expedition als gefährlich ein, Cornel?"
Mit einem unhörbaren Seufzer drehte ich mich wieder um.
"Was soll diese Frage jetzt, McKay?"
"Ich möchte nur wissen, welchen Gefahrengrad Sie ihr beimessen. Weil wenn Sie sie als gefährlich einstufen, ich der Meinung bin, dass sich doch überraschend wenig Militär an Bord des Jumpers befindet. Nur Sie und der Major."
"Ronon war ebenfalls beim Militär, vergessen Sie das nicht."
"Aber er ist es nicht mehr!"
"Haarspaltereien!"
McKay wusste so gut wie ich, dass es in Bezug auf Kampffertigkeiten niemand in Atlantis mit Ronon Dex aufnehmen konnte. Er wollte mich nur mürbe machen mit dieser Diskussion. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ihm das auch gelang, denn mich quälten bereits jetzt Visionen, in denen der Doktor sich während des anstehenden Ausflugs stun-den-lang darüber beklagte, dass ich seinem Wunsch nicht entsprochen hatte.
Mein genervter Blick schweifte vom Doktor zu Serrano.
"Sie werden nur tun, was man Ihnen sagt?"
Sie nickte wortlos.
"Keine Eigenmächtigkeiten begehen? Immer schön bei uns bleiben?"
Wieder ein Nicken. Ich gab nach.
"Also gut. Schwingen Sie Ihren Hintern in den Jumper und setzen Sie sich neben McKay. Und schnallen Sie sich an. Und reden Sie während des Flugs nicht mit dem Piloten!"
Die letzte Anweisung hätte ich eigentlich eher McKay als Serrano geben müssen, aber es war mir klar, dass das sowieso nutzlos gewesen wäre. Wahrscheinlich würde McKay mit seiner Plappersucht sogar jeden Wraith in die Flucht schlagen, der so dumm wäre, seine Hand an ihn zu legen. Über diesen Gedanken innerlich schmunzelnd schob ich die letzten beiden Passagiere vor mir her ins Innere des Jumpers hinein und verschloss die Heckklappe. Wenig später hatten wir Atlantis verlassen und flogen im Tarnmodus über eine sonnengeflutete Welt aus Wäldern, Wiesen und Bergen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: So 29. Mär 2009, 18:50 
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Irrlicht
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Registriert: Sa 28. Mär 2009, 00:38
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Dass Doktor McKay ein genialer Kopf war, hatte ich bereits gewusst, ehe ich meinen Fuß auf atlantischen Boden gesetzt hatte. Aber nicht, dass er die größte Quasselstrippe der gesamten Pegasusgalaxie war. Das hatte sich mir erst in den letzten Tagen erschlossen. Und mich ehrlich gesagt für einen kurzen Moment wünschen lassen, ich hätte den Job doch nie angenommen.
Inzwischen hatte ich aber eine Strategie entwickelt ... in so was war ich ziemlich gut. Und diese Strategie hieß selektive Wahrnehmung. Ich pickte mir das aus Doktor McKays Geschnatter heraus, was für mich informativ und wichtig war, alles andere überhörte ich einfach. Und nickte ab und zu kommentarlos, damit er mich nicht durchschaute.
Auch jetzt wandte ich diese Technik an. Allerdings ziemlich zerstreut, denn ich war grenzenlos fasziniert von meinem ersten Flug in einem Puddlejumper. Die ganze Zeit über verfolgte ich, was der Colonel und der Major vor mir taten, sah mit offenem Mund zu, wie sie die Navigationskontrollen dank des Antikergens mit Leichtigkeit bedienten und fühlte mich wie ein Kind an Weihnachten - obwohl ich ja ziemlich genau begriff, was da passierte, denn in der Theorie hatte ich das alles schon xmal durchgespielt. In der Theorie ... das hier war aber die Praxis!

"Die Energiestrahlung ist recht schwach", plapperte der Doc, als ich meine Tasche schulterte und mich daran machte, Sheppard und Gibbs zu folgen. "Wenn es sich wirklich um ein ZPM handeln sollte - und dafür spricht einiges - werden wir wohl nicht mehr viel Freude daran haben. Denn dann ist es wahrscheinlich so gut wie verbraucht."
Ich verließ den Jumper vor McKay und atmete die frische Luft tief in meine Lungen.
"Wissen Sie, die Antiker haben so manches wenig wehrhafte Volk mit ZPMs geschützt. Dank eines Kraftfeldes, das die Menschen vor den Wraith verborgen hielt ..."
Die Sonne schien mir warm ins Gesicht, was mich blinzeln ließ.
"Bei einem unserer früheren Erkundungsflüge sind wir auf ein solches Volk getroffen. Und stellen Sie sich vor, Nicole, es bestand nur aus jungen Menschen wie Ihnen! Man ahnte nichts vom Vorhandensein des Kraftfeldes und nahm an, dass die Wraith bisher nur darum nicht von ihnen Kenntnis genommen hatten, weil sie sich am Vorabend ihres 25. Geburtstags selbst opferten. So hielten Sie ihre Gemeinschaft seit Jahrtausenden klein und unauffällig. Wir konnten ihnen jedoch die Augen öffnen ..."
Bedauerlicherweise hatte McKay mich bei meinem Vornamen genannt - bei meinem richtigen Vornamen, den ich noch nie hatte leiden können - und damit hatte er sich meine unfreiwillige Aufmerksamkeit gesichert.
"Ach ja?", fragte ich pflichtschuldig. Ich kannte die Geschichte bereits, die er mir da erzählte, behielt es aber für mich. Was hätte es auch gebracht, wenn ich ihm die Augen geöffnet hätte? Er hätte dann doch nur eine neue Geschichte aus dem Ärmel gezaubert und mir damit in den Ohren gelegen.
"Ja! Sie bringen sich nun nicht mehr um. Ist das nicht erfreulich? - Wie dem auch sei, es steht zu vermuten, dass die Antiker die gleiche Schutzmaßnahme hier angewandt hatten. Jedoch erscheint es mir seltsam, dass diese Ruinen offenbar schon vor langer Zeit aufgegeben wurden, das ZPM - vorausgesetzt, es handelt sich um ein solches - aber noch aktiv ist. Geringfügig, denn die Werte, die ich ermitteln konnte, sind wie gesagt recht schwach, aber immerhin ... Was ärgerlich wäre für den Fall, dass es sich wirklich um ein ZPM handelt, auf der anderen Seite wiederum Glück für uns bedeuten würde ..."
Sheppard und Gibbs hatten sich inzwischen in Bewegung gesetzt und näherten sich der Siedlung mit erhobenen Waffen, ich folgte ihnen ungeachtet des Vortrags, in den McKay sich wieder erging.
"Denn wie Sie sicherlich wissen werden, beeinflusst ein Kraftfeld, welches von einem ZPM verursacht wird, die Funktionalität des Jumpers im beträchtlichen Maße. Wir wären schon weitaus früher zur Landung gezwungen gewesen und hätten den Weg hierher zu Fuß zurücklegen müssen. Keine erfreuliche Vorstellung bei diesen Temperaturen. Und wer weiß schon, was die hiesige Flora und Fauna für Überraschungen bereit halten? Ganz zu schweigen von den schädlichen Strahlungswerten der Sonne ...!" Während er das sagte, begutachtete McKay kritisch den Scanner in seiner Hand. Das bekam ich aus den Augenwinkeln mit, weil er neben mir her lief. Beckett hatte ebenfalls zu uns aufgeschlossen, dieser Riese Ronon bildete das Schlusslicht. "Da ist es mir doch sehr viel lieber, wir beschränken die Momente, in denen wir uns zu Fuß bewegen müssen, auf ein Minimum. Meine Haut reagiert ohnehin äußerst empfindlich auf UV-A- und UV-B-Strahlung!"
Ich beschloss, mich wieder meiner Taktik der selektiven Wahrnehmung zu widmen, ehe ich allergisch zu reagieren begann. Und so schaltete ich meine Ohren auf Durchzug und folgte den beiden Militärs ins Zentrum der Siedlung hinein - in das einzige große Gebäude am Platz, das mich an eine Kulisse aus einem alten Tarzanfilm erinnerte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: So 29. Mär 2009, 21:15 
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Mein Blick wurde trocken, als ich Gibbs antwortete. "Öfter, als Sie ahnen können. Bedauerlicherweise scheint Doktor McKay neun Leben zu haben."
Besagter Doktor schnaubte mir seine Verachtung entgegen, sein neues Helferlein Serrano gluckste in sich hinein. Ohne auf das Eine oder Andere einzugehen, wandte ich mich wieder der Tür zu und musterte das Energiepanel daneben. Dann legte ich meine Hand darauf, was ein leises Summen und ein lautes Knarzen zur Folge hatte. Schürfend öffnete sich die Tür daraufhin und gab uns den Eintritt in einen fensterlosen Raum frei, welcher bläulich erleuchtet war - von einer Stasiskammer. Und in dieser Stasiskammer stand ... nein, kein Wraith, sondern ein Mann! War er tot? Schlief er nur? Die Anzeige auf dem Detektor sprach für letzteres. Wie lange stand er schon hier im Wandschrank? Hatte man ihn vergessen? Absichtlich zurückgelassen? Warum hatte man ihn hier überhaupt gebunkert? Ich zog einen Leuchtstab aus meiner Jackentasche, knickte ihn und sorgte so für mehr Licht.

Wir befanden uns in einer Art von Labor, wie zahlreiche metallene und gläserne Gegenstände auf blanken Tischen bewiesen. Vielleicht sogar in einem OP, denn im Licht blitzten auch chirurgische Messer auf - oder was ich dafür hielt. Außer der einen bewohnten Kammer gab es noch vier andere, aber die waren leer. Nichtsdestotrotz war alles in gutem Zustand und sah so aus, als wäre es eben erst zurückgelassen worden.
"Er wacht auf", stellte McKay überraschend knapp fest. Ich richtete meinen Blick wieder auf den Mann, der seine Augen in der Tat nun offen hatte. "Vermutlich hat unsere Ankunft dies bewirkt. Die Anlage muss uns gescannt und auf das Antikergen, welches wir in uns tragen, reagiert haben."
Hatte sich was mit knapp. Aber McKay hatte wahrscheinlich Recht. Es gab keine andere Erklärung dafür, dass Dornröschen aus seinem hundertjährigen Schlaf erwacht war.
"Ronon, den Wraith-Blaster!"
Unser großer Satedaner, der bislang an der Tür stehen geblieben war und diese gesichert hatte, trat zu uns und richtete das Betäubungsgewehr auf unseren neuen Freund. Sicher nicht gerade die freundlichste aller Begrüßungen, klar, aber man konnte ja nie wissen. Vielleicht war der Kerl ja aus gutem Grund hinter Glas. Und im Falle eines Falles war es mir lieber, wir betäubten ihn, als dass wir ihn erschießen mussten.
"Na dann wollen wir mal."
Ich betätigte den Schaltmechanismus neben der Stasiskammer und öffnete sie damit. Das Glas glitt beiseite, der Mann war frei.
"Hallo", begrüßte ich ihn mit forschendem Blick. "Ich bin Lieutenant Colonel John Sheppard, das hier ist meine Crew. Wir werden Ihnen nichts tun, wenn Sie sich ruhig verhalten."

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: So 29. Mär 2009, 21:29 
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Registriert: So 29. Mär 2009, 13:25
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Ich hatte keine Erinnerung an das, was passiert war. Zumindest nicht, als ich meine Augen öffnete und Fremde vor mir stehen sah. Nur ein paar Fetzen schlichen sich in meine Gedanken, als ich sie musterte. Sie sprachen miteinander und dann kam einer und bedrohte mich mit einer Waffe. Würden sie mich jetzt befreien? Oder waren es genau diejenigen, die mich gefangen genommen hatten? Wieso hatten sie mich gefangen genommen? War ich ein Verbrecher? Ein paar Bilder sah ich wieder vor mir. Dunkelheit und schreckliche Gestalten, die Menschen töteten, damit sie weiterleben konnten. Dann sah ich Menschen, die mit mir sprachen und mich auf einen metallenen Tisch schnallten. Wieder Dunkelheit und weitere Bilder blieben aus. Die gläserne Wand schob sich beiseite und ich war befreit. Der fremde Mann vor mir sprach mich an und fragte mich nach meinem Namen. Ich hob meine Hände und betrachtete sie neugierig. Sie sahen fremd aus. Aber wieso waren sie mir fremd? War ich nicht auch ein Mensch? Mein Blick legte sich wieder auf den Mann und dann sah ich der Reihe nach die restlichen Fremden an. Zwei Frauen waren darunter und der Mensch mit der Waffe, der mich bedrohlich musterte. Wie lange war ich hier gewesen? Sie sahen nicht aus, wie die Menschen aus dem Bild, welches ich eben noch gesehen hatte. Dann öffnete ich meinen Mund, um zu antworten.
„Sie nannten mich Chase“ antwortete ich mit leiser Stimme, die dunkel und melodiös klang. Und auch hier hatte ich das Gefühl, dass es falsch und fremd war. Ich fühlte mich auf einmal sehr schwach und begann zu schwanken. Mit beiden Händen griff ich nach den Seiten des Kastens, in dem ich mich immer noch befand. Alles das hier überwältigte mich. Vor allem aber wollte ich wissen, wie lange ich schon hier war.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: So 29. Mär 2009, 21:40 
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Irrlicht
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Nein, er sprang uns nicht direkt an. Und auch sonst machte er nicht den Eindruck eines gemeingefährlichen Individuums. Beckett trat mit seinem Bioscanner an ihn heran und checkte ihn kurz.
"Auf Anhieb kann ich nichts Außergewöhnliches feststellen. Aber natürlich kann ich erst mit Sicherheit sagen, wie es um ihn bestellt ist, wenn ich ihn untersucht habe. Ich schlage vor, wir nehmen ihn mit und stellen ihn unter Quarantäne, bis gewiss ist, dass er gesund ist."
Auch Beckett stellte Vermutungen darüber an, warum die Antiker diesen Mann in eine Stasiskammer gepackt und zurückgelassen hatten. Und natürlich ging er als Arzt erst einmal von medizinischen Gründen aus.
Ich nickte. Natürlich tat ich das, ich hatte ja nun nicht vor, unseren neuen Freund einfach hier stehen zu lassen.
"Einverstanden. Sir, sind Sie in der Lage zu laufen?"
Er - Chase - machte nicht den Eindruck. Ich fand aber, dass er es versuchen sollte, ehe wir uns mit ihm abschleppen mussten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: So 29. Mär 2009, 21:49 
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Irrlicht
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Registriert: So 29. Mär 2009, 13:25
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Der Schwindel ging vorbei und obwohl ich mich immer noch schwach fühlte, nickte ich leicht zur Antwort.
"Ja, ich kann laufen."
Ich trat einen Schritt aus dem Kasten heraus und verlor sofort das Gleichgewicht. Die bewaffnete Frau, welche die gleiche Uniform trug, wie der Mann, der mit mir gesprochen hatte, griff nach meinem Arm und stützte mich.
"Wow, wow, Vorsicht. Da ist wohl jemand eingerostet!"
Ich sah sie an und nickte leicht. Dann fand ich mein Gleichgewicht erstaunlich schnell zurück und richtete mich auf.
"Danke, es wird schon gehen."
Die Frau ließ mich los und ich sah die anderen erneut an. Die andere, kleinere Frau musterte mich voller Neugierde und mit großen Augen und ich erwiderte ihren Blick ungerührt. Sie war irgendwie anders, als die drei anderen Menschen. Der große Mann mit den seltsam anzusehenden Haaren, bedrohte mich immer noch mit seiner Waffe.
"Ihr seid keine Antiker!"
Woher wusste ich das? Woher kannte ich den Namen des Volkes, welches mich hier eingesperrt hatte? War ich ein Gefangener gewesen? Oder doch etwas anderes? Immer wieder drängte sich mir die Frage auf. Und wenn sie keine Antiker waren, wieso konnten sie dann das hier bedienen und öffnen? Ich wollte noch mehr Fragen stellen, aber ich konnte meine Gedanken kaum ordnen, also beließ ich es erst einmal dabei.

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