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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Sa 28. Apr 2012, 22:07 
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Wichtel
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"Es gibt da noch eine kleine Winzigkeit, die mich interessiert. Wie wollen Sie eigentlich die Reparaturen am Schiff bezahlen?", fragte der Gouverneur.
"Eventuell ... durch den Verkauf unseres Hauptcomputers. Natürlich werden wir ihn gegen einen kleineren eintauschen. Den Gewinn, den wir daraus erstanden haben, werden wir in die Reparaturen stecken. Zudem bieten wir eine Kopie unserer Datenbank zum Verkauf", sagte ich und lehnte mich zurück. Sowohl der Colonel als auch der Gouverneur schauten mich mit großen Augen an.
"Doktor? Was tun Sie da?! Glauben Sie, dass das ... Moment, das ist eine gute Idee. Ja, so können wir das machen", sagte Antonio und nickte dem Gouverneur zu.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: So 29. Apr 2012, 21:34 
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Irrlicht
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9. Der Gesandte von Paranid Prime

"Da sprach der Herr zu Mose: Recke deine Hand über Ägyptenland, dass Heuschrecken auf Ägyptenland kommen und alles auffressen, was im Lande wächst, alles, was der Hagel übriggelassen hat" - Herr zu Mose, 8. ägyptische Plage

Surrend und quietschend kreisten die kleinen Kugeln um eine etwas größere warme Gaskugel. Wir fixierten die zweite, hellbraune Kugel, die sich von der ersten, dunkelbraunen Kugel überholen ließ. Die anderen Kugeln und die große Gaskugel verschwanden, dafür wurde die zweite immer größer. Ein Mensch hätte dieses Hologramm für ein Spielzeug gehalten, dabei war es die Karte meines Ziels.
Paranid Prime, der wohl schönste Planet im ganzen Universum, war nicht mehr weit von uns entfernt, das sagte jedenfalls unser Navigator.
"Mein ehrenwerter Lordkapitän. Ihr habt uns noch nicht gesagt, weshalb der o so göttliche Pontifex es für nötig hält dieses heilige Schiff zu sich zu beten", sagte Unser Navigator Bocklanckserett.
"Das werdet Ihr noch früh genug erfahren, Navigator. Die unheiligen zweiäugigen Menschen namens Argonen sind vor kurzem auf ihre ebenfalls unheiligen Verwandten, den Terranern, gestoßen. Wir nehmen an, dass der mächtige Pontifex uns herbeiruft", antworteten Wir und schauten aus der Frontscheibe, die von einem gewaltigen Wüstenplaneten gefüllt war. "Und nun, kümmert Euch um den Landeanflug auf den heiligen Boden des Zentrums des Seins."
Das Schiff verließ das Nichts und trat in die Atmosphäre des Planeten ein. Ein Sandsturm fegte über den Boden, aber das störte uns nicht. Der Boden unter uns öffnete sich und legte einen Hangar frei, worein das Schiff sank. Ein Dumpfen verkündete, dass wir gelandet waren.
"Navigator, Ihr werdet solange Wir fort sind das Kommado über das heilige Schiff übernehmen. Um Eure Neugier zu befriedigen, werden Wir Euch über den Plan des o so großen Pontifex aufklären." Wir verließen das Schiff und bewegten Uns in Richtung des Thronsaals des Pontifex. An der Tür zum Hangar wurden Wir von zwei Paraniden empfangen, die Uns zum Unserem Ziel begleiten sollten.
Der Thronsaal wurde durch eine reich durch Edelsteinen verzierte Steintür vom Rest des unterirdischen Komplexes abtrennt. Die beiden Paraniden öffneten Uns die Tür, sodass Wir eintreten konnten.
Vor einem ebenfalls reich verzierten Thron stand ein in nochmals reich verzierter Robe bekleiderter Paranide der schnell auf Uns zugelaufen kam. Wir verbeugten Uns vor dem heiligsten aller Paraniden, dem Hüter der Dreidimensionalität, dem obersten Priester des paranidischen Reiches, dem mächtigsten Lebewesen im Universum, dem Pontifex Maximus Paranidia Xaar.
"Lordkapitän Rolmancketsrelat, Ihr habt also doch zu Uns gefunden! Euer Auftrag wird einfach sein, so einfach, dass selbst Ihr nicht versagen könnt! Seht auf diesen Bildschirm!", befahl Uns der heilige Pontifex und zeigte auf jenen Bildschirm. Wir erkannten ein Raumschiff, zuminest sollte es eines sein. Es war ziemlich hässlich. Plötzlich öffnete sich vor dem Schiff ein blauweißer Nebel, in dem das Schiff verschwand.
"Ihr zeigt mir ein Schiff mit einem Sprungantrieb?", fragten Wir etwas irritiert.
"Nein, kein Sprungantrieb! Dieses Schiff bewegt sich ohne jegliche Nutzung von Singularitäten durch die Dreidimensionalität. Es beleidigt somit unsere Existenz, unser Volk und ... Uns! Beschafft mir das Schiff mit seinem Antrieb und jene unheiligen Wesen, die es wagen, das Schiff zu steuern! Ihr startet jetzt, Lordkapitän!", befahl mir der heilige Pontifex und zeigte auf den Ausgang. Der Pontifex neigte immer zu so kurzen Gesprächen, da er sehr häufig meditierte.
Wieder auf dem Schiff wurden Wir von Unserem Navigator begrüßt, der sich verbeugte: "Erlaubt Uns zu fragen, welchen Anlass der mächtige Pontifex gehabt hatte Euch zu sprechen, o eherenwerter Lordkapitän."
"Unheilige Lebewesen wagen es die heilige Dreidimensionalität zu besudeln! Wir haben den Auftrag diese Zweiaugen zu vernichten und deren Schiff und Antrieb zu übernehmen!", raschelten Wir und gingen in Unser Quartier.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Di 1. Mai 2012, 22:13 
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Die Siedlung wurde immer kleiner und schließlich verschwand sie hinter dem Horizont. Die Juri-Gagarin-Ebene war so sehr groß und flach, dass man sich nirgends orientieren konnte. Aber der Mann, dessen Name Mohammed lautete, erklärte uns, oder eher Jamila, den Weg zu diesem Verkäufer. Sie benutzte einen Kompass, den ich in meinem Rucksack mitgeschleppt hatte.
Auf einem größeren Stein, der schon aus sechs Kilometern entfernung sehr gut zu erkennen war, machten wir eine Pause. Während wir eine kurz aufgewärmte Mahlzeit genüsslich verschlangen, dachte ich darüber nach, wie wir am Besten die La Esperanza finden konnten. Aber das sollte erst mal Nebensache sein.
Je später es wurde, wurde es durch die beiden Sonnen natürlich auch wärmer.
"Was hat eigentlich Mohammed über den Preis eines Gleiters gesagt?", fragte ich, nachdem wir weitergegangen waren. Jamila blieb stehen und schaute mich entsetzt an.
"Verdammt! Davon hat er nichts gesagt! Wieso habe ich nicht gleich daran gedacht?!", ärgerte sie sich.
"Nagut, wir werden schon einen Weg finden diesen Planeten zu verlassen. Sagte Mohammed auch etwas von einer anderen Siedlung, dessen Bewohner vielleicht mehr wissen?", fragte ich.
"Nein, ich glaube nicht. Vielleicht sollten wir einfach weiterlaufen, dann treffen wir schon jemanden", sagte sie und ging voran. Ich bewunderte ihren Optimismus. Selbst in auswegslosen Situationen konnte sie einfach nicht ihren Optimismus verbergen. Aber naja, so war sie eben!

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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Mi 16. Mai 2012, 16:14 
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Irrlicht
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Da war es nun! Der große blauschwarze Ring mit einem Durchmesser von mehreren hundert Metern schwebtre regungslos direkt vor uns. Der Major verlangsamte auf Null und wartete auf meinen Befehl.
"Beschleunigen Sie, Major!", befahl ich. Mein Offizier drehte am Rädchen und das Schiff verschwand im Ereignishorizont.
Auf der anderen wurden wir sofort von einem Offizier des USC begrüßt.
"Schönen guten Morgen, hier spricht Colonel Jack Dellan, Kommandant der USC Katana, Sektorsicherheit. Teilen Sie uns bitte Ihr Ziel, den Namen Ihres Schiffes, den ID-Code und Ihre Heimatbasis mit."
"Auch guten Morgen! Ich bin ATF-Lieutenant General Douglas McLean, Kommandant der USC Kyoto. Der ID-Code meines Schiffes ist EM2YD-56. Unser Ziel ist es die verschollene USC Colorado zu finden und einen Terraformerstützpunkt zu zerstören. Die Heimatbasis ist das ATF-Hauptquartier auf dem Mars", antwortete ich.
"Wurde registriert. Sie können weiter fliegen. Schönen Tag noch", sagte der Mann und verschwand vom Bildschirm.
Der Sektor, den wir besuchen sollten, lag ziemlich außerhalb der Sektoren, die von der Gemeinschaft bevölkert wurden. Wenn man nicht von diesem Sektor wusste, hätte man sicherlich ihn nie gefunden, da sich das Tor, so hatten die Argonen berichtet, in einem Nebel weit außerhalb der Planetenbahnen um die Sonne kreiste. Es wurde nur durch Zufall entdeckt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: So 17. Jun 2012, 22:11 
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Wichtel
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Fernando schien nicht wirklich von meiner Idee begeistert zu sein, aber er hatte anscheinend keine bessere. Somit liefen wir ziellos durch die Gegend. Wir beschlossen nach einiger Zeit wieder umzukehren. Zwar nicht zurück zum Wrack, aber dafür zum Rand der Juri-Gagarin-Ebene. Der Grund für diese Entscheidung war eine große Sternschnuppe, die in diese Richtung flog.
Leider gab es nicht besonders viele Gesprächsthemen, deshalb schwiegen wir uns die meiste Zeit an.

Gegen Einbruch des Abends erreichten wir wieder das Grenzgebirge. Wir schlugen unser Lager auf einem der höher gelegenen Ebenen auf, versteckt zwischen den Büschen. Langsam wurde es auch wieder frostig, deshalb dauerte es nicht lange ein Feuer zu machen.
Abendessen gab es nicht, denn wir waren noch von dem Tier, dessen Namen wir vergessen hatten, satt.
"Was glaubst du, Fernando. Haben die Aldrianer die Existenz der Erde vergessen, oder nicht?", fragte ich, nachdem wir unsere Schlafsäcke ausgebreitet hatten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: So 17. Jun 2012, 22:30 
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Ich schaute etwas verwirrt zu ihr herüber, beschloss aber dann doch zu antworten.
"Ich denke, sie wissen heute genau so viel von uns, wie die Argonen. Es könnte aber auch sein, dass sie so denken wie die Goner, die schon seit Jahrhunderten auf eine Zusammenkunft hoffen, oder eher hofften", antwortete ich und schaute in die Sterne.
"Naja, dann hoffen wir mal, dass die Aldrianer die La Esperanza entdeckt hat. Vielleicht helfen sie ja mit den Reparaturen."
"Falls sich das Schiff in diesem System aufhält. Wenn nicht, sind wir sowieso verloren. Dann kenne ich keine Möglichkeit nach Hause zu gelangen."
"Und was ist mit den Sprungtoren?"
"Die Aldrianer waren doch früher Kolonisten der Erde, genau wie die Argonen. Normalerweise müsste das Sprungtor in diesem System mit der Gemeinschaft verbunden sein. Das ist es aber nicht, da die Argonen noch kein Sterbenswörtchen über die Aldrianer veroren haben. Sie wissen wahrscheinlich genau so wenig von ihrer Existenz, wie die Terraner. Das glaube ich jedenfalls. Es könnte aber auch sein, dass sich beide Parteien nicht besonders mögen", antwortete ich und zeichnete mit einem Finger Figuren in den Sand. Es war irgendwie entspannend, denn der Sand fühlte sich sehr weich und kühl an.
"Das könnte natürlich auch der Fall sein. Naja, auf jeden Fall ist es lustig mit anzusehen, wie Sternschnuppen durch den Himmel kreisen."
"Ja, das stimmt schon!", seufzte ich und wollte gerade meine Augen schließen. Plötzlich fuhr ich, wie von der Tarantel gestochen, nach oben. "Sternschnuppen kreisen doch gar nicht!", brüllte ich fast in die Nacht hinein. Ich schaute in Richtung Himmel und sah den rötlichen Punkt, der seine Kurven zog. Jamila hatte Recht, aber es war kein Stern, der da herumeierte. Es sah mehr aus wie ein ... Bevor ich diesen Gedanken zuende denken konnte, war es schon geschehen. Meine Befürchtungen entsprachen also der Wahrheit. Ein kurzer roter Lichtpfeil zuckte in Richtung Armstrongboden. Ich verfolgte ihn mit meinen Augen und sah einen kleinen gelb leuchtenden Pilz in die Höhe schießen.
Das konnte doch nicht wahr sein. Dieses Etwas hatte wohl kaum grundlos auf diesen Punkt gezielt. Aber nachdem der Pilz sich in Luft aufgelöst hatte, erkannte ich den Grund. Es war das kleine Normadendorf, in dem wir erst einen Tag zuvor übernachtet hatten und welches jetzt in gelborangen Flammen brannte.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: So 17. Jun 2012, 22:42 
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Wichtel
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Ich musste einen Schmerzensschrei unterdrücken. Mein Magen schmerzte vor Angst und Trauer um die Leute in diesem Dorf. Mir flossen die Tränen in Strömen die Wange hinunter. Fernando kniete sich neben mich und umarmte mich kräftig. Auch er ließ einige Schluchzer vernehmen.
Nach diesem Attentat auf ein völlig schutzloses und unschuldiges Dorf kehrte das Objekt, welches das angerichtet hatte, wieder um und flog weiter in Richtung Süden. Doch plötzlich machte es wieder Kehrt und nahm Kurs in Richtung Nordwesten ... zu uns!
"Fernando!", zischte ich in sein Ohr und zeigte auf den roten Punkt, welcher zu uns schoss. Er drehte sich um und erblickte, und erkannte wahrscheinlich auch, dieses höllische Ding. Nach einiger Zeit erkannte auch ich die tiefschwarzen Konturen des kleinen Raumers. Es war ein Jäger, ein Terraformer. Die Gemeinschaft nannte diese Maschinenrasse auch gerne Xenon, das lateinische Wort für "fremd".
Kriechend zogen wir uns zu unseren Sachen, die wir schnell in die Rucksäcke stopften. Auch die Schlafsäcke packten wir ein. Langsam machten wir uns aus dem Staub. Der Terraformer zog mit einer irrwitzigen Geschwindigkeit über uns hinweg, drehte dann aber wieder. Aber dieses Mal ohne Vergeltung. Er gab drei Schüsse ab, die sofort in den Bergmassiv einschlugen. Nach diesem Angriff rannten wir was das Zeug hielt den Berg hinunter zu einer weitläufigen Wüste von großen Steinen, Hügeln und sehr viel Sand. Der Jäger manövrierte geschickt durch die Täler und schoss weiter auf uns, doch er war einfach zu schnell. Er traf immer wieder einen großen Felsen oder den Boden, aber nicht uns. Das konnte wohl kaum das Ende von unserer Existenz sein!


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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Mi 11. Jul 2012, 18:38 
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Was hätte ich in diesem Moment gegeben, um sicher an Bord der La Esperanza zu sein. Es war eine höllisch enge Jagd. Es war zu unseren Gunsten, dass der Jäger meist keine freie Schussbahn hatte, denn Terraformer trafen so ziemlich immer. Besonders bei so schutzlosen Zielobjekten wie Menschen.
Ich griff in meinen Holster und zog meine Pistole. Zwar traf ich den Jäger, aber die Projektile prallten einfach ab, als würde man versuchen mit einem Wattebällchen eine Wand aus Blei zu zerstören. Da fiel mir noch die Plasmawaffe ein, allerdings richtete diese nur minimal mehr Schaden an. Nach einem Treffer funkte es aus einer Leitung in der Nähe des Cockpits. Aber der Terraformer ließ sich dadurch nicht beeindrucken. Er schoss weiterhin auf große Felsen, dessen Trümmer uns treffen sollten. Wenn diese Blechbüchsen in einer Sache erfinderisch waren, dann, wie man am besten ein Ziel vernichtet. Für solche Berechnungen brauchten sie nicht sehr lange. Vielleicht ein oder zwei Nanosekunden.
"Fernando!", rief Jamila plötzlich und zeigte auf ein großes Loch in einem Berg. Es war eine Höhle, welche eher einem Minenschacht aus dem 19. Jahrhundert ähnelte.
Anscheinend bemerkte auch der Jäger die Höhle und schoss auf den Bergmassiv, welcher schon zu bröckeln begann, doch wir schafften es, bevor der Höhleneingang einstürzte.
"Alles in Ordnung?", fragte ich Jamila, die in der Ecke kauerte und zur Decke starrte. Es war noch ein leises Summen zu hören, welches vom Antrieb des Jägers erzeugt wurde, aber nach einigen Sekunden verschwand.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Mi 11. Jul 2012, 21:06 
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Mir tropfte der Schweiß das Gesicht herunter. Ich stand auf und nickte leicht.
"Und bei dir?", fragte ich und schaute mich um. Auch er nickte und atmete tief durch. Diese Höhle sah aus wie ein Tunnel. Fernando griff in den Rucksack und holte zwei Taschenlampen heraus, die eine Brennzeit von etwa acht Tagen hatten.
"Wo führt dieser Tunnel hin?", fragte ich und leuchtete den Gang hinunter.
"Ich weiß es nicht. Wäre aber sinnvoll das herauszufinden, da unser Ausgang leider versperrt ist. Komm mit", sagte er und ging voraus. "Ich werde mit Hilfe des Handcomputers den Weg aufzeichnen, den wir laufen, damit wir uns nicht verlaufen." Er schnallte sich den Computer um den linken Arm und aktivierte das Aufzeichnungsprogramm.
Es war nicht nur ein einfacher Tunnel, sondern ein gesamtes Netz. Mindestens alle fünfzig Meter und maximal alle vier Kilometer gelangten wir an eine Kreuzung, die uns jeweils vor die Wahl stellten: Links, rechts oder geradeaus ... oder umkehren und die Steine am Eingang mithilfe einer Sprengladung wegräumen. Aber das würde die Höhlenintegrität nicht aushalten.
Wir folgten also dem Pfad durch die Dunkelheit, ohne zu wissen, wo wir hinauskommen würden. Es war schon frustierend genug, dass nun Terraformer Jagd auf uns machten, denn der Jäger wird Verstärkung holen. Es war natürlich gewiss, dass er zu einem entfernten Träger oder CPU-Schiff fliegen würde, um es zu alamieren. Vermutlich ist das bereits geschehen. Die La Esperanza und die Bewohner des Solara-Systems waren in größter Gefahr. Es war an der Zeit sie zu warnen, aber leider saßen wir auf diesem Wüstenplaneten in einem Tunnelsystem fest.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Mi 11. Jul 2012, 21:39 
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System: Solara
Planet: Armstrong
Ort: Tunnelsystem

Die Stunden verstrichen und es war immer noch kein Ende in Sicht. Meine beiden Uhren - die eine zeigte die Standartuhrzeit der Erde an, nämlich die von Milano - und die zweite hatte ich so einigestellt, dass sie die Uhrzeit vom Planeten Armstrong anzeigte. Es war momentan fünf Uhr morgens. Aber das machte uns nicht viel aus. Nach der ganzen Aufregung und Trauer um die Toten im Dorf waren wir wach, als hätten wir zuvor himmlisch geschlafen.
Mein Handcomputer zeigte eine lange Schlangenlinie an, die an vielen Stellen kleine Kreuzungen aufwies, bloß, dass der jeweils andere Weg nicht angezeigt wurde. Nach jedem Meter zoomte die Anzeige langsam heraus, sodass die ganze Linie auf dem Display zu sehen war.
"Wenn das weiter so geht, gelangen wir vielleicht zur Hauptstadt. Aber irgendwo muss es doch Lüftungsschächte geben!", sagte ich und schaute hoch zur Decke, die sich wenige Meter über uns befand.
"Ja, daran habe ich auch schon gedacht. Es ist möglich, dass es hier in diesem Tunnelsystem eine Vielzahl an winzigen Planzen gibt, die den Sauerstoff produzieren ... oder die Steine", spekulierte Jamila und hob einen der Steine auf, den sie sofort untersuchte.
"Seit wann bist du denn so botanisch orientiert?"
"Schon immer. Wusstest du das nicht?"
"Nein, du hast mir das nie gesagt. Wenn ich das gewusst hätte, hätte ich dich damals auf den Eismond Europa mitgenommen. Dort gab es eine Vielzahl an merkwürdigen Algen, die das unterirdische Meer bewohnten. Bis heute weiß man nichts über diese Pflanzen, da es bis jetzt nur ein lebender Mensch geschafft hat den Meeresboden zu erreichen. Allerdings hatte ich die nötige Ausrüstung an Bord, nur fehlte interessiertes Personal. Es wäre eine rein wissenschaftliche Mission gewesen. Es hätte nichts mit dem Militär zu tun", erklärte ich und klopfte Jamila auf die Schulter.
"Du weißt, dass ich meine Einstellung gegenüber dem Militär bereits geändert habe?"
"Ja, aber damals doch noch nicht. Wir ... wonach riecht es denn hier?" Es drang ein leicht bekannter Geruch in meine Nase, der mich zum rätseln anregte.
Wir folgten dem Geruch weiter durch den Tunnel, bis wir eine interessante Entdeckung machten.

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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Mi 11. Jul 2012, 22:02 
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Das, was wir entdeckten, hätten wir niemals gedacht auf einem Wüstenplaneten vorzufinden. Wir brauchten nicht einmal technische Geräte, um das Zeug zu analysieren, was diesen Geruch absonderte. Es war ein großer, unterirdischer See. Bloß befand sich dort kein Wasser, sondern ...
"Benzin! Hier ist Benzin eingelagert!", sagte Fernando und hielt sich ein Tuch vor Nase und Mund. Er gab auch mir eins.
"Sag bloß, Benzin entspringt aus dem Berg."
"Nein, natürlich nicht! Hier lagert jemand anscheinend Kraftstoff für einen Verbrennungsmotor. Aber wer?"
Ein Blick an das andere Ende des großen Sees verriet uns, dass das Benzin tatsächlich nicht auf natürliche Weise abgelagert war. Ein künstlich angelegter Schlauch hing an der Wand über dem See und tropfte.
"Anscheinend sind den Aldrianern Wasserstoff und Helium zu teuer geworden", scherzte ich und schmunzelte leicht. Auch Fernandos Mundwinkel bewegten sich leicht nach oben.
"Nein, Benzin wird nicht mehr als Kraftstoff verwendet, sondern nur noch als Brennmaterial. Wahrscheinlich als Sprengstoffzusatz. Die Aldrianer haben vor achthundert Jahren tatsächlich Brandbomben gebaut, die Benzin enthielten. Allerdings war nur eine winzige Menge erforderlich. Anscheinend stellt hier jemand Waffen für mehrere Flotten her", erklärte Fernando und leuchtete noch einmal über den gesamten See.


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 Betreff des Beitrags: Re: Reunion
Verfasst: Mi 11. Jul 2012, 22:40 
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"Um herauszufinden, wer hier Auto fahren oder Waffen herstellen will, sollten wir weiterlaufen. Vielleicht finden wir ja Antworten", sagte ich und leuchtete andeutend in einen zweiten Tunnel, der anscheinend den Berg hinab verläuft. Jamila nickte, immer noch den Blick auf den See gerichtet, und folgte mir durch den Tunnel.
Eine weitere halbe Stunde lang fanden wir wieder nichts. Allerdings gab es keine Kreuzungen mehr. Der Tunnel verlief geradlinig immer noch bergab.
Ich wunderte mich noch immer über die fehlenden Lüftungschächte, die den Tunnel eigentlich mit Frischluft versorgen sollte, sofern er künstlich geschaffen wurde, was allerdings für uns schon klar war, obwohl es nicht bewiesen war.
Plötzlich, ohne Vorwarnung hörten wir lautes Gelächter. Sofort schalteten wir unsere Handlampen ab, was allerdings nicht viel nützte. Wo sollten wir uns denn verstecken. Wir konnten wieder zurücklaufen, aber der See war schon mehrere Kilometer entfernt.
Die Geräusche hörten sich an, als kämen sie von überall. Der Tunnel war gerade einmal einen Meter breit und es gab keine möglichkeit davonzulaufen.
"Was tun wir jetzt?", fragte Jamila aufgewühlt.
"Ganz ruhig! Die Aldrianer werden wohl ihren Grund haben diese Tunnel zu bauen. Wir folgen einfach dem Gang weiter", antwortete ich und ging voraus.
Allerdings kam das Gelächter nicht aus einem Tunnel, sondern von einer riesigen Halle, wie es sich später herausstellte.
Und es war keine gewöhnliche Halle. Der Tunnel endete in einem riesigen Hangar.
"Anscheinend haben die Aldrianer hier eine Werft, oder ein Abflugterminal", meinte Jamila strahlend. Das war unsere Chance! Unsere Chance auf Rettung!
Doch dieser Gedanke verflog schlagartig, als wir um die Ecke den Hangar herunterblickten. Direkt unter uns, knapp vierhundert Meter entfernt, lag gemütlich und seelenruhig ein gewaltiger, furchteinflößender schwarzer Zylinder. Er schien mehrere Kilometer in der Länge zu messen und mehrere hundert Meter im Durchmesser. Einige kurz aufblinkende Lichtpunkte waren an der Oberfläche des imposanten CPU-Schiffes zu erkennen. Es waren wahrscheinlich Drohnen, oder Arbeiter, die die Hülle reparierten.
Mir blieb bei diesem Anblick förmlich das Herz stehen. Auch Jamila stand wie gelähmt neben mir und konnte den Blick von dem großen aus Polydiamandoid bestehenden schwarzen Zylinder nicht abwenden.
"Jetzt wissen wir woher der Jäger kam", sagte ich und wich einen Schritt zurück.
"Was tun wir jetzt?"
"Es sieht so aus, als ob das Schiff abgeschaltet ist. Es ist momentan harmlos. Wir sollten die Aldrianer zur Rede stellen!", antwortete ich und stieg eine Metalltreppe hinab.

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