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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: So 29. Mär 2009, 21:56 
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Irrlicht
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"Richtig. Sind wir nicht." Ich fand, dass ein wenig Offenheit hier nicht schaden konnte. "Wir sind Menschen vom Planeten Erde. Jedoch bewohnen wir Atlantis, die Stadt der Antiker. Ich schlage vor, Sie begleiten uns erst einmal dorthin, damit wir sicherstellen können, dass Sie gesund sind. Danach ... nun, danach sehen wir weiter."
Ich hielt es gerade nicht für angebracht, Chase wegen seiner Herkunft zu quizzen. Wahrscheinlich hatte er im Moment sowieso einen Blackout. Besser, er erholte sich erst einmal von seinem Winterschlaf, sortierte seine Gedanken und wir unterhielten uns dann. Da er ohnehin unter Quarantäne kommen würde - wie wir anderen im Übrigen ebenfalls, da wir mit ihm in Kontakt gekommen waren - würde er in Atlantis auch keine dummen Sachen anstellen können. Später konnten wir immer noch zusehen, was wir mit ihm machten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: So 29. Mär 2009, 22:05 
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Irrlicht
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Vom Planeten Erde? Ich kannte diesen Namen nicht. Aber der Name Atlantis war mir sehr wohl ein Begriff. Alles in mir strebte auf einmal, genau dorthin zu gelangen. In meinen Augen blitzte es kurz auf, als ich nickte und mein Einverständis gab.
"Ich werde euch folgen. Ich weiß nicht mehr, wieso die Antiker mich hierher gebracht haben. Vielleicht könnt ihr mir helfen, meine Erinnerung wieder zu erlangen."
Ich ging ein paar Schritte und sah den großen Mann mit der Waffe in der Hand an. Ich neigte den Kopf leicht zur Seite und sah ihn mit gerunzelter Stirn an.
"Das trägt nicht dazu bei, dass es schneller geht."
Dann ging ich einfach weiter, als wüsste icih ganz genau, in welche Richtung ich gehen musste. Es gab nur einen Durchgang und durch den verließ ich jetzt den Raum. Die Menschen aus Atlantis folgten mir und mit jedem Schritt, den ich tat, erholte ich mich von meinem langen Schlaf. Ich verspürte ein Drängen in mir, meinen Körper zu nähren. Ich konnte jedoch nicht genau sagen, woraus diese Nahrung bestand. Noch einmal hob ich meine rechte Hand und sah sie mir genauer an. Wieder das Gefühl, dass etwas falsch war und dass dieser Körper mir fremd war. All das war sehr ungewöhnlich und ich wusste, dass ich in Atlantis herausfinden würde, wieso das so war.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Mo 30. Mär 2009, 15:15 
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Irrlicht
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Wenig später ...

Wir waren wieder in Atlantis. Genauer gesagt befanden wir uns im medizinischen Bereich, welchen man abgeriegelt hatte, da Doktor Beckett uns und sich selbst unter Quarantäne gestellt hatte. Diese Quarantäne sollte so lange dauern, bis er mit Sicherheit sagen konnte, dass wir uns mit nichts infiziert hatten. Zu diesem Zweck hatte er uns gescannt und uns Blut abgenommen. Das war jetzt aber schon fast eine Stunde her, und noch immer hockten wir aufeinander. Es begann mir zuzusetzen, da ich es nicht gewohnt war, längere Zeit auf engstem Raum mit anderen Leuten zusammen zu sein. Schon gar nicht mit Fremden ... und nichts anderes waren meine neuen Teamkollegen für mich.

Bisher hatte ich auf einem der Krankenbetten gesessen und die Beine baumeln lassen. Inzwischen tat mir jedoch der Hintern weh, und so rutschte ich vom Bett herunter und begann, ungeduldig auf und ab zu gehen ... womit ich übrigens nicht die Einzige war, denn Ronon Dex machte schon seit einer Stunde nichts anderes. Ich hatte beschlossen, es ihm gleich zu tun, weil ich so nicht länger zur Untätigkeit gezwungen war, auf der anderen Seite auch nicht aus der Reihe tanzte, indem ich etwas machte, was sonst keiner tat. Es befreite mich ein wenig von dem Druck des Wartens, den ich immer schwerer auf meinen Schultern spürte. Allerdings nur kurz, denn ich hatte noch keine fünf Schritte getan, als Doktor McKay mich gereizt anging: "Nun fangen Sie auch noch damit an, Nicole! Reicht es nicht, wenn einer wie ein gefangener Löwe durch den Käfig streicht? Setzen Sie sich, Sie machen mich nervös!"
"Und Sie machen mich sauer mit Ihrem ewigen Nicole!! Ich heiße NICK!", schoss ich heftiger zurück, als es sonst meine Art war - für gewöhnlich stritt ich mich nicht oft, was allein schon daran lag, dass ich mich meist für mich hielt und sich darum in der Regel wenig Gelegenheiten für einen Streit ergaben. Außerdem war ich kein aggressiver Mensch. Doch ich möchte es mal so formulieren: Doktor McKay konnte mit seiner nervenaufreibenden Art selbst aus dem frommsten Lämmchen eine reißende Bestie machen. Mit anderen Worten, er ging mir mächtig auf die Eierstöcke!
Das brachte ich in diesem Moment auch klar zum Ausdruck. Und mein barscher Tonfall, den ich erst registrierte, als McKay mich mit ungläubig geweiteten Augen anstarrte, tat mir auch in keiner Weise leid. Ich hatte mir eben Luft machen müssen, und das war nach Tagen des Zugequatschtwerdens mal dringend notwendig gewesen.
"Gut. Schön. Nick also. Ich bin Rodney."
Ich atmete tief durch, als McKay meinem Ausbruch mit dem Versuch, mir die Hand zu reichen, begegnete. War das jetzt Diplomatie von ihm oder baggerte er mich an? Meine Verärgerung wich Unsicherheit, weshalb ich nichts erwiderte und lediglich knapp nickte. Daraufhin nahm ich wieder auf dem Krankenbett Platz, band mir mit zweien meiner zahllosen, langen Zöpfe, zu denen ich mein dunkles Haar geflochten hatte, die übrigen Zöpfe im Nacken zusammen und starrte mit einem Anflug von Verlegenheit auf meine Knie. Hoffentlich kam Beckett bald mit unserem Tiefschlafpatienten wieder und entließ uns in die Freiheit. Ehe ich noch einen Koller bekam.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Mo 30. Mär 2009, 15:56 
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Irrlicht
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Uns allen zerrte das Warten an den Nerven. Ich hatte einen Teil der Zeit damit überbrückt, indem ich einen Bericht über unsere Mission geschrieben hatte, welchen ich daraufhin an Doktor Salt geschickt hatte. Aber da diese Mission nicht von langer Dauer gewesen war, war dieser Bericht schnell geschrieben und ich danach ebenso wie die anderen gezwungen gewesen, mich in Geduld zu üben.

Doch die Warterei hatte jetzt ein Ende. Eine der Türen, die in diesen Behandlungsraum führten, wurde geöffnet, und Beckett kam herein. Sofort ging ich auf ihn zu, die anderen erhoben sich ebenfalls von ihren Plätzen und umringten den Doktor.
"Und?"
Beckett schüttelte den Kopf.
"Keine Infektion. Die Quarantäne ist hiermit aufgehoben."
Ein kollektives Aufatmen ging durch den Raum. Doch hatte ich eben noch angenommen, zumindest ein Teil unseres kleinen Teams würde nach einer solchen Meldung sofort das Weite suchen, musste ich jetzt feststellen, dass niemand ging, sondern alle weiterhin interessiert an den Lippen unseres Arztes hingen. Jeder wollte wissen - ich eingeschlossen - warum dieser Chase denn sonst in den Winterschlaf geschickt worden war, wenn nicht wegen einer Krankheit.
"Und was ist nun mit unserem Besucher? Konnten Sie herausfinden, warum man ihn in Stasis versetzt hat?"
Das Gesicht, das Beckett auf diese meine Frage hin zog, gefiel mir nicht. Es alarmierte mich sogar in gewisser Weise.
"Ja, das konnte ich. Er ...", bedeutungsschwangere Pause, "... ist ein Wraith."
Hatten vorhin alle kollektiv ausgeatmet, holten jetzt alle kollektiv Luft - ich wieder mit inbegriffen.
"Ein Wraith? Sind Sie sicher, Doktor?" Eigentlich eine überflüssige Frage. Beckett hätte sowas gar nicht erst ausgesprochen, wenn er sich nicht sicher gewesen wäre.
Unser Doc nickte nun auch und bestätigte damit meine Gedankengänge.
"Seine DNS-Struktur ist die eines Wraith, auch wenn sie jetzt zum großen Teil humanoid ist. Dieser Zustand wurde jedoch künstlich hergestellt. Von den Antikern vermutlich, die damit offenbar denselben Versuch gefahren haben wie wir. Das war die gute Nachricht. Möchten Sie nun auch die schlechte hören?"
Ich war nahe daran, nein zu sagen. Denn wenn das hier die gute Nachricht gewesen war, konnte ich auf die schlechte gut verzichten. Ich nickte trotzdem.
"Wie bei unserem guten Michael damals ist das Ergebnis dieses Experiments nur ein temporäres. Der Zerfall der humanoiden DNS hat bereits begonnen, die Regeneration der Wraith-DNS ebenfalls."
Ich fuhr mir durchs Haar und seufzte in Gedanken auf. Der wievielte Wraith war das jetzt, den wir hier auf Atlantis beherbergten?
'Zumindest besitzt er schon mal einen Namen.'
"Verstehe. Weiß er es schon?"
Beckett schüttelte den Kopf.
"Wie lange noch, bis er merken wird, was mit ihm los ist?"
Jetzt zuckte Beckett vage mit den Schultern. "Zwei, drei Tage? Vielleicht eine Woche. Mehr aber auf keinen Fall."
Ich schürzte die Lippen und sah nachdenklich an Becketts Kopf vorbei zur Tür, die in den Nebenraum führte. Dort saß Chase jetzt vermutlich auf einer der Liegen und wartete darauf, was als nächstes geschehen sollte. Am liebsten hätte ich mich auch in so eine passive Rolle begeben, aber das war mir als militärischer Leiter dieses Außenpostens nicht möglich. An oberster Stelle stand die Sicherheit aller, und diese musste ich gewährleisten.
Ich löste mich aus meiner Gedankenstarre und beorderte über mein Headset zwei bewaffnete Wachen vor die Krankenstation. Dann ging ich mit einem "Ich werde mich jetzt mal mit unserem Gast unterhalten" nach nebenan, weil ich beschlossen hatte, Chase lieber selbst reinen Wein einzuschenken, als es darauf ankommen zu lassen, dass er seine wahre Identität von allein erkannte. Vielleicht würde es ja etwas ändern. Vielleicht würde er gar nicht mehr zu dem werden wollen, was er einmal gewesen war. Vielleicht würde er sich für weitere Versuche der Genmanipulation zur Verfügung stellen, an der wir ja auch bereits seit längerem arbeiteten.
'Sicher, Sheppard! Ein Wraith, der lieber freiwillig bei uns Laborratte spielt, als zu seinem wahren Ich zurückzufinden! Wie wahrscheinlich ist das?'
Es war mir klar, dass ich mir gerade etwas vormachte. Selbst, wenn Chase jetzt noch bereit wäre, auf meinen Vorschlag einzugehen, war doch abzusehen, dass er es sich anders überlegen würde, sobald seine Natur wieder vorherrschend wäre.
Einen Versuch musste ich trotzdem unternehmen. Und so trat ich mit betont leger in die Hosentaschen geschobenen Händen den angrenzenden Raum, in dem Chase, wie ich vermutet hatte, auf einem der Betten saß und wartete. Und als ich zwei Schritte vor ihm zum Stehen gekommen und meinen Blick ernst in den seinen versenkt hatte, kam ich zur Sache.
"Wir wissen jetzt, warum man Sie damals in der Stasis-Kammer zurückließ. Sie sind ein Wraith, Chase. Einer, den die Antiker vermutlich gefangen genommen und an dem sie medizinische Experimente durchgeführt hatten. Zur genetischen Umwandlung Ihrer Rasse in unsere. Das Experiment gelang jedoch nicht. Und als Ihr Volk den Antikern immer mehr zusetzte und letztere aus dieser Galaxis flohen, ließ man Sie zurück. Das Ganze ist jetzt über zehntausend Jahre her. So lange haben Sie in der Stasis-Kammer geschlafen."
In dem Augenblick, in dem ich unserem neuen "Freund" die Augen über sich selbst öffnete, fragte ich mich, was die Antiker wohl dazu bewogen haben mochte, die Stasis-Kammer nicht einfach abgestellt zu haben. Sie hatten sowieso niemals vorgehabt zurückzukehren und ihr Experiment fortzusetzen. Sie hatten sich auf einen endgültigen Exodus begeben. Warum hatten sie ihr Versuchskaninchen nicht einfach umgebracht? Und wieso war Chase nie von seinesgleichen gefunden worden? Die Energiesignatur war doch auch für uns auffindbar gewesen.
'Ja, aber nur, weil uns dieser Hinweis auf das neue Sternentor in die Hände gefallen war. Ohne den hätte Chase noch weitere zehntausend Jahre in der Röhre gegammelt. Möglich, dass dieser Teil der Galaxis für die Wraith zu abgelegen gewesen war. Möglich, dass die Antiker ihn genau aus diesem Grund für ihre Forschungen an den Wraith ausgesucht hatten.'

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Mo 30. Mär 2009, 17:39 
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Irrlicht
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Ich war in Atlantis. Aber viel hatte ich davon noch nicht zu sehen bekommen, denn man hatte mich sofort in diesen medizinischen Raum gebracht, in dem ich jetzt immer noch saß, als Sheppard zurück kam. Sein Blick verhieß mir nichts gutes. Aber das war nichts Neues für mich, denn seit ich hier war, kam mehr und mehr meine Erinnerung zurück. Ich hatte mich selbst gesehen und die Antiker. Auch dort war ich ständig untersucht worden, aber sie waren freundlich zu mir gewesen und es hatte sich für mich nicht falsch angefühlt bei ihnen zu sein. Es hatte einen Grund, dass ich dort gewesen war. Noch wusste ich den genauen Grund nicht, aber er erschloss sich mir immer mehr. Und nun brachte Sheppard mir das letzte Detail, welches ich noch gebraucht hatte, um mich vollständig zu erinnern. Ich sah ihn eine Weile lang schweigend an und schloss meine Augen. Wie eine Aufzeichnung flogen die Bilder vor meinem inneren Auge an mir vorbei. Ich war wieder dort und wieder sprachen die Antiker mit mir. Sagten mir, dass meine Rasse durch einen genetischen Fehler entstanden wäre. Eine Mutation aus einem Käfer und Menschen, welche sich auf einem weit entlegenen Planeten entwickelt hatte. Die Antiker hatten sich verantwortlich dafür gefühlt, weil sie es einst gewesen waren, die diesen Planeten besiedelt hatten, obwohl sie von diesen Käfern gewusst hatten. Jedoch hatten sie geglaubt, dass sie trotz dieser Bedrohung in einigen Bereichen des Planeten sicher gewesen wären. Es hatte sich als falsch heraus gestellt. Aber noch eines war mir klar geworden. Ich war kein Gefangener gewesen. So unglaubwürdig sich das auch anhörte, aber ich war freiwillig bei den Antikern gewesen, weshalb sie mich wohl nicht getötet hatten, als sie das Labor verlassen hatten. Ich öffnete meine Augen wieder und sah auf meine Hände. Noch sah ich wie ein Mensch aus und jetzt, wo ich meine Erinnerung wieder hatte, fühlte es sich nicht länger falsch an, denn ich kämpfte darum, so zu bleiben, wie ich jetzt war. Dennoch fehlte mir noch ein weiteres Stück, denn ich wusste nicht, wieso ich mich so entschieden hatte. Das entzog sich immer noch meiner Kenntnis. Mein Blick richtete sich auf Sheppard und ich nickte leicht. Zehntausend Jahre hatte ich geschlafen. Gab es meine ureigentliche Rasse überhaupt noch?
„Ja, ich war ein Wraith, oder bin es zum Teil immer noch. Ich kann mich wieder erinnern. Es ist diese Stadt, die mich dazu bringt. Die Antiker haben mit ihrem Genmaterial experimentiert und nicht nur den Menschen in mir zum Vorschein gebracht. Und nein, ich war nicht ihr Gefangener. Kurz bevor sie ihr Experiment vollenden konnten, mussten sie fliehen. Sie hatten mir gesagt, dass, wenn diese eine letzte Behandlung erfolgreich wäre, ich nie wieder ein Wraith sein müsste, aber all die Vorteile dieser Rasse würde nutzen können. Ich hatte eingewilligt, weil sie mich darum gebeten hatten, sie im Kampf gegen die Wraith zu unterstützen. Ich wäre zum Teil Antiker, zum Teil Mensch, aber auch zum Teil ein Wraith geblieben. Ich bin eine genetische Manipulation, welche geschaffen wurde, um den Wraith die Stirn zu bieten. Ich besitze ihre Kraft und ihre Fähigkeiten, zu manipulieren und Gedanken zu lesen. Aber ich bin nicht in der Lage, das Leben aus anderen Menschen zu saugen und ich wollte es auch nicht mehr.“

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Mo 30. Mär 2009, 18:12 
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Irrlicht
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Aha. Ein antiker Wraithmensch ohne Hunger, dafür mit all den Vorzügen, die diese drei Rassen zu bieten haben ... das war dann wohl die Endlösung!
Aus verengten Augen musterte ich mein Gegenüber, das meinen scharfen Blick ruhig erwiderte.
Log er?
Gut möglich. Er war ein Wraith, so viel stand auf alle Fälle fest. Und Wraith waren verschlagen. Auf der anderen Seite waren sie auch im höchsten Maße arrogant. Die Bobs und Steves, die wir hier zu Gast gehabt hatten, hatten nie so getan, als ob sie uns freundlich gesonnen wären, um einen Vorteil für sich herauszuschlagen. Sie hatten uns bis zu ihrem Ableben mit Hohn überschüttet und unseren baldigen Untergang prophezeit. Warum also sollte dieser Chase sich hier jetzt anders verhalten?
'Um sich hier beliebt zu machen und uns in Sicherheit wiegen, damit er uns klammheimlich ausspionieren kann?'
Die Wraith waren doch eigentlich alle gleich. Letzten Endes ging es ihnen nur darum, sich zu nähren. Wieso sollte der hier anders sein? Wo Beckett noch nicht einmal was von Antikergenen in dem Kerl hier erwähnt hatte. Oder davon, dass er sich nicht mehr auf herkömmliche Wraith-Art nähren könnte.
Ich war weit davon entfernt, unserem seltsamen Gast zu trauen. Aber was nützte es? Zurückschicken konnte ich ihn ja schlecht. Genau genommen durfte er Atlantis überhaupt nicht mehr verlassen, denn er wusste nun schließlich, dass die Stadt noch existierte. Und dieses Wissen durfte den Planeten auf keinen Fall verlassen.

"Verstehe", antwortete ich schließlich. "Ich werde Ihren Fall Doktor Salt vortragen, denn Atlantis steht unter ihrer Führung. Sie wird entscheiden, was mit Ihnen geschehen wird."
Ja, nachdem sie mir voraussichtlich den Kopf abgerissen hätte, weil ich einen Wraith ungefragt mit in die Stadt gebracht hatte. Ich war mir sicher, dass sie begeistert sein würde.
"Sie werden vorerst in ein Quartier gebracht und - verstehen Sie das nicht falsch - dort unter Bewachung gehalten, bis Doktor Salt sich eine Meinung gebildet hat."
Chase sah wenig erfreut aus, aber er nickte immerhin. Ich tat das auch, trat einen Schritt beiseite und bedeutete dem Kerl, voranzugehen. Er kam der Aufforderung nach, ich folgte ihm in den anderen Raum hinein und ging dort zur Tür, um diese von Hand zu öffnen. Auf der Stelle traten die beiden Wachposten in die Türöffnung, als sie jedoch sahen, dass ich es war, der hinaus wollte und Doktor Beckett ihnen bestätigte, dass die Quarantäne aufgehoben wäre, salutierten sie knapp und gaben mir den Weg frei.
"Nach Ihnen", wieder ließ ich Chase den Vortritt, doch nur solange, bis die Wachen ihn in ihre Mitte genommen hatten. Dann übernahm ich die Führung und brachte unseren neuen "Gast" zu einem freien Quartier. Ich hielt es für besser, mich persönlich davon zu überzeugen, wie er hinter Schloss und Riegel geriet. Als ich sicher sein konnte, dass er nicht in fünf Minuten in der Stadt Verstecken mit uns spielen würde, rief ich Beckett und beorderte ihn in den Besprechungsraum. Salt bat ich ebenfalls dorthin, in dem sicheren Wissen, dass sie mir den Kopf abbeißen würde, sobald die Bombe geplatzt wäre. Ich machte mich daraufhin selbst auf den Weg. Mit tief gerunzelter Stirn. Wie Captain Kirk in "Generations" so treffend gesagt hat: "Das wird ein Spaß!"

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Mo 30. Mär 2009, 18:56 
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Irrlicht
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"Oh ja", stimmte ich enthusiastisch zu. "Genau das hatte ich auch vorschlagen wollen! Ich bin mir sicher, dass wir dem Computer dort seine Geheimnisse entlocken können!"
Den Aufbruch zurück nach Atlantis hatte ich ohnehin etwas zu voreilig gefunden. Aber nun ja, das war Sheppard ... warum schlendern, wenn man stürmen kann?
Salt machte den Eindruck, als ob sie etwas darauf erwidern wollte. Doch ehe sie das konnte, fügte ich eilig hinzu: "Ich würde gerne Miss Serrano mitnehmen, wenn es Ihnen Recht ist, Doktor Salt. Sie ist mit der Technologie der Antiker bestens vertraut", natürlich war sie das, sonst hätte ich sie nicht unter den über dreihundert Bewerbern für den Posten auf Atlantis ausgesucht. "Außerdem kann sie etwas praktische Übung gebrauchen." Womit ich meinte, dass es ihr sicher gut tun würde, nach der langen Zeit des Wartens in einem geschlossenen Raum wieder frische Luft zu atmen. Sie schien ein wenig klaustrophobisch veranlagt. Eine Arbeit unter freiem Himmel - relativ freiem Himmel - war da genau das Richtige. Bei dieser Gelegenheit konnte ich sie auch gleich noch ein wenig an meinem allumfassenden Wissen teilhaben lassen. Was sie bestimmt zu schätzen wissen würde.


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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Mo 30. Mär 2009, 19:17 
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Irrlicht
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Puh, kein Abriss! Das war knapp gewesen!
Gleich um ein paar Zentner leichter, die mir soeben vom Herzen gerumpelt waren, erhob ich mich von meinem Sitz und salutierte scherzhaft.
"Aye, aye, Mam. Wird sofort erledigt! Erwarten Sie meinen Bericht umgehend!"
Damit verließ ich grinsend den Raum. Sie war keine so harte Nuss wie Elizabeth oder Carter. Sie war eine Nette. Ich würde sie mir schon in Form biegen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Mo 30. Mär 2009, 19:40 
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Irrlicht
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Ich hatte nicht angenommen, so schnell wieder auf die Reise geschickt zu werden. Und eigentlich war es mir in diesem Fall auch nicht sonderlich recht gewesen, weil ich McKays Geplapper noch zu gut in den Ohren hatte und nicht gewusst hatte, ob ich für eine weitere geballte Ladung Kommunikationsbedürfnis bereit war. Aber natürlich hatte ich meinem Vorgesetzten schlecht einen Korb geben können. Also hatte ich jeden Gedanken an eine heiße Dusche und ein ausgiebiges Abendessen vorerst wieder beiseite geschoben, meine Tasche gepackt und war McKay in den Hangar gefolgt. Unterwegs hatte ich erfahren, wer diesmal noch alles mit von der Partie sein würde - nicht die Gleichen wie beim letzten Mal, sondern ein Lieutenant Riggs mit ein paar Männern sowie Doktor Beckett. Gegen den Doktor hatte ich nichts, der war ganz okay. Die anderen kannte ich nicht. Und eigentlich war es mir auch egal. Ich hatte bisher noch keine Beziehung zu irgend jemandem hier aufgebaut - außer der notgedrungenen zu Doktor McKay, dessen Fachwissen ich aufrichtig bewunderte, was aber durch seine unerträgliche Art fast schon egalisiert wurde - und damit war ich ganz glücklich so.
Als wir den Jumper betreten hatten, hatte ich für einen Moment inständig gehofft, McKay würde ihn fliegen. Ich hatte leider falsch gelegen. Der Lieutenant war es gewesen, der sich an die Steuerkonsole gesetzt hatte, einer seiner Männer hatte neben ihm Platz genommen, und ehe ich auch nur den Versuch hatte starten können, mich neben Beckett zu setzen, hatte McKay schon nach meinem Arm gegriffen, mich auf einen Sitz dirigiert und sich eilig neben mich gesetzt.
Und dann hatte er tief Luft geholt und bis zu unserer Landung nicht mehr mit dem Reden aufgehört.

Jetzt standen wir zum zweiten Mal an diesem Tag in dem verlassenen Labor der Antiker und machten uns daran, den Computer zu erforschen. Was keine allzu schwierige Sache war, denn die Technik vor Ort glich der von Atlantis aufs Haar - kein Wunder, entsprang sie ja dem gleichen Zeitalter. Und wenigstens während wir arbeiteten hielt McKay mal für ein paar Minuten den Mund. Das war so erholsam für mich, dass ich in eine schon fast meditative Versunkenheit fiel, in der ich mich zum ersten Mal seit meiner Ankunft in der Pegasusgalaxie vollkommen entspannte. Und mit dieser Entspannung kam die Freude an der Arbeit zurück, die in Form eines unbewussten Lächelns an meinen Mundwinkeln zupfte. Endlich wusste ich wieder, weshalb ich eine Reise von dreihundertfünfundsechzig Lichtjahren auf mich genommen hatte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Mo 30. Mär 2009, 20:40 
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Ich hatte es mir gerade richtig gemütlich in meinem Sitz gemacht, als Gibbs meinte, sie wollte uns auf den Zahn fühlen. Was das bedeutete, wusste ich inzwischen. Die Terraner sagten so, wenn sie andere überprüfen wollten. Was Poker war, entzog sich jedoch meiner Kenntnis. Deshalb fragte ich nach.
"Poker? Was soll das sein?"
Ich hörte, wie Sheppard am Steuer leise auflachte und zog in einem Anflug von Amüsiertheit meine Augenbrauen in die Höhe. Gibbs' viel sagendes Grinsen tat das Übrige dazu bei, dass ich mich auf die Hut begab. Ganz offenbar hatte sie was im Sinn.

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Mo 30. Mär 2009, 20:57 
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Irrlicht
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"Strip-Poker?"
Ich begriff schon, dass Gibbs was zweideutiges meinte, und ich konnte mir auch in ungefähr vorstellen, was. Aber ganz sicher war ich mir immer noch nicht. Ich hakte darum schmunzelnd nach: "Und was genau ist Strip-Poker?"

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 Betreff des Beitrags: Re: Eine neue Ära
Verfasst: Mo 30. Mär 2009, 21:07 
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Mein Schmunzeln vertiefte sich - hatte ich doch richtig getippt.
"Klingt beides gut. Und das willst du jetzt mit uns spielen?"
Major Gibbs schien alles andere als zurückhaltend zu sein, wenn es um Männer ging. Damit unterschied sie sich gewaltig von dem auf Atlantis stationierten weiblichen Militärpersonal, das sich eher distanziert und unnahbar gab. Das war schon ziemlich ungewöhnlich.
"Ich denke, Major Gibbs will sich jetzt lieber wieder auf die Sensoren konzentrieren und Strip und Whisky auf ihre Freizeit verschieben."
Sheppards Verweis klang nicht scharf, aber trotzdem bestimmt. Ich sah Gibbs an, schmunzelte abermals und zuckte bedauernd mit den Schultern.
"Er ist der Boss."

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