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 Betreff des Beitrags: Reunion
Verfasst: Do 15. Sep 2011, 22:00 
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X³: Reunion

Als im dritten Viertel des 21. Jahrhunderts eine neue umfassende Weltenformel den Weg zu den Sternen ebnete, schien die Menschheit zunächst uninteressiert. Das gesamte vorangegangene Jahrhundert hatte im Hinblick auf die Weltraumforschung nicht viel Aufregendes zu bieten gehabt als einige merkwürdige kleine Roboter, die ganz gewöhnlichen Steinchen auf dem Mars lustige Namen gaben, eine russische Raumstation, die brennend in den Pazifik stürzte sowie eine umstrittene Maschine aus Finnland, die Gewichte um sage und schreibe 0,2 Prozent leichter machen konnte. Statt den Blick gen Himmel zu richten, kümmerte man sich lieber um die Probleme auf der Erde selbst.
Doch dann fand 2022 ein begabter Student der Universität von Tokio namens Ashizava Kazuko heraus, wie man unter hohem Energieaufwand kleine Tore in Raum und Zeit öffnen konnte, um Dinge hindurchzuschicken. Zunächst sandte man ein Versuchstier von Tokio nach Sydney, später einen Menschen von der Erde zum Mond, noch später experimentierte man mit einem Space Shuttle, der aus dem Erdorbit direkt in die Umlaufbahn des Mars versetzt wurde. Um große Objekte über noch weitere Distanzen zu schicken, erbaute man ein riesiges Sprungtor mit enormen Maschinen, das in seinem Inneren ein künstliches Wurmloch beherbergte und sich mit einem weiteren auf der Gegenseite verbinden konnte.
Doch die Sache hatte einen Haken: Um zu einem anderen Stern zu gelangen, musste dort natürlich bereits ein Tor vorhanden sein - und es dauerte viele Jahrzehnte, ein Sprungtor auf dem "langsamen" Weg zu seinem Bestimmungsort zu bringen. Man entschloss sich also, zunächst einmal nur ein Tor zum nächsten Sonnensystem - Alpha Centauri - zu entsenden. Es würde 78 Jahre brauchen.
Doch das Tor war kaum auf den Weg gebracht, als Astrophysiker etwas Merkwürdiges feststellten: Viele der großen, dunklen Objekte im All, die man bisher für schwarze Löcher gehalten hatte, waren offenbar in Wirklichkeit Standorte von Sprungtoren außerirdischer Herkunft, und es war möglich, das erdnahe Sprungtor auf deren Singularitäten zu justieren!
In Windeseile wurde 2041 eine Expedition ausgerüstet, die als Forschungsschiff
Winterblossom mit einer zwölf Personen starken Besatzung unter Führung von Captain René Farnham zu den Sternen brachte. Die Winterblossom entdeckte ein ausgedehntes System außerirdischer Sprungtore, das eine Vielzahl von Systemen miteinander verband und scheinbar über die gesamte Galaxis verteilt war. Das Seltsamste aber, das die Crew der Winterblossom nach ihrer zweijährigen Abenteuerfahrt zu berichten hatte, war, das keines der entdeckten Sonnensysteme bewohnt zu sein schien - es war, als hätte die unbekannte Zivilisation, die die Sprungtore gebaut hatte, sich nur leere Welteninseln ausgesucht.
Die Entdeckung der Tore sollte das Bild der Erde für immer verändern.
Bald war der blaue Planet von seinen Problemen geheilt, und man arbeitete einem gemeinsamen Ziel entgegen: der Forschung und Besiedlung der Sternensysteme.
2066 wurden gewaltige Roboterschiffe gebaut, mit künstlicher Intelligenz und der Fähigkeit zur Reproduktion ausgestattet, die die Aufgabe hatten, die unzähligen leeren Planeten hinter den Toren so umzuwandeln, dass sie für Menschen bewohnbar wurden. Diese Roboter nannte man Terraformer. Viele Jahrzehnte lang verrichteten sie treu ihren Dienst, doch eines Tages verursachte ein schwerer Programmfehler, der durch einen Unfall bei der Produktion aufgetreten war und der sich wie ein Virus in jeder neuen Generation von Terraformern weitervererbte, dass sich die riesigen Roboter gegen ihre Erbauer wandten.
Viele Erdkolonien wurden bis auf den letzten Mann ausgerottet, und die Erde war kaum vorbereitet, als die Maschinen über ihren Kontinenten und Ozeanen auftauchten, um Tod und Vernichtung zu verbreiten.
Erst, als alles verloren schien - Erde und Planeten lagen in Schutt und Asche, Überlebende gab es nur wenige -, gelang es einem ehemaligen SAR-Piloten namens Nathan R. Gunne, den größten Teil der Terraformerflotte in eine Falle zu locken. In ein Scheingefecht verwickelt, folgten die großen Terraformer der
Dragonfyre, dem damaligen Flaggschiff der Erdflotte, und eine Hand voll kleineren Raumschiffen durch das einzige erdnahe Sprungtor. Die Zurückgebliebenen zerstörten das Tor sofort, um den Terraformern den Rückweg zu versperren. Von den über vierhundert Menschen und hundertfünfzig Terraformern, die in diesem letzten Gefecht durch das Tor hindurchgegangen waren, hörte man nie wieder. Die Erde benötigte nahezu siebenhundert Jahre, um sich von diesem fatalen Kampf zu erholen und neuer Blüte aufzuschwingen. Die Namen der Gefallenen wurden im Laufe der Jahrhunderte größtenteils vergessen; zu groß war ihre Zahl, zu entsetzlich das Leid. Aber an jene Namen sollte man sich für immer erinnern:

- Neil Armstrong, der das Tor zum Weltall aufstieß;
- René Farnham, der den Menschen die Sterne zum Geschenk machte;
- Nathan R. Gunne, der sie ihnen wieder entriss

(Aus X - Farnhams Legende von Helge T. Kautz)


1. Gestrandet

"Die Fantasie ist die einzige Waffe im Kampf gegen die Realität" - Denis Gaultier

29. November 2936

System: Sol
Planet: Erde
Ort: New York City

Es piepte. Mein Wecker riss mich aus dem Schlaf. Dabei war ich noch so müde. Ich drehte mich nach links. Ein Hologrammbild von meiner Familie schmückte den Nachttisch, und daneben lag ein Apfel. Ich hatte vergessen ihn aufzuessen. An der rechten Seite meines Bettes war ebenfalls ein Nachttisch. Darauf lag aber etwas anderes, meine Waffe. Ich hatte den Blaster am Tag zuvor dort abgelegt und vergessen ihn wegzuschließen. Ich richtete mich auf und setzte mich auf die linke Bettkante. Ein Panoramafenster war in der Wand eingebaut, aber das Rollo war unten. Durch die Schlitze erkannte ich, dass es schon Morgen war. Ich drückte einen Knopf auf dem Nachttisch und das Rollo öffnete sich. Von meinem Apartment aus hatte ich einen herrlichen Ausblick über die Stadt New York. Aus Geschichtsbüchern kannte ich diese Stadt auch. Bloß vor neunhundert Jahren hatte es noch keine drei Kilometer hohen Gebäude gegeben. Die Stadt hatte sich seit dem 21. Jahrhundert um das Zehnfache vergrößert. Gleiter rasten an meinem Fenster vorbei und bildeten eine Art Highway. Diese Highways zogen sich über und durch die ganze Stadt. Normalerweis wohnte ich in Barcelona, aber das USC gab mir ein Apartment in New York, damit ich so schnell wie möglich zum Torus fliegen konnte. Allerdings war ich nach Sevilla gezogen, bevor mir das USC dieses Quartier gab. Nur in New York starteten Transporter in Richtung Torus.
Ich war noch totmüde, aber das half nichts. Der General erwartete mich um zehn Uhr. Es war halb zehn. "Verdammt!", fluchte ich und zog mir meine Uniform an. Bis zum Torus brauchte ich mindestens eine Stunde mit dem Transporter. Die nächste Landeplattform war direkt vor meiner Haustür, aber die Wartezeit war ätzend lang. Ich konnte leider nichts daran ändern. Vor ein paar Tagen hatte ich ja noch einen privaten Gleiter gehabt, aber dieser war verschrottet worden.
Ich steckte die Waffe in meinen Holster und begab mich zum Aufzug. Unten angekommen wurde ich sofort von Jason begrüßt. "Hey, Fernando! Wohin so eilig?"
"Ich kann jetzt nicht labern. Der General erwartet mich."
"Warte doch mal! Ich habe es vor ein paar Stunden in den Nachrichten gehört. Man hat etwas Ungewöhnliches im Asteroidengürtel gefunden. Jetzt schickt man ein Schiff dorthin, das das Objekt untersuchen soll."
"Ja, was meinst Du denn, wohin ich will? Der General hat mir den Befehl gegeben dorthin zu fliegen, dieses Objekt zu untersuchen", erwiderte ich und verabschiedete mich. Auf der Landeplattform stand bereits das Transportschiff. Ich zeigte dem Kontrolleur meinen Pass und meine Fahrkarte und ging die Rampe hoch. 'Noch eine Viertelstunde', dachte ich, als ich auf die Uhr schaute. Das Schiff ruckelte und startete die Triebwerke. Wir hoben vom Boden ab und beschleunigten in Richtung Atmosphäre. Durch das Panoramafenster am Bug konnte man den riesigen Erdring erkennen, den man Torus getauft hatte. Ganze 45.000 Kilometer war diese Station lang und etwa 100 Kilometer hoch. Sieben riesige Theter stützten den Ring. Sie verliefen vom Erdboden bis zur Station und waren mit einem reibungsfreien Material ausgestattet. Somit konnte sich der Torus immer drehen und eine künstliche Gravitation erzeugen, ohne abgebremst zu werden. Das Transportschiff dockte an eine Andockschleuse direkt in der Kommandosektion an, in der sich auch der General befand. Ich stieg mit den anderen Passagieren aus. Man konnte vom Hangar aus nur Südamerika sehen, der restliche Teil der Erde war verdeckt durch den Rumpf des Torus.
Der Weg zum Briefingraum war nicht lang. Ich musste nur einige Korridore durchqueren und ein paar Treppen steigen. Ich klopfte kurz an der Tür des Generals an. "Herein!", kam es von drinnen. Die Tür öffnete sich und ein etwas älterer Mann mit schwarzen Haaren stand plötzlich vor mir. Er war Asiate und sein Name war Major General Rai Ishiyama. "Sie kommen spät, Colonel!", begrüßte er mich und wies mir einen Stuhl an einem langen Tisch zu. Durch das Fenster sah man tausende sich bewegende Sterne. Ich wusste, dass sich diese Sterne nicht wirklich bewegten, sondern der Komplex, auf dem ich mich befand.
"Tut mir leid, Sir. Es gab einige Probleme mit dem Startvorgang der Fähre", log ich und setzte mich neben einen Mann, der etwa in meinem Alter war.
"Also gut. Wir haben gestern einen ungewöhnlichen Energiewert im Asteroidengürtel festgestellt. Da wir momentan kein Schiff zur Verfügung haben, hat sich der Generalstab beraten. Er will, dass die USC Colorado sich das ansieht. Sobald Sie etwas gefunden haben, melden Sie sich sofort wieder auf dem Torus. Colonel, da Ihre letzte Crew getötet wurde, wird Ihnen jetzt eine neue Besatzung zugeteilt. Sie waren selbst bei der Auswahl dabei, deshalb kennen Sie wahrscheinlich einige Gesichter. Sie starten jetzt!", befahl der General. Das war die kürzeste Missionsanweisung, die ich jemals in meiner Laufbahn erleben durfte.
Wir erhoben uns von unseren Plätzen und meine Leute machten sich schon auf den Weg. General Ishiyama behielt mich aber noch kurz da. "Colonel, ich weiß, dass Sie Ihr Schiff mögen. Aber ist es nicht ein wenig alt? Ich meine, das ist zwar der Nachfolger der Winterblossom, aber Ihr Schiff ist auch schon mehr als achthundert Jahre alt. Finden Sie nicht?"
"Sir, soweit ich weiß, ist mein Schiff nicht nur das älteste, sondern auch noch das schnellste. Außerdem hat es doch in den letzten Jahren hervorragende Arbeit geleistet. Sie sollten diesen Oldtimer nicht unterschätzen, General. Ich denke, ich kann ihn noch einige Zeit fliegen", antwortete ich und begab mich ebenfalls zum Hangar.
Da war es nun. Mein altes Schiff! Es war etwa 175 Meter lang und hatte nach unten stehende Flügel. Vier weitere Flügel ragten im Winkel von 45 Grad aus dem Heck und umschlossen den Plasmaantrieb. Mit seiner grauen Hülle, die an einigen Stellen blaue Flächen aufwies, sah es umso interessanter aus - wenn die Heckflügel nicht gewesen wären, hätte man meinen können, dass es sich um einen grau-blauen "Bird of Prey" handelte.
In Reihe aufgestellt stand meine Besatzung von acht Mann vor dem Schiff und wartete auf meinen Befehl. Es waren Männer und Frauen aus der ganzen Welt. Ich freute mich auf die Zusammenarbeit mit meiner neuen Crew.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Mo 19. Sep 2011, 23:29 
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Ich war gebannt wie ein Schuljunge. Nachdem Fernando im Hangar verschwunden war, erzählte mir Major General Rai Ishiyama von der Mission, die die USC Colorado antreten sollte. Doch mir ging schon seit einigen Tagen etwas durch den Kopf. 'Wieso passiert das gerade jetzt?'
Wir beobachteten das Objekt, das eine solch hohe Strahlung abgab, schon seit Wochen. Um was es sich genau handelte, wussten wir nicht, da es sich hinter einem riesigen Asteroiden versteckte. Wir hatten auch noch kein Schiff zur Verfügung, bis Ishiyama die Colorado einsetzte.
'Wieso begann das ungewöhnliche Objekt plötzlich Strahlung abzugeben?'
Da war doch etwas faul. Ich beabsichtigte nicht die Mission abzubrechen, aber ich beabsichtigte meine Neugierde zu stillen. Ich war ja schließlich General und ich durfte entscheiden, wen ich alles auf diese Mission schickte. Das bedeutete auch, dass ich mit von der Partie war. Meine Entscheidung war gefallen. Ich eilte in Richtung Hangar. Die Besatzung hatte sich in einer Reihe vor dem Schiff aufgestellt und wartete auf die Erlaubnis, das Schiff zu betreten. Colonel Fernando Lopéra war gerade vor mir im Hangar angekommen und wollte soeben eine Ansprache bringen, als ich ihn unterbrach.
"Colonel Lopéra, ich habe von Ihrer Mission gehört. Sie untersuchen einen ungewöhnlichen Energiewert im Asteroidengürtel. Da es sich vermutlich um etwas Größeres handelt, werde ich an dieser Mission teilnehmen."
Der Colonel sah etwas verdutzt aus, nickte aber kurz.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Di 20. Sep 2011, 11:09 
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Ich war ein klein wenig überrascht, als der General mir das mitteilte. Dafür kannte ich ihn schon fast mein ganzes Leben. Er war ein Kollege meines Vaters, der ebenfalls beim USC war. Ich wandte mich wieder meiner Besatzung zu und begann mit der Ansprache: "Sie haben sich alle freiwillig für diese Mission gemeldet. Wie sie gerade eben von General Ishiyama erfahren haben, werden wir aufbrechen um einen Energiewert zu untersuchen. Die Reise in den Asteroidengürtel wird etwa zwei Tage dauern. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit meiner neuen Crew. Sie dürfen wegtreten."
Eine Luke unterhalb des Schiffes öffnete sich und wir betraten das Schiff allesamt. Der Frachtraum war der größte Raum des Schiffes, alles andere war sehr eng. Die Korridore waren so schmal, dass sich gerade noch zwei Personen passieren konnten. Die Quatriere der Crewmitglieder waren zwar etwas geräumiger, aber in den Quatieren für Passagiere passte gerade mal ein Doppelstockbett und ein Kleiderschrank rein. Vielleicht noch etwas Platz für einen Schreibtisch. Das Quartier des Kommandeurs und das des ersten Offiziers befand sich jeweils in einem gesenkten Flügel. Diese Quartiere waren die größten. Die Brücke befand sich am Bug des Schiffes und zwanzig Meter weiter in Richtung Heck war die Messe.
Ich begab mich auf die Brücke und setzte mich auf den Stuhl in der Mitte. Mein neuer erster Offizier, Major Ryan McCallister, setzte sich an eine Konsole zur Bedienung von Waffen und Kommunikation rechts neben mich. Mein zweiter Offizier, Captain Jack O'Connell, nahm an der linken Konsole zur Steuerung des Schiffes platz.
"Torus, hier spricht USC Colorado. Wir bitten um Starterlaubnis von Hangarbucht 5 für Aufklärungsflug in den Asteroidengürtel!", sagte ich, nachdem Major McCallister den Kanal zur Kommandozentrale geöffnet hatte.
"USC Colorado, Torus hier. Starterlaubnis erteilt von Hangarbucht 5. Guten Flug, Colonel!", antwortete der Kommunikationoffizier im Torus.
Der Antrieb begann leise aufzusummen und das Schiff hob vom Boden ab. Der elektronische Schutzschild des Hangars schützte vor Dekompression, aber unser Schildfrequenzmodulator ermöglichte einen sicheren Durchflug. Wir verließen die Station und auch den Orbit des Planeten Erde und nahmen Kurs auf den Asteroidengürtel.
"Geschwindigkeit beträgt jetzt 2.167 Kilometer pro Sekunde", meldete Captain O'Connell.
Es war ein warer Traum. Seit zwei Jahren war ich nicht mehr im Weltall. Ich verbrachte die letzten Jahre auf der Erde und erkundete die Länder, die Beginn des 22. Jahrhunderts aufgelöst worden sind.
Für mich gab es nichts mehr auf der Brücke. Ich machte mich also auf den Weg in mein Quartier, wo ich schließlich auf General McLean traf.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Di 20. Sep 2011, 11:11 
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Ich öffnete das Schott meines Quartieres und zeigte auf den winzigen Raum.
"Colonel Lopéra, eines Ihrer Besatzungsmitglieder sagte mir, dass ich in dieser Abstellkammer schlafen soll. Ich hoffe, dass das nicht so ist", kritisierte ich und verschränkte die Arme.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Di 20. Sep 2011, 11:16 
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"Tut mir leid, Sir. Aber dieses Schiff hat nicht so viel Platz. Ich weiß, Ihr Quartier auf der USC Ayes McCallum war geräumiger. Aber das hier ist ein kleines Erkundungsschiff. Wir brauchen den Platz für die Computer, Energieleitungen, Fracht und Munition. Wenn Sie dennoch ein größeres Quartier möchten, tausche ich gerne mit Ihnen."

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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Di 20. Sep 2011, 11:19 
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Ich schüttelte den Kopf. "Nein, ist schon gut. Sie haben Recht. Ist ja nur für vier Tage. Wir ..."
Das Interne Kommunikationssystem störte meine Antwort, die ich dem Colonel geben wollte.
"Colonel Lopéra und General McLean auf die Brücke", sagte Major McCallisters verzerrte Stimme.
Wir begaben dorthin und schauten durch das riesige Panoramafenster.
"Sir, das Gravidar zeigt eine Art Drohne, die direkt aus dem Objekt kommt. Sie nimmt Kurs auf uns", sagte Major McCallister und zeigte auf einen blauen, viereckigen Rahmen, bei dem nur die Ecken zu sehen waren. Das Head-up-Display an der Frontscheibe stellte immer Schiffe und Stationen mit einen blauen Rahmen, Asteroiden in einem grauen Rahmen und feindliche Schiffe in einem roten Rahmen dar.
"Wann wird sie uns erreichen?", fragte ich und betrachtete den blauen Rahmen.
"Heute Abend um 17 Uhr, Terran Standard Time", antwortete Sergeant Jefferson. Er war für das Gravidar und die Langstreckensensoren zuständig.


30. November 2936

System: Sol
Ort: Weltraum

Die Stunden verstrichen und ich wurde immer ungeduldiger. "Die Drohne ist fast in Sichtweite. Entfernung etwa sechs Kilometer!", meldete McCallister endlich.
"Führen Sie einen Komplettscan durch!", befahl ich und wartete auf seine Antwort. Die, dem Gesicht des Majors nach zu urteilen, keine gute sein konnte.
"Es ist ein Terraformerjäger."
Ich war komplett baff.
"Er eröffnet das Feuer!", meldete Captain O'Connell.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Di 20. Sep 2011, 12:30 
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Wie eine Fliege, die ein Pferd umsurrt, nervte uns dieser Jäger. Er war wirklich sehr schnell und unser Zielerfassungssystem konnte ihn zwar ins Visier nehmen, aber die Geschützkanzeln trafen den Jäger einfach nicht. Er entfernte sich von der USC Colorado, drehte, gab einige Schüsse ab und verschwand wieder. Unseren Schutzschilden machte das eigentlich nicht viel, aber die Treffer störten unsere Energieleitungen.
Schließlich hatten wir ihn. Er drehte gerade, um wieder davon zu fliegen, als Major McCallister den roten Knopf zum Schießen drückte. Ein kurzer Energiestoß aus der rechten Geschützkanzel raste auf den Jäger zu und zerstörte ihn somit.
Es war geschafft! Unser Schiff beschleunigte wieder auf Reisegeschwindigkeit und erreichte die Koordinaten am nächsten Morgen.


1. Dezember 2936

System: Sol
Ort: Asteroidengürtel, Weltraum

Das eigentliche Objekt, das wir untersuchen sollten, schwebte etwa vierundsechzig Kilometer hinter einem imposanten Asteroiden, der die gleichen Ausmaße hatte wie das unbekannte Objekt.
Schließlich konnten wir es erkennen. Es war ein riesiger Ring, der an der linken und rechten Seite große Gondeln hatte.
"Wow, das Objekt hat einen Durchmesser von etwa sechs Kilometern", staunte Captain O'Connell.
"Ich glaube, ich weiß was das ist!", sagte ich und betrachtete den riesigen Ring.
Sein Inneres wurde plötzlich von einer blau schimmernden, durchsichtigen Wand gefüllt. "Das ist ein Sprungtor! Ich werde verrückt!"
"Wohin das wohl führt? Das ist es doch wert herauszufinden, finden Sie nicht, Sir?", meinte Sergeant Jefferson.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Di 20. Sep 2011, 12:48 
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"Ja, das wäre eine gute Idee, aber ohne mich. Wir werden erst dem Generalstab von unserem Ereignis berichten. Wenn es alleine nach mir ginge, dann könnten wir jetzt schon aufbrechen. Aber die Entscheidung liegt beim Stab", sagte ich und betrachtete den riesigen Ring.
Auf so eine Mission hatte ich schon mein ganzes Leben gewartet. Der Traum war jedoch erst einmal verflogen, als ich zum General befördert wurde.

Wir machten uns auf den Weg zurück zum Torus und erreichten ihn am nächsten Abend. General Ishiyama war zum Teil begeistert und zum Teil empört über das, was wir zu berichten hatten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Di 20. Sep 2011, 12:55 
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3. Dezember 2936

System: Sol
Planet: Erde
Ort: Torus, Weltraum

"Sir, wir vermuten, dass die ganzen Energiewerte von Aktivierungen des Sprungtors kommen. Als wir auf dem Weg waren, gab es einen weiteren Energiewert und ein Terraformerjäger hat das Tor verlassen. Es ist möglich, dass es noch weitere solcher Jäger im Sonnensystem gibt. Ich würde vorschlagen, eine Staffel von Abfangjägern und ein Trägerschiff am Tor zu positionieren, um die Terraformer davon abzuhalten, weitere Schiffe durch das Tor zu schicken. Währenddessen kann die USC Colorado einen Aufklärungsflug durch das Sprungtor führen, um die Quelle zu vernichten. Wer weiß, vielleicht kommen demnächst keine Jäger mehr, sondern Zerstörer der Terraformer, oder sogar ein CPU-Schiff", schlug ich vor und General McLean nickte zustimmend.
Wir wussten natürlich, was ein CPU-Schiff war. Es handelte sich um ein gigantisches sich rotierendes Schiff in der Form eines Zylinders. Die Oberfläche war vernabt und mit einzelnen Löchern versehen. Der Bug sah abgetrennt aus und ein riesiges rot leuchtendes "Auge" war zu sehen. Die Hülle dieser CPU-Schiffe bestand aus PDD, Polydiamandoid, einem wirklich sehr starken Stoff.
Wir bekamen das Okay! Das war ein großer Tag in der Geschichte der Erde. Wir brachen auf, um fremde Welten zu erforschen und neue Zivilisationen. Wir begaben uns wieder in den Hangar, nur diesmal ohne General McLean.
Die Triebwerke starteten und wir traten die zweitägige Reise zum Asteroidengürtel wieder an. Diesmal, um ein neues Sonnensystem zu erforschen.
Das Schiff raste in einem imensen Tempo zu den eingegebenen Koordinaten.


5. Dezember 2936

System: Sol
Ort: Asteroidengürtel, Weltraum

Das Tor aktivierte sich wieder und wir durchquerten die Singularität. Einen Sekundenbruchteil später befanden wir uns auch schon in einem fremden Sonnensystem.
Das Tor umkreiste einen Planeten, der etwas größer war, als die Erde. Die Oberfläche unter uns war mit Lavaströmen und Gebirgsketten übersehen. Eine rote Gaswolke zog sich hinter dem Planeten lang und wurde von der hiesigen Sonne beleuchtet.
"Colonel, ich glaube wir haben ein Problem. Die Singularität hat sich abgeschaltet. Die Gondeln am Ring produzieren keine Energie für den Ereignishorizont. Das Tor ist tot", meldete Major McCallister.
"Was? Überprüfen Sie das!", befahl ich dem Captain. "Der Major hat Recht, Sir. Ich habe einige Einschüsse in den Gondeln gefunden. Es kann sein, dass es daran liegt", antwortete O'Connell und wartete auf weitere Anweisungen.
"Na gut. Darum sollten wir uns später kümmern. Führen Sie einen Oberflächenscan des Planeten durch!", befahl ich und der Major machte seine Arbeit.
"Nichts, Sir. Keine Lebenszeichen, keine Gebäude, keine Pflanzen. Ich würde nicht gerade vorschlagen dort zu landen. Die Atmosphäre ist toxisch", sagte Major McCallister.
Ich nickte leicht und wollte gerade aufstehen, um in mein Quartier zu gehen, als mich der Major aufhielt.
"Das Gravidar zeigt ein weiteres Tor etwa sechzehntausend Kilometer vor uns."
Das war doch einen Blick wert. Ich nickte erneut und setzte mich auf den Sitz. Das Schiff beschleunigte und bewegte sich zu den Koordinaten, die das Gravidar anzeigte.
Das Tor aktivierte sich schließlich und wir durchquerten den Ereignishorizont ...

Unbewohnte Systeme standen in dieser Woche an der Tagesordnung. Der Computer erstellte eine Karte mit den besuchten Systemen. Da die Reise zwischen zwei Sprungtoren etwa einen Tag dauerte, konnten wir viele Systeme an einem in dieser Woche besuchen. Nach den vielen Scans, die wir erhielten, konnten wir nicht auf den Planeten landen, bis wir auf ein System stießen ...


12. Dezember 2936

System: Omicron Lyrae
Ort: Weltraum

Nach dem Durchgang scannte Major McCallister die umherschwirrenden Asteroiden nach deren Zusammensetzung. Sie bestanden hauptsächlich aus Silicium und Eisenerz. Ein kleines bklaues Etwas war durch die Frontscheibe zu erkennen.
"Sieht wie ein Planet aus. Captain, nehmen Sie Kursauf!", befahl ich und lehnte mich zurück. Ein roter Punkt auf dem Bildschirm des Majors begann plötzlich zu blinken.
"Sir, der Computer hat den Stern erkannt, der sich im Zentrum dieses Systems befindet. Es ist Omicron Lyrae im Sternbild Leier!", meldete der Major und zeigte auf eine gelbe Gaskugel, die am Rand der Frontscheibe ruhte.
"Omicron Lyrae? Das ist toll! Wenigstens wissen wir jetzt, dass wir nicht allzu weit von der Erde weg sind", antwortete ich und betrachtete die große grüne Gaswolke hinter dem Planeten.
Eine riesige Station umkreiste den blauen Planeten und ein Schiff kontaktierte uns. Ein grauhaariger und blauäugiger Mann mit einem weißen Bart erschien plötzlich auf dem Sensorenbildschirm und verdrängte die Sektorkarte, die der Computer gerade erstellte.
"An das unbekannte Schiff. Hier spricht General Ban Danna vom argonischen Raumschiff AP Argon Eins. Unsere Scans zeigen, dass Ihr Schiff voll bewaffnet ist. Teilen Sie uns Ihr Vorhaben mit und senken Sie Ihre Schilde", sagte der Mann
"Ich bin Colonel Fernando Lopéra, Kommandant des Erkundungsschiffes USC Colorado. Wir kommen in friedlicher Absicht vom Planeten Erde und sind nur auf Erkundungsmission. Wir werden unsere Schilde senken", antwortete ich und nickte dem Major zu. Eine blaugrüne Blase, die das Schiff einhüllte, erschien plötzlich und verschwand so schnell, wie sie aufgetaucht war.
"Was?! Das ist unmöglich! Bitte landen Sie auf der Station. Wir übermitteln Ihnen jetzt die Landeanweisungen!", sagte General Ban Danna. Ein grünes Licht blinkte im Dreisekundentakt plötzlich an einer Andockklammer der Station auf und signalisierte somit, dass das Schiff dort landen sollte.
Nach dem Andockvorgang verließ ich das Schiff und wurde von General Ban Danna empfangen. "Ich bin persönlich auf die Station gekommen um Sie zu begrüßen. Sie sind jetzt der Dritte, der von der Erde kommt", meinte der Admiral.
"Wie bitte? Sie meinen, es gibt noch zwei weitere Terraner in diesen Sektoren?" Ich war völlig verwundert.
"Ja, das meine ich. Vor vierundzwanzig Jahren strandete der Pilot Kyle-William Brennan in einem teladianischen Sektor mit einem Schiff, das einen Sprungantrieb besaß, der nicht auf Sprungtore angwiesen war. Major Elena Kho wurde hinterhergeschickt um ihn zu retten, strandete aber selber in diesem Teil der Galaxie. Jetzt leiten sie die Firma TerraCorp, die sich auf Handel spezialsiert."
"Kyle-William Brennan kenne ich. Zwar nicht persönlich, aber er war vor etwa dreißig Jahren ein Testpilot beim USC. Vor vierundzwanzig Jahren verschwand er plötzlich, als er ein Testflug mit einem Testschiff machte. Er hatte den neuen Sprungantrieb getestet. Aber in was für einem Sektor ist er gelangt?"
"In einem teladianischen. Die Teladi sind kindsgroße Humanoide, die einen mit Schuppen übersäten Körper eines Menschen haben, aber den Schwanz und den Kopf von Echsen. Sie sind sehr profitgierig. Aber weiteres erfahren Sie noch später. Kommen Sie mit, der Generalstab wird wahrscheinlich überaus erfreut sein", sagte der Admiral und wies mir den Weg. Wir betraten einen riesigen Konferenzraum mit einem langen Tisch, wo viele uniformierte Männer und Frauen saßen. Anscheinend waren Sie Kommandanten verschiedener argonischer Schiffe. Ich setzte mich an den anderen Kopf des Tisches.
"General Danna, was soll das, wenn ich fragen darf?", fragte ein Mann, der am anderen Ende des Tisches saß.
"Ich bin Colonel Fernando Lopéra, Kommandant des Schiffes USC Colorado. Wir kommen vom Planeten Erde."
Der Mann war völlig verdutzt. Und die Herren und Damen am Tisch munkelten sich gegenseitig zu.
"Von der Erde? Das ist unmöglich!"
"Ja, das sagte der Admiral auch schon."
"Okay, ich bin Luke Mackes, Vizeaußenminister der Föderation Argons. Wie kamen Sie hier her? Wir haben das Tor zur Erde doch vor hunderten von Jahren zerstört."
"Was? Sie meinen das Tor, das nach Taurus führte. Das ist unmöglich. Sie sind die Kolonisten. Diejenigen, die vor hunderten von Jahren von der Erde abgeschnitten waren. Das ist wirklich sehr interessant."
"Ja, das ist es. Aber wie kamen Sie hier her?"
"Wir fanden ein Sprungtor im Asteroidengürtel, das in ein unbekanntes System führte. Allerdings ist das jetzt tot. Wir kommen nicht mehr zurück."
"Das ist wirklich bedauerlich. Wir hatten schon lange keinen Besuch mehr von der Erde. Die einzigen Personen, die aus diesem Sektor zu uns gestoßen sind, sind Captain Kylea-William Brennan und Major Elena Kho. Diese beiden Menschen müssen Ihnen doch bekannt sein, nicht wahr?", fragte der Vizeaußenminister und bediente sich an einem Computerholofeld, welches vor ihm aufleuchtete. Er schien etwas zu suchen. Als er schließlich fand, wonach er gestöbert hatte, erschienen plötzlich zwei Köpfe über der Mitte des Tisches. Es waren holografische Abbildungen von zwei älteren Menschen. Ich erkannte sofort, dass das die beiden genannten Piloten von der Erde waren.
"Wo befinden sie sich jetzt?", fragte ich.
"Genau wissen wir es nicht. Sie sind auf einer geheimen Mission im Namen der Föderation. Aber das dürfte Sie nicht interessieren. Tatsache ist, dass es eine Möglichkeit gibt den terranischen Sektor zu besuchen. Natürlich, wenn das Tor wieder intakt ist und beide wieder zu sprechen sind, können Sie sich mit ihnen in Verbindung setzen. Aber vorher ist es leider unmöglich", antwortete General Danna.
"Na gut, dann werden wir warten. Mit welchem Zahlungsmittel wird hier bezahlt? Vermutlich werden wir noch etwas länger bleiben."
"Wir zahlen mit teladianischen Credits. Sie könnten gutes Geld machen, wenn Sie Ihre Datenbank zum Verkauf anbieten. Geschichtliche Daten, oder soetwas ...", schlug Luke Mackes vor.
"Das wäre sicherlich eine gute Idee. Sobald ich auf meinem Schiff bin werde ich jemanden anweisen, die gewünschten Daten herauszufiltern und ein Konto anmelden, auf dem Sie dann die Credits laden können. Wenn Sie mir sagen, wie viel Ihr Geld hier wert ist, ist das dann sofort erledigt."
Gesagt - getan. Die Überweisung auf unser neues Konto verlief perfekt. Wir hatten einige Kopien von interessanten Daten erstellt und diese für satte 64.547 Credits verkauft. Zudem gab uns der General noch die Koordinaten einer Raumstation, an der wir unsere Vorräte auffüllen konnten.


31. Dezember 2936

System: Unbekanntes System
Ort: Weltraum

Wir erreichten nach einigen Systemen schließlich die uns vorgeschlagene Station, die den Namen McGivens' Deep Space Trading Station trug. Sie war weit ab von jeder Planetenumlaufbahn, aber dafür war sie, wie es aussah, sehr bekannt, denn unzählige Schiffe kreuzten durch den Raum, dockten an oder verschwanden in der Dunkelheit in Richtung der sehr weit entfernten Sprungtore.
'Das wird ja immer interessanter', dachte ich und verfolgte einen mittelgroßen Frachter, der gerade abdockte und das Weite suchte. Captain O'Connel öffnete einen Kanal zu der Station.
Eine Frauenstimme antwortete: "McGivens'-Deep-Space-Tradings-Station-Center hier. Bitte nennen Sie Ihr Anliegen und ID-Code."
"Hier spricht Captain Albus O'Connel, Pilot der USC Colorado, Kennung EM6UC-47, von der Erde. Unsere Absicht ist es Vorräte zu laden", sagte mein Pilot standartmäßig und wartete auf die Antwort. Der Aufbau der Kennungen der Schiffe war seit achthundert Jahren nicht geändert worden. Es war gut möglich, dass die Gemeinschaft diesen Aufbau noch immer verwendete.
"Wir haben Sie auf dem Schirm, Colorado. Typ: Korvette. Länge: 175 Meter. Bitte bestätigen!", sagte die Stimme.
"Bestätige."
"Gut! Colorado, Sie haben Landeerlaubnis. Folgen Sie einfach den grünen Hologrammlichtern zu Ihrer Andockschleuse", sagte die Frau und ihre Stimme verschwand. O'Connel manövrierte das Schiff geschickt einer projezierten Landbahn aus Lichtern entlang und dockte langsam an eine Schleuse. Danach sandte er dem Stationscomputer die Andockprotokolle. Die Schleuse des Gates, welche aus einem merkwürdigen Material bestand, formte sich selbstständig so, dass sie sich mit der Schleuse meines Schiffes verbinden konnte.
Die Station war gigantisch. Sie war ein sich drehender, hohler Zylinder mit zwei herausragenden Armen. Aber ein Teil der Installation stand still. Es war wohl der Bereich für Handel, Gastronomie und Lagerung von Gütern. Die ulkigsten Lebewesen rannten hier herum. Ich musste staunen. Etwa 2,5 Meter große Wesen mit drei Augen, einer fahlen Haut und Armen, die bis zum Boden ragten, nannten sich nach der Datenbank Paraniden. Auch die kleinen 1,5 Meter großen Echsen waren vertreten. Da waren noch die Argonen und eine Spezies, die etwa aussah, wie Menschen, nur mit einer faltigen Haut liefen hier auch herum. Sie hatten meistens Kinnbärte und eine Glatze und nannten sich Split. Wesen, die etwas kleiner waren als die Teladi hatten sechs Tentakel am Nacken, große Augen und einen dünnen schrägen Hals. Ihre Stimme klang wie die eines Menschen, der zu viel Helium inhaliert hatte. Sie nannten sich Boronen.
Während sich die Crew um die Lagerung von Proviant kümmerte, genehmigten sich die Führungsoffiziere einen Nachmittag in einer Bar. Ich gesellte mich hinzu und bestellte einen Saft bei einem kleinen Teladi.
Ein kurzes Kratzen aus den Lautsprechern ertönte und Musik begann zu spielen. Aber die Art der Musik war sehr merkwürdig. Sie war schnell und hörte sich sehr warm an. Zudem sangen die Männer auch noch in einer bekannten Sprache! Es waren die "Gipsy Kings", eine Flamenco-Gruppe aus dem 21. Jahrhundert, die aus den Lautsprechern johlten. Wirklich, das waren die letzten Lieder, die ich so weit draußen vermutet hätte. Aber anscheinend waren die außerirdischen Völker davon nicht beeindruckt. Nur die kleinen im Wasser lebenden Wesen mit ihren Umweltanzügen, die sich Boronen nannten, waren am Klang der Gitarren und der Gesänge entzückt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Mi 21. Sep 2011, 14:41 
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Irrlicht
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11. Dezember 2936

System: Sol
Raumstation: Torus
Ort: Orbit von der Erde, Weltraum

"Haben Sie sie erreichen können?", fragte ich den Kommunikationsoffizier in der Kommandozentrale im Torus. Der Captain schüttelte den Kopf. "Das Tor ist anscheinend abgeschaltet. Die USC McCallum sendet ein Notsignal. Sie wurde von einem Schwarm Terraformerjäger angegriffen. Der Antrieb und die Waffensysteme sind schwer beschädigt", antwortete der Captain.
"Na schön, das ist wirklich nicht gut. Captain, sagen Sie der Besatzung der USC California Bescheid, dass sie sich auf ihre Stationen begeben sollen! Und schicken Sie die USC Dallas zur McCallum, um ihr zu helfen!", ordnete ich an und begab mich zur Hangarbucht 3. Auf Landefüßen stehend war das Schiff schon bereit zum Abflug. Es war etwa siebzig Meter länger als die USC Colorado, aber nicht breiter. Es war ein längliches Schiff, das in der Hecksektion ein wenig höher war als der Rest. Dennoch war das Schiff flach. Jeweils eine Antriebsgondel an einer Seite am Heck ließ es noch breiter wirken. Die Brücke war wie bei der USC Colorado am Bug. Die Bugsektion hatte Ähnlichkeit mit dem Kopf eines Adlers, nur dass die Federn und die Augen fehlten und der Schnabel war geschlossen. Da es ein Schiff der ATF war, war die Hülle ziemlich dunkelgrau und hatte an einigen Stellen hellblau leuchtende Fenster und Triebwerke.
Dadurch, dass es größer war, war es auch etwas langsamer, aber nur etwas. Im Vergleich zu den Kreuzern und Trägern der ATF waren die USC Colorado und die USC California Raumschiffmodelle.
Die ATF, die Artifical General Intelligence Task Force, war eine Spezialeinheit des USC, die sich auf Verteidigung gegen die Terraformer konzentrierten. Sie bauten gigantische Schiffe, um einem eventuellen Angriff standzuhalten.
Ich betrat das Schiff und begab mich sofort auf die Brücke, um den Befehl zum Start zu geben. Der Antrieb des Schiffes summte leise auf, und wir bewegten uns am Mars vorbei in Richtung Asteroidengürtel. Von hier aus konnte man den Jupiter besser als von der Erde aus erkennen.


14. Dezember 2936

System: Sol
Ort: Weltraum

Die Reise zum Sprungtor dauerte zwar länger, aber mein Quartier war um Welten größer. Zudem hatte ich noch ein Panoramafenster und somit einen herrlichen Ausblick in die Tiefen des Weltalls und zu einem kleinen orangenefarbenen Punkt, den wir Jupiter nannten.
Wir erreichten das Sprungtor. Völlig tot war es nicht. Der Ereignishorizont tauchte ein paar Mal auf und verschwand nach ein paar Minuten wieder. Ich beschloss eine Kamerdrohne durchzuschicken.
"Wenn die Drohne auf der anderen Seite wieder auftaucht, werden wir einige Bilder über die Umgebung erhalten. Selbst wenn der Ereignishorizont verschwindet, nachdem wir das Tor passiert haben, werden wir unbeschadet auf der anderen Seite wieder heraus kommen. Aber sind Sie sicher, dass Sie das tun wollen?", fragte mich der Pilot der USC California.
"Ganz sicher. Das bin ich Fernando schuldig. Starten Sie, wenn Sie bereit sind, Captain", antwortete ich und atmete tief ein und wieder aus.
"Ich bin immer bereit, Sir", erwiderte der Pilot und schob den Gashebel nach vorne. Das Schiff beschleunigte und durchquerte das Tor.

Nach einem Bruchteil einer Sekunde schließlich erreichten wir das unbewohnte System. Wir scannten den Planeten, aber dieser sah schon nach einer Fehlanzeige aus. Fernando würde unmöglich auf diesem Planeten Forschung betreiben.
"Das Tor hat sich abgeschaltet! Die Gondeln sind explodiert!", meldete plötzlich der Pilot.
"Verdammt! ... Nun, ich schätze, wir sind hier ebenso gestrandet. Von wegen, wir eilen zur Hilfe in einem von Gott verlassenen Gebiet. Wir sind jetzt auch auf Hilfe angewiesen", sagte ich und rieb mir die Nase. Wir flogen weiter und durchquerten das nächste Tor ...


24. Dezember 2936 - Heiligabend

System: Omicron Lyrae
Ort: Weltraum

Ich wachte an diesem Morgen mit einem sehr unguten Gefühl auf. Es war wirklich kein Grund zu feiern. Keiner hatte sich die Mühe gemacht das Schiff zu schmücken, bis auf meinen ersten Offizier, der einen kleinen Weihnachtsbaum auf der Brücke platziert hat. Ich warf kurz einen Blick aus der Frontscheibe und erkannte gerade noch das Sprungtor, welches wir dann durchquerten. Wir fanden uns in einem weiteren System wieder, das aber anscheinend bewohnt war, denn der Planet hatte eine Bevölkerung von über 1,5 Milliarden Lebewesen. Gerade, als wir das System erreichten, wurden wir angefunkt.
"An das unbekannte Schiff! Ich bin General Ban Danna, Kommandant des argonischen Schiffes AP Argon Eins. Unsere Scans haben erwiesen, dass Ihr Schiff schwer bewaffnet ist. Teilen Sie Ihre Absichten mit und senken Sie ihren Schutzschild!", befahl ein etwas älterer Mann, dessen Kopf auf dem Sensorenbildschirm auftauchte.
"Ich bin General Douglas McLean, Kommandant des Schiffes USC California. Wir suchen eines unserer Schiffe. Wir glauben, es ist in diesen Bereich der Galaxie gelangt. Der Kommandant des Schiffes ist Colonel Fernando Lopéra."
"Sie suchen ihn und sein Schiff? Wir können Ihnen weiterhelfen. Er kam erst vor ein paar Tagen hier vorbei. Dann nahm er Kurs zum Hauptquartier der TerraCorp. Ich sende Ihnen die Koordinaten zu. Viel Glück!", sagte der Admiral und verschwand vom Bildschirm.
'Was war denn das für eine Aktion?', fragte ich mich und runzelte die Stirn. Ich gab dem Captain Bescheid, dass er zu den Koordinaten fliegen sollte.


31. Dezember 2936

System: Unbekanntes System
Raumstation: TerraCorp-Hauptquartier
Ort: Orbit eines unbekannten Planeten, Weltraum

Kurze Zeit später erreichten wir das System und fanden auch direkt das Hauptquartier und die USC Colorado. Wir landeten in einem Hangar, da das Schiff zu groß für die Andockklammern war.
Ich verließ das Schiff und fing an, Fernando zu suchen. 'Wie ich ihn kenne, wird er sich in eine Bar setzen. Nicht, um Alkohol zu trinken, sondern eher um nachzudenken', dachte ich und betrat ein Restaurant. Die Crew der USC Colorado hatte sich in der ganzen Bar verteilt. Sie spielten, tanzten oder tranken etwas, dass sich Raumsprit nannte. Das hatte ich von einem Wachposten im Hangar erfahren. "Colonel!", rief ich dem Mann am Tresen zu.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Mi 21. Sep 2011, 20:49 
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Ich lauschte genüsslich der Musik. Es war einfach göttlich, wieder jemanden beim Gitarrespielen zuzuhören. Seit knapp zwei Tagen befanden wir uns auf dieser Station, und fast die ganze Zeit hatten wir in der Bar verbracht. Major McCallister hatte schon jemanden zum Pokern gefunden, und der Rest der Crew mischte sich unter die Menge. Nur ich saß noch am Tresen und dachte nach. 'Was wäre, wenn wir nicht mehr nach Hause kommen würden? Würden sie uns jemanden hinterherschicken, der uns dann einsammeln wird?'
"Colonel Lopéra, Sie sehen so gelangweilt aus. Gesellen Sie sich zu uns. Wir spielen ein Spiel, das sich Gringo nennt", sagte Lieutenant Maria López, eine etwas kurz geratene Frau mit schwarzen Haaren und braunen Augen. "Nein, danke, Lieutenant. Ich denke, ich werde mich jetzt zurückziehen."
Obwohl sie erst Mitte Zwanzig war, war sie eine ausgesprochen gute Soldatin, die schon längst im Rang eines Majors stehen könnte. Ich hatte sie persönlich ausgewählt, da sie die Schwester eines sehr guten Freundes war. Sein Name war José.
Er war ein Mitglied der Besatzung der USC Yorkshire. Das Schiff war erst ein paar Monate vor dieser Mission von einem Schwarm Terraformerjäger zerstört worden.
Ganze zehn Jahre hatten wir zusammen auf der USC McMurdo, dem Flaggschiff des ATF, gedient. Ich war zum Colonel befördert worden und hatte auch das Flugpatent für Großkampfschiffe erhalten. Seitdem durfte ich die Colorado steuern. José hatte ebenfalls den Rang eines Colonels erhalten und daraufhin die Denver befehligt. Wir waren zusammen durch dick und dünn gegangen. Wir hatten uns im Kindergarten kennengelernt und zugesehen, wie wir aufwuchsen. Auch war ich bei der Geburt von Maria dabei gewesen, wie auch bei ihrer Hochzeit und der von José. Die Weltraumbestattung war allerings nicht so erfreulich gewesen. Ich hatte seine Asche persönlich aus dem Hangar durch den Schutzschild ins All geworfen.
'Diese verdammten Terraformer!', dachte ich und schlug mit der Faust auf den Tresen. Auf meiner Wange glitzerte eine Träne. "Colonel!", kam es plötzlich von hinten. Ich drehte mich herum und erblickte den General. "Sir?! Was tun Sie denn hier?", fragte ich völlig verwundert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Mi 21. Sep 2011, 21:25 
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Irrlicht
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Der Colonel sah verwirrt aus. Ich beschloss ihm diese Last abzunehmen.
"Ich bin gekommen, um Sie und ihre Crew wieder nach Hause zu bringen. Leider wurden die Energiegondeln am Sprungtor zerstört, sodass nur noch einzelne Flüge möglich waren. Nach dem Durchqueren des Tors sind die Gondeln leider explodiert. Wahrscheinlich eine Überlast."
Ich setzte mich neben dem Colonel auf einen Barhocker und bestellte das gleiche, was er auch hatte.
"Ist wohl mit dem Retten nichts geworden, stimmt's?", fragte Fernando und lächelte.
"Ich fürchte nicht. Wir sind jetzt auf uns alleine gestellt."
"Mit welchem Schiff sind Sie denn jetzt hier?"
"Mit der USC California. Es war das einzige verfügbare."
"Ah, ein Schiff der Los-Angeles-Klasse, interessant. Mit der McCallum oder der McMurdo konnten Sie nicht kommen? Wäre zumindest gegen die Terraformer hilfreich gewesen."
Die USC McCallum war das Flaggschiff des USC.
"Die McCallum wurde schwer beschädigt. Eine Flotte der Terraformer nahm sie unter Beschuss, bevor sie die Schilde hochfahren konnte. Aber wir haben genügend Munition und moralischen Ansporn, um gegen die Terraformer vorzugehen."
"Sir, ich mache mir Sorgen. Sorgen um meine Heimat. Ich weiß, dass in den letzten Tagen viele Schiffe angegriffen haben. Wer weiß, vielleicht benötigen die Terraformer eines Tages keine Sprungtore mehr, um sich zwischen den Sternen zu bewegen." Fernando klang sehr bestürzt. Kein Wunder, dass man in so einer Situation schlechte Laune bekam. Ich hätte die vermutlich auch gehabt.
"Mein Junge, die Terraner wissen sich schon zu verteidigen. Selbst wenn die Flotte der ATF von den Terraformern überwunden wird, kommen sie an den Waffen des Torus nicht vorbei. Die Erde ist einer der am besten geschützte Planet. Dein Vater und ich waren sehr gut befreundet. Ich zog dich und deinen Bruder nach seinem Tod groß wie meine eigenen Söhne. Hast du jemals an mir gezweifelt?", fragte ich und ignorierte die Förmlichkeiten, die sonst beim Militär eingehalten werden müssen.


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